Falsches und richtiges Laufen – Anmerkungen zu Römer 9, 14 – 18

HeidelbergMan 2015-08-02 11-55-34

Bild vom HeidelbergMan (Triathlon) * Foto: von Radosław Drożdżewski (Zwiadowca21) (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)%5D, via Wikimedia Commons

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Ein Vers aus dem 9. Kapitel des Römerbriefs (zum Hintergrund des Römerbriefs siehe: Klick!) ist die Grundlage für die Wortverkündigung am Mittwoch dieser Woche. Wir betrachten diesen Vers nachfolgend in seinem Zusammenhang:

“Was sollen wir nun sagen? Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott? Das sei ferne! Denn er sagt zu Mose: „Ich werde begnadigen, wen ich begnadige, und ich werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarme.“ Also liegt es nun nicht an dem Wollenden noch an dem Laufenden, sondern an dem begnadigenden Gott. Denn die Schrift sagt zum Pharao: „Eben hierzu habe ich dich erweckt, damit ich meine Macht an dir erweise und damit mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde.“ So denn, wen er will, begnadigt er, und wen er will, verhärtet er.“

(Römer 9, 14 – 18 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

 

Zum Hintergrund

1. Die Verlorenheit des Menschen und sein Bedürfnis, die Gerechtigkeit Gottes zu empfangen

Das große Thema des Römerbriefs ist die Gerechtigkeit Gottes und wie diese zum Besitz der Gläubigen wird. Nach Grüßen an die Versammlung (= Gemeinde) in Rom (Römer 1, 1 – 7), legt Paulus in Römer 1, 8 – 15 den Grund und in Römer 1, 16 – 17 das Thema des Briefes dar. Von Römer 1, 18Römer 3, 20 zeigt der Apostel auf, warum alle Menschen nicht mehr der Herrlichkeit Gottes entsprechen und der Rechtfertigung durch Gott bedürfen, durch die allein die Gemeinschaft des Menschen mit Gott wiederhergestellt werden kann.

 

2. Wie der Mensch gerechtfertigt wird und Erlösung empfängt

In Römer 3, 21Römer 5, 21 erläutert Paulus dann, wie die Gerechtigkeit, die der Erlöser Jesus Christus am Kreuz erworben hat, den Menschen, die an Ihn glauben, zugerechnet wird. In dem großen Abschnitt von Römer 6Römer 8   erklärt er weiter, wie die Gerechtigkeit Gottes den Gläubigen vermittelt, ja zu ihrem Besitz, wird.


3. Die Erwählung der an Christus Gläubigen

In Römer 8, 26 – 30 geht es in diesem Zusammenhang dann auch um die Erwählung der Gläubigen und in Römer 8, 31 – 39 um die aus dieser Erwählung resultierenden ewigen Heilssicherheit derselben.

 

3.1. Erwählung hat nichts mit “Bessersein“ zu tun

Durch die ganze Darlegung des Paulus zieht sich ein Gedanke: Die Erwählung/Berufung geschieht allein aus Gnade (vgl. Römer 9, 16). Menschliche Fähigkeiten oder Anstrengungen/Leistungen spielen dabei absolut keine Rolle. Der natürliche Mensch verbindet Erwählung/Berufung immer mit dem Gedanken, dass der/die Erwählte(n)/Berufene(n) in irgendeiner Weise “besser“ sein müssten als andere und dass sie deswegen erwählt/berufen wurden/werden. Doch dieses Denken ist Gott völlig fern:

“Denn seht eure Berufung, Brüder, dass es nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Edle sind; sondern das Törichte der Welt hat Gott auserwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und das Schwache der Welt hat Gott auserwählt, damit er das Starke zuschanden mache; und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott auserwählt [und] das, was nicht ist, damit er das, was ist, zunichte mache, damit sich vor Gott kein Fleisch rühme. Aus ihm aber seid ihr in Christus Jesus, der uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung; damit, wie geschrieben steht: „Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn.““

(1. Korinther 1, 26 – 31 ELBEDHÜ)

Gottes Erwählung/Berufung erfolgt nie aufgrund menschlicher Fähigkeiten oder Leistungen, sondern allein aufgrund Seiner Gnade. Ja, Gott geht sogar noch einen Schritt weiter: Er  erwählt gerade das, was vor der Welt nichts ist um sich gerade dadurch zu verherrlichen! Heller kann die Gnade Gottes nicht strahlen.
Damit versetzt Gott aber auch jedem Hochmut und Stolz auf Seiten der Erwählten/Berufenen den Todesstoß. Kein Erwählter/Berufener kann sich im Zusammenhang mit der Erwählung/Berufung selbst rühmen! Weil weder menschliche Leistungen noch menschliche Fähigkeiten die Grundlage der Erwählung/Berufung sind, ist das völlig ausgeschlossen! Und wer immer sich als Christ im Zusammenhang mit der Erwählung/Berufung selbst rühmt, der hat überhaupt nicht verstanden, was Gott getan hat. Die einzig richtige Antwort, die der Gläubige auf die Erwählung/Berufung durch Gott geben kann, ist, dass er Gott mit  einem demütigen und dankbaren Herzen Gott rühmt.

 

3.2. Erwählung ist mit einem Auftrag verbunden: Christusähnlichkeit

Noch etwas anderes macht Paulus in diesem Zusammenhang deutlich: Die Erwählung ist immer mit einem Auftrag verbunden. Erwählung um ihrer selbst willen oder um der Erwählten allein willen, gibt es nicht! Erwählung ist kein Selbstzweck! So weist der Apostel in Römer 8, 29 darauf hin, dass der Zweck der Erwählung Gottes darin besteht, dass die Gläubigen Christus immer ähnlicher werden. Gott berief das Volk Israel, damit dieses ein Licht für die Nationen wäre. Israel sollte der Welt das Zeugnis über den allein wahren und lebendigen Gott bringen (Jesaja 49, 6). In gleicher Weise sind die Gläubigen des Gnadenzeitalters berufen, das Evangelium von Jesus Christus, ja Jesus Christus selbst, der ganzen Welt zu verkündigen. Dies geschieht zum einen allgemein durch die mündliche Verkündigung, zum anderen aber in besonderer Weise durch das Leben des Gläubigen. In diesem Leben soll sich das Wesen des Erlösers widerspiegeln und so der sichtbaren und der unsichtbaren Welt die Weisheit Gottes vor Augen geführt werden:

“Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“

(Epheser 2, 10 ELBEDHÜ)

“Mir, dem allergeringsten von allen Heiligen, ist diese Gnade gegeben worden, den Nationen den unergründlichen Reichtum des Christus zu verkündigen und alle zu erleuchten, welches die Verwaltung des Geheimnisses sei, das von den Zeitaltern her verborgen war in Gott, der alle Dinge geschaffen hat; damit jetzt den Fürstentümern und den Gewalten in den himmlischen Örtern durch die Versammlung kundgetan werde die mannigfaltige Weisheit Gottes, (…)“

(Epheser 3, 6 – 19 ELBEDHÜ)

 

4. Die Erwählung Israels

Mit Kapitel 9 wendet sich der Apostel einer Fragestellung zu, die sich nach dem bisher Gesagten jedem, der mit der biblischen Geschichte vertraut war, folgerichtig stellen musste: Wenn die Erwählten der Gegenstand der 100%tigen Liebe Gottes sind und Er sie niemals verwirft, wie ist dann Sein Handeln mit Israel zu verstehen? Hat Er Israel nicht verworfen oder zumindest beiseite gesetzt? Deutet nicht alles darauf hin, dass dieses Volk Seine Liebe verloren hat? Und wenn Gott das von Ihm erwählte Volk Israel beiseite gesetzt hat, wer will dann behaupten, dass die Christen in ihrer Erwählung wirklich sicher sein können? Die grundlegende Frage, die hinter diesen Fragen steht, ist die Frage danach, ob Gott in gerechter Weise mit den Menschen handelt und da das Hauptthema dieses Briefes die Gerechtigkeit Gottes ist, muss Paulus auch diese Fragen beantworten.
In den Versen 1 – 5 zeigt Paulus nun zuerst die Segnungen auf, die Gott Seinem  Volk Israel geschenkt hat. 

4.1. Die Souveränität Gottes in der Erwählung

Anschließend erläutert er in den Versen 6 – 13 die souveräne Erwählung Israels durch Gott. Auch die Erwählung Israels erfolgte nicht aufgrund “besonderer Werke“, “Merkmale“, “Fähigkeiten“ oder anderer Besonderheiten, sondern aus Gnade und weil Gott sich durch dieses äußerlich schwache Volk verherrlichen wollte:

“Denn ein heiliges Volk bist du dem HERRN, deinem Gott; dich hat der HERR, dein Gott, erwählt, ihm zum Eigentumsvolk zu sein aus allen Völkern, die auf dem Erdboden sind. Nicht weil ihr mehr wäret als alle Völker, hat der HERR sich euch zugeneigt und euch erwählt; denn ihr seid das geringste unter allen Völkern; sondern wegen der Liebe des HERRN zu euch und weil er den Eid hielt, den er euren Vätern geschworen hat, hat der HERR euch mit starker Hand herausgeführt und dich erlöst aus dem Haus der Knechtschaft, aus der Hand des Pharaos, des Königs von Ägypten.“

(5. Mose 7, 6 – 8 ELBEDHÜ)

Und Paulus fährt fort: Weil die göttliche Erwählung  Israels weder aufgrund seiner Abstammung (vgl. Verse 6 – 10) noch aufgrund besonderer menschlicher Verdienste (vgl. Verse 11 – 14) erfolgte, sondern allein aus Gnade, darum kann Israels Ungehorsam die Erwählung und Berufung Gottes nicht aufheben/zunichte machen. Was bei der Erwählung/Berufung zählt, ist ganz allein Gottes Gnade und das ist die gute Botschaft, sowohl für Israel als auch für die christliche Versammlung (= Gemeinde). 

 

4.2. Gottes Gnade gegenüber Israel und gegenüber den Nationen

Wo immer jemand einen andren oder eine bestimmte Gruppe erwählt, da taucht die Frage auf, ob dies gerecht sei und genau auf diese Frage geht Paulus darum in den Versen 14 – 18 ein. Seine Antwort ist: Der allein wahre, allmächtige Gott ist völlig souverän in Seinen Entscheidungen, auch bzgl. der Entscheidung wen Er erwählt/beruft. Gleichzeitig zeigt Paulus auf, dass die Grundlage, auf der Gott erwählt/beruft Seine Gnade ist und dass genau darin die große Chance für jeden Menschen liegt. Denn weil die Erwählung/Berufung auf der Grundlage der Gnade geschieht, sind alle Erwählten/Berufenen vor Gott gleich. Niemand kann mit besonderen “Fähigkeiten“, “Werken“, “Kenntnissen“ oder anderen menschlichen “Vorzügen“ bei Gott “punkten“:

“Also liegt es nun nicht an dem Wollenden noch an dem Laufenden, sondern an dem begnadigenden Gott.“

(Römer 9, 16 ELBEDHÜ)

Während viele Menschen in der Erwählung/Berufung Gottes eine Ungerechtigkeit sehen wollen, ist es genau umgekehrt!  Gerade Gottes Erwählung/Berufung aus Gnade stellt die wirkliche Chancengleichheit her und sicher! Gottes Segen hängt nicht vom menschlichen Willen oder von menschlichen Anstrengungen ab, sondern entspringt allein Seiner souveränen Gnade. Dadurch ist niemand bevorzugt und niemand benachteiligt.


4.3. Gottes gegenwärtiges Handeln  mit Israel

Nachdem Paulus in Römer 9 Israels Erwählung und Segnung durch Gott dargelegt hat, wendet er sich in Römer 10 Gottes gegenwärtigem Handeln mit Israel zu. Israel hat den Messias verworfen, doch selbst diese große Sünde macht Gottes Erwählung Seines irdischen Volkes Israel nicht hinfällig! Gott hat Israel nicht verworfen, sondern lediglich für eine gewisse Zeit beiseite gesetzt. Hätte Gott Israel verworfen, dann wäre Seine Erwählung/Berufung nicht aufgrund Seiner souveränen Gnade geschehen, sondern aufgrund von Werken. Doch weil Gottes  Erwählung/Berufung aufgrund Seiner souveränen Gnade geschah, konnte selbst die Ablehnung des Messias diese Erwählung/Berufung nicht ungültig machen.

4.4. Israels zukünftige Erlösung und Wiederherstellung im verheißenen Land

In Römer 11 führt der Apostel diesen Gedanken dann noch weiter aus. Er zeigt auf, dass Gott sich nach einer Zeit, in der Er Israel in Seinen Plänen beiseite setzte, diesem Volk wieder zuwenden und erneut mit ihm handeln wird. Ja mehr noch: Gott wird nicht nur alle Verheißungen, die Er Seinem Volk Israel gegeben hat erfüllen, Er wird den Zweck, den Er mit der Erwählung/Berufung Israels verfolgte, auch erreichen: Israel wird in dem Land, das Gott ihm verheißen und geschenkt hat, nicht nur wiederhergestellt, es wird auch vollkommen erlöst werden.

 

Anmerkungen zu Römer 9, 14 – 18

* “Was sollen wir nun sagen? Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott? Das sei ferne!“Römer 9, 14 – Paulus leitet diesen Abschnitt mit der klaren Aussage ein, dass Gott nicht ungerecht ist, ja nicht ungerecht sein kann, da Er der heilige, vollkommen gerechte Gott ist.

* “Denn er sagt zu Mose: „Ich werde begnadigen, wen ich begnadige, und ich werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarme.““Römer 9, 15 – Mit diesem Vers nimmt Paulus Bezug auf das Geschehen im Zusammenhang mit der Anbetung des goldenen Kalbes (2. Mose 32). Gott hätte als Reaktion auf diesen Götzendienst strafen können, doch in Seiner Souveränität richtete Er nur einen Teil des Volkes. Auf den ersten Blick mag dieses Handeln Gottes ungerecht erscheinen, doch wenn man es genauer betrachtet, dann kann man auch darin die Gnade und Barmherzigkeit Gottes erkennen.

* “Also liegt es nun nicht an dem Wollenden noch an dem Laufenden, sondern an dem begnadigenden Gott.“  – Römer 9, 16 – Wie bereits ausgeführt, ist es allein die Gnade Gottes, die bei der Erwählung/Berufung eine Rolle spielt. Menschliche Leistungen oder Anstrengungen spielen dabei absolut keine Rolle. Der allmächtige Gott ist nicht verpflichtet auch nur irgendeinem Menschen  Seine Gnade zu erweisen. Wenn Gott nicht gnädig, sondern nur gerecht in unserem Sinne wäre, dann müssten wir alle gerichtet werden:

“(…) denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes.“

(Römer 3, 23 ELBEDHÜ)


* “Denn die Schrift sagt zum Pharao: „Eben hierzu habe ich dich erweckt, damit ich meine Macht an dir erweise und damit mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde.““Römer 9, 17 – Paulus bezieht sich nun auf das Handeln Gottes mit dem Pharao im Zusammenhang mit den Plagen und dem  Auszug der Kinder Israels aus Ägypten. Gott hatte dem Pharao und seinem Volk immer wieder eine neue Chance gegeben. Sechs Plagen lang wartete der Allmächtige, ehe Er Sein Gericht über diesen unbußfertigen Herrscher und sein Land kommen ließ (2. Mose 9, 16).

* “So denn, wen er will, begnadigt er, und wen er will, verhärtet er.“Römer 9, 18 –  Mit dieser Aussage fasst Paulus seine Argumentation zusammen. Von dem Pharao wissen wir, dass er sein Herz gegenüber dem Gnadenhandeln Gottes verhärtete (vgl. 2. Mose 8, 15). Erst nachdem dies geschehen war, verhärtete auch Gott das Herz dieses Menschen, so dass keine Umkehr mehr möglich war (vgl. 2. Mose 9, 12). Ähnliches sehen wir auch in Römer 1, 18 ff. Dort spricht Paulus davon, dass Gott Menschen, die Seine Gnade gering schätzen und die sich nicht von ihrem Götzendienst ab- und zu dem lebendigen Gott umkehren, richtet. Dieses Gericht kommt in der Weise über diese Menschen, dass Gott “sie in den Begierden ihrer Herzen dahin gegeben (hat) in die Unreinheit, sodass ihre Leiber durch sie selbst geschändet werden“ (Römer 1, 24). Gott wäre nicht gerecht, wenn Er die Sünde nicht richten würde. Aber bevor Er dies tut, gibt Er jedem Menschen  Gnade und Gelegenheit zur Umkehr.

Vom falschen und richtigen Laufen im Leben des Christen

Wie wir gesehen haben (Römer 9, 16), ist die Erwählung/Berufung des Menschen allein in der Gnade Gottes begründet. Die Erlösung empfangen wir nur aus Gnade mittels des Glaubens:

“Darum, aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden; denn durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Jetzt aber ist, ohne Gesetz, Gottes Gerechtigkeit offenbart worden, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten: Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus gegen alle [und auf alle], die glauben. Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist; (…)

(Römer 3, 21 – 24 ELBEDHÜ)

Wenn wir also meinen, wir könnten mit erbrachter (Frömmigkeits-)Leistung die Erlösung erlangen oder unsere Erwählung/Berufung sicherstellen, dann laufen wir in die falsche Richtung. An anderen Stellen der Heiligen Schrift lesen wir jedoch, dass es sehr wohl darauf ankommt, wie der Gläubige seinen “Lebenslauf“ angeht:

“Deshalb nun, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, lasst auch uns, indem wir jede Bürde und die leicht umstrickende Sünde ablegen, mit Ausharren laufen den vor uns liegenden Wettlauf, (…)“

(Hebräer 12, 1 ELBEDHÜ)

“Wisst ihr nicht, dass die, die in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber einer den Preis empfängt? Lauft nun so, dass ihr ihn erlangt.“

(1. Korinther 9, 24 ELBEDHÜ)

Doch bei diesen (und weiteren) Aufforderungen geht es nicht um die Erlangung des Heils. Unsere Erlösung ist ein Gnadengeschenk Gottes, das allein durch Glauben empfangen werden kann (Johannes 5, 24; Epheser 2, 8 – 9).  Bei diesen und weiteren Aufforderungen im Neuen Testament geht es um den Lohn, den die Gläubigen durch ihr Wirken für Gott und Sein Evangelium erlangen können und sollen (vgl. 1. Korinther 3, 13 – 15; 2. Korinther 5, 10). In diesem Zusammenhang ist unser ganzer Einsatz gefragt und diesbezüglich sollten wir unseren Lebenslauf mit vollem Einsatz laufen (Kolosser 2, 18; 1. Thessalonicher 2, 9; 2. Timotheus 4, 8; Jakobus 1, 12; 1. Petrus 5, 4; Offenbarung 2, 10). Das Wachstum in der Christusähnlichkeit ist dabei der entscheidende Faktor (2. Petrus 3, 1 – 18).

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