Gott wohnt im Lobpreis seines Volkes! Ach ja???

Translation here.

In verschiedenen christlichen Kreisen hört man oft die Aussage, dass „Gott im Lobpreis Seines Volkes wohnt“ bzw. „thront“. Dabei bezieht man sich auf Psalm 22, Vers 3 (in englischen Übersetzungen) bzw. Vers 4 (in deutschen Übersetzungen). Aus diesen Versen hat man mancherorts eine ganze „Lobpreistheologie“ entwickelt. Die Frage ist aber angebracht, ob Christen diese Aussage, dass Gott „im Lobpreis Seines Volkes“ wohnt, so für sich bzw. die christliche Gemeinde (Kirche/Versammlung) übernehmen sollten. Wie gesagt, bezieht man sich bei dieser Aussage auf Psalm 22, Vers 3 bzw. 4.

In einer Vielzahl von Übersetzungen wird dieser Vers wie folgt weitergegeben:

„Aber du bist heilig, der du wohnst unter dem Lobe Israels.“

(Psalm 22, 4 nach der Luther-Übersetzung 1912)

Wenn man die einzelnen Bibelübersetzungen (deutsche wie englische) untersucht, so stellt man fest, dass dies nicht die einzige Übersetzungsmöglichkeit ist und offensichtlich auch nicht die genaueste Übersetzung dieses Verses sein muss. Hier einige weitere Übersetzungsmöglichkeiten aus den gängigsten deutschen und englischen Bibelausgaben:

„Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels“

(Psalm 22, 4 nach der Luther-Übersetzung 1984)

„Aber du bist heilig, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels“

(Psalm 22, 4 nach der Schlachter-Übersetzung 2000)

„Aber du, der Heilige, bleibst Israels Lobgesang!“

(Psalm 22, 4 nach der Übersetzung von Franz Eugen Schlachter 1951)

„Aber du bist heilig, du thronst über dem Lobpreis Israels.“

(Psalm 22, 4 nach der Einheitsübersetzung)

„Du bist doch der heilige Gott, dem Israel Danklieder singt!“

(Psalm 22, 4 nach der Gute-Nachricht-Übersetzung)

„Yet you are enthroned as the Holy One; you are the praise of Israel“

(Psalm 22, 4 nach der New-International-Version)

„But You are holy, O You Who dwell in [the holy place where] the praises of Israel [are offered].“

(Psalm 22, 4 nach der Amplified-Bible)

But thou art holy , O thou that inhabitest the praises of Israel“.

(Psalm 22, 4 nach der American Standart Version)

„And Thou [art] holy, Sitting — the Praise of Israel“

(Psalm 22, 4 nach Young’s Literal Translation)

„Du aber bist der Heilige, der thront / der Ruhm Jisraëls“

(Psalm 22, 4 nach der Übersetzung von Naftali Herz Tur-Sinai, Hänssler-Verlag 1993)

Ganz abgesehen, von der Frage, welcher Übersetzung man aus welchen Gründen zustimmt, sollten wir eine wichtige Aussage dieses Psalmverses beachten:

„Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels

(Psalm 22, 4 nach der Luther-Übersetzung 1984)

Es ist hier eindeutig von den Lobgesängen Israels die Rede, nicht von den Lobgesängen der Gemeinde (Kirche/Versammlung). Eine ähnliche Aussage, dass Gott unter den Lobgesängen Seines Volkes wohnt/thront finden wir auch im Neuen Testament nicht. Denn seit der Auferstehung Jesu und dem nachfolgenden Pfingstgeschehen hat sich die Beziehung Gottes zu Seinen Gläubigen grundlegend verändert:

Dass dort, wo Gläubige sich zum Namen des Herrn Jesus hin versammeln, auch immer Gott gelobt werden wird, sollte nicht besonders erwähnt werden müssen. Aber dieser Lobpreis ist nicht die Voraussetzung dafür, dass Gottes gegenwärtig sein kann, sondern die dankbare Folge Seiner Gegenwart in den einzelnen Gläubigen und in Seiner Versammlung (Kirche/Gemeinde) als ganzer.


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30 Antworten zu Gott wohnt im Lobpreis seines Volkes! Ach ja???

  1. Roland Kubbernuß schreibt:

    Israel heißt auserwählt.
    Wir als Christen sind auch von Gott auserwählt.
    Somit können wir uns damit einbeziehen.
    Auch zur Zeit Mose ( davor , danach / AT ) war Gott immer da, er ist allgegenwärtig.
    Ich verstehe die Verse mehr so das Gott unsern Lobpreis geniest, und die Gemeinde sind wir auch dann wenn wir alleine Zuhause / auf der Arbeit … Gott anbeten. Denn die gesammtzahl aller Christen ist ja auch die Gemeinde und nich nur die Versammlung .

  2. JNj. schreibt:

    Lieber Herr Kubbernuß,

    herzlichen Dank für Ihren Kommentar. „Israel“ heißt m.W. nicht „Erwählung“, sondern „Gottesstreiter“ (vgl. Sie dazu z.B. hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Israels#Erzv.C3.A4ter).
    Unzweifelhaft hat Israel eine göttliche Erwählung, aber wenn Sie diese anhand der Heiligen Schrift mit der Erwählung der Versammlung (Gemeinde/Kirche) vergleichen, werden Sie feststellen, dass sie sich markant unterscheiden. Die Verheißungen, die Israel betreffen, einfach auf uns als Christen zu beziehen, halte ich für sehr problematisch. Ich habe dazu aber in meiner Artikelserie zum Thema „Unterscheidung: Israel und die Versammlung (Gemeinde/Kirche)“ Stellung genommen.
    Was Ihren Hinweis betrifft, das die Gesamtzahl der Christen die Gemeinde Jesu bildet, so stimme ich Ihnen völlig zu. Wenn ich den Bergriff „Versammlung“ benutze, meine ich damit die Gesamtzahl aller Christen und nicht etwa eine bestimmte Gruppe. Man kann natürlich auch die Begriffe „Gemeinde“ oder „Kirche“ benutzen. Ich benutze den Begriff „Versammlung“, weil ich ihn für den Begriff halte, der das griechische Wort „ekklesia“ besser zum Ausdruck bringt. Der Begriff „Gemeinde“ kann auch mit der säkularen Gemeinde verwechselt werden, mit dem Begriff „Kirche“ verbinden viele Menschen gleich eine bestimmte Konfession. Um aber zu verdeutlichen, dass ich alle gläubigen Christen meine, schreibe ich hinter den Begriff „Versammlung“ i.d.R. in Klammern „Gemeinde/Kirche“.

    Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!

  3. seraph schreibt:

    Hallo!
    roland hat meiner meinung nach schon die richtige grundrichtung!!!
    Hermann Menge:Ps.22,4 …der da thront über Israels Lobgesängen.
    Ludwig Albrecht: Ps.22,4 …Über Israels Lobliedern thronend.
    Martin Buber Ps.22,4 … O Heiliger du, auf Jifsraels Preisungen thronend. (deutscher jude)
    Hans Bruns Ps.22,4 … du trohnst über den Lobgesängen Israels.
    und noch die zuvor genannten!
    sie können natürlich auch das alte testament rausschneiden aus der bibel?
    …und der wurzel und der Fettigkeit des Ölbaumes mit teilhaftig geworden bist…Röm.11,17

  4. Rachel schreibt:

    ist Christus !

  5. Barbara schreibt:

    ich bin auch der meinung, dass wir uns alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, angesprochen fühlen dürfen, wenn von ‚Israel‘ die rede ist.
    im AT geht es ja insgesamt darum, dass das ganze volk israel und nicht eine einzelperson erlöst wird/werden soll. das hat sich auf jeden einzelnen hin „ausgeweitet“ im NT – und ich sehe genau ihre aussagen, dass der Hl. Geist in jedem von uns lebendig ist, dadurch eher bestätigt als dass es einen gegensatz darstellt. er wohnt in jedem von uns, und je mehr wir in eine haltung des lobpreises eintauchen, desto mehr werden wir uns dessen bewusst und leben/handeln auch immer mehr danach – je mehr lobpreis, desto mehr platz für den Herrn in unserem herzen, desto mehr lassen wir Ihn in uns wohnen!

  6. JNj. schreibt:

    Liebe Barbara,

    vielen Dank für Ihren Kommentar, zu dem ich eine Frage habe: Könnten Sie mir für die Aussage “ je mehr Lobpreis, desto mehr Platz für den Herrn in unserem Herzen, desto mehr lassen wir Ihnm in uns wohnen“ ein oder zwei Schriftstellen nennen? Ich würde der Aussage gern nachgehen.
    Vielen Dank & Gottes Segen für Sie!
    JNj.

  7. Nils schreibt:

    Lieber/Liebe JNj
    ich verstehe nicht genau, was Sie mit ihrem Artikel aussagen möchten
    Zum einen ist Israels Gottes auserwähltes Volk, zudem wir in jedem Falle gehören, da er uns, so wie er damals Israel und unter Israel besonders die Leviten erkauft hat durch sein Blut erkauft und zu seinen Kindern erwählt hat.
    Außerdem bedeutet meiner Meinung nach „im Lobpreis seines Volkes wohnt“ einfach nur, dass seine Gegenwart in unserem Lobpreis anwesend und spürbar ist. Wenn man sich die Bibel anschaut, stellt man fest, dass sowohl im AT als auch im NT andauernd die Rede davon ist, dass wir Gott mit Liedern loben sollen. Das schließt natürlich nicht aus, dass Gott nicht auch ohne Lobpreis gegenwärtig sein kann, wer das sagt, stellt eindeutig Gottes Allgegenwärtigkeit in Frage, was man auch als Blasphemie bezeichnen könnte.
    Dennoch kann man anhand der Bibel in keiner Weise in Frage stellen, dass Gott gerne unsere Lobgesänge hört, warum sonst sollte David, der ein Mann nach Gottes Herzen war so viele Psalmen schreiben, und mit seiner Gegenwart unter uns kommt, wenn wir ihn mit Liedern anbeten.
    Und wenn dich die Bibel nicht überzeugen kann(was sehr schade wäre, da es dein verstocktes Herz zeigen würde), dann rate ich dir einfach mal es auszuprobieren. Ich vermute, dass du wenn du dein Herz im Lobpreis Gott öffnest über das Ergebnis verblüfft sein wirst.

    Ich habe es erlebt, dass Lobpreis eine gute Möglichkeit(!!!) ist, Gottes Liebe zu spüren und da das auch die absolute Grundlage für den gesamten christlichen Glauben ist, da wir dazu aufgefordert werden Gott und unsere Mitmenschen mit der Liebe Gottes, wie sie in 1. Korinther 13 beschrieben wird,(agape) zu lieben. Und wie sollte uns das möglich sein, wenn wir sie nicht erlebt haben und in uns tragen, damit wir sie weitergeben können.
    Von daher kann man aufjedenfall sagen, dass Gott in unserem Lobpreis wohnt, dennoch werden wir dazu aufgefordert, alles zu seiner Ehre zu tun, also wohnt er genauso in unserem Straßenkehren, wenn wir es zu seiner Ehre tun. Es kommt immer auf die Herzenseinstellung an. Wenn mein Herz verschlossen ist, kann Gott nicht in mir wohnen oder nur in einem kleinen Teil meines Herzens. Sein Herz für Gott zu öffnen wird es Gott ermöglichen uns zu verändern. Ob wir dies nun in der Anbetung durch singen oder durch tanzen oder duch backen oder Autofahren tun ist gleich. Ein wichtiges Zitat dieser „Lobpreiskultur“ ist nämlich; „Anbetung ist ein Lebensstil“.
    Damnach komme ich zu dem Schluss, dass Gott in unserer Anbetung wohnt. Wie wir Gott anbeten ist jedermans persönliche Sache. Die einen tun es mit Liedern, die anderen eben anders. Doch Gottes Gegenwart in unseren Lobgesängen anzuzweifeln, halte ich für lächerlich, da Gott nunmal allgegenwärtig ist.

    Ich bitte um Vergebung für die katastrofale Rechtschreibung uns Zeichensetzung.

    Liebe Grüße und Gottes Segen

  8. JNj. schreibt:

    Lieber Nils,

    ganz herzlichen Dank für Ihren Kommentar/Ihre Frage. Da ich gern ausführlich darauf eingehen/antworten möchte und heute & Morgen sehr ausgelastet bin, wird es etwas dauern. Ich antworte aber auf jeden Fall.
    Ebenfalls liebe Grüße & Gottes Segen für Sie,
    Ihr JNj.

  9. JNj. schreibt:

    Lieber Nils,
    wie versprochen hier meine Antwort auf Ihre Fragen:

    Was möchte ich mit meinem Artikel aussagen?

    1. Seit dem Kommen, Sterben und Auferstehen Christi hat es eine völlige Veränderung in der Beziehung Gottes zu Seinen Kinder gegeben. Der Alte Bund mit allen seinen Vorschriften etc., ist obsolet, d.h. überholt, veraltet, ungebräuchlich, überflüssig geworden (vgl. Sie hierzu bitte Hebräer 8, 13). Gott wohnt nicht mehr in einem steinernen Tempel (vgl. Sie hierzu bitte Apostelgeschichte 17, 24), sondern durch Seinen Geist in den Gläubigen (vgl. Sie hierzu bitte 1. Korinther 3, 16). Darum ist es falsch, wenn wir als Gläubige in diesem Gnadenzeitalter sagen oder singen, dass Gott „im Lobpreis seines Volkes“ wohnt. Das galt zur Zeit des Alten Testaments. im Zeitalter des Gesetzes. Heute kommt Gott nicht von Zeit zu Zeit zu seinem Volk, nämlich dann, wenn es Ihm lobsingt. Nein, Gott ist immer bei Seinen Gläubigen, Er lebt ja durch Seinen Heiligen Geist dauerhaft in ihnen. Jeder Gläubige ist ein Tempel des Heiliugen Geistes (1. Korinther 3, 16). Ich stimme Ihnen, lieber Nils, völlig zu, dass wir aufgefordert werden Gott Loblieder zu singen. Das ist eine wunderbare Sache, durch die wir Gott ehren können, Ihm unseren Dank ausdrücken können etc. Ich singe selbst gern (wenn bestimmt auch nicht gut 😉 ) ABER: Gottes Gegenwart in meinem (oder Ihrem) Leben ist in keiner Weise davon abhängig, ob wir Gott lobsingen oder nicht. Ich denke, in diesen Punkten stimmen wir überein.

    2. Allerdings kenne ich sehr viele, liebe Christen, die aus der alttestamentarischen Aussage „Gott wohnt im Lobpreis seines Volkes“ ein neues Gesetz für die christliche Gemeinde gemacht haben. Dementsprechend nimmt „Lobpreis“ in ihren Gottesdiensten auch eine vorrangige Stellung ein. Manchmal gibt es bei ihnen sogar keine Wortverkündigung, weil diese angeblich nur dem Verstand anspricht. Man meint in vielen solcher Gemeinden, Gott würde erst dann gegenwärtig sein, wenn die Gemeinde „Lobpreis machen“ würde. Auch kenne ich Christen, die davon sprechen, dass der Gottesdienst gut war, weil der „Lobpreis gut“ war. Diese Christen messen die Qualität des Lobpreises daran, ob sie Gott „gefühlt“ haben. Ich kenne sogar Gläubige (liebe Freunde), die auf diese Weise ganz abhängig vom „Lobpreis machen“ geworden sind. Sie machen so lange zu Hause oder im Gottesdienst „Lobpreis“ bis sich entsprechend gute Gefühle einstellen. Und dann meinen sie, dass sie eine Gottesbegegnung gehabt haben. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, lieber Nils. ich sage nicht, dass Gott uns nicht auch auf der Ebene unserer Empfindungen begegnen kann. Ganz und gar nicht. Aber wenn sich ein Mensch so lange in einen Zustand hineinsteigert, bis er irgendwelche positiven Gefühle hat und dies dann als Gottesbegegnung bezeichnet, dann ist etwas völlig falsch. Das sich-hinensteigern in einen besonderen emotionalen Zustand zwecks Gottesbegegnung finden wir in allen möglichen heidnischen Religionen, aber nicht im Neuen Testament. Wenn Christen – und das habe ich leider vielfach erlebt – vom Lobpreis abhängig werden wie von einer Droge und meinen, nur dann wirklich eine Begegnung mit Gott gehabt zu haben, dann ist etwas völlig daneben.

    3. In diesem Zusammenhang halte ich es für ganz wichtig, dass wir uns immer wieder vor Augen führen, warum wir glauben. Wir glauben nicht, weil wir Gott erlebt haben oder weil wir Gott „gespürt“ haben. Das wäre kein Glaube in dem Sinn, wie die Heilige Schrift ihn uns lehrt. Wie gesagt, ich lehne es nicht ab, dass Gott uns auch auf der Ebene unserer Empfindungen begegnen kann. Aber das kann nicht die Grundlage unserer Glaubensüberzeugung sein. Gefühle können uns nämlich auch täuschen. Das haben wir, wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, schon alle erlebt. Darum können Gefühle kein Maßstab und auch keine Grundlage für unseren Glauben sein. Hat jemand von uns den irdischen Dienst des Herrn Jesus erlebt? Nein. Warum glauben wir denn dann, dass der Herr über diese Erde gegangen ist? Weil die Heilige Schrift es uns lehrt. War jemand von uns bei der Schöpfung dabei? Nein. Warum glauben wir denn dann, dass unser Gott dieses ganze Universum geschaffen hat? Weil die Heilige Schrift es uns lehrt. War irgendjemand von uns dabei als die Engel den Stein vom Grab des Herrn wegrollten und der Herr auferstand? Warum glauben wir trotzdem, dass unser Herr auferstanden ist? Weil es uns die Heilige Schrift bezeugt! Wir haben ein festes Fundament, das nicht wankt und das ist das Zeugnis der Heiligen Schrift. Nur darauf können wir unseren Glauben bauen, nicht auf unsere Gefühle. Darum sagt der Apostel Johannes auch in Johannes 20, 30 – 31: „Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die in diesem Buche nicht geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubet, daß Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und daß ihr durch den Glauben Leben habet in seinem Namen.“ Geschrieben, damit wir glauben. Biblischer Glaube beruht immer auf der Heiligen Schrift und nie auf Gefühlen. Wenn der Herr mit auf der Ebene meiner Empfindungen begegnet und mir Frieden oder Freude schenkt, dann bin ich dankbar dafür. Aber ich würde nie meinen Glauben an Ihn, meine Überzeugung, darauf bauen.

    4. Wie erfahre/erkenne ich Gottes Liebe? Lieber Nils, ich habe vor vielen Jahren als ich zum Glauben an den Herrn Jesus Christus kam, eine wunderbare Erfahrung der Liebe Gottes gemacht. Damals habe ich in der Heiligen Schrift gelesen, dass Gott Seinen einzigen Sohn für meine Sünde am Kreuz von Golgatha dahin gab. Als ich das las, da wurde mir klar, dass es im ganzen Universum keine größere Liebe geben kann. Und ich wusste, dass wenn diese Botschaft stimmt, dass der Schöpfer dieses Universums Seinen einzigen Sohn für mich dahingibt, dann kann es nur eine einzige Antwort meinerseits geben: Ich muss ihm mein Leben geben. Das liegt nun schon 29 Jahre zurück und seit damals erfüllt mich ein Gefühl tiefer Dankbarkeit darüber, was Gott für mich getan hat. Aber es war nicht ein Gefühl, dass mich von Gottes Liebe überzeugte, sondern Sein Wort. Beim Lesen der Heiligen Schrift durfte ich den gekreuzigten Christus erkennen. Die Empfindungen kamen als Reaktion auf den Glauben und nicht umgkehrt.

    Ich hoffe, lieber Nils, dass ich Ihre Fragen ein wenig beantworten konnte. Falls Sie weitere Fragen/Anmerkungen haben, kommentieren Sie bitte! Ich freue mich darauf.
    Liebe Grüße und Gottes Segen für Sie,
    Ihr JNj.

  10. michael schreibt:

    Lieber JNj.

    Ich kann Ihre Argumentation verstehen, obgliech ich ihre Meinung nicht teile. Sie ist Symptomatisch für eine gesamte frömmigkeitsrichtung in den Freikrichlichen eher
    Brüdergemeindlich orientierten Christen in Deutschland. Leider erlebe ich immer wieder
    dass wir in unseren Gesprächen und besonders im Netz uns zu undifferenziert mitteilen.
    Mein differenzierungsversuch besteht darin die „beiden“ Lesarten zu kennzeichnen, wenn wir Ps. 22,4 lesen.

    Die Charismatische lesart von „Gott wohnt im Lobpreis seiner Kinder“ – Wenn wir Gott preisen „erleben“ wir seine Gegenwart und nehmen sie (vielleicht) stärker war, als in unserem (profanen) Alltag. Wird dieser Überzeugung „angegriffen“ kommt die Gegenfrage:“Glaubst du denn allen Ernstes, Gott wohne nicht im Lobpreis? Ist Gott, wenn wir ihn loben, abwesend? Sind es nur unsere Gefühle die „anwesend“ sind und Gott würde sich im Grunde über unseren Lobpreis ärgern?“

    Die Brüdergemeindliche lesart von „Gott wohnt im Lobpreis seindes Volkes (Israels) Hier wird die Art der Gottesbegegnung im Alter Bund beschrieben. Kein Lobprei im Tempel = Keine Gottesbegegnung. Wenn diese Lesart angegriffen wird. Kommt oft die biblisch/theologische Argumentation: „Wir müssen die Art der Gottesbeziehung im alten Bund Glas klar von der im „neuen Bund“ unterscheiden, wo wir – nicht mehr gebunden an sakrale Orte, Zeiten oder Hanlungen – jederzeit Gott begegnen können.

    Vermittlungsversuch: Die Lesarten schließen sich bei genauerem Hinaschauen gar nicht aus. Sie sind beide gleich und gleichzeitig gültig. So wie bei der Frage: „Ist das Meer blau oder naß?“ Beides. Ist durch Jesus der neue Bund besiegelt, wo wir nicht mehr erst im Tempel zusammen kommen müssen um Gottes gegenwart zu erleben – JA. Erleben wir Gottes gegenwart, wenn wir gemeinsam Gott anben? JA ZWEIMAL JA.

    Wo ist dann das Problem?

    Das Problem liegt tiefer. Es geht im Grunde nicht um die Bedeutung von Ps 2,4 sondern um den Streit zwischen Verstand und Gefühl im Glaubensleben. In dem Lager, wo auf den Verstand gebaut wird, wird in Argumentationen dann oft „DIE SCHRIFT“ ins Feld geführt und auf der anderen Seite wird statt Gefühl „geistliche oder übernatürliche ERFAHRUNG“ gesagt.

    Das wird besonders bei dem letzten Beitrag von dir (JNj) deutlich. Danke für die offenlegung deiner Ansichen und Motive. Danke auch für deine Problemanzeigen bei den „Lobpreißgottesdiensten“. Gefahrenhinweis: „keine biblische Verkündigung“ ist berechtigt. Kommt das von einem Verstand gesteuerten Glauben, der zu viel Emotionalität wittert und warnt?

    Lösungsvorschalg: Versöhnung von Verstand und Gefühl, die beide von Gott geschaffen sind indem wir versuchen von dem „Gegenüber“ zu lernen. Wer sagt denn, dass wir „Die Schrift“ verliehren, wenn wir Gott lieben von ganzem Herzen, mit aller Hingabe und wer sagt dass wir die „geistlich Erfahrung“ verlieren, wenn wir Gott mit unserem Verstand und mit aller Kraft lieben.

    Gott wohnt im Lobpreis seiner Kinder, (aber nicht nur dort) ebenso spricht er „im Wort“ zu uns.

    Gottes Segen – Michael

  11. JNj. schreibt:

    Lieber Michael,

    vielen Dank für die ausführliche und differenzierte Antwort. Gern gehe ich darauf ein und versuche, auch meine Gedanken dazu noch einmal etwas differenzierter darzulegen.

    Vorab möchte ich jedoch festhalten, dass ich weder einer freikirchlichen Gemeinde noch einer so genannten „Brüdergemeinde“ angehöre.

    1) Ich stimme völlig zu, dass Gottes Gegenwart da erlebt werden kann, wo Seine Kinder Ihn loben und preisen, natürlich auch dort, wo Christen sich vielleicht „nur“ zu Gebet und Bibelstudium treffen und überall im Alltag.

    Was ich ablehne und kritisiere sind folgende zwei Dinge:

    1) Ich lehne die charismatische Lehre (und die daraus resultierende Praxis) ab, Lobpreis sei ein Muss bzw. ein Mittel, um die Gegenwart Gottes „herbeizuführen“.
    Damit sage ich allerdings nicht, dass Gott nicht auch erfahren wird, wenn wir Ihn loben und preisen. Nur ein „Mittel zum Zweck“ ist Lobpreis eben nicht. Wer Lobpreis als „Mittel zum Zweck“ versteht, der entehrt m.E. Gott und er wertet auch den echten, biblischen Lobpreis Gottes ab. Gott lässt sich nicht durch irgendeine Methode – und sei es biblischer Lobpreis – „herbeizaubern“.

    2) Ich lehne charismatische Lehren, die die alttestamentarische Aussagen und Verheißungen, die das Volk Israel betreffen, für die christliche Gemeinde okkupieren, ab. (Wer gibt uns eigentlich das Recht dazu, dass wir uns Verheißungen und Aussagen aneignen, die Gott explizit seinem irdischen Volk Israel zugesprochen hat? Und warum nehmen liebe Christen immer gern alle Verheißungen, aber nie die Gesetzesvorschriften und Fluchverheißungen für sich in Anspruch?) Das betrifft auch die charismatische Lehre über den Lobpreis, wo sie sich auf Psalm 22, 4 bezieht. Denn im Neuen Testament finden wir keine explizite Verheißung dafür, dass Gott uns dann begegnet, wenn wir „Lobpreis machen“. Uns gilt die Verheißung des Herrn Jesus in Matthäus 18, 20: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind zu meinem Namen hin, da bin ich mitten unter ihnen.“ Natürlich werden Gläubige bei einem solchen Zusammenkommen in der Regel ihrem Herrn und Erlöser auch lobsingen, aber es ist kein „Muss“. Entscheidend ist bei einem solchen Zusammenkommen, wozu uns der Heilige Geist anleitet. Leitet er uns dazu, dass wir dem Herrn lobsingen, so ist das wunderbar. Aber auch wenn Er uns „nur“ anleiten würde, ein Bibelwort zu lesen, zu beten und dann wieder auseinander zu gehen, wäre das gut. Das Entscheidende ist doch nicht, dass wir irgendetwas tun – vielleicht einer (freikirchlichen) Liturgie folgen -, sondern dass wir das tun, was Er möchte (1. Korinther 12, 11).

    Zur Frage der Gefühle:

    Lieber Michael, ich weiß nicht, ob Sie meine Antwort an Nils ganz gelesen haben, denn darin habe ich ja deutlich zu machen versucht, dass ich Gefühle nicht ablehne. Gefühle allerdings zum Kennzeichen wirklichen Glaubens oder zum Kennzeichen einer Gottesbegegnung zu machen, das lehne ich ab. Wie ich schrieb, haben auch die Anhänger anderer Religionen bei der Ausübung derselben „Gefühle“ und propagieren diese als „Kennzeichen“, an dem man die „wahre Religion“ erkennen könne (vgl. insbesondere die Mormonen und ihre Lehre über den „burning bossom“ u.a.m.) Gefühle können auch deswegen kein Kennzeichen wahren Glauben sein, weil die Heilige Schrift sie nie als solches bezeichnet.

    Die größte Problematik, das habe ich in meiner Antwort an Nils leider nicht ausgeführt, die ich in diesem Zusammenhang sehe, ist die, dass Christen, die sich auf die alttestamentarischen Aussagen für ihre Glaubenspraxis beziehen, „in den Kinderschuhen“ stecken bleiben und nicht zur völligen Reife in Christus heranwachsen. Wer meint, nur dann Gott erfahren zu könne, wenn er „Lobpreis macht“ und nicht erkennt, dass er/sie selbst ein Tempel des Heiligen Geistes ist, in dem Gott beständig lebt, der wird unausweichlich im Alltag Probleme bekommen. Das erlebe ich bei charismatischen Freunden leider immer wieder. Mitten im Stress des beruflichen Alltags wird es kaum möglich sein, an der Kasse im Supermarkt, hinter dem Tresen der Polizeidienststelle, zwischen den Akten einer Gerichtskanzlei oder wo auch immer, eine Lobpreiskassette von Hillsong o. ä. einzuwerfen, erst einmal eine halbe Stunde Lobpreis „zu machen“ und so die beruflichen Herausforderungen zu bewältigen. Aber genau für diese Situationen hat Gott uns seine Gegenwart und Hilfe zugesagt. Wer das jedoch nie gelernt hat, der wird (wie eine liebe Freundin von mir), wenn er von der Arbeit kommt, erst einmal eine Stunde Lobpreis machen müssen, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen …. Traurig, aber leider wahr.

    Mir geht es nicht darum, dass man Verstand gegen Gefühle (oder umgekehrt) gegeneinander ausspielt. Mir geht es um Wachstum und Reife. Die charismatische Lehre, Gott wohne im Lobpreis seines Volkes ist alttestamentarisch und hindert Christen daran, wirklich reife Jünger zu werden.

    Liebe Grüße & noch einmal herzlichen Dank,
    JNj.

  12. michael schreibt:

    Danke für deine ausführliche Antwort. Kann dir zu 1) und 2) nur zustimmen.
    Es ist bendenklich, wenn aus Ps 22,4 eine „Gott wohnt NUR im Lobpreis seiner Kinder“ – Thoelogie und – noch schlimmer – eine Glaubenspraxis gemacht wird. Das führt in die Unmündigkeit des Glaubens.und macht abhängig vom gemeinsamen Gruppenerlebnis.

    Ebenso können die Gefühle nicht die Grundlage unseres Glaubens sein. Gott wird aber nicht unsere Gefühle umgehen, wenn er uns begegnet. Ich erlebe gerade die Integration von Verstand UND Gefühl in die eigene Glaubenspraxis als Herausvorderung, aber auch als sehr bereichernd und möchte nicht vorschnell diese Polarität zu einer Seite hin auflösen, was häufig sozialisations- oder Typbedingt geschieht. Hilfreiche Lektüre hierzu: Die drei Farben deiner Spiritualität von Chr. A. Schwarz

    michael

  13. Domenik Reitzner schreibt:

    Das Gottes Gegenwart in uns wohnt heißt noch nicht,dass wir erfüllt sind mit IHM. Es heißt ja in der Apostelgeschichte mehrmals das diese und jene Person mit dem Geist erfüllt war.
    Mehr Zeit habe ich gerade nicht, bereite mich auf eine predigt vor. Aber sehr interresant…

  14. pierrot schreibt:

    Zitat: „Es ist hier eindeutig von den Lobgesängen Israels die Rede, nicht von den Lobgesängen der Gemeinde (Kirche/Versammlung). Eine ähnliche Aussage, dass Gott unter den Lobgesängen Seines Volkes wohnt/thront finden wir auch im Neuen Testament nicht. Denn seit der Auferstehung Jesu und dem nachfolgenden Pfingstgeschehen hat sich die Beziehung Gottes zu Seinen Gläubigen grundlegend verändert“

    Wer sowas schreibt, hat nicht im Herzen erfasst, dass unsere Beziehung als wiedergeborene Christen zu Gott auf einem Bund beruht, den Gott mit uns schloss und der durch das Blut Jesu besiegelt wurde. Dieser Bund Gottes, den wir „Neuer Bund“ nennen ist die Perfektion des „Alten“ Bundes, den Gott mit Abraham einging. Dieser Bund war für Abraham und seine Nachkommen geschlossen worden, also für Gottes Volk Israel. Das Blut, das diesen Bund besiegelte kam von der Beschneidung.Das einmalige und vollkommene Opfer Jesus jedoch floss nicht nur für das Volk Israel, sondern für alle, die aus Glauben gerechtfertigt sind, wie es auch Abraham war. So brachte Jesus den „alten Bund“, der mit den natürlichen Nachkommen Abrahams geschlossen wurde in eine neue, geistliche Dimension. Nur auf dieser Grundlage konnte Paulus schreiben, dass wir als „wilde Zweige“ in den Ölbaum (Israel) eingepflanzt sind ( Römer 11) und nur auf diesem Hintergrund musste Jesus den Pharisäern, die ja leibliche Nachkommen Abrahams waren, sagen: „Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, so würdet ihr die Werke Abrahams tun;“ (Johannes 8:39b). Auf der Basis dieses Neuen Bundes sind wir geistlich gesehen „Kinder Abrahams“ und somit wohnt Gott genauso in unserem Lobpreis, wie er im Alten Bund im Lobpreis des Volkes Israels wohnte.

  15. JNj. schreibt:

    Hallo Domenik, vielen Dank für Deinen Kommentar. Vielleicht magst Du ja noch etwas ausführlicher dazu schreiben, wenn Du Deine Predigtvorbereitung beendet hast. Ich würde gern Deine Sicht dazu kennen lernen.

  16. JNj. schreibt:

    Hallo pierrot,
    Sie schreiben, dass „Wer sowas schreibt, hat nicht im Herzen erfasst, dass unsere Beziehung als wiedergeborene Christen zu Gott auf einem Bund beruht, den Gott mit uns schloss und der durch das Blut Jesu besiegelt wurde …“. Ich schlage Ihnen vor, dass Sie zuerst einmal gründlich studieren, was uns die Heilige Schrift zum Thema des neuen Bundes sagt. Offensichtlich haben Sie das noch nicht getan, denn sonst wüssten Sie, dass der neue Bund (Jeremia 31, 31 – 33) mit dem Volk Israel geschlossen, vgl. hier: https://mt1820today.wordpress.com/2012/10/20/der-neue-bund-jeremia-31-31-33-und-wir/.

  17. pierrot schreibt:

    Das Sie diese Stelle zitieren zeigt, dass das was ich geschrieben haben berechtigt ist. Liebe Grüße…..(Trotzdem halte ich (unbiblisch – Ihrer werten Ansicht nach) daran fest, dass Gott durch den Tod Jesu mit mir in eine Bündnisbeziehung eingegangen ist, abwohl ich nicht zum Haus Israel und auch nicht zum Haus Juda gehöre, sondern zum Haus Schwaben)

  18. JNj. schreibt:

    Hallo pierrot, es verwundert mich doch sehr, dass Sie unbedingt eine Bundesbeziehung (= Vertragsbeziehung) zu Gott haben wollen. Christen haben durch den Herrn Jesus Christus eine Kindschaftsbeziehung zu Gott, dem vater, die die Bundesbeziehung, die Gott mit Israel hat, bei weitem übersteigt. Indem Sie unbedingt eine Bundesbeziehung zu Gott haben wollen, bleiben Sie damit weit unter dem, was der Herr jesus Christus uns geschenkt hat.

  19. pierrot schreibt:

    Hallo
    wenn Sie eine Bundesbeziehung mit einer Vertragsbeziehung gleichsetzen, dann zeugt das von einer gewissen Unkenntnis dieser beiden Begriffe. Kurz dazu die Unterschiede: einen Vetrag kann man auflösen, sich freikaufen etc. ein Bund ist immer unauflösbar, man kann ihn höchstens brechen. Auch die Vater – Sohn – Beziehung, die ich mit Gott habe kann ich ausschließlich auf der Grundlage dieses „Neuen Bundes“ haben, den Jesus durch sein Blut besiegelt hat. Es gibt inzwischen schon einige Christen, die sich dessen bewusst sind, wenn sie das Abendmahl feiern. Es ist weder eine okkult-magische Handlung, in der ein Priester den Wein in das Blut Jesu verzaubert, noch eine nette Erinnerungsfeier, sondern bedeutet, dass wir unsere (Bündnis)-Beziehung zu Gott UND zu unseren Geschwistern überprüfen und gegebenenfalls korrigieren.

    Das schreibt auch Paulus in 1. Korinther 11: …Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe, dass der Herr Jesus in der Nacht, in der er überliefert wurde, Brot nahm und, als er gedankt hatte, es brach und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch ist; dies tut zu meinem Gedächtnis! Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist DER NEUE BUND IN MEINEM BLUT, dies tut, sooft ihr trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Wer also unwürdig das Brot isst oder den Kelch des Herrn trinkt, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein. Der Mensch aber prüfe sich selbst, und so esse er von dem Brot und trinke von dem Kelch.Denn wer isst und trinkt, isst und trinkt sich selbst Gericht, wenn er den Leib des Herrn nicht richtig beurteilt: Deshalb sind viele unter euch schwach und krank, und ein gut Teil sind entschlafen….

    Diesen Bund hat Jesus nicht nur für Israel und Juda geschlossen, sondern für jedermann, wie wir in Johannes 3:16 lesen können. Allerdings gilt das nur für diejenigen, die auch in diesen Bund eintreten, was wir Bekehrung nennen uns aber über die Tragweite dieser Entscheidung meist nicht bewusst sind.

    Wenn ich alles über diesen Neuen Bund schreiben wollte, würde ein Buch nicht ausreichen. Aber noch einige Bibelstellen zum Nachdenken:

    Mt 26,28 Denn dies ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

    Lk 22,20 Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.

    2Kor 3,6 [Jesus]der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.

    Hebr 8,6-7 Jetzt aber hat er einen vortrefflicheren Dienst erlangt, wie er auch Mittler eines besseren Bundes ist, der aufgrund besserer Verheißungen gestiftet worden ist. Denn wenn jener erste Bund tadellos wäre, so wäre kein Raum für einen zweiten gesucht worden.

    Wenn man sich nun auf Jeremia 31, 31 – 33 allein stützt, könnte man zu dem Ergebnis gelangen, dass dieser neue Bund Jesu nur für Israel und Juda gilt. Allerdings darf man auch die Aussagen des Hebräerbriefs nicht unberücksichtigt lassen, in denen auf diese Verse Jesajas Bezug geommen wird:

    Denn mit einem Opfer hat er [unser Hoherpriester, Jesus] die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht. Das bezeugt uns aber auch der Heilige Geist; denn nachdem er gesagt hat: „Dies ist der Bund, den ich für sie errichten werde nach jenen Tagen, spricht der Herr, ich werde meine Gesetze in ihre Herzen geben und sie auch in ihren Sinn schreiben“; und: „Ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken.“ Wo aber Vergebung dieser Sünden ist, gibt es kein Opfer für Sünde mehr. (Hebräer 10: 14-17)

    alle Bibelstellen nach der Revidierten Elberfelder Übersetzung 1991

  20. konsequentegnade schreibt:

    Dass Gott in uns wohnt und uns ganz nahe IST und bleibt, ohne dass wir auch nur irgendwas dafür tun müssen – DAS ist doch vielen „zu einfach“.

    Diese Nähe Gottes wird uns gestohlen – und dann „teuer“ zurückverkauft: „Lobpreis machen“ ist dabei nur EINES der Zahlungsmittel, mit denen wir Nähe zu Gott erkaufen sollen (oder sein Wohlwollen oder seinen Gefallen oder seine Hilfe oder … ). Und damit für etwas bezahlen, was wir längst haben.

    Nachdem die Gnade gekommen ist, wird das Gesetz zwangsläufig zum „Räuber“, wenn wir uns damit abgeben. Dazu paßt, wenn behauptet wird, wir „bekämen“ irgendwas über Lobpreis-Machen. Was könnten wir denn bekommen, was wir nicht schon längst hätten?

  21. pierrot schreibt:

    Wer „Lobpreis macht“, um sich dadurch Gottes Nähe zu erkaufen, versucht Gott zu manipulieren. Sowas nennt die Bibel Zauberei und das ist Gott ein Gräuel. – Lobpreis macht man nicht, Lobpreis und Anbetung ist ein Lebensstil. In dem Maße, wie ich Gott und seine Gnade immer mehr erlebe und kennenlerne, in dem Maße wächst automatisch dieses Lob in mir und zwar weil er mir nahe ist und nicht um Seine Nähe zu beschwören. So ist es also einzig und allein die Herzenshaltung, die darüber entscheidet, ob mein Lobpreis Gott wohlgefällig ist – oder nicht.

  22. JNj. schreibt:

    Liebe/r konsequentegnade ;-), prägnanter kann man es nicht auf den Punkt bringen. Obwohl der „Reichtum Seiner Gnade“ https://mt1820today.wordpress.com/2013/07/28/der-reichtum-seiner-gnade/ so groß ist, verharren viele in der „Armut des Gesetzes“, weil dieses – vermeintlich klare – Wegmarken aufzeigt. Aktuell treibt dieser Räuber auch wieder vermehrt unter dem Aliasnamen „Lordship-Salvation“ sein Unwesen.

  23. JNj. schreibt:

    Hallo pierrot, schön, dass Sie klarstellen: „In dem Maße, wie ich Gott und seine Gnade immer mehr erlebe und kennenlerne, in dem Maße wächst automatisch dieses Lob in mir und zwar weil er mir nahe ist und nicht um Seine Nähe zu beschwören.“ Diese Ansicht deckt sich allerdings nicht mir Ihrem Bundesverständnis. Wenn Sie ein Bündnispartner Gottes sind, dann sind Sie dazu verpflichtet, Gott anzubeten. Ihre Herzenshaltung spielt dabei erst einmal weniger eine Rolle ….

  24. Danoo schreibt:

    Ich finde es immer wieder amüsant, wie man sich Bibelstellen um die Ohren schlagen kann… Aber das hat uns ja Jesus selber auch vor gemacht, als er dem Teufel widerstanden ist! Aber egal.
    Ich bin beim Vorbereiten einer Lobpreiszeit auf diese Seite gestossen und es hat mich immerhin zum Nachdenken angeregt, was ja auch gut ist…
    Für mich gibt es einfach ein paar Tatsachen, die niemand unter den Tisch kehren kann.
    Es immer wieder Zeiten des Lobpreises, wo Leute zum Teil spontan geheilt werden. Oft sind dies Zeiten, wo Gott konkret durch Prophetie und sein Wort Punkte anspricht, was er in unserer Mitte wirken möchte. Ob man dem jetzt sagen kann, dass da seine Gegenwart stärker ist als sonst, kann man sicher diskutieren. Eines ist klar, Gott und Gottes Geist wirkt wo und wie er will. Ob sich das jetzt emotional spürbar ist, kann egal sein. Hauptsache, Gott hat in unseren Zusammenkünften Raum zum wirken, und wird nicht durch unsere Richig/Falsch Diskussionen behindert. Denn Jesus selber hat gesagt, dass er gekommen sein, um Gebunden frei zumachen Kranke gesund zu machen. Wo wir das in unseren Zusammenkünften nicht mehr erleben, müssen wir über die Bücher…

  25. Bernhard schreibt:

    Gleich vorweg- ich bin kein Richter über das Gesagte und Geschriebene- ob richtig oder falsch, gut oder böse – Das wäre der leben im Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, nicht der Baum des Lebens. Ob jemand Lobpreis im richtigen Sinne betreibt, ob es Gott gefällt, ob er im Lobpreis für den einen oder anderen mehr oder weniger erfahrbar ist – läßt sich nicht mit Regelwerken – wie sie Worte, Sätze und Gesätze ja nun mal darstellen – beantworten. Denkt daran, es zählt ob jemand im Willen Gottes ist – d.h. ob es gerade der Wille Gottes ist – das ich Lobpreis mache, oder ob es gerade nicht sein Wille ist, wenn z.B. sein Wille ist, dass ich gerade etwas anderes mit ihm bespreche – bete – schließlich ist er ein lebendiger Gott der Lebenden. Es ist entscheidend, im Sinne des Gerecht seins- d.h. nicht im Sinne des Gerecht werdens – dies zu bedenken. Denn nur so unterliegt man nicht dem Gericht – und lebt im Baum des Lebens – d.h. in Christus – d.h. im Geist Christi der durch uns wirkt um ein Lobpreis seiner Herrlichkeit zu sein.

  26. konsequentegnade schreibt:

    Auch der Satz „es zählt ob jemand im Willen Gottes ist – d.h. ob es gerade der Wille Gottes ist -“ ist eine Regel (damit also „Baum der Erkenntnis“) und sagt somit etwas über Gut und Böse.

  27. Bernhard Koenig schreibt:

    Von jeder Position – sei es ein Wort, ein Strich, ein Satz, ein Gesetz, ein Vater, eine Mutter usw.- geht Regelwerk aus- anhand der Beurteilung und Wertung möglich ist. Die Frage ist – welches Gericht erfolgt – und was passiert wenn es erfolgt. Wer Ohren hat zu hören, der höre.

  28. JNj. schreibt:

    Hallo Bernhard,

    ich bitte um Nachsicht, dass ich den Kommentar erst jetzt beantworten kann. Bei uns im Haus gab es mehrere Wochen Probleme mit dem Netz. Im Grunde genommen,sagst Du ja auch das, was ich versucht habe, mit meinem Artikel auszusagen: Wir können, ja wir dürfen kein Gesetz aus der Sache mit dem Lobpreis machen. Genau das aber ist mir immer wieder begegnet. Ich hörte immer wieder: „Wir MÜSSEN Lobpreis MACHEN, dann …“ – tut Gott dies oder das -. „Wenn wir Lobpreis machen, dann kann Gott heilen, dann kann Gott uns helfen, dann kann Gott dies oder das tun ….“ – Als ob Gott von unseren Werken abhängig sei! Eine solche Einstellung macht aus Gott einen Roboter. Das aufzuzeigen, war Hintergrund für den Artikel.

  29. Bernhard schreibt:

    Ja, dem kann ich nur zustimmen. Den schließlich ist unser Gott ein lebendiger Gott.

  30. Andreas schreibt:

    Moin Moin,
    ich bin gerade auf diese Seite gestoßen und erwarte nicht mehr unbedingt, dass sich überhaupt noch jemand darum schert, wenn ich nach so vielen Jahren auch noch meinen Senf dazu gebe.

    Tatsächlich wurden, wie ich beim Überfliegen des ganzen Geschriebenen einige gute Punkte genannt. Wiederrum wurde meines Erachtens der Fehler begangen, dass zu sehr die reinen Buchstaben betrachtet wurden. ich möchte gar nicht respektlos sein, geschweige denn so wirken, daher erkläre ich einfach, was ich meine.

    1. Klar sind wir nicht das Volk Israel (wobei viele Theologen selbst da nicht ganz so sicher sind, schauen wir auf die Zerstreuuung Israels in alle Himmelsrichtungen). Wiederrum kommt es auch gar nicht darauf an. Ich will jetzt auch gar nicht darauf eingehen, ob wir uns in Folge des neuen Bundes mit zum auserwählten Volk Gottes zählen dürfen oder nicht.
    David hat ganz klar aus seiner Position geschrieben. Und zu seiner Zeit war eben Israel so ziemlich das einzige VOLK, dass Gott nachfolgte (zumindestens mehr oder weniger nachfolgte).
    Daher müssen wir auch im Kontext lesen. Natürlich macht es für Gott keinen Unterschied, wer ihn preist – in Liedern oder in Gebeten.

    2. Lobpreis ist keine alttestamentliche Erfindung. Zum einen wird auch im neuen Testament immer wieder von uns, die wir errettet sind, als Priesterschaft gesprochen. Dies bedeutet, dass nun jeder die Möglichkeit, vor Gott zu kommen. Somit wurde lediglich aufgehoben, dass es einen bestimmten Stamm (Leviten) gibt, dass im Lobpreis steht, jedoch nicht die Tatsache, dass Gott sich weiterhin über Lobpreis erfreut und ihn sogar erwünscht. Dafür reicht ein Blick in die ersten Kapitel der Offenbarung. Insbesondere in den Kapiteln 4 sowie 5 lesen wir ganz zweifelsohen von der Lobpreistradition vor dem Thron Gottes. 24/7 Lobpreis ist tatsächlich keine neuzeitliche Erfindung, sondern einfach nur eine Übernahme des himmlischen Lobpreiskonzeptes.
    Was ich persönlich auch glaube, dass David bereits Einblick in diese Szenerie hatte, worauf er eben auch den gesamten Musikdienst aufgebaut hat (aber das ist ein ganz anderes Thema und für das hier diskutierte Thema nicht von Relevanz).
    Gucken wir aber in Offenbarung 5 auf die Handlungen der 24 Ältesten sehen wir, dass unseren irdischen Handlungen bereits Relevanz für den himmlischen Lobpreis haben.

    3. sollte einfach nochmal gesagt werden, dass wir gerade im deutschen Sprachgebrauch ein sehr festgefahrenes Bild von Lobpreis haben. Versuchen wir einfach mal, uns auch englisch gedanken zu dem Ganzen zu machen, sieht es promt auch nochmal anders aus. Denn Worship bedeutet hier nicht mehr nur Musik. Genauso verhält es sich auch in anderen Sprachen.
    Fakt ist, dass Lobpreis tatsäch nicht nur an den musikalischen Akt („Jeder Christ ein Gittarist“) bebunden werden kann, sondern Lobpreis in der Tat eine Lebensweise ist.
    Nichtsdestotrotz glaube ich daran, dass gerade das gesungende Wort auch nochmal eine besondere Kraft besitzen kann.

    Mit freundlichen Grüßen an jeden, der dies liest

    Andreas

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