Gegenwärtige & zukünftige Verherrlichung – Anmerkungen zu 1. Korinther 6, 12 – 20

Jerusalem Holy Sepulchre BW 24

Grabeskirche in Jerusalem * Foto: By Berthold Werner (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

 

Verherrlicht Gott in eurem Leib, denn Gott wird euren Leib in der Auferstehung verherrlichen

Als Grundlage für die Wortverkündigung am kommenden Sonntag sollen Verse aus dem 6. Kapitel des 1. Korintherbrief (zum Hintergrund des 1. Korintherbriefes siehe: Klick!) dienen, die wir in ihrem Sinnzusammenhang betrachten werden:

“Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangen nehmen. Die Speise dem Bauch und der Bauch der Speise; aber Gott wird das eine wie das andere zunichte machen. Der Leib aber nicht der Hurerei, sondern dem Herrn, und der Herr dem Leibe. Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft. Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? Sollte ich nun die Glieder Christi nehmen und Hurenglieder daraus machen? Das sei ferne! Oder wisst ihr nicht: wer sich an die Hure hängt, der ist „ein“ Leib mit ihr? Denn die Schrift sagt: »Die zwei werden „ein“ Fleisch sein« (1.Mose 2, 24). Wer aber dem Herrn anhängt, der ist „ein“ Geist mit ihm. Flieht die Hurerei! Alle Sünden, die der Mensch tut, bleiben außerhalb des Leibes; wer aber Hurerei treibt, der sündigt am eigenen Leibe. Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.

(1. Korinther 6, 12 – 20; LUTH’84)

Zur Situation der Christen in Korinth

Korinth zur Zeit des Apostels Paulus war, wie die Geschichtsforschung vielfach bestätigt, eine Stadt, in der “alles möglich war“. Aufgrund ihrer zentralen maritimen Lage war die Stadt zu einem machtvollen Wirtschaftsknotenpunkt herangewachsen, der Menschen aus allen Teilen des römischen Reiches und darüber hinaus anzog. So wurde die Stadt auch ein Schmelztiegel vieler Kulturen und Religionen. Zahllose Tempel der verschiedensten Götter prägten das Bild der Stadt. Außerdem konnte Korinth auf eine lange Geschichte als Wirkungsstätte verschiedener griechischer Philosophen, Dichter und Redner verweisen, durch die sie geprägt worden war. Doch wirklich bekannt wurde die Stadt durch ein Sprichwort, das in der ganzen griechischsprachigen Welt verbreitet war. Wenn jemand sagte: “Ich korinthisiere!“ dann brachte er damit zum Ausdruck, dass er eine Prostituierte aufsuchte¹.  Denn auf dem fast 600 Meter über Korinth gelegenen Festungshügel Akrokorinth, der zugleich der älteste Ausgangspunkt für die Besiedelung der Stadt war, erhob sich ein Tempel der Aphrodite. In diesem boten nach Angaben des Geographen Strabo, der die Stadt in den Jahren 44 und 29 v. Chr. besuchte, hunderte von Tempelprostituierten ihre Dienste an. Unter den zahlreichen Reisenden, Händlern und Pilgern fanden sie einen nicht endenden Strom von Kunden. Eine Philosophie, die den Menschen zum Mittelpunkt aller Dinge machte, Götzendienst und sexuelle Unmoral kennzeichneten diese einflussreiche Handelsmetropole. Von diesem Gedankengut hatten sich auch einige Christen in Korinth anstecken lassen. In ihrem Glauben und Handeln spiegelten sie mehr die heidnischen Vorstellungen ihres Wohnortes, als  des Wortes Gottes wider. Unter anderem aus diesem Grund wendet sich der Apostel Paulus mit diesem Brief an die Gläubigen in Korinth. In ihm stellt er ihnen die großen Unterschiede zwischen dem heidnischen Lebensstil und dem Willen Gottes gegenüber (1. Korinther 3, 18 – 23: Die beschränkte menschliche Weisheit im Gegensatz zur unendlichen Weisheit Gottes; 1. Korinther 5, 1 ff. Sexuelle Unreinheit im Gegensatz zu Gottes gutem Plan der Ehe; 1. Korinther 6, 1 – 11: Gegenseitiges Verklagen vor heidnischen Gerichten im Gegensatz zur göttlichen Kraft der Versöhnung). der Apostel zeigt ihnen in diesem Brief noch einmal die Grundlagen des christlichen Lebens, um dann deutlich zu machen, dass der Christ auf diesen Grundlagen durch die Gnade Gottes ein heiliges, Gottes Willen entsprechendes und Christus verherrlichendes Leben führen kann.

Anmerkungen zu 1. Korinther 6, 12 – 20

* “Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangen nehmen.“ – 1. Korinther 6, 12 – “Alles ist mir erlaubt!“ war ein korinthischer Slogan, der dem Lebensgefühl dieser Stadt Ausdruck verlieh².  der Apostel greift diesen Slogan zweimal nacheinander auf und versieht ihn mit einem korrigierenden Zusatz. Die Korinther kannten den Apostel als Verfechter der christlichen Freiheit (vom jüdischen Gesetz). Beeinflusst von ihrem unmoralischen Umfeld und verschiedenen griechischen Philosophien dachten sie, dass für sie nun eine grenzenlose “Freiheit“ gelten würde. Paulus macht jedoch deutlich, dass dieses falsche Verständnis christlicher Freiheit zum Bösen und zu Bindungen führt. Christliche Freiheit vom mosaischen Gesetz als Voraussetzung zum Heilsempfang darf nicht mit moralischem Relativismus verwechselt werden. Nicht alles, was sich tun kann, ist gut oder dient zum Gutem. Nicht alles, wogegen es kein ausdrückliches Gebot Gottes gibt, hilft mir als Mensch und Christ zu reifen. Im Gegenteil: Vieles kann mich abhängig machen, binden und mir so mehr schaden als helfen. Wenn ich als Christ verantwortlich frei leben möchte, dann werde ich mich bei meinen Handlungen fragen, ob das, was ich tue zum Guten dient – und zwar nicht nur mir, sondern auch meinem Nächsten. Ich werde mich auch fragen, ob das, was ich tue, zu Bindungen führt, zum Kontrollverlust über meine Sinne und/oder meinen Körper.

* “Die Speise dem Bauch und der Bauch der Speise; aber Gott wird das eine wie das andere zunichte machen. Der Leib aber nicht der Hurerei, sondern dem Herrn, und der Herr dem Leibe.“ – 1. Korinther 6, 13 – In der griechischen Philosophie wurde dem menschlichen Körper kein Wert zugemessen, ganz im Gegenteil. Viele Philosophen betrachteten den menschlichen Körper als eine Art Gefängnis und den Tod als den Befreier, durch den die Seele endlich aus diesem “Gefängnis“ entkommen konnte. Von dem griechischen Philosophen Epiktet soll die Aussage stammen: “Ich bin eine arme Seele, die an einen Leichnam gefesselt ist.“ Dieses Denken führte zu der Einstellung, dass es im Grunde genommen egal ist, was der Mensch mit seinem Körper tut. Egal welcher Unmoral man frönte, da der Körper der Seele untergeordnet sei, würde sie von solchen Taten nie beeinflusst werden und keinerlei schaden leiden.
In 1. Korinther 6, 13 ff. stellt Paulus dieser heidnischen Einstellung zum menschlichen Körper nicht nur den Wert des von Gott geschaffenen Leibes gegenüber. Er macht auch deutlich, dass Leib, Seele und Geist eine von Gott geschaffene Einheit darstellen und dass darum die Handlungen des Körpers nicht von der Seele und dem Geist des Menschen zu trennen sind. [Was wir tun, was wir sehen, was wir hören – alles hat seine Auswirkungen auf unsere Seele und unseren Geist. Ein bezeichnendes Beispiel dafür ist Lot, von dem der Apostel Petrus sagt, dass er durch das, was er sah und hörte, seine Gerechte Seele quälte (vgl. 2. Petrus 2, 8).] Im 2. Korintherbrief wird er noch einmal darauf zurückkommen und dies sehr eindeutig feststellen:

Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange, was er durch den Leib vollbracht, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses.“

(2. Korinther 5, 10; REVELB’2006)

Die Handlungen, die der Mensch während seines Lebens in seinem Leib vollbracht hat, werden entscheidend sein, wenn es um die Frage geht, wo dieser Mensch die Ewigkeit verbringt. Den Grund dafür gibt Paulus in 1. Korinther 6, 13 an:

“Die Speise dem Bauch und der Bauch der Speise; aber Gott wird das eine wie das andere zunichte machen. Der Leib aber nicht der Hurerei, sondern dem Herrn, und der Herr dem Leibe.“

Die Speise ist für den Magen geschaffen und der Magen für die Speise. Auch wenn beides vergehen wird, so kann der Körper weder ohne Nahrung noch ohne Magen existieren. Einige Korinther zogen aus der Tatsache, dass ihre Nahrung eine zeitlich begrenzte und geistlich bedeutungslose Sache war, den Schluss, dass auch ihre Sexualität ohne geistliche Konsequenzen ausgelebt werden könnte. Doch das war eine falsche Schlussfolgerung. Paulus weist darauf hin, dass der Körper des Gläubigen nicht für die sexuelle Unmoral geschaffen ist, sondern dem Herrn, Seinem Schöpfer und Erlöser gehört. Dieser Körper wird “bleiben“, denn er wird auferweckt werden (1. Korinther 6, 14). Mehr noch: So, wie die Versammlung (= Gemeinde/Kirche) als ganze ein “Tempel des Heiligen Geistes“ ist, so ist auch der Körper eines jeden Gläubigen ein “Tempel des Heiligen Geistes“:

“Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?  Wenn jemand den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.

(1. Korinther 3, 16 – 17)

“Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden heiligen Geistes ist, welchen ihr von Gott empfangen habt, und daß ihr nicht euch selbst angehöret? Denn ihr seid teuer erkauft; darum verherrlichet Gott mit eurem Leibe!“

(1. Korinther 6, 19 – 20)

Der Körper des Gläubigen ist durch den Herrn erlöst und geheiligt worden. Darum gehört er Ihm und soll nicht durch sexuelle Unmoral entweiht werden. Der Körper des Gläubigen soll in allem, was er/sie tut, der Verherrlichung Gottes dienen. Gott hat nicht nur einen ehrenwerten Gebrauch für den Körper vorgesehen, Er gibt unserem Körper auch eine ewige Bestimmung. Der Gedanke, dass in der Ewigkeit die Gläubigen als körperlose Seelen bei existieren würden, ist genauso wenig eine  christliche Lehre, wie der Gedanke, dass die Taten des menschlichen Körpers die Seele nicht beeinflussen würden. Diese Vorstellungen kommen aus der heidnischen griechischen Philosophie und widersprechen der christlichen Lehre und Auferstehungshoffnung diametral. Während der griechische Dualismus lehrte, dass der Körper schlecht und vergänglich, die Seele aber gut und ewig sei, lehrt uns die Bibel, dass der gesamte von Gott geschaffene Mensch – Körper, Seele, Geist – in Gottes Augen wertvoll ist und in dieser Gesamtheit auch eine ewige Bestimmung hat (vgl. 1. Korinther 15, 1 ff.)
Gott hat unsere Körper geschaffen. Er misst ihnen Wert bei. Er hat sie zu einem ehrenvollen Gebrauch bestimmt. Er macht durch die neue Geburt (Johannes 3, 1 – 6) den Körper eines jeden Gläubigen  zu Seinem Tempel (1. Korinther 6, 19 – 20), heiligt ihn und verbindet sich so auf das Engste mit ihm. Und Er wird die verstorbenen Gläubigen am Tag der ersten Auferstehung körperlich auferwecken (1. Korinther 15, 1 – 53), genauso, wie Er Seinen Sohn von den Toten auferweckt hat:

“Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus Jesus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen wegen seines in euch wohnenden Geistes.

(Römer 8, 11)

Darum bekennen Christen im Apostolischen Glaubensbekenntnis: “Ich glaube …. an die Auferstehung des Fleisches.“³ Auch wenn unsere Körper in der Auferstehung verherrlicht werden und eine Veränderung erfahren (1. Korinther 15, 40 ff.) , so sind es doch die Körper, mit denen wir durch dieses Leben gegangen sind. 

* “Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft. – 1. Korinther 6, 14 – Der Gläubige in seiner Gesamtheit – Leib, Seele und Geist – gehört dem Herrn. Durch Seinen Geist lebt Er bereits jetzt in uns und durch Seine Kraft wird Er uns auch auferwecken:

 

Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus Jesus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen wegen seines in euch wohnenden Geistes.

(Römer 8, 11)

“Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen und was die überragende Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden, ist, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke. Die hat er in Christus wirksam werden lassen, indem er ihn aus den Toten auferweckt und zu seiner Rechten in der Himmelswelt gesetzt hat, (…)

(Epheser 1, 19 – 20)

Gottes Erlösung ist nicht partiell, sondern vollkommen. Sie gilt unserer Seele, unserem Geist und auch unserem Körper. Während wir die Erlösung unserer Seele und unseres Geistes schon erfahren haben, warten wir auf die “Erlösung unseres Leibes:

“ (..) und nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes.

(Römer 8, 23; SCHL’2000)

Wenn Gott unserem Körper soviel Wert beimisst, dass Er ihn in die Erlösung einbezieht und ihm eine ewige Bestimmung gibt, wie könnte es dann uns egal sein, wie wir mit dieser Gabe Gottes umgehen? 

* “Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? Soll ich denn die Glieder Christi nehmen und zu Gliedern einer Hure machen? Auf keinen Fall! Oder wisst ihr nicht, dass, wer der Hure anhängt, ein Leib mit ihr ist? „Denn es werden“, heißt es, „die zwei ein Fleisch sein.“ „ – 1. Korinther 6, 15 – 16 – In diesem Vers greift Paulus noch einmal die falsche Vorstellung der Korinther auf, dass ihre Sexualität keine geistlichen Auswirkungen hätte. Die griechischen Philosophien sahen in der geschlechtlichen Gemeinschaft nur eine körperliche Verbindung zweier Menschen während kurzer Zeit. Nach Gottes Plan und Schöpfung verbindet die geschlechtliche Gemeinschaft jedoch zwei Menschen auf körperlicher, seelischer und geistlicher Ebene miteinander und zwar dauerhaft. Es ist die intimste Gemeinschaft, die Menschen erfahren können und die auch eine geistliche Gemeinschaft beinhaltet. Dementsprechend können sexuelle Beziehungen nicht denselben, unbedeutenden Stellenwert für den Christen haben, wie die Nahrungsaufnahme. Indem ein korinthischer Gläubiger seinen Körper einer Prostituierten hingab, gab er ihr etwas weg, das Gott gehörte und entweihte auf diese Weise den Tempel des Geistes Gottes. Er zeigte zudem, dass er keinerlei geistliches Verständnis von der Heiligkeit, geschweigedenn der ewigen Bestimmung des ihm von Gott gegebenen Körpers hatte.

* “Wer aber dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm.“ – 1. Korinther 6, 17 – Noch enger und tiefer als die Beziehung der Ehepartner zueinander (1. Mose 2, 24), ist die Beziehung, in der der Gläubige zu Gott steht. Während zwei Menschen “ein Fleisch“ werden, wird der Gläubige “ein Geist“ mit Gott. In der Taufe ist der Gläubige seinem alten, gottlosen Leben gestorben (Römer 6, 1 – 11) und hat Christus gleichsam angezogen (Galater 3, 27). Aus diesem Grund war es umso schwerwiegender, wenn ein Gläubiger in Korinth sich mit Prostituierten einließ. Ganz davon zu schweigen, dass diese Frauen mit ihrer Prostitution ihrem heidnischen Gott dienten und so den Gläubigen auch in eine Beziehung zum Götzendienst brachten.

* “Flieht die Unzucht Jede Sünde, die ein Mensch begehen mag, ist außerhalb des Leibes; wer aber Unzucht treibt, sündigt gegen den eigenen Leib. Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden. Verherrlicht nun Gott mit eurem Leib! – 1. Korinther 6, 18 – 20 – Paulus rät daher den Gläubigen in Korinth, die sexuelle Unmoral zu fliehen, d.h., sich möglichst weit aus ihrem Einzugskreis zu entfernen, sie meiden. Er konnte davon ausgehen, dass Seine Leser wussten, auf welches biblische Vorbild er mit diesen Worten anspielte. Es war Joseph, der vor den unmoralischen Verführungen der Frau Potiphars floh (1. Mose 39, 12). Seinem jugendlichen Mitarbeiter Timotheus gab der Apostel einen ähnlichen Rat:

“Die jugendlichen Begierden aber fliehe, strebe aber nach Gerechtigkeit, Glauben, Liebe, Frieden mit denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen!“

(2. Timotheus 2, 22)

Timotheus sollte nicht nur von jedem unmoralischen Angebot entfernen. das war die negative Seite. Er sollte aber parallel auch etwas Positives tun: Nach guten, Gott wohlgefälligen Dingen streben und die Gemeinschaft derer suchen, die ebenfalls in Reinheit Gott dienen wollten.  Das sollte auch unsere Reaktion sein und zwar in dem Bewusstsein, dass jeder gläubige ein  Tempel ist, der buchstäblich von dem Heiligen Geist bewohnt wird (vgl. Römer 8, 9;  Johannes 14, 17 + 23). Dies ist eine der wertvollsten Gaben, die Gott uns geschenkt hat und für die wir Gott gegenüber auch verantwortlich sind, d.h. für die wir Gott gegenüber auch Rechenschaft werden ablegen müssen:

“Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinheit, sondern zur Heiligung. Wer das nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen Heiligen Geist in euch gibt.

(1. Thessalonicher 4, 7 – 8)

Weil Er in uns lebt, gehören wir zu Ihm. Mehr noch: Jeder Gläubige sollte sich bewusst sein, dass er mit einem hohen Preis erkauft ist, nämlich mit dem Blut Christi, des Lammes Gottes (Römer 3, 24 – 25; Epheser 1, 7; 1. Petrus 1, 18 – 19; Matthäus 20, 28; Offenbarung 5, 9).
Während die heidnische griechische Philosophie den Körper, das Geschenk Schöpfers, zu etwas Zweitklassigem, ja zu einem Gefängnis der Seele, degradierte, dürfen Christen wissen, dass sie mit ihrem  Körper Gott verherrlichen können und dass Gott sich dereinst in ihnen vor aller Welt verherrlichen wird (2. Thessalonicher 1, 10).  Dieses Bewusstsein – durch das Blut des Sohnes Gottes erkauft und ein Tempel des Geistes Gottes zu sein – führt zu dem richtigen Umgang mit unserem Körper: Alle Handlungen, die wir in Übereinstimmung mit Gottes Willen während unseres Lebens in diesem Körper vollbringen, müssen dann dazu dienen, dass Gott verherrlicht wird.

Fußnoten:

¹= vgl. Dr. Eckhard J. Schnabel: “Der erste Brief des Paulus an die Korinther“, Historisch-Theologische Auslegungsreihe Band 3, R. Brockhaus Verlag Wuppertal, 2006, S. 21

²= vgl. Dr. D. Burk, Criswell College: “Discerning Corinthian Slogans through Paul’s Use of the Diatribe in 1. Corinthians 6: 12 – 20″, Bulletin for Biblical Research 18.1, 2008, S. 99 – 121

³= http://de.wikipedia.org/wiki/Apostolicum unter besonderer Beachtung von Punkt 2 des Abschnittes “Kritik“: „Die ökumenische Übersetzung ist auch als Ganzes in die Kritik geraten, da in dieser Textfassung zentrale Lehraussagen der Kirche, wie die Höllenfahrt Christi und die Auferstehung des Fleisches sprachlich vermieden werden und sie daher „nicht frei von sinnverändernden Übersetzungsfehlern“ sei.

 

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