mrkpiano: Näher mein Gott zu dir

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Ermutigungen aus dem Lied des Mose – Anmerkungen zu 5. Mose 32, 1 – 14

Haliaeetus albicilla -Loch Portree, Isle of Skye, Scotland -flying-8

Fliegender Haliaeetus albicilla -Loch Portree, Isle of Skye, Scotland * Foto: Carol Carpenter from Hertfordshire – but just inside the M25, UK, Haliaeetus albicilla -Loch Portree, Isle of Skye, Scotland -flying-8, CC BY 2.0

 

Am Mittwoch dieser Woche soll ein Vers aus dem 32. Kapitel des 5. Buches Mose (zum Hintergrund des 5, Buches Mose siehe: Klick!) der Wortverkündigung zugrunde liegen. Wir betrachten diesen Vers in seinem  Kontext:

“Horcht, ihr Himmel, und ich will reden; und die Erde höre die Worte meines Mundes! Wie Regen träufle meine Lehre, wie Tau fließe meine Rede, wie Regenschauer auf das Gras und wie Regengüsse auf das Kraut! Denn den Namen des HERRN will ich ausrufen: Gebt Majestät unserem Gott! Der Fels: Vollkommen ist sein Tun; denn alle seine Wege sind recht. Ein Gott der Treue und ohne Trug, gerecht und gerade ist er! Es hat sich gegen ihn verdorben – nicht seine Kinder, sondern ihr Schandfleck – ein verkehrtes und verdrehtes Geschlecht. Vergeltet ihr so dem HERRN, du törichtes und unweises Volk? Ist er nicht dein Vater, der dich erkauft hat? Er hat dich gemacht und dich bereitet. Gedenke der Tage der Vorzeit, merkt auf die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht; frage deinen Vater, und er wird es dir kundtun, deine Ältesten, und sie werden es dir sagen. Als der Höchste den Nationen das Erbe austeilte, als er voneinander schied die Menschenkinder, da stellte er die Grenzen der Völker fest nach der Zahl der Kinder Israel. Denn des HERRN Teil ist sein Volk, Jakob die Schnur seines Erbteils. Er fand ihn im Land der Wüste und in der Öde, dem Geheul der Wildnis; er umgab ihn, gab auf ihn Acht, er behütete ihn wie seinen Augapfel.
Wie der Adler sein Nest aufstört, über seinen Jungen schwebt, seine Flügel ausbreitet, sie aufnimmt, sie auf seinen Schwingen trägt; so leitete ihn der HERR allein, und kein fremder Gott war mit ihm. Er ließ ihn einherfahren auf den Höhen der Erde, und er aß den Ertrag des Feldes; und er ließ ihn Honig saugen aus dem Felsen und Öl aus dem Kieselfelsen; geronnene Milch der Kühe und Milch der Schafe, samt dem Fett der Mastschafe und Widder, der Söhne Basans, und der Böcke, samt dem Nierenfett des Weizens; und das Blut der Traube trankst du, feurigen Wein.

(5. Mose 32, 1 – 14;  ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

Zum Hintergrund von 5. Mose 32, 1 – 11

Die von uns zu betrachtenden Verse sind Teil des “Liedes des Mose“. Dieses Lied ist eines von drei Liedern, deren Autor Mose ist und die wir in der Heiligen Schrift finden. Das erste dieser drei Lieder findet sich in 2. Mose 15, 1 – 27, das zweite ist das Lied des Mose in 5. Mose 32, 1 ff. und das dritte Lied ist uns in Psalm 90 überliefert worden. Das “Lied des Mose“ in 5. Mose 32, 1 ff. wird in Offenbarung 15, 3 noch einmal erwähnt. Dort wird gesagt, dass die Überwinder am gläsernen Meer dieses Lied und das Lied des Lammes singen werde.
Das Lied des Mose in 5. Mose 32, 1 ff. preist die Größe und Einzigartigkeit des Gottes Israels und spricht zugleich die Verantwortlichkeit Seines Bundesvolkes an. Das Lied hat also einen doppelten Charakter bzw. verfolgte eine doppelte Absicht. Im ersten Teil belehrt es das Volk Israel über die Treue Gottes und über die Konsequenzen, die der Abfall von Gott mit sich bringt. Im zweiten Teil kündigt das Lied prophetisch den Abfall des Volkes Israel von Gott an.
In den letzten Worten des Liedes wird prophetisch angekündigt, dass Gott für “sein Land, sein Volk“ (5. Mose 32, 43 ELB’2006) eine Sühnung schaffen wird. Diese Verheißung erfüllte sich im Sühnopfer des Sohnes Gottes, Jesus Christus, am Kreuz von Golgatha (Kolosser 1, 20).


Anmerkungen zu 5. Mose 32, 1 – 14

* “Horcht, ihr Himmel, und ich will reden; und die Erde höre die Worte meines Mundes! Wie Regen träufle meine Lehre, wie Tau fließe meine Rede, wie Regenschauer auf das Gras und wie Regengüsse auf das Kraut! Denn den Namen des HERRN will ich ausrufen: Gebt Majestät unserem Gott! Der Fels: Vollkommen ist sein Tun; denn alle seine Wege sind recht. Ein Gott der Treue und ohne Trug, gerecht und gerade ist er!“ – 5. Mose 32, 1 – 4 –  Das Lied beginnt mit den Worten “Horcht, ihr Himmel, und ich will reden; und die Erde höre die Worte meines Mundes!“ Viele Ausleger verweisen darauf, dass diese Art der Einleitung einer Gerichtsszene ähnelt, da Himmel und Erde hier quasi zu Zeugen genommen werden (vgl. Micha 6, 1 – 2). Gemäß 5. Mose 17, 6 waren zwei Zeugen notwendig und der Himmel bzw. die Erde sind die beiden Zeugen, die jedem Test der Zeit standhalten würden (vgl. auch: Jesaja 1, 2).
Der Name Gottes steht hier, wie an vielen anderen Stellen, für die ganze Person, den Charakter, Gottes, wie Er sich Seinem Volk geoffenbart hat. Die Person Gottes, Seine Größe, ist der primäre Fokus dieses Liedes. Das Volk Israel sollte sich der Größe und Einzigartigkeit Gottes bewusst werden, Gott als allmächtig anerkennen und sich in seiner Beziehung zu Ihm entsprechend verhalten. Indem Mose die Lehre, die er mittels dieses Liedes weitergeben wird, mit Regen und Tau vergleicht, macht er deutlich, dass diese Lehre für das Volk Israel ein lebensspendender Segen sein wird. Denn Regen und Tau waren die grundlegenden Segnungen des verheißenen Landes. Wo diese beiden Segnungen ausblieben, würde dies zu großen Problemen führen.
An zahlreichen Stellen der Heiligen Schrift wird Gott als “Fels“ bezeichnet. In diesem Lied finden sich fünf Stellen (Verse 4, 15, 18, 30 und 31). Durch den Begriff des “Felsens“ wird die unerschütterliche Standfestigkeit Gottes ausgedrückt und zugleich darauf verwiesen, dass dieser  “Fels“ eine zuverlässige Zuflucht für jeden, der sein Leben auf Ihn gründet, ist.  Dabei sollten wir beachten, dass dieser Gott nicht “ein“ Fels unter anderen, sondern “der“ Fels ist. Neben Ihm gibt es keinen, der Ihm gleich ist. Doch Gott ist nicht nur ein “Fels“, Sein Tun ist vollkommen. Was Er erschafft ist “sehr gut“, das hat Er seit Beginn der Schöpfung unter Beweis gestellt (vgl. 1. Mose 1 + 2).Und auch alle Wege, die Er Sein Volk leitet, offenbaren diese Vollkommenheit, denn sie sind “recht“ bzw. “gerecht“. Das hebr. Wort “מִשׁפָּט“ (“mishpat“) spricht davon, dass die Wege, die Gott Sein Volk leitet in vollkommener Übereinstimmung mit Seinem Gesetz sind (Psalm 18, 31; Psalm 33, 5; Psalm 37, 28; Psalm 99, 4; Psalm 111, 7; Jesaja 5, 16; Jesaja 28, 17; Jesaja 30, 18; Jesaja 61, 8). Heute mögen wir das noch nicht in jeder Hinsicht verstehen bzw. nachvollziehen können. Dennoch ist es Wahrheit (vgl. Römer 3, 4) und wir werden es erkennen, wenn wir unseren Lebensweg aus der Perspektive der Ewigkeit betrachten werden.

* “Es hat sich gegen ihn verdorben – nicht seine Kinder, sondern ihr Schandfleck – ein verkehrtes und verdrehtes Geschlecht. Vergeltet ihr so dem HERRN, du törichtes und unweises Volk? Ist er nicht dein Vater, der dich erkauft hat? Er hat dich gemacht und dich bereitet.“ – 5. Mose 32, 5 – 6  – Gottes Vollkommenheit, die sich in Seinem Charakter, Seinem Tun und in Seinen Wegen offenbart, ist Ausdruck Seiner vollkommenen Heiligkeit (vgl. Jesaja 6, 3). Gott ist treu (vgl.  Psalm 36, 5; Psalm 88, 11; Psalm 89, 1 – 2 + 5 + 8 + 24+ 33 + 49; Psalm 92, 2, Psalm 119, 90; Jesaja 25, 1; Hosea 2, 22), bei Ihm gibt es keine Ungerechtigkeit (vgl. Hiob 34, 10). Er ist gerecht (vgl. Hiob 34, 17; Psalm 116, 5; Psalm 119, 137; Psalm 129, 4; Psalm 145, 17) und aufrichtig (vgl. Psalm 25, 8; Psalm 92, 15). In welchem Widerspruch dazu stand das Verhalten des Volkes Israel! Dieses Volk, das Gott Seinen Sohn nannte (2. Mose 4, 23), hätte die Charakterzüge seines Vaters offenbaren sollen. Doch es hatte sich von den Wegen Gottes abgewandt und war so zu einem verdrehten und verkehrten Geschlecht geworden. Mose nennt Gott hier den Vater des Volkes Israel. Doch dieses Volk hatte sich nicht verhalten, wie dankbare Kinder sich verhalten sollten. Auf die vielfältigen Geschenke und Segnungen, die sie von ihrem Gott und Vater erhalten hatten, hatten sie mit Undankbarkeit, Desinteresse und Egoismus reagiert. Ein Verhalten, das eine völlige Respektlosigkeit zeigt.
Während der Wüstenreise hatte Gott Seinem Volk Gebote gegeben, durch dass es Seine Heiligkeit besser kennenlernen sollte. So hatte Er u.a. Geboten, dass Priester mit körperlichen Schäden nicht zum Dienst zugelassen und dass Opfertiere mit körperlichen Makeln nicht zum Opfer geeignet waren (vgl. 3. Mose 21, 17 – 18 + 21 + 23; 3. Mose 22, 20 – 21; 5. Mose 15, 21; 5. Mose 17, 1.) Wenn die Heiligkeit Gottes schon in solche Äußerlichkeiten Vollkommenheit verlangte, wieviel mehr war das dann erst der Fall, wenn es um das Herz des Volkes, seinen Charakter, der sein Verhalten bestimmte, ging? Warum versagten die Israeliten? Konnten Sie etwa  Gottes Gebote nicht halten, waren diese zu schwierig? Nein, Gott in der rechten Weise zu dienen ist keine Frage des Könnens, sondern des Herzens (vgl. 2. Mose 25, 21). 

* “Gedenke der Tage der Vorzeit, merkt auf die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht; frage deinen Vater, und er wird es dir kundtun, deine Ältesten, und sie werden es dir sagen. Als der Höchste den Nationen das Erbe austeilte, als er voneinander schied die Menschenkinder, da stellte er die Grenzen der Völker fest nach der Zahl der Kinder Israel.
Denn des HERRN Teil ist sein Volk, Jakob die Schnur seines Erbteils.
Er fand ihn im Land der Wüste und in der Öde, dem Geheul der Wildnis; er umgab ihn, gab auf ihn Acht, er behütete ihn wie seinen Augapfel. Wie der Adler sein Nest aufstört, über seinen Jungen schwebt, seine Flügel ausbreitet, sie aufnimmt, sie auf seinen Schwingen trägt; so leitete ihn der HERR allein, und kein fremder Gott war mit ihm. Er ließ ihn einherfahren auf den Höhen der Erde, und er aß den Ertrag des Feldes; und er ließ ihn Honig saugen aus dem Felsen und Öl aus dem Kieselfelsen; geronnene Milch der Kühe und Milch der Schafe, samt dem Fett der Mastschafe und Widder, der Söhne Basans, und der Böcke, samt dem Nierenfett des Weizens; und das Blut der Traube trankst du, feurigen Wein.“
– 5. Mose 32, 7 – 14 – Nach der vorausgehenden Ermahnung folgt eine weitere Erinnerung, in der Mose erneut dem Volk Israel die Güte Gottes vor Augen stellt: “Gedenke der Tage der Vorzeit, merkt auf die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht; frage deinen Vater, und er wird es dir kundtun, deine Ältesten, und sie werden es dir sagen. Als der Höchste den Nationen das Erbe austeilte, als er voneinander schied die Menschenkinder, da stellte er die Grenzen der Völker fest nach der Zahl der Kinder Israel.“ (Verse 6 – 7).  Mit diesen Worten zeigt Mose dem Volk zum einen, dass es nur einen einzigen wahren und lebendigen Gott gibt. Der Gott Israels ist zugleich auch der Gott, der die anderen Nationen geschaffen hat (1. Mose 10, 1 ff.; Jesaja 54, 5; Jeremia 32, 27). Damit schließt die Heilige Schrift jede Form des “Henotheismus“ kategorisch aus, den manche mit dem Begriff “des Höchsten“ gern verbinden wollen. Außerdem erinnert Mose das Volk mit diesen Worten an seine besondere Stellung vor Gott. Israel ist der Ausgangspunkt der Gedanken Gottes, wenn es um das Handeln Gottes mit den anderen Nationen geht. Sein Volk steht dabei im Zentrum. Dieses Volk hat die größten Segnungen erfahren, weil Gott es erwählte und einen Bund mit ihm schloss. Diese Erwählung und die vielfältigen Segnungen, die Gott Israel schenkte, waren nicht das Ergebnis ihres Gehorsams, sondern ein Zeichen Seiner Gnade: “Nicht weil ihr mehr wäret als alle Völker, hat der HERR sich euch zugeneigt und euch erwählt; denn ihr seid das geringste unter allen Völkern; sondern wegen der Liebe de HERRN zu euch und weil er den Eid hielt, den er euren Vätern geschworen hat, hat der HERR euch mit starker Hand herausgeführt und dich erlöst aus dem Haus der Knechtschaft, aus der Hand des Pharaos, des Königs von Ägypten.“ Wären Dankbarkeit und Liebe – und daraus folgend – auch Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes – nicht eine ganz natürliche Reaktion gewesen?
Diese Verse sind die letzte von 16 Erinnerungen im 5. Buch Mose, durch die Mose das Volk an all‘ die Güte erinnern möchte, die es von  Gott erfahren hat. Er entwirft nun in beeindruckendes Bild von der bisher erlebten Fürsorge Gottes:
Er, der Israels Vater war (Vers 6), war auch ihr Schöpfer (Vers 6; vgl. 1. Mose 14, 19 + 22. Er hatte Israel gegründet (Hiob 31, 15;  Jesaja 62, 7) und es “in der Wüste“ gefunden (Vers 10), in einem öden Land. Aber genau dort hatte Er dieses Volk mit Seinem Schutz umgeben und für dieses Volk gesorgt (vgl.  Psalm 25, 21; Psalm 31, 23; Psalm 41, 11 – 12; Psalm  61, 7; Jesaja 26, 3; Jesaja 42, 6; Jesaja 49, 8). Wie eine Adlermutter, die ihre Jungen hegt und pflegt, war Gott um dieses Volk besorgt gewesen. Das Bild des Adlers an dieser Stelle nimmt Bezug auf 2. Mose 19, 4, wo Gott Sein Volk bereits einmal an Seine Fürsorge erinnerte: “Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe, wie ich euch auf Adlers Flügeln getragen und euch zu mir gebracht habe.“ Nun führt Mose die Bedeutung dieses Bildes weiter aus. Er vergleicht Gott mit einem Adler, der die Jungen aus dem Nest stösst, um sie das Fliegen zu lehren. Der Adler fliegt über seinen Jungen, breitet seine starken Schwingen aus und fängt sie damit auf, ehe sie zu Boden fallen und dann trägt er sie wieder sicher in das Nest. Dieses Flugtraining wird so lange wiederholt, bis das Junge selbst fliegen kann. Auf diese Weise, so Mose, führte Gott Israel auch auf dem Weg durch die Wüste. Die Prüfungen, denen sich die Israeliten ausgesetzt sahen, waren keine willentlichen Abwesenheiten Gottes. Es waren Zeiten des Trainings und der Vorbereitung, durch die Gott Sein Volk Israel auf die kommenden Herausforderungen bei der Einnahme des Landes vorbereiten wollte. Auf diese Weise sollten sie im Glauben erstarken und zugleich lernen, dass Gott jederzeit da war, um sich Seines Volkes anzunehmen. Leider ließen sich nur wenige Israeliten auf Gottes Training ein. Kaleb und Josua waren solche Männer, die begriffen hatte, was Gott wünschte und wie Er Sein Volk vorbereitete. Als die zwölf Kundschafter, die Mose auf Befehl Gottes in das verheißene Land ausgesandt hatte, zurückkehrten, da waren zehn dieser Männer voll Unglaubens und zweifelten daran, dass Gott Seine Verheißung wahr machen und ihnen dieses Land geben konnte. Nur zwei Männer – Josua und Josua – bekannten ihren Glauben an die Güte und Kraft Gottes (vgl. 4. Mose 14, 6 f). Josua wurde später der Nachfolger Moses als Leiter des Volkes und Kaleb sollte eine wichtige Rolle bei der Einnahme des Landes spielen. Die zehn glaubenslosen Kundschafter hingegen sollten das verheißene Land nicht sehen (4. Mose 14, 30; 4. Mose 26, 65). Was war der Unterschied zwischen diesen Männern? Von Kaleb wird gesagt – und wir können das gemäß Josua 14, 8 – 9 auch auf Josua beziehen: “Aber meinen Knecht Kaleb – weil ein anderer Geist in ihm gewesen und er mir völlig nachgefolgt ist -, ihn werde ich in das Land bringen, in das er gekommen ist; und seine Nachkommenschaft soll es besitzen.“ (4. Mose 14, 24). Josua und Kaleb hatten verstanden, was der Wille Gottes war. Sie hatten sich auf das Glaubenstraining Gottes eingelassen und dementsprechend war ihr Glaube gewachsen. Als sie sich dann ihren Feinden gegenüber sahen, waren sie zuversichtlich, dass Gott ihnen den Sieg über dieselben schenken würde. Wenn Mose Gott hier mit einem Adler vergleicht, dann weist er damit aber nicht nur auf das Glaubenstraining hin, das Gott Seinem Volk angedeihen lässt, er verweist zugleich auf die bewahrende Macht Gottes: “(…) so leitete ihn der HERR allein, und kein fremder Gott war mit ihm.“ Niemand außer diesem wunderbaren, einzigartigen Gott ist in der Lage, Sein Volk so zu führen.
Um das bisher über die Güte und Treue Gottes Gesagte zu unterstreichen, erinnert Mose das Volk in den letzten Versen dieses Abschnitts noch einmal an die beständige Versorgung, die es durch Gott in der gesamten Zeit der Wüstenwanderung erleben durfte. Gottes Versorgung beschränkte sich nicht nur auf die lebensnotwendigen Dinge, nein, Er gab Seinem Volk darüber hinaus auch Honig und Öl, Fleisch und Wein.

Vertrauen lernen, um das Fliegen zu lernen

Wenn  wir diesden ersten Teil des Liedes des Mose mit dem 11. Kapitel des Hebräerbriefes, der prägnanten Auflistung der so genannten “Glaubenshelden“,  vergleichen, dann fällt auf, dass die Erinnerung an bereits Erlebtes eine große Rolle spielt. Beide – Mose, wie auch der Autor des Hebräerbriefes – verfolgen die Absicht, ihre Leser durch die Erinnerung an die Güte, Hilfe, Bewahrung, Versorgung, Treue und Gnade Gottes zu neuem, beständigen Vertrauen auf Gott zu ermutigen. Denn beide möchten ihren Lesern verdeutlichen, dass sie in den Prüfungen, Bedrängnisse und Schwierigkeiten, die sie vielleicht gerade erleben, nicht untergehen werden, sondern dass genau diese Schwierigkeiten dazu dienen können, im Glauben und damit in der Beziehung zu Gott, noch stärker zu werden. Denn solche Zeiten sind keine Zeiten der Abwesenheit Gottes – ganz im Gegenteil. Wie der Adler, der seine Jungen aus dem Nest stößt, damit sie das Fliegen lernen, und sie im richtigen Moment mit seinen starken Schwingen auffängt, so wird auch Gott nicht zulassen, dass wir über unser Vermögen versucht werden, sondern Er wird mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen, so dass wir  sie ertragen können“ (vgl. 1. Korinther 10, 13). Wir können uns entscheiden, ob wir uns diesem Glaubenstraining aussetzen oder ob wir lieber “im Nest“ des Kleinglaubens verharren wollen. Dann sollten wir uns jedoch auch bewusst sein, dass wir so niemals in den Genuss der wunderbaren Erfahrung des Fliegens kommen werden. Josua und kaleb waren zwei Männer, die in das Glaubenstraining Gottes eingewilligt hatten. Sie erkannten die den Schwierigkeiten und Bedrängnissen, die ihnen auf dem Weg durch die Wüste begegneten, Herausforderungen, die sie mit Gottes Hilfe bewältigen konnten. Dementsprechend handelten sie. Sie stellten sich den Herausforderungen der Wüste, erlebten Gottes Eingreifen und wurden so auf noch größere Herausforderungen vorbereitet. Außerdem lernten sie Gottes Treue und Kraft, ja Seine Person, besser kennen, wann immer sie sich den Herausforderungen der Wüste stellten.  Mit jeder neuen Herausforderung wuchsen ihre “Glaubensmuskeln“, d.h. ihr Vertrauen in die Allmacht Gottes, denn mit jeder neuen Gotteserfahrung wurde ihre Beziehung zu diesem Gott noch enger. Die Erfolge, die sie erleben durften, steigen ihnen nicht “zu Kopf“, den sie wussten, dass hinter diesen Erfolgen nicht ihre eigene Kraft, sondern die Hilfe Gottes stand. Gleichzeitig ließen sie nicht zu, dass ihr Herz von den Rückschlägen, die sie erlebten, mutlos wurde. Als sie dann am Ende der Wüstenreise ihrer ultimativen Herausforderung, der Einnahme des verheißenen Landes, gegenüber standen, konnten sie auch diese größte Herausforderung annehmen, weil sie die Schwierigkeiten der Wüste als Training verstanden hatten und im Glauben erstarkt waren.

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BAB am 15.08.2016

Bemerkenswertes aus der Blogosphäre … und von anderswo her:

* Hörenswert I / Lesenswert I: Deutschlandradio Kultur: “Düzen Tekkal: Durch den IS-Terror wurde ich zur Krigesberichterstatterin“: Klick!

* Hörenswert II: SWR-2-Forum: “Terror, Angst und Gegenwehr – Wie lässt sich der IS besiegen?“: Klick!

* Lesenswert II: “Modern Revival of Lost Biblical Commandment Paving the Way for the Third Jewish Temple“: Klick! – “The Bible Is Their Textbook: Jerusalem Group Trains Priests for Third Temple“: Klick!

* Sehenswert I: Eckhard Schnabel: “Why Study Acts?“

 

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Darrell L. Bock, Mikel Del Rosario & Dr. Sean McDowell: Truth, Love, and Defending the Faith

In einer neuen Ausgabe des Table-Podcast diskutieren Dr. Darrell Bock, Research Professor of New Testament Studies; Professor of Spiritual Development and Culture am Dallas Theological Seminary, Mikel Del Rosario von “Apologetics Guy“ und Dr. Sean McDowell darüber, wie wichtig es ist, Wahrheit und Liebe zu verbinden, wenn es darum geht, den christlichen Glauben zu verteidigen: 

 

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Was in (Lebens-)Stürmen wirklich hilft – Anmerkungen zu Lukas 8, 22 – 25

Amirim, view of Kinneret

Blick von Genezarteh nach Amirim * Foto: דוד שי, Amirim, view of Kinneret, CC BY-SA 3.0

Das Bibelwort für den morgigen Sonntag stammt aus dem Lukasevangelium (zum Hintergrund des Lukasevangeliums siehe: Klick! und Klick!) und zwar aus dem 8. Kapitel:

“Es geschah aber an einem der Tage, dass er in ein Schiff stieg, er und seine Jünger; und er sprach zu ihnen: Lasst uns übersetzen an das jenseitige Ufer des Sees. Und sie fuhren ab. Während sie aber fuhren, schlief er ein. Und es fiel ein Sturm auf den See, und das Schiff lief voll Wasser, und sie waren in Gefahr. Sie traten aber hinzu und weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir kommen um! Er aber wachte auf, schalt den Wind und das Wogen des Wassers, und sie hörten auf, und es trat Stille ein. Er aber sprach zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Erschrocken aber erstaunten sie und sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass er auch den Winden und dem Wasser gebietet und sie ihm gehorchen?

(Lukas 8, 22 – 25 ELBEDHÜ; z. Vgl.  LUTH’84)

Zum Hintergrund von Lukas 8, 22 – 25

In diesem Abschnitt des Lukasevangeliums können wir dieselbe Handlungsweise des Herrn Jesus Christus erkennen, wie in den vorausgegangenen: Zuerst lehrt der Herr Seine Zuhörer und anschließend demonstriert Er Seine Autorität durch vollmächtige Taten (siehe Lukas 6, 12 – 49 i. V. m. Lukas 7, 1 ff.; Lukas 8, 1 – 21 i. V. m. Lukas 8, 22 – 56). Sein Reden und Sein Leben, Seine Worte und Seine Werke waren (und sind!) eine untrennbare Einheit.
In den ersten Versen dieses Kapitels (Lukas 8, 1 – 3) erwähnt der Evangelist, dass sich in der Begleitung des Herrn auch Frauen befanden. Es ist dies die dritte kurze Erwähnung von Frauen in seinem Evangelium (vgl. Lukas 7, 12 – 15, und Lukas 7, 36 – 50). Sie zeigt uns, welche Bedeutung der Evangelist der Begegnung des Herrn mit Frauen, die in der damaligen Kultur nur eine untergeordnete Rolle spielten, zumisst. Danach berichtet Lukas uns, wie der Herr die Volksmenge und die Jünger mittels des Gleichnisses vom Sämann (Lukas 8, 4 – 15) und des Gleichnisses von dem Licht auf dem Leuchter (Lukas 8, 16 – 18) belehrt. Darauf folgt die Aussage Jesu über Seine wahren Verwandten (Lukas 8, 19 – 21), womit dann der lehrmäßige Teil dieses Kapitels endet und die Berichte über die vollmächtigen Werke des Herrn beginnen: die Stillung des Sturms (Lukas 8, 22 – 25), die wir heute betrachten wollen, die Heilung des besessenen Geraseners (Lukas 8, 26 – 39), die Heilung der blutflüssigen Frau (Lukas 8, 40 – 48), und abschließend die Auferweckung der Tochter des Jairus (Lukas 8, 49 – 56). Mit diesen Machterweisungen über die Natur, Dämonen, Krankheit und sogar den Tod offenbarte der Herr nicht nur seine Gewalt über alle Bereiche menschlichen Lebens, sondern auch Seine Gottheit (vgl. z.B. 2. Mose 14, 1 ff.; Psalm 89, 8 – 9; Psalm 93, 3 – 4; Psalm 106, 8 – 9; Psalm 107, 23 – 30; Jesaja 51, 9 – 10 u.v.a.m.)

Die Stillung des Sturms

* “Es geschah aber an einem der Tage, dass er in ein Schiff stieg, er und seine Jünger; und er sprach zu ihnen: Lasst uns übersetzen an das jenseitige Ufer des Sees. Und sie fuhren ab. Während sie aber fuhren, schlief er ein. Und es fiel ein Sturm auf den See, und das Schiff lief voll Wasser, und sie waren in Gefahr.“ Lukas 8, 22 – 23 – In Matthäus 8, 18 +  23 – 27 und Markus 4, 36 – 41 finden wir die Parallelberichte zu diesem Ereignis. Die Jünger befinden sich mit ihrem Meister am See Genezareth, der auch als See von Tiberias bzw. Galliläisches Meer bezeichnet wird. Aus der Parallelstelle in Markus und ihrem Kontext wird deutlich, dass der Herr und Seine Jünger den See von Westen nach Osten überquerten (vgl. Lukas 8, 26; Matthäus 8, 18; Markus  4, 35). Laut historischen Berichten lebten auf der Ostseite weniger Menschen und Kommentatoren haben die Vermutung geäußert, dass es der Wunsch des Herrn gewesen sein könnte, sich von den Menschenmassen, die Ihm folgten, zu entfernen, um etwas Ruhe zu finden. Das wird nach ihrer Meinung auch durch den Hinweis unterstützt, dass der Herr im Boot einschlief. Der Bericht über diese Sturmstillung ist die einzige Stelle, an der die Evangelisten Lukas, Matthäus und Markus davon sprechen, dass der Herr schlief.
Lukas gebraucht hier das griechische Wort “πλοῖον“ (“ploion“), mit dem Boote unterschiedlicher Größe bezeichnet wurden. Wir können aber davon ausgehen, dass es sich bei diesem Boot um ein größeres Fischerboot gehandelt haben muss, da es mindestens 13 Personen transportieren konnte. In solchen größeren Fischerbooten gab es in der Regel einen Platz an der Hinterseite (Achtern) zum Schlafen.

Ginosar BW 6

Das im See Genezareth gefundene, 200 Jahre alte Boot, das heute in einem speziell klimatisierten Raum om Jugal Allon Museum ausgestellt wird * Foto: By Berthold Werner (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Im Jahr 1986 fanden Bewohner des Kibbuz Ginnosar am Nordwestufer des Sees Genezareth ein 2000 Jahre altes Fischerboot mit über acht Metern Länge, das heute oft als “Jesus Boot“ bezeichnet wird. Die gut erhaltenen Reste dieses Bootes kamen im Uferschlamm zum Vorschein, als der See auf einen außergewöhnlich niedrigen Wasserstand gefallen war. Der Konservierungsvorgang dauerte bis Ende der 1990er Jahre. Es bedurfte dazu eines eigens dafür gebauten Beckens. Heute kann dieses Boot, das 8, 20 m lang und 2, 35 m breit ist, im Jigal Allon Museum.  Bei dem in unserem Text genannten Boot wird es sich um ein größeres Boot gehandelt haben.
Aufgrund seiner geographischen Lage war und ist der See Genezareth für plötzlich auftretende, starke Stürme bekannt. Der See liegt 212 Meter unter dem Meeresspiegel und ist damit der tiefst gelegene Süßwassersee der Erde. Nach dem Toten Meer, das rd. 420 Meter unter dem Meeresspiegel liegt,  ist er damit das zweittiefst gelegene stehende Gewässer der Erde¹. Das Land an der Ostseite des Sees liegt höher und wenn warme Luft vom See aufsteigt, entsteht ein Vakuum, in das Luft aus dem Westen nachströmt. So entstehen – oftmals ohne Vorwarnung – starke Winde oder gar Stürme über dem See.
Der über die Jünger hereinbrechende Sturm verursachte einen so starken Wellengang, dass Wasser in das Boot eindrang und sie in Gefahr standen, unterzugehen. Dass die bedrohliche Situation nicht der Phantasie der Jünger entsprang oder sie diese Gefahr übertrieben, wird dadurch deutlich, dass Lukas den Wind an drei Stellen erwähnt (Verse 23, 24 und 25) und ihn dabei aus sehr eindrücklich beschreibt

* “Sie traten aber hinzu und weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir kommen um! Er aber wachte auf, schalt den Wind und das Wogen des Wassers, und sie hörten auf, und es trat Stille ein. Er aber sprach zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Erschrocken aber erstaunten sie und sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass er auch den Winden und dem Wasser gebietet und sie ihm gehorchen?“Lukas 8, 24 – 25 – In dieser lebensbedrohlichen Not wecken die Jünger ihren Meister, denn ihnen ist klar, dass sie allein mit dieser Situation nicht fertig werden. In der Zeit vor diesem Ereignis hatten sie Ihn bereits viele Wunder vollbringen sehen und sicherlich würde Er auch in dieser Situation einen Ausweg kennen oder ihnen durch irgendeine Art von Wunder helfen können.
Nur bei Markus findet sich der Vorwurf, mit dem die Jünger den Herrn wecken: “Und er war im hinteren Teil und schlief auf dem Kopfkissen; und sie wecken ihn auf und sprechen zu ihm: Lehrer, liegt dir nichts daran, dass wir umkommen?“ (Markus 4, 38). Dadurch wird deutlich, dass die Jünger zwar von den Zeichen und Wundern, die ihr Meister getan hatte, sehr beeindruckt waren, sie aber noch gar nicht verstanden hatten, wer Er wirklich war. Genau das aber wollte der Herr ihnen mit diesem Ereignis verdeutlichen.
Wir müssen hier unbedingt eines ganz genau beachten: Natürlich geht es um Glauben. Denn es heißt ja, dass der Herr die Jünger fragte: “Wo ist euer Glaube?“ Viele machen daraus folgende Gleichung: “Hätten die zu den Jüngern nur genug Glauben gehabt, dann hätten sie den Sturm selbst gestillt.“ Doch das ist absoluter Unsinn. Die biblisch richtige Gleichung lautet: “Hätten die Jünger mehr Gotteserkenntnis gehabt, dann hätten sie auch Glauben gehabt, dass sie das gegenüberliegende Ufer trotz des lebensbedrohlichen Sturms erreichen, und hätten ihrem Ziel ohne Furcht entgegensehen können.“ Denn: Glaube entsteht nicht im luftleeren Raum (schon gar nicht in einem kurzzeitigen Luftvakuum über dem See Genezareth). Glaube wächst in unserem Herzen, wenn  wir auf das Wort Gottes hören (Römer 10, 17). Das kann durch das Hören einer Predigt geschehen, sollte aber noch mehr durch das ganz persönliche Leser der Heiligen Schrift geschehen. Je mehr wir uns dem Wort Gottes aussetzen, es in uns aufnehmen und verstehen, desto besser lernen wir Gott kennen und desto größer wird unser Vertrauen, d.h. unser Glaube, das/den wir in/an Ihn haben. Die Wurzel des Problems der Jünger war eine zu oberflächliche Erkenntnis ihres Gottes und Seines Sohnes. Hätten sie wirklich begriffen, wer da in ihrem Boot schlief, sie hätten sich nicht der Furcht ergeben müssen.
Indem der Herr zulässt, dass die Jünger durch diese notvolle Situation gehen müssen, gibt Er ihnen eine neue Chance, genau das zu erkennen und zu korrigieren.  Wie oft verstehen Gläubige schwierige Lebenssituationen nur als Problem, Einschränkung oder gar als Strafe Gottes! Wieviel besser wäre es, wenn wir endlich begriffen, dass solche Situationen uns eine Möglichkeit schenken, unseren Gott noch viel besser kennenzulernen. Schreien wir wie die Jünger: “Herr hilf, hilf, hilf!“ Oder machen wir Ihm Vorwürfe, indem wir Seine Liebe zu uns in Zweifel ziehen: “Lehrer, liegt dir nichts daran, dass wir umkommen?“
Wir können uns aber auch dazu entscheiden, dass wir uns inmitten des Sturms ruhig zurücklehnen, weil wir wissen, dass unser Herr “alle Dinge durch das Wort seiner Macht trägt“ (Hebräer 1, 3), dass Er auch um  “alle Dinge weiß“ (Johannes 16, 30; Johannes 21, 17) und dass, wenn Er gesagt hat, dass wir an das andere Ufer fahren, wir dort auch garantiert ankommen werden (Markus 4, 35). Das kann jedoch nur, wer Seinen Gott auch wirklich kennt.
Es ist bezeichnend, dass der Herr die Jünger nicht zurechtweist, weil sie Ihn geweckt haben. Wie viele Gläubige denken, dass sie Gott nicht mit ihren Nöten “belästigen“ dürfen, dass ihre Nöte im Vergleich zu denen anderer Menschen doch viel zu klein seien! Doch unser Gott ist immer und für jeden Menschen ansprechbar. Er ist nicht beleidigt, wenn wir uns im Gebet an Ihn wenden, ganz im Gegenteil! Wie würden unser Leben und das unserer Umgebung aussehen, wenn wir viel mehr Gebrauch von diesem wunderbaren Vorrecht machen würden? Wir würden nicht nur mehr Hilfe erfahren, wir würden auch unseren Gott immer besser kennenlernen, wenn wir glaubensvoll und entsprechend Seinem Wort beten würden.
Die Jünger hatten in dem Herrn Jesus bereits den von Gott verheißenen und gesandten Messias-Erlöser erkannt. Doch scheinen sie eine ähnliche Vorstellung von dem Messias gehabt zu haben, wie sie auch in ihrer Umgebung anzutreffen war. Doch durch dieses Ereignis auf dem See Genezareth wollte der Herr ihnen deutlich vor Augen führen, dass sie es in seiner Person dem allmächtigen Gott begegneten, denn nun tat Er, was nur Gott tun konnte (vgl. Psalm 107, 23 – 30).
War die Zurechtweisung der Jünger durch den Herrn gerechtfertigt? Eindeutig ja, denn diese Männer waren, wie alle Juden, von Kindheit an in der Heiligen Schrift des Alten Testaments unterwiesen worden und kannten dieselbe gut. In Psalm 89, 25 spricht die Heilige Schrift von dem kommenden Messias und der Macht, die Er über Meere und Ströme ausüben wird. In 5. Mose 18, 15 hatte Gott außerdem verheißen, dass der Messias ein Prophet wie Mose sein würde. Welches war die eindrücklichste Tat, zu der Gott Mose gebrauchte? Ganz richtig: Die Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten. Und diese Befreiung fand ihren entscheidenden Ausdruck in der Teilung des Roten Meeres. Was lag da näher als der Gedanke, dass auch der Messias Macht über jede Art von Wasser haben würde?

Was ist (Lebens-)Stürmen wirklich hilft

Das griechische Wort, das in unseren Bibeln mit “glauben“ übersetzt wird, ist “πίστις“ (“pistis“). Es hat verschiedene Bedeutungen, eine der wichtigsten ist “vertrauen“. Einem anderen Menschen können wir nur wirklich vertrauen, wenn wir ihn kennengelernt haben, wenn wir wissen, wie er zu uns steht, wenn wir gesehen haben, wie er sich uns gegenüber verhält. Mit Gott ist es nicht anders. Auch Ihm werden wir nur vertrauen können, wenn wir Ihn kennengelernt haben, wenn wir wissen wer Er ist, wie Er uns und unsere Beziehung zu Ihm sieht. Der Aufbau einer vertrauensvollen, starken und tragfähigen Beziehung braucht Zeit, egal ob es sich dabei um eine Beziehung  zu einem anderen Menschen oder um eine Beziehung zu Gott handelt. Wenn wir mitten im Sturm stecken, ist es dafür zu spät. Angesichts immer größerer Herausforderungen unserer Zeit müssen wir jetzt an unseren Beziehungen arbeiten. Das gilt für unsere Beziehungen zu Menschen, aber insbesondere für unsere Beziehung zu Gott. Menschliche Beziehungen mögen unter dem Druck der Probleme zerbrechen, die Beziehung Gottes zu uns jedoch wird uns durchtragen. Vielleicht kommen wir, wie der Apostel Paulus und seine Mitarbeiter, wie Schiffbrüchige am anderen Ufer an (Apostelgeschichte 27). Aber wir werden ankommen.
Doch was ist, wenn wir gerade jetzt, heute, in einem Sturm stehen, der uns allen Mut nimmt und wir feststellen, dass wir die Vergangenheit nicht genutzt haben, um im Vertrauen auf Gott zu wachsen? Wenn wir feststellen, dass wir diesen Gott eigentlich kaum kennen? Jesus Christus weist Seine Jünger wegen ihres Unglaubens zurecht, aber Er lässt sie nicht im Stich. Auch Sie wird Er in dieser Situation nicht verlassen. Er wird Seine Macht auf die eine oder andere Weise zu Seinem Zeitpunkt zu Ihren Gunsten einsetzen, wenn Sie sich im Gebet an Ihn wenden (Römer 8, 28). Doch Sie sollten diese Situation als eine Chance begreifen und alles daran setzen, von nun an Jesus Christus  besser kennenzulernen. Das wird Sie nicht vor weiteren Stürmen in ihrem Leben bewahren, aber wenn Sie Ihn besser kennen- und Ihm mehr vertrauen lernen, dann wird Sie kein zukünftiger Sturm mehr verzweifeln lassen.
Die frühe Christenheit hatte die uns in Lukas 8, 22 – 25 vermittelte Lehre gut verstanden. Aus diesem Grund wurde die Kirche in dieser Zeit auf Mosaiken oder Bildern häufig als Boot dargestellt, das einem starken Wellengang unterworfen war, dessen Passagiere jedoch ruhig auf dem Boden saßen und zu dem in ihrer Mitte stehenden Herrn Jesus Christus aufschauten. So werden auch wir handeln können, wenn wir Ihn – Jesus Christus – immer besser kennenlernen.

Fußnoten:

¹= vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/See_Genezareth#Biblische_Bez.C3.BCge

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Was lese ich wenn … (2)

Was lese ich, wenn ….

… ich wissen will, was wahre Weisheit ist?

Das Buch der Sprüche Salomos.

… ich etwas über die Heiligkeit Gottes erfahren will?

Das Buch des Propheten Jesaja.

… ich etwas über die Erfüllung biblischer Prophetie erfahren will?

Das Matthäusevangelium.

… ich etwas über die Entstehung und frühe Geschichte der Versammlung (= Gemeinde / Kirche) erfahren will?

Die Apostelgeschichte.

… ich lernen will, wie man als Christ mit Bedrängnis und Verfolgung umgeht?

Den 1. und den 2. Petrusbrief.

… ich erfahren möchte, wie die Zukunft Israels aussieht?

Das Buch des Propheten Hesekiel.

… ich wissen möchte, ob Gott mächtig genug ist, von Krankheiten zu heilen und von Bedrängnissen zu befreien?

Das Markusevangelium.

… ich wissen will, wie sich wahrer Glaube im Alltags bewährt?

Den Brief des Jakobus.

… ich wissen will, mit welcher Macht Gott Sein Volk befreit und wie Er es versorgt?

Das zweite Buch Mose.

… ich etwas über die Größe Christi und Sein Werk für mich in der Gegenwart erfahren möchte?

Den Brief an die Hebräer.


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Geteiltes Herz kommt vor dem Fall – Anmerkungen zu 1. Könige 10, 1 – 13

Saabaghiberti

Salomon trifft die Königin von Saba; Relief von Lorenzo Ghiberti an der bronzenen Paradiespforte des Baptisteriums in Florenz, 1425ff. * Foto: Richardfabi, Saabaghiberti, CC BY-SA 3.0

Das Bibelwort für die Wortverkündigung am Mittwoch dieser Woche wurde dem 10. Kapitel des 1. Buches der Könige (zum Hintergrund des 1. Buches der Könige, siehe: Klick!) entnommen. Wir lesen und betrachten den betreffenden Vers  in seinem Kontext:

“Und die Königin von Scheba hörte den Ruf Salomos wegen des Namens des HERRN; und sie kam, um ihn mit Rätseln auf die Probe zu stellen. Und sie kam nach Jerusalem mit einem sehr großen Gefolge, mit Kamelen, die Gewürze und Gold trugen in sehr großer Menge, und Edelsteine. Und sie kam zu Salomo und redete zu ihm alles, was in ihrem Herzen war. Und Salomo erklärte ihr alles, um was sie fragte; keine Sache war vor dem König verborgen, die er ihr nicht erklärt hätte. Und als die Königin von Scheba alle Weisheit Salomos sah und das Haus, das er gebaut hatte, und die Speise seines Tisches und das Sitzen seiner Knechte und das Aufwarten seiner Diener und ihre Kleidung und seine Mundschenken und seinen Aufgang, auf dem er in das Haus des HERRN hinaufging, da geriet sie außer sich und sprach zum König: Das Wort ist Wahrheit gewesen, das ich in meinem Land über deine Sachen und über deine Weisheit gehört habe; und ich habe den Worten nicht geglaubt, bis ich gekommen bin und meine Augen es gesehen haben. Und siehe, nicht die Hälfte ist mir berichtet worden; du übertriffst an Weisheit und Gut das Gerücht, das ich gehört habe. Glückselig sind deine Leute, glückselig sind diese deine Knechte, die beständig vor dir stehen, die deine Weisheit hören! Gepriesen sei der HERR, dein Gott, der Gefallen an dir gehabt hat, dich auf den Thron Israels zu setzen! Weil der HERR Israel ewig liebt, hat er dich zum König eingesetzt, um Recht und Gerechtigkeit zu üben. Und sie gab dem König 120 Talente Gold, und Gewürze in sehr großer Menge, und Edelsteine; nie wieder ist eine solche Menge Gewürz gekommen wie dieses, das die Königin von Scheba dem König Salomo gab. (Und auch die Flotte Hirams, die Gold aus Ophir holte, brachte aus Ophir Sandelholz in sehr großer Menge, und Edelsteine. Und der König machte aus dem Sandelholz ein Geländer für das Haus des HERRN und für das Haus des Königs, und Lauten und Harfen für die Sänger; so ist kein Sandelholz gekommen und gesehen worden bis auf diesen Tag.) Und der König Salomo gab der Königin von Scheba alles, was sie wünschte, was sie verlangte, außer dem, was er ihr gab nach der Freigebigkeit des Königs Salomo. Und sie wandte sich und zog in ihr Land, sie und ihre Knechte.“

(1. Könige 10, 1 – 13 ELBEDHÜ; z. Vgl. Luther’84)

 

Zum Hintergrund von 1. Könige 10, 1 – 13

In den Kapiteln 1. Könige 1, 1 bis  1. Könige 11, 43 steht die Regierungszeit König Salomos im Fokus, die in vier Abschnitten eingehender betrachtet wird: Im ersten Abschnitt (1. Könige 1, 1 – 1. Könige 2, 12) erfahren wir von dem sich verschlechternden Gesundheitszustand des Königs David (1. Könige 1, 1 – 4), sowie von dem Aufstand und Versuch des Adonija, den Königsthron an sich zu reißen (1. Könige 1, 5 – 53). Anschließend wird uns von der Einsetzung Salomos zum Erben Davids (1. Könige 2, 1 – 9) und dem Tod Davids (1. Könige 2, 10 – 12) berichtet. In Abschnitt 2 (1. Könige 2, 13 – 1. Könige 4, 34) geht es vorrangig um die ersten Ereignisse in der Regierungszeit Salomos (1. Könige 2, 13 – 1. Könige 4, 34): Salomo handelt mit denen, die seinen Vater verraten haben (1. Könige 2, 13 – 46), er empfängt Weisheit von Gott (1. Könige 3, 1 – 28) und gewinnt politische Stärke (1. Könige 4, 1 – 20).   Die großen Taten und Erfolge Salomos stehen im Mittelpunkt des dritten Abschnitts (1. Könige 5, 1 – 1. Könige 8, 66): Seine Vorbereitungen für den Bau des Tempels (1. Könige 5, 1 – 32), der Bau des Tempels (1. Könige 6, 1 – 38), der Bau des Palastes Salomos (1. Könige 7, 1 – 12), die (Innen-)Einrichtung des Tempels (1. Könige 7, 13 – 51) und die Weihe des Tempels (1. Könige 8, 1 – 66). Im vierten und letzten Abschnitt dieses Blocks (1. Könige 9, 1 – 1. Könige 11, 43) erfahren wir von den positiven Auswirkungen der Herrschaft Salomos – Gottes Bund mit ihm (1. Könige 9, 1 – 9), Gottes Segnungen für ihn (1. Könige 9, 10 – 28), Salomos Reichtum und seiner weitreichenden Bekanntheit (1. Könige 10, 1 – 29) -, dann aber leider auch von seinem Abfall von den allein wahren und lebendigen Gott (1. Könige 11, 1 – 43).
Der heute von uns zu betrachtende Abschnitt 1. Könige 10, 1 – 13 wird in ähnlicher Weise noch einmal in 1. Chronik 9, 1 – 12 aufgegriffen. 

 

Zusammenfassende Anmerkungen zu 1. Könige 10, 1 – 13

* “Und die Königin von Scheba hörte den Ruf Salomos wegen des Namens des HERRN; und sie kam, um ihn mit Rätseln auf die Probe zu stellen.“ – 1. Könige 10, 1  – Das Königreich Scheba (in vielen Bibelübersetzungen auch “Saba“ genannt) wird im südwestlichen Teil der arabischen Halbinsel lokalisiert. Wahrscheinlich befand es sich in der Region des heutigen Yemen oder des Oman, also in Ländern, die bis heute für den Handel mit hochwertigem Weihrauch und anderen wertvollen Gewürzen bekannt sind. Diese Region war angebunden an die Handelsrouten nach Mesopotamien, aber auch an die maritimen Handelsrouten, die durch das Rote Meer Richtung Afrika, aber auch Richtung Israel bis zu Salomos Hafen in Ezion Geber im Golf von Akaba (1. Könige 9, 26) verliefen. Bereits in der Hälfte des  zweiten Jahrtausends vor Christus sind Handelsbeziehungen zwischen den Bewohnern dieses Teils der arabischen Halbinsel und der Levante nachweisbar. Dass Frauen Königreiche auf der arabischen Halbinsel regierten, entweder als allein herrschende Königinnen oder als Mitregentinnen ihrer Männer, wird durch assyrische Quellen belegt. Es ist sehr nachvollziehbar, dass Reiche, die auf Handel und damit auch auf friedliche Handelsrouten, angewiesen waren, mit den Herrschern entlang dieser Routen positive Beziehungen aufbauten bzw, pflegten. Das mag auch der Hintergrund der Reise dieser namentlich nicht genannten Königin aus Scheba gewesen sein, die immerhin mindestens 2250 Kilometer pro Strecke in Anspruch nahm. der Ruf Salomos als reicher und weiser König hatte sich, wahrscheinlich auch über Handelsbeziehungen via Karawanen und/oder Schiffen,  in der damaligen Welt verbreitet.
Neben dem Wunsch der Königin von Scheba, politische und wirtschaftliche Beziehungen mit dem Königreich Israel, das mit seiner geographischen Lage am Kreuzpunkt zwischen Afrika, Arabien und Asien eine Schlüsselstellung im Handel der umliegenden Völker einnahm, wird uns auch ein geistlicher Grund für den Besuch dieser Frau genannt: Sie “hörte den Ruf Salomos wegen des Namens des HERRN“.
Bei den Fragen, die die Königin von Scheba mit Salomo besprach, wird es sicherlich nicht nur um besondere Rätsel gehandelt haben, die in der damaligen Zeit im Nahen Osten sehr verbreitet und beliebt waren, sondern auch um ökonomische und politische Fragen. Denn solche offiziellen Besuche königlicher Delegationen dienten dem Aufbau vertrauenswürdiger Beziehungen zwecks gegenseitigem Handel und u.U. bzgl. militärischer Bündnisse.

* “Und sie kam nach Jerusalem mit einem sehr großen Gefolge, mit Kamelen, die Gewürze und Gold trugen in sehr großer Menge, und Edelsteine. Und sie kam zu Salomo und redete zu ihm alles, was in ihrem Herzen war. Und Salomo erklärte ihr alles, um was sie fragte; keine Sache war vor dem König verborgen, die er ihr nicht erklärt hätte. Und als die Königin von Scheba alle Weisheit Salomos sah und das Haus, das er gebaut hatte, und die Speise seines Tisches und das Sitzen seiner Knechte und das Aufwarten seiner Diener und ihre Kleidung und seine Mundschenken und seinen Aufgang, auf dem er in das Haus des HERRN hinaufging, da geriet sie außer sich (…) – 1. Könige 10, 2 – 5 – Dass es sich bei diesem Besuch der Königin von Scheba bei dem König Israels um einen offiziellen Besuch gehandelt hat, zeigt die Beschreibung ihrer Karawane. Diese Karawane unterstrich zum einen die Macht und den Wohlstand der Königin von Scheba, zum anderen transportierte sie reiche Gastgeschenke für den israelischen König. Obwohl die ausführliche Beschreibung dieser Karawane darauf schließen lässt, dass die Königin von Scheba selbst äußerst vermögend war, war sie von Salomos Reichtum und Wohlstand sehr beeindruckt. Dieser Reichtum, das sollten wir beachten, war Salomo nicht “einfach mal so zugefallen“, er war die Erfüllung einer Verheißung, die Gott dem König gegeben hatte (vgl. 1. Könige 3, 13).
Weisheit wurde in einigen Kulturen des damaligen Nahen Ostens auch mit der Errichtung großer Bauten verbunden. Es ist daher auch kein Zufall, dass die Königin von Scheba die Weisheit Salomos mit dem von ihm gebauten Palast in Verbindung bringt.
Das königliche Essen, welches hier besonders erwähnt wird, soll den Reichtum Salomos zum Ausdruck bringen. Herrscher des Altertums verdeutlichten ihren Gästen gern dadurch den Wohlstand, in welchem sie lebten, indem sie eine Vielzahl von Speisen in besonderer Qualität servieren ließen. Eine Einladung an die königliche Tafel stellte eine besondere Ehre dar und die Zahl der dazu Geladenen wurde als Zeichen der Macht des Königs gewertet, denn die regelmäßige Verköstigung einer großen Anzahl von Ministern und anderen Beamten verursachte entsprechende Kosten.
Auch die Ordnung, wir würden heute sagen: das Hofzeremoniell bzw. die Etikette, die an Salomos Hof gepflegt wurde, muss diese Königin beeindruckt haben. Auf dem Hintergrund, dass sie selbst über großen Reichtum, einen ihr angemessenen Palast und damit auch garantiert über zahlreiche Diener verfügte, die ihr nach einem entsprechenden Hofzeremoniell dienten, können wir annehmen, dass das, was sie an Salomos Hof sah, wirklich beeindruckend gewesen sein muss.
Interessant ist allerdings, dass in allen diesen doch recht ausführlichen Beschreibungen an keiner Stelle der Tempel Gottes Erwähnung findet. Es wird lediglich “das Haus, das er (Salomo) gebaut“ hatte und der “Aufgang, auf dem er in das Haus des HERRN hinaufging“ erwähnt. Wir werden auf diesen Punkt später noch ausführlicher zurückkommen.

* “(…) und sprach zum König: Das Wort ist Wahrheit gewesen, das ich in meinem Land über deine Sachen und über deine Weisheit gehört habe; und ich habe den Worten nicht geglaubt, bis ich gekommen bin und meine Augen es gesehen haben. Und siehe, nicht die Hälfte ist mir berichtet worden; du übertriffst an Weisheit und Gut das Gerücht, das ich gehört habe. Glückselig sind deine Leute, glückselig sind diese deine Knechte, die beständig vor dir stehen, die deine Weisheit hören! Gepriesen sei der HERR, dein Gott, der Gefallen an dir gehabt hat, dich auf den Thron Israels zu setzen! Weil der HERR Israel ewig liebt, hat er dich zum König eingesetzt, um Recht und Gerechtigkeit zu üben.“  – 1. Könige 10, 6 – 9  – Die Nachrichten, die sie in ihrem Heimatland über die Weisheit und den Reichtum Salomos erhalten hatte, waren der Königin wenig glaubhaft erschienen. Trotzdem reichten diese Informationen zumindest aus, um sie zu ermutigen, die lange Reise auf sich zu nehmen, damit sie sich “vor Ort“ selbst überzeugen konnte. Nun hatte sie mit eigenen Augen den Wohlstand Salomos gesehen und bekennt, dass man ihr “nicht die Hälfte“ gesagt hatte. Dann preist sie Salomos Weisheit und Reichtum und sie preist das Volk und die Diener, die einen solchen König haben und beständig in den Genuß seiner Weisheit kommen. Erst dann preist sie auch den Gott Salomos und sie verweist darauf, dass es dieser Gott war, dem Salomo seine Königswürde verdankt. Bemerkenswert ist, dass die Königin Gründe für die Erwählung Salomos  nennt: Gott hat Gefallen an Salomo gehabt und Salomo ist König geworden, weil der Herr Israel liebt. Aber sie verweist auch auf die entscheidende Verantwortung Salomos: Gott erwartet, dass Salomo Recht und Gerechtigkeit übt. Auch auf diesen Lobpreis Gottes durch die (heidnische!) Königin werden wir später noch zurückkommen.

* “Und sie gab dem König 120 Talente Gold, und Gewürze in sehr großer Menge, und Edelsteine; nie wieder ist eine solche Menge Gewürz gekommen wie dieses, das die Königin von Scheba dem König Salomo gab. (Und auch die Flotte Hirams, die Gold aus Ophir holte, brachte aus Ophir Sandelholz in sehr großer Menge, und Edelsteine. Und der König machte aus dem Sandelholz ein Geländer für das Haus des HERRN und für das Haus des Königs, und Lauten und Harfen für die Sänger; so ist kein Sandelholz gekommen und gesehen worden bis auf diesen Tag.) Und der König Salomo gab der Königin von Scheba alles, was sie wünschte, was sie verlangte, außer dem, was er ihr gab nach der Freigebigkeit des Königs Salomo. Und sie wandte sich und zog in ihr Land, sie und ihre Knechte.– 1. Könige 10, 10 – 13 – In diesen abschließenden Versen wird uns noch einmal der große Reichtum Salomos geschildert. Bezeichnend ist, dass dieser Reichtum sich offensichtlich zu einem großen Teil auch aus Geschenken befreundeter Herrscher bzw. Herrscherinnen speiste. Es scheint sich hierbei um eine Zahlung gehandelt zu haben, die den Abschluss diplomatischer und wirtschaftlicher Beziehungen besiegelte, denn in 1. Könige 9, 14 wird dieselbe Summe als Zahlung des Königs Hiram von Tyrus an Salomo vermerkt.
Unter den Gewürzen werden sich auch Myrre und Weihrauch befunden haben, wichtige Bestandteile des alttestamentarischen Gottesdienstes (2. Mose 30, 23 – 24; 3. Mose 2, 1), die dem König Israels daher als Geschenk genauso wie als Handelsgut sehr willkommen gewesen sein müssen.
Zahlreiche Funde bearbeiteter und unbearbeiteter Edelsteine in der salomonischen Hafenstadt Ezion Geber und an vielen anderen Orten in Israel lassen auf einen regen Handel mit diesen Steinen schließen. Sie wurden zu Schmuckstücken verarbeitet und verzierten Einrichtungsgegenstände des Palastes oder des Tempels.
Wertvolle Holzarten, wie z.B. das wohlriechende Sandelholz, wurden ebenfalls für die Inneneinrichtung des Palastes oder Tempels, aber auch für die Herstellung von Musikinstrumenten benutzt.
Über die Beziehung der Königin von Scheba zu König Salomo sind seit vielen Jahrhunderten zahlreiche Mythen und Märchen im Umlauf, die im Verlauf der Zeit immer mehr ausgeschmückt wurden. Dagegen ist der  biblische Bericht mehr eine Aufzählung von Fakten und lässt keinen Rückschluss auf eine Beziehung über die wirtschaftlichen und politischen Verbindungen der beiden Herrscher zu.

 

Lehren, die wir aus 1. Könige 10, 1 – 13 ff. ziehen können

Im 1. Korintherbrief 10,  11 (ELBEDHÜ) schreibt der Apostel Paulus mit Blick auf das Alte Testament:

“[Alle] diese Dinge aber widerfuhren jenen als Vorbilder und sind geschrieben worden zu unserer Ermahnung, auf die das Ende der Zeitalter gekommen ist.“

Was können wir aus dem Bericht über den Besuch der Königin von Scheba bei König Salomo lernen?  Nun, zuerst einmal fällt auf, dass Salomo seinem Besuch ganz offensichtlich den großen Wohlstand seines Reiches präsentierte. Dazu gehörten die eindrucksvollen Bauten, die er hatte entstehen lassen, eine große Anzahl von gut ausgebildeten Regierungsbeamten und sein beeindruckendes Hofzeremoniell. Auch durch prächtige Feste mit üppigen und vielfältigen Mahlzeiten demonstrierte er der neuen Handelspartnerin seinen Reichtum. Durch all‘ diese äußerlichen Dinge, aber auch durch seine Weisheit, vermochte er die ausländische Regentin für seine Person einzunehmen. Für beides lässt sich der israelische Monarch dann auch von der Königin loben. Dabei war doch beides – sein Reichtum und seine Weisheit – ein Geschenk Gottes! Doch es findet sich kein einziges Wort, mit dem er die (heidnische!) Regentin auf diesen Gott verwiesen hätte! Zwar wird einmal der “Aufgang, auf dem er in das Haus des HERRN hinaufging“ erwähnt, aber nirgendwo findet sich ein Hinweis, dass Salomo die arabische Herrscherin eingeladen hätte,diesen Gott kennenzulernen und anzubeten! Nein, es ist die (heidnische!) Königin, die zu einem Lobpreis des Gottes ansetzt, den sie kaum kennt.
Wenn wir nach dem ausgewählten Bibeltext weiterlesen (1. Könige 10, 14 – 1. Könige 11, 42), dann sehen wir, wie der König wenig später beginnt, anderen Göttern zu dienen und damit von dem allein wahren und lebendigen Gott abfällt. Der Besuch der Königin von Scheba muss in diesem Kontext gesehen werden, denn zahlreiche Indizien deuten bereits in diesem Bericht an, was dann später geschieht. Wie ausgeführt, stand hinter dem Besuch dieser Königin am Hof von Jerusalem das Wirken Gottes (vgl. 1. Könige 10, 1). Doch Salomo verpasst mehrere  Chancen, dieser Frau den wahren und lebendigen Gott vorzustellen. Als sie von dem Reichtum und der Weisheit Salomos spricht, Dinge, die der König nur auf Grund der Gnade Gottes besitzt (vgl. 1. Könige 3, 13; 1. Könige 5, 9), lässt er sich gern loben und verschweigt den Urheber dieser Gaben. Ganz offensichtlich hatte sich Salomo zu diesem Zeitpunkt in seinem Herzen schon weit von Gott entfernt. So kommt es, dass die Königin zwar bekennen kann: “(…) und ich habe den Worten nicht geglaubt, bis ich gekommen bin und meine Augen es gesehen haben. Und siehe, nicht die Hälfte ist mir berichtet worden; du übertriffst an Weisheit und Gut das Gerücht, das ich gehört habe (…)“ aber eine Heilserkenntnis des Gottes Salomos und ein entsprechendes Bekenntnis zu diesem Gott, sucht man vergebens. Sie sah Salomo, seinen Reichtum und seine Weisheit und erkannte dessen Größe, aber Salomo führte dieser Frau nicht die Größe seines Gottes vor Augen.
Im Verlauf des Lobpreises Gottes, den die Königin von Scheba ausspricht, erwähnt sie, dass der Herr Salomo zum König eingesetzt habe, “um Recht und Gerechtigkeit zu üben.“ D.h., Salomo sollte sich selbst an das Gesetz Gottes halten und er sollte dieses Gesetz auch in seinem Land durchsetzen.  An vielen Stellen zeigt uns das 1. Buch der Könige, dass Salomo das Gesetz Gottes nicht wirklich ernst nahm. Ich will nur einige Beispiele anführen:

Gemäß dem Wort Gottes (5. Mose 17, 16 – 17) sollten die Israeliten keine heidnischen Frauen heiraten. Doch eine der ersten taten Salomos ist die Heirat mit einer ägyptischen Prinzessin (vgl. 1. Könige 3, 1). Außerdem opferte er entgegen dem Willen Gottes, der allein Jerusalem als Platz der Anbetung erwählt hatte (5. Mose 12, 5 – 7 +  11 + 13 – 14) noch an anderen Orten (1. Könige 3, 3). Doch dann begegnet Gott Salomo (1. Könige 3, 4 ff.) Er spricht kein Gericht über den jungen König aus, sondern fragt ihn nach dem, was dieser sich wünscht. So ist Gott, Er möchte Menschen durch Seine Gnade zur Umkehr führen (Römer 2, 4) und tatsächlich: In seiner Bitte um Weisheit erweist sich Salomo als demütig. Darum empfängt er auch, was er erbeten hat und Gott schenkt ihm darüberhinaus zahlreiche andere Segnungen (1. Könige 3, 6 – 9).
Anschließend sehen wir Salomo am richtigen Ort opfern (1. Könige 3, 15). Außerdem wird die ihm von Gott geschenkte Weisheit an zahlreichen Beispielen deutlich (1. Könige 3, 16 – 28; 1. Könige 4, 1 – 19; 1. Könige 4, 29 – 34). Doch gleichzeitig nennt uns das 1. Buch der Könige auch Indizien, die darauf schließen lassen, dass Salomos Herz nicht ganz bei Gott war: So nimmt der Bau seines königlichen Palastes fast doppelt soviel Zeit in Anspruch wie die Arbeiten am Tempel Gottes (1. Könige 7, 1). Offensichtlich verwandte der König mehr Energie auf den Bau seines eigenen Hauses, als auf den Bau des Hauses Gottes.
Obwohl Salomo im Zusammenhang mit der Einweihung des Tempels davon spricht, dass dies auch ein Ort ist, an dem Menschen anderer Nationen Gott begegnen sollen (1. Könige 8, 41 – 43), führt er später die Königin von Scheba nicht in diesen Tempel, damit sie dort den wahren und lebendigen Gott anbeten kann. In 5. Mose 8, 11 – 20 hatte Gott Sein Volk davor gewarnt, Ihn und Seine Gebote zu vergessen, wenn sie erst einmal in das verheißene Land gekommen und dort zu Wohlstand gelangt waren. Doch genau dieses Vergessen Gottes und Seiner Gebote kündigte sich bei Salomo an. Aus diesem Grund begegnet Gott dem König ein weiteres Mal (1. Könige 9, 1 – 9) und erinnert ihn an eine Warnung, die Er den Israeliten bereits durch den Propheten Samuel hatte mitteilen lassen (1. Samuel 12, 12 – 15). Doch diese Warnung scheint Salomo nicht wirklich erreicht zu haben. In 1. Könige 9, 10 – 1. Könige 10, 29 lesen wir zuerst davon, dass er seinen Bundesgenossen Hyram von Tyrus mit minderwertigen Städten “abspeiste“, dann, dass er trotz des Verbotes Gottes Sklaven aus anderen Nationen bei seinen Bauprojekten einsetzte und drittens, dass der König – ebenfalls entgegen dem Willen Gottes (5. Mose 17, 16 – 19) – über immer mehr Pferde verfügte. Ein König, der auf so vielfältige Weise gegen das Gesetz Gottes verstieß, konnte dann natürlich (!) auch kein wirkliches Zeugnis für den lebendigen Gott sein, als er von der Königin von Scheba besucht wurde. Doch Salomo versagte nicht nur im Halten des Gesetzes Gottes, er hielt sich auch nicht dauerhaft an viele der weisen Aussagen, die er durch Gottes Gnade selbst empfangen bzw. von anderen gehört und im Buch der Sprüche aufgeschrieben hatte. Es ist hier nicht Zeit dazu, einen Vergleich zwischen den Aussagen des Buches der Sprüche und dem Leben Salomos zu ziehen, doch wer es im Eigenstudium einmal tut, der wird viele Unterschiede finden. Was den Besuch der Königin von Scheba an Salomos Hof betrifft, gibt es jedoch einen Vers aus dem Buch der Sprüche, der ganz besonders zutrifft:

“Stolz geht dem Sturz, und Hochmut dem Fall voraus.“

(Sprüche 16, 18 ELBEDHÜ)

Was können wir also aus dem Bericht über den Besuch der Königin von Scheba am Hof Salomos lernen? Die Antwort findet sich in Sprüche 23, 26 (ELBEDHÜ):

Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und lass deine Augen Gefallen haben an meinen Wegen!“

David, Salomos Vater, wurde “ein Mann nach dem Herzen Gottes“ genannt (Apostelgeschichte 13, 22), denn obwohl auch David sündigte, richtete er sein Herz immer wieder neu auf Gott aus und tat Buße. Von Salomo lesen wir nichts dergleichen. Während David auf diese Weise zum Vorbild für alle Könige Israels wurde, bleibt von Salomo dessen trauriges Ende in Erinnerung.
Wie wichtig ist es, dass wir ein ungeteiltes Herz für Gott haben und, wann immer wir fehlen, unser Herz neu auf Ihn ausrichten.
Salomo kannte das Gesetz Gottes, er konnte sogar große Teile desselben bei der Einweihung des Tempels zitieren. Doch er handelte nicht nach allem, was im Gesetz Gottes geschrieben war. Wie verhalten wir uns? Kennen wir das Wort Gottes ohne es zu befolgen? Dann, so sagt es der Apostel Jakobus, betrügen wir uns selbst und dann befinden wir uns in derselben Gefahr, wie Salomo:

“Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen. Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Angesicht in einem Spiegel betrachtet. Denn er hat sich selbst betrachtet und ist weggegangen, und er hat sogleich vergessen, wie er beschaffen war. Wer aber in das vollkommene Gesetz, das der Freiheit, nahe hineinschaut und darin bleibt, indem er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes ist, der wird glückselig sein in seinem Tun.“

(Jakobus 1, 22 – 25 ELBEDHÜ)

Wo das Herz eines Menschen demütig ganz auf Gott ausgerichtet und von dem Wunsch getrieben ist, Sein Wort umzusetzen, da werden auch die Bewahrung und der Segen Gottes folgen:

“Denn am Ersten des ersten Monats war der Beginn des Hinaufzugs aus Babel; und am Ersten des fünften Monats kam er nach Jerusalem, weil die gute Hand seines Gottes über ihm war. Denn Esra hatte sein Herz darauf gerichtet, das Gesetz des HERRN zu erforschen und zu tun und in Israel Satzung und Recht zu lehren.“

(Esra 7, 9 – 10 ELBEDHÜ)

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Die Frauen in der Apostelgeschichte – Ein Überblick

BaptistryAtPhilippi

Kapelle in Philippi an dem Ort, an dem Lydia von Paulus wahrscheinlich getauft wurde * Foto: By Ian W. Scott (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or FAL], via Wikimedia Commons

Die Frauen in der Apostelgeschichte

Eine der unter Christen bekanntesten Frauen in der Apostelgeschichte ist Lydia, denn sie war der erste europäische Mensch, der das Evangelium Jesu Christi annahm (Apostelgeschichte 16, 1 ff). Doch neben ihr gibt es noch eine Vielzahl von Frauen in der Apostelgeschichte (nach meiner Zählung sind es 16). Einige dieser Frau gehörten dem christlichen Glauben nicht an, andere leisteten z. T. einen wichtigen Beitrag zur Ausbreitung des Evangeliums. Ich möchte diese Frauen in der Reihenfolge ihres Auftretens in der Apostelgeschichte einmal auflisten und empfehle jedem Leser das Leben dieser Frauen bei Gelegenheit einmal eingehender zu betrachten:

Apostelgeschichte 1, 14: Maria, die Mutter Jesu
Apostelgeschichte 5, 1: Saphira, die Frau des Ananias
Apostelgeschichte 7, 21: die – namentlich nicht genannte – Tochter des Pharao, die Mose aus dem Nil zieht
Apostelgeschichte 9, 36: Tabitha, auch Dorkas genannt, eine Jüngerin
Apostelgeschichte 12, 12: Maria, die Mutter des Johannes Markus, der später ein Mitarbeiter des Apostels Paulus wurde
Apostelgeschichte 12, 13: Rhode, eine Magd
Apostelgeschichte 16, 1 ff.: Lydia, die erste Christin Europas
Apostelgeschichte 16, 1: die – namentlich nicht benannte – Mutter des Timotheus
Apostelgeschichte 16, 16: die Sklavin mit dem Wahrsagegeist, deren Name nicht genannt wird
Apostelgeschichte 17, 34: Damaris, eine Frau die durch die Verkündigung des Apostels Paulus auf dem Areopag in Athen zum Glauben an Jesus Christus fand
Apostelgeschichte 18, 2 ff.: Priszilla, die Frau des Aquila
Apostelgeschichte 19, 24 ff.: Diana, eine heidnische Göttin
Apostelgeschichte 21, 9: die vier – namentlich nicht benannten – Töchter des Philippus
Apostelgeschichte 23, 16: die Schwester des Paulus, deren Name nicht genannt wird
Apostelgeschichte 24, 24: Drusilla, die Frau des römischen Statthalters Felix
Apostelgeschichte 25, 13 + Apostelgeschichte 26, 30: Bernice, die Frau des Königs Agrippa

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Dr. Daniel Wallace: Tischendorf and the Discovery of the Codex Sinaiticus

Dr. Daniel Wallace spricht über Konstantin von Tischendorf, der 1844 den Codex Sinaiticus, die älteste vollständig erhaltene Handschrift des Neuen Testaments, entdeckte. Er räumt dabei auch mit einigen historischen Mythen auf:

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Glaube aus erster Hand – Anmerkungen zu Hiob 42, 1 – 6

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Die Erleuchtung … * Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

 

Das Bibelwort, das die Grundlage der Wortbetrachtung am kommenden Sonntag bilden soll, findet sich im 42. Kapitel des Buches Hiob (zum Hintergrund des Buches Hiob siehe: Klick!). Wir betrachten diesen Vers in seinem Kontext:

 

“Und Hiob antwortete dem HERRN und sprach: Ich weiß, dass du alles vermagst und kein Vorhaben dir verwehrt werden kann. Wer ist es, der den Rat verhüllt ohne Erkenntnis? So habe ich denn beurteilt, was ich nicht verstand, Dinge, zu wunderbar für mich, die ich nicht kannte.Höre doch, und ich will reden; ich will dich fragen, und du belehre mich! Mit dem Gehör des Ohres hatte ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum verabscheue ich mich und bereue in Staub und Asche.“

(Hiob 42, 1 – 6 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

 

Zur Person des Hiob

Hiob wird uns in diesem Buch als ein wohlhabender Mensch vorgestellt, dessen Leben auch geistlich gut ausgerichtet ist, denn er wird als gottesfürchtig und gerecht bezeichnet (Hiob 1, 1 – 5). Dann brechen jedoch – quasi wie aus dem Nichts – große Katastrophen in das Leben des Hiob ein: Er verliert seinen Reichtum, seine Kinder (Hiob 1, 6 – 22) und später auch noch seine Gesundheit (Hiob 2, 1 – 10). Von den zwei ersten Katastrophen erhält Hiob Nachricht durch seine Knechte (Hiob 1, 14 – 19). Aus diesem Zusammenhang ist uns der Begriff “Hiobsbotschaft“ bekannt, der in der deutschen Sprache sprichwörtlich geworden ist. Nach diesen Katastrophen erhält Hiob Besuch von seinen drei Freunden Eliphas, Bildad und Zophar (Hiob 2, 11 ff). Mit ihnen diskutiert Hiob die Frage, warum er als gerechter Mensch unschuldig leiden muss. Diese Diskussionen nehmen einen großen Teil des Buches ein (Kapitel 4 – 27). Während die Freunde Hiobs diesem seine Gerechtigkeit absprechen und unbekannte Sünde als Grund für seine Leiden ausmachen, hält Hiob ihnen gegenüber an seiner Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit fest. Gegen Ende des Buches tritt eine weitere Person auf: Elihu (Kapitel 32 – 37). Im Gegensatz zu den drei anderen Freunden Hiobs zeigt er auf, dass Gott den Menschen durch das Leiden läutern und näher zu sich ziehen will. Anschließend spricht Gott zu Hiob (Kapitel 38 – 41). Daraufhin tut dieser Buße, weil er erkennt, dass auch er das Handeln Gottes nicht verstanden und sich selbst überschätzt hatte. Doch er kann bekennen, dass er durch den Prozess, den er durchlebt hat, Gott nun nicht nur besser, sondern erstmals persönlich kennengelernt hat (Hiob 42, 5 – 6).

 

Anmerkungen zu Hiob 42, 1 – 6

* “Und Hiob antwortete dem HERRN und sprach: Ich weiß, dass du alles vermagst und kein Vorhaben dir verwehrt werden kann.“ – Hiob 42, 1 – 2 – Mit diesen  Worten beginnt die zweite Antwort Hiobs an Gott. Sie zeigen uns, welche Veränderung Hiob durch die Begegnung mit Gott, durch die Offenbarung Gottes ihm gegenüber, erlebt hat. Voller Ehrfurcht ruft er aus: “Ich weiß, dass du alles vermagst und kein Vorhaben dir verwehrt werden kann!“ – Eine ähnliche Reaktion auf die Begegnung mit Gott bzw. nach einer Offenbarung Gottes begegnet uns auch im Leben anderer biblischer Personen. So ruft Nebukadnezar, nachdem Gott ihn geheilt hat, aus:

“Und am Ende der Tage erhob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel, und mein Verstand kam mir wieder; und ich pries den Höchsten, und ich rühmte und verherrlichte den ewig Lebenden, dessen Herrschaft eine ewige Herrschaft ist und dessen Reich von Geschlecht zu Geschlecht währt. Und alle Bewohner der Erde werden wie nichts geachtet, und nach seinem Willen tut er mit dem Heer des Himmels und mit den Bewohnern der Erde; und da ist niemand, der seiner Hand wehren und zu ihm sagen könnte: Was tust du?‘

(Daniel 4, 31 – 32 ELBEDHÜ)

Auch von Petrus ist uns ein ähnlicher Ausruf überliefert:

“Als aber Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: Wer sagen die Menschen, dass [ich], der Sohn des Menschen, sei? Sie aber sagten: Die einen: Johannes der Täufer; andere aber: Elia; und wieder andere: Jeremia oder sonst einer der Propheten. Er spricht zu ihnen: Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei? Simon Petrus aber antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Glückselig bist du, Simon, Bar Jona; denn Fleisch und Blut haben es dir nicht offenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist.

(Matthäus 16, 13 – 17 ELBEDHÜ)

Hiob war sich zu diesem Zeitpunkt, wie niemals zuvor in seinem Leben, der Allmacht und Größe, der Weisheit und Kraft Gottes, bewusst. Ähnliches erlebte Jesaja in Bezug auf die Heiligkeit Gottes, als er Gott begegnete:

“Im Todesjahr des Königs Ussija, da sah ich den Herrn sitzen auf hohem und erhabenem Thron, und seine Schleppen füllten den Tempel. Seraphim standen über ihm; jeder von ihnen hatte sechs Flügel: Mit zweien bedeckte er sein Angesicht, und mit zweien bedeckte er seine Füße, und mit zweien flog er. Und einer rief dem anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen, die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit! Und es erbebten die Grundfesten der Schwellen von der Stimme der Rufenden, und das Haus wurde mit Rauch erfüllt. Und ich sprach: Wehe mir! Denn ich bin verloren; denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen, und inmitten eines Volkes mit unreinen Lippen wohne ich; denn meine Augen haben den König, den HERRN der Heerscharen, gesehen.

(Jesaja 6, 1 – 5 ELBEDHÜ)

Fast dreitausend Jahre später begegnet ein jüdischer Pharisäer auf der Straße nach Damaskus dem Schöpfer dieses Universums (Hebräer 1, 2; Apostelgeschichte 9, 1 f). Der Mann, der von sich selbst sagen könnte, dass er “nach der Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, untadelig“ war (Philipper 3, 5 – 6), fasst den Schrei, der bei dieser Begegnung  seinem Herzen entsprang, später so zusammen:

“Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leib des Todes? –“

(Römer 7, 24 ELBEDHÜ)

Das ist es, was eine Begegnung mit dem einzig wahren und  lebendigen Gott hervorbringt: Selbsterkenntnis, Gotteserkenntnis, Glaube. Glaube aus erster Hand, Glaube, wie niemand ihn haben kann, der nur “von Gott gehört“ hat, Ihm aber niemals selbst begegnet ist.  Es ist die Begegnung mit dem wahren und lebendigen Gott, die im Herzen Hiobs echte Ehrfurcht entstehen lies. Das ist keine Ehrfurcht, die Hiob praktiziert, weil sie irgendein Gesetz fordert. Es ist eine Ehrfurcht, wie sie nur aus einer Begegnung mit dem wahren und lebendigen Gott entstehen kann, der zugleich vollkommene Heiligkeit und vollkommene Liebe ist. Diese Begegnung mit Gott, sie verschließt Hiobs Lippen. Er äußert keinerlei Anklage gegen Gott mehr, weil er zweierlei begriffen hat:

  • Der allmächtige Gott hat das Recht, mit Seinen Geschöpfen zu tun und zu lassen, was Er will. “(…) und da ist niemand, der seiner Hand wehren und zu ihm sagen könnte: Was tust du?“‘ (Daniel 4, 32b).
  • Weil Gott Seine Allmacht nie ohne Seine Liebe ausübt (Hiob 36, 3 – 7), vermag Er auch das schwerste Leid, das uns widerfährt, in Segen bzw. zu unserem Guten zu verwandeln. 

Hiob erkannte, wie töricht es angesichts der Allmacht und Allweisheit (Hiob 36, 5) Gottes war, Sein Handeln zu kritisieren. Der Unterschied zwischen jenen, die Gott inmitten ihrer Katastrophen anbeten und jenen, die Gott inmitten ihrer Katastrophen anklagen, besteht allein darin, dass Erstere Gott inmitten ihrer Katastrophen begegnet sind und Gott sich ihnen offenbaren konnte. 

* “Wer ist es, der den Rat verhüllt ohne Erkenntnis? So habe ich denn beurteilt, was ich nicht verstand, Dinge, zu wunderbar für mich, die ich nicht kannte.“ – Hiob 42, 3 – Hiob bekennt, dass er – ein sterblicher Mensch mit einem begrenzten Verständnis – Gottes Handeln beurteilen wollte. Er wollte das Handeln Gottes beurteilen, dem er zuvor nie selbst begegnet war! Wie oft haben Menschen vor und nach Hiob so gehandelt. Wir be- und verurteilen Menschen, ohne sie wirklich zu kennen, und wir be- und verurteilen Gott, ohne Ihn wirklich zu kennen! Das bekannteste Urteil über Gott lautet: “Wenn Gott Liebe wäre, dann würde Er nicht zulassen, dass XYZ …..“ – Hiob  war bereit, sein unbedachtes Urteil einzugestehen. Darum erfuhr er auch Begnadigung und einen gesegneten Neuanfang mit Gott (vgl. Hiob 42, 10 – 17). Wohl uns, wenn wir uns im Licht Gottes sehen und unsere Sünde bekennen dürfen, ehe es dazu zu spät ist (1. Korinther 11, 31) .

* “Höre doch, und ich will reden; ich will dich fragen, und du belehre mich!“ – Hiob 42, 4 – Mit diesen Worten greift Hiob jene Worte  auf, mit denen Gott ihn zu einer Antwort aufgefordert hatte (vgl. Hiob 38, 3; Hiob 40, 7). Was folgte, war nicht die Antwort nach Art einer Verteidigungsrede, es war ein Bekenntnis Hiobs (Hiob 42, 1 – 3). Nun greift Hiob die Worte Gottes auf und richtet sie als Bitte an Gott.

* “Mit dem Gehör des Ohres hatte ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum verabscheue ich mich und bereue in Staub und Asche.“ – Hiob 42, 5 – 6 – Hiob bekennt, dass er sein Wissen über Gott und seinen Glaube an Gott nur “aus zweiter hand“ hatte. Er hatte von anderen gehört, wer Gott war. Aber dieses Wissen aus zweiter Hand hatte ihn zu falschen Schlussfolgerungen verleitet. Doch dann als er Gott begegnete und dieser sich ihm offenbarte, erkannte Hiob, wer Gott wirklich war.  Und dieses neue Verständnis von Gott führte auch zu einer größeren Selbsterkenntnis. Wenn Hiob hier davon spricht, dass er sich verabscheut, dann zielt er damit auf seinen früheren Stolz und Unverstand gegenüber Gott. Hiob hatte eine wirkliche Veränderung seines Sinnes erfahren. Verlangte er kurz zuvor noch nach Rechtfertigung von Gott, so hatte er jetzt viel mehr empfangen: eine Offenbarung Gottes und eine ganz neue Beziehung mit Gott. Hiob hatte viel, ja zeitweise sogar alles verloren, was er besaß. Doch jetzt hatte er Gott gefunden und damit die Quelle des Lebens.

In schwierigen Zeiten, wenn Dinge geschehen, die wir nicht nachvollziehen oder verstehen können,  sind wir alle schnell versucht, der Frustration Raum zu geben. Aber wenn uns bewusst ist, wer Gott ist und dass Er auch in den schwierigsten Situationen die Kontrolle behält, dann können wir in der Beziehung zu Gott Frieden, Ruhe, Zuversicht und Kraft finden.

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Aktuell wie vor 2000 Jahren (Pakistan, China & Iran)

… Christenverfolgung heute

* Auf dem Weltverfolgungsindex 2016 findet sich Pakistan auf dem 6. Platz und damit unter den 10 Staaten, in denen Christen schwerste Bedrängnis und Verfolgung erleiden. Die Welt.online titelte am 28. März d. J.: “Terror in Pakistan: Christen als Sündenböcke“: Klick! Am Tag zuvor waren bei einem Bombenanschlag der Taliban 72 Christen, mehrheitlich Frauen und Kinder, in Lahore ums Leben gekommen, als sie in einem Park, nahe eines Kinderspielplatzes, das Osterfest begehen wollten: Klick! Vor wenigen Tagen berichtete idea.online, dass religiöse Minderheiten in pakistanischen Schulbüchern in zunehmendem Maß verunglimpft werden und dass Christen davon besonders betroffen sind: Klick! Niemand kann erahnen, wieviel Hass auf gegen Christen und andere religiöse Minderheiten auf diese Weise in die Köpfe und Herzen von unschuldigen Kindern gesät wird. Beten wir, dass diese böse Saat nicht aufgeht. Open Doors hat einige weitere, spezifische Gebetsanliegen für Pakistan veröffentlicht, die hier nachgelesen werden können: Klick!

Die Volksrepublik China nimmt auf dem Weltverfolgungsindex 2016 den 33. Platz ein. Wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) berichtet, dreht sich die Spirale der Menschenrechte in diesem Land rasant abwärts. Ein sehr interessantes Interview mit einem der besten Kenner der dortigen Lage, dem GfbV-Asienreferenten Ulrich Delius, kann man hier hören: Klick! (etwas herunter scrollen). Dass sich trotz aller Versuche, den christlichen Glauben zu unterdrücken, die Ausbreitung des Evangeliums in China nicht stoppen lässt, zeigt der ermutigende Beitrag von Yu Jie im Onlinemagazine “First Things“: “China’s Christian Future“, der hier gelesen werden kann: Klick! Das internationale Hilfswerk Open Doors hat spezifische Gebetsanliegen für China veröffentlicht: Klick!  

* Die Islamische Republik Iran nimmt auf dem Weltverfolgungsindex den 9. Platz ein und gehört damit ebenfalls zu den 10 Nationen der Erde, in denen der christliche Glaube am stärksten verfolgt wird und zwar seit Beginn der Machtübernahme durch den damaligen geistlichen Führer Ayatollah Khomeini im Jahr 1979: Klick! In diesem Zusammenhang ist die 12minütige Podcastfolge “3 Revolutions underway in the Muslim World 35 years after the Islamic Revolution in Iran“ aus dem Jahr 2014 immer noch aktuell und hörenswert: Klick!  Auch bzgl. des Irans gibt es eine Reihe sehr ermutigende Nachrichten: Im Jahr 2013 konnte eine moderne und zugleich sehr genaue Übersetzung der Heiligen Schrift in persischer Sprache fertiggestellt werden, die sich großer Beliebtheit erfreut: Klick! Die verbotene Hauskirchenbewegung des Landes erlebt trotz Verfolgung und Bedrängnis durch die staatlichen Stellen ein stetiges Wachstum: Klick! Viele der Iraner, die mit der Flüchtlingsbewegung des vergangenen Jahres nach Europa gekommen sind, lassen sich hier taufen und bekennen sich damit zum christlichen Glauben. Viele dieser Täuflinge berichten, dass sie bereits im Iran zum Glauben an den Herrn Jesus Christus gekommen sind, sich dort aber nicht taufen lassen konnten: Klick!  und Klick! – Auch für den Iran hat Open Doors spezifische Gebetsanliegen veröffentlicht: Klick!

„Gedenket der Gefangenen als Mitgefangene und derer, die Ungemach leiden, als solche, die selbst auch noch im Leibe leben.“

(Hebräer 13, 3)

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Was lese ich wenn … (1)

Was lese ich, wenn ….

… ich wissen will, wie Gott über Frauen und Kinder denkt?

 Das Lukasevangelium.

… ich etwas über die Bedeutung des Glaubens an die Person Jesu Christi erfahren will?

 Das Johannesevangelium.

… ich etwas über die Entstehung der Welt und des Volkes Israel erfahren will?

 Das 1. Buch Mose.

… ich lernen will, wie man in schwierigen Lebensumständen standhaft bleibt?

Das Buch des Propheten Daniel.

… ich wissen will, warum ich Erlösung und Vergebung meiner Schuld brauche?

Den Brief des Paulus an die Römer.

… ich wissen will, wie ein Leben ohne Gott aussieht?

Das Buch des Predigers Salomon.

… ich wissen möchte, wie man mit schwierigen Situationen in der Versammlung (= Gemeinde /Kirche) umgeht?

Den 1. und den 2. Korintherbrief.

… ich trotz meiner Treue zu Gott Leid und Bedrängnis erfahre?

Das Buch Hiob.

… ich Ermutigung brauche, den Dienst für Gott neu aufzunehmen?

Das Buch des Propheten Haggai und das Buch des Propheten Sacharja.

… ich wissen möchte, was christliche Freude ist?

Den Brief des Paulus an die Philipper.


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Reasons (why people don’t go to church)


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Die Torheit eines gekreuzigten Erlösers – Anmerkungen zu 1. Korinther 1, 18 – 25

"Cross" (2)

Cross * Foto: von „Geralt“, Pixabay User [CC0], via Wikimedia Commons

 

Anmerkungen zu 1. Korinther 2, 1 – 5

Als Grundlage für die Wortverkündigung am Mittwoch dieser Woche sollen Verse aus dem 1. Kapitel des 1. Korintherbriefes (zum Hintergrund des 1. Korintherbriefes siehe: Klick!) dienen, die wir in ihrem Kontext betrachten werden:

“Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft. Denn es steht geschrieben: „Ich will die Weisheit der Weisen vernichten, und den Verstand der Verständigen will ich wegtun.“ Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der Schulstreiter dieses Zeitlaufs? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil ja in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, so gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu erretten; weil ja sowohl Juden Zeichen fordern als auch Griechen Weisheit suchen; wir aber predigen Christus als gekreuzigt, den Juden ein Anstoß und den Nationen eine Torheit; den Berufenen selbst aber, sowohl Juden als auch Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit; denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen.

(1. Korinther 1, 18 – 25 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

Zum Kontext von 1. Korinther 1, 18 – 25

Was können wir aus dem Kontext, indem sich die von uns zu betrachtenden Verse finden, erkennen? In dem großen  Abschnitt von  1. Korinther 1, 10 bis 1. Korinther 6, 20 geht Paulus auf die Zustände ein, die in der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) in Korinth herrschten und von denen ihm berichtet worden war. Dabei geht es von 1. Korinther 1, 10 bis 1. Korinther 4, 21 um Spaltungen, die sich  innerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen abzeichneten.
In 1. Korinther 1, 10 – 17 geht Paulus auf das Grundproblem der Gläubigen in Korinth ein: Die sich abzeichnenden Spaltungen entsprangen einer inneren Einstellung, durch die einige Gläubige diese und andere Gläubige jene Diener Gottes bevorzugten. Die eine Gruppe pries die Weisheit und Predigtweise dieser Verkündiger, die andere Gruppe die Weisheit und Predigtweise jener Verkündiger. Der wahre Grund für dieses Herausstellen einzelner Diener Gottes war, dass diejenigen, die dies taten, zugleich auch sich selbst damit rühmen und erhöhen konnten. Diese Geisteshaltung stellt Paulus hier bloß: indem die Gläubigen in Korinth die Weisheit bestimmter Diener Gottes priesen, zeigten sie, dass sie von der wahren Weisheit Gottes noch gar nichts verstanden hatten.
Im Anschluss daran zeigt der Apostel in dem Abschnitt von 1. Korinther 1, 18 bis 1. Korinther 2, 5 auf, dass das Evangelium in völligem Widerspruch zur menschlichen Weisheit steht. Paulus arbeitet den großen Unterschied zwischen menschlicher Klugheit und dem Kreuz Christi heraus (1. Korinther 1, 17). Das Kreuz Christi und das mit ihm verbundene Evangelium ist keine “Weisheit“ wie sie die menschlichen Philosophien, die in Korinth sehr verbreitet und angesehen waren, vertreten. Die Botschaft von einem gekreuzigten Erlöser ist für die Vertreter der menschlichen Weisheit, die Philosophen, nicht anziehend (1. Korinther 1, 18 – 25) und dementsprechend betrachten die Philosophen auch die Menschen, die dem Evangelium Jesu Christi glaubend vertrauen, nicht als weise  (1. Korinther 1, 26 – 31). Paulus zeigt dann in 1. Korinther 2, 1 – 5 auf, dass seine Verkündigung, obwohl sie nach menschlichem Ermessen ohne jegliche (philosophische) Weisheit war, zu kraftvollen Ergebnissen führte: Menschen waren zum Glauben an den Herrn Jesus Christus gekommen, waren vor der ewigen Verdammnis und dem Zorn Gottes errettet worden, hatten Erlösung, ewiges Leben und Frieden mit Gott empfangen. Diese Veränderungen waren, bei allen Schwächen die die Gläubigen in Korinth aufwiesen, sichtbar. Sie konnten nicht geleugnet werden. Denn die “Torheit Gottes“, die Verkündigung des Evangeliums, war stärker als alle “Weisheit der Menschen“, d.h. der menschlichen Philosophien. Wo hatte die “Weisheit“ der griechischen Philosophen schon jemals eine solche Lebensveränderung bewirkt?
In 1. Korinther 2, 6 – 16 verweist der Apostel dann auf den Dienst des Heiligen Geistes, den er in den Versen 4 – 5 bereits angesprochen hat. Die Gläubigen in Korinth sollten lernen, dass der christliche Dienst, die Verkündigung, unter ganz anderen Vorzeichen gesehen werden muss. Eindrucksvolle Reden waren kein Zeichen besonderer, geschweige denn göttlicher Weisheit. Die griechischen Philosophen hielten sehr oft rhetorisch beeindruckende Reden.  Aber darauf kam (und kommt) es im christlichen Dienst, bei der Verkündigung des Evangeliums, nicht an. Denn menschliche Worte, seien sie auch noch so gewählt und beeindruckend, können das menschliche Herz nicht erneuern. Der Schlüssel zu echter geistlicher  Erneuerung lag (und liegt) in dem Dienst des Heiligen Geistes, der den Gläubigen Erleuchtung und Erkenntnis schenkt. Menschen, die wahre Weisheit, göttliche Weisheit, suchen, können diese nicht ohne den Dienst des Geistes Gottes empfangen. Wir dürfen hier nicht den Fehler begehen, der in der Vergangenheit von so vielen Christen gemacht wurde. Viele schlossen aus diesen Worten des Apostels, dass es nur der Erleuchtung des Heiligen Geistes bedurfte, um das Wort Gottes zu verstehen und dass man darum keinen Fleiß zu einem ernsthaften Studium der Heiligen Schrift mehr aufzuwenden brauche. Doch dies ist eindeutig eine falsche Schlussfolgerung, denn derselbe Apostel Paulus fordert seinen Mitarbeiter Timotheus (und mit ihm alle Verkündiger des Evangeliums) in 2. Timotheus 2, 15 (SCHL’2000):

“Strebe eifrig danach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt (“richtig unterscheidet“ / “gerade schneidet“).“

Beides ist untrennbar miteinander verbunden, wenn es um das richtige Verständnis des Wortes Gottes geht: die Bitte um die Leitung und Belehrung durch den Geist Gottes und ernsthaftes, genaues Studium der Heiligen Schrift in ihrem Gesamtzusammenhang.

Anmerkungen zu 1. Korinther 1, 18 – 25

* “Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft. – 1. Korinther 1, 18 – Mit diesem Vers setzt der Apostel das Wort bzw. die Botschaft vom Kreuz, also das Evangelium Jesu Christi,  der Botschaft der menschlichen Weisheit entgegen, wie er sie in den Versen zuvor, insbesondere in Vers 17, kritisiert hat:

“Ich sage aber dies, dass jeder von euch sagt: Ich bin des Paulus, ich aber des Apollos, ich aber des Kephas, ich aber des Christus. Ist der Christus zerteilt? Ist etwa Paulus für euch gekreuzigt, oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden? Ich danke Gott, dass ich niemand von euch getauft habe, außer Krispus und Gajus, damit nicht jemand sage, dass ihr auf meinen Namen getauft worden seiet. Ich habe aber auch das Haus des Stephanas getauft; sonst weiß ich nicht, ob ich jemand anders getauft habe. Denn Christus hat mich nicht ausgesandt, zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen; nicht in Redeweisheit, damit nicht das Kreuz Christi zunichtegemacht werde.“

(1. Korinther 1, 12 – 17 ELBEDHÜ)

Das Kreuz ist das zentrale Thema des Evangeliums, nicht menschliche Weisheit, nicht Menschen, auch nicht Diener Gottes. Wenn wir etwas anderes in den Mittelpunkt der christlichen Verkündigung stellen, dann machen wir “das Kreuz Christi“, d.h. den Kernpunkt der christlichen Verkündigung, zunichte. Damit aber nehmen wir der Verkündigung jegliche Kraft.
Das Kreuz  hat alle menschlichen Versuche der Selbsterlösung, egal wie weise sie erschienen, als Illusion entlarvt.
Das Kreuz war das abscheulichste Hinrichtungswerkzeug der damaligen Welt. Wir können es vielleicht mit dem elektrischen Stuhl vergleichen. Dennoch – und entgegen aller menschlichen Weisheit – war gerade dieses abscheuliche Kreuz der Ort, an dem Gott Seine ganze Liebe zu einer verlorenen Menschheit offenbar werden ließ (Johannes 3, 16; Römer 5, 8). Darum liegt auch allein in der Verkündigung dieses Kreuzes die Kraft, durch die Menschen errettet und in eine Beziehung zu Gott gebracht werden können. In jenen, die das Wort vom Kreuz glauben, entfaltet es seine Kraft zur Errettung. Jene dagegen, die in ihrer Weisheit das Wort vom Kreuz als Torheit verwerfen, gehen verloren.

* “Denn es steht geschrieben: Ich will die Weisheit der Weisen vernichten, und den Verstand der Verständigen will ich wegtun.“ – 1. Korinther 1, 19 – Paulus zitiert hier den Propheten Jesaja, der bereits viele Jahrhunderte zuvor schrieb:

“Und der Herr hat gesprochen: Weil dieses Volk sich mit seinem Mund naht und mich mit seinen Lippen ehrt und sein Herz fern von mir hält und ihre Furcht vor mir angelerntes Menschengebot ist: darum, siehe, will ich fortan wunderbar mit diesem Volk handeln, wunderbar und wundersam; und die Weisheit seiner Weisen wird zunichtewerden, und der Verstand seiner Verständigen sich verbergen.“

(Jesaja 28, 13 – 14 ELBEDHÜ)

Mit diesem Zitat zeigt Paulus zum einen auf, dass Gott schon immer so gehandelt hat, um die menschliche Weisheit zu entlarven. Zum anderen sieht der Apostel die vollkommene Erfüllung dieses prophetischen Wortes in dem Kreuz Christi.

* “Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der Schulstreiter dieses Zeitlaufs? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?“ – 1. Korinther 1, 20 – Die Fragen, die Paulus hier stellt, ähneln den Fragen, die der Prophet Jesaja stellte, als die Pläne der Assyrer, Jerusalem einzunehmen, misslangen (Jesaja 19, 11 – 12; Jesaja 33, 18). Damals hatte Gott Seinem Volk durch den Propheten die Versicherung gegeben, dass Er die Weisheit und Pläne der Assyrer zunichte machen würde. Genauso geschah dann auch (vgl. 2. Könige 17). Paulus macht mit diesem Zitat deutlich: Damals wie heute weiß Gott die Pläne der Menschen zu vereiteln, die sich selbst als “weise“ ansehen oder gar sich selbst als “weise“ bezeichnen. Die “Weisheit der Welt“ steht hier im Gegensatz zu der Weisheit Gottes, die durch das Kreuz Christi geoffenbart wurde. Drei Gruppen werden hier angesprochen: 

  1. Die Weisen. Gemeint sind Personen, die nach den Kriterien der “Weisheit der Welt“ als “Weise“ gelten. Doch die “Weisheit der Welt“ vermag weder die Erkenntnis Gottes zu vermitteln, noch vermag sie den Menschen zu erlösen. Denn es ist die Weisheit einer gefallenen, von Sünde verunreinigten Welt, die sich von Gott, der Quelle des Lebens und aller Weisheit, entfernt hat. Der Verstand, auf den diese Menschen setzen, hat erstaunliche philosophische Systeme und Theorien hervorgebracht, doch sie konnten den Menschen weder auf den Weg zu Gott führen, noch ihm Frieden mit Gott vermitteln. Ein Beispiel für diese menschliche Weisheit sehen wir in Petrus, der, als Sein Herr und Meister von seinem bevorstehenden Tod am Kreuz sprach, Ihn hindern wollte und dafür scharf zurechtgewiesen wurde (Matthäus 16, 21 – 23). Erst nach der Auferstehung Jesu konnte Petrus durch die Belehrung des Heiligen Geistes das verstehen, was er zuvor noch verhindern wollte (vgl. 1. Petrus 2, 24).
  2. Die Schriftgelehrten. Gemeint sind die Schriftgelehrten aus dem Judentum. Ihre Lehre war gekennzeichnet vom Gesetz. Das Gesetz kannte jedoch nur Forderungen: “Und ich gab ihnen meine Satzungen und tat ihnen meine Rechte kund, durch die der Mensch, wenn er sie tut, leben wird.“ (Hesekiel 20, 11; vgl. Lukas 10, 28). Und wer nicht in der Lage war, die Forderungen des Gesetzes vollkommen zu erfüllen – und das war kein Mensch! – den verurteilte das Gesetz (Galater 3, 10). Mehr konnte das Gesetz nicht tun. Niemand konnte durch das Gesetz Erlösung oder Frieden mit Gott finden.
  3. Die Schulstreiter dieses Zeitlaufs. Das griechische Wort “συζητητής“ (“suzetetes“) bezeichnet einen Menschen, der über ein großes Wissen auf theoretischem oder praktischen Gebiet verfügte und insbesondere in der Rhetorik geschult war. Doch ihr umfangreiches Wissen und ihre Fähigkeit, dieses in Diskussionen und Disputen erfolgreich zu verteidigen, versetzte diese Menschen nicht in die Lage, Gott zu erkennen, geschweige denn Seine Erlösung zu verstehen. Denn all‘ ihr Wissen und all‘ ihre Fähigkeiten gehörten “diesem Zeitlauf“ an, d.h. einer von Gott losgelösten Welt (vgl. Epheser 2, 2).

Diese drei Gruppen stehen gemeinsam für die Versuche des Menschen, aus eigener Kraft, mittels eigenem Verstand und ohne Gottes Hilfe die Fragen des Lebens zu lösen und den Sinn des Lebens zu finden. Ein Unterfangen, dass zum Scheitern verurteilt ist.

* “Denn weil ja in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, so gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu erretten; (…) – 1. Korinther 1, 21 – Menschliche Weisheit und Vernunft sind nicht in der Lage, Gott zu erkennen oder den  Menschen von der Kraft der Sünde zu erlösen. Beides – die Begegnung mit dem lebendigen Gott und die Befreiung von der Sünde – erfährt der Mensch nur, wenn er der törichten Botschaft vom Kreuz, der Botschaft von einem gestorbenen Heiland, glaubt. Wer das jedoch tut, erfährt die lebensverändernde Kraft dieser Botschaft (2. Korinther 13, 4). 

* “(…) weil ja sowohl Juden Zeichen fordern als auch Griechen Weisheit suchen; (…) – 1. Korinther 1, 22 –  Noch einmal greift Paulus die menschlichen Versuche auf,  unabhängig von Gott Erlösung und Sinn zu finden. Dabei stehen die Juden stellvertretend für Menschen, die nach Zeichen verlangen, nach Demonstrationen der Macht Gottes (vgl. Matthäus 12, 28; Matthäus 16, 1 – 4; Markus 8, 11 – 12; Lukas 11, 29; Johannes 2, 18; Johannes 6, 30).  Das Kreuz Christi dagegen musste für sie ein Zeichen der Schwachheit sein. Die Griechen hingegen suchten keine Machtdemonstrationen. Sie waren an menschlicher Weisheit interessiert, durch die ihnen die Welt erklärbar und sinnvoll erschien. Das Kreuz aber  machte nach ihren Vorstellungen absolut keinen Sinn.  Wie konnte man an jemanden glauben, der ganz offensichtlich nicht einmal die Macht besaß, sich selbst vor einer Verurteilung und Hinrichtung als Straftäter zu bewahren, wenn er doch unschuldig war? Wie konnte man zu solch‘ einer Person aufschauen und von ihr Weisheit erwarten? Juden und Griechen stehen hier für das, was menschliche Weisheit erwartet: Gott muss so handeln, wie wir Menschen es uns vorstellen, wie wir Menschen es erwarten. Er muss allmächtig und allweise sein  und alles, was Er tut muss zu unseren Gunsten sein. Das aber ist nicht der wahre und lebendige Gott, wie Er sich uns in Seinem Wort geoffenbart hat, sondern ein Götze nach unseren eigenen Vorstellungen und Wünschen, ein  Götze, der “Sinn macht“.
Obwohl der Herr Jesus Christus während Seines dreijährigen Dienstes in Israel zahlreiche Zeichen und Wunder tat, erkannten ihn  die Schriftgelehrten, Pharisäer und Sadduzäer nicht an, denn Er tat nicht die Zeichen tat, die sie sehen wollten: Zeichen und Wunder, durch die sie vom Joch der Römer befreit werden würden. Doch gerade dieser Messias-Erlöser, der nicht ihren Wünschen entsprach, entsprach, war der Messias-Erlöser, der ihren tiefsten Bedürfnissen entsprach. Denn nichts brauchten diese Menschen damals (und wir heute!) mehr, als die Befreiung von den Sünden, der ewigen Trennung von Gott.

* “(…) wir aber predigen Christus als gekreuzigt, den Juden ein Anstoß und den Nationen eine Torheit; (…)“ – 1. Korinther 1, 23 – Den Juden ist der gekreuzigte Messias ein Ärgernis, weil sie in dem kommenden Messias primär eine Person sahen, auf der Gottes Segen ruhen würde (Jesaja 11, 2) und der siegreich über die Feinde Israels triumphieren würde, obwohl die Propheten (auch) das Kommen eines leidenden Messias vorhergesagt hatten (Jesaja 58, 1 ff). Die Tatsache, dass Er gekreuzigt wurde, war für sie ein sicheres Zeichen, dass Gott Ihn verflucht und verworfen hatte (5. Mose 21, 23; Galater 3, 13). Die Nationen außerhalb Israels lehnten (und lehnen) genauso die Botschaft des gekreuzigten Christus ab. Ihnen war es vollkommen unverständlich, wie ein hingerichteter Verbrecher ihre Erlösung bewirken sollte. Solch‘ eine Verkündigung war doch nichts als pure Torheit! Und bis heute finden wir solche Ansichten, auch unter “christlichen Theologen“, die davon sprechen, Gott habe kein Sühnopfer nötig und der Sohn Gottes sei nicht für die Sünden der Welt gestorben. Auch für diese Menschen ist die Botschaft vom Kreuz Christi eine Torheit, denn sie entspricht nicht ihren Vorstellungen von Gott.
Paulus jedoch betont, dass er – trotz allen Widerstandes und trotz aller Ablehnung durch Juden und Nationen – genau diese Botschaft weiter verkündigen wird und dafür hat er einen guten Grund:

* “(…) den Berufenen selbst aber, sowohl Juden als auch Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit; (…)“ – 1. Korinther 1, 24 – Innerhalb der beiden großen Gruppen von Menschen – Juden und Nationen – gibt es Menschen, die die Weisheit Gottes in dieser “törichten Verkündigung“ erkennen und zu ihrem Heil annehmen würden (1. Korinther 1, 2; Römer 8, 28 – 30). Beachten wir: Der Inhalt der Verkündigung des Paulus war nicht das Kreuz, sondern der gekreuzigte Christus.  Allein durch Ihn und Sein Opfer am Kreuz, ist der Weg des verlorenen Menschen zu Gott frei. Diese Menschen, die Paulus hier als Berufene bezeichnet, sie haben den Ruf Gottes durch die Predigt von dem gekreuzigten Christus vernommen und angenommen. Und als sie dies taten, erlebten sie auch, dass “in Christus alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis“ verborgen waren (Kolosser 2, 3). Doch noch mehr: Durch den Glauben an den gekreuzigten Christus erfuhren sie auch die Kraft Gottes, die sie von der Sünde und ihren Folgen befreite.

* “(…) denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen.“ – 1. Korinther 1, 25 – So erweist sich “das Törichte Gottes“ als weiser als alle Menschenweisheit und “die Schwäche Gottes“ als stärker als alle Kraft der Menschen. Diese Kraft Gottes wird im Leben eines jeden Menschen sichtbar, der den Ruf Gottes annimmt und an die “törichte Botschaft“ von dem gekreuzigten Christus glaubt.

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BAB am 01.08.2016

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* Lesenswert / Hörenswert I: Deutschlandfunk: “Antisemitismus 2016: Das neue Unbehagen in jüdischen Gemeinden“: Klick! 

* Lesenswert / Beteiligungswert II: Change.org: “Lost in Translation: Keep “Father“ & “Son“ in the Bible“: Klick! 

* Lesenswert III: Welt.de: “USA: Leihmutter soll einen Drilling abtreiben“: Klick!

* Lesenswert IV: Welt.de: “Ostdeutschland: Studie zeigt großes religiöse Interesse in Ostdeutschland“: Klick!

* Sehenswert I: William McCants: “The History, Strategy and Doomsday Vision of the Islamic State“:

 

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