[Repost] Anmerkungen zu 2. Korinther 1, 15 – 22

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Ein so genanntes LMLK-Siegel aus der Zeit König Hiskias (700 v. Chr.). Sie wurden benutzt, um Vorratskrüge zu versiegeln. Foto: By Funhistory at English Wikipedia [Public domain], via Wikimedia Commons

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Anmerkungen zu 2. Korinther 1, 15 – 22

Die Bibelverse, die der Wortverkündigung am kommenden Sonntag zugrunde liegen sollen, sind dem 2. Korintherbrief (zum Hintergrund des 2. Korintherbriefes siehe: Klick!) entnommen und werden nachfolgend in ihrem Kontext betrachtet:

„Und in diesem Vertrauen wollte ich früher zu euch kommen, damit ihr eine zweite Gnade hättet, und bei euch hindurch nach Mazedonien reisen und wieder von Mazedonien zu euch kommen und von euch nach Judäa geleitet werden. Habe ich nun, indem ich mir dies vornahm, mich etwa der Leichtfertigkeit bedient? Oder was ich mir vornehme, nehme ich mir das nach dem Fleisch vor, damit bei mir das Ja-ja und das Nein-nein wäre? Gott aber ist treu, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein ist. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, wurde nicht Ja und Nein, sondern es ist Ja in ihm. Denn so viele der Verheißungen Gottes sind, in ihm ist das Ja, darum auch durch ihn das Amen, Gott zur Herrlichkeit durch uns. Der uns aber mit euch befestigt in Christus und uns gesalbt hat, ist Gott, der uns auch versiegelt hat und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben hat.“

(2. Korinther 1, 15 – 22 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

Zur Situation der Christen in Korinth

Um den gelesenen Text besser verstehen zu können, rufen wir uns die Situation der Christen in Korinth, an die der Apostel Paulus diese Zeilen schrieb, ins Gedächtnis. Die Geschichte der Christen in Korinth ist auch eine Geschichte von Problemen unterschiedlichster Art:
Die Versammlung (= Gemeinde) in Korinth war im Rahmen der Missionstätigkeit des Apostels Paulus entstanden und die Anfänge dieser Arbeit in Korinth waren ermutigend gewesen. Später traten jedoch zahlreiche Probleme auf. An anderer Stelle habe ich diese Entwicklung bereits kurz skizziert: Während sich der Apostel Paulus im Rahmen seiner dritten Missionsreise in Ephesus aufhielt, erreichten ihn beunruhigende Nachrichten. Jene Streitfragen in Korinth, von denen ihm Gläubige berichtet hatten und die er durch seinen zweiten Brief (unseren 1. Korintherbrief) zu lösen versucht hatte, waren noch immer nicht beigelegt. Daraufhin besuchte er die Gläubigen in Korinth erneut (2. Korinther 2, 1; 2. Korinther 12, 14; 2. Korinther 13, 1 – 2). Diesen Besuch bezeichnet er als “schmerzhaft”, denn selbst durch seine Anwesenheit konnten nicht alle Konflikte geschlichtet werden (2. Korinther 2, 5 – 8; 2. Korinther 7, 12).
Nach Ephesus zurückgekehrt, schrieb Paulus dann einen weiteren, sehr ernsten Brief, den er den Korinthern durch Titus und einen weiteren Bruder überbringen ließ (2. Korinther 2, 3 – 4; 2. Korinther 7, 8 – 12; 2. Korinther 12, 18). Dieser Brief ist uns nicht überliefert worden. Mit großer Spannung erwartete der Apostel dann die Rückkehr seines Mitarbeiters und dessen Bericht. Doch aufgrund von Verfolgung musste Paulus Ephesus verlassen (Apostelgeschichte 20, 1) und einige Zeit in Troas Station machen. Anschließend reiste er dann Richtung Mazedonien, um auf diesem Weg Titus zu treffen (2. Korinther 2, 12 – 13). Dieser überbrachte dem Apostel positive Nachrichten: Die Mehrheit der Gläubigen in Korinth war von ihren falschen Wegen umgekehrt (2. Korinther 7, 6 – 16; 2. Korinther 2, 5 – 11). Nur wenige in Korinth lehnten den Dienst und Hilfe durch Paulus noch immer ab (2. Korinther 10, 113, 10). Daraufhin schrieb der Apostel den Gläubigen in Korinth einen weiteren Brief und dies ist der Brief, den wir als 2. Korintherbrief kennen. In diesem Brief geht Paulus auf die – restlichen – noch bestehenden Probleme in Korinth ein. Einleitend richtet der Apostel den Blick seiner Leser nicht auf die genannten Probleme, sondern auf zwei wichtige Wesensmerkmale Gottes – Barmherzigkeit und Trost – aus (2. Korinther 1, 1 – 7). Im Anschluss daran spricht Paulus seinen Dank für die erlebte Befreiung gegenüber Gott aus (2. Korinther 1, 8 – 11). Dann folgt ein großer Abschnitt (2. Korinther 1, 122. Korinther 2, 17) in dem der Apostel sein Verhalten im Zusammenhang mit seinem angekündigten Besuch und bzgl. seiner Gegner verteidigt. Paulus hatte den Gläubigen einen erneuten Besuch angekündigt/versprochen (vgl. 1. Korinther 16, 5), musste diesen jedoch aufgrund der Verfolgung zurückstellen. Doch Paulus stieß bei den Korinthern nicht auf Verständnis für seine Situation. Im Gegenteil! Die Gläubigen dort hegten Argwohn gegenüber seinen Aussagen. So betont Paulus in 2. Korinther 1, 12 – 14 noch einmal die Ernsthaftigkeit seines Handelns. Darauf folgend legt der Apostel in 2. Korinther 1, 15 – 22 dar, dass sein Dienst – entgegen der Vorwürfe seiner Gegner in Korinth – von beständig und ohne Widersprüche war.

Kurze Anmerkungen zu 2. Korinther 1, 15 – 22

* “Und in diesem Vertrauen wollte ich früher zu euch kommen, damit ihr eine zweite Gnade hättet, und bei euch hindurch nach Mazedonien reisen und wieder von Mazedonien zu euch kommen und von euch nach Judäa geleitet werden.“2. Korinther 1, 15 – 16 – Nachdem Paulus in den vorausgehenden Versen betont hat, dass sein Dienst gegenüber den Korinthern von Kontinuität und Ehrlichkeit geprägt war, geht er jetzt noch einmal auf seine Reisepläne ein. Er hatte geplant, auch sie im Zusammenhang mit einer größeren Reise zu besuchen. Die Planung dieser Reise, die er ihnen zuvor mitgeteilt hatte (vgl. 1. Korinther 16, 5), hatte er im Vertrauen und unter Einbeziehung aller Informationen, die er zum damaligen Zeitpunkt hatte, vorgenommen. Doch die Verhältnisse hatten sich geändert, so dass er nicht in der Lage war, sein Vorhaben zu realisieren. Hätte Paulus seinem ursprünglichen Plan folgen können, dann hätte er sogar zweimal in Korinth Station gemacht: einmal auf dem Weg nach Mazedonien und einmal auf dem Weg von Mazedonien nach Judäa. Diesen doppelten Besuch bezeichnet er in diesem Zusammenhang als “zweite Gnade“. Man kann vielleicht auch von “doppelte Gnade“ sprechen.

* “Habe ich nun, indem ich mir dies vornahm, mich etwa der Leichtfertigkeit bedient? Oder was ich mir vornehme, nehme ich mir das nach dem Fleisch vor, damit bei mir das Ja-ja und das Nein-nein wäre?“2. Korinther 1, 17 – Paulus stellt zwei rhetorische Fragen, die – das macht der griechische Text deutlich – eine negative Antwort erwarten. Denn für den Apostel war es völlig undenkbar, dass irgendein Gläubiger in Korinth ihm falsche Motive oder Treuelosigkeit unterstellen konnte. War er nicht gleichsam der geistliche Vater dieser Versammlung (= Gemeinde) und damit auch einer großen Anzahl der Gläubigen, die dort zusammenkamen? hatten sie ihn nicht gründlich kennengelernt? – Paulus betont, dass er sich bei der Planung seiner Reise nicht auf sein Fleisch verlassen hat. “Fleisch“, grch. “σάρξ“ / “sarx“, meint in diesem Zusammenhang “die fleischliche, irdische, menschliche Natur, die sich außerhalb des Einflusses Gottes befindet¹. Diese Natur, die für jede Art der Sünde anfällig ist, widersteht Gott. Offensichtlich hatten die Gegner Paulus in Korinth ihm vorgeworfen, seine Reisepläne und Besuchszusagen wären aus eben dieser irdischen Natur entstanden. Doch Paulus erklärte darauf, dass er seinen Dienst er in völliger Abhängigkeit von Gott und Seinem Willen ausführte. Und wer ihn kannte bzw. seine Briefe mit Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen hatte, der wusste das auch (vgl. 1. Korinther 4, 19; 1. Korinther 16, 7; Apostelgeschichte 18, 21; Römer 1, 10; Römer 15, 32). Der Vorwurf der Gegner des Paulus in Korinth ging aber noch darüber hinaus. Sie stellten nicht nur seinen Charakter und die geistliche Substanz seines Dienstes in Frage. Nein, sie stellten nun auch die Glaubwürdigkeit des von ihm verkündeten Evangeliums in Frage!

* “Gott aber ist treu, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein ist.“2. Korinther 1, 18 – Paulus antwortet darauf nicht mit einer Verteidigung seiner Person, sondern verweist auf die Treue Gottes. Sie ist ein Grundthema in allen paulinischen Briefen (vgl. 1. Korinther 1, 9; 1. Korinther 10, 13; 1. Thessalonicher 5, 24; 2. Thessalonicher 3, 3) Und weil Treue ein Wesenszug Gottes ist, darum ist Er auch vollkommen vertrauenswürdig. Das ist keine Erfindung des Paulus, nein, das lehren uns bereits die Schriften des Alten Testaments (vgl. 2. Mose 34, 6 – 7; 5. Mose 7, 9; Jesaja 49, 7; Klagelieder 3, 23). Dieselben betonen auch immer wieder, dass die aus dem Charakter Gottes resultierende Vertrauenswürdigkeit unveränderlich ist (vgl. Maleachi 3, 6; 2. Mose 3, 14 – 15; 4. Mose 23, 19; 1. Samuel 15, 29; Jakobus 1, 17; 1. Johannes 1, 5). Die Schlußfolgerung, die sich aus dieser Tatsache ergibt, ist, dass auch die Botschaft, die Gott verkünden lässt, keinen “doppelten Boden“ hat. Das durch seine Boten verkündete Evangelium enthält keine Aussagen bzw. Verheißungen, die Er nicht bestätigen bzw. erfüllen würde. Aus diesem Grund ist auch das von Paulus verkündete Evangelium vertrauenswürdig. Denn das Evangelium hat gründet ja nicht in der Person des Paulus, sondern in der Person des allmächtigen und vertrauenswürdigen Gottes. Darum ist und bleibt das Evangelium auch zuverlässig, selbst dann, wenn Paulus die von ihm geplanten Reisetermine nicht einhalten kann.

* “Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, wurde nicht Ja und Nein, sondern es ist Ja in ihm.“2. Korinther 1, 19 – Unveränderliche Treue ist nicht nur ein Wesenszug Gottes, des Vaters, sondern genauso ein Wesenszug des Sohnes Gottes, unseres Herrn Jesus Christus. Das musste allen, die Ihn, den Erlöser, wirklich erlebt hatten, auch bewusst sein. Er, der von sich sagte, dass Er die Wahrheit ist (Johannes 14, 6) kann dementsprechend auch gar nicht anders als treu und vertrauenswürdig sein. Wie unsinnig war es daher, den Apostel, der sein ganzes Leben im Dienst für diesen Erlöser opferte, der Lüge zu bezichtigen. Das schloss natürlich auch die Mitarbeiter des Paulus – Silvanus und Timotheus werden hier namentlich genannt – mit ein.

* “Denn so viele der Verheißungen Gottes sind, in ihm ist das Ja, darum auch durch ihn das Amen, Gott zur Herrlichkeit durch uns.“1. Korinther 1, 20 – Die Verheißungen, auf die sich Paulus hier bezieht, sind jene, die in Christus bereits ihre Erfüllung gefunden haben. Genau das war der Inhalt der Verkündigung des Paulus und seiner Mitarbeiter. Genau das hatten er und seine Mitarbeiter aus der Heiligen Schrift des Alten Testaments belegt und zwar nicht nebulös, sondern definitiv. Daran mussten sich auch die Gläubigen in Korinth erinnern, die dem Apostel jetzt vorwarfen, dass sein Wort nicht vertrauenswürdig wäre. Hatten nicht dieselben Korinther seine Verkündigung früher gläubig mit einem kräftigen “Amen!“ bestätigt? Und hatten sie damit nicht auch ihre Einheit mit Gott und den von Ihm gesandten Verkündigern seines Wortes bekundet? Gott war treu und vertrauenswürdig. Das hatte Er unter Beweis gestellt, denn die von Ihm gegebenen Verheißungen hatten sich in Christus erfüllt. Diese Tatsachen waren Inhalt der Verkündigung des Paulus und seiner Mitarbeitern. Das hatten die Korinther bisher auch stets anerkannt und zur Ehre (Herrlichkeit/Lob) bekräftigt. Wollten sie all‘ das jetzt verwerfen, weil Paulus seine Reisepläne nicht einhalten konnte? Wenn sie das taten, dann erwiesen sie sich als unbeständig/untreu! Denn dann machten sie ihren Glauben abhängig von dem Handeln eines Menschen. Dabei sollten sie doch ihr Vertrauen ganz und gar in den unwandelbaren Gott setzen (2. Korinther 1, 12 + 15 + 20)!

* “Der uns aber mit euch befestigt in Christus und uns gesalbt hat, ist Gott, der uns auch versiegelt hat und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben hat.“ 2. Korinther 1, 21 – 22 – Ausgehend von dem gemeinsamen “Amen!“, mit dem die Korinther die Verkündigung des Evangeliums bekräftigt hatten und das ein Zeichen ihrer Einheit mit Paulus war, geht Paulus nun einen Schritt weiter. Er zeigt seinen Lesern auf, dass der unwandelbare Gott “uns“, d.h. Paulus und seine Mitarbeiter, mit “euch“, d.h. den Gläubigen in Korinth, in Christus – der absoluten und unveränderlichen Wahrheit -, gesalbt, ja versiegelt und “uns“, d.h. Paulus, seinen Mitarbeitern und allen Gläubigen, das Unterpfand des Geistes in die Herzen gegeben hat. Was bedeutet das? Gott hat alle Gläubigen auf dreifache Weise in Christus – der absoluten und unveränderlichen Wahrheit – befestigt und zwar

  1. indem die Gläubigen mit dem Heiligen Geist gesalbt wurden, wie auch Christus, d.h. “der Gesalbte“. Die Salbung fand statt, als sie ihr Vertrauen in Christus setzten und Ihn als ihren Herrn und Erlöser annahmen. Gott bewirkte durch seinen Geist in ihnen die neue Geburt (Johannes 3, 1 – 6), erfüllte ihr Herz mit Seiner Liebe (Römer 5, 5), machte sie zu einem Tempel des Heiligen Geistes (1. Korinther 6, 19), rüstete sie zu dem von Ihm gegebenen Dienst aus (1. Johannes 2, 20 + 27). Das alles war wichtig. Doch die wichtigste Wahrheit in diesem Zusammenhang war und ist, dass Gott alle an Christus Gläubigen durch Seinen Geist zu einer unverbrüchlichen Einheit verbunden hat: “Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden.“ (1. Korinther 12, 13). Diese von Gott gestiftete Einheit Seiner Kinder ist eine geistliche Tatsache, die durch keinen Menschen rückgängig gemacht werden kann. Aber die Gläubigen – und das war auch bei den Korinthern der Fall – können sich natürlich so verhalten, als gäbe es diese Einheit nicht. Indem Paulus die Korinther daran erinnert, dass Gott sie mit Seinem Geist gesalbt hat, erinnert er sie gleichfalls daran, dass sie gegenwärtig nicht in Übereinstimmung mit dieser göttlichen Tatsache leben und ihr Wandel dementsprechend dringend einer Korrektur bedarf.
  2. indem Gott alle Gläubigen versiegelt hat. In der Welt des Altertums war ein Siegel ein Zeichen, mit dem man seinen Besitz markierte, verifizierte und sicherte. Gott selbst hat die Seinen mit dem Heiligen Geist versiegelt und damit eindeutig zum Ausdruck gebracht, dass sie Sein Besitz sind, dass sie wirklich Seine Kinder sind und dass Er die ewige Sicherheit ihres Heils garantiert (Johannes 3, 33; Epheser 1, 13; Epheser 4, 30).
  3. indem Gott den an Christus Gläubigen Seinen Geist geschenkt hat, hat Er ihnen gleichsam ein “Unterpfand“, d.h. ein Angeld/eine erste Rate von all‘ dem gegeben, was Er ihnen als Erbe verheißen hat. Kommentatoren verweisen darauf, dass das in diesem Zusammenhang gebrauchte griechische Wort “ἀρῥαβών“ (“arrhabon“) in der außerbiblischen griechischen Literatur auch als Bezeichnung für einen Verlobungsring, also das Zeichen des festen Versprechens einer zukünftig folgenden Ehe, benutzt wurde.

Diese drei geistlichen Tatsachen, die Paulus den Christen in Korinth ins Gedächtnis ruft, befestigen alle Gläubigen in Christus. Das bedeutet aber auch, dass sie alle Gläubigen in Christus zu einer Einheit zusammenschließen. Ein Verhalten, dass nicht diesen göttlichen Tatsachen entspricht, widerspricht damit der Wahrheit und dem Wirken Gottes. Damit widerlegt Paulus die Anklage seiner Gegner in Korinth, dass er durch die Veränderung seiner Reisepläne unglaubwürdig geworden ist. Vielmehr wird deutlich, dass sie, die nicht die von Gott geschaffene Einheit praktisch verwirklichen, unglaubwürdig sind.

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Gesichter der Verfolgung: Damaris aus Kenia

In der Video-Reihe “Gesichter der Verfolgung“ stellt das internationale Hilfswerk für verfolgte Christen –  Open Doors  – Lebenszeugnisse von Christen vor, die in Ländern leben, in denen der christliche Glaube unterdrückt oder sogar verfolgt wird. Der nachfolgende Erfahrungsbericht von Damaris aus Kenia beschreibt eindrücklich die Situation der Christen in diesem Land, das ehemals ein sehr begehrtes Urlaubsziel für Topuristen aus aller Welt war:

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[Repost] Neue Schöpfung – Anmerkungen zu Offenbarung 21, 1 – 8

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Adlernebel * Foto: Bernhard Mayr / pixelio.de

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Anmerkungen zu Offenbarung 21, 1 – 8

Am Mittwoch dieser Woche soll ein Vers aus dem 21. Kapitel des Buches der Offenbarung (einleitende Gedanken zur Offenbarung siehe hier: Klick!) betrachtet werden. Wie immer untersuchen wir diesen Vers in seinem Kontext:

“Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herabkommen von Gott, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Thron sagen: Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der, der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht [zu mir]: Schreibe, denn diese Worte sind gewiss und wahrhaftig. Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden aus der Quelle des Wassers des Lebens geben umsonst. Wer überwindet, wird dieses erben, und ich werde ihm Gott sein, und er wird mir Sohn sein. Den Feigen aber und Ungläubigen und mit Gräueln Befleckten und Mördern und Hurern und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern – ihr Teil ist in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt, welches der zweite Tod ist.“

(Offenbarung 21, 1- 8 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

Zum Hintergrund von Offenbarung 21, 1 ff.

Offenbarung 21, 5 bzw. Offenbarung 21, 1 – 8 ist Teil eines großen Abschnitts (Offenbarung 21, 1Offenbarung 22, 5), in dem Johannes jenen ewigen Zustand sehen darf, den der lebendige Gott nach dem Ende des Millenniums, des 1000jährigen Friedensreiches, einleiten wird.
Verschiedene Ausleger verweisen darauf, dass uns in diesem großen Abschnitt, der die neue Schöpfung beschreibt, eine Gegenüberstellung zur ersten Schöpfung  Gottes vor Augen gestellt wird: Während in 1. Mose 1, 1 die Himmel und die Erde geschaffen werden, finden wir in Offenbarung 21, 1 einen neuen Himmel und eine neue Erde. Die in 1. Mose 1, 6 geschaffene Sonne wird in Offenbarung 21, 23 als überflüssig und daher nicht mehr existent beschrieben. Genauso wird die Nacht, die in 1. Mose 1, 5 erwähnt wird, gemäß Offenbarung 21, 25 und Offenbarung 22, 5 nicht mehr sein. Auch das Meer, das in 1. Mose 1, 10 als Teil der ersten Schöpfung genannt wird, soll nach Offenbarung 21, 1 kein Teil der neuen Schöpfung mehr sein. Während in 1. Mose 3, 14 – 17 der Fluch über die bestehende Erde ausgesprochen wird, wird es gemäß Offenbarung 22, 3 auf der neuen Erde keinerlei Fluch mehr geben. Auch der Tod, der seit 1. Mose 3, 19 die menschliche Geschichte durch alle Jahrhunderte begleitete, hat laut Offenbarung 21, 4 in der neuen Schöpfung Gottes keinen Platz mehr. In 1. Mose 3, 24 lesen wir davon, dass der Mensch im Zusammenhang mit dem Baum der Erkenntnis aus dem Paradies Gottes vertrieben wurde. Das Gegenbild dazu finden wir in Offenbarung 22, 14, wo vom Baum des Lebens die Rede ist, durch den Menschen Anteil an dem Neuen Jerusalem bekommen können. Während wir in 1. Mose 3, 17 von dem Beginn allen Leides und aller Trauer erfahren, wird uns in Offenbarung 21, 4 das Ende aller Trauer, aller Tränen und allen Schmerzes angekündigt.

Anmerkungen zu Offenbarung 21, 1 – 8

* “Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr.“Offenbarung 21, 1 – Nach Offenbarung 20, 11 f. wird mit diesem Vers der Blick des Johannes auf etwas ganz anderes und ganz neues gerichtet. Nach dem Gericht vor dem großen weißen Thron (Offenbarung 20, 11 – 15), das wir unbedingt von dem Gericht vor dem Richterstuhl des Christus (2. Korinther 5, 10; Römer 14, 10 – 12; 1. Korinther 3, 8 – 15) zu unterscheiden haben, und nach dem 1000jährigen Friedensreich, wird der lebendige Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen. Es hat immer wieder Ausleger gegeben, die in der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) bereits diese neue Schöpfung sehen wollten. Doch diese Ansicht hält einer fundierten Überprüfung nicht stand.
Warum wird Gott die gegenwärtige Schöpfung durch eine neue Schöpfung ersetzen? Gott hatte diese gegenwärtige Schöpfung sehr gut geschaffen und sie auch zum Aufenthaltsort des Menschen bestimmt. Doch durch den Sündenfall wurde nicht nur der Mensch der Herrlichkeit beraubt (Römer 3, 23), die Gott ihm verliehen hatte. Nein, die gesamte Schöpfung wurde durch den Abfall des Menschen von Gott in Mitleidenschaft gezogen (Römer 8, 19 – 20).  Wir können aus der Heilsgeschichte bzw. aus dem Verlauf ihrer einzelnen Epochen ersehen, dass Gott niemals ein Zeitalter, das der Verantwortung des Menschen anvertraut war und das durch den Menschen missbraucht wurde, wiederherstellt. Jedes Mal, wenn der Mensch versagt hatte, führte Gott ein neues Zeitalter ein. Am Ende der Heilsgeschichte wird Gott genauso verfahren. Er stellt nicht die gegenwärtige Erde wieder her, die der Mensch durch seinen Abfall von Gott ruiniert hat. Im Gegenteil: Gott wird eine ganz neue Erde und einen ganz neuen Himmel schaffen. In dieser neuen Schöpfung wird Gerechtigkeit nicht nur herrschen, wie dies im Millennium der Fall sein wird bzw. dann war (vgl.  Jesaja 11, 1 – 6; Jesaja 32, 1; Jesaja 9, 7), sondern wohnen (vgl. 2. Petrus 3, 13), d.h. der normale Zustand sein. Gottes Gerechtigkeit wird nicht mehr mit Macht durchgesetzt werden müssen. Ein Kommentator beschreibt diesen Zustand mit folgenden Worten:

„Indessen werden neue Himmel und eine neue Erde entstehen, in welchen Gerechtigkeit   wohnt.  Der  Apostel  sagt  hier  nicht,  dass  die  Gerechtigkeit  h e r r s c h e n   werde (das ist der Fall während der tausendjährigen Herrschaft des Herrn), er spricht vielmehr von dem ewigen Zustand, in welchem die Regierung, die alles in Ordnung gebracht hat, ein Ende nehmen und die Segnung ohne Hindernis von Gott ausgehen wird, indem das Reich Gott, dem Vater, übergeben sein wird. Petrus verfolgt die Regierungswege Gottes und gelangt so bis zu dem ewigen Zustand, in welchem die Verheißung endgültig erfüllt sein wird. Das Tausendjährige Reich selbst ist die Wiederherstellung, von der die Propheten geredet haben; in sittlicher Hinsicht sind dann Himmel und Erde verändert durch die Gefangenschaft Satans und die Regierung Christi! Jerusalem wird in Frohlocken umgewandelt sein, und sein Volk in Freude (Jes. 65, 17 – 18); die Himmel werden gänzlich gereinigt sein durch Macht, um nie wieder durch Satan verunreinigt zu werden; die Heiligen befinden sich droben in ihrem ewigen Zustand, die Erde ist befreit, obwohl noch nicht endgültig frei gemacht. Materiell aber ist die Auflösung der Elemente notwendig zur Erneuerung aller Dinge.“¹


Diese neue Schöpfung, die nach dem Millennium eingeführt wird, wird eine wirklich ganz neue Schöpfung sein. Wurde die Erde zu Beginn des 1000jährigen Friedensreiches erneuert bzw. ihre Ordnung wiederhergestellt (Sacharja 14, 10; Hebräer 12, 26; Daniel 2, 44; Jesaja 2, 4; Jesaja 55, 13; Offenbarung 20, 1 – 6), so wird die neue Schöpfung, von der in Offenbarung 21 die Rede ist, eine wirkliche Neuschöpfung sein. Das ist die logische Schlussfolgerung aus 2. Petrus 3, 10 – 12, wo das Vergehen der gegenwärtigen Schöpfung sehr eindrücklich beschrieben wird. In 1. Korinther 15, 24 + 28 wird der Übergang zu Gottes neuer Schöpfung beschrieben. Gott wird also an die Stelle der alten bzw. gegenwärtige Schöpfung eine völlig neue Schöpfung setzen, die Seiner Heiligkeit und Seinem Willen völlig entsprechen und deshalb auch nie mehr vergehen wird.


* “Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herabkommen von Gott, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.“ Offenbarung 21, 2  Mit diesem zweiten Vers wird der Fokus des Johannes nun auf das neue Jerusalem (vgl. Offenbarung 21, 10; Offenbarung 3, 12) gerichtet, das aus dem Himmel herab kommt und damit im deutlichen Kontrast zu dem dann früheren, irdischen Jerusalem steht (vgl. Offenbarung 11, 8; Jesaja 52, 1; Matthäus 4, 5; Matthäus 27, 53).
Im Millennium wird das irdische Jerusalem noch einmal eine besondere Rolle spielen und zwar als Hauptstadt des dann über diese Erde regierenden Erlösers (Sacharja 6, 9 – 13; Jesaja 11, 1 – 5; Offenbarung 5, 9; Offenbarung 20, 6Hesekiel 48, 1 ff.; Jesaja 60, 11; Jesaja 66, 23 u.a.m.).
Das neue Jerusalem, das wir unbedingt von dem “himmlischen Jerusalem (Hebräer 11, 13 – 16) unterscheiden sollten, wird als eine “geschmückte Braut“ beschrieben. Der Begriff “Braut“ begegnet uns sowohl im Alten, wie auch im Neuen Testament. Im Alten Testaments wird das Volk Israel als Braut Jahwes bezeichnet (vgl. Jesaja 62, 5; Jeremia 2, 2; Jeremia 3, 20; Hesekiel 16, 8; Hosea 2, 19 – 20). Im Neuen Testament wird die Versammlung (= Gemeinde/Kirche) als Braut Christi bezeichnet (vgl. Offenbarung 19, 7; 2. Korinther 11, 2). Beide Heilskörperschaften dürfen nicht miteinander vermischt werden. Der Begriff “Braut“ macht in beiden Fällen die besondere Nähebeziehung der jeweils so bezeichneten Heilskörperschaft deutlich. Bei der hier in Offenbarung 21, 2 genannten Braut, das wird aus Offenbarung 21, 9 ganz deutlich, handelt es sich um die Versammlung (= Gemeinde/Kirche), denn sie ist die Braut des Lammes. Dabei sollten wir beachten, dass der Begriff des “neuen Jerusalems“ nicht als Synonym für den Wohnort der Versammlung (= Gemeinde/Kirche), sondern als Name für sie selbst benutzt wird. D.h., die Braut des Lammes, die Braut Christi, die Versammlung ist das neue Jerusalem. Dieses neue Jerusalem, die Braut des Lammes, wird durch die ganze Offenbarung hindurch im scharfen Gegensatz zur “Hure Babylons“ gesehen.

* “Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Thron sagen: Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.“ Offenbarung 21, 3  Immer wieder lesen wir im Buch der Offenbarung, dass Johannes eine laute Stimme hörte. Damit wird jedes Mal die Wichtigkeit der dann folgenden Botschaft betont. Und auch die Aufforderung “Siehe!“, die Johannes aber auch jeden anderen Leser auf das fokussieren will, was nun folgt,  begegnet uns immer wieder in diesem Buch.
Hier nun wird uns gesagt, dass “die Hütte Gottes bei den Menschen“ sein wird. Damit wird der Wunsch, den Gott seit der Erschaffung des Menschen hatte, erfüllt werden: Gott und der Mensch werden innige, ungeteilte, ewige Gemeinschaft erleben, die durch nichts (z.B. Sünde) und niemanden (z.B. den Satan) gestört sein wird. Das es sich bei den hier erwähnten Menschen nicht um alle möglichen Menschen handeln wird, sondern nur um die Menschen aller Zeitalter, die Gott geglaubt haben, wird aus dem Hinweis deutlich, dass es sich bei diesen Menschen um “sein Volk“ handeln wird. Israels Erwählung war irdisch und damit zeitlich begrenzt (vgl. Matthäus 13, 35; Matthäus 25, 34). Auch die Unterteilung der Menschheit in die  Nationen außerhalb Israels ist eine Folge der Sünde, denn diese Unterteilung erwähnt die Heilige Schrift erst nachdem Gott die Menschheit durch das Gericht der Sintflut gestraft hatte (1. Mose 10, 5 + 32; 1. Mose 11, 1 – 9). Im Zustand der Ewigkeit, in dem es keine Sünde mehr geben wird, werden diese Unterschiede dementsprechend auch völlig wegfallen. Auf der neuen Erde wird es nur noch gläubige Menschen aus allen Nationen (inklusive Israels) und Zeitaltern geben, bei denen Gott wohnen wird. Davon unterschieden bleibt einzig und allein nur die Versammlung (= Gemeinde/Kirche), in der Gott in Ewigkeit wohnen wird (vgl. 1. Korinther 3, 16; 2. Korinther 6, 16; Epheser 2, 19 – 22; 1. Timotheus 3, 15; Hebräer 3, 6; 1. Petrus 2, 5; 1. Petrus 4, 17 und besonders Johannes 14, 16) und deren Wohnung  der himmlische Tempel, das Vaterhaus, sein wird (vgl. Offenbarung 11, 19; Offenbarung 13, 6; Offenbarung 15, 5 – 8; Offenbarung 21, 22).

* “Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ Offenbarung 21, 4  Es ist interessant, dass uns die neue Schöpfung nicht weiter, d.h. detaillierter,  beschrieben wird. Verschiedene Bibelausleger sehen darin einen Hinweis, dass wir uns die Herrlichkeit dieser neuen Schöpfung überhaupt nicht vorstellen können. Es wird uns nur gesagt, was wir in dieser neuen Schöpfung nicht mehr vorfinden werden: keine Tränen, keinen Tod, keine Trauer, kein Geschrei und keinen Schmerz. Das alles gehört zur gegenwärtigen, durch die Sünde in Mitleidenschaft gezogenen Schöpfung, und wird zum Teil sogar noch im 1000jährigen Friedensreich zu finden sein (vgl. Jesaja 65, 18 – 20). Doch all‘ das wird mit dem Eintritt der neuen Schöpfung  vergangen sein. Anstatt Tränen wird es Frieden, anstatt Tod ewiges Leben, anstatt Trauer Freude, anstatt Geschrei Lobpreis Gottes und anstatt Schmerz ewiges Leben geben. Das alles wird so sein, weil diese neue Schöpfung in absoluter Übereinstimmung mit der Heiligkeit Gottes und Seinem Willen bestehen wird. Der Fluch, der durch die Sünde über die unsere gegenwärtige Schöpfung kam (1. Mose 3, 1 ff.) wird vollkommen aufgehoben sein.

* “Und der, der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht [zu mir]: Schreibe, denn diese Worte sind gewiss und wahrhaftig.“Offenbarung 21, 5 – Die Vision bzgl. der neuen Schöpfung bzw. des neuen Jerusalems wird durch eine klare Botschaft kurz unterbrochen. Gott sichert dem Apostel und mit ihm allen Lesern des  Buches der Offenbarung noch einmal zu, dass Er alles neu machen wird und Er betont, dass Seine Worte gewiss und wahrhaftig sind. Diese Aussage kommt nicht von “irgendwoher“, sondern von dem allein wahren, lebendigen, allmächtigen Gott, der auf Seinem Thron sitzt, d.h. Seine Herrschaft auf vollkommene, absolute Weise ausübt. Niemand wird Ihm bei der Verwirklichung Seiner Pläne widerstehen können, darum ist die Verheißung der neuen Schöpfung absolut zuverlässig und gewiss. Sie ist keine “hoffnungsvolle Alternative“, sie ist eine absolute Gewissheit. Treue/Zuverlässigkeit ist ein Teil des innersten Charakters Gottes (Psalm 33, 4; 4. Mose 23, 19; Philipper 1, 6; 2. Timotheus 2, 11 – 13). 

* “Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden aus der Quelle des Wassers des Lebens geben umsonst.“Offenbarung 21, 6 – Die Zeit der gegenwärtigen Schöpfung wird endgültig abgelaufen sein. Jetzt ist es bereits geschehen. Die neue Schöpfung ist Realität geworden. Nichts und niemand hat Gott daran hindern können. Die Grundlage dafür ist jedoch ein anderes “Es ist geschehen!“, nämlich das “Es ist vollbracht!“ in Johannes 19, 30. Das Werk Jesus Christi am Kreuz von Golgatha ist nicht nur die Grundlage dafür, dass alle, die dieses Werk im Glauben annehmen, zu einer “neuen Schöpfung in Christus“ werden (vgl. 2. Korinther 5, 17), sondern es ist auch die Grundlage für die neue Schöpfung, mit der Gott diese gegenwärtige Schöpfung ersetzen wird (Matthäus 19, 28).
Die Tatsache der Neuschöpfung wird auch dadurch bestätigt, dass Gott sich selbst als “Alpha und Omega, den Anfang und das Ende“ bezeichnet (vgl. Offenbarung 1, 8; Offenbarung 1, 17; Offenbarung 2, 8; Offenbarung 22, 13). Er, der den Anfang mit der gegenwärtigen Schöpfung gemacht hat, wird sie auch beenden (Jesaja 44, 6 ff.) An diese Gewissheit, die Gott uns hier zusagt, schließt Er noch einmal eine wunderbare Zusage an: “Ich will dem Dürstenden aus der Quelle des Wassers des Lebens geben umsonst.“ Diese Zusage, die wir bereits in Jesaja 55, 1 – 5 finden, gilt nicht erst für die neue Schöpfung, sondern, wie ich in meinem Artikel “Angebot für jeden (Jesaja 55, 1 f.)(Klick!) dargelegt habe, schon heute. Diese Verheißung Gottes ist nichts anderes, als die wiederholte Einladung des Evangeliums mit anderen Worten (vgl. (Johannes 4, 14; Johannes 7, 38 – 39; Johannes 12, 49 f.; 1. Johannes 1, 1 – 3; Offenbarung 3, 20; Offenbarung 22, 17).

* “Wer überwindet, wird dieses erben, und ich werde ihm Gott sein, und er wird mir Sohn sein.“Offenbarung 21, 7 – Auf den ersten Blick könnte man annehmen, dass hier die Erlösung mit bestimmten Werken verbunden wird. Doch das kann aus verschiedenen Gründen nicht der Fall sein. Zum einen sagt Gott selbst im vorausgehenden Vers, dass Er das “Wasser des Lebens“ jedem, der es wünscht, “umsonst“ – also gratis, ohne Gegenleistung – geben will. Das steht in völliger Übereinstimmung mit allem, was das Neue Testament bzgl. der Erlösung lehrt (vgl. Römer 3, 20 – 24; Epheser 2, 8 – 9). Kind Gottes wird man nicht aufgrund der Werke, die man tut, sondern einzig und allein durch die Gnade Gottes, die uns mittels des Glaubens zugänglich wird. Doch diesen Gläubigen ist eine Aufgabe zugedacht. Sie sollen diese Welt, die sich von Gott abgewandt hat und dem Götzendienst verfallen ist, überwinden. Hier wird wiederholt, was Paulus, inspiriert durch den Heiligen Geist, bereits in 2. Korinther 6, 14 – 18 den Gläubigen ans Herz gelegt hat:

“Seid nicht in einem ungleichen Joch mit Ungläubigen. Denn welche Genossenschaft haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis? Und welche Übereinstimmung Christus mit Belial? Oder welches Teil ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? Und welchen Zusammenhang der Tempel Gottes mit Götzenbildern? Denn ihr seid der Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: „Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.“ Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt Unreines nicht an, und ich werde euch aufnehmen; und ich werde euch zum Vater sein, und ihr werdet mir zu Söhnen und Töchtern sein, spricht der Herr, der Allmächtige.“

Durch die Kraft der Gnade (Klick!), die Gott jedem Gläubigen zur Verfügung stellt, ist es jedem Gläubigen möglich, diese Welt zu überwinden und das Ziel Gottes zu erreichen. Dazu ist es nötig, dass jeder Gläubige sich vom Bösen trennt (vgl. Offenbarung 18, 4; 2. Timotheus 2, 19 – 22) und sich aktiv durch den  Geist Gottes leiten lässt (vgl. Römer 8, 14).

* “Den Feigen aber und Ungläubigen und mit Gräueln Befleckten und Mördern und Hurern und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern – ihr Teil ist in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt, welches der zweite Tod ist.“Offenbarung 21, 8 – Den Gläubigen werden im letzten Vers dieses Abschnitts die Ungläubigen gegenüber gestellt. Entgegen dem heute verbreiteten, postmodernen Denken, gibt es im biblischen Kontext keine Grauzone. Jeder Mensch muss sich nach Gottes Willen für die eine oder andere Seite entscheiden. Entweder stellt sich der Mensch glaubend auf die Seite Gottes und erhält dadurch auch Anteil an der neuen Schöpfung, oder der Mensch stellt sich gegen Gott. Dann wird er auch die Ewigkeit ohne Gott verbringen.

Fußnoten:

¹= „Betrachtungen über das Wort Gottes“ (Synopsis) J.N. Darby, Band 7, Seite 204, Ernst-Paulus-Verlag Neustadt/Wstr.

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BAB am 21.11.2016

Bemerkenswertes aus der Blogosphäre … und von anderswo her:

* Lesenswert I: Ein sehr ermutigender und lesenswerter Artikel von Ruth auf ihrem Blog “Unter dem Regenbogen“: “Wenn das Eisen stumpf geworden ist …“: Klick!

* Lesenswert II:  Frankfurter Allgemeine online: “Organspende: Das war ein katastrophaler Ausbau von Ersatzteilen“: Klick! Zum selben Thema: Frankfurter Rundschau online: “Der Hirntod – eine gefährliche Definition“: Klick!  Hannoversche Allgemeine online: “Portugal: Hirntote Frau bekommt gesundes Baby“: Klick!  Blick.ch: “55 Tage nach ihrem Tod: Hirntote Schwangere bringt gesundes Baby zur Welt“: Klick!  Zu einem ähnlichen Thema: Huffington Post: “Sie wollte die Geräte ihres Mannes abschalten. Als er aus dem Koma erwachte, sagte er diese zwei Worte“: Klick! Außerdem: “European Pro-Life-Doctors gründen Ad-hoc-Gruppe, um das wissenschaftliche überholte Hirntodkonzept aufzudecken und neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu kommunizieren“: Klick!

* Lesenswert III: IMABE: “Studie: Niederländische Ärzte verschreiben Sterbehilfe bei Einsamkeit und sozialer Isolation“: Klick!

* Sehenswert und als Gebetsanliegen geeignet: ARD/Mitteldeutscher Rundfunk: “Revier der Paten“: Klick!


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Christianity and the Challenge of Hinduism

Einmal im Jahr veranstaltet das Dallas Theological Seminary eine Vortragsreihe zum Thema Mission und Evangelisation. In diesem Jahr sprach Dr. Timothy Tennet,  Präsident des Asbury Seminary in Wilmore/Kentucky, über die Herausforderungen, die verschiedene Weltreligionen für die Verkündigung des Evangeliums darstellen. In seiner zweiten Vorlesung ging er auf die Herausforderung des Hinduismus ein:

Falls das Video im E-Mail-Abonnement nicht angezeigt wird: Klick!

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Christliche Verantwortung vs. Gesetzlichkeit – Anmerkungen zu Galater 6, 1 – 10 – 58

Vincent Willem van Gogh 024

Der Sämann von Vincent van Gogh [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons


Als Grundlage für die Wortverkündigung am Mittwoch dieser Woche  soll ein Vers aus dem 6. Kapitel des Galaterbriefes (zum Hintergrund des Galaterbriefes siehe: Klick!) dienen, den wir in seinem Sinnzusammenhang betrachten werden:

“Brüder, wenn auch ein Mensch von einem Fehltritt übereilt würde, so bringt ihr, die Geistlichen, einen solchen wieder zurecht im Geist der Sanftmut, wobei du auf dich selbst siehst, dass nicht auch du versucht werdest. Einer trage des anderen Lasten, und so erfüllt das Gesetz des Christus. Denn wenn jemand meint, etwas zu sein, da er doch nichts ist, so betrügt er sich selbst. Jeder aber prüfe sein eigenes Werk, und dann wird er an sich selbst allein und nicht an dem anderen Ruhm haben; denn jeder wird seine eigene Last tragen.
Wer in dem Wort unterwiesen wird, teile aber von allem Guten dem mit, der ihn unterweist. Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten! Denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten. Denn wer für sein eigenes Fleisch sät, wird von dem Fleisch Verderben ernten; wer aber für den Geist sät, wird von dem Geist ewiges Leben ernten. Lasst uns aber nicht müde werden, Gutes zu tun, denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten.
Also nun, wie wir Gelegenheit haben, lasst uns das Gute wirken gegenüber allen, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens.

(Galater 6, 1 – 10 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

 

Einige Anmerkungen zum Hintergrund von Galater 6, 1 – 10

Der Auslöser für den Brief des Paulus an die Galater war, wie bei vielen anderen seiner Briefe auch, eine problematische Situation unter den Gläubigen dieser Region: In Galatien waren “Gesetzeslehrer“  aufgetreten, die die dort lebenden Gläubigen von dem Evangelium, das Paulus ihnen verkündet hatte, abbringen wollten. Diese Männer leugneten nicht den Herrn Jesus Christus und Sein Werk. Aber sie lehrten, dass der Glaube an den Sohn Gottes allein nicht ausreiche, um Erlösung zu erfahren und um in eine Lebensbeziehung zu Gott zu treten. Neben dem Glauben an Jesus Christus, so betonten sie, müsse der aus dem Heidentum stammende Gläubige auch noch zusätzlich die mosaischen Gesetze einhalten. Nur dadurch, dass ein Nichtjude, erst durch die Beschneidung zu Judentum konvertiere, die mosaischen Gebote einhalte und dann auch an Jesus Christus glaube, könne Erlösung geschehen. Außerdem sei es von entscheidender Bedeutung für den Gläubigen, dass er die jüdischen Feste und “heiligen Tage“ einhalte (vgl. Galater 4, 8 – 11). Jesus Christus, der Heiland der Welt, so ihre Behauptung, sei nicht genug. Das “Evangelium“, das diese Irrlehrer verbreiteten, war ein “Jesus und das Gesetz – Evangelium“ und darum, wie Paulus in Galater 1, 6 – 9 betont, ein “anderes“, ein falsches Evangelium, eine blasphemische Irrlehre. Jeder Leser seines Briefes sollte erkennen: Hier stehen wir in einer Auseinandersetzung um den Kern des christlichen Glaubens. Wer hinter die Gnade, die Gott ihm in Jesus Christus gewährt, also zum Gesetz, zurückkehrt, der kehrt zu dem zurück, was ihm den geistlichen Tod brachte:

“Denn als unser Leben noch von unserer eigenen Natur bestimmt war, wirkten sich in allem, was wir taten, die sündigen Leidenschaften aus, die vom Gesetz geweckt wurden. Und die einzige Frucht, die das brachte, war der Tod.

(Römer 7, 5)

Zu den Folgen, die der Glaube an ein “anderes“, d.h. ein falsches Evangelium für den Christen in seinem praktischen Glaubensleben haben kann, siehe auch: “Glaube – Kraftquelle der Liebe“ (Galater 5, 6).

Um die Galater von diesem verderblichen Weg abzubringen, entfaltet Paulus in seinem Brief noch einmal die grundlegenden Fakten des Evangeliums und grenzt es damit gegen das falsche “Jesus und …“-Evangelium ab:

Den ersten Abschnitt bilden der kurze Gruß (Galater 1, 1 – 5) und die Verfluchung des falschen Evangeliums bzw. der Irrlehrer (Galater 1, 6 – 10).

Im zweite Abschnitt (Galater 1, 112, 21) verteidigt Paulus das von ihm verkündete Evangelium. Dabei verweist er zuerst auf die Quelle seines Evangeliums (Galater 1, 11 – 17) und auf Erfahrungen in der Frühzeit seines geistlichen Dienstes (Galater 1, 18 – 24). Dann erläutert er seine Unabhängigkeit von den anderen Aposteln (Galater 2, 1 – 10) und berichtet davon, wie er selbst (andere) Apostel korrigieren musste (Galater 2, 11 – 21).

Der dritte Abschnitt (Galater 3, 14, 31) führt die Verteidigung des von Paulus verkündeten Evangeliums fort, in dem er in einem ersten Teil Argumente aus der Erfahrung (Galater 3, 1 – 5), der Heiligen Schrift des Alten Testaments (Galater 3, 6 – 14) und der Logik (Galater 3, 15 – 29) darlegt. Der zweite Teil dieses Abschnitts verdeutlicht das Evangelium anhand von Illustrationen aus dem Alltag (Galater 4, 1 – 11), der Geschichte (Galater 4, 12 – 20) und dem Alten Testament (Galater 4, 21 – 31).

Auch der vierte Abschnitt (Galater 5, 16, 10) enthält zwei Teile: Kapitel 5 beschreibt das ausgewogene christliche Leben, indem es das Leben ohne das Gesetz (Galater 5, 1- 12), das Leben in falsch verstandenen Freiheit (Galater 5, 13 – 15) und das Leben unter der Leitung des Heiligen Geistes (Galater 5, 16 – 26) darstellt. Kapitel 6 zeigt auf, wo der Christ Verantwortung trägt: gegenüber Mitgläubigen, die sündigen (Galater 6, 1), gegenüber Christen, die besondere Lasten tragen müssen (Galater 6, 2 – 5), gegenüber Lehrern, die ihnen das Wort Gottes bringen (Galater 6, 6 – 9) und gegenüber allen Menschen (Galater 6, 10)
Dieser letzte Abschnitt, dem wir heute unsere besondere Beachtung schenken wollen, geht noch einmal konkret auf den wichtigen Gedanken ein, dass die Freiheit vom mosaischen Gesetz nicht zu einem Zustand führt, den man als “christliche Gesetzlosigkeit“ bezeichnen könnte. Wie an vielen anderen Stellen in den paulinischen Briefen, so setzt der Apostel auch hier einem Begriff nicht ein Antonym, sondern einen ganz anderen Begriff gegenüber (1. Korinther 14, 33: unordnung / Friede; Galater 6: mosaisches Gesetz / Verantwoirtung). Er macht damit deutlich, dass der christliche Glaube nicht eine Fortsetzung oder ein Ersatz des Judentums, sondern etwas völlig Neues ist. In Galater 6 stellt Paulus daher dem Halten des mosaischen Gesetzes die christliche Verantwortung vor Gott gegenüber. Diese christliche Verantwortung ist in allen Bereichen unseres Lebens gefragt. Dies will Paulus anhand verschiedener Beispiele verdeutlichen. Wir können diese Beispiele auch als Belehrung darüber verstehen, wie sich die Frucht des Geistes (vgl. Galater 5, 22) ganz praktisch in unserem Alltag manifestieren soll.

Anmerkungen zu Galater 6, 1 – 10

* “Brüder, wenn auch ein Mensch von einem Fehltritt übereilt würde, so bringt ihr, die Geistlichen, einen solchen wieder zurecht im Geist der Sanftmut, wobei du auf dich selbst siehst, dass nicht auch du versucht werdest.“ – Galater 6, 1  – Paulus denkt hier an einen Gläubigen, der gesündigt hat. Hier geht es nicht um eine Sünde, die zur Gewohnheit geworden ist oder die mit Vorsatz begangen wurde, sondern um einen “Fehltritt“. Es ist die Aufgabe “geistlicher“ Gläubiger, diesen Mitgläubigen wieder zurecht zu bringen. Beim Lesen dieser apostolischen Aufforderung mag der eine oder andere sich verwundert fragen: Sind denn nicht alle Gläubigen “geistlich“? Die Antwort des Neuen Testaments auf diese Frage ist ein eindeutiges Nein. Zwar haben alle Gläubigen den Heiligen Geist empfangen, als sie zum Glauben an den Herrn Jesus Christus fanden, aber leider leben nicht alle Gläubigen entsprechend. Paulus unterscheidet im 1. Korintherbrief drei Arten von Menschen:
1) Der natürliche Mensch (1. Korinther 2, 14), der, da er nicht von neuem geboren ist und den Geist Gottes nicht empfangen hat, auch nicht in der Lage ist, die Dinge Gottes zu verstehen.
2) Fleischliche, unmündige Christen, die sich von weltlichen Denkmustern (Römer 12, 2) oder seelischen Stimmungen (Kolosser 2, 18), jedoch nicht von dem  Wort Gottes und dem Geist Gottes bestimmen lassen. Sie sind daher nicht in der Lage, geistliche Nahrung (Belehrung) aufzunehmen, zu verstehen, geschweigedenn umzusetzen (vgl. 1. Korinther 3, 1 – 4; Hebräer 5, 12).
3) Geistliche Gläubige. Das Leben eines solchen Menschen wird dadurch gekennzeichnet, dass er

    • sein Denken beständig durch das Wort und den Geist Gottes erneuern lässt (Römer 12, 2),
    • sich nicht von weltlichem denken,  fleischlichen Begierden oder seelischen Empfindungen, sondern von dem Wort Gottes und dem Geist Gottes leiten lässt (Römer 12, 2 u.a.m.),
    • “die Dinge, die ihm von Gott geschenkt sind“ erkennt (1. Korinther 2, 12),
    • “geistliche Dinge durch geistliche Mittel“ zu vermitteln vermag (1. Korinther 2, 13),
    • geistliches Unterscheidungsvermögen besitzt (1. Korinther 2, 15) und deshalb alle Dinge geistlich richtig beurteilen kann.

Solche Gläubigen, so Paulus werden auch in der Lage sein, einen anderen Gläubigen, der von einem Fehltritt übereilt wurde, wieder zurecht zu bringen. Der Apostel gebraucht in diesem Zusammenhang das griechische Wort “καταρτίζω“ (“katartizoe“). Dieses Wort wird im Neuen Testament auch benutzt, wenn es um das Flicken von Netzen oder das Richten eines gebrochenen Knochens geht (vgl. Matthäus 4, 21; Markus 1, 19). So, wie das Richten eines Knochenbruchs oder das Einrenken eines Gelenks schmerzhaft sein kann, jedoch zur Gesundung führt, so kann auch der Prozess, den der Sünder zu seiner Wiederherstellung durchläuft (Matthäus 18, 15 – 18), schmerzhaft sein. Letztlich dient er jedoch seiner vollkommenen Wiederherstellung und führt – um das Bild des Netzes aufzugreifen – auch dazu, dass er wieder zum Dienst für Gott befähigt wird.
Wenn der geistliche Gläubige einem Mitgläubigen dient, der von einem Fehltritt übereilt wurde, dann wird dies in Liebe, mit Geduld und Freundlichkeit, Gütigkeit und im Glauben daran geschehen, dass Gott es ist, der dieses Werk der Zurechtbringung durch ihn vollbringt (vgl. Galater 5, 22).
Paulus ermahnt jene, die ihren Mitgläubigen diesen Dienst erweisen jedoch zugleich, dass  sie auf sich selbst achten, damit sie nicht selbst versucht werden. Denn der geistliche Christ trägt zwar die Verantwortung seinen Mitgläubigen beizustehen, wenn sie von einem Fehltritt übereilt wurden, darf aber gleichzeitig die Verantwortung für sein eigenes Leben nicht vernachlässigen.

* “Einer trage des anderen Lasten, und so erfüllt das Gesetz des Christus.“ – Galater 6, 2 – Mit diesem Vers beginnt Paulus einen weiteren Gedankengang, in dem er sich mit den Lasten befasst, die Christen tragen. Er konkretisiert diese Lasten nicht, so dass wir das, was nun folgt auf alles beziehen können, was einen Gläubigen zu belasten vermag.
Es ist die Verantwortung aller Gläubigen, diese Lasten gemeinsam zu tragen. Das geschieht in erster Linie durch das Gebet füreinander und durch den vertrauensvollen Austausch. Das kann und soll aber auch durch  praktische Unterstützung und Hilfe geschehen.
Was bedeutet es, wenn Paulus hier von dem “Gesetz des Christus“ spricht? Heißt es, dass wir doch wieder eine Anzahl von besonderen Geboten unterworfen sind? M. E. hat uns der niederländische Ausleger Hermanus Cornelis Voorhoeve in seinem Kommentar zum Galaterbrief eine sehr gute Definition dieses Begriffs gegeben. Er schreibt: “Der Apostel ermahnt uns nun weiter: ‚Einer trage des andern Lasten, und also erfüllet das Gesetz des Christus‘ (Vers 2). Wenn man ein Gesetz verlangte, hier war eins, das Gesetz des Christus, das heißt die Regel Seines Lebens hienieden. Er war stets für andere tätig. Er tat in keiner einzigen Handlung Seines Lebens Seinen eigenen Willen. Er opferte in allem sich selber und stellte sich zu allen Zeiten in den Dienst anderer. Er war heilig, gehorsam und treu in Liebe. Welch ein herrliches Vorrecht, Ihm hierin nachzufolgen! Sicherlich, die vielen Schwierigkeiten, Übungen und Versuchungen, die mancherlei Schwachheiten, welche die Kinder Gottes niederbeugen, geben uns Gelegenheit genug, unser Mitgefühl für die Heiligen an den Tag zu legen. Andere zu trösten und ihnen zu helfen, die Lasten, unter denen ein Bruder seufzt, auf sich zu nehmen, das heißt das Gesetz des Christus erfüllen. Wenn wir für all die Bedürfnisse und Schwierigkeiten der Heiligen wahres Mitgefühl zeigen, wenn wir dem schuldigen Bruder im Geist der Sanftmut zurechthelfen und ihn zu Gott zurückführen, dann wandeln wir im Geiste des Christus und erfüllen das Gesetz Seines Herzens. “¹

* “Denn wenn jemand meint, etwas zu sein, da er doch nichts ist, so betrügt er sich selbst. Jeder aber prüfe sein eigenes Werk, und dann wird er an sich selbst allein und nicht an dem anderen Ruhm haben; (…)“ – Galater 6, 3 – 4 –  Wie wir gesehen haben, warnt Paulus in Vers 1 solche Gläubigen, die ihren Mitgläubigen helfen, wenn diese von einem Fehltritt übereilt wurden, davor, ebenfalls in Versuchungen zu fallen und ermahnt sie, auf sich selbst zu achten.
Eine Versuchung im Zusammenhang mit dem Fokus dieses Kapitels kann der Hochmut sein. Dieser kann uns auf zwei unterschiedliche Weisen von dem Tun des Willens Gottes abhalten:
1) Wenn wir von uns in einer Weise denken, die uns über unsere Mitgläubigen stellt. Jemand der so von sich denkt, denkt dann auch, dass er “zu gut“ dafür ist, anderen beim Tragen ihrer Lasten zu helfen oder bei der Aufarbeitung ihres Fehltritts behilflich zu sein.
2) Gläubige, die nicht so denken, sondern anderen helfen, können jedoch auch in die Versuchung des Hochmuts geraten. Wer anderen hilft, sei es in der Wiederherstellung nach einen Fehltritt (Vers 1) oder beim Tragen seiner Lasten (Vers 2) kann schnell dahin kommen, dass er sich selbst als eine besonders starke Person zu betrachtet. Er oder sie ist ja schließlich in der Lage anderen zu helfen. Bedeutet das nicht, dass er oder sie schon viel weiter ist? Genau hier liegt die Gefahr: Wer so denkt und nicht in der Abhängigkeit von Christus bleibt, der wird angreifbar und zwar durch alle möglichen Versuchungen.
Bereits in Sprüche 16, 18 warnt Salomo: “Stolz geht dem Sturz, und Hochmut dem Fall voraus.“ Diese Wahrheit hat sich so deutlich in der Lebenswirklichkeit des Menschen bewiesen, dass sie zu einem  Sprichwort geworden ist: “Hochmut kommt vor dem Fall.“
Wer von sich selbst denkt, er sei “zu gut“, um anderen zu helfen oder aber sich als jemand besseres betrachtet, weil er anderen hilft, hat vergessen, dass alles, was ein Gläubiger tun kann, er / sie nur aufgrund der Gnade Gottes tun kann. Paulus hat dies bereits in 1. Korinther 15, 10 deutlich gemacht:

“Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin; und seine Gnade gegen mich ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir war.

Wer als Gläubiger denkt, unabhängig von dem Herrn Jesus Christus und Seiner Gnade etwas zu sein oder tun zu können, betrügt sich selbst. Darum ist es wichtig, das eigene Werk immer wieder am Wort Gottes zu überprüfen. Wenn das, was wir tun, in Übereinstimmung mit dem Wort Gottes steht, werden wir dafür auch Lohn empfangen.  Paulus selbst hat auch so gehandelt (vgl. 1. Thessalonicher 2, 19; 2. Thessalonicher 1, 4; 2. Korinther 1, 14; Philipper 2, 16 u.a.m.)
Wenn das Werk des Gläubigen dem Wort Gottes entspricht, dann kann der Gläubige sich freuen. Es bedarf zu seiner Freude nicht des Vergleichs mit anderen Gläubigen.

* “(…) denn jeder wird seine eigene Last tragen.“ – Galater 6, 5 –  Hier benutzt Paulus ein anderes griechisches Wort für unser deutsches Wort “Last“ als in Vers 2. In Vers 2  ist es “βάρος“ (“baros“), was mit Schwere, Gewicht, Last, Mühen oder Schwierigkeiten übersetzt werden kann. Hier in Vers 5 findet sich das griechische Wort “φορτίον“ (“phortion“), womit die Verpflichtungen gemeint sind, die Christus uns auferlegt. Diese Last erläutert uns der Herr in Matthäus 11, 28  –  30:

“Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

* “Wer in dem Wort unterwiesen wird, teile aber von allem Guten dem mit, der ihn unterweist.“ – Galater 6, 6 –  Hier geht Paulus zu der Verantwortung über, die die Gläubigen gegenüber denen haben, die ihnen mit dem Wort der Wahrheit dienen. Im Judentum war es so, dass alle Bewohner des Landes eine Steuer zahlten (den Zehnten) und die Lehrer dann durch die Regierung entlohnt wurden. Ein solches Entlohnungssystem gab es in der christlichen Gemeinschaft nicht. Vielmehr unterstützten die Gläubigen jene, die ihnen dienten auf freiwilliger Basis. Dabei war es dem Lehrer freigestellt, ob er die Gaben der Gläubigen annahm. Paulus selbst arbeitete zeitweise und verzichtete auf die Unterstützung durch die Gläubigen (vgl. 1. Korinther 9, 1 ff.). Aber die Gläubigen sollten, so Paulus, die Bereitschaft dazu haben, ihre Lehrer zu unterstützen.

* “„Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten! Denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten. Denn wer für sein eigenes Fleisch sät, wird von dem Fleisch Verderben ernten; wer aber für den Geist sät, wird von dem Geist ewiges Leben ernten. Lasst uns aber nicht müde werden, Gutes zu tun, denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten.“ – Galater 6, 7 – 9 –  Wie kann Paulus sagen, dass der das ewige Leben erntet, der “auf den Geist sät“, wo doch alle Gläubigen das ewige Leben bereits besitzen (Johannes 5, 24; 1. Johannes 5, 11 + 13)? Was der Gläubige in Bezug auf das ewige Leben “erntet“ ist der Lohn, den er erhält (vgl. “Glaubensprüfung & Glaubensbewährung“: Klick!). Dieser Lohn ist abhängig von dem, was der Gläubige an Gutem “sät“. Gott möchte, dass wir reichen Lohn empfangen, doch dazu ist es notwendig, dass wir entsprechend “aussäen“. Der Lohn, den Gott uns schenken möchte, soll Ansporn dafür sein, dass wir nicht müde werden, sondern auch weiterhin gegenüber allen Menschen und besonders gegenüber den Mitgläubigen das Gute wirken. Es gibt viele Gründe, die uns dazu bringen können, darin nachzulassen. Nehmen wir an, wir helfen einem anderen Menschen in irgendeiner Weise, doch  wir sehen keine Resultate dieser Hilfe. Vielmehr versiegt alles, was wir tun oder geben wie in einem schwarzen Loch. Wie viele sind in einer solchen Situation müde geworden und haben aufgegeben? Oder denken wir an Gläubige, die anderen Menschen geholfen haben und feststellen mussten, dass diese sie nur ausnutzten oder sie gar betrogen haben? Der größten Feinde guter Werke sind Enttäuschung und Entmutigung, denn sie führen zur Ermüdung. Dieser Gefahr stellt Gott den Hinweis gegenüber, dass wir alles, was wir tun, für Ihn tun (vgl. Kolosser 3, 17) und dass Er uns dafür belohnen wird (Hebräer 10, 35; Hebräer 11, 6; 2. Johannes 1, 8; Offenbarung 22, 12). Es ist also nichts, was wir tun, umsonst. Auch wenn wir in unserer Lebenszeit keine sichtbaren Resultate unserer Arbeit erkennen können.

* “Also nun, wie wir Gelegenheit haben, lasst uns das Gute wirken gegenüber allen, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens.“ – Galater 6, 10 – Dieser Vers richtet unseren Blick auf die Verantwortung, die wir gegenüber allen Menschen und  insbesondere gegenüber unseren Mitgläubigen haben. Er unterstreicht auch das zuvor Gesagte. unterstreicht das zuvor Gesagte. Wo immer wir die Möglichkeit dazu haben, sollten wir Gutes tun und auf diese Weise ein Zeugnis für die Liebe Gottes sein, die uns zu diesem Dienst befähigt.

 

Fußnoten:

¹= Hermanus Cornelis Voorhoeve: “Der Brief an die Galater“, Anmerkungen zu Kapitel 6, zitiert nach der Ausgabe im Software-Programm “The Word“

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BAB am 14.11.2016

Bemerkenswertes aus der Blogosphäre … und von anderswo her:

* Lesenswert I: DTS: “A Professor’s Journey from Scientology to Christ“: Klick!

* Lesenswert II:  Zeit online: “Im Plastik gefangen“: Klick!

* Lesenswert III: Wired.de: “Die entrückten Blicke von Kindern vor dem Fernseher“: Klick! & Donna Lee Stevens: “Ideot-Box“: Klick!

* Lesenswert IV:  Auf’n Kaffee mit Rolf Krüger: “Wolfgang Niedecken: Eigentlich müssten wir uns bei Gott entschuldigen …“: Klick!

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BAB am 07.11.2016

Bemerkenswertes aus der Blogosphäre … und von anderswo her:

* Lesenswert I: CT: “Muslims In Aleppo Meet Christians For The First Time – And Are Shocked By What They Discover“: Klick!

* Lesenswert II:  N24: “Entführte Schülerinnen in Nigeria – ‚Chibok-Mädchen‘ entkommt mit Baby“: Klick! sowie BBC News: “(21) Nigeria’s Chibok schoolgirls freed in Boko Haram deal“: Klick!

* Lesenswert III: Die Presse.com: “Bibelstellen als Test: Höchstgericht schenkt Konvertiten mehr Glauben“: Klick!

* Lesenswert IV:  SWR.de:  “Nach 80 Jahren wieder in Kaiserslautern: ‚Ich musste den Kreislauf beenden“‘: Klick!

* Sehenswert: Dr. Peter J. Williams: “The Reliability od the Gospels“:


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Christianity and the Challenge of Islam

Einmal im Jahr veranstaltet das Dallas Theological Seminary eine Vortragsreihe zum Thema Mission und Evangelisation. In diesem Jahr sprach Dr. Timothy Tennet,  Präsident des Asbury Seminary in Wilmore/Kentucky, über die Herausforderungen, die verschiedene Weltreligionen für die Verkündigung des Evangeliums darstellen. Seine erste Vorlesung befasste sich mit dem Isalm:

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BAB am 31.10.2016

Bemerkenswertes aus der Blogosphäre … und von anderswo her:

* Lesenswert I: Institut für Israelogie: “Umstrittene UNESCO-Resolution über ‚heilige Stätte‘ in Jerusalem“: Klick!

* Lesenswert II:  Die Welt.de: “Vergebung ist besser, als Hass in sich zu tragen“: Klick!

* Lesenswert III: BBC News: “Protestant reformer Martin Luther’s 16th Century notes found“: Klick!

* Sehenswert, weil ermutigend: Auch im Jahr 2017 wird die Gebetsaktion “Thy Kingdom come“ in den zehn Tagen zwischen Himmelfahrt und Pfingsten (25.05. – 04.05.2017) fortgesetzt:


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Mendelssohn: 5. Sinfonie (»Reformations-Sinfonie«) ∙ hr-Sinfonieorchester ∙ Jérémie Rhorer

 

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[Repost] Stilberatung: Perfekt gekleidet! – Anmerkungen zu Kolosser 3, 1 – 17


Der heutige Ort Honaz in der Westtürkei nahe der ehemaligen Stadt Kolossä / Foto: Wikipedia, User: Blaberus

Der heutige Ort Honaz am Fuß des Berges Honaz in der Westtürkei, nahe der ehemaligen Stadt Kolossä Foto: Wikipedia, User: Blaberus

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Ein Bibelwort aus dem Brief des Apostels Paulus an die Kolosser (zum Hintergrund des Kolosserbriefes siehe: Klick!) soll die Grundlage für die Wortverkündigung am morgigen Sonntag sein. Wir betrachten dieses Bibelwort im Zusammenhang mit der Thematik des Abschnitts, in dem wir ihn finden:

“Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Sinnt auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist; denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Wenn der Christus, unser Leben, offenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbart werden in Herrlichkeit. Tötet nun eure Glieder, die auf der Erde sind: Hurerei, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und Habsucht, die Götzendienst ist, um derentwillen der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams kommt; unter denen auch ihr einst gewandelt seid, als ihr in diesen Dingen lebtet.  Jetzt aber legt auch ihr das alles ab: Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, schändliches Reden aus eurem Mund. Belügt einander nicht, da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bild dessen, der ihn erschaffen hat; wo nicht ist Grieche und Jude, Beschneidung und Vorhaut, Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen. Zieht nun an, als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Sanftmut, Langmut, einander ertragend und euch gegenseitig vergebend, wenn einer Klage hat gegen den anderen; wie auch der Christus euch vergeben hat, so auch ihr. Zu diesem allen aber zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist. Und der Friede des Christus regiere in euren Herzen, zu dem ihr auch berufen worden seid in einem Leib; und seid dankbar. Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen, indem ihr in aller Weisheit euch gegenseitig lehrt und ermahnt mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern, Gott singend in euren Herzen in Gnade. Und alles, was immer ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, danksagend Gott, dem Vater, durch ihn.“

(Kolosser 3, 1 – 17 ELBEDHÜ; z. Vgl.  LUTH’84)

Zum Hintergrund von Kolosser 3, 1 – 17

Nachdem Paulus in Kapitel 1 und 2 zuerst auf die Person und das Werk des Herrn Jesus Christus eingegangen ist (Kolosser 1, 15 – 29) legt er anschließend die Gefahren von Irrlehren dar und widerlegt dieselben (Kolosser 2, 1 – 23).  Danach wechselt der Apostel in Kapitel 3, 1 von den lehrmäßigen Themen dieses Briefes zu Themen der Glaubenspraxis. Wie soll die gelernte Wahrheit im Alltag angewandt werden? Nachdem er in Kolosser 3, 1 – 4 die grundlegenden Prinzipien des christlichen Lebens aufgezeigt hat, geht er dann auf die Art und Weise ein, wie diese Prinzipien in die Praxis umgesetzt werden sollen: Dinge, die nicht dem Wandel mit Christus entsprechen, gilt es abzulegen, d.h. auszuziehen wie ein altes Kleidungsstück  (Kolosser 3, 5 – 11) und Dinge, die den Wandel mit Christus fördern, gilt es anzulegen bzw. anzuziehen (Kolosser 3, 12 – 17).  Im Anschluss daran belehrt Paulus seine Leser in Kolossä,  wie die besprochenen Prinzipien in den Beziehungen, in denen der Christ steht (Kolosser 3, 18Kolosser 4, 1), gelebt werden können. 

Anmerkungen zu Kolosser 3, 1 – 17

* “Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Sinnt auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist; (…)“ Kolosser 3, 1 – 2 –  In diesen beiden Versen finden wir den Übergang von den Ausführungen des Paulus von den vorausgegangenen lehrmäßigen Themen zu den Themen der Glaubenspraxis. Paulus hatte in Kolosser 2, 1 – 23 vor verschiedenen falschen Lehren und ihren Gefahren für den Glauben des Christen gewarnt. Einige dieser Lehren, die besonders in der Region um Kolossä ihr Unwesen trieben, hatte er genannt und auch widerlegt. Doch der Widerstand gegen gefährliche Irrlehren ist nach Paulus nicht nur eine Frage des Verstandes und der lehrmäßigen Widerlegung. In Kolosser 3, 1 – 2 erinnert Paulus die Christen in Kolossä an ihre Stellung in Christus, ihrem Herrn. An diese Stellung gilt es sich zu erinnern und gemäß dieser Stellung gilt es zu leben. Nur so kann der Gläubige den genannten Irrlehren wirklich widerstehen. Seiner Stellung nach ist der Christ bereits jetzt mit Christus auferweckt. Menschen, die Jesus Christus als ihren Erlöser angenommen (Epheser 2, 8 – 9), Vergebung der Sünden (1. Johannes 1, 7 – 9) und Frieden mit Gott (Römer 5, 1) erfahren haben, sind dadurch bereits vom Tod zum Leben durchgedrungen und haben in der neuen Geburt (Johannes 3, 1 – 6) ewiges Leben empfangen. Christen haben also gemäß der Lehre der Heiligen Schrift in dieser Weise “das Grab bereits hinter sich“:

“Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.“

(Johannes 5, 24; ELBEDHÜ)

Die Identifikation des Gläubigen mit Christus in Seinem Tod, Seiner Grablegung und Seiner Auferstehung hatte Paulus bereits in Kolosser 2, 9 – 15 ausführlich dargelegt. Daraus folgt für den Apostel nun ein ganz bestimmtes Verhalten des Gläubigen: Weil der Christ seiner Stellung gemäß bereits mit Christus auferweckt ist, soll er das suchen und auf das sinnen, was dort ist, wo Christus ist und nicht auf irdische Dinge.  Manche haben aus dieser Aufforderung des Paulus den Schluss gezogen, der Christ solle sich beständig mit dem Himmel beschäftigen und viele Gläubige sind auf darauf nur zu gern eingegangen. Da wurden dann Predigten gehalten, in denen die Herrlichkeiten des Himmels bis in das kleinste Detail ausgeschmückt wurden. Doch das alles ist Unsinn und hat überhaupt nichts mit der Aufforderung des Apostels in Kolosser 3, 1 – 2 zu tun. Es geht nicht um die “Herrlichkeiten des Himmels“. Der Himmel hat keine wirkliche Herrlichkeit aus sich selbst. Und Christen, die nur deswegen “in den Himmel“ wollen, weil es ihnen dann dort besser geht als auf dieser Erde, haben überhaupt nicht verstanden, was der Kern des christlichen Glaubens ist. Der Himmel hat keine Herrlichkeit aus sich selbst. Der Himmel ist nur aus einem einzigen  Grund herrlich – weil dort der Herr Jesus Christus, der verherrlichte Sohn Gottes, jetzt zur Rechten Gottes, des Vaters, sitzt! Er ist das Zentrum des Himmels, ja der ganzen Schöpfung:

“Und er ist das Haupt des Leibes, der Versammlung, der der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem den Vorrang habe.“

(Kolosser 1, 18; ELBEDHÜ)

“(…) und hat alles seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Versammlung gegeben,“

(Epheser 1, 22; ELBEDHÜ)

“Denn durch ihn sind alle Dinge geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: Alle Dinge sind durch ihn und für ihn geschaffen. Und er ist vor allen, und alle Dinge bestehen durch ihn.

(Kolosser 1, 16 – 17; ELBEDHÜ)

Es geht in keiner Weise um den Himmel, es geht um Jesus Christus – weil Er verherrlicht wurde und nun Seinen Platz zur Rechten des Vaters eingenommen hat, darum soll der Gläubige beständig seine Gedanken auf Ihn ausrichten.
In den vergangenen Jahren sind in christlichen Kreisen wieder vermehrt Bücher über den Himmel in Mode gekommen. Wir sollten damit jedoch nicht unsere Zeit verschwenden. Das Nachdenken über die Details des Himmels (egal ob diese biblisch belegbar sind oder von den Autoren solcher Bücher in die Bibel hinein interpretiert werden), fördert nur eine ungesunde innere Weltflucht der Gläubigen. Das aber ist genau das Gegenteil von dem, was Paulus beabsichtigt. Paulus zeigt uns in Kolosser 3, 1 – 2 den verherrlichten, zur Rechten Gottes sitzenden Herrn Jesus Christus. Er ist das Zentrum aller Macht und Autorität dieses Universums und mit Ihm sind wir durch den Glauben und die neue Geburt bereits jetzt so eng verbunden (Galater 2, 19 – 21), dass wir gleichsam mit Ihm auf diesem Thron gesehen werden:

“Gott aber, der reich ist an Barmherzigkeit, wegen seiner vielen Liebe, womit er uns geliebt hat, hat auch uns, als wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht – durch Gnade seid ihr errettet, und hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in den himmlischen Örtern in Christus Jesus, (…)“

(Epheser 2, 4 – 6; ELBEDHÜ)

Wenn Paulus uns also auffordert, unsere Gedanken auf das auszurichten, was “droben“ ist, dann sollen wir nicht unsere Gedanken auf irgendwelche Details des Himmels ausrichten. Das Nachdenken über “goldene Gassen“ oder “himmlische Wohnungen“ macht uns nicht stark für unser Leben als Christen auf dieser Erde. Aber das Wissen um bzw. das Erforschen der Tatsache, dass unser Herr Jesus Christus jetzt schon alle Macht im Himmel und auf Erden hat und dass Er diese Macht zu Gunsten all jener einsetzt, die Ihm vertrauen – das macht uns stark. Es geht nicht um “goldene Gassen“ oder “himmlische Wohnungen“, es geht allein um den verherrlichten und erhöhten Herrn Jesus Christus. Auf das zu sinnen, was “droben“ ist, bedeutet eben nicht, “himmlisch zu denken“ oder gar “den Himmel zu denken“, es bedeutet “Christus zu denken“. Nur so werden wir zu dem Leben in Lehre und Praxis befähigt, das Gott sich von uns wünscht. Das wird auch sehr klar, wenn wir uns daran erinnern, dass Paulus bereits in Epheser 2, nachdem er in den Versen 4 – 6 unsere Stellung in Christus im Himmel dargelegt hat, in Vers 10 desselben Kapitels folgende Konsequenzen für unseren Wandel auf dieser Erde ableitet:

“Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.

(Epheser 2, 10 ELBEDHÜ)

Unser Denken soll auf Ihn, den auferstandenen, verherrlichten, erhöhten und zur Rechten Gottes sitzenden Herrn Jesus Christus ausgerichtet sein – dann wird unser Leben nach Gottes Willen hier auf der Erde auch gelingen.

 

* “(…) denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott.“Kolosser 3, 3 – Mit diesen Worten verstärkt Paulus noch einmal das, was wir bereits gesehen haben: Der Stellung nach ist der Gläubige mit Christus gestorben, begraben, auferweckt und sitzt bereits jetzt mit Christus in der Himmelswelt (Epheser 2, 4 – 6) und dieses Leben des Christen ist gleichsam jetzt mit Christus verborgen in Gott, d.h., es ist für die Welt gegenwärtig unsichtbar. Aus dieser vor der Welt verborgenen Gemeinschaft mit Christus  bezieht der Gläubige seine Nahrung und Kraft (Hebräer 3, 1 f.; Hebräer 4, 14Hebräer 12, 2 – 3; Johannes 6, 33 i.V.m.  Johannes 3, 13). 

* “Wenn der Christus, unser Leben, offenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbart werden in Herrlichkeit.“Kolosser 3, 4 – Dieses Leben, das Christen gemäß ihrer von Gott gegebenen ihrer Stellung bereits jetzt im Verborgenen leben, wird dann offenbar, wenn Christus mit den Gläubigen auf diese Erde zurückkehrt, um Sein Reich aufzurichten (vgl. 2. Thessalonicher 1, 3 – 12). Gegenwärtig ist dieses Leben noch verborgen, dann jedoch wird es vor aller Welt offenbar sein.
In der Zwischenzeit gilt es nun, dass wir unser praktisches Leben auf dieser Erde in einer Weise gestalten, die der Stellung entspricht, die wir jetzt schon mit Christus im Himmel eingenommen haben. In diesem Zusammenhang stellt Paulus zuerst einmal klar, dass dem Gläubigen in Christus bereits alles geschenkt worden ist, was er zu einem solchen Leben braucht. Entgegen den Aussagen der in Kolosser 2 erwähnten Irrlehren braucht der Christ keine darüber hinausgehenden Offenbarungen oder Erfahrungen (vgl. auch 2. Petrus 1, 3). Jetzt gilt es auf der Grundlage dessen, was Gott uns in Christus geschenkt hat, zu handeln und zu leben und auf genau diese Glaubenspraxis wird Paulus in den folgenden Versen eingehen.

 

* “Tötet nun eure Glieder, die auf der Erde sind: Hurerei, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und Habsucht, die Götzendienst ist, (…)“Kolosser 3, 5 – In den Versen 5 – 11 werden nun alle Verhaltensweisen angesprochen, die der Gläubige ablegen soll. Es sind Verhaltensweisen, die unser gottloses Leben geprägt haben, die aber mit unserer Stellung in Christus nicht vereinbar sind.  Das neue, ewige Leben, das Gott uns durch die “Geburt von oben“ (Johannes 3, 1 – 6) geschenkt hat, und die Gemeinschaft mit dem erhöhten Herrn Jesus Christus, befähigen uns auch zu einem Verhalten, das unserer Stellung in Christus entspricht. Es reicht nicht aus, um die göttliche Wahrheit nur zu wissen (Kolosser 1), es reicht auch nicht aus, die göttliche Wahrheit zu verteidigen (Kolosser 2), sie muss auch ausgelebt werden (Kolosser 3)! Hierin besteht ein entscheidender Unterschied zwischen den heidnischen Religionen und dem christlichen Glauben. Während in heidnischen Religionen Opfer zur Besänftigung der Gottheit die wichtigste Rolle spielen, geht es im christlichen Glauben darum, dass Gott Seinen eigenen Sohn dahin gibt, um den Menschen, die Ihm glauben ein neues, mit Seinem Willen übereinstimmendes Leben zu ermöglichen. Dementsprechend offenbart ein Mensch, dessen Leben von vielen Worten über den Glauben an Jesus Christus geprägt ist, gleichzeitig aber einen Christus entsprechenden Lebenswandel vermissen lässt, dass er nie neues Leben aus Gott empfangen hat (Titus 1, 16). Wenn Jesus Christus durch den Glauben in uns lebt (Kolosser 1, 27!), dann können wir nicht gleichzeitig willentlich und dauerhaft in Sünde leben (1. Johannes 3, 9; siehe Fußnote).
Diese Tatsachen voraussetzend, widmet sich Paulus jetzt einer ganzen Reihe von Sünden, die der Gläubige “töten“, d.h. aus seinem Leben verbannen, soll:

  1. Hurerei. Das griechische Wort “πορνεία“ (“porneia“) bezeichnet jeden sexuellen Verkehr außerhalb der Ehe (vgl. 1. Korinther 7, 9).
  2. Unreinheit. Das griechische Wort “ἀκαθαρσία“ (“akatharsia“) meint jede Art von Unreinheit, wobei in diesem Zusammenhang der Schwerpunkt auf moralischer Unreinheit liegt.
  3. Leidenschaft. Mit dem griechischen Wort “πάθος“ (“pathos“)  wird hier jedes unkontrollierte, unrechte Verlangen bezeichnet.
  4. Böse Lust, griechisch “επιθυμιαν κακην“ (“epithymian kaken“), hat die Bedeutung von bösem Verlangen in einem mehr allgemeinen Sinn.
  5. Habsucht, griechisch “πλεονεξία“ (“pleonexia“) ist das das materialistische Verlangen, immer mehr haben zu wollen und zwar unter Nichtbeachtung der Rechte und des Wohls anderer.

* “(…) um derentwillen der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams kommt; unter denen auch ihr einst gewandelt seid, als ihr in diesen Dingen lebtet. Jetzt aber legt auch ihr das alles ab: Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, schändliches Reden aus eurem Mund. Belügt einander nicht, da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen (…)“Kolosser 3, 6 – 9 – Es sind diese Verhaltensweisen, die so überhaupt nicht dem Wesen und Willen Gottes entsprechen, die schlussendlich das Gericht Gottes herausfordern. Und es sind diese Verhaltensweisen, die eine gottlose Welt kennzeichnen (Epheser 2, 3), von denen sich der Gläubige, der neues, göttliches Leben aus Christus empfangen hat, unbedingt distanzieren, ja trennen, muss (vgl. Kolosser 3, 8; Römer 8, 13; Epheser 5, 3 – 14).
Der Begriff  “Zorn Gottes“, den Paulus hier in Vers 6 benutzt (vgl. auch Epheser 5, 6!), findet sich im Neuen Testament gewöhnlich im Zusammenhang mit der Zeitperiode der “großen Trübsal“ (vgl. Matthäus 24, 20 – 21; 1. Thessalonicher 1, 10; 1. Thessalonicher 5, 9; Römer 5, 9).
Paulus führt in diesen Versen weitere Verhaltensweisen auf, die  dem neuen Leben in Jesus Christus nicht entsprechen und von denen sich Christen daher ganz eindeutig zu trennen haben:

  1. Zorn, grch. “ὀργή“ (“orge“), meint hier eine bösartige Leidenschaft, dem eigenen Ärger ohne Rücksicht auf andere freien Lauf zu lassen.
  2. Wut, grch. “θυμός“ (“thumos“), bezeichnet den verbalen, evtl. auch gewalttätigen  Ausbruch menschlichen Ärgers.
  3. Bosheit, grch. “κακία“ (“kakia“), ist der böse Wunsch, den Nächsten körperlich oder seelisch zu verletzen. 
  4. Lästerung, grch. “ βλασφημία“ (“blasphemia“), in der deutschen Sprache als Blasphemie, d.h. Gotteslästerung, bekannt, bezeichnet das beleidigende, lästernde Reden über Gott.
  5. Schändliches Reden, grch. “αἰσχρολογία“ (“aischrologia“), meint alles unsaubere, anzügliche Reden, das Menschen entehrt, denen wir doch Gnade erweisen sollen.
  6. Lüge, grch . “ψεύδομαι“ (“pseudomai“),  bezeichnet alles unwahre, betrügerische, verzerrende, manipulative Reden.

Die letzte Aufforderung des Paulus in diesem Vers “Belügt einander nicht“ steht in der Befehlsform. Vers 9 erläutert uns den Grund dafür und für alle vorausgehend abgelehnten Verhaltensweisen: Der “alte Mensch“ bezeichnet die Person des Christen bevor er von Gott mit Christus verbunden wurde. Alle Verhaltensweisen, die Paulus bisher aufgelistet hat, gehören zu diesem “alten Menschen“, im Leben des “neuen“, d.h. des mit Christus verbundenen Menschen, haben sie nichts mehr zu suchen. Sie sind schon längst mit Christus gestorben und begraben.

* “(…) und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bild dessen, der ihn erschaffen hat; (…)“Kolosser 3, 10  – Durch den Glauben an Jesus Christus und die Erfahrung der neuen Geburt, wird ein Mensch, der bisher “tot in Sünden“ und  „ein Kind des Zorns“ (Epheser 2, 1) war, zu einem “neuen Menschen“ in Christus (vgl. 2. Korinther 5, 17!). Dieser neue Mensch soll nun lernen, wie er sein praktisches Alltagsleben im Prozess der persönlichen Heiligung in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes führen kann.  Die Erkenntnis, von der Paulus hier spricht, bezieht sich auf die Erkenntnis der Person und des Willens Gottes. Sie ist die Voraussetzung für ein dem Willen Gottes entsprechendes Leben. Unsere persönliche Heiligung soll in eine wachsende Christusähnlichkeit münden. Nur auf diese Weise kann das Bildnis Gottes, nach dem der Mensch einstmals geschaffen wurde (1. Mose 1, 26 – 28) wiederhergestellt werden.  das aber ist Gottes Wunsch und Ziel mit uns.

* “(…) wo nicht ist Grieche und Jude, Beschneidung und Vorhaut, Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen.“Kolosser 3, 11 – Die Möglichkeit, ein neuer Mensch in Christus zu werden, ist völlig unabhängig von Rasse, Religion oder sozialem Status. Allein durch Jesus Christus empfangen wir alles, was zu der neuen Geburt (Johannes 3, 1 – 6; 2. Korinther 5, 17) und zum Wachstum in diesem neuen Leben notwendig ist. Er – Jesus Christus – lebt in jedem Gläubigen (Kolosser 1, 27) und will alle Bereiche seines Lebens mit Seiner Kraft durchdringen. Wo bisher ethnische, nationale, religiöse, kulturelle oder soziale Unterschiede eine wichtige Rolle spielten, ist die Person Jesu Christus nun allein maßgeblich. Während die in Kolosser 1 + 2 angesprochenen Irrlehrer behaupteten, dass die Kolosser zur Erlösung auch noch der Vermittlung von Engeln bedurften, stellt Paulus klar, dass Jesus Christus der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen ist (Kolosser 1, 18 – 22; Kolosser 2, 18; 1. Timotheus 2, 5). Während die genannten Irrlehrer Gesetzeswerke und Askese als Mittel zur persönlichen Heiligung anpriesen (Kolosser 2, 16 – 23),  macht Paulus deutlich, dass der Christ allein aus der Lebensgemeinschaft mit seinem Herrn Jesus Christus die Kraft zur persönlichen Heiligung empfängt (Kolosser 3, 3 – 4). Er – der auferstandene, verherrlichte und erhöhte Herr Jesus Christus -, ist alles, was der Christ braucht. “Er ist unser Leben“ (Kolosser 3, 4) und alles, was Menschen uns neben Ihm noch anpreisen wollen, ist einfach nur unnütz und schädlich. Denn es zieht unseren Fokus von der einzigen Quelle aller Kraft ab, die Gott uns gegeben hat. 

* “Zieht nun an, als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Sanftmut, Langmut, einander ertragend und euch gegenseitig vergebend, wenn einer Klage hat gegen den anderen; wie auch der Christus euch vergeben hat, so auch ihr. Zu diesem allen aber zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist.“Kolosser 3, 12 – 14 – Doch Paulus ermutigt seine Leser nicht nur, sich von einem Verhalten, das nicht ihrer Lebensbeziehung  mit Christus entspricht, eindeutig zu distanzieren bzw. solche Verhaltensweisen “abzulegen“. Er ermutigt die Christen in Kolossä (und uns!) außerdem, jene Verhaltensweisen “anzulegen“, die unserem Einssein mit Christus entsprechen. Erst wenn wir beides betrachten – das Ablegen des Negativen bzw. Alten und das Anziehen des Positiven bzw. Neuen, bekommen wir ein richtiges Verständnis von unserer Verantwortung als Christen in dieser Welt.  Wie ich bereits schrieb: Es reicht nicht aus, um die göttliche Wahrheit nur zu wissen (Kolosser 1), es reicht auch nicht aus, die göttliche Wahrheit zu verteidigen (Kolosser 2), sie muss auch ausgelebt werden (Kolosser 3)! Darum erinnert Paulus die Kolosser hier zuerst daran, wer bzw. was sie nun in Christus sind: Auserwählte Gottes, Heilige und Geliebte! Unser Denken, insbesondere auch unser Denken über uns selbst, bestimmt unser Handeln mehr, als uns oft bewusst ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass wir uns durch das Lesen des Wortes Gottes immer wieder vor Augen führen, wer wir in Christus sind und was unser Gott und Vater über uns denkt: Er hat uns erwählt, Er hat uns abgesondert für Ihn, Er hat uns zu Gegenständen Seiner unendlichen Liebe gemacht. Wenn wir diese wunderbaren Privilegien unserer heiligen Berufung (Epheser 4, 1; 2. Timotheus 1, 9) betrachten, verstehen wir auch, warum uns die folgenden Verhaltensweisen charakterisieren sollen:

  1. Herzliches Erbarmen, grch. “σπλαγχνα οικτιρμου“ (“splagchna oiktirmou“), kommt aus einem Herzen das sensibel ist und sich denen zuwendet, die sich in Not und anderen Leiden befinden.
  2. Güte, grch. “χρηστότης“ (“chrestotes“), bezeichnet moralisch-charakterliche Integrität, die in einem besonnenen Umgang mit anderen zum Ausdruck kommt.
  3. Demut, grch. “ταπεινοφροσύνη“ (“tapeinophrosune“), bedeutet, eine realistische Selbsteinschätzung zu besitzen, über die hinaus man nicht agiert (“Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben worden ist, jedem, der unter euch ist, nicht höher von sich zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern so zu denken, dass er besonnen sei, wie Gott einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt hat.“ – Römer 12, 3).
  4. Sanftmut, grch. “πρᾳότης“ (“praotes“),  auch als “Milde“ übersetzt, ist ein Verhalten, dass nicht hart, arrogant oder egoistisch, sondern mit Rücksicht auf bzw. unter Einbeziehung anderer handelt.
  5. Langmut, grch. “μακροθυμία“ (“makrothumia“) bezeichnet die Fähigkeit, sich selbst zurückzunehmen. Sie schließt Ausdauer, Geduld und Beharrlichkeit ein.  Diese Fähigkeit wird durch die folgenden Verhaltensweisen ergänzt bzw. erweitert:
  6. Einander ertragen, grch. “ανεχομενο αλληλων“ (“anechomeno allelon“), meint den anderen höher als sich selbst zu achten und dabei auch bereit zu sein, Unannehmlichkeiten zu ertragen.
  7. Gegenseitige Vergebung, grch. “χαριζομενο εαυτοις“ (“charizomeno eautois“) muss nicht weiter erklärt werden. Sie schließt aus, dass man weiterhin gegenüber dem Menschen, dem man vergeben hat, Groll oder Anklagen aufrecht erhält.
  8. Liebe, grch. “ἀγάπη“ („agape“), können wir im Zusammenhang dieses Verses am besten verstehen als ein Handeln, das immer das Beste des Nächsten im Blick hat.

 

Alle in diesen Versen aufgeführten Verhaltensweise und Fähigkeiten zielen auf die zwischenmenschlichen Beziehungen des Gläubigen ab. Insbesondere in diesem Gebiet unseres Lebens soll also die geistliche Realität unseres Einsseins mit Christus zum Ausdruck kommen. Wer diese Verhaltensweisen/Fähigkeiten “anzieht“, der ist nach Paulus für den Umgang mit anderen Menschen “perfekt gekleidet“, sprich vollkommen ausgerüstet.
Über dem allen soll unser Verhalten und Handeln von Liebe gekennzeichnet sein. Sie ist es, die alle anderen “Kleidungsstücke“ wie eine Art Gürtel zusammen halten soll. Damit wird deutlich, dass die Liebe die Grundlage aller anderen Verhaltensweisen/Fähigkeiten ist. Doch bei dieser Liebe kann es sich nicht um unsere kleine, menschliche Liebe handeln, sie wäre dazu nie in der Lage. Es ist die Liebe Gottes, die durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen worden ist (Römer 5, 5). Nur diese göttliche Liebe ermöglicht es uns, in den Verhaltensweisen zu wachsen, die Paulus hier aufzählt. Denn im Gegensatz zu unserer kleinen, menschlichen Liebe, kommt die Liebe Gottes niemals an ihr Ende:

“Die Liebe ist langmütig, ist gütig; die Liebe neidet nicht, die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, sie gebärdet sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit, sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. Die Liebe vergeht niemals …..“

(1. Korinther 13, 4 – 8; ELBEDHÜ)


* “Und der Friede des Christus regiere in euren Herzen, zu dem ihr auch berufen worden seid in einem Leib; und seid dankbar.“Kolosser 3, 15 – In den Versen 15 – 17 gibt Paulus uns nun wichtige Leitlinien, die das Leben des Gläubigen bestimmen sollen: Der Friede des Christus soll unsere Herzen regieren. Wir sollen unser Augenmerk und unsere Anstrengungen auf das richten, was diesen Frieden erhält und zwar zwischen uns und Gott (Philipper 4, 7), zwischen uns und unseren Mitgläubigen (Epheser 4, 3) und zwischen uns und allen Menschen (Römer 12, 18). Voraussetzung ist dabei immer, dass unser auf den Frieden mit anderen Mensch gerichtetes Verhalten nicht gegen den Willen Gottes verstößt (vgl. Johannes 14, 27; Apostelgeschichte 4, 19 – 20; Apostelgeschichte 5, 29). Wenn wir als Christen Entscheidungen treffen müssen, sollte die Frage, ob unsere Entscheidung von dem Frieden Christi in unserem Herzen begleitet wird, ausschlaggebend sein.
Paulus weist dann darauf hin, dass wir “zu einem Leib berufen“ worden sind. Unser Verhalten soll dieser durch den Heiligen Geist gestifteten Einheit der Gläubigen entsprechen. Beides – die Erfahrung des Friedens Christi und der Einheit der Gläubigen – soll uns zur Dankbarkeit gegenüber Gott führen und so ebenfalls unser Leben kennzeichnen.

* “Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen, indem ihr in aller Weisheit euch gegenseitig lehrt und ermahnt mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern, Gott singend in euren Herzen in Gnade.“Kolosser 3, 16 – Die dritte Leitlinie, an der wir uns ausrichten sollen, ist das “Wort des Christus“. Dieser Begriff findet sich nur an dieser Stelle des Neuen Testaments. Gemeint ist damit das ganze, durch Gottes Geist inspirierte Wort, wie wir es im Alten wie im Neuen Testament finden. Während das Alte Testament Christus verheißt und vorschattet, finden wir im Neuen Testament nicht nur die Erfüllung Seinem Kommen, sondern auch Seine Belehrungen in den Evangelien. Die Apostelgeschichte und die Briefe des Neuen Testaments wiederum vertiefen die Lehre Christ, während uns die Offenbarung die Verheißung Seiner Wiederkunft mitteilt. Dieses ganze Wort Gottes sollen wir nicht nur sporadisch lesen. Es soll “reichlich“ in uns wohnen. Wenn das Wort Christi reichlich in uns wohnen soll, dann müssen wir es reichlich aufnehmen! Sein Wort soll unser ganzes Sein durchdringen, so dass es unser ganzes Verhalten verändern, prägen und bestimmen kann. Der Gedanke, der dieser Aufforderung zugrunde liegt, ist, dass derjenige, der ein Haus  bewohnt (und nicht nur als Gast benutzt), der Herr dieses Hauses ist. Leider nehmen sich viele Christen viel zu wenig Zeit für das  Lesen, das Studieren oder Auswendiglernen des Wortes Gottes, so dass es eher einem zeitweisen Gast ähnelt, als dem Hausherrn.
Auch im gegenseitigen Umgang der Gläubigen miteinander soll das Wort Gottes Priorität haben. Wenn unsere Gespräche und die Lieder, die wir singen, vom Wort Gottes geprägt sind, dann werden wir einander auferbauen, ermutigen und stärken. Von welchen Inhalten sind die Gespräche gefüllt, die Sie – z.B. nach dem Gottesdienst – mit anderen Mitgläubigen führen?

* “Und alles, was immer ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, danksagend Gott, dem Vater, durch ihn.“Kolosser 3, 17 – In Vers 17 fasst Paulus das bisher Gesagte zusammen. Auch wenn Paulus in den Versen zuvor bestimmte Verhaltensweisen anspricht und einige Leitlinien aufzeigt, die unser Leben als Christen prägen sollen, so geht es ihm doch nicht um die Einführung eines neuen Gesetzes oder neuer “Gebötlein“! Die Grundlage unseres Verhaltens ist: Alle unsere Worte und Taten müssen in Übereinstimmung mit dem offenbarten Willen unseres Herrn Jesus Christus stehen. Denn was wir tun, tun wir ja als Seine Jünger und unter Seiner Autorität (siehe Kolosser 3, 1 – 2!). Hier schließt sich der in Kolosser 3, 1 begonnen Kreis: Unsere Lebenspraxis soll immer mehr unserer Stellung in Christus entsprechen. Wenn dem nicht so ist, dann sind wir einfach nur Heuchler. Doch das muss nicht so sein. Gott hat uns in Christus alles gegeben, was wir zu einem Ihm wohlgefälligen Lebenswandel benötigen (2. Petrus 1, 3). Darum können wir Gott auch von Herzen dankbar sein. Es ist an uns, diese Gaben zu gebrauchen und einzusetzen, um in der praktischen Heiligung zu wachsen und so Christus immer ähnlicher zu werden.

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BAB am 24.10.2016

Bemerkenswertes aus der Blogosphäre … und von anderswo her:

* Lesenswert I: Der Westen: “Warum ich mein Kind mit Down-Syndrom besonders liebe“: Klick!

* Lesenswert / Beteiligungswert II: Idea online: “Am 13. November für verfolgte Christen beten“: Klick!

* Sehenswert I: PlusMinus: “Alkoholkonsum: Milliardenkosten für die Gesellschaft“: Klick!

* Lesenswert III: Tacheles: Restaurant Schmock hat dichtgemacht –  Als Grund wird der wachsende Antisemitismus in der bayerischen Kapitale angegeben: Klick!


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Gesichter der Verfolgung: Min-Hae aus Nordkorea


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Entscheidung in Jerusalem (I) – Anmerkungen zu Apostelgeschichte 15, 1 – 5

HimmelEntscheidung in Jerusalem (I) – Anmerkungen zu Apostelgeschichte 15, 1 – 5

Der Wortverkündigung am Mittwoch dieser Woche soll ein Vers aus dem 15. Kapitel der Apostelgeschichte (zum Hintergrund der Apostelgeschichte siehe: Klick! & Klick!) zu Grunde liegen, den wir  in seinem Kontext betrachten wollen:

„Und einige kamen von Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr nicht beschnitten werdet nach der Weise Moses, so könnt ihr nicht errettet werden. Als aber ein Zwiespalt entstand und ein nicht geringer Wortwechsel zwischen ihnen und Paulus und Barnabas, ordneten sie an, dass Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufgehen sollten wegen dieser Streitfrage. Nachdem sie nun von der Versammlung das Geleit erhalten hatten, durchzogen sie sowohl Phönizien als auch Samaria und erzählten die Bekehrung derer aus den Nationen; und sie machten allen Brüdern große Freude. Als sie aber nach Jerusalem gekommen waren, wurden sie von der Versammlung und den Aposteln und den Ältesten aufgenommen, und sie berichteten alles, was Gott mit ihnen getan hatte. Einige aber von denen aus der Sekte der Pharisäer, die glaubten, traten auf und sagten: Man muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz Moses zu halten.

(Apostelgeschichte 15, 1 – 5; ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

Zum Hintergrund von Apostelgeschichte 15, 1 – 5

Bereits in Apostelgeschichte 12, 24 hatte der Evangelist Lukas die kontinuierliche, von keiner Macht aufzuhaltende Verbreitung des Evangeliums in Kleinasien zusammengefasst.
In Apostelgeschichte 12, 1 ff. wurde uns zuerst von der Hinrichtung des Apostels Jakobus (Verse 1 – 2) auf Befehl des Königs Herodes und von der anschließenden Verhaftung des Apostels Petrus (Vers 3 ff.) berichtet. Letzterer wurde auf wunderbare Weise durch Gottes Eingreifen aus der Gefangenschaft befreit und entkommt dadurch einer Hinrichtung, die König Herodes bereits für ihn vorgesehen hatte. In Apostelgeschichte 12, 18 – 25 folgt dann der Bericht über den Tod des Herodes Agrippa, der ein deutliches Gericht Gottes darstellt.
Während also das Leben des Gottesleugners Herodes ein schnelles Ende findet, bleibt Petrus am Leben und die Ausbreitung des christlichen Glaubens kommt jetzt so richtig “in Fahrt“. Dabei können wir aus der Apostelgeschichte ersehen, dass die christliche Botschaft sowohl bei Menschen aus dem Judentum als auch bei Menschen aus den heidnischen Nationen, die sich nach Erlösung und einer Beziehung zu Gott sehnen, auf offene Herzen trifft.

Bereits in Apostelgeschichte 6, 7 heißt es:

Und das Wort Gottes breitete sich aus und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam.“

Und in Apostelgeschichte 9, 31 lesen wir:

“So hatte nun die Gemeinde Frieden in ganz Judäa und Galiläa und Samarien und baute sich auf und lebte in der Furcht des Herrn und mehrte sich unter dem Beistand des Heiligen Geistes.“

Lukas hat also bereits zuvor die unaufhaltsame Ausbreitung des christlichen Glaubens in Jerusalem und darüber hinaus beschrieben.

Zum einen macht er damit deutlich, dass der Siegeszug des Evangeliums trotz der vielfältigen Widerstände, die den Gläubigen begegneten, nicht aufzuhalten ist.
In der kurzen Zeit, in der die christliche Versammlung (= Gemeinde/Kirche) bestand, hatte sie sich bereits mit vielfältigen Anfechtungen und Widerständen auseinandersetzen müssen:

  • Da gab es zum einen die geistlichen Autoritäten des Judentums (Apostelgeschichte 4, 1; Apostelgeschichte 8, 1 – 3; Apostelgeschichte 11, 19), denen die junge christliche Gemeinschaft ein Dorn im Auge war. Um die Christen zu verfolgen, arbeiteten diese religiösen Autoritäten – wenn es sein musste – sogar mit der ihnen verhassten römischen Besatzungsmacht zusammen (Apostelgeschichte 4, 1).
  • Die Römer waren jedoch auch aus eigenen Gründen – das macht Apostelgeschichte 12, 1 – 23 deutlich – daran interessiert, diese “neue Glaubensgemeinschaft“ zu kontrollieren und wenn nötig auszuschalten.
  • Dann hatten die Christen aber auch mit innergemeindlichen Problemen zu kämpfen: In Apostelgeschichte 5, 1 – 11 wird uns berichtet, wie ein Ehepaar – unter dem Schein des Christseins – versuchte, Ansehen und Einfluss in der jungen Gemeinschaft zu gewinnen. Und schließlich lesen wir in Apostelgeschichte 6, 1 ff., wie ethnisch begründete Spannungen unter den Gläubigen für Unruhe sorgten.


Doch alle diese Probleme, Bedrängnisse und Widerstände vermochten es nicht, die Verbreitung der Evangeliumsbotschaft dauerhaft zu verhindern. Gleich nachdem Lukas in Apostelgeschichte 12, 24 zum dritten Mal auf die Ausbreitung des christlichen Glaubens hingewiesen hat, schildert er in Apostelgeschichte 12, 25Apostelgeschichte 16, 5, wie sich das Evangelium in Zypern und Kleinasien Bahn bricht. Nichts kann die Botschaft von der Liebe Gottes, die Seine Geschöpfe erlösen möchte, stoppen. Damit macht der Evangelist auch deutlich, dass der Herr Jesus Christus treu zu den Verheißungen, die Er Seinen Gläubigen gegeben hat, steht und sie einlöst:

“(…) und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“

(Matthäus 16, 18)

“(…) aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“

(Apostelgeschichte 1, 8)

In Apostelgeschichte 13, 13Apostelgeschichte 14, 21 schildert der Evangelist dann die Missionsarbeit der Apostel Paulus und Barnabas im südlichen Teil der Provinz Kleinasien. Danach kehrten die Apostel wieder nach Antiochien in Syrien, ihrer “Missionsbasis“, zurück (Apostelgeschichte 14, 21 – 28). Der Schwerpunkt der 15. kapitels der Apostelgeschichte widmet sich dann dem so genannten “Konzil von Jerusalem“ (Apostelgeschichte 15, 1 – 35). Wie geschildert, wuchs die Versammlung (= Gemeinde/Kirche) rasant. Viele Menschen kamen zum Glauben an den Herrn Jesus Christus als ihren Erlöser. Unter diesen Menschen war auch eine beständig wachsende Anzahl von Gläubigen aus dem Heidentum. Dieses erfreuliche Wachstum führte aber auch zu neuen Fragen, die es zu beantworten galt: In welcher Beziehung standen diese Gläubigen aus dem Heidentum zu den Gläubigen aus dem Judentum? Mussten Heiden erst Juden werden, also sich beschneiden lassen und das mosaische Gesetz halten, ehe sie Christen werden konnten? Waren Gläubige aus dem Judentum und Gläubige aus dem Heidentum zwei zu unterscheidende Gruppen des einen Christentums oder Einheit? Der Klärung dieser wichtigen Fragen sollte das “Konzil von Jerusalem“ dienen. Lukas beschreibt es in diesem Kapitel so ausführlich, um die Bedeutung dieses Ereignisses in der Geschichte der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) zu unterstreichen. Viele Kommentatoren sind davon überzeugt, dass es kein Zufall ist, dass dieses Kapitel das strukturelle Zentrum des  Buches der Apostelgeschichte bildet, da sie es auch für das theologische Zentrum der Apostelgeschichte halten. In Apostelgeschichte 15, 1 – 5 macht uns Lukas mit den Geschehnissen bekannt, die dem eigentlichen “Konzil“ vorausgingen. 

Anmerkungen zu Apostelgeschichte 15, 1 – 5

* “Und einige kamen von Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr nicht beschnitten werdet nach der Weise Moses, so könnt ihr nicht errettet werden.“ – Apostelgeschichte 15, 1 – Gleich zu Beginn des Kapitels wird ie Problematik thematisiert, um die es dann im weiteren Verlauf gehen wird: Unter den Gläubigen treten Männer auf, die die Beachtung des mosaischen Gesetzes als Voraussetzung der Errettung lehren. Die Betonung ihrer Lehre liegt insbesondere auf der Beschneidung, was nachvollziehbar ist, da die Beschneidung im Judentum den Beginn des Bundesschlusses Gottes darstellte (1. Mose 17, 14) und Nichtjuden nur durch diese Handlung in den Bund Gottes mit Israel aufgenommen werden konnten (2. Mose 12, 48 – 49).  Doch diese Lehre wertete die Erlösung, die durch Jesus Christus zu den Menschen gekommen war, ab, denn sie behauptete, dass das Werk Jesu Christi am Kreuz nicht ausreichend sei, um einen Menschen zu erlösen. Wir stoßen hier auf ein klassisches Beispiel der Werksgerechtigkeit, die durch das Neue Testament als falsch und gegen das Evangelium Jesu Christi gerichtet verurteilt wird (vgl. Römer 3, 21 – 28; Galater 2, 16; Galater 3, 2 – 10; Epheser 2, 8 – 10 u.a.m.).  In der ersten Zeit des Christentums – vor dem im Apostelgeschichte 15 geschilderten Konzil – gab es sogar unter den Aposteln noch Tendenzen in diese Richtung (vgl. Galater 2, 11 – 21 – Petrus -; Apostelgeschichte 15, 24). Nach den drei vorausgegangenen Krisen der jungen Gemeinschaft (dem Betrug Annanias und   Sapphiras in Apostelgeschichte 5),  der Unruhe in der Versammlung (= Gemeinde) in Jerusalem wegen der hebräischen Witwen (Apostelgeschichte 6), und dem betrügerischen Verhalten des Simon (Apostelgeschichte 8) ist diese vierte Krise wohl die entscheidenste, sollte sich doch in ihrem Ausgang die lehrmäßige Ausrichtung der jungen Gemeinschaft entscheiden.

* “Als aber ein Zwiespalt entstand und ein nicht geringer Wortwechsel zwischen ihnen und Paulus und Barnabas, ordneten sie an, dass Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufgehen sollten wegen dieser Streitfrage.“ – Apostelgeschichte 15, 2 – Es überrascht daher nicht, dass diese Situation zu heftigen Auseinandersetzungen führte. Im Anschluß beschloss die Versammlung (= Gemeinde) in Antiochien, dass Paulus, Barnabas und einige andere Gläubige aus Antiochien nach Jerusalem hinaufziehen sollten, um dort die Thematik mit den anderen Aposteln und Ältesten zu erörtern. Dr. Craig Keener, der diese Thematik ausführlich in seinem Kommentar zur Apostelgeschichte behandelt, verweist darauf, dass die Versammlung in Jerusalem die Missionsarbeit der Versammlung in Antiochia zuvor anerkannt und unterstützt hatte (vgl. Apostelgeschichte 11, 22 – 23). Es war daher nur natürlich, dass die Gläubigen in Antiochien nun diese Männer nach Jerusalem sandten, um ihre Lehre und ihren Dienst dort noch einmal vorstellen und so eine erneute Bestätigung und Unterstützung erwirken zu können¹.

* “Nachdem sie nun von der Versammlung das Geleit erhalten hatten, durchzogen sie sowohl Phönizien als auch Samaria und erzählten die Bekehrung derer aus den Nationen; und sie machten allen Brüdern große Freude.“ – Apostelgeschichte 15, 3 – Ganz offensichtlich besuchten die von der Versammlung in Antiochien nach Jerusalem  gesandten Männer auf ihrem Weg dorthin Gläubige in Phönizien und auch in Samaria.  Es ist vorstellbar, dass die Abordnung aus Antiochien, auf dieser mehrere Tage dauernden Reis in den Versammlungen, die auf diesem Weg lagen, zu Gast waren und übernachteten. Hätten sie als Juden die Gastfreundschaft von Samaritanern nicht angenommen, so hatte der Glaube an den Herrn Jesus Christus nun alle durch die Volkszugehörigkeit errichteten Barrien niedergebrochen. Dort berichteten sie von dem, was Gott auf ihren vorausgegangenen Missionsreisen unter den Menschen aus den Nationen getan hatte. Die Reaktion war große Freude bei denen, die davon hörten, denn an dem, was Gott getan hatte und noch tat, wurde sichtbar, dass Er Seine Verheißungen und damit auch Seinen Heilsplan erfüllte. Insbesondere Samaria war schon früh mit dem Evangelium in Kontakt gekommen (vgl. Apostelgeschichte 8, 1 ff.). Die dort entstandenen Versammlungen waren ebenfalls gemischte oder rein samaritanische Versammlungen, so dass diese Gläubigen ebenfalls ein großes Interesse an den in Jerusalem zu klärenden Themen haben mussten. Es ist anzunehmen, dass die Gesandtschaft den Weg durch Samaria aus diesem Grund bewusst wählte. Denn um durch Samaria ziehen zu können, mussten sie in Inlandroute nehmen, die mit größeren Strapazen verbunden war, wenn man die Straße am Meer entlang gewählt hätte.

* “Als sie aber nach Jerusalem gekommen waren, wurden sie von der Versammlung und den Aposteln und den Ältesten aufgenommen, und sie berichteten alles, was Gott mit ihnen getan hatte.“ – Apostelgeschichte 15, 4 – Als die Gesandtschaft aus Antiochien dann in Jerusalem ankam, wurde sie dort freundlich aufgenommen und konnte dort Zeugnis von dem ablegen, was Gott unter den heidnischen Nationen getan hatte. Es ist bemerkenswert, dass Lukas hier betont, dass es etwas sein, dass “Gott mit ihnen getan hate“. Der Evangelist betont auf diese Weise, dass das, was unter den heidnischen Nationen geschehen war, Gottes Werk war und seinen Grund nicht in den Wünschen oder Plänen der Gläubigen aus Antiochien hatte.

* “Einige aber von denen aus der Sekte der Pharisäer, die glaubten, traten auf und sagten: Man muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz Moses zu halten.“ – Apostelgeschichte 15, 5 – Doch auch in Jerusalem stehen schon andere Mächte auf dem Plan. Es gibt unter den Gläubigen in Jerusalem einige, die Pharisäer gewesen, dann aber zum Glauben an den Herrn Jesus Christus gekommen waren. Doch ganz offensichtlich hatten diese Menschen das Evangelium noch nicht vollkommen erfasst, denn sie bestehen auch jetzt noch darauf, dass jene, die aus den heidnischen Nationen zum Glauben kommen, beschnitten werden müssten und das Gesetz des Mose zu halten hätten. Das erneute Auftreten solcher Vertreter des Gesetzes – und damit der Werksgerechtigkeit – führt dazu, dass (siehe Vers 6) eine größere Beratung aller in Jerusalem anwesenden Verantwortlichen anberaumt wird. Im Verlauf dieser Beratung sollte erörtert werden, was das Evangelium Jesu Christi über die zu Rede stehenden Themen sagte.

Fußnoten:

¹= Dr. Craig S. Keener, PhD, Duke University; F. M. and Ada Thompson Professor of Biblical Studies at Asbury Theological Seminary in Wilmore, Kentucky: “Acts: An Exegetical Commentary : Volume 3: 15:1-23:35“, Baker Academic, Grand Rapids, Michigan/USA,

 

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