Die Schlüssel in der Bibel und ihre Bedeutung (1)


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Dohány utcai zsinagóga by BáthoryPéter (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Dohány utcai zsinagóga by BáthoryPéter (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

Der biblische Befund

Das Wort “Schlüssel“ wird nur achtmal in der Bibel erwähnt und zwar in Richter 3, 25; Jesaja 22, 22; Matthäus 16, 19; Lukas 11, 52; Offenbarung 1, 18; Offenbarung 3, 7; Offenbarung 9, 1 und Offenbarung 20, 1.

Im Alten Testament wird das hebräische Wort “מַפתֵַּח“ (= „maphteach“) benutzt, welches mit “Öffner“ bzw. “Schlüssel“ übersetzt wird. Im Neuen Testament findet sich das griechische Wort  “κλείς“ (= „kleis“), womit ein Schlüssel zum Öffnen oder Verschließen eines Schlosses / einer Tür bezeichnet wird.

Die grundsätzliche Bedeutung

Mit dem Symbol des Schlüssels wird in der Heiligen Schrift Macht und Autorität verbunden. Denn ein Schlüssel eröffnet seinem Besitzer Zugang zu Bereichen, die anderen buchstäblich verschlossen sind. Er ermöglicht es seinem Besitzer auch, diesen, ihm allein zugänglichen Bereich vor anderen zu verschließen und so ihrem Zugang/Zugriff/Macht zu entziehen.

Zur Bedeutung der einzelnen Schlüssel

Nachfolgend werde ich versuchen, die Bedeutung der einzelnen Schlüssel in der Heiligen Schrift aufzuzeigen. Dabei wird es nicht möglich sein, auf jedes Detail einzugehen. Für Fragen/Gedankenanstöße bzw. einen weiteren Gedankenaustausch mittels des unten stehenden Kommentarfeldes würde ich mich freuen.

Richter 3, 25 – Der Schlüssel zum Privatgemach des Königs von Moab

Hintergrund dieses Verses ist ein Bericht aus der Epoche der Richterherrschaft in Israel. Aus Richter 3, 12 – 30 erfahren wir, dass sich die Israeliten trotz der Warnungen Gottes erneut von Ihm abgewandt hatten. Als Folge davon gewannen die Moabiter unter ihrem König Eglon (vereint mit den Ammonitern und Amalekitern) die Herrschaft über Israel. 18 Jahre lang war das irdische Volk Gottes der Fronherrschaft Eglons unterworfen. In dieser Zeit kam es zu einer inneren Umkehr der Israeliten, so dass sie zu Gott um Errettung aus ihrer Fron beteten. Gott erhörte das Gebet und sandte einen Retter in der Person des Richters Ehud. Als Israel den nächsten regelmäßigen Tribut an Moab leisten musste, nutzte Ehud die Gelegenheit. Er tötet den Tyrannen während eines Gesprächs unter “vier Augen“. Dann schloss er den Leichnam in dem königlichen  Privatgemach ein, so dass die Diener Eglons dachten, ihr Herr würde schlafen. Erst als Eglon sich längere Zeit nicht sehen ließ, nahmen sie den Schlüssel zu jenem Privatgemach, öffneten es und fanden darin den toten Königs von Moab. Bei dem in Richter 3, 25 genannten Schlüssel handelt es sich also ganz offensichtlich um einen buchstäblichen Schlüssel, mit dem ein verschlossener Raum geöffnet wurde:

“Und sie warteten so lange, bis sie sich dessen schämten; und siehe, niemand tat die Türe des Söllers auf; da nahmen sie den Schlüssel und schlossen auf; und siehe, da lag ihr Herr tot auf der Erde!“

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Jesaja 22, 22 – Der “Schlüssel (des Hauses) Davids“

Jesaja 22 enthält verschiedene prophetische Zukunftsaussagen: Zuerst verkündet der Prophet in den Versen 1 – 14 das endgültige Gericht über Jerusalem. Die Stadt wurde zwar mehrfach belagert und erobert – so durch Sanherib (702/701 v. Chr.), dann mehrfach durch Nebukadnezar (letztmalig 586 v. Chr.) und 70 n. Chr. durch Titus -, aber keine dieser Belagerungen bzw. Zerstörungen  hat alle in Jesaja 22, 1 – 14  genannten Kennzeichen erfüllt. Aus diesem Grund muss die endgültige Erfüllung dieser Gerichtsankündigung noch in der Zukunft liegen.

An diese zukünftige Gerichtsandrohung anschließend, spricht der Prophet in Jesaja 22, 15 – 25 von zwei Personen – Schebna und Eljakim – die im Licht der anderen alttestamentarischen Propheten und der prophetischen Aussagen des Neuen Testaments von vielen Kommentatoren typologisch-prophetisch auf den Antichristen und Christus gedeutet werden. In Jesaja 22, 20 – 24 wird dem Eljakim, der ein Typus auf Christus ist, verheißen:

“Und es wird geschehen an jenem Tag, da werde ich meinen Knecht Eljakim den Sohn Hilkijas, berufen, und ich werde ihn mit deinem Gewand bekleiden und mit deinem Gürtel fest umgürten und deine Vollmacht in seine Hand legen. Er wird den Bürgern von Jerusalem und dem Haus Juda ein Vater sein. Ich will ihm auch den Schlüssel des Hauses Davids auf seine Schulter legen, so daß, wenn er öffnet, niemand zuschließen kann, und wenn er zuschließt, niemand öffnen kann. Und ich will ihn als Pflock einschlagen an einem festen Ort, und er soll ein Ehrenthron für das Haus seines Vaters werden, so daß die ganze Herrlichkeit seines Vaterhauses sich an ihn hängen wird, die Sprößlinge und die Abkömmlinge, alle kleinen Gefäße, von den Tonschalen bis zu allen Krügen.“

In Offenbarung 3, 7 wird das Tragen des “Schlüssels des Hauses Davids“ mit der der Macht und Autorität des Herrn Jesus Christus in Verbindung  gebracht:

“Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, welcher den Schlüssel Davids hat; der öffnet, daß niemand zuschließt, und zuschließt, daß niemand öffnet (…)“

Christus wird in vielen Stellen der Heiligen Schrift als der “Sohn Davids“ (im Sinne von “Nachfahre“ Davids) bezeichnet (vgl. Matthäus 1, 1; Matthäus 1, 20; Matthäus 9, 27; Matthäus 12, 23; Matthäus 15, 22; Matthäus 20, 30 – 31; Matthäus 21, 9 + 15; Matthäus 22, 42 u. v.a.m.) Als solcher wird der Herr auch während der Zeit des tausendjährigen Friedensreiches auf dem “Thron Davids“ sitzen und so die Verheißung Gottes an David (vgl. Psalm 89, 36 – 37) erfüllen.  Von dort aus wird der Seine Herrschaft der Gerechtigkeit sich über die ganze Erde ausbreiten (Psalm 132, 11; Jesaja 9, 7; Jesaja 16, 5; Lukas 1, 32). Der Begriff „Schlüssel des Hauses Davids“ spricht also von dieser Macht/Autorität, die der dann von Jerusalem aus regierende Messias ausüben wird.

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Lukas 11, 52 – Der „Schlüssel der Erkenntnis“

In Lukas 11, 52 geht es um eine Auseinandersetzung zwischen dem Herrn Jesus Christus und den Pharisäern. Dabei ist die Rede von dem  “Schlüssel der Erkenntnis“:

“Wehe euch Schriftgelehrten, daß ihr den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen habt! Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, welche hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert!“

Die Erkenntnis Gottes, d.h. Seines Wortes, Seines Willens und Seiner Pläne, wird hier mit einem Haus verglichen. Um in dieses “Haus“ hineingelangen zu können, benötigt man einen “Schlüssel“. Durch ihr Verhalten (vgl. Lukas 11, 39 – 51) zeigten die Pharisäer, dass sie selbst gar nicht in dieses “Haus“ hineingehen wollten. Erkenntnis Gottes erfordert Gottesfurcht, Demut (Sprüche 9, 10; Sprüche 2, 1 – 9; Psalm 25, 14; Psalm 111, 10 u.a.m.) und Glauben. Aber diese Voraussetzungen waren  bei den Pharisäern nicht gegeben (Johannes 5, 44; Johannes 12, 43; Matthäus 23, 2). Sie waren für sich selbst das Maß aller Dinge. Darum war Ihnen auch nur an einer äußerlichen Religiosität gelegen (Matthäus 23, 29 – 30). Sie verfügten über viel Wissen, doch sie handelten nicht danach. Sehr deutlich wurde das, als König Herodes die Schriftgelehrten befragen ließ, wo der Messias geboren werden sollte. Ohne zu zögern erklären sie: „In Bethlehem!“ (Matthäus 2, 6). Doch anstatt mit den Weisen aus dem Morgenland nach Bethlehem zu reisen, um sich so selbst ein Bild von der ganzen Angelegenheit zu machen und – falls die Weisen Recht hatten -, die Ankunft des von Gott verheißenen Erlösers zu erleben, blieben sie in Jerusalem und gingen weiter ihren Geschäften nach. Wie hätten sie deutlicher zeigen können, dass in ihren Herzen die Erwartung auf die  Ankunft des von Gott verheißnen Erlösers erloschen war? Über die Pläne Gottes konnten sie trefflich Auskunft geben – sie waren ja Gelehrte! Aber in ihren Herzen brannte schon lange nicht mehr der Wunsch danach, zu erleben, wie Gott Seine Pläne erfüllte. Ihr Augenmerk war auf ihre weltlichen und materiellen Vorteile gerichtet. Wie sehr sie ihrem religiösen Eigensinn (und nicht Gott!) dienten, wurde endgültig deutlich, als sie über die Auslieferung Jesu an die Römer diskutierten. Dabei kamen sie nämlich zu dem Schluss: “Lassen wir ihn so fortfahren, so werden alle an ihn glauben; und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute weg.“ (Johannes 11, 48) Ihr wahres Augenmerk galt also nicht dem Willen Gottes, sondern ihrem Machterhalt über “Land und Leute“. Beides betrachteten sie als ihr Eigentum. Doch nichts hätte weiter von der Realität entfernt sein können (2. Mose 5, 1; Joel 3, 2).
Durch ihr Verhalten zeigten die Pharisäer also deutlich, dass sie selbst in das „Haus“ der Gotteserkenntnis nicht hineingehen wollten. Aber mehr noch: Sie hatten sogar das Gesetz Gottes durch menschlich erdachte Gebote  (die “Satzungen der Ältesten“, vgl. Matthäus 15, 1 – 6) ersetzt und dadurch unwirksam gemacht. Indem sie das Volk dazu verführten, menschliche Gebote höher zu achten als Gottes Gebot, hinderten sie es gleichzeitig daran, zur wahren Gotteserkenntnis durchzudringen.

***

Matthäus 16, 19 – Die “Schlüssel des Himmelreichs“

Matthäus 16, 19 ist wohl  die bekannteste und am meisten diskutierteste Stelle, wenn es um die Bedeutung des Begriffs “Schlüssel“ in der Bibel geht. Dort heißt es:

“Und ich will dir des Himmelreichs Schlüssel geben; und was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.“

Bevor wir uns Gedanken darüber machen, welche Bedeutung die hier genannten Schlüssel haben, müssen wir zuerst einmal festhalten, dass Petrus “die Schlüssel des Himmelreiches“ und nicht die “Schlüssel der Versammlung (= Gemeinde/Kirche)“ verheißen wurden.
Und es ist wichtig, dass wir den Begriff “Reich der Himmel“  nicht falsch verstehen. Luthers Übersetzung der griechischen Bezeichnung (“της βασιλειας των ουρανων“ / “tes basileias ton ouranon“) hat leider fälschlich der Vorstellung Vorschub geleistet, dieses Reich würde sich im Himmel befinden. Doch der Begriff besagt nicht, dass es sich dabei um ein “Reich im Himmel/in den Himmeln“ handelt, sondern, dass dieses Reich vom Himmel aus regiert wird. Wir finden diesen  Begriff bereits im Alten Testament: In Daniel 7 lesen wir von dem Kommen des Sohnes des Menschen und dem weltweiten Reich, das Er empfangen wird (Daniel 7, 13 – 14). Doch bereits in Daniel 2, 44 ist die Rede davon, dass “der Gott des Himmels“ diese Reich regieren wird.  In Daniel 4, 26 wird sogar explizit gesagt, dass “die Himmel herrschen“, womit natürlich nichts anderes gemeint ist, als das die Herrschaft über dieses Reich von Gott im Himmel ausgehen wird. Das Reich selbst aber wird auf der (dann erneuerten) Erde aufgerichtet werden (vgl. Daniel 2, 34 – 35 & 44 – 45 [man beachte, dass der “Stein“ aus dem Himmel herabkommt und zwar “ohne Zutun von Menschenhänden“ {!}]; Offenbarung 20, 1 – 6).
Auch dürfen wir das “Reich  der Himmel“ bzw. “Reich Gottes“ nicht mit der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) gleichsetzen. Diese beiden Bereiche des Handelns Gottes gilt es zu unterscheiden, weil die Heilige Schrift sie deutlich voneinander abgrenzt. Die zehn auffälligsten Unterscheidungsmerkmale habe ich bereits in einem früheren Artikel aufgezeigt (Klick!).
Manche haben aus der Verheißung in Matthäus 16, 19 den Schluss gezogen, der Herr Jesus Christus hätte dem sündigen Menschen Petrus die Autorität verliehen, darüber zu entscheiden, wer in das ewige Leben eingehen darf und wer nicht. Aus dieser Vorstellung ist im Volksmund der “Petrus an der Himmelstür“ entstanden. Aber glauben wir wirklich, dass der Herr Jesus Christus, von dem Johannes 2, 24 – 25 bezeugt, dass “er wusste, was in dem Menschen war“, einem fehlbaren Menschen, zu dem Er kurze Zeit später sagen musste: “Geh weg von mir, Satan! Denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.“ (vgl. Markus 8, 33 in seinem Kontext!) Macht über das ewige Schicksal anderer  Menschen geben würde? Mit Sicherheit nicht. Weder die Vergebung der Sünden noch die “Geburt von oben“ wurde in die Hände fehlbarer Menschen gelegt. Beides hat Gott sich Selbst vorbehalten (1. Johannes 1, 7 – 9; Johannes 3, 1 – 6).
Andere haben aus dieser Stelle geschlossen, dass Petrus mit der Verheißung aus Matthäus 16, 19 eine Unfehlbarkeit in Fragen der christlichen Lehre und Ethik verliehen worden sei. Petrus sei nicht immer unfehlbar gewesen, aber immer dann, wenn er christliche Lehre verkündet habe. Abgesehen davon, dass man in diese Stelle schon sehr viel hineininterpretieren muss, um zu diesem Schluss zu kommen, gibt es verschiedene Belege im Neuen Testament, die dieser Annahme widersprechen. So muss z.B. der Apostel Paulus den Apostel Petrus scharf zurechtweisen, als dieser sich (etliche Jahre später) in Antiochia zu falschen Gesetzeslehrern gesellt und so die von Christus verkündete Gnade Gottes dem für Christen nicht mehr gültigen Gesetz unterordnen wollte (vgl. Galater 2, 11 – 16; Römer 10, 4). Wäre Petrus in Fragen der christlichen Lehre unfehlbar gewesen, so hätte es eine so gravierende Abweichung vom Evangelium in seinem Leben nie geben dürfen. Petrus hat ganz offensichtlich die Zurechtweisung durch Paulus angenommen, denn er schreibt später von Paulus als einem “geliebten Bruder“, dem Gott viel Weisheit verliehen hat (2. Petrus 3, 15 – 16).
Wieder andere sind der Meinung, dass, dass Petrus von der so genannten “Schlüsselvollmacht“ Gebrauch gemacht hätte, als er durch die Verkündigung des Evangeliums (vgl. Römer 10, 17) nach und nach allen Menschengruppen den Zugang zu Gott ermöglichte. Die Vertreter dieser Ansicht weisen auf die Abfolge von Apostelgeschichte 2 (das Evangelium wird den Juden verkündet), Apostelgeschichte 8 (das Evangelium wird den Samaritern verkündet) und Apostelgeschichte 10 (das Evangelium wird den Nationen verkündet) hin, die ganz dem Auftrag Jesu aus Apostelgeschichte 1, 8 entspricht. Diese Argumentation ist nur auf den ersten Blick einleuchtend, denn sie befriedigt nicht wirklich, weil wir – wie ich oben dargestellt habe – das Reich Gottes nicht mit der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) gleichsetzen können.
Da in Matthäus 16, 9 die Rede von den “Schlüssel des Himmelreiches“ (= des Reiches Gottes, das vom Himmel aus regiert wird) ist, gehe ich davon aus, dass dem Apostel hier eine besondere Stellung für die Zeit des kommenden Friedensreiches verheißen wird. Es handelt sich demnach um eine Stellung, die Petrus zur Zeit noch gar nicht inne hat, sondern erst mit Eintritt des Reiches Gottes erhalten wird. Dieser Gedanke wird auch durch eine weitere Verheißung des Herrn Jesus Christus unterstützt. In Matthäus 19, 27 – 28 lesen wir:

“Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns dafür?  Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich ich sage euch: Ihr, die ihr mir seid nachgefolgt, werdet in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, auch sitzen auf zwölf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israels.“

Hier verheißt der Herr Seinen Jüngern – für die Zeit zu Beginn des kommenden Friedensreiches – eine besondere Stellung. Diese Verheißung wird in Lukas 22, 25 – 30 noch konkreter gefasst:

“Er aber sagte zu ihnen: Die Könige der Völker herrschen über sie, und ihre Gewalthaber heißt man Wohltäter.  Ihr aber nicht also; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Gebieter wie der Diener.  Denn wer ist größer: wer zu Tische sitzt, oder der Diener? Ist es nicht der, welcher zu Tische sitzt? Ich aber bin mitten unter euch wie der Diener.  Ihr aber seid die, welche bei mir ausgeharrt haben in meinen Anfechtungen.  Und ich verordne euch, wie mir mein Vater das Reich verordnet hat,  daß ihr an meinem Tische in meinem Reiche essen und trinken und auf Thronen sitzen sollt, um die zwölf Stämme Israels zu richten.“

Es ist also ganz offensichtlich so, dass der Jüngern/Aposteln für die Zeit, in der das Reich Gottes errichtet wird, besondere Stellungen verheißen werden. Daher ist es m.E. auch möglich, Matthäus 16, 19 in diesen Zeitraum einzuordnen. Damit würde sich auch ein anderes Problem klären. Da die Gläubigen zur Zeit des Friedensreiches bereits “vom Glauben zum Schauen“ gelangt, d.h. auferstanden sind und somit auch in vollkommener Gotteserkenntnis (1. Korinther 13, 10 – 12) leben, wird es für den Menschen Petrus gar kein Problem darstellen, die ihm verliehene außerordentliche Autorität in völliger Übereinstimmung mit Gott auszuüben. Und allein darum werden die Entscheidungen, die er auf Erden trifft, auch im Himmel anerkannt werden können. Bis dahin aber gilt:

“Aber Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisset, daß diejenigen, welche als Herrscher der Völker gelten, sie herrisch behandeln und daß ihre Großen sie vergewaltigen.  Unter euch aber soll es nicht so sein; sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener, und wer unter euch der Erste sein will, der sei aller Knecht.“

(Matthäus 20, 25 – 27)

Fortsetzung folgt

Dieser Beitrag wurde unter Glimpses/Impulse, Leserfragen abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

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