Der wahre Weinstock – Anmerkungen zu Johannes 15, 1 – 8

Bijelo grozde

Weiße Trauben * Foto: By Samir Budimčić (Own work) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)%5D, via Wikimedia Commons

Ein Vers aus dem 15. Kapitel des Johannesevangeliums  (zum Hintergrund des Johannesevangeliums siehe: Klick!) sind die Grundlage für die Wortverkündigung am kommenden Sonntag. Sie sollen nachfolgend in ihrem Zusammenhang betrachtet werden:

“Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt er weg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er, damit sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir, und ich in euch. Wie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, dieser bringt viel Frucht, denn außer mir könnt ihr nichts tun. Wenn jemand nicht in mir bleibt, wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, um was ihr wollt, und es wird euch geschehen. Hierin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt, und ihr werdet meine Jünger werden.“

(Johannes 15,  1 – 8 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

 

Zum Hintergrund von Johannes 15, 1 – 8

Um zum korrekten Verständnis dieser Verse zu gelangen, ist es wichtig, diesen Text richtig einzuordnen. Häufig wurde dieser Text so ausgelegt, dass es sich bei den Adressaten, den Jüngern, um Christen gehandelt habe bzw. handele. Dementsprechend ging man davon aus, dass sich dieser Text an die Versammlung (= Gemeinde / Kirche) richten würde. Dass dies nicht der Fall sein kann, geht ganz eindeutig aus zwei Aussagen des Herrn Jesus Christus in Johannes 15 hervor:

“Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt er weg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er, damit sie mehr Frucht bringe.“

(Johannes 15, 2 ELBEDHÜ)

“Wenn jemand nicht in mir bleibt, wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.“

(Johannes 15, 6 ELBEDHÜ)

Dass es sich bei den Reben dieses Weinstocks nicht um Gläubige/Christen handeln kann, wird bereits daran deutlich, dass diese Reben a) abgeschnitten und b) ins Feuer geworfen werden. Letzteres ist ein ganz klares biblisches Bild für das Gericht bzw. die ewige Verdammnis.
Christen, die Gläubigen des Neuen Testaments, werden jedoch nicht aufgrund ihrer Frucht, d.h. aufgrund von Werken (Römer 3, 28; Römer 4, 6), gerettet, sondern aus Gnade mittels des Glaubens (Epheser 2, 8 – 9, Römer 5, 1 – 2)! Für die Erlösung des Menschen im Zeitalter der Gnade ist also allein der Glaube an Jesus Christus entscheidend (vgl. Johannes 5, 24!). Werke (auch im Sinn von Frucht) im Leben des Gläubigen entscheiden nicht mehr über ewiges Leben oder ewigen Tod, sondern allein über den Lohn, den er/sie von Christus empfangen wird (vgl. 1. Korinther 3, 11 – 15; 2. Korinther 5, 10; Römer 14, 10).
Die Versammlung (= Gemeinde / Kirche) wird im Neuen Testament als Leib Christi gesehen (vgl. 1. Korinther 12, 12 – 31). Nirgendwo im Neuen Testament aber wird uns gesagt, dass Glieder dieses Leibes von demselben “abgeschnitten“ werden würden/könnten und so ihr ewiges Heil verlieren könnten.¹ Außerdem wird an dem Bild des Leibes, der mit seinem erhöhten Haupt im Himmel untrennbar verbunden ist, deutlich, dass die Versammlung (= Gemeinde /Kirche) ein himmlischer Organismus ist. Dieser himmlische Organismus hat – im Gegensatz zum Volk Israel, dem (ursprünglichen) Weinstock, keine Wurzeln in dieser Erde (Hebräer 3, 1; 1. Korinther 15, 49; Epheser 1, 3; Epheser 2, 6; Philipper 3, 20 – 21). Hinzu kommt, dass der Herr Jesus Christus in diesem ganzen Abschnitt nicht ein einzig mal von “glauben“ spricht. Es geht immer um ein “Tun“, das Bleiben in Ihm. Das sind fundamentale Unterschiede, die es unbedingt zu beachten gilt. Tut der Ausleger dies nicht, dann werden diese Verse sehr schnell zu einem Vehikel, durch das die Schafe Christi, die der Herr Jesus Christus sicher in  Seiner Hand bewahrt (Johannes 10, 28), verunsichert und ihrer durch den Erlöser bewirkten Heilssicherheit (Hebräer 10, 14; 1. Korinther 1, 31) erschüttert werden. Das Ergebnis sind Gläubige, die sich rastlos um sich selbst und die angebliche “Sicherstellung“ ihres Heils durch irgendwelche Werke oder Verhaltensweisen drehen. Dabei sollten sie doch dem Willen Gottes entsprechend voller Freude dieser Welt das Evangelium bringen!
Im Alten Testament hatte Gott das Volk Israel dazu bestimmt, Sein Weinstock auf dieser Erde zu sein (vgl. Jesaja 5, 1 ff.; Jeremia 2, 21; Psalm 80, 8 ff.; Hosea 10, 1 ff.; vgl. auch Matthäus 21, 33 – 41). Gottes Wunsch war es, dass dieser Weinstock Frucht für Ihn bringen sollte. Israel aber versagte. Wie wir aus Matthäus 21, 33 – 46 und den Berichten in den Evangelien wissen, brachte dieser Weinstock keine Frucht für Gott, sondern nur schlechte Trauben. Am Ende töteten die “Weingärtner“, d.h. die geistlichen und säkularen Autoritäten Israels, sogar den “Erben des Weinbergbesitzers“,  den Herrn Jesus Christus.
Doch bevor dies geschah, hatte Gott Israel als Weinstock bereits durch den “wahren Weinstock“, den Herrn Jesus Christus, den  Menschensohn, ersetzt, so wie Er es in Psalm 80, 18 prophetisch angekündigt hatte.
Der Herr Jesus Christus brachte – als vollkommener Mensch (1. Petrus 2, 22; 2. Korinther 5, 21; Hebräer 4, 15; 1. Johannes 3, 5) –  während Seines Lebens auf dieser Erde “in Wort und Werk und allem Wesen“ vollkommene Frucht für Gott (Apostelgeschichte 2, 22; Apostelgeschichte 10, 38; Matthäus 3, 17).
Als der wahre Weinstock hatte der Herr Jesus Christus während Seines Lebens auf dieser Erde auch “Reben“. Darunter sind all‘ jene Menschen zu verstehen, die sich während Seines irdischen Dienstes zu Ihm als dem von Gott verheißenen Messias bekannt haben, insbesondere die zwölf Jünger. Die Menschen stehen, wenn man es einmal so sagen will, “auf der Grenze zweier Welten“: Sie sind bereits an den Herrn Jesus Christus gläubig, aber sie sind noch nicht die Versammlung (= Gemeinde / Kirche), die erst am Tag der Pfingsten entstehen sollte. Der Heilige Geist ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht gekommen.
Es ist wichtig, dass wir in diesem Zusammenhang Folgendes beachten: Ein Jünger, grch. “μαθητής“, “mathetes“ (= Schüler, Lernender) zu sein, bedeutet nicht notwendigerweise, dass derselbe Mensch auch erlöst ist, d.h. neues, ewiges Leben besitzt. Erlösung und damit verbunden der Besitz des ewigen Lebens (1. Johannes 5, 11 – 13), ist erst möglich, seitdem der Sohn Gottes am Kreuz für die Sünden der Welt gestorben und anschließend auferstanden (1. Petrus 1, 3) ist. Beides lag jedoch zu dem Zeitpunkt, als der Herr diese Worte an Seine Jünger richtete, noch in der Zukunft.

Anmerkungen zu Johannes 15, 1 – 8

* “Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.“Johannes 15, 1  – Siehe zu dieser Aussage des Herrn meine obigen Ausführungen, sowie Matthäus 21, 33 – 46.

* “Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt er weg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er, damit sie mehr Frucht bringe.“Johannes 15, 2 – Wie ich oben ausgeführt habe, sind unter den “Reben“ jene Menschen zu verstehen, die während des irdischen Dienstes des Herrn Jesus Christus an Ihn als den von Gott verheißenen Messias glaubten und sich auch zu Ihm bekannten. “Reben“, die keine Frucht brachten, nahm Gott weg. Eine dieser “Reben“ war eindeutig Judas Iskariot. Dieser wird in der Heilige Schrift eindeutig als “Jünger“ bzw. als “Apostel“ bezeichnet (vgl. Johannes 12, 4; Lukas 6, 13 – 16) bezeichnet. Zugleich überliefert uns dieselbe Heilige Schrift, dass der Herr Jesus Christus ihn als “einen Teufel“ (Johannes 6, 70 – 71; vgl. Johannes 13, 2 + 27), als “verloren“ und “Sohn des Verderbens“ (Johannes 17, 12)
Auch andere “Reben“ brachten keine Frucht. In Johannes 6, 60 – 66 werden Jünger erwähnt, die dem Herrn Jesus Christus nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt folgten und dann “zurück gingen“ bzw. “nicht mehr mit Ihm gingen“. Unter diesen Jüngern wird auch Judas als der, “der ihn überliefern würde“ explizit bezeichnet.
Im Gegensatz zu jenen “Reben“, die keine Frucht brachten und dementsprechend von Gott weggenommen wurden, gab es andere “Reben“, die Frucht brachten und als Folge davon von Gott gereinigt wurden, damit sie noch mehr Frucht bringen konnten. Eine dieser “Reben“ war ganz sicherlich Petrus. Er war, wie wir wissen, ein sehr unvollkommener Jünger, doch er liebte den Herrn und brachte Frucht. Als viele Jünger sich abwandten und dem Herrn Jesus Christus nicht mehr folgten (Johannes 6, 60 – 66), fragte der Herr diejenigen Jünger, die bei Ihm ausharrten: “Wollt ihr auch gehen?“ Die Antwort des Petrus war eindeutig: “Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist.“ (Johannes 6, 68 – 69). Diese Antwort zeigt, dass er seinem Herrn nicht wegen irgendwelcher Wunder folgte, sondern weil es ihm um den Sohn Gottes selbst ging. Eine Frucht, die wir weder bei Judas noch den anderen, die sich abwandten, sehen können. Petrus musste in den Jahren, die auf dieses Bekenntnis folgten, noch viele – zum Teil harte – Lektionen lernen. Der englische Bibelausleger Hamilton Smith soll gesagt haben: “Wie groß das Versagen der Gläubigen auch ist: Gott gibt sein Volk nie auf. Er wird Seine Perlen nicht wegwerfen, weil Sand an sie gekommen ist. Er wird uns von allem reinigen, was sich in uns im Widerspruch zu Ihm befindet. Das mag für uns selbst schmerzhaft sein. Aber Er möchte uns zu Teilhabern Seiner Heiligkeit machen.“ Die Briefe des Petrus legen Zeugnis davon ab, dass Gott auch ihn von allem “Sand“  reinigen konnte und er auf diese Weise fähig wurde, mehr Frucht für Ihn zu bringen.

* “Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.“ Johannes 15, 3  – Dieses Wort konnte der Herr Jesus Christus nur an elf der zwölf Jünger richten. Denn schon in  Johannes 13, 10 – 11  + 18 bezeichnet der Herr Judas als “nicht rein“ und macht deutlich, dass Er Seinen Verräter kannte. Hier in Johannes 15 befindet sich Judas auch schon gar nicht mehr unter den Jüngern. Er, dessen Herz der Satan erfüllt hatte (Johannes 13, 27), war zu diesem Zeitpunkt bereits in die Nacht hinaus gegangen (Johannes 13, 30).
Was bedeutet es, wenn der Herr hier sagt, dass die Jünger bereits rein seien “um des Wortes willen“? Jene Jünger, die bei Ihm ausgeharrt hatten, hatten Sein Wort angenommen und auf sich angewandt. Wo immer aber Menschen das Wort Gottes annehmen und auf sich anwenden, da entfaltet es Seine göttliche Kraft: es überführt von Sünde und es führt zur Buße (Hebräer 4, 12 – 13; Jeremia 23, 29). Dass das Wort Gottes diesen reinigenden Dienst bereits zur Zeit des Alten Testaments vollbrachte, wird besonders am Beispiel Davids deutlich. Nachdem der König sich durch Ehebruch und Mord verunreinigt hatte, wird er durch das Wort Gottes, überbracht durch den Propheten Nathan, von seiner Sünde überführt und zur Buße geleitet (vgl. 2. Samuel 12, 1 ff.) Die vollkommene Reinigung, die durch das Blut Christi geschieht (vgl. 1. Johannes 1, 7 – 9) ist jedoch erst durch den Tod Christi am Kreuz von Golgatha und Seine anschließende Auferstehung möglich geworden.

* “Bleibt in mir, und ich in euch. Wie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.“Johannes 15, 4 – In Hosea 14, 9 (ELBEDHÜ) heißt es:

“Ephraim wird sagen: Was habe ich fortan mit den Götzen zu schaffen? – Ich habe ihn erhört und auf ihn geblickt. – Ich bin wie eine grünende Zypresse. – Aus mir wird deine Frucht gefunden.

Damit wird bereits angedeutet, dass “Frucht“ nur aus der direkten Beziehung zu Gott bzw. in Abhängigkeit von Ihm entstehen kann. Dieser Grundsatz wird von dem Herrn Jesus Christus in Johannes 15, 4 bestätigt.

* “Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, dieser bringt viel Frucht, denn außer mir könnt ihr nichts tun.“Johannes 15, 5 – Der in Johannes 15, 4 bestätigte Grundsatz wird hier noch einmal genauer erläutert.

* “Wenn jemand nicht in mir bleibt, wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.“Johannes 15, 6  – Wie bereits eingangs ausgeführt, macht dieser Vers deutlich, dass es sich bei den in Johannes 15, 1 – 8 genannten Menschen nicht um die Versammlung (= Gemeinde / Kirche) handeln kann.

* “Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, um was ihr wollt, und es wird euch geschehen.“Johannes 15, 7 – Jenen Jüngern, die bei Ihm bleiben, gibt der Herr mit diesen Worten eine weitreichende Verheißung. Die Aussage “und meine Worte in euch bleiben“ macht deutlich, worum es hier geht: Jünger, die in enger Abhängigkeit zu ihrem Herrn leben und in denen Seine Worte bleiben, d.h. die Sein Wort betrachten, es studieren und in ihren Herzen bewahren, werden dementsprechend auch Seinen Willen kennen und entsprechend Seines Willens beten können. Das aber ist die Voraussetzung für erhörliches Gebet (vgl. 1. Johannes 5, 14).

* “Hierin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt, und ihr werdet meine Jünger werden.“Johannes 15, 8 – Bezgl. der Frucht ist in Johannes 15 eine Steigerung zu erkennen, die so auch im Leben des Jüngers erkennbar sein soll:

  1. “Frucht“ (Vers 2)
  2. “mehr Frucht“ (Vers 2)
  3. “viel Frucht“ (Verse 5 + 8)

Jünger, die Frucht bringen, werden gereinigt, damit sie mehr Frucht bringen können. Je mehr Frucht die Jünger bringen, desto mehr wird der himmlische Vater verherrlicht.

Grundsätzliche Lehren aus Johannes 15, 1 – 8

Auch wenn Johannes 15, 1 – 8 nicht von den Gläubigen der Versammlung (= Gemeinde / Kirche), also des Gnadenzeitalters spricht, gibt es in diesen Versen doch einige grundsätzliche geistliche Prinzipien, die auch auf das Leben des Christen anzuwenden sind:

1) Auch der Christ bedarf der täglichen Reinigung durch das Wort Gottes (vgl. Epheser 5, 26). Wir müssen das Wort Gottes annehmen und auf uns anwenden, so dass es Seine göttliche Kraft entfalten. uns von Sünde überführen und zur Umkehr führen kann.

2) Auch der Christ muss anerkennen, dass er unabhängig von seinem Herrn “nichts tun kann“ (Johannes 15, 5). Das bedeutet, dass der Gläubige, um Frucht bringen zu können, die beständige Gemeinschaft mit Christus suchen und sich seiner Abhängigkeit von Ihm bewusst sein muss. Wieviele “christliche Aktionen“ sind aus gutem Willen, aber nicht aus der Abhängigkeit von Christus entstanden! Wieviel unnötigen Aufwand, menschliche Kraft und Geld haben sie gekostet, ohne wirklich Frucht zu bringen! All‘ das hätte vermieden werden können, wenn man im Gebet und dem Studium des Wortes Gottes nach dem Willen Gottes gefragt und entsprechend gehandelt hätte!

3) Auch der Gläubige des Gnadenzeitalters sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass nur dem Gebet gemäß dem Willen Gottes ist Erhörung verheißen wurde (vgl. 1. Johannes 5, 14). Um Gottes Willen erkennen zu können, bedarf es der beständigen Gemeinschaft mit Ihm im Gebet und im Studium Seines Wortes.

4) Die Erlösung ist ein Geschenk, das uns Gott aus Gnaden und völlig unabhängig von Werken, allein mittels des Glaubens zugänglich macht (Römer 3, 28; Römer 4, 6, Epheser 2, 8 – 9, Römer 5, 1 – 2). Wo aber wahrer Glaube und damit göttliches Leben vorhanden ist, werden ganz natürlich auch von Gott gewirkte Werke zum Vorschein kommen (vgl. Johannes 7, 37 – 39). Im Umkehrschluss kann dort, wo auf Dauer keine von Gott gewirkten Werke offenbar werden, auch kein wirkliches Leben aus Gott vorhanden sein (Jakobus 2, 26).

5) Gott wird verherrlicht, wenn Gläubige Frucht für Ihn bringen, d.h., wenn Er Frucht in unserem Leben wirken kann. Damit dies geschehen kann, muss der Gläubige in der Gnade und Erkenntnis Jesu Christi wachsen (2. Petrus 3, 18). Dieser Wachstumsprozess verläuft nicht immer ohne Schwierigkeiten. Wer jedoch bereit ist, in diesen Wachstumsprozess einzuwilligen, wird erfahren, wie Gott ihn reinigt, damit er mehr Frucht bringt und auf diese Weise Ihn verherrlicht.

Fußnoten:

¹= Gläubige können gemäß Matthäus 18, 15 – 17; 1. Korinther 5, 10 – 13 und 2. Thessalonicher 3, 6 – 18 zeitweise aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausgeschlossen werden, wenn nachweislich schwere Verfehlungen vorliegen und über einen längeren Zeitraum trotz anhaltender, ernster  seelsorgerischer  Bemühungen keine Umkehr des Betroffenen erfolgt. Ziel aller Bemühungen muss jedoch die Wiederherstellung der Gemeinschaft des Betroffenen mit Gott und den Mitgläubigen sein. Ein solcher temporärer Ausschluss aus der Gemeinschaft der Gläubigen darf jedoch auf keinen Fall mit einem Ausschluss vom Heil verwechselt oder gleichgestellt werden. 

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2 Antworten zu Der wahre Weinstock – Anmerkungen zu Johannes 15, 1 – 8

  1. christenfindenruhe schreibt:

    Gibt es nicht auch in der christlichen Versammlung (=Gemeinde, Kirche) Mitläufer, die zwar aus menschlicher Sicht dazugehören, die aber das Heil nicht wirklich erfasst haben und nicht wirklich wiedergeboren sind?

  2. JNj. schreibt:

    Lieber „christenfindenruhe“, selbstverständlich gibt es auch im Gnadenzeitalter Menschen, die sich Christen nennen und es nicht sind.
    Das war schon von Beginn der Versammlung (= Gemeinde / Kirche) der Fall, siehe Annanias & Saphira in Apg. 5. Auch der 1. Johannesbrief spricht ausführlich über solche Menschen (1. Johannes 2, 18 – 19).

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