Christliche Hoffnung in Bedrängnis und Verfolgung – Anmerkungen zu 1. Petrus 4, 12 – 19


Jean-Léon Gérôme - The Christian Martyrs' Last Prayer - Walters 37113

Jean-Léon Gérôme – The Christian Martyrs‘ Last Prayer – Im Besitz des Walters Art Museum (37113) via Wikimedia Commons

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Für den morgigen Sonntag wurden Bibelworte aus dem 1. Petrusbrief (zum Hintergrund des 1. Petrusbriefes siehe: Klick!) als Grundlage der  Wortverkündigung ausgewählt. Wir betrachten diese Verse in ihrem  Zusammenhang:

Geliebte, lasst euch durch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes; sondern insoweit ihr der Leiden des Christus teilhaftig seid, freut euch, damit ihr auch in der Offenbarung seiner Herrlichkeit mit Frohlocken euch freut.
Wenn ihr im Namen Christi geschmäht werdet, glückselig seid ihr! Denn der Geist der Herrlichkeit und der Geist Gottes ruht auf euch. Dass doch niemand von euch leide als Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder als einer, der sich in fremde Sachen mischt; wenn aber als Christ, so schäme er sich nicht, sondern verherrliche Gott in diesem Namen. Denn die Zeit ist gekommen, dass das Gericht anfange bei dem Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, was wird das Ende derer sein, die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen! Und wenn der Gerechte mit Not errettet wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Daher sollen auch die, die nach dem Willen Gottes leiden, einem treuen Schöpfer ihre Seelen anbefehlen im Gutestun.“

(1. Petrus 4, 12 – 19; ÜEBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

 

Zum Hintergrund von 1. Petrus 4, 12 – 19

Die heute von uns zu betrachtenden Verse  sind Teil eines größeren Abschnitts (1. Petrus 4, 121. Petrus 5, 11). In diesem großen Abschnitt geht es um die beständige Bedrängnis und Verfolgung, die die Christen Kleinasiens (1. Petrus 1, 1) aufgrund ihres Glaubens an Jesus Christus erdulden mussten. Während Petrus den Abschnitt 1. Petrus 5, 1 – 9 nutzt, um die Gläubigen dort aufzuerbauen und zu ermutigen (vgl. Klick!), geht es in dem heute von uns zu betrachtenden Abschnitt um die verschiedenen Aspekte des Verhaltens der Gläubigen in einer solchen Situation.

Anmerkungen zu 1. Petrus 4, 12 – 19

* “Geliebte, lasst euch durch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes; (…)“1. Petrus 4, 12 –  Menschen, darunter auch Christen, erfahren während ihres Lebens zahlreiche Bedrängnisse und Leiden. Zu Beginn dieses Abschnitts wird deutlich, dass es hier um eine ganz bestimmte Art von Bedrängnis geht: Die Christen in Kleinasien erlitten Verfolgung und Bedrängnis aufgrund ihres Glaubens an den Herrn Jesus Christus. Den meisten Christen im westlichen Europa, Amerika und Kanada, ist eine solche Erfahrung fremd. Viele Gläubige leben in Sicherheit, teilweise auch in einigem Wohlstand, und erfreuen sich der Religionsfreiheit, die uns durch die demokratischen Gesetze vieler Nationen ermöglicht wird. In vielen anderen Ländern dieser Erde sieht die Lage der Gläubigen jedoch völlig anders aus. Christen werden dort um ihres Glaubens willen getötet, gefoltert, verfolgt, bedrängt und benachteiligt. Die freie Religionsausübung und alles, was damit verbunden ist (der Besitz einer Bibel und anderer christlicher Literatur, der freie Besuch von Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen, das öffentliche Zeugnis des christlichen Glaubens), ist entweder eingeschränkt oder sogar ganz verboten. Das internationale Hilfswerk “Open Doors“ hat erst kürzlich seinen jährlichen Weltverfolgungsindex für das Jahr 2016 veröffentlicht, in dem jene 50 Staaten aufgeführt werden, in dem der christliche Glaube am stärksten verfolgt wird: Klick! Diese 50 Länder stellen jedoch nicht alle Länder dar, in denen Christen bedrängt werden, es sind “nur“ die 50 Länder, in denen dies in einem besonders schweren Ausmaß geschieht. Nordkorea und die Krisengebiete Irak und Syrien gehören dazu, aber auch Staaten wie die Türkei, Mexiko und die Palästinensergebiete.
Das, was uns als “unnormal“ erscheint – Verfolgung um des christlichen Glaubens willen – ist in diesen Ländern an der Tagesordnung und für unsere Mit-Christen dort -leider!- ganz “normal“.
Auch der Apostel Petrus erachtet einen solchen Zustand nicht als “unnormal“.  Während wir die Reaktion unserer Mitmenschen auf das christliche Zeugnis manchmal als hart, ablehnend oder unwirsch erleben, ist dies für Petrus die ganz normale Reaktion einer gottlosen Welt. Daran erinnert er auch die Christen in Kleinasien. Sie sollten sich von den Verfolgungen und Bedrängnissen nicht überraschen lassen. Denn wenn sie das täten, dann würden sie das Gute, zu dem ihnen auch diese schwere Zeit dienen konnte (Römer 8, 28!), übersehen. Darum weist der Apostel die Gläubigen in Kleinasien darauf hin, dass sie dieses “Feuer“ der Verfolgung im Sinne eines Schmelzfeuers, durch das ein Metall von seinen Verunreinigungen geschieden wird, verstehen sollten (vgl. 1. Petrus 2, 11 ff.) Selbst dieses Leiden durch Verfolgung und Bedrängnisse muss sich laut Petrus zum Guten des Gläubigen auswirken. Indem der Glaube des Christen diese Prüfung erfährt, kann er unter diesen Umständen erleben und bezeugen, dass die Kraft der Gnade Gottes ihm auch in diesen schweren Situationen alles schenkt. um seinem Herrn und Erlöser treu zu bleiben (Jakobus 1, 2 – 4).
Wichtig ist es, bei diesem ganzen Thema eines festzuhalten: Petrus bezeichnet  diese Verfolgten und leidenden Gläubigen als “Geliebte“. Es ist derselbe Ausdruck, mit dem Gott Seinen Sohn bezeichnete (vgl. Matthäus 3, 17; Matthäus 17, 5). Das griechische Wort “ἀγαπητός“ (“agapetos“) bezeichnet einen Menschen, der “geliebt, hoch geachtet, einem anderen lieb, ja würdig der Liebe eines anderen“ ist.  In den Briefen des Petrus wird diese Anrede häufig gebraucht (vgl. 1. Petrus 2, 11; 1. Petrus 4, 12; 2. Petrus 1, 17; 2. Petrus 3, 1 + 8 + 15 – 17). Warum ist diese Anrede im Zusammenhang mit unserem Text wichtig? Weil sie verdeutlicht, dass die verfolgten Christen, die hier angesprochen werden, immer noch Geliebte Gottes sind! Wie oft denken Gläubige, die durch irgendein Leiden gehen müssen, dass dies ein Zeichen dafür wäre, dass sie gesündigt haben und Gott sie nun verworfen hätte. Doch nichts könnte ferner liegen. Leiden, Bedrängnisse und Verfolgung sind kein Zeichen dafür, dass Gott uns verworfen hat. Verfolgung und Bedrängnis sind vielmehr ein Zeichen dafür, dass eine gottlose Welt das Zeugnis für den Erlöser Jesus Christus nicht länger ertragen will.

* “(…) sondern insoweit ihr der Leiden des Christus teilhaftig seid, freut euch, damit ihr auch in der Offenbarung seiner Herrlichkeit mit Frohlocken euch freut.“1. Petrus 4, 13 – Im Gegenteil: Christen, die wegen ihres Glaubens an Jesus Christus verfolgt werden, sollen sich sogar darüber freuen. Wie kann man so etwas sagen? Wird hier einem “christlichen Masochismus“ das Wort geredet? Für Menschen, die die tiefe geistliche Wahrheit, die hinter diesen Worten des Petrus liegt, nicht kennen, mag das auf den ersten Blick so aussehen. Doch was Petrus hier sagt, ist, dass all‘ jene, die während ihres Lebens auf dieser Erde für ihren Erlöser leiden, damit ja genau das erleben, was Christus erlebt hat, als Er auf dieser Erde weilte. Er litt, blieb trotzdem treu und erfüllte den Willen Gottes. Darum hat Gott ihn auch verherrlicht und hoch erhöht (Philipper 2, 5 ff.) Auch uns wird Gott  verherrlichen. Darum können wir uns schon heute, selbst inmitten von Bedrängnissen und Verfolgungen,  freuen. Es ist eine Vorfreude auf das, was uns von Gottes Wort ganz sicher verheißen wird (vgl. 1. Petrus 1, 6 – 7 + 10 – 11; 1. Petrus 2, 21; Apostelgeschichte 5, 41).
Wenn Petrus hier von der “Offenbarung seiner Herrlichkeit“ spricht, dann ist damit das zweite Kommen Christi gemeint. In diesem Zusammenhang schließt der Begriff  das Kommen Christi zur Entrückung der Gläubigen (1. Thessalonicher 4, 17 ff.), aber auch das Kommen Christi mit den Gläubigen zum Gericht (2. Thessalonicher 1, 3 – 12) über diese Welt ein. Beide Ereignissen werden Seine Herrlichkeit offenbaren  werden lassen. Kommentatoren haben die Erfahrung des Christen, der um seines Glaubens willen Verfolgung und Bedrängnis erleidet, mit der Erfahrung einer schwangeren Frau verglichen: So, wie eine schwangere Frau Schmerzen und Unwohlsein erlebt, während sie auf den Tag der  Geburt ihres Kindes wartet, so ist sie doch gleichzeitig voller Vorfreude auf den Augenblick, in dem ihr Kind geboren wird. Sie weiß, dass alle diese Schmerzen einen sinnvollen, ja wundervollen Grund haben:

“Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Trübsal bewirkt uns ein über jedes Maß hinausgehendes, ewiges Gewicht von Herrlichkeit, indem wir nicht das anschauen, was man sieht, sondern das, was man nicht sieht; denn das, was man sieht, ist zeitlich, das aber, was man nicht sieht, ewig.“

(2. Korinther 4, 17 – 18; ELBEDHÜ)

 

* “Wenn ihr im Namen Christi geschmäht werdet, glückselig seid ihr! Denn der Geist der Herrlichkeit und der Geist Gottes ruht auf euch.“1. Petrus 4, 14 – Es mag uns in unseren Breitengraden noch nicht begegnet sein, aber im Altertum war es weit verbreitet, mit der Ablehnung einer Meinung auch gleichzeitig einen Fluch auszusprechen. Auch heute ist das in einigen Gegenden der Welt noch so. Doch die Christen in Kleinasien sollten sich diesbezüglich keine Sorgen machen. Bereits in der so genannten Bergpredigt hatte der Herr Jesus Christus gesagt:

“Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden um meinetwillen. Freut euch und frohlockt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.“

(Matthäus 5, 11 – 12; ELBEDHÜ)

Wir können davon ausgehen, dass Petrus in 1. Petrus 4, 14  an eben diese Aussage seines Herrn gedacht hat. Die Flüche der Verfolger und Bedränger mussten und müssen sich zum Segen der Gläubigen auswirken. Die Begründung die Petrus anfügt, mag uns auf den ersten Blick verwundern: “Denn der Geist der Herrlichkeit und der Geist Gottes ruht auf euch.“ Warum ist die Innewohnung des Heiligen Geistes für den Gläubigen, der geschmäht oder gar verflucht wird, ein Trost? Weil der Heilige Geist uns von Gott in unserer Wiedergeburt (Johannes 3, 1 – 6) als ein “Angeld“ (oder “Unterfpfand“), quasi eine “erste Rate“, auf Kommendes gegeben wurde:

“(…) der uns auch versiegelt hat und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben hat.“

(2. Korinther 1, 22; ELBEDHÜ)

“Denn wir freilich, die in der Hütte sind, seufzen beschwert, weil wir nicht entkleidet, sondern überkleidet werden möchten, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben. Der uns aber eben dafür zubereitet hat, ist Gott, der uns das Unterpfand des Geistes gegeben hat. So sind wir nun allezeit guten Mutes und wissen, dass wir, während wir einheimisch in dem Leib sind, von dem Herrn ausheimisch sind.“

(2. Korinther 5, 4 – 6; ELBEDHÜ)

“(…) in dem auch ihr, nachdem ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils – in dem ihr auch, nachdem ihr geglaubt habt, versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geist der Verheißung, der das Unterpfand unseres Erbes ist, zur Erlösung des erworbenen Besitzes, zum Preise seiner Herrlichkeit.“

(Epheser 1, 13 – 14; ELBEDHÜ)

Das Leben und die Wirksamkeit des Heiligen Geistes in uns versichern uns beständig, dass Gott auch alle anderen, uns gegebenen Verheißungen einlösen und erfüllen wird. Dagegen vermag weder ein menschlicher Fluch etwas auszurichten, noch vermag die menschliche Ablehnung, die wir als Christen erfahren, uns diese wunderbare Zuversicht zu nehmen. Kommentatoren haben diese Erfahrung des Christen mit der Erfahrung des Volkes Israels während der Wüstenwanderung verglichen: So, wie die Israeliten durch die Wolken- und Feuersäule auf ihrer Wanderung durch die Wüste geleitet wurden und so, wie diese Säule der Gegenwart Gottes zugleich auch immer ein Zeichen dafür war, dass Gott sie sicher in das verheißene Land bringen würde, so erleben Christen durch den innewohnenden Heiligen Geist die tägliche Führung Gottes in ihrem Leben und dürfen gewiss sein, dass Gott auch sie sicher an das Ziel ihres Glaubens bringen wird. Der amerikanische Bibelausleger Warren W. Wiersbe hat in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, dass Christen, die um ihres Glaubens willen Leid erfahren, nicht auf den Himmel warten müssen, ehe sie die Herrlichkeit Gottes erleben können. Durch den Heiligen Geist ist die Herrlichkeit Gottes bereits jetzt in unserem Leben gegenwärtig, so Wiersbe, und das erklärt auch, warum es den christlichen Märtyrern möglich war, selbst angesichts des Todes in den römischen Arenen oder dem Kolosseum Lieder zum Lob Gottes zu singen¹.

* “Dass doch niemand von euch leide als Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder als einer, der sich in fremde Sachen mischt; wenn aber als Christ, so schäme er sich nicht, sondern verherrliche Gott in diesem Namen.“1. Petrus 4, 15 – 16 – Nach allem, was Petrus bis hierher über Leiden und Bedrängnis um des Glaubens willen gesagt hat, besteht er nun darauf, dass niemand denken solle, er leide um Christi willen, wenn das, was dieser Gläubige erleidet, doch nur eine Reaktion des Staates auf ein unangemessenes oder falsches Verhalten ist. Wer aus solchen Gründen litt, der litt nicht um Christi willen und konnte darum auch keine der Verheißungen und Tröstungen für sich in Anspruch nehmen, die damit verbunden waren. Wenn jedoch ein Christ um seines Glaubens willen leidet, Ablehnung erfährt, so braucht er sich deswegen nicht zu schämen.

* “Denn die Zeit ist gekommen, dass das Gericht anfange bei dem Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, was wird das Ende derer sein, die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen!“1. Petrus 4, 17 – Petrus vergleicht nun das gegenwärtige Leiden der Gläubigen mit dem zukünftigen Leiden derer, die Gott nicht glauben: Christen erleiden gegenwärtig ungerechtfertigt Ablehnung und Bedrängnis, die sie von Seiten der Welt erdulden müssen. Das zukünftige Leiden der Gottlosen wird jedoch ein Leiden aufgrund des gerechten Gerichtes Gottes sein. Und eines ist sicher: das ungerechte Urteil, das die Welt gegenwärtig über uns spricht, ist leichter, als das gerechte Gericht Gottes, das einmal die Gottlosen treffen wird.  Der Apostel geht sogar soweit und betrachtet das gegenwärtige Leiden der Gläubigen als Vorlauf für das endgültige Gericht Gottes. Die Gläubigen sollen ihr Leiden auch im Zusammenhang mit dem Handeln Gottes sehen, durch das Er Seinen Plan mit dieser Welt vollendet.

* “Und wenn der Gerechte mit Not errettet wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen?“1. Petrus 4, 18 – In diesem Vers führt Petrus den Vergleich des Leidens weiter aus. Unzweifelhaft haben die Gerechten, wenn es um das Leiden geht, mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Das griechische Wort “σώζω“ (“sozo“), das in unseren Bibeln mit “erretten“ übersetzt wird, hat hier nicht die Bedeutung von “Erlösung“ bzw. “Errettung der Seele“, sondern meint die “Errettung“ des Gläubigen aus diesen harten Umständen, die er durchlebt. Die Errettung des Gläubigen aus diesen Lebensumständen mag schwierig sein, die Errettung des Ungläubigen aus dem Gericht Gottes ist dagegen unmöglich.
Petrus zitiert hier Sprüche 11, 31, um zu zeigen, dass bereits das Alte Testament deutlich lehrt, dass beide – der Gerechte wie der Ungerechte – ihr Teil von Gott empfangen werden. Dieser Gedanke kann bei dem Gläubigen Mitleid mit denen hervorrufen, die ihn jetzt schmähen und verfolgen:

“Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, (…)“

(Matthäus 5, 44; ELBEDHÜ)

Diesen Gedanken hat Petrus bereits im Kapitel zuvor, in 1. Petrus 3, 9 anklingen lassen:

“(…) und vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr dazu berufen worden seid, dass ihr Segen erbt.“

* “Daher sollen auch die, die nach dem Willen Gottes leiden, einem treuen Schöpfer ihre Seelen anbefehlen im Gutestun.“1. Petrus 4, 19 Mit dem letzten Vers dieses Abschnitts führt Petrus alle vorausgegangenen Gedanken zusammen. Er zieht daraus den folgenden Schluss: Angesichts des Leidens um unseres Glaubens willen, sollen wir Gott weiterhin vertrauen, denn Er wird uns durch alles Leid sicher an das Ziel unseres Glaubens bringen (vgl. 1. Korinther 1, 8; Philipper 1, 6). Während wir auf die “Offenbarung seiner Herrlichkeit“ warten, handeln wir weiterhin so, wie Gott es möchte  (vgl. 1. Petrus 4, 15).
Der Begriff “Seelen“  bezieht sich in diesem Zusammenhang auf unsere ganze Person (vgl. 1. Petrus 1, 9 + 22; 1. Petrus 2, 11 + 25; 1. Petrus 3, 20). Den Ausdruck „treuer Schöpfer“ findet sich nur an dieser Stelle im Neuen Testament.

Wenn wir 1. Petrus 4, 12 – 19 genauer betrachten, dann finden wir vier Gründe für das Leiden von Gläubigen durch Bedrängnis und Verfolgung, die wir nicht aus den Augen verlieren sollten: Zum einen stellt ein solches Leiden die Möglichkeit dar, Gottes Kraft der Gnade auf besondere Weise zu erleben und gleichzeitig Ihm die Treue zu bewahren. Dann ist ein solches Leiden aber auch eine Möglichkeit, uns mit unserem Herrn Jesus Christus zu identifizieren (vgl. Philipper 3, 10). Außerdem möchte Gott uns in einer solchen Situation ganz besonders segnen und letztlich wird Gott in unserem Leiden verherrlicht. Über allen diesen Hintergründen steht die Tatsache, dass Gott uns in diesem Leiden nie allein lässt und auch unser Leiden ganz unter seiner Kontrolle steht. 

Fußnoten:

¹= siehe Warren W. Wiersbe: “The Bible Exposition Commentary“,  Wheaton: Scripture Press
Publications, Victor Books, 1989, Bd. 2,  S. 425

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