Anmerkungen zu Johannes 8, 12

Das Licht der Welt (Johannes 8, 12)

Das Bibelwort, das der Wortverkündigung am kommenden Sonntag zugrunde liegen soll, ist eines der bekanntesten Worte Jesu aus dem Johannesevangelium (zum Hintergrund des Johannesevangeliums siehe: Klick!):

„Wiederum nun redete Jesus zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

(Johannes 8, 12)

 

Die “Ich-bin-Worte“ Jesu

Das zu betrachtende Textwort ist das zweite der sieben so genannten “Ich-bin-Worte“ Jesu im Johannesevangelium:

  • 1) Johannes 6, 35: “Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird niemals dürsten.“
  • 2) Johannes 8, 12: “Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.“
  • 3) Johannes 10, 9: “Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich eingeht, so wird er errettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.“
  • 4) Johannes 10, 11: “Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“
  • 5) Johannes 11, 25: “Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; (…)“
  • 6) Johannes 14, 6: “Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“
  • 7) Johannes 15, 1: “Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.“

Wir könnten in diesen sieben “Ich-bin-Worten“ Jesu eine gleichnishafte Selbstbeschreibung des Herrn und Seines Dienstes sehen. Doch damit würden wir weit hinter der eigentlichen Aussage und ihrer revolutionären Wucht zurück bleiben. Denn bei diesen sieben Aussagen handelt es nicht um einige Facetten der Person Jesu. Bei diesen sieben “Ich-bin-Worten“ handelt es sich um nichts anderes, als den Anspruch Jesu Christi, Gott – und zwar Gott von Ewigkeit – zu sein!

Als Gott das Volk Israel aus der Sklaverei Ägyptens erlösen wollte, da berief Er zu diesem Zweck Mose. Doch bevor Mose aufbrach und seinen Auftrag erfüllte, da fragte er Gott:

“Siehe, wenn ich zu den Söhnen Israel komme und ihnen sage: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mich fragen: Was ist sein Name?, was soll ich dann zu ihnen sagen? Da sprach Gott zu Mose: „Ich bin, der ich bin.“ Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Der „Ich bin“ hat mich zu euch gesandt.“

(2. Mose 3, 13 – 14)

“Ich bin“ – hebr.  אֶהְיֶה אֲשֶר אֶהְיֶה“ (ehyeh aser ehyeh) – mit diesem Namen stellte sich Gott Seinem Volk vor. In der griechischen Übersetzung des Alten Testaments, der Septuaginta, wurde diese  Aussage mit den Worten ἐγώ εἰμι ὁ ὤν“ (ego eimi ho on) wiedergegeben. Genau diese zwei ersten griechischen Worte ἐγώ εἰμιleiten jedes der sieben “Ich-bin-Worte“ Jesu ein.
Die ersten vier “Ich-bin-Worte“ spricht der Herr in Begegnungen mit dem jüdischen Volk und seinen geistlichen Autoritäten aus. Bei jeder dieser Gelegenheiten war die Reaktion bei der Mehrheit der so Angesprochenen negativ, zum Teil sogar feindlich:

“Da murrten die Juden über ihn, weil er sagte: Ich bin das Brot, das vom Himmel gekommen ist, und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, Josefs Sohn, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wieso spricht er dann: Ich bin vom Himmel gekommen?“

(Johannes 6, 41 – 42)

“Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du gibst Zeugnis von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr.“

(Johannes 8, 13)

“Es entstand wieder ein Zwiespalt unter den Juden dieser Worte wegen. Viele aber von ihnen sagten: Er hat einen Dämon und ist von Sinnen. Was hört ihr ihn?“

(Johannes 10, 19 – 20)

Warum diese Ablehnung? Nun, die Zuhörer bemerkten aufgrund ihrer Kenntnisse des Alten Testaments sofort und ganz genau, mit welchem Anspruch der Herr Jesus Christus hier auftrat. Diesen Anspruch lehnten sie als Gotteslästerung ab, weil sie nicht erkannt hatten, dass dem von Gott verheißenen Messias im Alten Testament – wie wir noch sehen werden –  ebenfalls göttliche Attribute zugesprochen werden.

Das Laubhüttenfest

Nachdem Israel aus Ägypten ausgezogen war, gab Gott diesem Volk sieben  Feste (3. Mose 23, 1 ff.): das Passah-Fest, das Fest der ungesäuerten Brote, das Fest der Erstlingsgarbe, das Wochenfest (Pfingstfest), das Fest des Posaunenhalls, den großen Versöhnungstag und das Laubhüttenfest. Jedes dieser sieben Feste hat eine besondere, das Volk erinnernde (also rückblickende) Bedeutung und jedes dieser Feste besitzt auch prophetische (also in die Zukunft weisende) Charakteristika.
Das Laubhüttenfest (3. Mose 23, 33 – 44) sollte sieben Tage lang gefeiert werden. In diesen sieben Tagen sollte das Volk in Hütten leben, die aus aus Palm- bzw. Laubzweigen gebaut wurde. Dadurch sollten sich die Israeliten an ihre Befreiung durch Gott aus Ägypten, sowie an Seine Versorgung und an Seinen Schutz während der darauf folgenden Wüstenwanderung erinnern. Von der Jahreszeit fiel das Laubhüttenfest in den Herbst und wurde auch in Verbindung mit der Ernte gebracht. In der Reihenfolge der heiligen Feste Israels folgte es auf “Jom Kippur“, den großen Versöhnungstag, durch den Israel Vergebung durch Gott erlangte.  Auch aus diesem Grund war das Laubhüttenfest das freudigste Fest des ganzen Jahres. Nach der Rückkehr der Israeliten aus dem babylonischen Exil und dem Wiederaufbau des Tempels hatte sich im Rahmen dieses Festes eine besondere Tradition herausgebildetet, für die es so keine Anweisung im Gesetz gab: Der erste Tempel war während eines Laubhüttenfestes eingeweiht worden und dabei erschien Gott in der Wolken- und Feuersäule, um so von diesem Tempel Besitz zu nehmen (1. Könige 8, 2 – 11; vgl. auch 2. Mose 13, 21 – 22 und  4. Mose 14, 14). Später verließ die Gegenwart Gotte diesen (ersten) Tempel jedoch (Hesekiel 11, 22 – 25) aufgrund der Sünde und des unbußfertigen Herzens des Volkes. Er wurde anschließend durch feindliche Heere bei der Eroberung Jerusalems zerstört.  Nach der Rückkehr der Israeliten aus dem babylonischen Exil und dem Wiederaufbau des Tempels, kehrte die Wolken- und Feuersäule jedoch nie mehr in den (zweiten) Tempel zurück. Um aber an die Ereignisse bei der Einweihung des ersten Tempels zu erinnern, wurden während der Nächte des Laubhüttenfestes die großen, im Vorhof der Frauen stehenden Leuchter mit Öl gefüllt und entzündet. So wurde der ganze Tempel erleuchtet, was an die Feuersäule – und damit an die Gegenwart – Gottes erinnern sollte. Das “Ich-bin-Wort“ Jesu über das “Licht der Welt“ (Johannes 8, 12) müssen wir in diesem Kontext verstehen, denn es wurde im Rahmen eines Laubhüttenfestes (siehe Johannes 7, 1 ff.) und angesichts dieser Erleuchtung des jüdischen Tempels gesprochen.

Der verheißene Erlöser – das Licht der Welt

Wie wir  gesehen haben, waren die Reaktionen auf die “Ich-bin-Worte“ Jesu und den damit zum Ausdruck gebrachten Anspruch mehrheitlich negativ bis feindlich. Einige (z. B. die mit den “Ich-bin-Worten“ fünf bis sieben Angesprochenen) glaubten an den Herrn Jesus Christus, doch die Mehrheit Seines eigenen Volkes lehnt Ihn ab (vgl. Johannes 1, 11 – 12).
Während des Laubhüttenfestes, spricht der Herr dann das zweite “Ich-bin-Worte“ aus:

“Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

(Johannes 8, 12)

Aus dem Kontext des Verses geht hervor, auch das haben wir gesehen, dass diese Worte während des Laubhüttenfestes im Bereich des Tempels  gesprochen wurden. Das Bild des Lichtes wurde in Israel sehr gut verstanden. Im Judentum wurde es immer mit Gott bzw. Seiner Gegenwart verbunden: Er war der Schöpfer des Lichts (1. Mose 1, 3 + 14 – 19) und Er hatte sich Mose in der Flamme des brennenden Dornbusches geoffenbart (2. Mose 3, 1 ff.). Wie ebenfalls schon beschrieben bewahrte die Gegenwart Gottes in Form einer Wolken- und Feuersäule die Israeliten auf ihrer 40 Jahre andauernden Wüstenreise (2. Mose 13, 21 – 22; 2. Mose 14, 19 – 25; 3. Mose 9, 15 – 23). Auch beim Bundesschluss am Sinai begegnete Gott den Israeliten im Feuerschein (2. Mose 24, 17). In anderen Zusammenhängen wurde die Gegenwart Gottes ebenfalls mit Licht und Feuer in Verbindung gesehen (vgl. Psalm 27, 1; Psalm 36, 9; Psalm 119, 105; Sprüche 6, 23 u.v.a.m.). Durch das Bild des Lichtes wurde Gottes Heiligkeit und Reinheit, aber auch Seine Erlösung symbolisiert (vgl. Hesekiel 1, 4; Hesekiel 13, 26 – 28; Habakuk. 3, 3 – 4).
Bereits durch den Propheten Jesaja hatte Gott ankündigen lassen, dass der “Knecht des Herrn“, der kommende Erlöser, das Licht sein würde und zwar nicht nur für Israel, sondern für alle Nationen der Erde (Jesaja 42, 6; Jesaja 49, 6; Lukas 2, 32). Gott selbst würde dann Sein Volk und die Welt mit Seiner Wahrheit erleuchten (Jesaja 60, 19 – 22; Sacharja 14, 5b – 7; siehe auch Offenbarung 21, 23 – 24). (Mit diesem zweiten “Ich-bin-Wort“ sagte der Herr Jesus Christus nichts anderes, als dass ER Gott und damit das wahre Licht ist, dass den Tempel – nicht nur am Laubhüttenfest – erleuchten sollte.)

Doch als Gott Seine Verheißung im Kommen Jesu erfüllte, da hatte das Volk – so sagt es Johannes – eine so große Liebe zur moralischen Dunkelheit gewonnen, dass es davon auch im Licht des Messias nicht lassen wollte:

“In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.“

(Johannes 1, 4)

“Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden.Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.“

(Johannes 3, 19 – 21)

Die geistlichen jüdischen Autoritäten verstanden das Alte Testament und ihre Traditionen als die normative Offenbarung Gottes, eben als das wahre Licht¹. Auch Rabbiner, wie z. B. Jochanan ben Zakkai, wurden als “Licht der Welt“ bezeichnet². Das alles wurde durch die Aussage Jesu in Frage gestellt, der für sich in Anspruch nahm, die wahre (letzte und vollkommene) Offenbarung Gottes zu sein (vgl. Johannes 1, 9; Hebräer 11, 3) und der Seine Zuhörer einlud, Ihm zu folgen, wie ihre Vorfahren der Feuersäule in der Wüste gefolgt waren:

“Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

(Johannes 12, 8b)

In allen sieben “Ich-bin-Worten“ Jesu kommt dieser einzigartige Anspruch zum Ausdruck:

  • 1) Jesus Christus behauptet nicht, Brot für das Leben der  Menschen zu haben, sondern, dass ER Selbst – Seine Person –  das Brot des Lebens sei, ohne das kein Mensch wirklich erfüllt leben kann (Johannes 6, 35).

  • 2) Jesus Christus behauptete nicht, die Menschen mit einem Licht zu erleuchten, sondern dass ER Selbst – Seine Person –  das Licht sei, ohne dass kein Mensch der Dunkelheit der Sünde und der Gottesferne entfliehen kann (Johanne 8, 12).

  • 3) Jesus Christus behauptete nicht, eine Tür, also ein Zugang, zu Gott zu sein, sondern, dass ER Selbst – Seine Person –  die Tür, d.h., der einzige Zugang, durch den man zu Gott gelangen kann (Johannes 10, 9).

  • 4) Jesus Christus behauptete nicht, ein Hirte zu sein, der die Menschen zu Gott führen könne, sondern dass ER Selbst der eine – gute – Hirte ist, durch den allein Menschen zu Gott geführt werden konnen (Johannes 10, 11).

  • 5) Jesus Christus behauptete nicht, den Menschen ein ewiges Leben geben zu können, sondern dass ER Selbst die Auferstehung und das Leben sei. Das aber bedeutet nichts anderes, dass nur Menschen, die in direkte Beziehung zu Ihm Selbst treten, dieses Leben empfangen (Johannes 11, 25: “(…) wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; (…)“

  • 6) Jesus Christus behauptete nicht, ein Weg zu Gott, eine Wahrheit über Gott und eine Art von Leben mit Gott zu sein, sondern dass ER Selbst der (einzige) Weg zu Gott, die (absolute) Wahrheit von und über Gott und das (wahre) Leben sei und ohne Ihn niemand zu Gott kommen kann (Johannes 14, 6).

  • 7) Jesus Christus behauptete nicht, ein Weinstock zu sein, der die Menschen mit Gott verbinden könne, sondern dass ER Selbst der – wahre – Weinstock sei und dass jeder Glaubende direkt mit Ihm, dem wahren Weinstock, verbunden sein muss, um mFrucht für Gott bringen können (Johannes 15, 1 ff.).

Diese in den sieben “Ich-bin-Worten“ Jesu zum Ausdruck gebrachte Anspruch, der einzig wahre Gott zu sein, dieser Exklusivitätsanspruch, schied damals “die Geister“ und er scheidet auch heute noch “die Geister“. Doch während Seines gesamten irdischen Dienstes erbrachte der Herr Jesus Christus durch viele Taten, Zeichen und Wunder den Beweis dafür, dass Er diesen Anspruch zu Recht erhob. Hier ist nicht Gelegenheit, um auf alle diese Ereignisse einzugehen. Ein Beispiel soll uns die Berechtigung des Anspruchs Jesu jedoch verdeutlichen:

In Matthäus 14, 25 wird uns davon berichtet, wie der Herr  Jesus Christus in der Nacht über den See Genezareth zum Boot Seiner Jünger kommt. Wir alle wissen, was dort mit Petrus geschah, der dem Herrn auf dem Wasser entgegen gehen wollte. Doch weil uns diese Begebenheit so bekannt ist, übersehen wir dabei leicht, einen anderen, sehr wichtigen Hinweis. In Matthäus 14, 33 heißt es:

“Die aber im Schiff waren, kamen und fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrlich Gottes Sohn!“

Wir mögen diesen Ausruf und das damit einhergehende Bekenntnis als Ausdruck ihres Erstaunens interpretieren. Doch das ist es nicht gewesen. Die Jünger, die seit frühester Kindheit mit den Schriften des Alten Testaments vertraut waren, wussten, wer ihnen hier auf dem See entgegen kam:

“Hiob antwortete und sprach: Ja, ich weiß gar wohl, daß es also ist und daß ein Mensch nicht recht behalten mag gegen Gott. (…) Er spricht zur Sonne, so geht sie nicht auf, und versiegelt die Sterne. Er breitet den Himmel aus allein und geht auf den Wogen des Meeres. Er macht den Wagen am Himmel und Orion und die Plejaden und die Sterne gegen Mittag. Er tut große Dinge, die nicht zu erforschen sind, und Wunder, deren keine Zahl ist.“

(Hiob 9, 1 – 10)

Es war niemand anderes als Gott Selbst  – Gott, der Mensch geworden war, um Seine Erlösung zu vollenden.

Reicht das aus?

Vor einigen Tagen las ich in einem Internet-Forum “Wer an den Sohn glaubt, der hat vdas ewige Leben. Joh. 3, 36. Reicht das wirklich?“ Auf dem Hintergrund dessen, was wir bis hierher betrachtet haben, können wir sagen: Ja, DAS reicht!“ Es reicht, an Jesus Christus zu glauben, denn ER ist Gott. Es reicht an Jesus Christus zu glauben, denn ER ist der Einzige, der unsere tiefsten Bedürfnisse in Seiner eigenen Person erfüllt:

  • 1) Als “das Brot des Lebens“ (Johannes 6, 35) erhält der Herr Jesus Christus unser Leben und sättigt es mit allem, was wir brauchen.
  • 2) Als “das Licht der Welt“ (Johannes 8, 12) vertreibt der Herr Jesus Christus jede Finsternis unseres Lebens und leitet uns mit Seinem Licht (Psalm 119, 105) auf Seinem Weg.
  • 3) Als “die Tür“ (Johannes 10, 9) ist der Herr Jesus Christus  der Eingang in die Gemeinschaft mit und unsere  Sicherheit bei Gott.
  • 4) Als “der gute Hirte“ (Johannes 10, 11) ist der Herr Jesus Christus unser Beschützer und der Führer unseres Lebens.
  • 5) Als “die Auferstehung und das Leben“ (Johannes 11, 25) ist der Herr Jesus Christus unsere unwandelbare und unerschütterliche Gewissheit angesichts des Todes.
  • 6) Als “der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14, 6) ist der Herr Jesus Christus unsere Sicherheit in Ungewissheit und Verwirrung.
  • 7) Als “der wahre Weinstock“ (Johannes 15, 1) ist der Herr Jesus Christus die Quelle unserer Kraft und damit auch die Quelle unseres Wirkens für Gott.

Ist das genug, reicht das aus? Ja, das reicht aus! Aber wie sieht das ganz praktisch aus? Der Herr Jesus Christus sagt in Johannes 8, 12:

“Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

(Johannes 8, 12)

Das Wort von der Nachfolge steht hier im Partizip Präsens Aktiv, womit eine Gleichzeitigkeit ausgedrückt wird: Während wir Jesus Christus nachfolgen, wandeln wir nicht in der Finsternis, sondern haben das Licht des Lebens. Damit wird deutlich, dass dieses Licht des Lebens weder durch irgendeine einmalige religiöse Handlung empfangen, noch aufgrund eines bestimmten Glaubensbekenntnisses in unserem Leben erfahrbar wird. Christlicher Glaube gründet nicht auf bestimmte Riten oder ein  Glaubensbekenntnis, christlicher Glaube basiert auf einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus und drückt sich in entsprechender Jüngerschaft aus:

“Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde.“

(1. Johannes 1, 7)

Als die Israeliten Gott durch die Wüste folgten, da war es wichtig, dass sie ihren Blick immer auf die Wolken- und Feuersäule gerichtet hatten, denn wenn diese aufbrach, mussten sie folgen. Hätten sie den Aufbruch der Wolken- und Feuersäule verpasst, wären sie ihr nicht gefolgt, dann wären sie der Wüste und ihren Gefahren  hilf- und schutzlos ausgeliefert gewesen. Kein Priester, kein Levit und auch keines der Opfer hätte sie in dieser Situation schützen oder bewahren können. Nur der beständige Kontakt zur Wolken- und Feuersäule, stellte den Verlauf ihrer Reise und damit auch ihre Ankunft im verheißenen Land sicher.
Aus Hebräer 13, 14 wissen wir, dass wir als Christen ebenfalls auf einer “Reise“ sind: “Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Das Ziel unsers Glaubens werden wir nur dann sicher erreichen, wenn wir in einer persönlichen Lebensbeziehung zu Jesu Christus stehen, beständig auf Ihn schauen und Ihm folgen. Ein solches Leben der Nachfolge ist gekennzeichnet von der beständigen Verbindung zum Herrn im Gebet und in der täglichen Betrachtung Seines Wortes (Psalm 119, 105). Nur so werden wird unser Weg von Seinem Licht erleuchtet sein.

Fußnoten:

¹= siehe Ferdinand Weber: “Jüdische Theologie – Auf Grund des Talmud und verwandter Schriften gemeinfaßlich dargestellt.“, Edition Delitzsch/Schnedermann, Verlag Georg Olms, Nachdruck der 2. verbesserten Auflage Leipzig 1897, Hildesheim 1975, Seite 22

²= siehe Roland Deines: “Die Gerechtigkeit der Tora im Reich des Messias“ – Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament, Bd. 177, Mohr-Siebeck Tübingen 2004, Seite 230 – 231

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