Hintergrund 18: Das Johannesevangelium (Teil 1)

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Beginn des Johannesevangeliums im Papyrus P 75, ca. Ende 2. Jahrhundert

Beginn des Johannesevangeliums im Papyrus P 75, ca. Ende 2. Jahrhundert * By onbekend (http://www.earlham.edu/~seidti/iam/tc_pap75.html) [Public domain], via Wikimedia Commons

Zum historischen Hintergrund des Johannesevangeliums

Wie alle anderen Evangelisten, so hat auch Johannes sein Evangelium nicht namentlich gekennzeichnet. Dennoch gibt es zahlreiche Belege für die Autorenschaft des Apostels. Wir finden diese Belege in diesem Evangelium selbst, aber auch in den Schriften der so genannten frühen Kirchenväter. So berichtet z. B. Irenaeus, der Bischof von Lyon (ca. 130 n. Chr. 200 n. Chr.), dass er Polycarp (ca. 69 n. Chr. – 155 n. Chr.) gehört habe, der ein direkter Schüler des Apostels Johannes war. Offensichtlich hatte Irenäus auch von Polycarp die Information, dass  „Johannes, der Schüler des Herrn, der an seiner Brust ruhte, während seines Aufenthaltes zu Ephesus in Asien das Evangelium heraus (gab)“¹. Die Autorenschaft des Apostels Johannes wird ebenso durch Theophilus von Antiochia (gest. ca. 180/183 n. Chr.), Clemens von Alexandria (ca. 150 n. Chr. – 215 n. Chr.), Tertullian von Karthago (ca. 150 n. Chr. – 220 n. Chr.) und dem Apologeten Tatian (“Tatian der Assyrer“, 2. Jahrhundert n. Chr.) bestätigt. Eusebius von Cäsarea (ca. 260/64 n. Chr. – 340 n. Chr.) erwähnt in seiner Kirchengeschichte unter den Aposteln besonders Matthäus und Johannes als Autoren von Evangelien, die dann nach dem jeweiligen apostolischen Verfasser  benannt wurden².
Das Evangelium selbst gibt an vielen Stellen Hinweise auf den Jünger und späteren Apostel Johannes als Verfasser: Aus Johannes 21, 24 erfahren wir, dass der Autor ein Jünger des Herrn Jesus Christus war. Es ist derselbe Jünger, der in Johannes 21, 7 als der “Jünger, den Jesus lieb hatte“ bezeichnet und von Petrus unterschieden wird. Gemäß Johannes 21, 2 war er unter den sieben Jüngern, denen der Auferstandene am See Tiberias begegnete und nach Johannes 13, 23 – 24 gehörte er zum Kreis der Zwölf, die am letzten Passahmahl teilnahmen (vgl. auch Markus  14, 17 und Lukas 22, 14). Der “Jünger, den Jesus lieb hatte“ gehörte auch zu dem inneren Jüngerkreis (Petrus, Jakobus, Johannes), dem sich der Herr Jesus Christus auf dem Berg der Verklärung  (vgl. Markus  5, 37 – 38; Markus 9, 2 – 3; Markus 14, 33; Johannes 20, 2 – 10) und bei weiteren Gelegenheiten (Matthäus 26, 37; Markus 13, 3; Lukas 8, 51; Lukas 9, 28) in besonderer Weise offenbarte. Von Jakobus ist bekannt, dass er schon wenige Jahre nach der Entstehung der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) unter Herodes Agrippa I. ca. 44. n. Chr. den Märtyrertod fand (vgl. Apostelgeschichte 12, 2). Er kann daher nicht der Autor dieses Evangeliums sein. Auch Petrus scheidet als Autor aus, denn in diesem Evangelium wird er immer getrennt von dem Jünger, “den Jesus lieb hatte“, genannt (vgl. z.B. Johannes 21, 20 – 24). Der Verfasser stellt in Johannes 1, 14 fest, dass er (zusammen mit anderen) die Herrlichkeit Jesu Christi  gesehen hat. Das war der Fall, als die drei Jünger die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor erlebten (Matthäus 17, 1 – 8; Markus 9, 2 – 9; Lukas 9, 28 – 36). Da, wie ausgeführt, Jakobus und Petrus als Verfasser dieses Evangeliums ausscheiden, bleibt als Autor aus diesem engeren Jüngerkreis nur Johannes übrig.
In der Vergangenheit wurde immer wieder ein angeblicher Ältester aus Ephesus, der ebenfalls den Namen Johannes getragen habe, als Autor dieses Evangeliums ins Gespräch gebracht. Es gibt jedoch für diese These keine wirklich überzeugenden Beweise. Dieser (nicht zum Zwölferkreis der Jünger gehörende) unbekannte Mann hätte sich wohl kaum als Augenzeuge (vgl. Johannes 1, 14; Johannes 19, 35) ausweisen noch als “Jünger, den Jesus lieb hatte“ bezeichnen können, ohne dass dieser Betrug den frühen Christen (insbesondere einer so großen und bedeutenden Gemeinde wie Ephesus) aufgefallen wäre.
Die Entstehungszeit des Johannesevangeliums wird um das Jahr 95 n. Chr. datiert. In der Sammlung der John Rylands Library in Manchester findet sich ein Papyrusfragment, das als “Rylands \mathfrak{P}52“ bezeichnet wird. Dieses 9 cm × 6,4 cm große Fragment ist auf der Vorder- und Rückseite beschrieben. Auf der Vorderseite befinden sich Ausschnitte aus Johannes 18, 31 – 33 und auf der Rückseite Ausschnitte von Johannes 18,  37 – 38. Die Entstehungszeit dieses Papyrusfragments wurde auf etwa 125 n. Chr. datiert (+/- 25 Jahre). Wenn eine Abschrift des Johannesevangeliums um das Jahr 125 n. Chr. in Ägypten existierte, dann kann daraus gefolgert werden, dass die Originalschrift bereits Jahre zuvor entstanden sein muss. Dieser Fund ist ein weiterer Hinweis darauf, dass das Johannesevangelium in den letzten Lebensjahren des Apostels Johannes, also vor bzw. um 100 n. Chr.  entstanden ist. 

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Zur Person und zum Dienst des Johannes

Das Neue Testament gibt uns zahlreiche Hinweise zur Person und zum Dienst des Johannes: Aus Markus 1, 19 – 21 erfahren wir, dass Johannes und sein Bruder Jakobus kurz nach den ersten Jüngern (Andreas und Simon Petrus, vgl. Johannes 1, 40 – 41 und Markus 1, 16 – 17) in die Nachfolge des Herrn Jesus Christus berufen wurden. Aus diesem Abschnitt geht ferner hervor, dass Johannes und Jakobus Söhne des Zebedäus³ waren. Bei diesem Mann handelte es sich offensichtlich um einen wohlhabenden Fischer mit einem größeren Gewerbe am See Genezareth, denn er war in der Lage, mehrere Tagelöhner zu beschäftigen. Auf diesem Hintergrund wird deutlich, dass Johannes und Jakobus, als sie dem Ruf Jesu Folge leisteten, ein gut gehendes Geschäft verließen. Fortan wurden sie unter die zwölf Jünger des Herrn gerechnet (Matthäus 10, 2; Lukas 6, 12 – 16). Dieser gab ihnen auch den Namen “Donnersöhne“ (Markus 3, 16 – 19), was von Kommentatoren häufig als Hinweis auf ihren leidenschaftlichen und vielleicht auch impulsiven Charakter (vgl. auch Lukas 9, 49 + 54; Markus 9, 38) gedeutet wird. Wie bereits erwähnt, gehörte Johannes mit Petrus und Jakobus zu einem kleineren Jüngerkreis, dem der Herr eine besondere Offenbarung zuteil werden ließ, indem er sie auf den Berg Tabor mitnahm, wo sie seine Verklärung miterleben durften (Matthäus 17, 1 ff.; Markus 9, 2 ff.) Auch bei anderen wichtigen Gelegenheiten finden wir Johannes in diesem Dreierkreis (vgl. Markus 13, 3; Markus 14, 33 f.; Lukas 8, 51). Später bildeten die drei Apostel dieses Kreises die “Säulen“ der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) in Jerusalem. Paulus bezeichnet sie als solche und nennt sie auch namentlich, darunter Johannes:

“(…) und als sie die Gnade erkannten, die mir gegeben ist, gaben Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen angesehen wurden, mir und Barnabas die Rechte der Gemeinschaft, damit wir unter die Nationen, sie aber unter die Beschneidung gingen; (…)“

(Galater 2, 9)

Gemeinsam mit Petrus hatte Johannes den Auftrag bekommen, das Passahmahl vorzubereiten (Lukas 22, 8) und gemeinsam mit ihm und den Frauen  wurde er einer der ersten Auferstehungszeugen (Johannes 20, 2 – 6). Zwischen diesen beiden Ereignissen finden wir Johannes als einzigen Jünger, der am Kreuz des Herrn ausharrt (Johannes 13, 23 – 25; Johannes 19, 26 – 27). Später begegnen uns Johannes und Petrus im Tempel bei der Heilung des Gelähmten (Apostelgeschichte 3, 1 – 11), für die sie von den jüdischen Autoritäten verhaftet und verwarnt werden (Apostelgeschichte 4, 1 – 14). Kurz darauf folgte eine weitere Verhaftung (Apostelgeschichte 5, 17 ff.) und daran anschließend ein gemeinsamer Dienst in Samaria (Apostelgeschichte 8, 14 – 25). Dies ist der letzte Hinweis auf den Apostels Johannes im Neuen Testament. Über sein weiteres Leben geben uns verschiedene kirchengeschichtliche Quellen Auskunft: So erfahren wir durch Justin den Märtyrer davon, dass Johannes in Ephesus gelebt und unter den dortigen Gläubigen gewirkt haben soll. Diese Aussage wird auch durch  Irenäus von Lyon bestätigt und  Eusebius von Caesarea bestätigt. Die genannten Kirchenväter bestätigen auch die spätere Gefangennahme und Verbannung des Johannes nach Patmos, sowie seine Verfasserschaft der dort empfangenen Offenbarung.4

Zur Zielgruppe des Johannesevangeliums

Während Matthäus sein Evangelium besonders im Hinblick auf eine jüdische Leserschaft schrieb, das Markusevangelium sich an Leser aus dem römischen Kulturkreis wendet und Lukas sein Evangelium für einen griechischen Leser verfasste, handelt es sich bei dem Evangelium des Johannes um einen Bericht, der sich vornehmlich an die Versammlung (= Kirche/Gemeinde) richtet. Dafür sprechen verschiedene Gründe: Zum einen werden in diesem Evangelium Personen erwähnt, die nicht weiter vorgestellt werden (z. B. Maria, Martha und Lazarus).  Den Gläubigen der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) sind diese Personen sicher aus Predigten und/oder persönlichen Berichten bekannt gewesen. Daher war es unnötig, auf diese Personen und ihre Beziehung, die sie zum Herrn Jesus Christus oder zum Kreis der Jünger hatten, näher einzugehen. Ein weitere Punkt ist, dass Johannes in großem Maße Reden und Belehrungen des Herrn Jesus zu verschiedenen Themen wiedergibt, mit denen Menschen, die nicht gläubig waren, gar nichts hätten anfangen können, z.B. die ausführliche Belehrung zu Kommen des Heiligen Geistes, Seinem Wesen und Wirken in Johannes 14 – 16. Dann fällt auf, dass der Evangelist ausführlich persönliche Gespräche des Herrn mit seelsorgerischem Charakter mitteilt (das Gespräch mit dem Pharisäer Nikodemus, das Gespräch mit der Frau am Jakobsbrunnen, das Gespräch mit dem bußfertigen Petrus nach der Verleugnung). Die Widergabe dieser persönlichen Gespräche ist nicht nur eine gute Belehrung für die Versammlung (= Gemeinde/Kirche), wie sie mit seelsorgerischen Problemen umgehen kann, sondern auch ein Hinweis darauf, dass Johannes Augen- und Ohrenzeuge dieser Gespräche war. Abschließend sei darauf hingewiesen, dass dieses Evangelium in ganz besonderer Weise die Gottessohnschaft Christi  betont und lehrmäßig untermauert. Damit begegnete das Evangelium genau den lehrmäßigen Auseinandersetzungen mit dem Gnostizismus, die in den letzten Jahrzehnten des ersten christlichen Jahrhunderts in der noch jungen christlichen Versammlung (= Gemeinde/Kirche) um sich griff und eine Gefahr für die noch junge christliche Gemeinschaft darstellte.

Aufteilung und Inhaltsübersicht des Johannesevangeliums

Das Evangelium des Johannes umfasst 21 Kapitel, die sich in fünf größere Blöcke aufteilen lassen:

Der erste Block  (Johannes 1, 1 – 18) ist der Prolog, also die Einleitung, des Evangeliums. Wir können diesen Block in vier Abschnitte unterteilen: a) Das Wort vor seiner Inkarnation, d.h. Menschwerdung (Johannes 1, 1 – 5), b) das Zeugnis von Johannes dem Täufer (Johannes 1, 6 – 8), c) das Kommen des göttlichen Lichts und seine Wirkungen in der Welt (Johannes 1, 9 – 13), d) die Menschwerkung des Sohnes Gottes (Johannes 1, 14 – 18).

Block II ist der größte Block in diesem Evangelium. Er reicht von  von Johannes 1, 19 bis Johannes 12, 50 reicht und kann unter dem Titel “Der öffentliche Dienst des Herrn Jesus Christus“ zusammengefasst werden. Man kann ihn in 7 größere Abschnitte aufteilen:
a) Im ersten Abschnitt (Johannes 1, 19 – 51) berichtet Johannes von den Ereignissen, die dem öffentlichen Dienst Jesu vorausgingen: dem allgemeinen Zeugnis Johannes des Täufers (Johannes 1, 19 – 28), der öffentlichen Zeugnis Johannes des Täufers, durch das er den Herrn Jesus Christus als Erlöser der Welt identifizierte (Johannes 1, 29 – 34), die Reaktion, die das Zeugnis Johannes des Täufers hervorrief (Johannes 1, 35 – 42) und die ersten Jünger des Herrn (Johannes 1, 35 – 51).
b) Abschnitt zwei (Johannes 2, 1 – 12) berichtet über das erste Zeichen, dass der Herr auf der Hochzeit zu Kana tat (Johannes 2, 1 – 11) und über den anfänglichen Dienst des Herrn in Kapernaum (Johannes 2, 11).
c) Der dritte Abschnitt (Johannes 2, 13 – Johannes 3, 36) erzählt von der ersten Tempelreinigung (Johannes 2, 13 – 22), den Reaktionen, die der Dienst des Herrn Jesus in Jerusalem hervorrief (Johannes 2, 23 – 25), dem nächtlichen Gespräch Jesu mit dem Pharisäer Nikodemus (Johannes  3, 1 – 21), der Reaktion Johannes des Täufers auf den Dienst des Herrn Jesus (Johannes 3, 22 – 30). Er schließt mit einer Erläuterung der Existenz Jesu vor seiner Menschwerdung (Johannes 3, 31 – 36).
d) In Abschnitt vier (Johannes 4, 1 – 42) wird uns der Dienst Jesu in Samaria geschildert: das Gespräch des Herrn mit der Frau am Jakobsbrunnen und Seine Lehre über die Anbetung Gottes, des Vaters im Geist und in der Wahrheit  (Johannes 4, 1 – 26), Jesu Lehre über den evangelistischen Dienst (Johannes 4, 27 – 38) und die Reaktion der Samariter auf den Dienst Jesu (Johannes 4, 39 – 42).
e) Abschnitt fünf (Johannes 4, 43 – 54) fasst den Dienst Jesu in Galiläa zusammen: Seine Rückkehr nach Galiläa (Johannes 4, 43 – 45) und das zweite Zeichen des Herrn, die Heilung des Sohnes des königlichen Beamten (Johannes 4, 46 – 54).
f) Abschnitt sechs enthält Informationen über das zweite Auftreten des Herrn Jesus in Jerusalem (Johannes 5, 1 – 47): Zuerst schildert Johannes das dritte Zeichen des Herrn, die Heilung des Gelähmten (Johannes 5, 1 – 9) und  danach die Feindschaft der jüdischen Obersten als Reaktion auf dieses Wunder (Johannes 5, 10 – 18). Es folgt die Lehre Jesu über die Einheit des Sohnes Gottes mit Gott dem Vater (Johannes 5, 19 – 29) und das Zeugnis des Vaters für den Sohn (Johannes 5, 30 – 47).
g) Der siebte Abschnitt berichtet von dem späteren Dienst Jesu in Galiläa (Johannes 6, 1 — Johannes 7, 9): dem vierten Zeichen des Herrn Jesus, der Speisung der 5.000 (Johannes 6, 1 – 15), dem fünften Zeichen des Herrn, Seinem Wandel über das Wasser (Johannes 6, 16 – 21), der Lehre des Herrn über das Brot des Lebens (Johannes 6, 22 – 59) und der Reaktion, die diese Lehre herausforderte (Johannes 6, 60 — Johannes 7, 9).
h) In Abschnitt acht berichtet uns Johannes von dem dritten Besuch des Herrn in Jerusalem (Johannes 7, 10 – Johannes 10, 42): der Kontroverse um den Herrn (Johannes 7, 10 – 13), Jesu Auftreten auf dem Laubhüttenfest (Johannes 7, 14 – 44), dem Umglauben der jüdischen Geistlichen (Johannes 7, 45 – 52), der dem Geschehen um die Ehebrecherin (Johannes 7, 53 – Johannes  8, 11), den Aussagen Jesu über Sich als dem Licht der Welt (Johannes 8, 12 – 59), dem sechsten Zeichen des Herrn,  der Heilung des Blindgeborenen (Johannes 9, – 41), der Lehre Jesu über den guten Hirten (Johannes 10, 1 – 21), der Auseinandersetzung mit den Juden am Fest der Tempelweihe (Johannes 10, 22 – 42).
i) Der neunte und letzte Abschnitt schildert das Ende des öffentlichen Dienstes Jesu (Johannes 11, 1 – Johannes 12, 50). Darin berichtet Johannes von dem siebten Zeichen Jesu, der Auferstehung des Lazarus (Johannes 11, 1 – 44) und der Reaktionen, die auf dieses Zeichen folgten (Johannes 11, 45 – 57). Danach lesen wir von der Salbung Jesu durch Maria (Johannes 12, 1 – 8), dem öffentlichen Widerspruch, den die Auferweckung des Lazarus heraufbeschwor (Johannes 12, 9 – 11), dem Einzug Jesu in Jerusalem (Johannes 12, 12 – 19), der Ankündigung Seines Todes (Johannes 12, 20 – 36) und dem Umglauben der Juden (Johannes 12, 37 – 50).

Block III (Johannes 13, 1 – Johannes 17, 26) ist wesentlich kürzer. Er beschreibt in drei Abschnitten den Dienst Jesu für die Jünger im Besonderen und für die Gläubigen im Allgemeinen:
a) Im ersten Abschnitt (Johannes 13, 1 – 30) berichtet Johannes vom letzten Abendmahl: der Fußwaschung (Johannes 13, 1 – 20) und  Ankündigung Jesu bzgl. Seines Verrats (Johannes 13, 21 – 30).
b) In Abschnitt zwei (Johannes 13, 31 – Johannes 16, 33) gibt Johannes die Reden Jesu und die damit zusammenhängenden Geschehnisse im Obersaal wieder: das neue gebot (Johannes 13, 31 – 35), den Treueschwur des Petrus (Johannes 13, 36 – 38),  die Ankündigung Jesu über Seine Rückkehr zum Vater und die Wohnungen, die Er für die Seinen bereitet (Johannes 14, 1 – 24), die Verheißung des Heiligen Geistes als Trösters und das Verständnis, das die Jünger durch Ihn empfangen werden (Johannes 14, 25 – 31), Jesu Rede über den Weinstock und die Reben (Johannes 15, 1 – 16), die Ankündigung des Widerstands, den die Welt den Gläubigen entgegenbringen wird (Johannes 15, 17 – 27), Jesu zweite Rede über das Kommen des Heiligen Geistes und Seiner Wirksamkeit (Johannes 16, 1 – 24), die gegenwärtige und zukünftige Wirksamkeit Jesu für die seinen (Johannes 16, 25 – 33).
c) Im dritten Abschnitt gibt Johannes das Gebet des Herrn für die seinen wieder (Johannes 17, 1 – 26): Jesu gebet für Sich Selbst (Johannes 17, 1 – 5), Sein Gebet für die elf Jünger, die Ihm treu geblieben sind (Johannes 17, 6 – 19) und Jesu Gebet für die Menschen, die in der Zukunft an ihn glauben würden (Johannes 17, 20 – 26),

Block IV (Johannes 18, 1 – Johannes 20, 31) berichtet über das Leiden, Sterben und die Auferstehung des Herrn. Dieser Block kann in sieben größere Abschnitte unterteilt werden: a) Im ersten Abschnitt erzählt Johannes von der  Gefangennahme Jesu (Johannes 18, 1 – 11).
b) In Abschnitt zwei wird uns von der Anklage Jesu vor dem religiösen Gericht des Hohenpriesters (Johannes 18, 12 – 27) berichtet:  die Gefangennahme Jesu und Sein Verhör durch den Hohenpriester (Johannes 18, 12 – 14), die Anwesenheit von zwei Jüngern des Herrn im  Hof des Palasts des Hohenpriesters und die erste Verleugnung des Herrn durch Petrus  (Johannes 18, 15 – 18),  die weitere Befragung Jesu durch den Hohenpriester (Johannes 18, 19 – 24), die zweite und dritte Verleugnung des Herrn durch Petrus (Johannes 18, 25 – 27).
c) Abschnitt drei beschreibt dann Jesu Anklage vor dem weltlichen Gericht der Römer durch Pilatus (Johannes 18, 28 – Johannes 19, 16): die Anklagen der Juden gegen den Herrn (Johannes 18, 28 – 32), die Frage nach der Königsherrschaft Jesu durch Pilatus (Johannes 18, 33 – 38 a), die Forderung der Juden an Pilatus, Barabbas freizulassen (Johannes 18, 38 b – 40) und die Verurteilung Jesu durch Pilatus (Johannes 19, 1 – 16).
d) Im vierten Abschnitt (Johannes 19, 17 – 30) erzählt Johannes von der Kreuzigung des Herrn: Jesu Weg nach Golgatha (Johannes 19, 17), die Männer, die mit dem Herrn gekreuzigt wurden (Johannes 19, 8), die Schrift auf dem Kreuz des Herrn (Johannes 19, 19 – 22), die Verteilung der Kleider Jesu (Johannes 19, 23 – 24), Jesu Worte an Seine Mutter und an den Jünger Johannes (Johannes 19, 25 – 27) und dem Tod Jesu (Johannes 19, 28 – 30).
e) Im fünften Abschnitt (Johannes 19, 31 – 42) geht es um die Geschehnisse nach dem Tod des Herrn: die Abnahme des Leichnams vom Kreuz (Johannes 19, 31 – 37) und sein Begräbnis  (Johannes 19, 38 – 42).
f) In Abschnitt sechs (Johannes 20, 1 – 29) berichtet Johannes von der Auferstehung Jesu: der Entdeckung des leeren Grabes durch Petrus und Johannes (Johannes 20, 1 – 9), die Begegnung Marias mit den beiden Engeln und dem auferstandenen Herrn (Johannes 20, 10 – 18), der Besuch des Auferstandenen bei den Jüngern am Abend des Auferstehungstages in Abwesenheit des Thomas (Johannes 20, 19 – 23) und der Verwandlung des Thomas durch eine Begegnung mit dem Auferstandenen (Johannes 20, 24 – 29).
g) Im siebten und letzten Abschnitt wird der Zweck des Johannesevangeliums angegeben (Johannes  20, 30 – 31)

Block V (Johannes 21, 1 – 25) ist der Epilog, also das Schlusswort, dieses Evangeliums. Er umfasst drei Abschnitte: a) Das Zusammentreffen des Herrn Jesus Christus mit sieben Jüngern in Galiläa (Johannes 21, 1 – 14), b) die Wiederherstellung des Petrus und c) das Schlusswort des Verfassers.

Fortsetzung folgt

Fußnoten:

¹= Irenäus “Contra Haereses, Buch III, 1″, siehe:  “Des heiligen Irenäus fünf Bücher gegen die Häresien. Aus dem Griechischen übersetzt von E. Klebba. (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 3) München 1912″

²= Eusebius von Caesarea: “Kirchengeschichte”, Herausgegeben und eingeleitet von Heinrich Kraft, Kösel-Verlag München, 3., unveränderte Auflage 1989, Seite 172 – 174 (Buch III, 24, 3 – 8)

³= Viele Kommentatoren sehen in Salome die Mutter von Johannes und Jakobus (vgl. Matthäus 27, 56; Matthäus 20, 20; Markus 15, 40; Markus 16, 1; Johannes 19, 25).

4= Zum Leben und Dienst des Johannes in Ephesus siehe: Justin der Märtyrer: “Dialog mit dem Juden Trypho“ in: Justinus, Dialog; Pseudo-Justinus, Mahnrede. Aus dem Griechischen übersetzt von Philipp Hauser. (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 33) Kempten & München 1917), Kapitel 81, 4; sowie: Irenäus von Lyon: “Gegen die Häresien“ in “Des heiligen Irenäus fünf Bücher gegen die Häresien. Aus dem Griechischen übersetzt von E. Klebba. (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 3) München 1912, III. Buch, Kapitel 1;  II. Buch, Kapitel 22, Abschnitt 5 und Eusebius von Cäsarea “Kirchengeschichte“ in: Eusebius, Ausgewählte Schriften Band II: Kirchengeschichte. Aus dem Griechischen übersetzt von Phil. Häuser. (Bibliothek der Kirchenväter, 2. Reihe, Band 1) München 1932, 3. Buch, Kapitel 31. Zum Empfang der Offenbarung, der Rückkehr nach Ephesus und seinem Tod daselbst, siehe: Justin der Märtyrer, a.a.O.,  Kapitel 81, 4; Irenäus von Lyon, a.a.O.,  III. Buch, Kapitel 1;  V. Buch, Kapitel 30, 3; und Eusebius von Cäsarea, a.a.O., III. Buch, Kapitel 23.


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