Gottes Ruf


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Die Tatsache, dass Gott Menschen ruft und beruft finden wir im Alten wie im Neuen Testament. Dabei ist zu beobachten, dass der Ruf Gottes immer nur eine Richtung kennt: aus etwas Altem heraus in etwas Neues, Besseres, hinein. Wir sehen das zuerst bei Abraham, der berufen  wurde,  seine Verwandtschaft und Heimat zu verlassen (vgl. auch Hebräer 11, 8):

„Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus von deinem Land und von deiner Verwandtschaft und von deines Vaters Hause in das Land, das ich dir zeigen will!  So will ich dich zu einem großen Volke machen und dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.  Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dir fluchen; und durch dich sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden!“

(1. Mose 12, 1 – 3)

Nirgendwo lesen wir davon, dass Abraham je wieder nach Ur in Chaldäa zurückkehrte. Als sein Sohn Isaak heiratsfähig geworden war, sandte Abraham zwar einen Knecht nach Ur, um dort nach einer Frau für  Isaak  zu suchen. Aber diese Frau musste ebenfalls ihre Heimat und ihre Familie verlassen, um Isaaks heiraten zu können. Abraham verbot seinem Knecht ausdrücklich, Isaak jemals nach Ur zurückzubringen:

„Da sprach der Knecht zu ihm: Wie? wenn das Weib mir nicht in dieses Land folgen wollte, soll ich alsdann deinen Sohn wieder in das Land zurückbringen, daraus du gezogen bist? Abraham sprach zu ihm: Da hüte dich wohl, meinen Sohn wieder dahin zu bringen!“

(1. Mose 24, 5 – 6)

Es ist interessant, dass der Knecht dann, als er eine Braut für Isaak gefunden hat, darauf drängt, mit dieser sobald als möglich Ur zu verlassen:

„Aber ihr Bruder und ihre Mutter sprachen: Laß doch die Tochter etliche Tage lang, zum wenigsten zehn, bei uns bleiben, darnach magst du ziehen! Da sprach er zu ihnen: Haltet mich nicht auf, denn der HERR hat meinen Weg gelingen lassen; lasset mich zu meinem Herrn ziehen.“

(1. Mose 24, 55 – 56)

Dieses „Muster“, wenn wir einmal so sagen wollen, finden wir immer wieder: Gott ruft  aus dem Alten, Unguten, heraus  zu etwas Neuem, Besserem, und diesem Ruf muss mit Eile Folge geleistet werden. Wir sehen das z. B. bei Lot  (1. Mose 19, 15) und bei Mose, als er mit den Israeliten aus Ägypten ausziehen soll (2. Mose 12, 11). Auch als die Israeliten dem Ruf Gottes folgen und aus der Wüste dann (endlich) in das verheißene Land einziehen, geht dieser Wechsel „eilends“ vonstatten (vgl. Josua 4, 10). Diese umgehende Reagieren auf den Ruf Gottes ist ein Zeichen des Glaubens. Niemals kehren die so von Gott Gerufenen wieder in das Alte zurück. Wir finden dieses „Muster“ auch im Neuen Testament bei der Berufung der Jünger des Herrn:

„Als nun Jesus am Galiläischen Meer entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, der Petrus genannt wird, und Andreas, seinen Bruder; die warfen ihre Netze ins Meer; denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen! Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach. Und als er von dort weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, im Boot mit ihrem Vater Zebedäus, wie sie ihre Netze flickten. Und er rief sie. Sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten ihm nach.“

(Matthäus 4, 20 – 22)

Den Jüngern war klar, dass sie nicht irgendein Mensch, vielleicht  ein großer Lehrer, in seine Nachfolge rief, sondern der Sohn Gottes. Sie reagierten im Glauben und darum auch sofort. Aber dieser Ruf erging nicht nur an die Jünger, die der Herr in der Zeit seines irdischen Dienstes berief. Das griechische Wort, mit dem die Versammlung (= Gemeinde/Kirche) im Neuen Testament bezeichnet wird, ist „ekklēsia“ (ἐκκλησία) und bedeutet „herausgerufen“. Die Versammlung (= Gemeinde/Kirche) ist ein Volk, das Gott aus der Welt zu sich herausgerufen hat (vgl. Galater 1, 4; Titus 2, 14; 1. Petrus 2, 7 – 10). Es ist ein völlig neues Volk, bestehend aus Menschen aller Nationen, Rassen und Sprachen (vgl. Offenbarung 5, 9 – 10). Zu diesem neuen Volk Gottes gehören alle, die den Ruf Gottes zur Umkehr gehört und befolgt haben, beginnend mit jenen, die am Tag der Pfingsten erstmals auf diesen Ruf reagierten (vgl. Apostelgeschichte 2, 1 – 41 + 47; Epheser 1, 13). Alle Menschen, die dem Ruf Gottes Folge leisten, ihre Sünden bekennen und dem Evangelium glauben, empfangen Vergebung und neues Leben aus Gott (Johannes 3, 1 – 6; 1. Petrus 1, 23). Durch den Heiligen Geist werden sie dem Leib Christi als Glieder zugefügt (vgl. 1. Korinther 12, 12 – 13; nicht durch die Mitgliedschaft in irgendeiner Organisation). Die  Reaktion auf den Ruf Gottes, die Bekehrung zu Gott, stellt einen völligen Bruch mit bzw. eine gänzliche Abwendung vom Alten und eine völlige Hingabe an Gott und Seinen (neuen) Weg dar. Dies wird am Beispiel der Gläubigen in Thessalonich sehr schön deutlich:

„(…) denn sie selbst (die Heiden, JNj.) erzählen von uns, wie wir bei euch Eingang gefunden und wie ihr euch von den Abgöttern zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Sohn vom Himmel zu erwarten, welchen er von den Toten auferweckt hat, Jesus, der uns vor dem zukünftigen Zorn errettet.“

(1. Thessalonicher 1, 9 – 10)

Die Thessalonicher hatten sich:

* von den Abgöttern zu Gott bekehrt,

* um jetzt dem lebendigen Gott zu dienen

* und um das Kommen des Sohnes Gottes, vom Himmel her zu erwarten.

Nachdem sie sich von ihren Götzen zu Gott bekehrt hatten, waren sie nicht passiv geblieben, sondern erfüllten die Berufung, die Gott für Sein Volk hatte (Titus 2, 14) So tätig für Gott erwarteten sie die Wiederkunft des Herrn Jesus (Matthäus 24, 45 – 46;  2. Korinther 5, 10 – 11; 1. Johannes 3, 2 – 3). Auf diese Weise waren sie zu einem „lesbaren Brief Christi“ (2. Korinther 3, 3) für ihre ganze Umgebung geworden, durch den Gott andere Menschen zu sich rufen konnte.

Vielleicht haben Sie heute zum ersten Mal den Ruf Gottes in Ihrem Herzen vernommen. Wenn dies so ist, dann zögern Sie nicht, geben Sie Gott eine Antwort im Gebet und folgen Sie Ihm konsequent nach. „Eilen“ Sie zu Ihm, denn niemand von uns weiß, wieviel Zeit ihm bleibt. Sie dürfen sicher sein, Gott beruft Sie  zu Neuem und zu Besserem. Vielleicht haben Sie sich aber auch schon vor vielen Jahren in die Nachfolge Christi rufen lassen, sind dann aber von diesem Weg der Nachfolge abgekommen. Auch Sie können heute eine Entscheidung treffen und neu zu dem Herrn Jesus umkehren, auch Sie können heute Vergebung empfangen und neu mit der Kraft des Heiligen Geistes ausgerüstet werden. Zögern Sie nicht, stellen Sie sich Gott im Gebet. Werden Sie neu ein „lesbarer Brief Christi“, durch den Gott Ihre Umgebung ansprechen und segnen kann. Er kann und will Ihnen dabei helfen.

Darum beherzigt, was der Heilige Geist sagt: „Wenn ihr heute die Stimme Gottes hört,  verschließt euch seinem Reden nicht, wie es das Volk in der Wüste an dem Tag tat, als es gegen ihn rebellierte.“
(Hebräer 3, 7 NeÜ)

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Eine Antwort zu Gottes Ruf

  1. Henry schreibt:

    danke für die aufschlussreichen Worte – helfen mir an diesem trüben Wochenende über den Abend.

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