Der Einzug Jesu Christi in Jerusalem – Anmerkungen zu Johannes 12, 12 – 19

General Allenby marschiert in Jerusalem ein (1917) * Foto: public domain, via Wikimedia Commons (http://en.wikipedia.org/wiki/File:Detail_of_Allenby_Entering_Jerusalem.jpg)

General Allenby marschiert in Jerusalem ein (1917) * Foto: public domain, via Wikimedia Commons (http://en.wikipedia.org/wiki/File:Detail_of_Allenby_Entering_Jerusalem.jpg)

 

Die Bibelworte, die am morgigen Sonntag betrachtet werden sollen, ist dem 12. Kapitel des Johannesevangeliums entnommen (zum Hintergrund des Johannesevangeliums siehe: Klick!). Wir betrachten diese Verse in ihrem Kontext: 

“Am folgenden Tag, als eine große Volksmenge, die zu dem Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem komme, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus, ihm entgegen, und riefen: Hosanna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König Israels! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht: Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf einem Eselsfohlen.“ Dies verstanden seine Jünger zuerst nicht; jedoch als Jesus verherrlicht war, da erinnerten sie sich daran, dass dies von ihm geschrieben war und sie ihm dies getan hatten. Die Volksmenge, die bei ihm war, bezeugte nun, dass er Lazarus aus dem Grab gerufen und ihn aus den Toten auferweckt hatte. Darum ging ihm auch die Volksmenge entgegen, weil sie hörte, dass er dieses Zeichen getan hatte. Da sprachen die Pharisäer zueinander: Ihr seht, dass ihr gar nichts ausrichtet; siehe, die Welt ist ihm nachgegangen.“

(Johannes 12, 12 – 19 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

Zum Hintergrund von Johannes 12, 12 – 19

Innerhalb von zwanzig Jahren kamen zwei international prominente Personen des 19. und 20. Jahrhunderts nach Jerusalem. Beide betraten die Stadt durch das bekannte Jaffa-Tor: Als der deutsche Kaiser Wilhelm II. am 29. Oktober 1898 Jerusalem besuchte, ritten er uns seine Frau auf weißen Schimmeln und mit einem großen Gefolge durch dieses Tor in die Stadt ein. Sie gaben damit das Bild von Eroberern ab. Ganz anders verhielt sich der britische Feldmarschall Edmund Allenby. Im Verlauf der Kämpfe zwischen der britischen Heeresmacht auf der einen und den osmanischen bzw. deutschen Truppen auf der anderen Seite, fiel die Stadt nach der Niederlage der deutsch-osmanischen Kräfte im Jahr 1917 an die britischen Sieger. Am 7. Dezember 1917 erging der Befehl an die osmanischen Truppen, Jerusalem zu räumen und zwei Tage später, am 9. Dezember 1917 erfolgte die Kapitulation. Wiederum zwei Tage später, am 11. Dezember 1917, zog der britische General Edmund Allenby in Jerusalem ein. Normalerweise wäre jeder siegreiche Kriegsherr auf einem Pferd in die Stadt eingezogen. Doch Allenby, der große Teile des damaligen ”Palästinas” erobert hatte, stieg, am Jaffa-Tor angekommen, von seinem Pferd ab und betrat Jerusalem zu Fuß. Weder Fanfarenklänge noch Salutschüsse waren zu hören. In seiner offiziellen Verlautbarung hieß es, dass Allenby dies aus Respekt vor der ”Heiligen Stadt” getan habe. Aus anderen Quellen geht hervor, dass Allenby, ein bekennender Christ, gesagt habe, niemand solle als Eroberer nach Jerusalem einreiten, bis es der (wieder-)kommende Messias getan habe und dass er auch nicht “in gleicher Weise wie mein Herr Jesus Christus in diese Stadt einziehen“ wollte. Dabei entstand das bekannte Bild, das auch über diesem Artikel zu sehen ist.
Was immer Allenbys Gründe waren, eines ist sicher: Er war sich seines Handelns im Zusammenhang mit seinem Einzug in Jerusalem sehr bewusst.
Im Gegensatz dazu, sind sich viele Christen der Bedeutung, die der Einzug Jesu in Jerusalem hatte, weniger bewusst. Zu Recht legen Christen eine starke Betonung auf die Geschehnisse am Ende der so genannten “Passionswoche“: der Kreuzigung, dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi.
Dennoch ist der Einzug Jesu nach Jerusalem nicht unbedeutend. Das wird schon allein daran deutlich, dass alle vier Evangelien dieses Ereignis erwähnten (Matthäus 21, 1 – 11; Markus 11, 1 – 11; Lukas 19, 29 – 40; Johannes 12, 12 – 19). Viele Ausleger gehen davon aus, dass Johannes von den Ereignissen der “Passionswoche“ in ihrer chronologischen Reihenfolge berichtet, während Matthäus und Markus in ihren Evangelien größeren Wert auf die thematischen Schwerpunkte legen.
Johannes berichtet in den ersten Versen dieses Kapitels von einem letzten Essen, zu dem der Herr Jesus Christus und Seine Jünger im Haus der Geschwister Martha, Maria und Lazarus in Bethanien bei Jerusalem weilten, sowie von der Salbung Jesu durch Maria (Johannes 12, 1 – 11).
Dann wechselt der Evangelist zu den Ereignissen des folgenden Tages und damit zum Einzug des Herrn in Jerusalem (Johannes 12, 12 – 19). Kommentatoren weisen darauf hin, dass dies die einzige Gelegenheit war, zu der der Herr Jesus Christus zuließ, dass die Volksmengen Ihm öffentlich huldigten.

Anmerkungen zu Johannes 12, 12 – 19

* “Am folgenden Tag, als eine große Volksmenge, die zu dem Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem komme, (…)“ – Johannes 12, 12 –  Der “folgende Tage“, also der Tag des Einzugs in Jerusalem, war – ein Sonntag  (vgl. Johannes 12, 1). Es gab drei große, jährlich stattfindende Feste, zu deren Zeiten die Anwesenheit in Jerusalem allen Männern Israels geboten war: zum Fest der ungesäuerten Brote/dem Passahfest, zum Fest der Wochen, dem Pfingstfest und zum Laubhüttenfest (vgl. 2. Mose 23, 14 – 17; 3. Mose 23, 1 ff.; 5. Mose 16, 16). Nach Schätzungen von Historikern stieg die Zahl der Menschen in Jerusalem zu diesen Festzeiten um das drei- bis fünffache. Die “große Volksmenge“, von der hier die Rede ist, setzte sich also nicht nur aus Bewohnern der Stadt Jerusalem zusammen, sondern auch aus solchen Menschen, die aus ganz Israel und sogar aus dem Ausland als Pilger zum Passahfest nach Jerusalem gekommen waren.

* “(…) nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus, ihm entgegen, und riefen: Hosanna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König Israels!“ – Johannes 12, 13 –  Das Winken mit Palmzweigen im Zusammenhang mit den Festen Israels war eine Gewohnheit der Feiernden (vgl. 3. Mose 23, 40). Aus den apokryphen Büchern des Alten Testaments erfahren wir, dass Palmzweige bzw. ganze Palmäste zu jener Zeit als ein Symbol der Nation Israel betrachtet wurden (vgl. 1. Makkabäer  13, 51; 2. Makkabäer 10, 7). Archäologen haben Abbildungen von Palmzweige auch auf den Münzen gefunden, die in den Jahren 66 – 70 n. Chr., also während des jüdisch-römischen Krieges von den Juden geprägt wurden.
Dass der Herr bei Seinem Einzug in Jerusalem von Menschenmengen begrüßt wurde, zeigt, wie verbreitet die Erwartung des Messias unter dem Volk zu dieser Zeit war.
„Hosanna“ bzw. “Hosianna“ ist ein an Gott gerichteter Ruf, der “errette (uns) jetzt!“ bedeutet und als Gebets- aber auch als Jubelruf interpretiert werden kann. Er wurde als Gebetsruf im Rahmen des Passah- und des Laubhüttenfestes gebraucht. Es war auch Teil der Psalmgesänge (Psalm 113 – Psalm 118), die während dieser Feste vom Chor im Tempel gesungen wurden (vgl. Psalm 118, 25).
Auch die Anrufung „Gepriesen sei, der da …“ ist ebenfalls Teil dieser Gesänge (vgl. Psalm 118, 26). Mit der Aussage “der da kommt (im Namen des Herrn)“ deutete für Juden das Kommen des Messias an (vgl. Johannes 1, 30; Johannes 4, 25; Johannes 11, 27). In dieser Weise proklamierten die Volksmengen Jesus Christus nun als den gekommenen Messias-Erlöser (vgl. Lukas 19, 38; Johannes 1, 49; Johannes 18, 37; Johannes 19, 19). Im Vergleich zu jenen Kaiserproklamationen, die die römischen Soldaten aus ihrer Hauptstadt Rom gewohnt waren, muss diese Proklamation wie ein Kinderspiel ausgesehen haben, dennoch war sie – im Gegensatz zu den Kaiserproklamationen Roms – ein Ereignis der Heilsgeschichte.

* “Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht: „Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf einem Eselsfohlen.““ – Johannes 12, 14 – 15  – Im Gegensatz zu den synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas), die uns alle mehr Einzelheiten im Zusammenhang mit der Bereitstellung des Esels berichten, sagt Johannes nur, dass der Herr einen jungen Esel fand, auf diesem in Jerusalem einritt und auf diese Weise die Prophezeiung aus Sacharja 9, 9 bzgl. des kommenden Messias erfüllte.  Die vorausgehende Aufforderung: “Fürchte dich nicht,  Tochter Zion“ zitiert Jesaja 40, 9, in der jene angesprochen werden, denen die gute Botschaft des Messias gebracht wurde.  Der Begriff „Tochter Zion“ ist ein im Alten Testament oft gebrauchtes Synonym für die Menschen Jerusalems und zwar insbesondere, wenn sie von anderen Mächten unterdrückt wurden (vgl. z. B. Jesaja 1, 8; Jeremia 4, 31; Klagelieder 2, 4; Micha 4, 8; Zephania 3, 14; Sacharja 2, 10). Der Zusammenhang mit Sacharja 9, 9 ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung. Dort heißt es:

“Frohlocke laut, Tochter Zion; jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König wird zu dir kommen: Gerecht und ein Retter ist er, demütig und auf einem Esel reitend, und zwar auf einem Fohlen, einem Jungen der Eselin.“

Dieser Bibeltext enthält eine der bedeutendsten messianischen Verheißungen des gesamten Alten Testaments. Das Judentum betrachtet diese Stelle als Grundlage der Erwartung des messianischen Königreiches, das neutestamentarische Christentum sieht diese Stelle mit dem Einzug Jesu Christi in Jerusalem (Matthäus 25, 5; Johannes 12, 15) als erfüllt an.
Was sagt Sachaja 9, 9 aus? Der Prophet fordert die Israeliten zum Lobpreis Gottes auf, weil ihr Erlöser, der Messias, kommt. Er verheißt dem Volk einen König, der gerecht ist und ein Retter, d.h. dieser kommende König würde dem Volk Gerechtigkeit und Erlösung bringen. Im Gegensatz zu den Königen der Welt würde sich dieser König durch Seine Gnade auszeichnen, nicht durch Seine Macht. Dieser König würde demütig, nicht stolz, auftreten, was besonders dadurch deutlich wird, dass er auf einem Esel reiten sollte (1. Mose 49, 11; Matthäus 21, 1 – 9; Markus 11, 1 – 10; Lukas 19, 28 – 38). Doch dieser Esel war zugleich ein zeichen Seiner Königswürde. Im Alten Testament  wurden Esel von Königen geritten (vgl.  1. Könige 1, 33 + 38 + 44). Nur der König durfte auf seinem Esel reiten. Aus diesem Grund wird auch betont, dass auf dem Eselsfüllen Jesu noch nie zuvor jemand geritten war (vgl. Markus 11, 2).
Aus Sacharja 9, 9 wird jedoch auch etwas anderes deutlich: Obwohl das Kommen des Messias in dieser Stelle angekündigt wurde, wird doch nicht gesagt, dass Seine Herrschaft zu jenem Zeitpunkt beginnen wird. Genauso geschah es dann auch, da Israel, vertreten durch seine geistlichen Autoritäten, des Messias ablehnte.

* “Dies verstanden seine Jünger zuerst nicht; jedoch als Jesus verherrlicht war, da erinnerten sie sich daran, dass dies von ihm geschrieben war und sie ihm dies getan hatten.“ – Johannes 12, 16 –  Die Jünger des Herrn Jesus verstanden die Geschehnisse während Seines Einzugs in Jerusalem zu diesem Zeitpunkt nicht. Erst nach der Auferstehung des Herrn und Seiner Himmelfahrt erkannten sie die Zusammenhänge (vgl. Johannes 2, 17 + 22). Was sie und die Volksmengen zu diesem Zeitpunkt jedoch verstanden, war, dass der Herr der verheißene Messias-Erlöser war, denn als solchen begrüßten sie Ihn. Jedoch verstanden sie nicht, welche Bedeutung das für sie, für Israel, ja für die ganze Welt hatte. Sie verstanden nicht, dass es notwendig war, dass dieser Messias sterben musste, damit Er ihnen, Israel, ja der Welt, die Erlösung bringen konnte. Indem Johannes uns als Leser auf diesen Umstand hinweist, hilft er uns auch, das Verhalten der Jünger  während und nach der Festnahme und Kreuzigung, aber auch  nach der Auferstehung und Himmelfahrt des Herrn zu verstehen.

* “Die Volksmenge, die bei ihm war, bezeugte nun, dass er Lazarus aus dem Grab gerufen und ihn aus den Toten auferweckt hatte. Darum ging ihm auch die Volksmenge entgegen, weil sie hörte, dass er dieses Zeichen getan hatte.“ – Johannes 1, 17 – 18 – Johannes berichtet, dass die Volksmenge eines der vielen Wunder Jesu besonders als Zeichen Seiner Messianität herausstellt: die Auferweckung des Lazarus. Lazarus lag bereits mehrere Tage im Grab, als der Herr Jesus Christus ihn auferweckt hatte. Anschließend lebte dieser Auferstandene als ein greifbares Beispiel der Macht Jesu unter dem Volk. Für die an den Messias Gläubigen war er eine beständige Bestätigung der Messianität Jesu. Für jene aber, die die Messianität Jesu ablehnten, insbesondere für die Pharisäer, war Lazarus jedoch ein “Dorn im Fleisch“. Ihr Hass auf diesen Menschen ging so weit, dass sie  nicht nur danach trachteten, den Herrn Jesus Christus zu töten, sondern auch Lazarus. Johannes berichtet in Kapitel 12, 9 – 11:

“Die große Volksmenge aus den Juden erfuhr nun, dass er dort sei; und sie kamen nicht um Jesu willen allein, sondern damit sie auch den Lazarus sähen, den er aus den Toten auferweckt hatte. Die Hohenpriester aber ratschlagten, auch den Lazarus zu töten, weil viele von den Juden um seinetwillen hingingen und an Jesus glaubten.

* “Da sprachen die Pharisäer zueinander: Ihr seht, dass ihr gar nichts ausrichtet; siehe, die Welt ist ihm nachgegangen.“ – Johannes 12, 19 – Doch obwohl die Volksmengen und die Jünger den Herrn als Messias erkannten und begrüßten, gab es zahlreiche andere Menschen, die diesen Glauben nicht teilten. Die Pharisäer z.B. beobachteten die ganze Szene des Einzugs Jesu mit Neid und Frustration beobachteten. Die Anerkennung Jesu durch das Volk  muss bei ihnen Gefühle des Zorns ausgelöst haben. Denn sie sagen nicht, “das Volk ist ihm nachgegangen“, sondern “die Welt ist ihm nachgegangen“. Ihr Neid und ihr Hass hatte sie blind gemacht für die Realität. Gleichzeitig steck in dieser Aussage  eine große Wahrheit, denn genau das würde in der Zukunft geschehen: die ganze Welt würde durch diesen Messias Heil erfahren (vgl. Johannes 3, 16 – 17). Wir können in dieser Aussage der Pharisäer eine genauso unbewußte Prophetie sehen, wie es die Aussage des Kaiphas in Johannes 11, 50 war. In Johannes 12, 20 – 22 können wir sogar den Beginn der Erfüllung dieser Aussage sehen. Dort berichtet uns Johannes, dass einige Griechen Jesus Christus sehen wollten. Bei diesen  Griechen handelte es sich nicht um griechisch sprechende Juden, sondern um gottesfürchtige Griechen, also Menschen, die dem Judentum zugeneigt, aber noch nicht vollkommen konvertiert waren.

Der Einzug Jesu in Jerusalem offenbarte auf der einen Seite erneut Seine Messianität, indem Er die Verheißung aus Sacharja 9, 9 erfüllte und die von den anwesenden Volksmengen erkannt und anerkannt wurde. Auf der anderen Seite offenbarte dieser triumphale Einzug aber auch das, was im Herzen Seiner Feinde war: Nied, Frustration, ja Hass. Hass, der so weit gehen würde, dass der Messias den Römern zur Kreuzigung überantwortet werden würde. Den Feinden Jesu mag dieser Einzug in Jerusalem wie eine gute Gelegenheit erschienen sein, den Messias zu beseitigen. Doch Gottes Absicht war es, dass alle damit zusammenhängenden Geschehnisse auf das eine, große und alles entscheidende Ereignis am Kreuz von Golgatha hinarbeiteten. Während die geistlichen Autoritäten die Beseitigung Jesu planten, vgl. Markus 15, 1:

“Und alsbald in der Frühe faßten die Hohenpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat einen Beschluß und führten Jesus gebunden hin und überantworteten ihn dem Pilatus.”

führten sie doch nur den Plan Gottes aus, wie uns Apostelgeschichte 4 in den  Versen  27 – 28, deutlich macht. Hier wird das Geschehen von Markus 15, 1 aus der Perspektive Gottes beleuchtet:

“Ja wahrlich, es haben sich versammelt in dieser Stadt wider deinen heiligen Sohn Jesus, welchen du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und dem Volke Israel,  zu tun, was deine Hand und dein Rat zuvor beschlossen hatte, daß es geschehen sollte.

Ein weiterer Punkt verdient in diesem Zusammenhang unsere Aufmerksamkeit. Ich habe bereits darauf hingewiesen, dass den Pharisäern nicht nur die Popularität Jesu ein Dorn im Auge war und sie deshalb alles daran setzten, Ihn zu beseitigen. Durch ihr Handeln erreichten sie jedoch genau das Gegenteil dessen, was sie beabsichtigten. Der Messias, dessen Namen sie auszulöschen gedachten, wurde nicht nur zum Erlöser Israels, sondern zum Erlöser der Welt.
In gleicher Weise verkehrte Gott das, was sie mit Lazarus zu tun beabsichtigen, ins Gegenteil. Die Hohenpriester gedachten Lazarus, den der Herr Jesus Christus aus den Toten auferweckt hatte, erneut zu töten. Es wird uns nicht berichtet, dass sie diese Pläne in die Tat umsetzten. Doch was erreichten sie mit der Kreuzigung Jesu? Während seines irdischen Dienstes hatte der Herr Menschen auferweckt. Diese Auferweckungen geschahen in Übereinstimmung mit Seinem irdischen Dienst, d.h. alle, die Er auferweckte, mussten noch einmal sterben. Denn sie hatten “nur“ ihr irdisches Leben in ihrem irdischen Leib wieder bekommen. Seit Seiner Auferstehung, Himmelfahrt und Verherrlichung  jedoch, schenkt der Sohn Gottes jedem, der an Ihn glaubt,  nicht nur ewiges Leben (Johannes 5, 24), sondern bei der Auferweckung der Gläubigen durch Ihn auch einen verherrlichten Leib (1. Korinther 15, 35 ff.). Denn 1. Petrus 1, 3 stellt fest, dass diese Möglichkeit erst durch die Auferstehung Jesu gegeben wurde:

“Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergezeugt hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten, (…)“

Zu diesen Segnungen – der Erlösung und der herrlichen Auferstehung – war der Einzug Jesu in Jerusalem ein wichtiger, ja entscheidender Schritt.

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