Drei göttliche Hilfsmittel – Anmerkungen zu 2. Korinther 13, 13

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Ruinen von Korinth mit Agora und Bema im Vorder- und Akrokorinth im Hintergrund * Foto: Bgabel at wikivoyage shared [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

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Drei göttliche  Hilfsmittel – Anmerkungen zu 2. Korinther 13, 13

Das Bibelwort, das der Wortverkündigung am kommenden Mittwoch zugrunde liegen soll, stammt aus dem 2. Korintherbrief (zum Hintergrund des 2. Korintherbriefes siehe: Klick!):

Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

(2. Korinther 13, 13 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

 

Zur Situation der Christen in Korinth

Die Geschichte der Christen in Korinth ist auch eine Geschichte von Problemen unterschiedlichster Art:
Die Versammlung (= Gemeinde) in Korinth war im Rahmen der Missionstätigkeit des Apostels Paulus entstanden und die  Anfänge dieser Arbeit in Korinth waren ermutigend gewesen. Später traten jedoch zahlreiche Probleme auf. An anderer Stelle habe ich diese Entwicklung bereits kurz skizziert: Während sich der Apostel Paulus im Rahmen seiner dritten Missionsreise in Ephesus aufhielt, erreichen ihn beunruhigende Nachrichten. Jene Streitfragen in Korinth, von denen ihm Gläubige berichtet hatten und die er durch seinen zweiten Brief (unseren 1. Korintherbrief) zu lösen versucht hatte, waren noch immer nicht beigelegt. Daraufhin besuchte er die Gläubigen in Korinth erneut (2. Korinther 2, 1; 2. Korinther 12, 14; 2. Korinther 13, 1 – 2). Diesen Besuch bezeichnet er als “schmerzhaft”, denn selbst durch seine Anwesenheit konnten nicht alle Konflikte geschlichtet werden (2. Korinther 2, 5 – 8; 2. Korinther 7, 12).
Nach Ephesus zurückgekehrt, schrieb Paulus dann einen weiteren, sehr ersten Brief, den er den Korinthern durch Titus und einen weiteren Bruder überbringen ließ (2. Korinther 2, 3 – 4; 2. Korinther 7, 8 – 12; 2. Korinther 12, 18). Dieser Brief ist uns nicht überliefert worden. Mit großer Spannung erwartete der Apostel dann die Rückkehr seines Mitarbeiters und dessen Bericht. Doch aufgrund von Verfolgung musste Paulus Ephesus verlassen (Apostelgeschichte 20, 1) und einige Zeit in Troas Station machen. Anschließend reiste er dann Richtung Mazedonien, um auf diesem Weg Titus zu treffen (2. Korinther 2, 12 – 13). Dieser überbrachte dem Apostel positive Nachrichten: Die Mehrheit der Gläubigen in Korinth war von ihren falschen Wegen umgekehrt (2. Korinther 7, 6 – 16; 2. Korinther 2, 5 – 11). Nur wenige in Korinth lehnten den Dienst und Hilfe durch Paulus noch immer ab (2. Korinther 10, 113, 10). Daraufhin schrieb der Apostel den Gläubigen in Korinth einen weiteren Brief und dies ist der Brief, den wir als 2. Korintherbrief kennen. In diesem Brief geht Paulus auf die – restlichen – noch bestehenden Probleme in Korinth ein. Er  beschließt diesen Brief mit einem ganz besonderen Gruß:

Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

(2. Korinther 13, 13 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

Wir dürfen diesen Gruß nicht falsch verstehen. Dieser Gruß ist kein freundlicher, frommer Wunsch zum Abschluss eines apostolischen Schreibens. In diesem Gruß verweist der Apostel abschließend noch einmal auf die drei großen Hilfsmittel, die uns Gott geschenkt hat, damit wir die Probleme, denen wir begegnen – sei es in unseren persönlichen Leben, sei es in der Welt oder aber auch innerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen – lösen können. Wie diese drei göttlichen Hilfsmittel ganz praktisch ihre Wirkung entfalten können, das soll Gegenstand der folgenden Betrachtung sein.

Drei Hilfsmittel des dreieinigen Gottes: Gnade – Liebe – Gemeinschaft

Eine Aussage, die bei den Abschlussworten des Apostels am Ende steht, möchte ich an den Anfang dieser Betrachtung stellen: “(…) mit euch allen!“ – Die Hilfe, die Gott uns anbietet gilt allen. Die Gnade Jesu Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes gelten jedem Christen.  Jeder Gläubige kann und darf davon Gebrauch machen. Jeder Gläubige kann und darf in der Anwendung dieser Hilfen wachsen.

Die Gnade Jesu Christi

* Als erstes Hilfsmittel nennt der Apostel Paulus in seinen Abschlussworten “die Gnade Jesu Christi“. Diese Gnade ist die Grundlage unseres christlichen Glaubens. Ohne die Gnade Jesu Christi ist eine christliche Existenz überhaupt nicht denkbar. Wenn wir von “Gnade“ sprechen, dann definieren wir diesen Begriff sehr schnell als “unverdiente Güte“. Doch die Gnade, die uns durch Jesus Christus zuteil wird, ist weit mehr als “unverdiente Güte“. Diese Gnade begegnet uns in verschiedenen Wirkungsweisen. Die drei wichtigsten möchte ich kurz ansprechen:

Die Erlösungsgnade: Die Gnade, die ein Mensch empfängt wenn er erlöst/errettet/von Neuem geboren wird, können wir als „heilbringende Gnade“ (Titus 2, 11; 2. Timotheus 1, 9 – 10) oder als Erlösungsgnade  bezeichnen. Diese Erlösungsgnade hat ihren Grund allein in der Person und dem Werk Jesu Christi. Wir sind begnadigt „in dem Geliebten“ (Epheser 1, 6), die Gnade ist „erschienen“ in Seiner Person (Titus 2, 11; Johannes 1, 17).  Diese Gnade wird durch die Verkündigung des „Evangeliums der Gnade und Herrlichkeit“ (Apostelgeschichte  20, 24; 1. Timotheus 1, 11) allen Menschen angeboten (Apostelgeschichte 17, 30). Die Reaktion des Menschen auf dieses Angebot zu seinen Lebzeiten (Hebräer 9, 27) entscheidet über seine ewige Zukunft.  Nimmt ein Mensch dieses Angebot Gottes an, indem er Buße tut und sich zu Gott bekehrt, so werden seine Sünden „ausgetilgt“ (Apostelgeschichte 3, 19; 1. Johannes 1, 7 – 9), der Zorn Gottes nicht  mehr auf ihm, er hat Frieden mit Gott (1. Thessalonicher 1, 9 – 10; Römer 5, 1). Durch den Glauben an das vollbrachte Werk Christi wird dieser Mensch von neuem geboren. Damit geht eine „ungeheuerliche“ Veränderung einher: Aus dem (nun ehemaligen) Sünder (Römer 5, 8) wird eine neue Schöpfung in Christus (2. Korinther 5, 17),  ein geborenes (nicht nur adoptiertes!) Kind Gottes (Johannes 3, 1 – 6), ein Teilhaber der göttlichen Natur (2. Petrus 1, 4), ein Heiliger (Epheser 1, 1 u.a.). Der so Glaubende empfängt die Gabe des ewigen Lebens (Römer 6, 23), Christus selbst (Kolosser 1, 27) und mit Ihm den „Reichtum Seiner Gnade“ (Epheser 1, 7; Epheser 2, 7).

Die Vergebungsgnade: Von der Erlösungsgnade können wir die Vergebungsgnade, also die Gnade, in der Gott uns (täglich) vergibt, unterscheiden. Wenn der Gläubige sündigt (Hebräer 12, 1; 1. Timotheus 5, 20; Römer 14, 23b u.a.m.), dann tangiert dies nicht seine Stellung. Die Sünde, die ein Gläubiger tut, wirft ihn nicht in den Zustand vor seiner Erlösung zurück. Wäre dem so, dann wäre die Erlösung nämlich wieder von Werken abhängig und kein Gnadengeschenk (Galater 2, 16). Sünde trennt den Erlösten nicht mehr von Gott. Aber sie beeinträchtigt den Genuss unserer Gemeinschaft mit dem Vater. Für den Fall, dass ein Gläubiger sündigt, gibt es eine klare apostolische Aussage:

„Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand gesündigt hat – wir haben einen Sachwalter (a.Ü.: Fürsprecher) bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten.“

(1. Johannes 2, 1)

Die Aussage, dass wir einen Sachwalter bzw. Fürsprecher bei dem Vater – Jesus Christus, den Gerechten – erinnert uns an 1. Petrus 3, 18. Dieser Gerechte ist für mich Ungerechten gestorben und Er hat alle meine Sünde bereits getragen. Genau daran erinnert (bildlich und mit allem Respekt vor der Heiligkeit Gottes gesprochen) Er den Vater, wenn Er sich bei diesem für mich verwendet. Mein Verteidiger beantragt meinen Freispruch und zwar nicht wegen Geringfügigkeit meiner Schuld, sondern weil Er, der Gerechte, bereits für diese Sünde gelitten hat. Jede meiner Sünden ist schwerwiegend und für jede einzelne hätte ich den ewigen Tod verdient. Aber weil ich meine Zuflucht zu dem einzig existierenden „Gnadenstuhl“ genommen habe (Römer 3, 25) wird mir die Gerechtigkeit dieses Gerechten zugerechnet und ich darf frei sein. Gott straft keine Sünde zweimal. Christus aber ist für mich am Kreuz durch das Feuer des göttlichen Zorns gegangen und hat  meine Strafe auf sich genommen. Das gilt für die Sünden, die ich tat, bevor ich zum Glauben an den Sohn Gottes kam, für die Sünden, die ich seitdem getan habe und auch für die Sünden, die ich noch tun werde. Das ist die Grundlage, auf der mein Fürsprecher meinen Freispruch beantragt und auf dieser Grundlage wird Seinem Antrag stattgegeben, mir wird vergeben. Praktisch sieht das so aus, dass der Herr mich durch Seinen Geist und Sein Wort von  meiner Sünde überführt (Johannes 16, 8), so dass ich meine Sünde bereue und bekenne (1. Johannes 1, 7 – 9). Wenn ich das tue, steht mein Sachwalter beim Vater bereits bereit.

Die Kraft der Gnade: Mit der Erlösungsgnade und der Vergebungsgnade sind die meisten Christen wohl vertraut. Weniger Verständnis besteht jedoch bei den meisten Christen über die Kraft der Gnade.
Wie gesagt: Gnade definieren wir häufig ganz schnell als “unverdiente Güte“. Doch “χάρις“ (“charis“), also Gnade im Sinn des Neuen Testaments, ist mehr als nur „unverdiente Güte“ oder „Begnadigung“, d.h. Erlass der/einer Strafe. “χάρις“ – Gnade ist auch „der göttliche Einfluss auf das Objekt der Gnade“¹, eine Gabe bzw. eine Kraft, die das Objekt der Gnade befähigt bzw. in den Stand versetzt, das zu tun, was von ihm verlangt wird. Ein irischer Bibelkommentator spricht daher auch sehr treffend von „the energy of Grace“², zu deutsch “die Energie bzw. Kraft der Gnade“. Und um diese Kraft der Gnade geht es m.E. in diesen abschließenden Worten des Apostels.
Gnade ist also die Kraft/Energie, die uns dazu befähig, das zu tun, was Gott von uns wünscht. Im Fall der Gläubigen, an die Paulus den 2. Korintherbrief schrieb, hieß dies, dass sie die Kraft der Gnade ganz konkret zur Überwindung ihrer innergemeinschaftlichen Probleme in Anspruch nehmen sollten. Auch uns stellt der Herr Jesus Christus die Kraft Seiner Gnade für alle Bereiche unseres Lebens zur Verfügung. Wie kann diese Kraft der Gnade in unserem Leben Wirklichkeit werden? Wie wird sie empfangen? Wie wird sie angewendet?
Zuerst einmal sollten wir uns bewusst sein, dass die Kraft der göttlichen Gnade unerschöpflich ist. Bereits im alttestamentarischen Buch der Klagelieder bezeugt der Prophet Jeremia:

“Ja, die Gnadenerweise des HERRN sind nicht zu Ende, ja, sein Erbarmen hört nicht auf, es ist jeden Morgen neu. Groß ist deine Treue. Mein Anteil ist der HERR, sagt meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen. Gut ist der HERR zu denen, die auf ihn harren, zu der Seele, die nach ihm fragt.“

(Jeremia 3, 23 – 25)

Und der Apostel Johannes konkretisiert diese Aussage in seinem Evangelium:

Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und zwar Gnade um Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.“

(Johannes 1, 16 – 17)

Aus dieser täglich neuen Fülle der Gnade Jesu Christi dürfen auch wir die Kraft der Gnade für jede Aufgabe, jedes Problem, jede Herausforderung nehmen und empfangen. Die beiden Mittel, durch die der Empfang dieser Kraft der Gnade möglich wird, sind – wie bei der Erlösungs- und bei der Vergebungsgnade –  Gebet und Glaube. Im Gebet bitten wir Gott um die Kraft der Gnade und im Glauben empfangen wir sie:

“Darum sage ich euch: Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, dass ihr es empfangen habt, und es wird euch werden.

(Matthäus 11, 24; REVEBF’2006; vgl. Jesaja 65, 24; Matthäus 6, 8)

Vor allem anderen, was wir zum Leben benötigen, brauchen wir die Kraft der Gnade an jedem neuen Tag. Der Herr Jesus Christus will uns diese Kraft schenken. Es ist Sein Wunsch, uns mit der Kraft der Gnade auszurüsten. Das Gebet um diese Kraft der Gnade ist daher ein Gebet, das Seinem Willen entspricht und darum auch Erhörung finden wird (1. Johannes 5, 14 – 15). Wir müssen Ihm das aber auch glauben und im Glauben diese Kraft annehmen, in Empfang nehmen.

Die Liebe Gottes

Als zweites göttliches Hilfsmittel nennt uns der Apostel Paulus in seinen Abschlussworten die Liebe Gottes.
Woran denken Sie, wenn Sie jemanden von der Liebe Gottes sprechen hören? Vielleicht an die unbeschreiblich große Liebe, die Gott uns erwiesen hat, als Er Seinen Sohn für unsere Sünden dahin gab (Römer 5, 8)? Vielleicht an die nie endende Liebe, mit der uns der Gott, der Vater an jedem neuen Tag in unserem Leben begegnet und in der Er uns mit allem versorgt, was wir benötigen (Psalm 23, 1; 2. Korinther 9, 8)? Das alles ist richtig, das alles sind Erweisungen der Liebe Gottes. Aber haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass – sofern sie von neuem geboren sind (1. Petrus 1, 23) –  die Liebe Gottes in ihr Herz ausgegossen wurde? Der Apostel Paulus schreibt an die Gläubigen in Rom:

“(…) die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“

(Römer 5, 5)

Was bedeutet es ganz praktisch für uns, dass die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen wurde? Nun, zuerst einmal bedeutet es, dass wir uns trotz unserer Fehler, unseres Versagens, aber auch angesichts von Bedrängnissen und  Nöten der Liebe Gottes ganz sicher sein dürfen. Weder unser eigene Unvollkommenheit noch die Geschehnisse in einer von Gott losgelösten Welt entscheiden darüber, ob Gott uns liebt oder nicht. Wenn wir von neuem geboren wurden (1. Petrus 1, 23), dann hat Gott Seine Liebe in unser Herz ausgegossen und  dann dürfen wir auch angesichts der größten Schwierigkeiten wissen, dass uns von dieser Liebe nichts mehr trennen kann (Römer 8, 39).
Darüber hinaus bedeutet diese Tatsache aber auch, dass wir nicht mehr auf das kleine Reservoir menschlicher Liebe angewiesen sind, das unser eigens Herz hervorzubringen vermag. Wie schnell sind wir mit unserer eigenen, kleinen Liebe doch am Ende! Da verletzt uns jemand, gewollt oder ungewollt und schon ist das Liebesreservoir leer! Wie oft entscheiden Sympathie und Antipathie darüber, ob wir uns einem Menschen zuwenden oder nicht?! Wie anders war und ist doch da unser Herr Jesus Christus! Gerade den von der Gesellschaft abgelehnten, ausgestoßenen und verachteten Menschen wandte (und wendet) Er sich zu. Er hat niemals zugelassen, dass Sympathie oder Antipathie darüber entschieden, wer Seiner Liebe würdig war oder nicht. Darum und nur darum hat jeder Mensch überhaupt eine Chance, die Liebe Gottes zu erfahren. Auch Sie und ich. Vielleicht sind Sie ein sehr beliebter Mensch, vielleicht werden Sie sogar von vielen Menschen geliebt. Aber wären Sie so, wie sie waren bzw. sind der Liebe Gottes würdig (gewesen)? Machen wir uns nichts vor. Das Urteil der Heiligen Schrift ist eindeutig: “Da ist keiner ….“ (Psalm 14, 3).  Doch in Seiner Liebe gibt Gott jedem Menschen eine Chance. In Römer 6, 23 spricht der Apostel Paulus von der größten aller Gnadengaben:

“Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“

Wenn ein Mensch diese größte aller Gnadengaben Gottes – Jesus Christus – annimmt, erfährt dieser Mensch: Begnadigung (Vergebung der Sünden, einschließlich der ewigen Konsequenzen, die diese mit sich bringen) und neues, ewiges Leben aus Gott. Denn die Gnadengabe Gottes in Christus Jesus ist eben nicht nur Begnadigung, sondern „ewiges Leben“! Dieses Leben ist göttliches Leben (griech. “ζωή“ [“zoe“]), nicht das normale “ψυχή“ (“psychḗ“). Es ist nicht eine „andere Art zu leben“, sondern eine andere Art „von Leben“. Der Apostel Petrus sagt darum zutreffend, dass wir „Teilhaber der göttlichen Natur“ geworden sind (2. Petrus 1, 3 – 4). Dieses Leben aus Gott und die Liebe Gottes, die in unsere Herzen ausgegossen ist, befähigen uns, selbst unsere Feinde zu lieben und ihnen zu vergeben. Sie glauben das nicht? Sie halten das für ein frommes Märchen? Nun, dann haben Sie die Kraft dieses neuen Lebens und die ausgegossene Liebe Gottes einfach noch nicht erlebt! Corrie ten Boom und Ursula Link sind nur zwei Beispiele für zahllose Menschen, die durch die Liebe Gottes zu solcher Feindesliebe befähigt wurden. Natürlich – zu einer solchen feindesliebe sind wir nicht aus uns heraus fähig. Unsere eigene, kleine menschliche Liebe muss da versagen. Aber die Liebe Gottes, die durch den Heiligen Geist des von neuem geborenen Menschen ausgegossen wird, sie will und kann auch zu einer solchen Feindesliebe befähigen. Diese Liebe Gottes will uns zu einem Kanal machen, durch den sie zu anderen Menschen gelangt (1. Timotheus 1, 5; Galater 5, 6).
Wie ist das möglich? Durch G
ebet und Glaube. Im Gebet bitten wir Gott, dass Er die Liebe, die Er in unser Herz ausgegossen hat, in uns überströmend werden lässt und uns befähig, jeden Menschen so zu lieben, wie Er es möchte. Und im Glauben empfangen wir, um was wir gebeten haben:

“Darum sage ich euch: Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, dass ihr es empfangen habt, und es wird euch werden.

(Matthäus 11, 24; REVEBFÜ’2006; vgl. Jesaja 65, 24; Matthäus 6, 8)

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass wir uns die Tatsache, dass die Liebe Gottes in unser Herz ausgegossen wurde und dass sie uns zu einem Leben in der Liebe Gottes befähigt, immer wieder bewusst machen. Sonst verfügen wir über einen unermesslichen Schatz und leben dennoch weiter wie Bettler.
Wenn der Gläubige das Potential erkennt, das Gott mit dem neuen Leben aus Jesus Christus in ihn hineingelegt hat und immer wieder darum betet, dass Gott ihn als  ein Werkzeug dieser Liebe gebraucht dann erschöpft sich das Brückenbauen aus Liebe zum Mitgläubigen und zum Nächsten nicht mehr nur  in frommen Akronymen oder Predigtfloskeln, sondern wir zu einem Brückenbauen in Wort und Tat.

Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes

Als dritte und letzte Hilfe nennt uns der Apostel Paulus in seinen Abschiedworten die Gemeinschaft des Heiligen Geistes. Erinnern wir uns: Als der Herr Jesus Christus von Seinen Jüngern Abschied nahm, verhieß er Ihnen, dass Er einen Stellvertreter senden würde. Dieser Stellvertreter ist der Heilige Geist (Johannes 14, 26; Johannes 15, 26), die dritte Person der Gottheit. Am Tag der Pfingsten wurde Er auf die Erde gesandt. Das in der Johannes 14, 26 und Johannes 15, 26 für diesen Stellvertreter gebrauchte griechische Wort ist “παράκλητος“ (“parakletos“). Es hat die Bedeutung “Sachwalter“, “Tröster“, “Anwalt“, “Beistand“. Dieses Wort beschreibt eine Person, die gerufen wird, um Hilfe zu geben, eine Person, die für einen anderen eintritt, ihn vertritt oder verteidigt, eine Person, die einen anderen tröstet.
Haben Sie sich schon einmal gewünscht, der Herr Jesus Christus wäre in einer schwierigen Situation buchstäblich, leibhaftig bei Ihnen gewesen? Ich kenne Gläubige, die in einer solchen Situation etwa so gebetet haben: “Ach Herr Jesus, wenn Du doch jetzt hier wärest!“  Menschen, die so beten, haben meist die Vorstellung, dass der Herr jetzt im Himmel ist und von dort aus – als Reaktion auf ihre Gebete – hin und wieder in besonderer Weis ein ihr Leben eingreift. Aber entspricht diese Vorstellung dem, was das Neue Testament  lehrt? Im 2. Timotheusbrief beschreibt der Apostel Paulus eine schwierige Situation, die vor einem römischen Gericht durchleben musste:

“Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich; es werde ihnen nicht zugerechnet. Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Predigt vollbracht werde und alle, die aus den Nationen hören möchten; und ich bin gerettet worden aus dem Rachen des Löwen“

(2. Timotheus 4, 16 – 17)

“Der Herr aber stand mir bei“ oder “Der Herr aber stand mir zur Seite“! Wie konnte Paulus so etwas sagen? Weil es die Wahrheit war (und ist). Die Gegenwart des Heiligen Geistes im Leben des Gläubigen ist ja nicht weniger real, als es die Gegenwart des Herrn während Seines irdischen Dienstes unter Seinen Jüngern war! Und die Gemeinschaft mit unserem Herrn, die wir durch die Gegenwart des Heiligen Geistes in jedem Augenblick unseres Lebens genießen dürfen, ist es auch nicht! Wir vergessen das nur sehr oft. Darum denken wir so oft, dass wir uns selbst behelfen, uns selbst verteidigen müssen. Darum ist unser Leben dann auch oft geistlich so arm und freudlos.  Auch hier gilt es, durch Gebet und Glauben, wieder ganz neu die geistliche Realität der Gegenwart unseres Herrn in jedem Augenblick unseres Lebens zu erfahren. Im Gebet bitten wir Gott, dass wir die persönliche Gemeinschaft mit Ihm an jedem Tag neu erleben dürfen, um so unser Vertrauen ganz auf Ihn setzen zu können. Und im Glauben empfangen wir, um was wir gebeten haben:

“Darum sage ich euch: Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, dass ihr es empfangen habt, und es wird euch werden.

(Matthäus 11, 24; REVEBFÜ’2006; vgl. Jesaja 65, 24; Matthäus 6, 8)

Egal ob es unser persönliches oder unser gemeinschaftliches Leben als Christen ist, in dem wir schwierige Situationen zu durchleben und Probleme zu lösen haben, in allen Bereichen werden wir erleben, dass unser Herr und Erlöser uns beisteht und uns hilft. Denn genau das ist uns durch die Gemeinschaft des Heiligen Geistes zugesagt.

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