Gott, Ordnung und Friede

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Wie ich in meinem gestrigen Eintrag schrieb, hat mich der Einblick in die Ordnungen, die Gott in seine Schöpfung gelegt hat und die mir durch den Vortrag über die Fibonacci-Zahlen erneut deutlich wurden, begeistert. Heute hatte ich Gelegenheit, mich in einem Gespräch mit jemandem über diese Dinge auszutauschen. Dabei wurde mir klar, dass es eine weitere, wichtige „Sache“ (wenn man es einmal so sagen will) gibt, die mit Gottes Ordnung in engem Zusammenhang steht, nämlich der Friede Gottes. In 1. Korinther 14, 33 lesen wir: „Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.“ (Schlachter) Aus diesem Vers haben manche Christen den (voreiligen) Schluss gezogen (und dies auch in Gesprächen mir gegenüber geäußert), dass Gott eben kein Gott der Ordnung sei, sondern des Friedens. Damit sollte ausgedrückt werden, dass göttlicher Friede etwas anderes sei, als göttliche Ordnung. Diese Schlussfolgerung ist jedoch nicht nur oberflächlich, sie ist auch biblisch unzulässig. Denn wenn wir die Heilige Schrift betrachten, so stellen wir fest, dass sie uns an sehr vielen Stellen sehr wohl davon Zeugnis gibt, dass Gott ein Gott der Ordnung(en) ist (vgl. z.B. 2. Mose, 12, 14; 2. Mose 12, 43; 4. Mose 18, 5; Jesaja 28, 26; Lukas 1, 8 [hier „arbeitet“ Gott quasi innerhalb der priesterlichen „Ordnung“], 1. Korinther 14, 40; 1. Korinther 15, 23; Kolosser 2, 5; Hebräer 5, 6; ). Wir können also sagen, dass Ordnung bzw. Ordnungen bei Gott eine Rolle spielen. Er ist kein Gott der Un-Ordnung. Interessant ist aber nun, dass Paulus in 1. Korinther 14, 33 dem Begriff „Unordnung“ das Wort „Friede“ und eben nicht das Wort „Ordnung“ gegenüberstellt. Rein menschlich betrachtet, würden wir den Begriff „Ordnung“ als Gegenüber zu „Unordnung“ erwarten.
Unter dem Begriff „Frieden“ versteht man z. B.: “Frieden (älterer Nominativ: Friede) ist allgemein definiert als ein heilsamer Zustand der Stille oder Ruhe, als die Abwesenheit von Störung oder Beunruhigung“ (vgl. „Frieden“).

Wenn man Frieden als die Abwesenheit von Störung und Beunruhigung definiert, so ist darin m. E. auch der Begriff „Ordnung“ mit eingeschlossen. Denn wo Ordnung ist, ist keine Störung oder Beunruhigung. Noch eine weitere Stelle im Neuen Testament ist diesbezüglich aufschlussreich. In Römer 16, 20 heißt es: „Der Gott des Friedens aber wird den Satan unter euren Füßen zermalmen in kurzem! Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mir euch!“ (Schlachter) Auch hier würden wir sicherlich eher eine andere Gegenüberstellung erwarten.
Wäre nicht „Herr der Heerscharen“ als Gegenüberstellung zu „Satan“ (menschlich gesehen) angebrachter? Bedenkt man jedoch, dass der Satan bzw. Teufel (von griech. „diabolos“, wörtlich: „der Durcheinanderwerfer“ im Sinne von „Verwirrer, Faktenverdreher, Verleumder“) in der Heiligen Schrift als die Chaosmacht schlechthin betrachtet wird, und bedenkt man ferner, dass der Friede Gottes göttliche Ordnung voraussetzt, sprich: eine Folge/Steigerung göttlicher Ordnung ist, dann ist diese Gegenüberstellung nur logisch. Göttliche Ordnung wird also auch immer göttlichen Frieden zur Folge haben.
Es ist mir sehr wichtig, abschließend darauf hinzuweisen, dass wir göttliche Ordnung(en) nie mit menschlichen Ordnungen/Anordnungen verwechseln dürfen. In sehr vielen religiösen Gruppierungen werden die Anordnungen von Menschen als Anordnungen Gottes ausgegebenen. Die Anhänger dieser Gruppierungen geraten so unter einen erheblichen Leistungsdruck und erleiden vielfach dadurch auch große (Versagens-)Ängste. Gottes Ordnungen finden sich für uns als Christen im Neuen Testament. Alle Ordnungen oder Anordnungen/Gebote, die uns von Menschen als Gottes Gebote/Ordnungen nahegebracht werden, müssen wir an diesem Maßstab messen. Finden sich irgendwelche religiösen Gebote/Ordnung nicht im Neuen Testament, so sind sie für uns nicht bindend und es besteht kein Anlass, dass wir uns ihnen zu unterwerfen. Ein gutes Prüfungskriterium für Christen ist die Aussage des Herrn Jesus Christus in Matthäus 11, 28-30: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken! Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für Eure Seelen; denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ Die Kernaussage in diesem Zusammenhang ist, dass das Joch Jesu sanft und seine Last leicht sind.
Jedes Joch also, dass uns von Menschen auferlegt werden soll, wenn es nicht sanft ist und jede religiöse Last, die uns auferlegt werden soll, wenn sie nicht leicht ist, ist weder Joch noch Last Jesu! Nimm Abstand davon! Verweigere Dich einem solchen Joch und solchen Lasten in der Gewissheit, dass sie nicht vom Herrn kommen.

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