Kraft und Frieden von Gott – Anmerkungen zu Psalm 29, 1 – 11

Mainz - Johann Fust & Peter Schoeffer (printers) - Mainz Psalter - Google Art Project

Mainzer Psalter gedruckt von Johann Fust & Peter Schoeffer / Google Art Projekt – Foto: Google Art Projekt, via Wikimedia Commons

Der Herr wird Stärke geben seinem Volk, der Herr wird sein Volk segnen mit Frieden

Das Bibelwort, das am Mittwoch dieser Woche als Grundlage der Wortverkündigung dient, ist dem 29. Psalm entnommen. Wir betrachten diesen Vers im Zusammenhang des gesamten Psalms:

“Ein Psalm von David. Gebt dem HERRN, ihr Söhne der Starken, gebt dem HERRN Herrlichkeit und Stärke!
Gebt dem HERRN die Herrlichkeit seines Namens; betet den HERRN an in heiliger Pracht!
Die Stimme des HERRN ist über den Wassern; der Gott der Herrlichkeit donnert, der HERR über großen Wassern.
Die Stimme des HERRN ist gewaltig, die Stimme des HERRN ist majestätisch.
Die Stimme des HERRN zerbricht Zedern, ja, der HERR zerbricht die Zedern des Libanon; und er macht sie hüpfen wie ein Kalb, den Libanon und Sirjon wie einen jungen Wildochsen.
Die Stimme des HERRN sprüht Feuerflammen aus.
Die Stimme des HERRN erschüttert die Wüste, der HERR erschüttert die Wüste Kades.
Die Stimme des HERRN macht Hirschkühe kreißen und entblößt die Wälder; und in seinem Tempel spricht alles: Herrlichkeit!
Der HERR thront auf der Wasserflut, und der HERR thront als König in Ewigkeit.
Der HERR wird Stärke geben seinem Volk, der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden.“

(Psalm 29, 1 – 11 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

 

Zum Hintergrund von Psalm 29

Die Psalmen werden allgemein in fünf Abschnitte oder “Bücher“ aufgeteilt. Die Kapitel 141 bilden den ersten Abschnitt bzw. das erste Buch des Psalters. Die meisten der hierin enthaltenen Psalmen stammen von David.  Das ist auch bei Psalm 29 (siehe Vers 1) der Fall. Bis auf vier Psalmen (Psalm 1, Psalm 2, Psalm 10 und Psalm 33) in diesem ersten Buch des Psalters stammen alle Psalmen von diesem König Israels.
Franz Delitzsch weist in seinem Kommentar zu den Psalmen¹ darauf hin, dass Psalm 29 im Zusammenhang mit den Feiern des Laubhüttenfestes (Sukkot) (3. Mose 23, 33 – 435. Mose 16, 13 – 17; Sacharja 14, 16 – 19) im Herbst, aber auch während der Feiern des Schawuot-Festes, des Festes der Erstlingsfrüchte, (2. Mose 23, 16 – 19; 2.Mose 34, 22) –  im christlichen Kontext unter dem Begriff “Pfingsten“ bekannt – zitiert wird.

Anmerkungen zu Psalm 29, 1 – 11

* “Ein Psalm von David. Gebt dem HERRN, ihr Söhne der Starken, gebt dem HERRN Herrlichkeit und Stärke! Gebt dem HERRN die Herrlichkeit seines Namens; betet den HERRN an in heiliger Pracht!“Psalm 29, 1 – 2 – Entgegen jenen Kommentatoren, die in der Aufforderung dieses Psalms an die “Söhnen der Starken“, Gott zu verehren, einen Aufruf an Engel sehen, glaube ich, dass es sich bei den “Söhnen der Starken“ um die Mächtigen dieser Erde handelt². Betrachtet man den Psalm als ganzen und vergleicht die darin getroffenen Aussagen mit den Aussagen, die die alttestamentarischen Propheten  über den “Tag des Herrn“ treffen, dann entsteht der Eindruck, dass wir es auch in Psalm 29 mit einer prophetischen Ankündigung dieses Ereignisses zu tun haben³. Demenstprechend richtet sich der Aufruf von Vers 1 denn auch nicht an die Engel, die von diesem Gericht nicht betroffen sind, sondern an Menschen, insbesondere an jene, die eine einflussreiche Stellung einnehmen. Dieser Aufruf erinnert außerdem an einen anderen Aufruf, den wir im Buch der Offenbarung finden. In Offenbarung 14, 6 – 7 heißt es:

“Und ich sah einen anderen Engel inmitten des Himmels fliegen, der das ewige Evangelium hatte, um es denen zu verkündigen, die auf der Erde ansässig sind, und jeder Nation und jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk, indem er mit lauter Stimme sprach: Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen; und betet den an, der den Himmel und die Erde gemacht hat und [das] Meer und die Wasserquellen.“

Auch in Offenbarung 14 geht es um diese bereits im Alten Testament prophetisch angekündigte Gerichtszeit. Auch in Offenbarung 14 werden die Menschen aufgefordert Gott als Schöpfer die Ehre zu erweisen. Wenn hier die Rede davon ist, dass diese Anbetung Gottes “in heiliger Pracht“ bzw., wie in Luther’84 übersetzt, “in heiligem Schmuck“ dargebracht werden soll, dann geht es nicht in erster Linie um äußere Pracht / äußerlichen Schmuck oder besondere Kleidung, sondern um innere Heiligkeit und Reinheit, wie sie auch von den Israeliten im Zusammenhang mit jeder Gottesbeziehung gefordert wurde (vgl. z.B. 2. Mose 31, 13; Josua 3, 5; Josua 7, 13; 1. Samuel 16, 5 u.a.m.)

* “Die Stimme des HERRN ist über den Wassern; der Gott der Herrlichkeit donnert, der HERR über großen Wassern. Die Stimme des HERRN ist gewaltig, die Stimme des HERRN ist majestätisch.“Psalm 29, 3 – 4  – “Die Stimme des Herrn ist über den Wassern“ – diese Aussage erinnert an 1. Mose 1, 2 (vgl. auch 1. Mose 1, 6 + 9 + 14 + 20 + 24) und damit ebenfalls an Gott als Schöpfer.
Auch ein weiteres Detail macht deutlich, dass das in Psalm 29 angekündigte Gericht dem “Tag des Herrn“ und damit auch mit den in den Offenbarung angekündigten Gerichten vergleichbar ist: Ab Vers 3 ist in Psalm 29 siebenmal die Rede von “der Stimme des Herrn“:

  1. Die Stimme des HERRN ist über den Wassern; der Gott der Herrlichkeit   donnert, der HERR über großen Wassern.“ (Vers 3)
  2. Die Stimme des HERRN ist gewaltig, (Vers 4)
  3.  die Stimme des HERRN ist majestätisch.“ (Vers 4)
  4. Die Stimme des HERRN zerbricht Zedern, ja, der HERR zerbricht die Zedern des Libanon; und er macht sie hüpfen wie ein Kalb, den Libanon und Sirjon wie einen jungen Wildochsen.“ (Verse 5 – 6)
  5. Die Stimme des HERRN sprüht Feuerflammen aus.“ (Vers 7)
  6. Die Stimme des HERRN erschüttert die Wüste, der HERR erschüttert die Wüste Kades.“ (Vers 8)
  7. Die Stimme des HERRN macht Hirschkühe kreißen und entblößt die Wälder; und in seinem Tempel spricht alles: Herrlichkeit!“ (Vers 9)

Diese Stimme des Herrn wird in Psalm 29 von David auch als “Donner“ bezeichnet (vgl. Vers 3).  In gleicher Weise identifizieren auch Hiob 37, 4 – 5; Hiob 40, 9; Psalm 18, 13; Johannes 12, 28 – 29 u.a. die Stimme Gottes als Donner. Und in Offenbarung 10, 3 – 4 ist die Rede von – sieben – Donnern, die – wie die sieben Donnerstimmen in Psalm 29, 1 – 9 mit dem Gericht Gottes im Zusammenhang stehen:

“(…) und er rief mit lauter Stimme, wie ein Löwe brüllt. Und als er rief, redeten die sieben Donner ihre Stimmen. Und als die sieben Donner redeten, wollte ich schreiben; und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel sagen: Versiegle, was die sieben Donner geredet haben, und schreibe es nicht.“

Bei dem Abschnitt Offenbarung 10, 1Offenbarung 11, 13 handelt es sich um eine Parenthese zwischen dem sechsten und dem siebten Posauenengericht. Untersucht man diese genauer, so stellt man fest, dass der Fokus dieses Abschnitts die Stadt Jerusalem und in ihr besonders der Tempel ist (vgl. Offenbarung 11, 1 f.). Wir werden darauf an anderer Stelle noch zurück kommen.

* “Die Stimme des HERRN zerbricht Zedern, ja, der HERR zerbricht die Zedern des Libanon; und er macht sie hüpfen wie ein Kalb, den Libanon und Sirjon wie einen jungen Wildochsen. Die Stimme des HERRN sprüht Feuerflammen aus.“Psalm 29, 5 – 7 – Nachdem die Stimme des Herrn in den Versen 3 – 4 im Zusammenhang mit Seiner Schöpfermacht, Seiner Allmacht und Seiner Majestät erwähnt wird, richtet der Heilige Geist den Blick ab Vers 5 auf das Gericht Gottes. Das in diesen Versen angekündigte Gericht wird durch den Propheten Jesaja ebenfalls angekündigt und damit bestätigt:

“Die hochmütigen Augen des Menschen werden erniedrigt, und die Überheblichkeit der Männer wird gebeugt werden; und der HERR wird hoch erhaben sein, er allein, an jenem Tag. Denn der HERR der Heerscharen hat einen Tag über alles Stolze und Hohe und über alles Erhabene, und es wird erniedrigt werden; und über alle Zedern des Libanon, die hohen und erhabenen, und über alle Eichen Basans; und über alle hohen Berge und über alle erhabenen Hügel; (…)“

(Jesaja 2, 11 – 14 ELBEDHÜ)

Die Zedern, hohe und eindrucksvolle Bäume, die zur Zeit Davids insbesondere im Libanon vorkamen, sind in der Bibel oft ein Symbol für Macht und Stolz (vgl. Psalm 92, 13; Jesaja 2, 13)4.  Das Gericht Gottes wird, wenn es eintrifft, alles, was äußerlich nach Macht und Stabilität aussieht, erschüttern. Das bestätigt auch das Neue Testament, z.B. in Hebräer 12, 26 – 28 (LUTH’84):

Seine Stimme hat zu jener Zeit die Erde erschüttert, jetzt aber verheißt er und spricht: »Noch einmal will ich erschüttern nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel.« Dieses »Noch einmal« aber zeigt an, dass das, was erschüttert werden kann, weil es geschaffen ist, verwandelt werden soll, damit allein das bleibe, was nicht erschüttert werden kann. Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen mit Scheu und Furcht, wie es ihm gefällt; denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.

Durch das Gericht Gottes wird alles erschüttert werden, das erschüttert werden kann. Gemeint ist damit alles, was Menschen unabhängig von Gott aufbauen. Nur das, was Menschen aufbauen, indem sie Gottes Wort glauben und Gottes Wort in die Tat umsetzen, wird Bestand haben (vgl. Matthäus 7, 24 – 27; Lukas 6, 47 – 49; 1. Korinther 3, 11 – 15). Und natürlich wird das, was Gott selbst erbaut, nie erschüttert werden. Dazu gehört auch das Reich (Daniel 2, 44), das Er in der Zukunft sichtbar errichten wird und dessen Erben die Gläubigen sind (Jakobus 2, 5; 1. Petrus 1, 4; Römer 8, 17).

* “Die Stimme des HERRN erschüttert die Wüste, der HERR erschüttert die Wüste Kades. Die Stimme des HERRN macht Hirschkühe kreißen und entblößt die Wälder; und in seinem Tempel spricht alles: Herrlichkeit!“Psalm 29, 8 – 9 – Die Verse 8 – 9 machen deutlich, dass alles, wirklich alles, von dem Gericht Gottes betroffen sein wird. So, wie die gesamte Schöpfung durch den Sündenfall in Mitleidenschaft gezogen wurde (Römer 8, 19 – 22), so wird auch die ganze Schöpfung das Gericht Gottes verspüren.
In diesen Versen wird aber auch noch etwas anderes deutlich, dass es zu beachten gilt: Bisher war in diesem Psalm immer nur die Rede von der “Stimme Gottes“. Jetzt wird der Tempel erwähnt und es wird gesagt: “(…) in seinem Tempel spricht alles: Herrlichkeit!“ – Der Tempel ist der Ort, an den Gott Seinen Namen gesetzt hat:

“Und der HERR sprach zu ihm: Ich habe dein Gebet und dein Flehen gehört, das du vor mir gefleht hast; ich habe dieses Haus, das du gebaut hast, geheiligt, um meinen Namen dahin zu setzen in Ewigkeit; und meine Augen und mein Herz sollen dort sein alle Tage.“

(1. Könige 9, 3 ELBEDHÜ)

Das bedeutet: Es ist der Ort, an dem Gott wohnt. Die Stimme jedoch, die in bzw. von Seinem Tempel ausgehend, die Herrlichkeit (Ehre, Vortrefflichkeit) Gottes preist, ist die Stimme derjenigen, die Ihn in Seinem Tempel anbeten. Wenn sich diese prophetische Ankündigung in der Zukunft erfüllt, werden also gläubige Israeliten Gott in Seinem wiederaufgebauten und gereinigten Tempel  in Jerusalem anbeten (vgl. Psalm 145, 11 – 13 und insbesondere Hesekiel 4048). Die in diesem Tempel Anbetenden preisen die Herrlichkeit (Ehre, Vortrefflichkeit) Gottes inmitten des Gerichts, weil sie wissen, dass es bei diesem Gericht Gottes nicht primär um Strafe, sondern um die Reinigung und Zurechtbringung des Volkes geht. Wie in Jesaja 42, 10 bis Jesaja 44, 22, so macht Gott auch Psalm 29 deutlich,  dass Er die Sünde zwar richten, zugleich aber Sein Volk nicht verwerfen werde. Inmitten der Gerichte Gottes, wird Sein Volk zu Ihm umkehren und von Ihm wiederhergestellt werden. Alle Welt wird erkennen können, dass Gott zwar richtend eingreift und so Seine Heiligkeit und Gerechtigkeit, gleichzeitig aber durch Seine Vergebung auch Seine Liebe demonstriert. Das war (und ist!) der große Unterschied zu den von Menschen erdachten Götzen. Die Götzen der Nationen handelten nach menschlichen Vorstellungen. Ihre Gerichte waren das Ergebnis ein es zornigen oder rachsüchtigen Herzens. Die Absicht hinter Gottes Gericht war (und ist!)  jedoch immer die Zurechtbringung dessen, der gerichtet wird. Dieser Gedanke schwingt sogar in unserem deutschen Wort “Gericht“ mit:

“- richten – althochdeutsch: rihten; gotisch: ga-raihtjan; altenglisch: rihtian; eine Ableitung des Adjektivs recht, an dessen Bedeutungen es sich anschließt. Die ursprüngliche Bedeutung war zu [1], vergleiche hierzu Richtschnur, Richtscheit, aufrichten und errichten. Auf der einen Seite anschließend die Bedeutung „in eine Richtung bringen“ beziehungsweise „auf etwas hinlenken“, vergleiche hierzu Richtung …“5

So hat das Wort “richten“ auch die Bedeutung “etwas Krummes gerade machen, geradebiegen“.

* “Der HERR thront auf der Wasserflut, und der HERR thront als König in Ewigkeit.“Psalm 29, 10 – Das in Vers 10 für “Wasserflut“ gebrauchte hebräische Wort “ מַבּוּל“ (“mabbul“) wird in der gesamten Heiligen Schrift nur für die Sintflut (1.Mose 611) gebraucht. Dieses Ereignis liegt in der Vergangenheit. Für die Zukunft hat Gott ein Gericht durch Wasser ausgeschlossen (vgl. 2. Petrus 3, 5 – 7). Völlig unabhängig von der Form, in der Gott Sein Gericht ausübt, ist jedoch Seine souveräne Macht und Herrschaft. Sie wird niemals einer Veränderung unterworfen sein. Wenn alles erschüttert wird, bleibt Er allein doch unerschütterlich.

* “Der HERR wird Stärke geben seinem Volk, der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden“Psalm 29, 11 – Der Psalm endet mit einer Zusage an das Volk Gottes. Hier treten noch einmal die gläubigen Israeliten in unser Blickfeld, die als zukünftige Anbeter im Tempel die Herrlichkeit (Ehre, Vortrefflichkeit) Gottes preisen werden. Denn Gott wird Sein irdische Volkes – wie Er es verheißen hat (z. B. in Römer 9 – 11) – zu diesem Zeitpunkt wiederherstellen und Seine Pläne mit ihm vollenden. Inmitten des Gerichts und den damit einhergehenden Erschütterungen wird Er ihre Stärke sein und sie mit dauerhaftem Frieden segnen.

Das Gericht am Haus Gottes

In 1. Korinther  10, 11 (REVEBF) schreibt der Apostel Paulus über die Berichte des Alten Testaments:

“Alles dies aber widerfuhr jenen als Vorbild und ist geschrieben worden zur Ermahnung für uns, über die das Ende der Zeitalter gekommen ist.“

Auch für das andere Volk Gottes (Titus 2, 14; 1. Petrus 2, 9 – 10), die Versammlung (= Gemeinde/Kirche) kündigt die Heilige Schrift ein Gericht an. Denn genau wie das Volk Israel, so hat auch die Christenheit in ihrem Auftrag, ein Licht für diese Welt zu sein, versagt. Auch die Christenheit ist auf vielfältige Weise von den Wegen Gottes abgeirrt. (Für Christen besteht also absolut kein Anlaß sich über das Volk Israel in irgendeiner Weise zu überheben.) Darum wird auch für die Christenheit in der Heiligen Schrift ein Gericht angekündigt:

“Denn die Zeit ist gekommen, dass das Gericht anfange bei dem Haus Gottes (…)“

(1. Petrus 4, 17)

Auch das Gericht am “Haus Gottes“ (vgl. 1. Timotheus 3, 15) hat reinigenden und zurechtbringenden Charakter. Umkehr zu Gott und Wiederherstellung, nicht Verdammnis oder  Verwerfung ist Absicht dieses Gerichtes (vgl. Römer 8, 1; 1. Korinther 11, 32).
Doch kein Gläubiger muss auf dieses Gericht warten. Jeder einzelne kann sich heute schon im Licht des Wortes Gottes prüfen und, wenn er gesündigt hat, Gott diese Sünde bekennen und so Gottes Vergebung empfangen kann (1. Johannes 1, 7 – 9) und so Gott (wieder) in “heiligem Schmuck“ anbeten.
Während des Gnadenzeitalters beten die Gläubigen Gott nicht (wie im Zeitalter des Gesetzes oder im kommenden Reich Gottes) in einem von Menschen erbauten Tempel an (Apostelgeschichte 17, 24). Sie versammeln sich zu dem Namen des Herrn Jesus (Matthäus 18, 20) und dort ist der Ort, an dem sie Stärke und Frieden empfangen.

Fußnoten:

¹= Biblischer Commentar über das Alte Testament, Herausgegeben von Carl Friedrich keil und Franz Delitzsch, Vierter Theil: Poetische Bücher, Erster Band: Die Psalmen (von Prof. Dr. Franz Delitzsch), vierte, überarbeitete Auflage, Leipzig, Dörfling & Francke, 1883, Seite 266 – 267

²= Dass auch Menschen im Alten Testament als “Götter“ bzw. “Göttersöhne“ bezeichnet werden, womit ihre Machtstellung ausgedrückt wird, zeigt ein Vergleich verschiedener Übersetzungen. Während Psalm 58, 2 in der Lutherübersetzung von 1984 mit: “ Sprecht ihr in Wahrheit Recht, ihr Mächtigen? Richtet ihr in Gerechtigkeit die Menschenkinder? “ wiedergegeben wird, übersetzt H. Menge: “Sprecht in Wahrheit ihr Recht, ihr Götter (= ihr Gewaltigen, ihr Machthaber auf Erden)? Richtet ihr die Menschen gerecht (oder: in gebührender Weise)?“ Die Elberfelder Übersetzung von 2008 übersetzt: “Redet ihr wirklich Gerechtigkeit, Götter3? Richtet ihr in Geradheit die Menschenkinder? “ und weißt in einer Fußnote auf Folgendes hin: “Das Wort im Mas. T. ist unübersetzbar. Die Üs. legt eine geringe Änderung der Vokalisierung zugrunde. Manche deuten das sich dann ergebende hebr. Wort für ‚Götter‘ als ‚Machthaber‘, ‚Mächtige‘.“ Vergleiche zum Gebrauch der Begriffe “Götter“, “Söhne des Höchsten“ in Bezug auf Menschen auch Psalm 82, 1, 6 + 7.

³= Dass David ein Prophet war und Psalmen mit prophetischen Aussagen hinterlassen hat, wird z.B. aus 2. Samuel 23, 2; Matthäus 23, 42 und besonders aus Apostelgeschichte 2, 29 – 30  deutlich.

4= vgl. A. Remmers “Lexikon Biblische Bilder und Symbole“, CSV Hückeswagen 2001, Seite 226

5= vgl. http://www.dwds.de/?qu=richten

 


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