Die Torheit eines gekreuzigten Erlösers – Anmerkungen zu 1. Korinther 1, 18 – 25

"Cross" (2)

Cross * Foto: von „Geralt“, Pixabay User [CC0], via Wikimedia Commons

 

Anmerkungen zu 1. Korinther 2, 1 – 5

Als Grundlage für die Wortverkündigung am Mittwoch dieser Woche sollen Verse aus dem 1. Kapitel des 1. Korintherbriefes (zum Hintergrund des 1. Korintherbriefes siehe: Klick!) dienen, die wir in ihrem Kontext betrachten werden:

“Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft. Denn es steht geschrieben: „Ich will die Weisheit der Weisen vernichten, und den Verstand der Verständigen will ich wegtun.“ Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der Schulstreiter dieses Zeitlaufs? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil ja in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, so gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu erretten; weil ja sowohl Juden Zeichen fordern als auch Griechen Weisheit suchen; wir aber predigen Christus als gekreuzigt, den Juden ein Anstoß und den Nationen eine Torheit; den Berufenen selbst aber, sowohl Juden als auch Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit; denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen.

(1. Korinther 1, 18 – 25 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

Zum Kontext von 1. Korinther 1, 18 – 25

Was können wir aus dem Kontext, indem sich die von uns zu betrachtenden Verse finden, erkennen? In dem großen  Abschnitt von  1. Korinther 1, 10 bis 1. Korinther 6, 20 geht Paulus auf die Zustände ein, die in der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) in Korinth herrschten und von denen ihm berichtet worden war. Dabei geht es von 1. Korinther 1, 10 bis 1. Korinther 4, 21 um Spaltungen, die sich  innerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen abzeichneten.
In 1. Korinther 1, 10 – 17 geht Paulus auf das Grundproblem der Gläubigen in Korinth ein: Die sich abzeichnenden Spaltungen entsprangen einer inneren Einstellung, durch die einige Gläubige diese und andere Gläubige jene Diener Gottes bevorzugten. Die eine Gruppe pries die Weisheit und Predigtweise dieser Verkündiger, die andere Gruppe die Weisheit und Predigtweise jener Verkündiger. Der wahre Grund für dieses Herausstellen einzelner Diener Gottes war, dass diejenigen, die dies taten, zugleich auch sich selbst damit rühmen und erhöhen konnten. Diese Geisteshaltung stellt Paulus hier bloß: indem die Gläubigen in Korinth die Weisheit bestimmter Diener Gottes priesen, zeigten sie, dass sie von der wahren Weisheit Gottes noch gar nichts verstanden hatten.
Im Anschluss daran zeigt der Apostel in dem Abschnitt von 1. Korinther 1, 18 bis 1. Korinther 2, 5 auf, dass das Evangelium in völligem Widerspruch zur menschlichen Weisheit steht. Paulus arbeitet den großen Unterschied zwischen menschlicher Klugheit und dem Kreuz Christi heraus (1. Korinther 1, 17). Das Kreuz Christi und das mit ihm verbundene Evangelium ist keine “Weisheit“ wie sie die menschlichen Philosophien, die in Korinth sehr verbreitet und angesehen waren, vertreten. Die Botschaft von einem gekreuzigten Erlöser ist für die Vertreter der menschlichen Weisheit, die Philosophen, nicht anziehend (1. Korinther 1, 18 – 25) und dementsprechend betrachten die Philosophen auch die Menschen, die dem Evangelium Jesu Christi glaubend vertrauen, nicht als weise  (1. Korinther 1, 26 – 31). Paulus zeigt dann in 1. Korinther 2, 1 – 5 auf, dass seine Verkündigung, obwohl sie nach menschlichem Ermessen ohne jegliche (philosophische) Weisheit war, zu kraftvollen Ergebnissen führte: Menschen waren zum Glauben an den Herrn Jesus Christus gekommen, waren vor der ewigen Verdammnis und dem Zorn Gottes errettet worden, hatten Erlösung, ewiges Leben und Frieden mit Gott empfangen. Diese Veränderungen waren, bei allen Schwächen die die Gläubigen in Korinth aufwiesen, sichtbar. Sie konnten nicht geleugnet werden. Denn die “Torheit Gottes“, die Verkündigung des Evangeliums, war stärker als alle “Weisheit der Menschen“, d.h. der menschlichen Philosophien. Wo hatte die “Weisheit“ der griechischen Philosophen schon jemals eine solche Lebensveränderung bewirkt?
In 1. Korinther 2, 6 – 16 verweist der Apostel dann auf den Dienst des Heiligen Geistes, den er in den Versen 4 – 5 bereits angesprochen hat. Die Gläubigen in Korinth sollten lernen, dass der christliche Dienst, die Verkündigung, unter ganz anderen Vorzeichen gesehen werden muss. Eindrucksvolle Reden waren kein Zeichen besonderer, geschweige denn göttlicher Weisheit. Die griechischen Philosophen hielten sehr oft rhetorisch beeindruckende Reden.  Aber darauf kam (und kommt) es im christlichen Dienst, bei der Verkündigung des Evangeliums, nicht an. Denn menschliche Worte, seien sie auch noch so gewählt und beeindruckend, können das menschliche Herz nicht erneuern. Der Schlüssel zu echter geistlicher  Erneuerung lag (und liegt) in dem Dienst des Heiligen Geistes, der den Gläubigen Erleuchtung und Erkenntnis schenkt. Menschen, die wahre Weisheit, göttliche Weisheit, suchen, können diese nicht ohne den Dienst des Geistes Gottes empfangen. Wir dürfen hier nicht den Fehler begehen, der in der Vergangenheit von so vielen Christen gemacht wurde. Viele schlossen aus diesen Worten des Apostels, dass es nur der Erleuchtung des Heiligen Geistes bedurfte, um das Wort Gottes zu verstehen und dass man darum keinen Fleiß zu einem ernsthaften Studium der Heiligen Schrift mehr aufzuwenden brauche. Doch dies ist eindeutig eine falsche Schlussfolgerung, denn derselbe Apostel Paulus fordert seinen Mitarbeiter Timotheus (und mit ihm alle Verkündiger des Evangeliums) in 2. Timotheus 2, 15 (SCHL’2000):

“Strebe eifrig danach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt (“richtig unterscheidet“ / “gerade schneidet“).“

Beides ist untrennbar miteinander verbunden, wenn es um das richtige Verständnis des Wortes Gottes geht: die Bitte um die Leitung und Belehrung durch den Geist Gottes und ernsthaftes, genaues Studium der Heiligen Schrift in ihrem Gesamtzusammenhang.

Anmerkungen zu 1. Korinther 1, 18 – 25

* “Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft. – 1. Korinther 1, 18 – Mit diesem Vers setzt der Apostel das Wort bzw. die Botschaft vom Kreuz, also das Evangelium Jesu Christi,  der Botschaft der menschlichen Weisheit entgegen, wie er sie in den Versen zuvor, insbesondere in Vers 17, kritisiert hat:

“Ich sage aber dies, dass jeder von euch sagt: Ich bin des Paulus, ich aber des Apollos, ich aber des Kephas, ich aber des Christus. Ist der Christus zerteilt? Ist etwa Paulus für euch gekreuzigt, oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden? Ich danke Gott, dass ich niemand von euch getauft habe, außer Krispus und Gajus, damit nicht jemand sage, dass ihr auf meinen Namen getauft worden seiet. Ich habe aber auch das Haus des Stephanas getauft; sonst weiß ich nicht, ob ich jemand anders getauft habe. Denn Christus hat mich nicht ausgesandt, zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen; nicht in Redeweisheit, damit nicht das Kreuz Christi zunichtegemacht werde.“

(1. Korinther 1, 12 – 17 ELBEDHÜ)

Das Kreuz ist das zentrale Thema des Evangeliums, nicht menschliche Weisheit, nicht Menschen, auch nicht Diener Gottes. Wenn wir etwas anderes in den Mittelpunkt der christlichen Verkündigung stellen, dann machen wir “das Kreuz Christi“, d.h. den Kernpunkt der christlichen Verkündigung, zunichte. Damit aber nehmen wir der Verkündigung jegliche Kraft.
Das Kreuz  hat alle menschlichen Versuche der Selbsterlösung, egal wie weise sie erschienen, als Illusion entlarvt.
Das Kreuz war das abscheulichste Hinrichtungswerkzeug der damaligen Welt. Wir können es vielleicht mit dem elektrischen Stuhl vergleichen. Dennoch – und entgegen aller menschlichen Weisheit – war gerade dieses abscheuliche Kreuz der Ort, an dem Gott Seine ganze Liebe zu einer verlorenen Menschheit offenbar werden ließ (Johannes 3, 16; Römer 5, 8). Darum liegt auch allein in der Verkündigung dieses Kreuzes die Kraft, durch die Menschen errettet und in eine Beziehung zu Gott gebracht werden können. In jenen, die das Wort vom Kreuz glauben, entfaltet es seine Kraft zur Errettung. Jene dagegen, die in ihrer Weisheit das Wort vom Kreuz als Torheit verwerfen, gehen verloren.

* “Denn es steht geschrieben: Ich will die Weisheit der Weisen vernichten, und den Verstand der Verständigen will ich wegtun.“ – 1. Korinther 1, 19 – Paulus zitiert hier den Propheten Jesaja, der bereits viele Jahrhunderte zuvor schrieb:

“Und der Herr hat gesprochen: Weil dieses Volk sich mit seinem Mund naht und mich mit seinen Lippen ehrt und sein Herz fern von mir hält und ihre Furcht vor mir angelerntes Menschengebot ist: darum, siehe, will ich fortan wunderbar mit diesem Volk handeln, wunderbar und wundersam; und die Weisheit seiner Weisen wird zunichtewerden, und der Verstand seiner Verständigen sich verbergen.“

(Jesaja 28, 13 – 14 ELBEDHÜ)

Mit diesem Zitat zeigt Paulus zum einen auf, dass Gott schon immer so gehandelt hat, um die menschliche Weisheit zu entlarven. Zum anderen sieht der Apostel die vollkommene Erfüllung dieses prophetischen Wortes in dem Kreuz Christi.

* “Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der Schulstreiter dieses Zeitlaufs? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?“ – 1. Korinther 1, 20 – Die Fragen, die Paulus hier stellt, ähneln den Fragen, die der Prophet Jesaja stellte, als die Pläne der Assyrer, Jerusalem einzunehmen, misslangen (Jesaja 19, 11 – 12; Jesaja 33, 18). Damals hatte Gott Seinem Volk durch den Propheten die Versicherung gegeben, dass Er die Weisheit und Pläne der Assyrer zunichte machen würde. Genauso geschah dann auch (vgl. 2. Könige 17). Paulus macht mit diesem Zitat deutlich: Damals wie heute weiß Gott die Pläne der Menschen zu vereiteln, die sich selbst als “weise“ ansehen oder gar sich selbst als “weise“ bezeichnen. Die “Weisheit der Welt“ steht hier im Gegensatz zu der Weisheit Gottes, die durch das Kreuz Christi geoffenbart wurde. Drei Gruppen werden hier angesprochen: 

  1. Die Weisen. Gemeint sind Personen, die nach den Kriterien der “Weisheit der Welt“ als “Weise“ gelten. Doch die “Weisheit der Welt“ vermag weder die Erkenntnis Gottes zu vermitteln, noch vermag sie den Menschen zu erlösen. Denn es ist die Weisheit einer gefallenen, von Sünde verunreinigten Welt, die sich von Gott, der Quelle des Lebens und aller Weisheit, entfernt hat. Der Verstand, auf den diese Menschen setzen, hat erstaunliche philosophische Systeme und Theorien hervorgebracht, doch sie konnten den Menschen weder auf den Weg zu Gott führen, noch ihm Frieden mit Gott vermitteln. Ein Beispiel für diese menschliche Weisheit sehen wir in Petrus, der, als Sein Herr und Meister von seinem bevorstehenden Tod am Kreuz sprach, Ihn hindern wollte und dafür scharf zurechtgewiesen wurde (Matthäus 16, 21 – 23). Erst nach der Auferstehung Jesu konnte Petrus durch die Belehrung des Heiligen Geistes das verstehen, was er zuvor noch verhindern wollte (vgl. 1. Petrus 2, 24).
  2. Die Schriftgelehrten. Gemeint sind die Schriftgelehrten aus dem Judentum. Ihre Lehre war gekennzeichnet vom Gesetz. Das Gesetz kannte jedoch nur Forderungen: “Und ich gab ihnen meine Satzungen und tat ihnen meine Rechte kund, durch die der Mensch, wenn er sie tut, leben wird.“ (Hesekiel 20, 11; vgl. Lukas 10, 28). Und wer nicht in der Lage war, die Forderungen des Gesetzes vollkommen zu erfüllen – und das war kein Mensch! – den verurteilte das Gesetz (Galater 3, 10). Mehr konnte das Gesetz nicht tun. Niemand konnte durch das Gesetz Erlösung oder Frieden mit Gott finden.
  3. Die Schulstreiter dieses Zeitlaufs. Das griechische Wort “συζητητής“ (“suzetetes“) bezeichnet einen Menschen, der über ein großes Wissen auf theoretischem oder praktischen Gebiet verfügte und insbesondere in der Rhetorik geschult war. Doch ihr umfangreiches Wissen und ihre Fähigkeit, dieses in Diskussionen und Disputen erfolgreich zu verteidigen, versetzte diese Menschen nicht in die Lage, Gott zu erkennen, geschweige denn Seine Erlösung zu verstehen. Denn all‘ ihr Wissen und all‘ ihre Fähigkeiten gehörten “diesem Zeitlauf“ an, d.h. einer von Gott losgelösten Welt (vgl. Epheser 2, 2).

Diese drei Gruppen stehen gemeinsam für die Versuche des Menschen, aus eigener Kraft, mittels eigenem Verstand und ohne Gottes Hilfe die Fragen des Lebens zu lösen und den Sinn des Lebens zu finden. Ein Unterfangen, dass zum Scheitern verurteilt ist.

* “Denn weil ja in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, so gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu erretten; (…) – 1. Korinther 1, 21 – Menschliche Weisheit und Vernunft sind nicht in der Lage, Gott zu erkennen oder den  Menschen von der Kraft der Sünde zu erlösen. Beides – die Begegnung mit dem lebendigen Gott und die Befreiung von der Sünde – erfährt der Mensch nur, wenn er der törichten Botschaft vom Kreuz, der Botschaft von einem gestorbenen Heiland, glaubt. Wer das jedoch tut, erfährt die lebensverändernde Kraft dieser Botschaft (2. Korinther 13, 4). 

* “(…) weil ja sowohl Juden Zeichen fordern als auch Griechen Weisheit suchen; (…) – 1. Korinther 1, 22 –  Noch einmal greift Paulus die menschlichen Versuche auf,  unabhängig von Gott Erlösung und Sinn zu finden. Dabei stehen die Juden stellvertretend für Menschen, die nach Zeichen verlangen, nach Demonstrationen der Macht Gottes (vgl. Matthäus 12, 28; Matthäus 16, 1 – 4; Markus 8, 11 – 12; Lukas 11, 29; Johannes 2, 18; Johannes 6, 30).  Das Kreuz Christi dagegen musste für sie ein Zeichen der Schwachheit sein. Die Griechen hingegen suchten keine Machtdemonstrationen. Sie waren an menschlicher Weisheit interessiert, durch die ihnen die Welt erklärbar und sinnvoll erschien. Das Kreuz aber  machte nach ihren Vorstellungen absolut keinen Sinn.  Wie konnte man an jemanden glauben, der ganz offensichtlich nicht einmal die Macht besaß, sich selbst vor einer Verurteilung und Hinrichtung als Straftäter zu bewahren, wenn er doch unschuldig war? Wie konnte man zu solch‘ einer Person aufschauen und von ihr Weisheit erwarten? Juden und Griechen stehen hier für das, was menschliche Weisheit erwartet: Gott muss so handeln, wie wir Menschen es uns vorstellen, wie wir Menschen es erwarten. Er muss allmächtig und allweise sein  und alles, was Er tut muss zu unseren Gunsten sein. Das aber ist nicht der wahre und lebendige Gott, wie Er sich uns in Seinem Wort geoffenbart hat, sondern ein Götze nach unseren eigenen Vorstellungen und Wünschen, ein  Götze, der “Sinn macht“.
Obwohl der Herr Jesus Christus während Seines dreijährigen Dienstes in Israel zahlreiche Zeichen und Wunder tat, erkannten ihn  die Schriftgelehrten, Pharisäer und Sadduzäer nicht an, denn Er tat nicht die Zeichen tat, die sie sehen wollten: Zeichen und Wunder, durch die sie vom Joch der Römer befreit werden würden. Doch gerade dieser Messias-Erlöser, der nicht ihren Wünschen entsprach, entsprach, war der Messias-Erlöser, der ihren tiefsten Bedürfnissen entsprach. Denn nichts brauchten diese Menschen damals (und wir heute!) mehr, als die Befreiung von den Sünden, der ewigen Trennung von Gott.

* “(…) wir aber predigen Christus als gekreuzigt, den Juden ein Anstoß und den Nationen eine Torheit; (…)“ – 1. Korinther 1, 23 – Den Juden ist der gekreuzigte Messias ein Ärgernis, weil sie in dem kommenden Messias primär eine Person sahen, auf der Gottes Segen ruhen würde (Jesaja 11, 2) und der siegreich über die Feinde Israels triumphieren würde, obwohl die Propheten (auch) das Kommen eines leidenden Messias vorhergesagt hatten (Jesaja 58, 1 ff). Die Tatsache, dass Er gekreuzigt wurde, war für sie ein sicheres Zeichen, dass Gott Ihn verflucht und verworfen hatte (5. Mose 21, 23; Galater 3, 13). Die Nationen außerhalb Israels lehnten (und lehnen) genauso die Botschaft des gekreuzigten Christus ab. Ihnen war es vollkommen unverständlich, wie ein hingerichteter Verbrecher ihre Erlösung bewirken sollte. Solch‘ eine Verkündigung war doch nichts als pure Torheit! Und bis heute finden wir solche Ansichten, auch unter “christlichen Theologen“, die davon sprechen, Gott habe kein Sühnopfer nötig und der Sohn Gottes sei nicht für die Sünden der Welt gestorben. Auch für diese Menschen ist die Botschaft vom Kreuz Christi eine Torheit, denn sie entspricht nicht ihren Vorstellungen von Gott.
Paulus jedoch betont, dass er – trotz allen Widerstandes und trotz aller Ablehnung durch Juden und Nationen – genau diese Botschaft weiter verkündigen wird und dafür hat er einen guten Grund:

* “(…) den Berufenen selbst aber, sowohl Juden als auch Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit; (…)“ – 1. Korinther 1, 24 – Innerhalb der beiden großen Gruppen von Menschen – Juden und Nationen – gibt es Menschen, die die Weisheit Gottes in dieser “törichten Verkündigung“ erkennen und zu ihrem Heil annehmen würden (1. Korinther 1, 2; Römer 8, 28 – 30). Beachten wir: Der Inhalt der Verkündigung des Paulus war nicht das Kreuz, sondern der gekreuzigte Christus.  Allein durch Ihn und Sein Opfer am Kreuz, ist der Weg des verlorenen Menschen zu Gott frei. Diese Menschen, die Paulus hier als Berufene bezeichnet, sie haben den Ruf Gottes durch die Predigt von dem gekreuzigten Christus vernommen und angenommen. Und als sie dies taten, erlebten sie auch, dass “in Christus alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis“ verborgen waren (Kolosser 2, 3). Doch noch mehr: Durch den Glauben an den gekreuzigten Christus erfuhren sie auch die Kraft Gottes, die sie von der Sünde und ihren Folgen befreite.

* “(…) denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen.“ – 1. Korinther 1, 25 – So erweist sich “das Törichte Gottes“ als weiser als alle Menschenweisheit und “die Schwäche Gottes“ als stärker als alle Kraft der Menschen. Diese Kraft Gottes wird im Leben eines jeden Menschen sichtbar, der den Ruf Gottes annimmt und an die “törichte Botschaft“ von dem gekreuzigten Christus glaubt.

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