Der Schatz im Acker und die kostbare Perle – Anmerkungen zu Matthäus 13, 44 – 46

Deeply ploughed field east of Chains Farm - geograph.org.uk - 396466

Ein tief gepflügtes Feld östlich der Chains Farm; im weiteren Hintergrund das Bough Beech Naturschutzgebiet * Foto: Nikki Mahadevan [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

 

Verse aus dem 13. Kapitel des Matthäusevangeliums (zum Hintergrund des Matthäusevangeliums siehe: Klick!) dienen als Grundlage der Wortverkündigung am morgigen Mittwoch. Wir betrachten diese Verse in ihrem Zusammenhang:

„Das Reich der Himmel ist gleich einem im Acker verborgenen Schatz, den ein Mensch fand und verbarg; und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker. Wiederum ist das Reich der Himmel gleich einem Kaufmann, der schöne Perlen sucht; als er aber eine sehr kostbare Perle gefunden hatte, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.

(Matthäus 13, 44 – 46 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

 

Zum Hintergrund von Matthäus 13

Das 13. Kapitel des Matthäusevangeliums enthält gleich in mehrfacher Weise verschiedene Besonderheiten, auf die es bei seiner Auslegung zu achten gilt:

* In Kapitel 12 dieses Evangeliums erreicht die Feindschaft der religiösen Autoritäten Israels gegenüber dem Herrn Jesus Christus ihren Höhepunkt. In Matthäus 12, 22 – 30 beschuldigen die Pharisäer Ihn, Er könne Seine Wunder nur deshalb tun, weil Er sie mit Hilfe des Teufels ausführen würde. Eine schlimmere Sünde konnten die Pharisäer kaum mehr begehen. Öffentlich schrieben sie Seine machtvollen Taten der Liebe und Barmherzigkeit dem Teufel zu. Damit war ihre Ablehnung des von Gott gesandten Messias offiziell.
In Matthäus 12, 38 – 42 lehnt der Herr Jesus Christus dann die letzte Zeichenforderung der Pharisäer ab und kündigt an, dass sie im Gericht Gottes von jenen Völkern angeklagt werden würden, die auf Gottes Reden durch Jona und Salomo reagiert hatten. Durch Jona und Salomo hatte sich Gott in einem weitaus geringeren Maße den Menschen geoffenbart, doch die Bewohner von Ninive und die Königin von Saba nahmen die jeweilige Offenbarung mit einem offenen Herzen an. Mit den Worten: “Und siehe, hier ist mehr als Salomo!“ macht der Herr Jesus Christus eindrücklich deutlich, dass in Ihm Gottes Offenbarung an das Volk Israel zur Vollkommenheit gelangt ist und dass aus diesem Grund jene, die Ihn ablehnen, ein wesentlich härteres Gericht empfangen werden.

* Bisher hatte der Herr Jesus Christus Gleichnisse gebraucht, um dadurch geistliche Wahrheiten zu verdeutlichen (vgl. Matthäus 7, 24 – 27; Matthäus 9, 15 – 17; Matthäus 11, 16 – 19; Matthäus 12, 43 – 45). Mit Matthäus 13 verändert sich diese Lehrmethode des Herrn. In diesem Kapitel beginnt Er damit, durch Gleichnisse verschiedene prophetische Wahrheiten über das Reich Gottes zu offenbaren. Aus diesem Grund werden die Gleichnisse in Matthäus 13 auch als prophetische Gleichnisse bezeichnet.
Erinnern wir uns: Seit Seinem ersten öffentlichen Auftreten rief der Herr das Volk Israel zur Buße auf und kündigte das Kommen des Reiches Gottes an. Damit das Reich Gottes unter dem Volk hätte aufgerichtet werden können, wäre eine nationale Buße notwendig gewesen. Denn das Reich Gottes trägt die moralischen Charakterzüge Gottes, d.h. nichts Sündiges und kein Sünder können dort hinein gelangen (Johannes 3, 3 – 6; 1. Korinther 6, 9 – 10; 1. Korinther 15, 50; Galater 5, 20 – 21; Epheser 5, 5). Doch zu dieser Umkehr zu Gott war das Volk in seiner Gesamtheit nicht bereit. Ganz im Gegenteil. Während zwar immer wieder große Teile des Volkes die Lehre des Herrn annahmen, wurde der Widerstand der politischen und religiösen Autoritäten immer vehementer. Indem sie den von Gott gesandten Messias ablehnten, lehnten sie gleichzeitig den König des Reiches Gottes ab. Nachdem diese Ablehnung in Matthäus 12 ihren Höhepunkt erreicht hat, lesen wir an keiner weiteren Stelle, dass der Herr Jesus Christus davon spricht, dass das Reich Gottes “nahe gekommen“ wäre. Vielmehr beginnt der Herr Jesus Christus ab Matthäus 13 damit, eine neue Wahrheit über das Reich Gottes zu offenbaren (vgl. Matthäus 13, 11!), nämlich dass die (buchstäbliche) Aufrichtung des Reiches Gottes durch die Verwerfung seines Königs  eine zeitliche Verschiebung erfahren würde. Erst nach seinem zweiten Kommen in Macht und Herrlichkeit würde dieses Reich durch Christus auf Erden errichtet werden (vgl. Apostelgeschichte 3, 21). In der Zeit bis zu seiner (buchstäblichen) Aufrichtung auf Erden würde dieses Reich in einer anderen Form bestehen und zwar unter denen, die sich zu Ihm bekennen, also zum Ausdruck bringen, dass Er der Herr ihres Lebens ist und sie unter Seiner Herrschaft leben. Dies ist der Bereich des Christentums. Diese Wahrheit war bisher ein “Geheimnis“ (griech. “μυστήριον“). Wenn das Neue Testament diesen Begriff benutzt, dann ist damit nichts “Geheimnisvolles“ oder “Mystisches“ gemeint, sondern eine bisher noch nicht geoffenbarte Wahrheit, die jetzt von Gott geoffenbart wird. Das Neuen Testament kennt acht solcher “Geheimnisse“ (Klick!). Zu Beginn waren der innere Zustand  und das äußerliche Zeugnis aller zu diesem Herrschaftsbereich Christi Gehörenden in Übereinstimmung. Wir lesen jedoch bereits im Gleichnis vom Sämann, dass der Widersacher “Unkraut“ unter den Weizen säte. Nach der Anerkennung des Christentums als Staatsreligion, wechselten viele Bürger des römischen Reiches  vom Heidentum zum Christentum, ohne eine geistliche Veränderung erfahren oder wirklich Buße getan zu haben. Sie erhofften sich von ihrem Religionswechsel vielmehr Ansehen und Karrierechancen im nun christianisierten römischen Staat. Diese Vermischung von wahrhaft Gläubigen und Ungläubigen im Reich Gottes ist einer der zentralen Schwerpunkte der Gleichnisse in Matthäus 13.
Weil die meisten Menschen davon ausgehen, dass der Herr Jesus Christus Gleichnisse immer nur erzählte, um dadurch eine geistliche Wahrheit zu verdeutlichen, übersehen sie den bedeutsamen Unterschied zwischen den Gleichnissen Jesu vor Matthäus 13 und den Gleichnisse in Matthäus 13. Während die Gleichnisse vor Matthäus 13 das Ziel haben, geistliche Wahrheiten zu verdeutlichen, handelt es sich – wie gesagt –  bei den Gleichnissen in Matthäus 13 um prophetische Gleichnisse, die die Entwicklung des Reiches Gottes beschreiben.

Zum Begriff “Himmelreich“

Es ist wichtig, dass wir den Begriff “Himmelreich“ oder “Reich der Himmel“ nicht falsch verstehen. Luthers Übersetzung der griechischen Bezeichnung (“της βασιλειας των ουρανων“ / “tes basileias ton ouranon“) hat leider der falschen Vorstellung Vorschub geleistet, dieses Reich würde sich “im Himmel“ bzw. “in den Himmeln“ befinden. Doch der Begriff besagt nicht, dass es sich dabei um ein “Reich im Himmel/in den Himmeln“ handelt, sondern, dass dieses Reich vom Himmel aus regiert wird. Wir finden diesen Begriff bereits im Alten Testament: In Daniel 7 lesen wir von dem Kommen des Sohnes des Menschen und dem weltweiten Reich, das Er empfangen wird (Daniel 7, 13 – 14). Doch bereits in Daniel 2, 44 ist die Rede davon, dass “der Gott des Himmels“ dieses Reich regieren wird. In Daniel 4, 26 wird sogar explizit gesagt, dass “die Himmel herrschen“, womit natürlich nichts anderes gemeint ist, als das die Herrschaft über dieses Reich von Gott im Himmel ausgehen wird. Das Reich selbst aber wird auf der (dann erneuerten) Erde aufgerichtet werden (vgl. Daniel 2, 34 – 35 & 44 – 45 [man beachte, dass der “Stein“ aus dem Himmel herabkommt und zwar “ohne Zutun von Menschenhänden“ {!}]; Offenbarung 20, 1 – 6).
Als Matthäus sein Evangelium schrieb, hatte er dabei insbesondere Juden als Leserschaft im Blick (zur Zielgruppe des Matthäusevangeliums siehe: Klick!). Diese vermieden es, den Namen Gottes auszusprechen, weil sie nicht gegen das 3. Gebot (das sich gegen den Missbrauch des Namens Gottes richtet) verstoßen wollten. Aus diesem Grund benutzt Matthäus ebenfalls weder den Namen Gottes noch den Begriff “Gott“, sondern das im Judentum (insbesondere dem Buch des Propheten Daniel) bekannte Synonym “Himmel“. So meinen also die Evangelisten, wenn sie vom “Reich Gottes“ (Markus, Lukas, Johannes) bzw. dem “Himmelreich“ / “Reich der Himmel“ (Matthäus) sprechen, ein und dasselbe Reich.

Unterscheidung: Das Reich Gottes und die Versammlung (= Gemeinde / Kirche)

Eine weit verbreitete Vorstellungen über das Reich Gottes ist, dass es gleichbedeutend sei mit der Versammlung (= Gemeinde/Kirche). Das ist jedoch nicht der Fall, wie wir an einem Vergleich von wenigen Bibelstellen erkennen können. Auf die Unterschiede zwischen dem Reich Gottes und der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) bin ich bereits an anderer Stelle eingegangen. Nachfolgend wiederhole ich nur die 10 wichtigsten Unterschiede:

1) Die Gläubigen, die zur Versammlung (= Gemeinde/Kirche) gehören, wurden in Christus vor Grundlegung der Welt auserwählt (vgl. Epheser 1, 4), wohingegen das Reich von (oder: seit) Grundlegung der Welt an bereitet wurde (vgl. Matthäus 25, 34).

2) Die Versammlung (= Gemeinde/Kirche) entstand am Tag der Pfingsten mit dem Kommen des Heiligen Geistes (vgl. Apostelgeschichte 2, 1 – 47). Das Reich Gottes nahm seinen Anfang schon davor mit seiner Verkündigung durch den König dieses Reiches, den Herrn Jesus Christus und zwar mit dem Beginn seines öffentlichen Dienstes (vgl. Matthäus 4, 17; Markus 1, 15).

3) Die Versammlung (= Gemeinde/Kirche) wird erst im Neuen Testament erwähnt und thematisiert (Matthäus 16, 13 – 19). Sie ist im Alten Testament unbekannt (so wird sie z.B. nicht unter den prophetisch vorhergesagten Dingen in 1. Petrus 1, 9 – 12 genannt). Vom Reich Gottes hingegen sprechen bereits die alttestamentarischen Propheten (vgl. Jesaja 9; 11; 60; 61; 62; 63; 64; 65; 66; Daniel 2; Daniel 7; Micha 5; Psalm 45; Psalm 72 u. a. m.)

4) Nach den alttestamentarischen Prophezeiungen wird das Reich Gottes auf dieser Erde errichtet werden und ein Ort irdischen, materiellen Segens sein (vgl. die unter Punkt 3 angegebenen alttestamentarischen Verheißungen, insbesondere bei Jesaja). Im Gegensatz dazu sind den Gläubigen der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) vorrangig geistliche Segnungen verheißen und verliehen worden (vgl. Epheser 1, 3; Römer 8, 16 – 17; Hebräer 3, 1), ihr Glaubensziel ist nicht die Erde, sondern die ewige Gemeinschaft mit Gott im Haus des Vaters (Johannes 14, 1 – 3).

5) Zur Versammlung (= Gemeinde/Kirche) gehören all jene, die das Evangelium geglaubt, Buße getan, Jesus Christus als ihren Herrn und Erlöser angenommen (Apostelgeschichte 16, 31; Johannes 1, 12 – 13) und den Heiligen Geist empfangen haben (Epheser 1, 13; 1. Korinther 12, 13). Im Reich Gottes dagegen befinden sich auch solche, die nur äußerlich und mit dem Mund die Herrschaft Christi bekennen (vgl. Matthäus 13, 24 – 30), d.h. sich Christ nennen ohne in einer Glaubens- und Lebensbeziehung zu Jesus Christus zu stehen.

6) All‘ jene, die durch Glauben und Wiedergeburt aus dem Heiligen Geist (Apostelgeschichte 16, 31; Johannes 1, 12 – 13; Epheser 1, 13; 1. Korinther 12, 13) zur Versammlung (= Gemeinde/Kirche) gehören, haben auch Anteil am Reich Gottes (vgl. Kolosser 1, 13; Johannes 3, 1 – 6; 1. Thessalonicher 2, 12). Von jenen, die – rein äußerlich zum Reich Gottes gehören – wird nirgendwo in der Heiligen Schrift gesagt, dass sie auch Teil der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) seien.

7) Die Versammlung (= Gemeinde/Kirche) wird als eine „neue Masse“ gesehen (1. Korinther 5, 7). Das Reich Gottes wird jedoch als „von Sauerteig durchsäuert“ beschrieben, d.h. in ihm sind Gutes (= reiner Teig) und Böses (= Sauerteig) miteinander vermischt (vgl. Matthäus 13, 33; Lukas 13, 20 – 21). „Sauerteig“ bezeichnet in der Heiligen Schrift nie etwas Gutes, sondern durchgängig etwas Böses (vgl. dazu meinen Artikel „Guter Sauerteig?“: Klick!)

8 ) Während im Reich Gottes bzw. im Reich der Himmel „Unkraut und Weizen“ bis zur Ernte nebeneinander wachsen sollen und es den Knechten des Herrn untersagt wird, das Unkraut vorher zu entfernen (vgl. Matthäus 13, 24 – 30), gibt der Apostel Paulus im Gegensatz dazu in 1. Korinther 5, 9 – 13 eine klare Anweisung zur Trennung von solchen, die sich „Brüder“, also „Gläubige“, nennen, aber durch ihren Wandel deutlich zeigen, dass sie Christus nicht wirklich angehören (vgl. zu „falschen Brüdern“ auch Galater 2, 4 und 2. Korinther 11, 26). Auch der Herr Jesus Selbst hat in Matthäus 18, 15 – 17 ähnliche Anweisungen gegeben.

9) Die Zeit der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) auf dieser Erde dauert von ihrer Entstehung am Tag der Pfingsten (Apostelgeschichte 2, 1 – 47) bis zum Zeitpunkt der Entrückung (1. Thessalonicher 4, 17 – 18). Das Reich Gottes begann mit der öffentlichen Verkündigung desselben durch den Herrn Jesus Christus während Seines irdischen Dienstes (vgl. Matthäus 4, 17; Markus 1, 15). Es wird seinen vollen Ausdruck im Tausendjährigen Friedensreich, dem Millennium, finden und mit dem Gericht vor dem großen weißen Thron enden (vgl. 1. Korinther 15, 25 – 26; Offenbarung 20, 11 – 15).

10) Der Herr Jesus Christus ist der König des Reiches Gottes (vgl. Johannes 1, 49; Matthäus 18, 23 – 35; Matthäus 21, 5 i.V.m. Sacharja 9, 9; Matthäus 22, 2 – 14; Matthäus 25, 34 u. a. m.) Im Zusammenhang mit der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) wird der Herr Jesus Christus nie als „König“ bezeichnet, sondern als „Herr“ oder „Haupt“ (vgl. „Herr“: Römer 1, 4 + 7; Römer 5, 1 + 11 + 21; 1. Korinther 1, 2 – 3 + 7 – 10; Epheser 4, 5; „Haupt“: Epheser 1, 10; + 22; Epheser 4, 15; Kolosser 1, 18; Kolosser 2, 19 u. a. m.).

Anmerkunge zu Matthäus 13, 44 – 46: Das Gleichnis vom Schatz im Acker

* “Das Reich der Himmel ist gleich einem im Acker verborgenen Schatz, den ein Mensch fand und verbarg; und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker.“ – Matthäus 13, 44Zu allen Zeiten wurden Wertgegenstände (“Schätze“) vergraben, sei es, um sich vor Diebstahl oder Plünderung zu schützen, sei es, um Depots für Krisenzeiten anzulegen oder um das Erbe der Kinder zu sichern.
Der Herr Jesus Christus benutzt diese Tatsache, um Seinen Zuhörern und auch uns eine Wahrheit in Bezug auf das Reich der Himmel zu lehren. Das kurze Gleichnis nennt uns keinen Grund, warum der “Schatz im Acker“ verborgen wurde. Wir erfahren auch nichts über die Person, die den Schatz im Acker vergrub, noch über die zeitlichen oder geographischen Umstände dieses Geschehens. Wenn wir uns jedoch an den Grundsatz halten, dass die Bibel immer nur durch die Bibel ausgelegt werden kann, so werden wir im Folgenden erkennen, dass sie uns alle entscheidenden Fragen beantwortet:
Wer ist die Person, die den Schatz im Acker findet und alles verkauft, um den Acker samt Schatz zu erwerben? Im Text wird diese Person nur als “ein  Mensch“ bezeichnet. Eine ähnliche Bezeichnung finden im Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen (Matthäus 13, 24) und ebenso im Gleichnis vom Senfkorn (Matthäus 13, 31). In Matthäus 13, 37 wird dann gesagt, dass es sich bei “diesem Menschen“ um den “Sohn des Menschen“ handelt. Der Begriff “Sohn des Menschen“ ist der Titel, mit dem der Herrn Jesus Christus im Zusammenhang mit Seinem irdischen Dienst, Seinem Leiden, Sterben und Seiner Auferstehung (Hebräer 2, 1 f.) und im Zusammenhang mit Seiner zukünftigen Herrschaft über diese Erde (Matthäus 16, 27; Offenbarung 1, 13; Offenbarung 14, 14) bezeichnet wird.
Der Mensch, der den Schatz im Acker findet, kann also niemand anderes als der Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes und Erlöser der Welt selbst sein.
Ich bin mir sehr bewusst, dass die Feststellung vielen bekannten Auslegungen widerspricht. Immer wieder wurde behauptet, dass es sich bei “diesem Menschen“ um einen ganz natürlichen Menschen handelt, der das “Heil“ / “den Erlöser“ / “das Evangelium“ findet und, um es zu besitzen, alles aufgibt.  Doch diese populären Auslegungen spiegeln nicht nur den tief im Menschen verwurzelten Gedanken der “Werksgerechtigkeit“ wieder, sie stehen auch im deutlichen Widerspruch zur Lehre des Neuen Testaments. Der suchende und nach Gott fragende Mensch muss sich sein Heil, seine Erlösung, nicht erarbeiten oder erkaufen. Sie ist ein freies Gnadengeschenk Gottes für jeden, der Ihm und Seinem Wort vertraut:

“Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittels des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“

(Epheser 2, 8 – 9 ELDBEDHÜ)

“Darum, aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden; denn durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Jetzt aber ist, ohne Gesetz, Gottes Gerechtigkeit offenbart worden, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten: Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus gegen alle [und auf alle], die glauben. Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist; (…)“

(Römer 3, 20 – 24 ELBEDHÜ)

Der Mensch ist gar nicht in der Lage, sein heil, seine Erlösung, zu “erwerben“ geschweige denn zu “bezahlen“:

“Keineswegs vermag jemand seinen Bruder zu erlösen, nicht kann er Gott sein Lösegeld geben (denn kostbar ist die Erlösung ihrer Seele, und er muss davon abstehen auf ewig), (…)“

(Psalm 49, 8 – 9 ELBEDHÜ)

Die Unmöglichkeit des Erwerbs der Erlösung bezieht sich sowohl auf irdischen Reichtum als auch auf jede Form geistlichen “Erwerbs“. Niemand kann sich die Erlösung erkaufen oder durch irgendwelche Werke erwerben.
Aber das muss der Gott suchende Mensch auch gar nicht, denn es hat schon einer für die Seelen der Menschen, für ihre Erlösung und ihr ewiges Heil bezahlt:

“(…) indem ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, als eines Lammes ohne Fehl und ohne Flecken; (…)“

(1. Petrus 1, 18 – 19 ELBEDHÜ)

Einzig der Sohn Gottes konnte mit Seinem eigenen Blut den Preis für die Erlösung des Menschen bezahlen und Er tat es!

“Hierin ist die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn gesandt hat als Sühnung für unsere Sünden.“

(1. Johannes 4, 10 ELBEDHÜ)

“Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“

(Römer 6, 23 ELBEDHÜ)

Wenn wir im Neuen Testament aufgefordert werden, Opfer zu bringen, das Kreuz auf uns zu nehmen, die Kosten der Nachfolge zu überschlagen, so stehen diese Aufforderungen nicht mit unserem Heil, unserer Erlösung, im Zusammenhang, sondern mit der Jüngerschaft, unserem Leben in der Nachfolge Christi (vgl. z.B. Matthäus 6, 19 – 34 u.a.). Die Erlösung ist kostenlos, weil sie ein Gnadengeschenk Gottes, ist (vgl. Offenbarung 22, 17). Das Leben in der Nachfolge Jesu Christi, ist für Jünger immer mit Kosten verbunden, da es ein Leben in der Nachfolge eines von der Welt verworfenen Erlösers ist.
Wenden wir uns nun der Frage zu, was wir unter dem verborgenen Schatz zu verstehen haben, der “im Acker“ verborgen war. Die Antwort auf diese Frage wird klarer, wenn wir uns erst einmal verdeutlichen, was wir unter “dem Acker“ zu verstehen haben. In Matthäus 13, 38 hat der Herr Jesus Christus hierzu erklärt:

“(…) der Acker aber ist die Welt; (…)“

Wenn aber “der Acker die Welt ist“, dann unterstreicht diese Aussage noch einmal den Gedanken, dass es sich bei “dem Menschen“ nicht um den nach Gott suchenden Menschen handeln kann, denn welcher normale Mensch wäre in der Lage, “die Welt“ zu erwerben? Nein, diese Möglichkeit war nur dem Sohn Gottes, der sowohl Mensch als auch Gott ist, gegeben.
Mit anderen Auslegern bin ich davon überzeugt, dass es sich bei dem “Schatz“ um die Versammlung (= Gemeinde / Kirche) handelt. Denn in Johannes 17, 2 + 6 bezeugt der Sohn Gottes:

“(…) so wie du ihm Gewalt gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben gebe. (…) Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Dein waren sie, und mir hast du sie gegeben, und sie haben dein Wort gehalten.“

Der Sohn Gottes hat von Gott Autorität über “alles Fleisch“, d.h. die ganze Welt, den ganzen “Acker“ bekommen. Doch in diesem Acker befanden und befinden sich die Menschen, die Gott Ihm “aus der Welt“, d.h. “dem Acker“, gegeben hat, die Erlösung empfangen und in der Folge die Versammlung (= Gemeinde / Kirche) des lebendigen Gottes (1. Timotheus 3, 15) bilden.
Dass es sich bei dem Menschen, der den Schatz findet, um den Herrn Jesus Christus und bei dem “Schatz“ um die Erlösten handelt, wird auch dadurch deutlich, dass uns das neue Testament das Handeln des Herrn im Zusammenhang mit der Erlösung verlorener Menschen oft als “Finden“ beschreibt (vgl. Matthäus 18, 13; Matthäus 22, 9; Lukas 15, 4; Johannes 1, 43).
Es wird uns in diesem Gleichnis gesagt, dass dieser Mensch den Schatz im Acker “fand und verbarg“, um dann anschließend hinzugehen, alles zu verkaufen und um so den Acker – und damit auch den Schatz – zu erwerben. Der Sohn Gottes musste zuerst hingehen und Sein Leben als Sühnopfer geben, ehe er den Schatz “bergen“ konnte. Wir sehen hier in wenigen Worten das Leiden Jesu, Seinen Kreuzestod, Seine Auferstehung, Seine Himmelfahrt und die Erfüllung der Verheißung des Vaters (Apostelgeschichte 1, 4) – die Sendung des Heiligen Geistes an Pfingsten – vorgeschattet. Erst nach Seinem Tod, Seiner Auferstehung und Himmelfahrt wurde der “Schatz“ am Tag der Pfingsten “geborgen“, trat ans Licht, wurde öffentlich sichtbar.
Es ist nach meiner Überzeugung äußerst bemerkenswert, dass uns in Matthäus 13, 44 der Beweggrund genannt wird, der den Herrn dazu veranlasste, den “Acker“ und damit auch den “Schatz“ zu erwerben:

“(…) und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker.“

Es war die Freude des Sohnes Gottes an den Menschen, die Ihm vertrauen, glauben und Nachfolgen würden, die Ihn dazu bewegte, den “Acker“ zu erwerben und zwar um den Preis Seines eigenen Lebens:

“(…) hinschauend auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der, die Schande nicht achtend, für die vor ihm liegende Freude das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. Denn betrachtet den, der so großen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht ermüdet, indem ihr in euren Seelen ermattet.“

(Hebräer 12, 2 – 3 ELBEDHÜ)

Die Gläubigen werden in diesem Gleichnis in verschiedenen Bildern gesehen – zum einen als verlorene Sünder, die es zu finden und zu erlösen gilt. Damit wird der Zustand beschrieben, in dem der Sohn Gottes uns fand. Dann aber auch als “Schatz‘, womit uns der Wert vorgestellt wird, den die Gläubigen in den Augen Gottes bereits hatten, ehe dfie Erlösung durch den Tod Jesu Christi am Kreuz von Golgatha vollendet wurde.
Hebräer 12, 2 – 3 lehrt uns, dass Seine vollkommene Freude und Seine vollkommene Hingabe für uns die tragfähige Grundlage bilden, auf der wir Ihm in dieser Welt nachfolgen können, ohne zu ermüden oder zu ermatten. Dafür all das aufzugeben, was unsere Freude und Hingabe an Ihn hindert, ist dann nicht mehr schwer. Der Apostel Paulus hatte diesen Zusammenhang nicht nur verstanden, er setzte ihn auch ganz praktisch in die Tat um:

“Aber was irgend mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust geachtet; ja wahrlich, ich achte auch alles für Verlust wegen der Vortrefflichkeit der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe und es für Dreck achte, damit ich Christus gewinne, (…)“

(Philipper 3, 7 – 8 ELBEDHÜ)

Das ist umso wichtiger, als uns der Herr selbst lehrt, dass wir, die Gläubigen, zwar immer noch “in der Welt“ aber durch Sein Erlösungswerk an und für uns nicht mehr “von“ der Welt sind (vgl. Johannes 17, 11 + 13 + 14 + 16). Der Tag wird kommen, an dem “der Schatz“ ganz aus dem “Acker“ herausgenommen wird. Das hat der Erlöser verheißen:

“Euer Herz werde nicht bestürzt. Ihr glaubt an Gott, glaubt auch an mich! In dem Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin, auch ihr seiet.“

(Johannes 14, 1 – 3 ELBEDHÜ)

Denn das ist Sein Wunsch:

“Vater, ich will, dass die, die du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.“

(Johannes 17, 24 ELBEDHÜ)

Dann wird auch der “Acker“ seiner ihm von Gott zugedachten, guten Bestimmung zugeführt werden:

“Das Reich der Welt unseres Herrn und seines Christus ist gekommen, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

(Offenbarung 11, 15 ELBEDHÜ)

* “Wiederum ist das Reich der Himmel gleich einem Kaufmann, der schöne Perlen sucht; als er aber eine sehr kostbare Perle gefunden hatte, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.“ – Matthäus 13, 45 – 46 – Nach meiner Überzeugung wird uns im Gleichnis von der kostbaren Perle derselbe Sachverhalt beschrieben, wie in Matthäus 13, 44, jedoch mit anderen Akzenten. Auch in diesem Gleichnis ist wieder vom Suchen, Finden, dem Verkaufen des gesamten Besitzes und dem Erwerb des gefundenen Gegenstandes die Rede. Anstelle des “Menschen“ wird uns der Herr hier als “Kaufmann“  vorgestellt.
Dieser Kaufmann “suchte“ schöne Perlen. Sein Wunsch, Sein Wille, war es, kostbare Perlen zu finden. Sein Handeln geschah also nicht rein zufällig, sondern entsprang einer spezifischen Absicht. Es war die Absicht Gottes, sich ein Volk “für Seinen Namen“ zu erwählen:

“Simon hat erzählt, wie zuerst Gott darauf gesehen hat, aus den Nationen ein Volk zu nehmen für seinen Namen.“

(Apostelgeschichte 15, 14 ELBEDHÜ)

Dies geschah durch das Erlösungswerk Christi:

“(…) der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns von aller Gesetzlosigkeit loskaufte und sich selbst ein Eigentumsvolk reinigte, das eifrig sei in guten Werken. Dies rede und ermahne und überführe mit allem Nachdruck. Lass niemand dich verachten!“

(Titus 2, 14 ELBEDHÜ)

Das hier im griechischen Grundtext gebrauchte Wort für “suchen“ ist  “ζητέω“ (zeteo). Es kann “suchen“ im Sinn des Aufspürens einer  Sache meinen, jedoch auch “suchen“ im Sinne von “nach etwas begehren“ bedeuten. Gott muss nicht nach etwas suchen, weil Er nicht wüsste, wo es sich befindet. Er ist allwissend.  Sein Suchen ist vielmehr ein Suchen im zweiten Sinne: Gott sucht nach Menschen, die Ihm vertrauen, um ihnen Seine Liebe schenken zu können (vgl. Johannes 4, 23).  Aber “Kaufmann“ findet nicht nur schöne oder kostbare Perlen, er findet eine “sehr kostbare Perle“, eine Perle, die den Wert aller anderen Perlen übertrifft.
Während die Versammlung (= Gemeinde / Kirche) im vorangegangenen Gleichnis als Schatz und damit als Summe vieler Einzelteile – gesehen wird, steht bei dem Gleichnis von der kostbaren Perle die Einheit der Versammlung  (= Gemeinde / Kirche) im Vordergrund. Perlen sind zudem ein Symbol für Schönheit und hohen Wert und finden daher auch Erwähnung im Zusammenhang mit der Heiligkeit Gottes (Matthäus 7, 6).  Hier werden die Gläubigen wieder aus der Sicht Gottes gesehen – in Seinen Augen ist die Versammlung (= Gemeinde / Kirche) vollkommen, heilig und schön. Für Ihn besitzt sie den größten Wert. Sie zieht Er allen anderen “Perlen“ vor. Auch, wenn sie sich zu diesem Zeitpunkt noch in einem Zustand befand, der nicht schön, sondern vollkommen sündig und verdorben war. Es wird der Tag kommen, an dem  der Herr die Gläubigen in ihrer Gesamtheit zu sich nehmen wird (1. Thessalonicher 4, 15 – 17). Doch das kann nur geschehen, weil Er am Kreuz von Golgatha das Sühnopfer für all‘ jene gebracht hat, die Seine Versammlung (= Gemeinde / Kirche) bilden:

“(…) wie auch der Christus die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, damit er sie heiligte, sie reinigend durch die Waschung mit Wasser durch das Wort, damit er die Versammlung sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und untadelig sei.

(Epheser 5, 25 – 27 ELBEDHÜ)

Christus hat sich für die Versammlung (= Gemeinde / Kirche) gegeben. Das Bild der Perle macht deutlich, wie dies geschehen ist. Eine Perle entsteht bekanntlich dann, wenn Schmutz in eine Muschel eindringt und diese verletzt. Als Reaktion bildet sich um den verletzenden Fremdkörper Perlmutt. Es war unsere Sünde, die nur durch den Tod des Sohnes Gottes gesühnt werden konnte, unsere Sünde brachte Ihm den Tod. Aber Sein Tod brachte uns nicht nur die Erlösung, sondern auch die Verherrlichung in Ihm (2. Thessalonicher 1, 12).
Aus diesen Worten des Apostels Paulus in Epheser 5, 25 f. wird auch deutlich, woher die Kostbarkeit, die Heiligkeit und die Schönheit der “Perle“ rührt. Alle diese Dinge hat sie nicht aus sich selbst, sie wurden ihr verliehen durch den, der sich selbst für sie dahin gab, sie heiligte und  verherrlichte. Auch wenn heute wenig von dieser Herrlichkeit, Untadeligkeit und Schönheit zu erkennen ist, wird sie doch an dem Tag Realität, an dem Christus Seine Versammlung (= Gemeinde / Kirche) zu sich nimmt, denn ihre Verherrlichung ist bei Ihm bereits “beschlossene Sache“, ja in gewisser Weise bereits jetzt vollendet:

“Welche er aber zuvor bestimmt hat, diese hat er auch berufen; und welche er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; welche er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht.“

(Römer 8, 30 ELBEDHÜ)

Denn dies ist die Bestimmung der Gläubigen (vgl. Epheser 1, 4). Und Gott sieht uns bereits heute schon so, wie Er uns sich selbst einst darstellen wird. Wir werden das Ziel Gottes nicht verfehlen und zwar nicht, weil wir so gut, arbeitsam, diszipliniert oder oder oder sind. Nein, einen solchen Gedanken sollten wir weit von uns weisen. In uns ist nichts, was dieses Werk vollbringen könnte. Gott selbst ist es, der Sein Ziel mit uns erreichen wird und zwar durch Seine uns verändernde Liebe, durch die Kraft Seiner Gnade und durch die Wirksamkeit Seines Heiligen Geistes in uns.
Genau das gilt auch für die “Einheit“, die durch das Bild der “Perle“ zum Ausdruck kommt. Nach verschiedenen Statistiken soll es mehr als 20.000 christliche Konfessionen und Denominationen auf der Erde geben. Von “Einheit“ ist da nicht viel zu sehen. Zwar gab und gibt es die unterschiedlichsten Bemühungen, die “Christenheit“ zu einen, doch bis heute ist das nicht gelungen und der seit einigen Jahren kursierende Begriff von der “Einheit in Vielfalt“ deutet darauf hin, dass niemand denkt, dass dieses Ziel zu erreichen ist. Das stimmt auch und zwar, soweit es menschliche Bemühungen betrifft. Vor Gott aber gibt es keine 20.000 Konfessionen oder Denominationen. Vor Gott gibt es nur Seine Kinder, Menschen, die von neuem geboren wurden (Johannes 3, 1 – 6) und den Heiligen Geist durch Glauben an den Sohn Gottes empfangen haben (Galater 3, 2). Diese Menschen sind durch einen Geist zu einem Leib, nämlich zu dem Leib des Christus, getauft worden (vgl. 1.. Korinther 12, 13) und dadurch in einer untrennbaren Einheit verbunden. Das, was Menschen organisatorisch herbeiführen möchten, ist geistlich-organisch bereits vorhanden. Und diese Einheit ist es, die Gott sieht, weil Er sie geschaffen hat.
Während uns das Bild des “Schatzes im Acker“ den Wert vor Augen führt, den jeder einzelne Gläubige für Gott hat, liegt im Gleichnis von der kostbaren Perle der Fokus auf dem Wert, den die gesamte Versammlung (= Gemeinde / Kirche) in den Augen Gottes besitzt.

Es könnten noch viele weitere Details dieser beiden Gleichnisse besprochen werden und jedes dieser Details würde unseren Blick weiter auf die Liebe, Größe und Gnade Gottes und Seines Erlösers, unseres Herrn Jesus Christus werfen. Dies aus Zeitgründen nicht möglich. Ich möchte daher  mit einem Gedanken schließen:

Alles, was wir als Gläubige besitzen und erfahren dürfen, verdanken wir einzig und allein der Liebe und Gnade unseres Erlösers. Ohne Ihn, der bereit war, alles für uns zu geben, wäre die Freude, mit der wir heute bereits Sein Heil geniessen dürfen und die Freude, die uns in Ewigkeit erfüllen wird, niemals möglich geworden. Dafür gebührt Ihm, unserem Herrn Jesus Christus, allein alle Ehre und alle Anbetung.

I'm part of Post A Day 2017

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