Ohren auf! – Anmerkungen zu Jesaja 55, 1- 5

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Hochzeitstafel * Foto Huskyherz / pixelio.de

 

Das Bibelwort, das am Mittwoch dieser Woche betrachtet werden soll, wurde dem 55. Kapitel des Buches des Propheten Jesaja entnommen (zum Hintergrund des Propheten Jesaja: Klick!) . Wir betrachten diesen Vers in seinem Zusammenhang:

“He, ihr Durstigen alle, kommt zu den Wassern! Und die ihr kein Geld habt, kommt, kauft ein und esst! Ja, kommt, kauft ohne Geld und ohne Kaufpreis Wein und Milch!
Warum wiegt ihr Geld ab für das, was nicht Brot ist, und euren Erwerb für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich und esst das Gute, und eure Seele labe sich an Fettem!
Neigt euer Ohr und kommt zu mir; hört, und eure Seele wird leben. Und ich will einen ewigen Bund mit euch schließen: die sicheren Gnaden Davids. –
Siehe, ich habe ihn zu einem Zeugen für Völkerschaften gesetzt, zum Fürsten und Gebieter von Völkerschaften.
Siehe, du wirst eine Nation herbeirufen, die du nicht kanntest; und eine Nation, die dich nicht kannte, wird dir zulaufen, um des HERRN willen, deines Gottes, und wegen des Heiligen Israels; denn er hat dich herrlich gemacht.“

(Jesaja 55, 1 – 5 ELBEBHÜ; z. Vgl.LUTH’84)

Zum Hintergrund von Jesaja 55, 1 – 5

Nach den Kapiteln 15, die Israels geistlichen Zustand und Gottes Lösung beschreiben und die Einleitung in das Buch darstellen, sowie der Gottesbegegnung und Berufung des Propheten (Jesaja 6),  befassen sich die Kapitel 739 – grob gesagt – mit der geistliche Krise, die das Volk Israel durchlebt. In den Kapiteln 40 bis 55 geht es um den Auftrag Gottes, den das Volk gegenüber der Welt erfüllen soll. Dabei wird in Jesaja 40 bis Jesaja 48 die Gnade, mit der Gott Israel begegnet und in Jesaja 49 bis Jesaja 55 die Erlösung, die Gott für Israel bereitet hat, ausführlich dargelegt.
Bezüglich dieser Israel von Gott bereiteten Erlösung werden in Jesaja 49 bis Jesaja 55 drei Schritte aufgezeigt, in denen Gott Seine Erlösungsabsichten Israel gegenüber entfaltet: 1) Die Erwartung bzw. das Sehnen des Volkes nach Erlösung (Jesaja 49, 1Jesaja 52, 12), 2) die göttliche Ankündigung der Erlösung (Jesaja 52, 13Jesaja 53, 12) und 3) Gottes Einladung, Seine Erlösung anzunehmen.
Es geht also, wie wir aus dem großen Zusammenhang des Buches Jesaja erkennen können, in unserem heutigen Text um Gottes Gnadenangebot an Sein irdisches Volk Israel. Dieses Volk, das Gott von Grundlegung der Welt (vgl. Matthäus 25, 34) erwählt hat, wurde von Gott nie verworfen (vgl. dazu die eindeutigen Aussagen des Apostels Paulus in den Kapiteln 911 des Römerbriefs). Auch wenn das Volk Israel infolge der Verwerfung des Messias von Gott für eine gewisse Zeit beiseite gesetzt wurde, so wird Gott es doch zu dem von Ihm bestimmten Zeitpunkt wiederherstellen und erlösen. Gott hat Seine Verheißungen an Sein irdisches Volk nie zurückgenommen (vgl. Römer 11, 29). Wir dürfen hier nicht den Fehler jener begehen, die behaupten, die Versammlung (= Gemeinde/Kirche) habe Israel ab gelöst oder gar ersetzt. Wer behauptet, Gott habe Seine an Israel gegebenen Verheißungen zurückgezogen oder verändert, der gründet damit seine ganze Theologie auf Treibsand. Denn wie kann, wer so etwas behauptet, gleichzeitig davon sprechen, die Verheißungen Gottes an die Gläubigen des Gnadenzeitalters, also die Verheißungen an die Versammlung (= Gemeinde/Kirche) seien sicher? Wenn Gott Seine an Israel gegebenen Verheißungen zurückzieht oder verändert, warum sollte Er das dann nicht auch mit Seinen Verheißungen für uns tun? Nein, wir müssen jeden Gedanken der Substitutionstheologie strikt zurückweisen, da er die Treue Gottes zu untergraben versucht, die uns in Jesus Christus verbürgt ist:

„Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss.“

(Psalm 33, 4)

„Denn so viele Verheißungen Gottes es gibt, in ihm ist das Ja, deshalb auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre durch uns.“

(2. Korinther 1, 20)

Ein Überrest aus Israel wird die in Jesaja 55, 1 – 5 ausgesprochene Einladung Gottes annehmen und Gott wird dieses Volk wiederherstellen und ihm den von Ihm verheißenen Platz schenken. Gott wird mit Seinem Volk einen ewigen Bund schließen und ihm die “ewigen Gnadengüter Davids“ gewähren (vgl. Jesaja 55, 3). Dieser neue Bund, den Gott mit Israel schließen wird (vgl. auch Jeremia 31, 31 – 33) gründet sich auf das vollbrachte Opfer Jesu Christi, das durch Jesaja in den Kapiteln 52, 13 bis 53, 12 prophetisch angekündigt wird. Dieser neue Bund, den Gott mit Israel schließen wird, wird, im Gegensatz zu dem Bund, den Gott mit den Israeliten am Sinai (vgl. 2. Mose 20, 1ff.; 2. Mose 34, 37 f.) schloss, nicht mehr vom Gehorsam der Menschen abhängig sein, sondern sich ganz auf die Gnade Gottes und das vollkommene Werk Christi am Kreuz von Golgatha gründen (vgl. Jesaja 42, 6; Jesaja 49, 8). Die Erlösung, die der Überrest Israels dann erfahren wird, wird nicht eine Erlösung aus Gehorsam mittels eigener Werke, sondern Erlösung aus Gnaden mittels des Glaubens sein:

“Denn durch die Gnade seid ihr gerettet, vermittels des Glaubens, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“

(Epheser 2, 8 – 9)

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Anmerkungen zu Jesaja 55, 1 – 5

1. Gottes Einladung an Israel, Seine Erlösung anzunehmen

* “He, ihr Durstigen alle, kommt zu den Wassern! Und die ihr kein Geld habt, kommt, kauft ein und esst! Ja, kommt, kauft ohne Geld und ohne Kaufpreis Wein und Milch!“ – Jesaja 55, 1 – Dieser Abschnitt beginnt mit einem Aufruf Gottes: “He!“ – Es ist also ganz offensichtlich, dass die Menschen, an die diese Botschaft gerichtet wird,  mehrheitlich sich nicht selbst Gott zuwenden, sondern zu Hinhören aufgefordert werden müssen. Gleich nach dieser Aufforderung, Gott zuzuhören folgt die Einladung Gottes. Er ruft alle, die durstig und hungrig sind, den Trank und die Nahrung zu genießen, die Er anbietet (vgl.  Johannes 4, 1 – 42; Johannes 6, 35; Offenbarung 22, 17). – Eingeladen sind alle, denn Gottes Angebot ist kostenfrei: “(…) kommt, die ihr kein Geld habt, kommt, kauft ein und esst! Ja, kommt, kauft ohne Geld und ohne Kaufpreis Wein und Milch!“ Der einzige Weg, auf dem ein solches Angebot erfolgen kann, ist, dass jemand anderes bereits bezahlt hat. Und in der Tat wurde der Preis hierfür bereits gezahlt:

“Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person richtet nach eines jeden Werk, so wandelt die Zeit eurer Fremdlingschaft in Furcht, indem ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, als eines Lammes ohne Fehl und ohne Flecken; der zwar zuvor erkannt ist vor Grundlegung der Welt, aber offenbart worden ist am Ende der Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn an Gott glaubt, der ihn aus den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit gegeben hat, damit euer Glaube und eure Hoffnung auf Gott sei.“

(1. Petrus 1, 17 – 21 ELBEDHÜ)

Das wird auch für jenen Überrest Israels gelten, der dieses Angebot in Zukunft annehmen wird, wenn sie den “Knecht“ erkennen werden, den Jesaja im 53. Kapitel seines Buches angekündigt hat und den wir bereits heute in dem Herrn Jesus Christus erkennen dürfen:

“Wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und wem ist der Arm des HERRN offenbar geworden? – Und er ist wie ein Reis vor ihm aufgeschossen und wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; und als wir ihn sahen, da hatte er kein Aussehen, dass wir ihn begehrt hätten. Er war verachtet und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, und wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt; er war verachtet, und wir haben ihn für nichts geachtet. Doch er hat unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen. Und wir, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt; doch um unserer Übertretungen willen war er verwundet, um unserer Ungerechtigkeiten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen Weg; und der HERR hat ihn treffen lassen unser aller Ungerechtigkeit. Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf. – Er ist weggenommen worden aus der Angst und aus dem Gericht. Und wer wird sein Geschlecht aussprechen? Denn er wurde abgeschnitten aus dem Land der Lebendigen: Wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen. Und man hat sein Grab bei Gottlosen bestimmt; aber bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tod, weil er kein Unrecht begangen hat und kein Trug in seinem Mund gewesen ist. Doch dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen, er hat ihn leiden lassen. Wenn seine Seele das Schuldopfer gestellt haben wird, so wird er Samen sehen, er wird seine Tage verlängern; und das Wohlgefallen des HERRN wird in seiner Hand gedeihen. Von der Mühsal seiner Seele wird er Frucht sehen und sich sättigen. Durch seine Erkenntnis wird mein gerechter Knecht die Vielen zur Gerechtigkeit weisen, und ihre Ungerechtigkeiten wird er auf sich laden. Darum werde ich ihm Anteil geben an den Vielen, und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen: dafür, dass er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod und den Übertretern beigezählt worden ist; er aber hat die Sünde vieler getragen und für die Übertreter Fürbitte getan.“

(Jesaja 53,  – 12 ELBEDHÜ)

* “Warum wiegt ihr Geld ab für das, was nicht Brot ist, und euren Erwerb für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich und esst das Gute, und eure Seele labe sich an Fettem!“ – Jesaja 55, 2 – Wie verrückt ist es, dass Menschen ihr hart erarbeitetes Geld für etwas ausgeben, dass sie nicht wirklich befriedigt. Und doch tun es Menschen andauernd, sowohl im säkularen Bereich als auch im geistlichen Bereich. Wieviel Geld wird in unserer Gesellschaft für “Selbsthilfe-Literatur“ ausgegeben! Es ist ein Millionengeschäft. Aber kaum einer scheint darüber nachzudenken, dass diese “Selbsthilferatgeber“ wirkungslos sind. Wären sie wirklich hilfreich, würden sich ja nicht immer mehr davon verkaufen. Genauso steht es um alle “geistlichen Selbsthilfemethoden“. In Gottes Wort allein wird uns alles gegeben, was uns wirkliche Hilfe bietet (2. Petrus 1, 3 – 11). Gott ruft durch den Propheten Jesaja dazu auf, Ihm genau zuzuhören. Wer das wirklich möchte, muss seine Ohren von allen anderen Heilsversprechungen abwenden.  Nur dann, wenn wir sorgsam auf Sein Wort hören, indem wir unser Herz danach ausrichten, kommen wir in den Genuss der Fülle Gottes, wie Er sie uns anbietet:

“Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motte und Rost zerstören und wo Diebe einbrechen und stehlen;  sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost zerstören und wo Diebe nicht einbrechen und nicht stehlen; denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.

(Matthäus 6, 19 – 21 ELBEDHÜ)

Die Entscheidung, ob wir hart arbeiten und am Ende Nichts davon haben, oder ob wir das kostenfreie Angebot Gottes, dass Er sich hat alles kosten lassen, annehmen und damit alles gewinnen – sie liegt bei uns.

* “Neigt euer Ohr und kommt zu mir; hört, und eure Seele wird leben. Und ich will einen ewigen Bund mit euch schließen: die sicheren Gnaden Davids. –“ – Jesaja 55, 3 – Ein drittes Mal fordert Gott dazu auf, Ihm zuzuhören. Im Hören Seines Wortes liegt das Leben. Es ist das Wort Gottes, durch das dieses ganze Universum ins Leben gerufen wurde:

“Durch Glauben verstehen wir, dass die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind, so dass das, was man sieht, nicht aus Erscheinendem geworden ist.

(Hebräer 11, 3 ELBEDHÜ)

Es ist dasselbe Wort Gottes, durch das ein sündiger Mensch eine neue Schöpfung in Christus werden kann:

“Da ihr eure Seelen gereinigt habt durch den Gehorsam gegen die Wahrheit zur ungeheuchelten Bruderliebe, so liebt einander mit Inbrunst aus reinem Herzen, die ihr nicht wiedergeboren seid aus verweslichem Samen, sondern aus unverweslichem, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes; denn „alles Fleisch ist wie Gras, und all seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt, und die Blume ist abgefallen; das Wort des Herrn aber bleibt in Ewigkeit.“ Dies aber ist das Wort, das euch verkündigt worden ist.

(1. Petrus 1, 22 – 25 ELBEDHÜ)

Das Wort Gottes zu hören und dem Wort Gottes Glauben zu schenken ist also heilsentscheidend:

“Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben; (…)“

(Johannes 6, 63 ELBEDHÜ)

Mit dem Überrest Israels, der auf das Wort Gottes hören und zum Glauben an den Messias-Erlöser Jesus Christus finden wird, wird Gott einen ewigen Bund schließen. Als Gläubige des gegenwärtigen Zeitalters der Gnade sind wir mit Gott nicht durch einen Bund verbunden, sondern stehen in einer Kindschaftsbeziehung zu Ihm, unserem himmlischen Vater  (vgl. dazu auch: “Der neue Bund  – Jeremia 31, 31 – 33 – und wir“: Klick!) Jenen, die den Überrest Israels bilden werden, verheißt Gott zudem, dass Er ihnen die “die sicheren Gnaden Davids“ schenken wird. Gott hatte mit David einen Bund geschlossen (2. Samuel 7, 16). Auch bei diesem Bund handelt es sich um einen “ewigen Bund“. Doch David und seine Nachfahren hatten in der Erfüllung dieses Bundes gegenüber Gott versagt. In Seiner Treue wird Gott diesen Bund jedoch erneuern  (2. Samuel 7, 12 – 16; 1. Chronik 17, 23 – 26; Psalm 89, 35 – 38). Der Garant für diesen Bund wird dann allerdings nicht mehr David sein, sondern der Messias-Erlöser, der auferstandene Herr Jesus Christus:

“Dass er ihn aber aus den Toten auferweckt hat, damit er nicht mehr zur Verwesung zurückkehre, hat er so ausgesprochen: „Ich werde euch die zuverlässigen Gnaden Davids geben.““

(Apostelgeschichte 13, 34 ELBEDHÜ)

Denn Er ist der einzige Nachkomme Davids, der Gott in allem gehorsam war und diesen Bund nie gebrochen hat:

“Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt von Galiläa gesandt, mit Namen Nazareth, zu einer Jungfrau, die mit einem Mann verlobt war, mit Namen Joseph, aus dem Haus Davids; und der Name der Jungfrau war Maria. Und er kam zu ihr herein und sprach: Sei gegrüßt, Begnadete! Der Herr ist mit dir. Sie aber wurde über das Wort bestürzt und überlegte, was für ein Gruß dies sei. Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden; und siehe, du wirst im Leib empfangen und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird über das Haus Jakobs herrschen in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.

(Lukas 1, 26 – 33 ELBEDHÜ)

“[Denn] diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus war, der, da er in Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein, sondern sich selbst zu nichts machte und Knechtsgestalt annahm, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist, und, in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte, indem er gehorsam wurde bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz. Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen gegeben, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters.

(Philipper 2, 5 – 11 ELBEDHÜ)

* “Siehe, ich habe ihn zu einem Zeugen für Völkerschaften gesetzt, zum Fürsten und Gebieter von Völkerschaften.“ – Jesaja 55, 4 – Die zwei folgenden Verse befassen sich nun intensiver mit der Person des Messias-Erlösers, dem auferstandenen Herrn Jesus Christus, dem Garanten des Bundes, den Gott mit dem Überrest Israels schließen wird. Er wird nicht nur ein Erlöser für Israel sein, sondern ein Erlöser für die ganze Welt (Johannes 3, 16), denn Gott hat Ihn zu einem Zeugen für Völkerschaften gesetzt und Er wird, in dem kommenden Reich Gottes auf Erden, auch der Fürst und Gebieter aller Völkerschaften sein. Hier kündigt Gott also an, dass Sein Heil ein Heil für die gesamte Welt sein wird, denn Sein Heiland ist der Heiland der Welt (Johannes 4, 42; 1. Johannes 4, 14).  Ich werde auf diese Tatsache etwas weiter unten noch ausführlicher eingehen.

* “Siehe, du wirst eine Nation herbeirufen, die du nicht kanntest; und eine Nation, die dich nicht kannte, wird dir zulaufen, um des HERRN willen, deines Gottes, und wegen des Heiligen Israels; denn er hat dich herrlich gemacht.“ – Jesaja 55, 5 – Diese Worte richtet Gott an den Messias-Erlöser. Wenn Er Seine Herrschaft auf diese Erde antreten und das Reich Gottes aufrichten wird, dann wird Er “eine Nation herbeirufen“, die Er nicht kannte und die ihrerseits Ihn nicht kannte. Gemeint sind jene Menschen aus den Nationen, die nach der Entrückung der Versammlung (= Gemeinde / Kirche) zum Glauben an Christus finden und unter Seiner Herrschaft im Tausendjährigen Reich auf dieser Erde leben werden (vgl. Matthäus 25, 31 – 40; Psalm 18, 44; Sacharja 8, 22).

1.2. Gottes Einladung an die Welt, Seine Erlösung anzunehmen

Wie wir gehen haben, ergeht diese Einladung, Gottes Erlösung anzunehmen, zuerst und primär an das Volk Israel. Aber aus Jesaja 52, 15, Jesaja 53, 11 – 12 und vielen anderen Stellen wird deutlich, dass Gott diese Einladung über das Volk Israel hinaus an alle Menschen richtet – es ist ein “Angebot für jeden“.
Das, was in Bezug auf Israel erst in der Zukunft Realität werden wird, kann jeder Mensch, völlig unabhängig von seiner Nationalität, heute schon (Johannes 3, 16; Matthäus 11, 27 – 30) empfangen und erleben: Erlösung durch Jesus Christus Epheser 2, 1 – 9), Frieden mit Gott (Römer 5, 1) und ewiges Leben als Kind Gottes (Johannes 3, 1 – 6; Johannes 10, 10).

Wasser, Getreide, Wein und Milch

Kaufen – ohne Geld! Wer würde sich das nicht manchmal wünschen? Bei Gott ist das möglich. Gottes Angebot der Erlösung ist ein Gnadenangebot. In Jesaja 55, 1 bietet Er allen Menschen “Wasser, Getreide, Wein und Milch“ an. Fällt uns dabei etwas auf? Eigentlich würden doch Wasser und Getreide zum Lebenserhalt ausreichen, oder? Mit Wasser kann man seinen Durst löschen und aus Wasser und Getreide lässt sich ein einfaches Brot herstellen, mit dem man seinen Hunger stillen kann. Doch Gott bietet uns viel mehr, als nur das Allernötigste. Er gibt auch “Wein und Milch“. In Seinem Sohn gibt uns Gott das “Wasser des Lebens“ (Johannes 4, 14) und das “Brot des Lebens“ (Johannes 6, 47 – 51). Ohne Jesus Christus und Sein Werk am Kreuz wäre Leben in der Gemeinschaft mit Gott nicht möglich. Nur durch Ihn ist der Weg in eine lebendige Beziehung zu Gott frei geworden (Johannes 14, 6). Aber wessen Lebensdurst durch das “Wasser des Lebens“ und wessen Lebenshunger durch das “Brot des Lebens“ gestillt wurde, der empfängt auch “Wein und Milch“. Wein ist in der Heiligen Schrift ein Bild für Freude (vgl. Psalm 104, 15; Johannes 2, 6 – 10). Gott möchte nicht, dass wir zwar erlöst, aber ohne Freude leben. Ganz im Gegenteil, Er möchte, dass wir in der Gemeinschaft mit Ihm Freude erleben, die über die Freude, die uns diese vergängliche Schöpfung zu geben vermag, hinausgeht (Johannes 15, 11; Johannes 16, 22 + 24; Johannes 17, 23). Durch Jesus Christus und Sein Werk am Kreuz ist uns der direkte Zugang in Gottes Gegenwart eröffnet worden (Römer 5, 2; Epheser 3, 12). An dieser direkten Gegenwart Gottes dürfen wir zu jeder Zeit erfreuen:

“Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich!“

(Psalm 16, 11)

“Da wir nun, ihr Brüder, kraft des Blutes Jesu Freimütigkeit haben zum Eingang in das Heiligtum, welchen er uns eingeweiht hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang hindurch, das heißt, durch sein Fleisch,  und einen so großen Priester über das Haus Gottes haben,  so lasset uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in voller Glaubenszuversicht, durch Besprengung der Herzen los vom bösen Gewissen und gewaschen am Leibe mit reinem Wasser. „

(Hebräer 10, 19 – 22)

Gottes Gnadenangebot geht, wie gesagt, weit über das “lebensnotwendige“ hinaus. Er will uns nicht nur eine ewige Beziehung zu Ihm schenken, sondern diese Beziehung soll uns mit vollkommener Freude erfüllen. Was könnte man sich mehr wünschen? Doch Gottes Angebot geht auch darüber noch hinaus. Gott bietet uns “Milch“ an. Aus 1. Petrus 2, 2 erfahren wir, wofür der Begriff “Milch“ steht:

“(…) und seid als neugeborene Kindlein begierig nach der unverfälschten Milch des Wortes, damit ihr durch sie heranwachst (…)“

Gott möchte gesunde, starke Kinder, die zu geistlich erwachsenen Menschen heranreifen:

“(…) damit wir nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus.“

(Epheser 4, 13 – 15)

Das Mittel, das Er uns dazu gegeben hat, ist Sein Wort. Wir nehmen dieses Wort durch die Verkündigung zu uns, aber das ist nicht genug. Jede Gläubige muss sich täglich aus Gottes Wort ernähren, diese Milch, die Gott uns darreicht, zu sich nehmen, d.h. es betend lesen, darüber nachsinnen und es im täglichen Leben anwenden. So wie wir nicht von einer oder zwei Mahlzeiten pro Woche leben können, so können wir auch geistlich nicht wirklich leben und wachsen, wenn wir Gottes Wort nur ein- oder zweimal pro Woche hören. Menschen, die nur zweimal pro Woche essen würden, würden sehr schnell Mangelerscheinungen zeigen und nach kurzer Zeit an Hunger sterben. Leider gibt es viele Gläubige, die das Angebot Gottes vernachlässigen und darum geistlich schwach und kränklich sind. Wie traurig muss es Gott machen, wenn wir Sein Angebot ausschlagen und so immer im Stadium eines “geistlichen Babys“ oder eines “geistlichen Kleinkindes“ verharren. Wie traurig muss es Gott machen, wenn Versammlungen (= Gemeinden) einem “geistlichen Kindergarten“ ähneln? Nein, Gott möchte, dass wir geistlich erwachsen werden, er wünscht sich geistliche Väter und Mütter (1. Johannes 2, 13 – 14) und dazu reicht Er uns täglich die “Milch“ Seines Wortes dar.

Kaufen – ohne Geld!

Gott bietet uns, wie gesagt, nicht nur das Nötigste an, sondern alles, was wir brauchen (2. Petrus 1, 3!). Wie aber kommen wir in den Genuß dieser Gaben? Wie  nehmen wir dieses Angebot ganz praktisch für uns an? Gott fordert uns auf, zu “kaufen ohne Geld“. Auf den ersten Blick scheint das ein Widerspruch zu sein. Wenn Gottes Angebot doch ein Gnadenangebot ist, wenn wir seine Gaben also “ohne Kaufpreis“, “ohne Geld“ erhalten, warum müssen wir sie dann kaufen?
Der Begriff “kaufen“, der in diesem Zusammenhang von Gott benutzt wird, soll uns den Wert der Gaben Gottes vor Augen führen. Gottes Angebot ist kostenlos – wir müssen nichts dafür bezahlen. Aber diese Gaben waren für Gott nicht ohne Kosten – sie kosteten Ihn Sein Herz, Seinen einzigen Sohn:

“(…) da ihr ja wisset, daß ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blute Christi, als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes (…)“

(1. Petrus 1, 18 – 19)

Gold und Silber, ja aller Reichtum der Welt, hätte uns nicht erlösen können. Nur durch das Blut des Sohnes Gottes, der Sein Leben für uns gab, konnte Erlösung geschehen. Wer zu Gott kommt und “ohne Geld kaufen will“, der muss sich bewusst sein, dass er selbst nichts zu bringen hat. Kein Mensch hätte den Preis für seine eigene Erlösung, geschweigedenn den Preis für die Erlösung anderer, zahlen können (Psalm 49, 8 – 9). Wir haben (geistlichen) Durst und (geistlichen) Hunger, aber wir besitzen nichts, absolut nichts, womit wir das Wasser und das Brot  erwerben könnten, mit dem dieser Durst und dieser Hunger gestillt werden kann. Wer das anerkennt – seinen eigenen Mangel – und ihn vor Gott im Gebet bekennt, der “kauft“ ohne Geld und dem empfängt, was Gott ihm verheißt:

“(…) die Gnadengabe Gottes (ist) das ewige Leben in Christus Jesus, unsrem Herrn.“

(Römer 6, 23)

Haben Sie das Angebot Gottes schon angenommen?

 

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