Weit überwinden – durch den, der uns geliebt hat – Anmerkungen zu 1. Johannes 5, 1 – 5

653978_web_R_K_by_lichtkunst.73_pixelio.de

„Mauer“ * Foto: lichtkunst.73 / pixelio.de

Weit überwinden – durch den, der uns geliebt hat – Anmerkungen zu 1. Johannes 5, 1 – 5

Als Grundlage der Wortverkündigung für den kommenden Sonntag wurde ein Vers  aus dem 1. Johannesbrief (zum Hintergrund des 1. Johannesbriefes siehe: Klick!) gewählt. Wir betrachten diesen Vers nachfolgend in seinem Kontext:

“Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott geboren; und jeder, der den liebt, der geboren hat, liebt auch den, der aus ihm geboren ist. Hieran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. Denn dies ist die Liebe Gottes, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube. Wer ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?

(1. Johannes 5, 1 – 5 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

 

Grundlegende  Bemerkungen

In seinem ersten Brief gebraucht der Apostel Johannes Worte, die uns zum großen Teil sehr bekannt sind (Glaube, glauben, Vater, Kinder, Sohn, Wahrheit, Licht, Liebe etc.). Es sind einfache Worte. Aber – und hier treffen wir auf eine der Herausforderungen im Zusammenhang mit diesem Brief – hinter den einfach zu verstehenden Worten und prägnanten Sätzen stehen oftmals Grundsätze bzw. ganze Konzepte der christlichen Lehre, die wir genau beachten müssen. Wir werden dies später im Vergleich von 1. Johannes 5, 1 und 1. Johannes 5, 5 sehen.
Der  Textabschnitt, mit dem wir uns heute beschäftigen, umfasst  1. Johannes 3, 241. Johannes 5, 5. Das große Thema, das diesen Abschnitt bestimmt, ist das Bleiben bzw. Wohnen Gottes in dem Gläubigen und das Bleiben bzw. Wohnen des Gläubigen in Gott. (Das in diesem Zusammenhang gebrauchte griechische Wort “μένω“ [“meno“] kann allgemein “bleiben“, an einem Ort bleiben/wohnen, in einer Erwartung verharren, einen Zustand fortsetzen, eine Aufgabe ausdauernd zu erfüllen, dauerhaft in einer Beziehung leben, untrennbar miteinander verbunden sein, bedeuten.)  Der große Fokus des “Bleibens/Wohnens“ ist, wie wir sehen werden, unterlegt mit zwei weiteren großen Themen: Liebe und Glaube.
Da ich bereits in meinem Artikel “In Gottes Liebe bleiben – Anmerkungen zu 1. Johannes 4, 1 ff.“ sehr ausführlich darauf eingegangen bin, wie der Zusammenhang zwischen dem “Bleiben/Wohnen in Gott“ und dem “Halten der Gebote“ zu versehen ist, will ich diese Ausführungen hier nicht wiederholen, sondern nur darauf verweisen: Klick!
Nachdem der Apostel Johannes in 1. Johannes 3, 24 die Bedeutung des Bleibens/Wohnens in Gott hervorgehoben hat, führt er seinen Lesern in 1. Johannes 4, 1 – 6 die Gefahr von Irrlehre vor Augen.
Danach geht der Apostel auf die brüderliche Liebe als eines der Kennzeichen des wahren geistlichen Lebens ein (1. Johannes 4, 7 – 8). Diese Liebe, so erklärt er, haben wir nicht aus uns. Diese Liebe hat ihren Ursprung in der Liebe Gottes zu uns, die im Sühnetod Seines Sohnes ihren höchsten Ausdruck gefunden hat (1. Johannes 4, 9 – 10). Wenn ein Mensch wirklich Leben aus Gott empfangen hat, wird daraus Liebe zu Gott und Liebe zum Bruder erwachsen. Wenn die Liebe Gottes in uns (Römer 5, 5) Liebe zu unseren Mitgläubigen und Liebe zu unseren Mitmenschen bewirkt, dann wird auf diese Weise der unsichtbare Gott vor der Welt sichtbar. Das ist die Art und Weise, wie Gott sich in dieser Heilsepoche  den Menschen offenbaren will (1. Johannes 4, 11 – 12).
Johannes belehrt uns anschließend, wie wir erkennen können, dass Gott in uns bleibt/wohnt und wir in Ihm bleiben/wohnen: Christen stehen in einer unauflösbaren Beziehung mit Gott, weil Er uns Seinen Geist gegeben hat (1. Johannes 3, 13). Es ist der Heilige Geist in uns, der unserem Geist bezeugt, dass wir Gottes Kinder sind (Römer 8, 16). Und es ist der Heilige Geist in uns, der uns Gewissheit schenkt, dass wir in Gott bleiben/wohnen und Gott in uns bleibt/wohnt.
Eine Folge dieser Gewissheit, die der Heilige Geist uns schenkt, ist, dass wir kraftvolle Zeugen für Jesus Christus sein können. Das kommt in 1. Johannes 3, 14 – 15 zum Ausdruck: Wir bezeugen Jesus Christus als Heiland/Erlöser der Welt und bekennen uns zu Ihm als dem Sohn Gottes. Wer das tut, der offenbart dadurch ebenfalls, dass Gott in ihm bleibt/wohnt und er in Gott bleibt/wohnt. In Ihm, dem Sohn Gottes und Heiland der Welt, hat die Liebe Gottes ihren höchsten Ausdruck gefunden. Wer das erkennt und glaubt, der bleibt in dieser Liebe, d.h. er erfreut sich der Gemeinschaft mit Gott, seinem himmlischen Vater und genießt dessen Liebe (1. Johannes 4, 16).
Damit kann Johannes zu einem sehr wichtigen Punkt übergehen: Wenn ein Mensch die Liebe Gottes erfahren hat, indem er Vergebung seiner Schuld und ewiges Leben durch Jesus Christus empfangen hat (1. Johannes 4, 7 – 10), und wenn im Leben dieses Menschen dann die Natur Gottes dadurch offenbar wurde, dass er Gott und die Brüder liebt (1. Johannes 4, 11 – 16), dann “ist die Liebe mit uns vollendet worden“. Gottes Liebe hat ihr Ziel erreicht! Als Folge davon können wir nun am Tag des Gerichts Freimut haben. Denn die vollkommene Liebe Gottes  – nicht unsere Werke, Taten, Selbstverbesserungsversuche – bedeutet das Ende jeglicher Furcht (i.S. von Angst) (1. Johannes 4, 18).
Gottes vollkommene Liebe führt dazu, dass wir lieben können (1. Johannes 4, 19). Noch einmal kommt der Apostel auf die Bruderliebe zu sprechen und macht deutlich, dass die Behauptung, Gott zu lieben, den Hass, die Ablehnung des Bruders ausschließt (1. Johannes 4, 20). Die Bruderliebe ist ein Gebot Gottes (1. Johannes 4, 21), doch es ist, wenn wir Leben aus Gott empfangen haben (Epheser 4, 18; 1. Petrus 1, 23) kein schweres Gebot. Denn wir tun dann ja nur, was unserer neuen Natur entspricht. In dem nun beginnenden 5. Kapitel des 1. Johannesbriefs, wird die Thematik der Bruderliebe weiter vertieft, ehe der Apostel dann auf die Bedeutung des Glaubens zu sprechen kommt.

Anmerkungen zu 1. Johannes 5, 1 – 5

* “Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott geboren; und jeder, der den liebt, der geboren hat, liebt auch den, der aus ihm geboren ist.“1. Johannes 5, 1 – Im ersten Vers dieses neuen Kapitels sagt uns Johannes, wer unser Bruder ist. Die Definition dieses Begriffs obliegt nicht uns, unseren Sympathien oder Antipathien, sondern allein Gott. Durch Gottes Geist inspiriert teilt und der Apostel diese Definition mit. Zuerst werden wir darauf hingewiesen, dass jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, aus Gott geboren ist. Bereits in 1. Johannes 4, 1 – 6 hat uns Johannes darüber aufgeklärt, dass es (bereits zu seiner Zeit) viele falsche Lehren über die wunderbare Person unseres Herrn und Erlöser gab bzw. gibt. Eine dieser falschen Lehren war bzw. ist, dass man in Jesus Christus nur einen weisen Lehrer, revolutionären Wanderprediger o.ä. sah/sieht.  Um von neuem geboren zu werden (Johannes 3, 1 – 6) ist es jedoch unerlässlich, so Johannes, dass man glaubt, dass Jesus der Christus ist. Was bedeutet das?  Das griechische Wort “Christus“ bedeutet “Gesalbter“ und ist die Entsprechung des hebräischen “Messias“. Diesen Messias-Erlöser hatte Gott dem Volk Israel und darüber hinaus der Menschheit verheißen (vgl. 1. Mose 3, 15; Jesaja 7, 14; Micha 5, 1 u.v.a.m.) In Jesus Christus erfüllte sich diese Verheißung Gottes (Galater 4, 4; Matthäus 1, 18 – 25; Matthäus 2, 1 u.v.a.m.), ER ist der verheißene Erlöser. Wer das glaubt, der ist von neuem geboren, der ist ein Christ. Das ist die klare und eindeutige Aussage, die Johannes hier trifft. Wer an der wahren Person des Erlösers vorbei geht, der mag sich Christ nennen, dass er es aber wirklich ist, wird durch diese prägnant Aussage des Apostels eindeutig verneint. Wie sollte der Erlöser einem Menschen auch ewiges, göttliches Leben schenken können, wenn dieser Mensch weder an den Erlöser noch an die Möglichkeit ewigen Lebens glaubt, dass nur durch diesen Erlöser empfangen werden kann?
Nachdem Johannes also eindeutig definiert hat, wer ein Christ ist, geht er wieder zur Bruderliebe über und sagt, dass jeder, der den liebt, der geboren hat – also Gott, der die neue Geburt aus Wasser und Geist (Johannes 3, 1 – 6) schenkt – auch den liebt, der aus Gott geboren ist – d.h. also jeden wahren Gläubigen.
Jeder Konzentration unserer Bruderliebe auf Angehörige irgendeiner bestimmten religiösen Organisation wird also durch den Apostel Johannes eine eindeutige Absage erteilt. Wer aus Gott geboren ist – also jeder, der glaubt, dass Jesus Christus der verheißene und nach Gottes Plan gekommene Erlöser ist -, wird Gott lieben und jeden anderen, der ebenfalls aus Gott geboren ist. Punkt. Entscheidend ist nicht die Zugehörigkeit zu irgendeiner Gruppe, sondern die Zugehörigkeit zu dem Erlöser Jesus Christus.

* “Hieran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten.“1. Johannes 5, 2 – Unsere Liebe zu allen Kindern Gottes, d.h. allen, die glauben, dass Jesus der Christus ist, soll sich darin zeigen, dass wir Gott lieben und seine Gebote halten.
Wahre Liebe zu den Mitgläubigen hat die Liebe zu Gott zum Zentrum. Die Liebe zu Gott führt dazu, dass der Gläubige Gottes Willen, der sich in Seinen Geboten ausdrückt, tun möchte. Das kann uns in Konflikte führen, wenn andere Gläubige den Geboten Gottes – zeitweise oder auf Dauer – weniger oder sogar gar keine Achtung mehr schenken. Was Johannes uns hier sagt, ist, dass wir unsere Mitgläubigen nicht wirklich lieben, wenn wir der Sünde in ihrem Leben gleichgültig gegenüber stehen. Wahre Liebe wird alles daran setzen, dass solche Gläubigen wieder in den vollen Genuss der Gemeinschaft mit Gott zurück finden. Wie dies geschehen soll, wird uns in Galater 6, 1 – 2 (ELBEDHÜ) gezeigt :

“Brüder, wenn auch ein Mensch von einem Fehltritt übereilt würde, so bringt ihr, die Geistlichen, einen solchen wieder zurecht im Geist der Sanftmut, wobei du auf dich selbst siehst, dass nicht auch du versucht werdest. Einer trage des anderen Lasten, und so erfüllt das Gesetz des Christus.“

* “Denn dies ist die Liebe Gottes, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer.“1. Johannes 5, 3 – Unsere Liebe zu Gott drückt sich darin aus, dass wir Seine Gebote halten.  Doch wenn wir wirklich Leben aus Gott empfangen haben (Epheser 4, 18; 1. Petrus 1, 23), dann  ist es für uns nicht schwer, Seine Gebote zu halten.  Denn wir tun ja dann nur, was unserer neuen Natur entspricht.

* “Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.“1. Johannes 5, 4 – Nachdem bisher der Fokus des Apostels auf der Liebe lag, wendet er sich nun dem Glauben zu (Glaube wird in diesem Brief in fünf Stellen erwähnt [1. Johannes 2, 23; 1. Johannes 4, 1 + 16; 1. Johannes 5, 1 + 4]).
Warum vollzieht Johannes diesen Wechsel? Die Antwort liegt in Vers 3. Obwohl die Gebote Gottes für den aus Gott Geborenen nicht schwer sind, gibt es etwas, das ihn daran hindern will, diese Gebote Gottes zu halten. Es ist die Welt. Wenn Johannes diesen Begriff benutzt, dann ist damit nicht die Schöpfung Gottes gemeint, sondern alles, was in dieser Welt dem Willen und Plan Gottes entgegen gesetzt ist (vgl. 1. Johannes 2, 16 – 17). Hinter all‘ dem steht “der Geist dieser Welt“ (Epheser 2, 2) und dieser widersteht Gott und damit auch allen, die zu Gott gehören (vgl. Epheser 6, 12). Ein Ziel dieses Geistes ist es, Gläubige, die aus der Welt heraus gerettet wurden (Galater 1, 4; Apostelgeschichte 2, 40; Philipper 2, 15) wieder unter den Einfluss derselben zu bringen, um so ihr Zeugnis für Gott in dieser Welt unglaubwürdig zu machen, es quasi zu neutralisieren. Doch wenn ein Gläubiger dazu gebracht wird, sich wieder der gottlosen Welt anzugleichen, ja anzuschließen, dann geschieht zweierlei: Diese Gläubige nimmt damit eine Position ein, die im Widerspruch zu Gott steht (Jakobus 4, 4; Galater 1, 10) und die Bruderliebe eines solchen Gläubigen wird durch die Liebe zur Welt ersetzt. Ein Beispiel für eine solche Entwicklung ist Demas. Zweimal wird er als Mitarbeiter des Apostels Paulus in dessen Briefen erwähnt (Kolosser 4, 15; Philemon 1, 24). In einer dritten Stelle, die sich im 2. Timotheusbrief findet, muss der Apostel mitteilen:

“(…) Demas hat mich verlassen, weil er die jetzige Weltzeit liebgewonnen hat, und ist nach Thessalonich gezogen, (…)“

(2. Timotheus 4, 10; LUTH’84)

Doch Gott hat dem Gläubigen etwas geschenkt, womit dieser der Verführung der Welt nicht nur widerstehen, sondern dieselbe auch überwinden kann. Johannes sagt uns in diesem Vers: “(…) alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt (…)“. Hier geht es nicht um den Gläubigen an sich, der Apostel sagt ja “alles“, nicht “jeder“. Hier geht es um die neue Natur (2. Korinther 5, 17; Johannes 17, 16), das göttliche Leben in dem Gläubigen. Kein Gläubiger überwindet aus sich selbst heraus. Kein Gläubiger überwindet, weil er so stark, so diszipliniert ist. Es ist einzig und allein “Christus in uns“ (Kolosser 1, 27), durch den wir diese Welt überwinden können. Durch den Geist Gottes lebt Er in uns und  Er hat diese Welt bereits überwunden:

“Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.“

(Johannes 16, 33; ELBEDHÜ)

Wie wird dies ganz praktisch möglich? Auch auf diese Frage gibt Johannes uns eine Antwort: “(…) dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.“ Durch den Glauben sind wir, seitdem wir von neuem geboren wurden,  mit dem Überwinder – Jesus Christus – zu einer untrennbaren Einheit verbunden (siehe oben: Gott bleibt/wohnt in uns, wir bleiben/wohnen in Gott). Nun geht es darum, dass diese Einheit mit unserem Herrn Jesus Christus durch den Glauben verwirklicht wird. Wie das geschieht, erläutert Johannes im folgenden Vers:

* “Wer ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?“1. Johannes 5, 5 – Zum Abschluss dieses Abschnitts stellt uns Johannes noch einmal die Person unseres Erlösers vor Augen. So, wie Johannes in Vers 1 dieses Kapitels deutlich gemacht hat, dass man nur dann Christ sein kann, wenn man glaubt, dass Jesus der Christus ist, so macht der Apostel hier deutlich, dass wir die Welt nur dann überwinden können, wenn wir glauben, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Was versteht die Heilige Schrift unter dem Begriff “Sohn Gottes“? Zuerst einmal macht das Neue Testament an zahlreichen Stellen deutlich, dass der Sohn Gottes eine Person der göttlichen Dreieinigkeit und damit Gott ist (Johannes 1, 1 – 4; Offenbarung 19, 13; Johannes 17, 5; Hebräer 1, 8; Judas 1, 25; Römer 9, 5😉 .Darum erfolgt die christliche Taufe auch auf “den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Matthäus 28, 19), d.h. auf alle drei Personen der Gottheit. Er, Jesus Christus, ist der Sohn Gottes von Ewigkeit her (Johannes 8, 58; Johannes 1, 30).  Bereits vor Seiner Menschwerdung hatte er dieselbe Herrlichkeit bei Gott, wie Gott, der Vater (Johannes 17, 5; Johannes 17, 24). Er und der Vater sind eins (Johannes 10, 30).
Es ist hier nicht möglich, auf alle Aussagen der Heiligen Schrift über den Sohn Gottes von Ewigkeit einzugehen. Zwei Aussagen, die in Bezug auf 1. Johannes 5, 5 besondere Bedeutung haben, müssen wir jedoch unbedingt betrachten:

1) Gott offenbarte (und offenbart sich bis heute!) einzig und allein durch den Sohn Gottes (vgl. Johannes 1, 18; Johannes 6, 46; Matthäus 11, 27; und ganz besonders Johannes 14, 9; Hebräer 1, 3). Aus diesem Grund kann auch niemand zu Gott, dem Vater kommen als nur allein durch den Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes von Ewigkeit her:

“Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“

(Johannes 14, 6; ELBEDHÜ)

2) Genau an diesem Anspruch Jesu Christi, der Sohn Gottes, die vollkommene Offenbarung Gottes und darum auch der einzige Weg zu Gott, dem Vater zu sein, scheiden sich –  im wahrsten Sinne des Wortes-, die Geister. Das war so, als der Sohn Gottes auf dieser Erde war (vgl. Johannes 8, 52 – 59; Johannes 10, 22 – 33) und das ist bis heute so, wo viele, sogar sich christlich nennende Menschen, die Gottessohnschaft Jesu Christi ablehnen, ja leugnen. Es war genau dieser Anspruch Jesu Christi, der zu seiner endgültigen Verwerfung führte:

“Die Hohenpriester aber und das ganze Synedrium suchten falsches Zeugnis gegen Jesus, um ihn zu Tode zu bringen; und sie fanden keins, obwohl viele falsche Zeugen herzutraten. Zuletzt aber traten zwei herzu und sprachen: Dieser sagte: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und [ihn] in drei Tagen aufbauen. Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts? Was bringen diese gegen dich vor? Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester [hob an und] sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes! Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt. Doch ich sage euch: Von jetzt an werdet ihr den Sohn des Menschen zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen. Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert; was brauchen wir noch Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Lästerung gehört. Was meint ihr? Sie aber antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig.“

(Matthäus 26, 59 – 66; ELBEDHÜ)

Wer jedoch den Herrn Jesus Christus als Sohn Gottes ablehnt, der lehnt auch Gott, den Vater ab, denn beide sind ja untrennbar miteinander verbunden (Johannes 10, 30). Dass die Ablehnung des Sohnes Gottes durch diese Welt auch die Ablehnung Gottes, des Vaters, einschließt, hat der Herr Jesus eindeutig zum Ausdruck gebracht:

“Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihre lieb haben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, darum hasst euch die Welt. Erinnert euch an das Wort, das ich euch gesagt habe: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten. Aber dies alles werden sie euch tun um meines Namens willen, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat. Wenn ich nicht gekommen wäre und zu ihnen geredet hätte, so hätten sie keine Sünde; jetzt aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde. Wer mich hasst, hasst auch meinen Vater. Wenn ich nicht die Werke unter ihnen getan hätte, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde; jetzt aber haben sie gesehen und doch gehasst sowohl mich als auch meinen Vater.“

(Johannes 15, 18 – 24; ELBEDHÜ)

Ein Mensch, selbst wenn er sich Christ nennt, kann die Welt nicht überwinden, wenn er den Anspruch Jesu Christi, der Sohn Gottes von Ewigkeit her zu sein, ablehnt. Denn damit macht sich dieser Mensch ja mit dem Geist dieser Welt eins, die den Sohn Gottes abgelehnt hat! Ein solcher Mensch verwirft auch Gott, den Vater, denn von Ihm wissen wir:

“Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.“

(Johannes 3, 35; ELBEDHÜ)

Wie kann jemand, der den Sohn Gottes, der das Objekt der Liebe des Vaters ist,  ablehnt, gleichzeitig glauben, er habe eine Beziehung zu Gott? Nein, nur der kann die Welt überwinden, der glaubt, dass “Jesus der Sohn Gottes ist“. Nur wer den Sohn hat, hat auch den Vater:

“Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater.“

(1. Johannes 2, 23; ELBEDHÜ)

Jeder, der “glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist“ (1. Johannes 5, 5) stellt sich damit auf die Seite Jesu Christi, des von der Welt verworfenen Erlösers. Wer immer aber seinen Platz heute an der Seite des jetzt Verworfenen einnimmt und auf diese Weise seine Liebe zu dem Sohn Gottes zum Ausdruck bringt, von dem sagt der Herr Jesus Christus:

“An jenem Tag werdet ihr bitten in meinem Namen, und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich lieb gehabt und geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin von dem Vater ausgegangen und bin in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.“

(Johannes 16, 26 – 28; ELBEDHÜ)

Noch viele andere Verheißungen werden denen von Gott zugesprochen, die jetzt die Verwerfung Seines geliebten Sohnes teilen (vgl. 1. Petrus 4, 12 – 14; Römer 8, 14 – 18; 2. Timotheus 2, 11 – 13; Offenbarung 20, 6). Wer durch den Glauben an den Sohn Gottes diesen Platz einnimmt, der trennt sich damit auch  “automatisch“ von der Welt, die Ihn verworfen hat. Demenstprechend muss uns die Ablehnung, mit der uns die Welt begegnet, nicht verwundern (Johannes 15, 18-20; Johannes 17, 14; 1. Johannes 3, 13). Je mehr aber wir uns mit dem Sohn Gottes und Seiner Liebe beschäftigen, je mehr Raum Er in unseren Herzen bekommt, desto mehr werden wir auch die Welt, ihre Ablehnung und ihre Verführungen überwinden:

“Ihr seid aus Gott, Kinder, und habt sie überwunden, weil der, der in euch ist, größer ist als der, der in der Welt ist.

(1. Johannes 4, 4; ELBEDHÜ)

“Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat.

(Römer 8, 37; ELBEDHÜ)

I'm part of Post A Day 2016

Dieser Beitrag wurde unter Glimpses/Impulse, Neues Testament, Predigt abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hier ist Platz für Ihre Meinung

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s