Die Bedeutung biblischer Prophetie (3)

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Herbstwald * Foto: Erika Strackenbrock / pixelio.de

2. Wegweisung: Das prophetische Wort ist den Gläubigen “als eine eine Lampe gegeben, welche an einem dunklen Orte leuchtet“

Zwei Drittel der Heiligen Schrift bestehen aus prophetischen Aussagen. Davon sind bis heute 80 % erfüllt, 20 % warten noch auf ihre Erfüllung. Eine der wichtigen Aufgaben des prophetischen Wortes ist es, dem Gläubigen Orientierung zu geben. Gott lässt uns nicht im Unklaren bzgl. der Dinge, die geschehen werden. In 2. Petrus 1, 19 schreibt der Apostel Petrus:

“Und so besitzen wir das prophetische Wort umso fester, auf das zu achten ihr wohltut, als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen; (…)

Auch hierzu möchte ich noch einmal William Kelly zitieren:

“Petrus schreibt also, daß die Weissagung eine von Gott gegebene Lampe für diesen dunklen Schauplatz ist. Niemand kann, ohne Schaden zu nehmen, das Licht verwerfen, welches sie auf diesen finsteren Ort wirft – diese Welt, die bald gerichtet wird. Die Prophetie zeigt uns das schreckliche Ende und dient uns als Schutz während unseres Weges hindurch. Als eine Lampe für die Dunkelheit ist die Weissagung ausgezeichnet geeignet. Zu diesem Zweck wurde sie von Gott gegeben. Darum darf kein Christ sich erlauben, sie zu vernachlässigen oder über ihr Studium als eine wenig nützliche Beschäftigung hinwegzugehen, als hätte sie keinen Anspruch an Aufmerksamkeit und sei völlig ohne Lohn. (…) Die christliche Hoffnung nimmt den Christen ganz und gar aus der Welt heraus, um in der Herrlichkeit mit Christus, dem Gegenstand seines Herzens, zu weilen. Darum sagt Petrus: “Bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.“ Von welchem Zeitpunkt redet er hier? – Wenn der Christ sich diese Hoffnung zu eigen macht! Wenn die Prophetie ihn nicht mehr nur warnt, sondern auch sein Herz erreicht und mit der himmlischen Hoffnung erfüllt! Es geht um das Licht eines besseren Tages, ja, um Christus Selbst, der Quelle und dem Mittelpunkt von allem. Es ist das Aufdämmern des Tages in unseren Herzen. Es ist eine Hoffnung, die wir jetzt verwirklichen sollen, weil wir Söhne des Tages sind. [Vergl. 1. Thessalonicher 5, 5!]. Demnach sollten wir schon jetzt in unseren Herzen das Tageslicht aufdämmern und den Morgenstern aufgehen sehen. Eine aus Gott geborene Seele mag allem in der Prophetie glauben – und es ist gut, sie ganz zu beachten! – das ist indessen nicht genug. Nicht der Untergang Ninives, nicht das Gericht über die große Hure, noch die Vernichtung des Tieres sind die christliche Hoffnung. Unsere Hoffnung besteht darin, daß wir und alle Christen aus der Welt herausgenommen und in die himmlische Herrlichkeit versetzt werden. Das Licht der Lampe genügt also nicht. Wir benötigen vor allem das Tageslicht. So gut eine Lampe auch sein mag – ihre Hauptaufgabe besteht darin, an einem dunklen Ort zu leuchten, “bis der Tag anbreche.“ Es geht nicht darum, noch mehr Licht von ihr zu empfangen, sondern daß das Licht ein viel strahlenderes Wesen entfaltet, nämlich als Tageslicht. Auch meint Petrus hier nicht die tatsächliche Ankunft des Tages, sondern das Licht des Tages, bevor er selbst erscheint: “Bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.“ Christus wird in diesem himmlischen Licht dem Christen offenbar gemacht. Das ist nicht Christus, wie Er sich mit der Welt beschäftigt und die Nationen richtet. So wird Christus in der Prophetie beschrieben. Dem Christen wird Er indessen auf eine ganz andere Weise vorgestellt.“¹

Petrus möchte uns also zweierlei sagen: Das prophetische Wort wurde uns als eine Lampe gegeben (vgl. Psalm 119, 105; Sprüche 6, 23). Diese Lampe soll uns auf unserem Weg durch die Dunkelheit Licht und damit Orientierung geben. Aber die Aussage des Petrus geht noch darüber hinaus: Diese Lampe soll unseren Blick durch alle Dunkelheit hindurch auf das wahre Licht, den Morgenstern, richten, d.h. auf den kommenden Herrn Jesus Christus (vgl. Offenbarung 22, 16; 4. Mose 24, 17). Das Ziel des prophetischen Wortes ist es also nicht, uns alle Details über irgendwelche endzeitlichen Ereignisse zu liefern, sondern unseren Blick über die immer dunkler werdenden Zustände auf den Herrn Jesus Christus, das Licht der Welt, zu richten. Er ist der Morgenstern, der “in unseren Herzen aufgehen“ soll. D.h., nichts anderes, als dass Er – nicht die Ereignisse in dieser Welt, auch nicht die prophetisch angekündigten Ereignisse -, unser Herz erfüllen muss! Das ist die entscheidende Hilfe in Chaos dieser Welt. Der Apostel Petrus stellt uns den Herrn Jesus Christus vor Augen: Jesus Christus, Seine Größe, Seine herrliche Person muss unser Fokus sein! Der Blick auf Ihn allein wird uns vor Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit und damit auch vor Desorientierung bewahren (vgl. Hebräer 12, 1 – 3)!

Fußnoten:

¹= auszugsweise zitiert aus: William Kelly:  ”Einführender Vortrag zum 2. Petrusbrief”, Modul zum Bibel-Programm “The Word“

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