Die Bedeutung biblischer Prophetie (1)

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Herbstwald * Foto: Erika Strackenbrock / pixelio.de

I. Der falsche Umgang mit dem prophetischen Wort und seine Folgen für die Christenheit

Mit diesem Artikel beginne ich eine mehrteilige Serie über die Bedeutung des prophetischen Wortes für den Christen. Das Thema der biblischen Prophetie ist unter Christen nicht unumstritten. Vielfach wurde auf diesem Gebiet anstelle biblischer Exegese, also einer ernsthaften Auslegung biblischer Texte, eine Art “Zeitungsexegese“ praktiziert, d.h. man  entnahm den Medien Ereignisse, die man für die Erfüllung biblischer Prophetien hielt und suche dann die (angeblich dazu passenden) Prophetien aus der Heiligen Schrift heraus. So kam es dass man in einigen Kreisen zeitweise in Michail S. Gorbatschow, dem letzten Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der  UdSSR (KPdSU) und ersten Staatspräsidenten der Sowjetunion, den Antichristen sah und – entgegen aller neutestamentarischen Warnungen – für das Jahr 2000 bzw. für das Jahr 2012 den “Weltuntergang“ erwartete. Es war dieser unverantwortliche Umgang mit prophetischen Aussagen der Bibel, der andere ernsthafte Gläubige veranlasste, ganz und gar von jeder Beschäftigung mit dem prophetischen Wort der Heiligen Schrift abzusehen. Zu spekulativ und hypothetisch – und damit auch zu gefährlich – erschien ihnen dieses Thema. Es wurde hier, wie bereits in der Geschicvhte (siehe: “Thomas Müntzer, den Täufern von Münster und der Wiederkunft Christi“) sprichwörtlich das “Kind mit dem Badewasser ausgeschüttet“. Damit aber ging und geht immer mehr die christliche Zukunftserwartung und -hoffnung verloren, die uns im Neuen Testament als die ”glückselige Hoffnung” beschrieben wird:

”Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen, und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf, indem wir die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Jesus Christus erwarten.

(Titus 2, 11 – 13)

Mit dem Verlust dieser bedeutenden biblischen Hoffnung schwand und schwindet auch das Wissen um die Notwendigkeit der mit diesem Ereignis auf das Engste verbundenen biblischen Lehre bzgl. der persönlichen Heiligung:

”Geliebte, wir sind nun Gottes Kinder, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, daß, wenn Er offenbar werden wird, wir Ihm ähnlich sein werden; denn wir werden Ihn sehen, wie er ist.  Und ein jeglicher, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleichwie auch Er rein ist.

(1. Johannes 3,  2 – 3)

“Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt; hinfort liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, welche mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tage zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebgewonnen haben.”

(2. Timotheus 4,  7 – 8)

Obwohl Hebräer 13, 14 eindeutig lehrt, dass Christen hier auf Erden keine bleibende Stadt haben, sondern die zukünftige Stadt Gottes, das neue Jerusalem, suchen, richtete sich das Christentum, das die intensive Beschäftigung mit dem prophetischen Wort verwarf, dauerhaft in dieser Welt ein. Man erwartete nun nicht mehr das Kommen Christi zur Entrückung Seiner Versammlung (= Gemeinde/Kirche), sondern begnügte sich mit einer Christianisierung der Gesellschaft. Jemand drückte es so aus: “Die Welt wurde ‚christlich‘ und das Christentum wurde weltlich.“ Damit einhergehend verloren die Gläubigen  nicht nur weitgehend ihre Salz- und Leuchtkraft (Matthäus 5, 13 – 16), sondern auch das Bewusstsein um die Dringlichkeit der Evangeliumsverkündigung (Johannes 9, 4; Kolosser 4, 5 – 6; 2. Timotheus 4, 2). Das prophetische Gleichnis von den Zehn Jungfrauen beschreibt diese Entwicklung mit eindeutigen Worten:

”Als nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein.”

(Matthäus 25,  5)

II. Sieben Gründe für das Studium der biblischen Prophetie

Wie ich bereits an anderer Stelle (“Thomas Müntzer, die Täufer von Münster und die Wiederkunft Christi“) schrieb, haben die Erweckungsbewegungen des 19. Jahrhunderts der Bedeutung der biblischen Prophetie für den Christen wieder mehr Aufmerksamkeit verschafft. Dennoch ist es die Aufgabe einer jeden neuen Generation von Christen, sich mit den grundlegenden biblischen Lehren – und dazu gehört auch das prophetische Wort der Heiligen Schrift – selbst vertraut zu machen. Es gibt (mindestens) sieben Gründe, warum jeder Christ die biblischen Prophetien studieren sollte. Auf jeden dieser Gründe werde ich in den kommenden Wochen mit einem einzelnen Artikel eingehen.

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