Die Verheißung des Heiligen Geistes – Anmerkungen zu Johannes 14, 15 – 21

Jerusalem - Altstadt und Berg Zion

Jerusalem: Blick auf die Altstadt und den Berg Zion * Foto: By Proesi (Self-photographed) [CC BY-SA 2.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)%5D, via Wikimedia Commons

 

Das Bibelwort, das am kommenden Sonntag betrachtet werden soll, ist dem 14. Kapitel des Johannesevangeliums entnommen (zum Hintergrund des Johannesevangeliums siehe: Klick!). Wir betrachten diesen Vers in seinem Kontext: 

“Wenn ihr mich liebt, so haltet meine Gebote; und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch [ihn] kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme zu euch. Noch eine kleine Zeit, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich: Weil ich lebe, werdet auch ihr leben. An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren.“

(Johannes 14, 15 – 21 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

Zum Hintergrund von Johannes 14, 15 – 21

Der von uns zu betrachtende Abschnitt ist Teil der so genannten Abschiedsreden Jesu, d. h. des letzten Dienstes des Sohnes Gottes an den Jüngern (zum Hintergrund der so genannten Abschiedsreden Jesu in Johannes 13 – 16, siehe: Klick!)
Aus Johannes 12, 12 – 19 wissen wir, dass der Herr diese letzten Reden in Jerusalem gehalten hat. Vorausgegangen sind zum Zeitpunkt von Johannes 14, 15 – 21 bereits die Fußwaschung (Johannes 13, 1 – 20), die Bezeichnung des Verräters (Johannes 13, 21 – 29), das Verlassen der Jüngergruppe durch Judas (Johannes 13, 30), die Einsetzung des Abendmahls, die Verheißung der Entrückung (Johannes 14, 1 – 4) sowie die Verheißung im Zusammenhang mit dem Gebet im Namen Jesu (Johannes 14, 8 – 14).
Wenn wir die Abschiedsreden Jesu genauer untersuchen, dann finden wir in diesem großen Abschnitt (Johannes 13 – 16) kleinere Abschnitte, in denen sich der Herr Jesus Christus speziellen Themen widmet. Einer dieser kleineren Themenabschnitte ist Johannes 14, 1 – 24. Diese Verse enthalten tröstende Offenbarungen des Herrn. Die Herzen der Jünger waren betrübt und voller Furcht, weil der Herr ihnen Sein Leiden und Seinen Tod angekündigt hatte. Angesichts dieser kommenden Ereignisse sollten die in Johannes 14,  1 – 24 geoffenbarten Wahrheiten den Jüngern Frieden, Freude, Gewissheit und damit auch Zuversicht vermitteln. Dieser Abschnitt der tröstenden Offenbarungen des Herrn ist bemerkenswert. Angesichts dessen, was den Sohn Gottes erwartete – Seine Verwerfung, Verurteilung, Folterung und Kreuzigung – hätte man erwarten können, dass die Jünger vielleicht ein Wort des Trostes für ihren Meister gehabt hätten. Doch da finden wir nichts. Es ist der Sohn Gottes, der, dem das schwerste Leiden, das je ein Mensch in diesem Universum erfahren sollte (Matthäus 27, 46),  bevorsteht, der ihren traurigen und von Furcht erfüllten Herzen Trost spendet:
Zuerst beantwortet der Herr die Frage des Petrus (Johannes 13, 36) mit der Verheißung der ewigen Heimat der Gläubigen und ihrer Entrückung dorthin (Johannes 14, 1 – 4). Dann greift der Herr die Frage des Thomas auf und erklärt den Jüngern den Weg dorthin (Johannes 14, 5 – 7). Im Anschluss daran geht der Herr auf die Bitte des Philippus ein. Dieser wünschte, dass sein Meister den Jüngern Gott, den Vater, offenbaren möge. Der Herr beantwortet diese Bitte mit dem Hinweis der Einheit des Sohnes mit dem Vater und gibt den Jüngern zum Beweis dieser Tatsache eine Verheißung bzgl. des Gebets in Seinem Namen (Johannes 14, 8 – 14).

Anmerkungen zu Johannes 14, 15 – 21

* “Wenn ihr mich liebt, so haltet meine Gebote; (…)“ – Johannes 14, 15 –   Das Halten der Gebote des Herrn nimmt im Johannesevangelium einen wichtigen Platz ein (vgl. Johannes 8, 51; Johannes 14, 21, 23 – 24; Johannes 15, 10). Es ist von großer Wichtigkeit, dass wir die Beziehung zwischen der Liebe und dem Gehorsam gegenüber den Geboten des Herrn richtig verstehen, sonst wird unser Glaubensleben freudlos und ein “Dienst nach Vorschrift“. Das aber entspricht nicht dem Willen des Herrn.
Wie ich in den Hinweisen zum Hintergrund dieser Verse oben ausgeführt habe, erlebten die Jünger seit dem Beginn dieses letzten Abends mit ihrem Herrn einen beständigen Strom der Liebe des Sohnes Gottes (Johannes 13, 1!) Diese Liebe des Sohnes Gottes zu Seinen Jüngern fand ihren Ausdruck nicht nur in der Fußwaschung und dem letzten Abendmahl, sondern auch in der Beantwortung jener Fragen, die sie so sehr beschäftigten und ihre Herzen beunruhigten. Bevor der Herr also zum ersten Mal den Gehorsam  Seinen Geboten gegenüber anspricht und diesen mit der Liebe zu Seiner Person verbindet, hat Er selbst Seinen Jüngern unendlich viel Liebe erwiesen.
Wenn der Herr nun sagt: “Wenn ihr mich liebt, so haltet meine Gebote; (…)“, dann heißt das nicht: “Beweist mir eure Liebe! Haltet meine Gebote!“ So, wie wahrer Glaube ganz natürlich gute Werke hervorbringt, weil das göttliche Leben in dem Gläubigen gar nicht anders kann (Matthäus 7, 18), so wird die Liebe eines Gläubigen zum Sohn Gottes gehorsam gegenüber Seinen Geboten hervorbringen, weil diese Liebe zu tiefst vertraut, dass Seine Gebote gut sind.
Die Liebe, die der Sohn Gottes uns erwiesen hat, soll Liebe zu Ihm in unseren Herzen entzünden und aus dieser Liebe auch das Halten Seiner guten Gebote. Der Evangelist Johannes greift dieses Thema in seinem ersten Brief noch einmal auf, wenn auch in einem etwas anderen Zusammenhang:

“Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, so ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, wie kann der Gott lieben, den er nicht gesehen hat? Und dieses Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, auch seinen Bruder liebe.“

(1. Johannes 4, 19 – 21 ELBEDHÜ)

Gehorsam wird in vielen Stellen des Johannesevangeliums als Bedingung z.B. die Erhörung von Gebet gesehen. Doch auch hier gilt es unbedingt, die Relation von Liebe und Gehorsam, d.h. das Halten der Gebote, im Blick zu haben. Wir müssen unbedingt dieses verinnerlichte Bild aus unserem Kopf bekommen, das uns immer wieder weiß machen will, unser liebender Gott  und Vater sei ein Automat, den nur Segnungen freigibt, wenn wir genügend Gehorsam “hineinstecken“. Was für ein Zerrbild, was für ein heidnisches Götzenbild!
Nein, es geht nicht darum, dass wir genügend leisten. Es geht um den Ausdruck unseres tiefen Vertrauens. Gott wünscht nicht Werke, nicht Gehorsam als Vorauskasse für kommende Segnungen, Er wünscht ein liebendes Herz, das Ihm vertraut.
Wahre Liebe kann nicht ohne Vertrauen bestehen. Vertrauen ist aber nichts anderes als Glaube. Das griechische Wort “πίστις“ (“pistis“) bedeutet sowohl “Glaube“ als auch “Vertrauen“.  Christlicher Glaube ist daher auch nicht die Überzeugung von einer bestimmten Anzahl dogmatischer Aussagen oder das Einhalten einer bestimmten Anzahl von Gebote! Christlicher Glaube ist eine Lebensbeziehung zu Gott, die durch Liebe und Vertrauen bestimmt wird. Die von Gott empfangende Gnade und Liebe lässt im Gläubigen Liebe zu Gott entstehen und aus dieser Liebe erwächst der Wunsch, das zu tun, was Gott möchte. Unsere Einstellung den Geboten Gottes gegenüber ist also der Ausdruck unseres Vertrauens/Glaubens, dass diese Gebote Gottes gut und zu unserem Besten sind. So, wie Liebende, die alles füreinander tun, auf Außenstehende manchmal “verrückt“ oder “durchgeknallt“ wirken, so muss der Glaubende, dem es ein Herzensanliegen ist, Gott mit allem, was er hat, zu dienen, auf die Menschen, die nicht in einer Lebensbeziehung zu Gott stehen,  “verrückt“ und “durchgeknallt“ wirken. Aus der Sicht Gottes gibt es jedoch nichts Größeres, als wenn ein Gläubiger nicht nur in seinem Herzen, sondern auch durch Gehorsam gegenüber den göttlichen Geboten, Sein Vertrauen/seinen Glauben sichtbar zum Ausdruck bringt. Und es ist dieses sichtbar zum Ausdruck gebrachte Vertrauen, dieser sichtbar zum Ausdruck gebrachte Glaube, der dann zum Empfang der verheißenen Segnungen führt. Im Fokus steht nicht das Werk, sondern der Glaube, der dadurch zum Ausdruck kommt, dass er handelt (= Werke hervorbringt)!

* “(…) und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, (…)“ – Johannes 14, 16 –  Dieses aus der Liebe zum Sohn Gottes resultierende Vertrauen in Seine Gebote war auch jetzt und in der Zukunft bei den Jüngern gefragt. Der Herr Jesus Christus wollte die Jünger nicht verwaist zurück lassen. Er wollte ihnen einen anderen “Sachwalter“, Luther übersetzt “Tröster“, auf dieser Erde geben, während Er selbst abwesend war. Das griechische Wort “ἄλλος“ (“allos“), das in unseren Bibeln mit “(einen) anderen“ übersetzt wird, hat die Bedeutung von “ein anderer, jedoch von derselben Art“. Das entspricht der Wahrheit, da der Heilige Geist, den der Herr Jesus Christus hier den Jüngern verheißt, zwar eine andere Person ist, aber ebenfalls Gott ist. Während “Stellvertreter“ im menschlichen Leben häufig mit weniger Macht und Befugnissen ausgestattet sind  als die Person, die sie – zeitweise – vertreten, fehlt dieser Gedanke hier völlig. An die Stelle des Sohnes Gottes tritt der Geist Gottes. Es ist derselbe Gott, der den Jüngern zu Seite stehen würde (2. Korinther 3, 14) und der dauerhaft bei ihnen bleiben würde (Römer 8, 9). Der Trost, den der Sohn Gottes den Jüngern verheißt (und der sich dann am Tag der Pfingsten erfüllte) war vierfacher Natur:

  1. Er würde sie nicht verwaist zurück lassen, sondern den Vater um einen anderen “Sachwalter“/“Tröster“ für sie bitten. Es musste den Jüngern zu diesem Zeitpunkt klar sein, dass aufgrund der Einheit des Sohnes mit dem Vater (vgl. Johannes 14, 8 – 14!) diese Bitte Erhörung finden würde.
  2. Er würde ihnen einen “Sachwalter“/“Tröster“ senden, der Ihm völlig entsprechen würde, d.h. jeder Mangel an Beistand, Trost oder Hilfe war von vornherein ausgeschlossen!
  3. Er würde ihnen einen “Sachwalter“/“Tröster“ senden, der sie niemals mehr verlassen würde. Jede Angst, noch einmal etwas Ähnliches zu erleben, wie es durch den Weggang Christi geschehen würde, sollte völlig unbegründet sein/überflüssig werden! Denn dieser “Sachwalter“/“Tröster“ würde nicht nur “bei“ ihnen, sondern “in“ ihnen sein (Johannes 14, 16 – 17; Römer 8, 9)!
  4. Später, d.h. wenn diese Verheißung sich erfüllt hätte, würden sie erkennen, dass es für sie gut war, dass Er zum Vater gegangen war (Johannes 16, 7). Ihre beunruhigten Herzen würden durch das Eintreffen des “Sachwalters“/“Trösters“ zur Ruhe gebracht werden.

Gerade der dritte Punkt dieser Verheißung musste bei den Jüngern große Freude auslösen und er sollte auch uns mit großer Freude erfüllen. Bereits im Alten Testament lesen wir, dass der Heilige Geist auf dieser Erde wirkte. Er kam auf bestimmte Menschen und verlieh ihnen Kraft für ganz bestimmte Aufgaben, aber Er blieb nicht dauerhaft bei, geschweige denn in ihnen (vgl. Psalm 51, 11). Das Wirken des Geistes Gottes in den Zeitaltern, die dem Gnadenzeitalter vorausgingen, war immer zeitlich begrenzt, temporär. Doch seitdem Gott am Tag der Pfingsten Seinen Geist ausgegossen hat, erleben alle wahrhaft Gläubigen die dauerhafte Innewohnung des Heiligen Geistes (vgl. Römer 8, 9). Jeder Gläubige “hat“ den Heiligen Geist, weil jeder Gläubige durch den Geist Gottes wiedergeboren wurde (Johannes 3, 1 – 6; Epheser 5, 26; Titus 3, 5). Es ist unmöglich Christ zu sein, ohne den Heiligen Geist empfangen zu haben:

“Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.“

(Römer 8, 9b ELBEDHÜ)

Es ist der Geist Gottes, der in unseren Herzen die Liebe zu Gott und Seinem Sohn entzündet und damit auch den Wunsch, Seine Gebote zu halten (vgl. Römer 8, 15; Römer 5, 5). Trotzdem bleibt die Möglichkeit bestehen, dass ein Christ wieder in Sünde fällt und dem Herrn ungehorsam wird. Der Gläubige, der die Sünde wählt, wird in diesem Leben Segen und in der Ewigkeit Lohn verlieren.  Durch das Leben in Sünde wird die Beziehung des Christen zu seinem himmlischen Vater beeinträchtigt, was jeden Gläubigen betrüben und zur Umkehr leiten sollte, aber die Sünde wirft den Gläubigen nicht mehr in einen Zustand vor seiner Errettung zurück (vgl. Johannes 10, 28 – 29; Römer 8, 35 – 39). Der Gläubige kann durch Sünde den in ihm wohnenden Heiligen Geist betrüben (vgl. Epheser 4, 30), aber er kann den Heiligen Geist nicht wieder verlieren (Johannes 14, 16). Diese neue Beziehung der Gläubigen zum Heiligen Geist ist eines der herausragenden Kennzeichen des Gnadenzeitalters. Es unterscheidet das Gnadenzeitalter von allen ihm vorausgehenden Heilszeitaltern. Die beständige Anwesenheit des Heiligen Geistes im Gläubigen (1. Korinther 6, 19; 1. Korinther 3, 16) ist ein Segen, den wir sehr schätzen sollten. Wir verdanken dem in uns lebenden Heiligen Geist nicht nur beständigen Beistand, Trost und Hilfe. Die Tatsache, dass der Geist Gottes den Gläubigen nicht verlässt, wenn dieser in Sünde fällt, ist der Garant dafür, dass Gott diesen Gläubigen nicht aufgibt, sondern alles unternimmt, damit dieser Gläubige umkehrt, Vergebung erlangt und wiederhergestellt wird. Denn es ist der Heilige Geist, der Sündenerkenntnis bewirkt (vgl. Johannes 16, 8).

* “(…) den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch [ihn] kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.“ – Johannes 14, 17  – In diesem Vers konkretisiert der Herr Jesus Christus das Wesen und den Auftrag des Heiligen Geistes weiter. Der Heilige Geist ist der Geist der Wahrheit (Johannes 15, 26; Johannes 16, 13) und darum ist Er auch der Geist, der Zeugnis für die Wahrheit ablegt (Johannes 1, 32 – 33; Johannes 6, 63; Johannes 7, 37 – 39). Die  ungläubige Welt kann diesen Geist nicht empfangen, denn sie kann Ihn nicht sehen und sie kennt Ihn auch nicht, d.h. sie hat keinerlei Beziehung zu Ihm. Im Gegensatz zur ungläubigen Welt war der Geist Gottes den Jüngern bekannt, denn sie hatten Seine Wirksamkeit im Leben und Dienst ihres Herrn gesehen (vgl. Johannes 1, 32; Markus 1, 10; Markus 2, 8; Lukas 3, 22; Lukas 4, 1 + 14; Lukas 10, 21; Matthäus 4, 1;  Apostelgeschichte 1, 2 + 16; Apostelgeschichte 10, 38).
Auch die Jünger hatten den stärkenden Beistand des Heiligen Geistes bereits erfahren (vgl. Lukas 9, 1 – 2). Doch nun verhieß ihnen der Herr Jesus Christus, dass der Heilige Geist nicht nur zeitweise mit ihnen, sondern dauerhaft in ihnen bleiben würde. Dies sollte geschehen, nachdem der Sohn Gottes zu Seinem Vater zurückgekehrt war. Genau so geschah es am Tag der Pfingsten (Apostelgeschichte 2, 1 – 4). Der Heilige Geist hat auch eine Aufgabe gegenüber der glaubenslosen Welt, doch diese sollte der Sohn Gottes erst später darlegen (vgl. Johannes 16, 7 – 11).

* “Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme zu euch. Noch eine kleine Zeit, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich: Weil ich lebe, werdet auch ihr leben.“ – Johannes 14, 18 – 19 –  Noch einmal verheißt der Herr Jesus Christus Seinen Jüngern, dass Er sie nicht  allein zurück lassen würde. Er gebraucht hier das Bild der Beziehung von Eltern und Kindern. Kinder, die ihre Eltern verlieren, sind ihrer Versorger und ihres Schutzes beraubt. Genau das sollten die Jünger nicht erleben. Seine Rückkehr zum Vater sollte sie nicht ohne Schutz, Versorgung, Trost oder Beistand lassen. Für alles, was sie brauchten, wollte Er auch weiterhin sorgen.
Wenn der Herr hier davon spricht, dass Er zu ihnen kommen würde, dann ist damit nicht Sein zweites Kommen – weder das zur Entrückung der Gläubigen, noch das zum Gericht über die Welt – gemeint. Zwar erschien der Auferstandene Seinen Jüngern nach Seiner Auferstehung auch persönlich, doch im Zusammenhang mit dem, was der Herr Jesus Christus zuvor bzgl. des Kommens des Heiligen Geistes gesagt hatte, kann sich die Ankündigung Seines Kommens in diesem Vers nur auf das Kommen des Heiligen Geistes beziehen (vgl.  Johannes 14, 16 – 17; Johannes  14, 23 – 26). Wie oben ausgeführt, hatte der Herr in Johannes 14, 16 das Kommen eines  “anderen“ Beistands angekündigt. Das griechische Wort “ἄλλος“ (“allos“), das in unseren Bibeln mit “(einen) anderen“ übersetzt wird, hat die Bedeutung von “ein anderer, jedoch von derselben Art“. Das entspricht der Wahrheit, da der Heilige Geist, den der Herr Jesus Christus hier den Jüngern verheißt, zwar eine andere Person ist, aber ebenfalls Gott ist. Darum kann der Herr Jesus Christus das Kommen des Geistes Gottes auch als ein Kommen Seiner Person ankündigen. Denn durch den Heiligen Geist würde auch Er in die Herzen der Gläubigern einziehen (Kolosser 1, 27). Als der auferstandene, verherrlichte und erhöhte Herr würde der Sohn Gottes Seinen Gläubigen durch den Heiligen Geist ewiges, göttliches Leben schenken. So, wie Er ewig lebt, leben auch die, die Ihm glauben, in Ewigkeit (Johannes 5, 24).

* “An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.“ – Johannes 14, 20 – Das Kommen des Heiligen Geistes in die Herzen würde die Jünger auch davon überzeugen, dass Gott der Vater und Gott der Sohn, ein sind und dass der Sohn Gottes fortan durch den Heiligen Geist in den Kindern Gottes lebt.

* “Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren.“ – Johannes 14, 21 – Der Herr beendet seine Verheißung bzgl. des Kommens des Heiligen Geistes mit einem neuen Hinweis auf die Bedeutung des Haltens Seiner Gebote (vgl. Johannes 14, 15!). Wie eingangs ausgeführt, ist das Halten der Gebote des Herrn der sichtbare Ausdruck der Liebe und des Vertrauens des Gläubigen.  Der Gehorsam des Gläubigen führt nicht dazu, dass Gott ihn mehr liebt. Denn Seine unendlich große Liebe  hat Gott bereits bewiesen, als wir noch “Feinde“ und Sünder waren (vgl. Römer 5, 1 – 11; Klick!) Dieser aus der Liebe zum Herrn kommende Gehorsam führt zu einer Vertiefung der Beziehung zu Gott (“… wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren.“) So soll eine sich ständig verstärkende Lebensbeziehung entstehen. Je mehr der Gläubige Gott vertraut, desto mehr wird er Seine Gebote halten. Je mehr der Gläubige die Gebote des Herrn hält, desto mehr kann dieser ihn segnen. Dementsprechend wird der Gläubige, der Gott vertraut und Seine Gebote hält, die Liebe Gottes vermehrt genießen, sich vermehrt an Seiner Gemeinschaft  erfreuen und Ihn besser verstehen. Eine solche enge, von Freude und Segen gekennzeichnete Beziehung zu Gott, beginnt da, wo wir lernen, die Größe der Liebe Gottes uns gegenüber von Herzen wertschätzen lernen:

“Größere Liebe hat niemand als diese, dass jemand sein Leben lässt für seine Freunde.“

(Johannes 15, 13)

“Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“

(1. Johannes 4, 19)

Die mit der Verheißung des Heiligen Geistes verbundenen Segnungen sind am Tag der Pfingsten in Erfüllung gegangen. Sie stehen seitdem jedem Gläubigen zur Verfügung, die in der Liebe zu ihrem Herrn leben und wachsen.

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