Biblische Begriffe (1): Rechtfertigung

Gutenberg Bible

Gutenberg Bibel der US Library of Congress * Foto: Raul654 [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)%5D, via Wikimedia Commons

Der Begriff der Rechtfertigung im Neuen Testament

Was ist unter dem biblischen Begriff der Rechtfertigung zu verstehen? Das griechische Wort “δίκαιος“ (“dikaios“), das wir an zahlreichen Stellen im Römerbrief finden (Römer 2, 13; Römer 3, 4 + 20 + 24 + 26 +28 + 30; Römer 4, 2 + 5 + 25; Römer 5, 1 + 9 + 18; Römer 8, 30 + 33) bedeutet “rechtfertigen“, “für gerecht erklären“, “als gerecht behandeln“, “freilassen“ und kann auch mit “freisprechen“ übersetzt werden.
Der Begriff “Rechtfertigung“ findet sich in Römer 4, 25 und Römer 5, 18. Das griech. Wort “δικαίωσις“ (“dikaiosis“) kann mit “Gerechterklärung“, “Freispruch“ oder “Freilassung“ übersetzt werden. Die Rechtfertigung des Sünders durch Gott schließt die Vergebung der Sünden mit ein, geht aber weit darüber hinaus: Die Rechtfertigung macht den Menschen “passend für Gott“, sie versetzt ihn in eine neue Stellung vor Gott. Der Gerechtfertigte wird von Gott so betrachtet, als habe er niemals gesündigt.

Rechtfertigung im Römerbrief

Im Römerbrief ist die Rechtfertigung aus dem Glauben an Jesus Christus eines der zentralen Themen:

Römer 1, 1 – 17 stellen eine Einleitung dar, in der Paulus den Grund und das Thema seines Briefes beschreibt.

In Römer 1, 18Römer 3, 20 erläutert der Apostel, dass alle Menschen der Rechtfertigung von Gott bedürfen, weil jeder Mensch grundsätzlich ohne Beziehung zu Gott lebt.

In Römer 3, 21Römer 5, 21 erklärt Paulus, wie dem Menschen die Gerechtigkeit Gottes zugerechnet wird (“aus Gnade, mittels des Glaubens“; Römer 3, 21 ff.; Epheser 2, 8 – 9) und welche Auswirkungen die Rechtfertigung für den Gläubigen in seiner Beziehung zu Gott hat: Er hat Frieden mit Gott, Zutritt zu Gott und Befreiung vom Gericht Gottes (Römer 5, 1 – 21), um nur einige wenige Punkte zu nennen.

Die Kapitel 6, 7 und 8 zeigen die neue Stellung auf, in die der Gläubige durch die Rechtfertigung gebracht ist: seine neue Stellung gegenüber der Sünde (Römer 6), seine neue Stellung gegenüber dem Gesetz (Römer 7) und seine neue Stellung in Gott (Römer 8).

In Römer 911 macht Paulus deutlich, dass die Lehre, dass alle Menschen (Juden wie Nationen) vor Gott Sünder sind und Rechtfertigung allein durch den Glauben an Jesus Christus empfangen (vgl. Römer 3, 20 – 24), die Israel von Gott gegebenen besonderen Verheißungen nicht ungültig macht.

Von Römer 12, 1 bis Römer 15, 13 folgt dann eine ausführliche Belehrung darüber, wie das Leben des Gerechtfertigten ganz praktisch aussieht. Weil der Gläubige in der Erlösung (Johannes 3, 1 – 6) nicht nur Vergebung seiner Schuld, sondern auch neues Leben aus Gott (ein neues “Wesen“, Römer 7, 6) empfangen hat, kann er jetzt auch anders Leben, ein anderes, neues Verhalten kultivieren (Römer 6, 4).

Weiterführende Artikel zu diesem Thema:

* “Die sieben Segnungen der Rechtfertigung – Anmerkungen zu Römer 5, 1 – 11″

* “Falsches und richtiges Laufen – Anmerkungen zu Römer 9, 14 – 18″

* “Gerechte aus dem Glauben“ – Anmerkungen zu Psalm 97, 11 – 12

* “ Unverdiente Gnade“ – Anmerkungen zu Römer 4, 5

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