Eine Predigt in Antiochien und ihre Folgen – Anmerkungen zu Apostelgeschichte 13, 16 – 52

Paulus predigt in Athen * Foto eines Bildes von Raphael um 1515, Royal Collection of the United Kingdom, [Public domain], via Wikimedia Commons

Paulus predigt in Athen * Foto eines Bildes von Raphael um 1515, Royal Collection of the United Kingdom, [Public domain], via Wikimedia Commons

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Eine Predigt in Antiochien und ihre Folgen – Anmerkungen zu Apostelgeschichte 13, 16 – 52

Der Wortverkündigung am Mittwoch dieser Woche sollen Verse aus der Apostelgeschichte  zu Grunde liegen, den wir  in seinem Kontext betrachten wollen:

Paulus aber stand auf, winkte mit der Hand und sprach: Männer von Israel und die ihr Gott fürchtet, hört: Der Gott dieses Volkes Israel erwählte unsere Väter und erhöhte das Volk in der Fremdlingschaft im Land Ägypten, und mit erhobenem Arm führte er sie von dort heraus; und eine Zeit von etwa vierzig Jahren pflegte er sie in der Wüste. Und nachdem er sieben Nationen im Land Kanaan vertilgt hatte, ließ er sie deren Land erben –etwa vierhundertfünfzig Jahre. Und danach gab er ihnen Richter bis auf Samuel, den Propheten. Und von da an begehrten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kis, einen Mann aus dem Stamm Benjamin, vierzig Jahre lang. Und nachdem er ihn weggetan hatte, erweckte er ihnen David zum König, dem er auch Zeugnis gab und sprach: „Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen, der meinen ganzen Willen tun wird.“ Aus dessen Geschlecht hat Gott nach Verheißung dem Israel als Erretter Jesus gebracht, nachdem Johannes, angesichts seines Eintritts, zuvor die Taufe der Buße dem ganzen Volk Israel verkündigt hatte. Als aber Johannes seinen Lauf erfüllte, sprach er: Wer meint ihr, dass ich sei? Ich bin es nicht, doch siehe, es kommt einer nach mir, dessen ich nicht würdig bin, ihm die Sandale an den Füßen zu lösen. Brüder, Söhne des Geschlechts Abrahams, und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gesandt worden. Denn weil die, die in Jerusalem wohnen, und ihre Obersten diesen nicht erkannten, haben sie auch die Stimmen der Propheten erfüllt, die jeden Sabbat gelesen werden, indem sie ihn verurteilten. Und obschon sie keine Todesschuld fanden, baten sie Pilatus, dass er umgebracht würde. Als sie aber alles vollendet hatten, was über ihn geschrieben steht, nahmen sie ihn vom Holz herab und legten ihn in eine Gruft.
Gott aber hat ihn aus den Toten auferweckt, und er ist mehrere Tage hindurch denen erschienen, die mit ihm von Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren, die jetzt seine Zeugen an das Volk sind. Und wir verkündigen euch die gute Botschaft von der an die Väter ergangenen Verheißung, dass Gott diese uns, ihren Kindern, erfüllt hat, indem er Jesus erweckte, wie auch in dem zweiten Psalm geschrieben steht: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“ Dass er ihn aber aus den Toten auferweckt hat, damit er nicht mehr zur Verwesung zurückkehre, hat er so ausgesprochen: „Ich werde euch die zuverlässigen Gnaden Davids geben. Deshalb sagt er auch an einer anderen Stelle: „Du wirst nicht zugeben, dass dein Frommer die Verwesung sehe.“ Denn David freilich, als er zu seiner Zeit dem Willen Gottes gedient hatte, entschlief und wurde zu seinen Vätern beigesetzt und sah die Verwesung. Der aber, den Gott auferweckt hat, sah die Verwesung nicht.
So sei es euch nun kund, Brüder, dass durch diesen euch Vergebung der Sünden verkündigt wird; und von allem, wovon ihr durch das Gesetz Moses nicht gerechtfertigt werden konntet, wird durch diesen jeder Glaubende gerechtfertigt. Gebt nun Acht, dass nicht das über [euch] komme, was in den Propheten gesagt ist: Seht, ihr Verächter, und verwundert euch und verschwindet; denn ich wirke ein Werk in euren Tagen, ein Werk, das ihr nicht glauben werdet, wenn es euch jemand erzählt.“
Als sie aber hinausgingen, baten sie, dass am folgenden Sabbat diese Worte zu ihnen geredet würden.
Als aber die Synagoge aus war, folgten viele der Juden und der anbetenden Proselyten Paulus und Barnabas, die zu ihnen sprachen und ihnen zuredeten, in der Gnade Gottes zu verharren.
Am nächsten Sabbat aber versammelte sich fast die ganze Stadt, um das Wort Gottes zu hören.
Als aber die Juden die Volksmengen sahen, wurden sie von Eifersucht erfüllt und widersprachen dem, was von Paulus geredet wurde, und lästerten. Und Paulus und Barnabas äußerten sich freimütig und sprachen: Zu euch musste notwendigerweise das Wort Gottes zuerst geredet werden; weil ihr es aber von euch stoßt und euch selbst des ewigen Lebens nicht für würdig erachtet, siehe, so wenden wir uns zu den Nationen. Denn so hat uns der Herr geboten: „Ich habe dich zum Licht der Nationen gesetzt, damit du zum Heil seiest bis an das Ende der Erde.“ Als aber die aus den Nationen es hörten, freuten sie sich und verherrlichten das Wort des Herrn; und es glaubten, so viele zum ewigen Leben bestimmt waren.
Das Wort des Herrn aber wurde durch die ganze Gegend verbreitet. Die Juden aber erregten die anbetenden vornehmen Frauen und die Ersten der Stadt und erweckten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas und vertrieben sie aus ihrem Gebiet. Sie aber schüttelten den Staub von ihren Füßen gegen sie ab und kamen nach Ikonium. Und die Jünger wurden mit Freude und Heiligem Geist erfüllt. „

(Apostelgeschichte 13, 16 – 52; ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

Zum Hintergrund von Apostelgeschichte 13, 16 – 52

Bereits in Apostelgeschichte 12, 24 hatte der Evangelist Lukas die kontinuierliche, von keiner Macht aufzuhaltende Verbreitung des Evangeliums in Kleinasien zusammengefasst.
In Apostelgeschichte 12, 1 ff. wurde uns zuerst von der Hinrichtung des Apostels Jakobus (Verse 1 – 2) auf Befehl des Königs Herodes und von der anschließenden Verhaftung des Apostels Petrus (Vers 3 ff.) berichtet. Letzterer wurde auf wunderbare Weise durch Gottes Eingreifen aus der Gefangenschaft befreit und entkommt dadurch einer Hinrichtung, die König Herodes bereits für ihn vorgesehen hatte. In Apostelgeschichte 12, 18 – 25 folgt dann der Bericht über den Tod des Herodes Agrippa, der ein deutliches Gericht Gottes darstellt.
Während also das Leben des Gottesleugners Herodes ein schnelles Ende findet, bleibt Petrus am Leben und die Ausbreitung des christlichen Glaubens kommt jetzt so richtig “in Fahrt“. Dabei können wir aus der Apostelgeschichte ersehen, dass die christliche Botschaft sowohl bei Menschen aus dem Judentum als auch bei Menschen aus den heidnischen Nationen, die sich nach Erlösung und einer Beziehung zu Gott sehnen, auf offene Herzen trifft.

Bereits in Apostelgeschichte 6, 7 heißt es:

Und das Wort Gottes breitete sich aus und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam.“

Und in Apostelgeschichte 9, 31 lesen wir:

“So hatte nun die Gemeinde Frieden in ganz Judäa und Galiläa und Samarien und baute sich auf und lebte in der Furcht des Herrn und mehrte sich unter dem Beistand des Heiligen Geistes.“

So hatte Lukas also breits zuvor die unaufhaltsame Ausbreitung des christlichen Glaubens in Jerusalem und darüber hinaus beschrieben. Jetzt – in Apostelgeschichte 12, 24 – spricht er erneut davon und zwar aus zwei Gründen:

Zum einen macht er damit deutlich, dass der Siegeszug des Evangeliums trotz der vielfältigen Widerstände, die den Gläubigen begegneten, nicht aufzuhalten ist.
In der kurzen Zeit, in der die christliche Versammlung (= Gemeinde/Kirche) bestand, hatte sie sich bereits mit vielfältigen Anfechtungen und Widerständen auseinandersetzen müssen:

  • Da gab es zum einen die geistlichen Autoritäten des Judentums (Apostelgeschichte 4, 1; Apostelgeschichte 8, 1 – 3; Apostelgeschichte 11, 19), denen die junge christliche Gemeinschaft ein Dorn im Auge war. Um die Christen zu verfolgen, arbeiteten diese religiösen Autoritäten – wenn es sein musste – sogar mit der ihnen verhassten römischen Besatzungsmacht zusammen (Apostelgeschichte 4, 1).
  • Die Römer waren jedoch auch aus eigenen Gründen – das macht Apostelgeschichte 12, 1 – 23 deutlich – daran interessiert, diese “neue Glaubensgemeinschaft“ zu kontrollieren und wenn nötig auszuschalten.
  • Dann hatten die Christen aber auch mit innergemeindlichen Problemen zu kämpfen: In Apostelgeschichte 5, 1 – 11 wird uns berichtet, wie ein Ehepaar – unter dem Schein des Christseins – versuchte, Ansehen und Einfluss in der jungen Gemeinschaft zu gewinnen. Und schließlich lesen wir in Apostelgeschichte 6, 1 ff., wie ethnisch begründete Spannungen unter den Gläubigen für Unruhe sorgten.


Doch alle diese Probleme, Bedrängnisse und Widerstände vermochten die Verbreitung der Evangeliumsbotschaft nicht aufzuhalten. Gleich nachdem Lukas in Apostelgeschichte 12, 24 zum dritten Mal auf die Ausbreitung des christlichen Glaubens hingewiesen hat, schildert er in Apostelgeschichte 12, 25Apostelgeschichte 16, 5, wie sich das Evangelium in Kleinasien Bahn bricht. Nichts kann die Botschaft von der Liebe Gottes, die Seine Geschöpfe erlösen möchte, aufhalten. Damit macht der Evangelist auch deutlich, dass der Herr Jesus Christus treu zu den Verheißungen, die Er Seinen Gläubigen gegeben hat, steht und sie einlöst:

“(…) und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“

(Matthäus 16, 18)

“(…) aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“

(Apostelgeschichte 1, 8)

In Apostelgeschichte 13, 13Apostelgeschichte 14, 21 schildert der Evangelist die Missionsarbeit der Apostel Paulus und Barnabas im südlichen Teil der Provinz Kleinasien. Aus Apostelgeschichte 13, 1 erfahren wir, dass diese Missionsarbeit ihren Ausgangspunkt in Antiochien hatte. Dieses Antiochien dürfen wir nicht mit dem “Antiochien in Pisidien“ verwechseln, welches in Apostelgeschichte 13, 14 erwähnt wird und Schauplatz der von uns zu betrachtenden Ereignisse war. Die in Apostelgeschichte 13, 1 erwähnte Stadt Antiochien ist “Antiochien in Syrien“  bzw. “Antiochien am Orontes“. Es war dieser Ort, an dem “die Jünger zuerst Christen“ genannt wurden (Apostelgeschichte 11, 26). Während “Antiochien in Syrien“ also quasi als Zentrum des christlichen Glaubens und Ausgangspunkt der Missionstätigkeit der Apostel Paulus und Barnabas diente, war “Antiochien in Pisidien“ eine spätere Missionsstation. “Pisidien“, eine Landschaft im südlichen Teil Kleinasiens und im westlichen Taurusgebirge gelegen, wurde von den Seleukiden beherrscht, bis es um 188 v. Chr. an das Königreich Pergamon fiel. Im Jahr 25 v. Chr. machten es die Römer zu einer ihrer Provinzen und benannten sie in “Galatien“ um. Die Hauptstadt dieser Provinz – Antiochien – war nach einem der seleukidischen Herrscher – Antiochus – benannt worden. Sie lag an der bekannten Via Sebaste, einer römischen Militärstraße, die von Ephesus in Griechenland bis zum Euphrat reichte und stellte damit einen ausgezeichneten Ausgangspunkt für die weitere Verbreitung des Evangeliums dar.  Nach ihrer Gewohnheit und in Übereinstimmung mit dem Auftrag Gottes (vgl. Römer 1, 16) begaben sich Paulus und Barnabas nach ihrer Ankunft in dieser wichtigen Stadt am Sabbat in die örtliche Synagoge, um dort das Evangelium Jesu Christi zu verkündigen.

Anmerkungen zu Apostelgeschichte 13, 16 – 52

* “Paulus aber stand auf, winkte mit der Hand und sprach: Männer von Israel und die ihr Gott fürchtet, hört: (…)“Apostelgeschichte 13, 16 – Beide Gesten des Paulus – aufstehen und mit der Hand winken – wird von Kommentatoren als typische Geste bezeichnet, mit der man in jener Zeit ermahnende/ermutigende Ansprachen im Rahmen des Synagogen-Gottesdienstes einleitete. Der Apostel spricht zwei Gruppen von Menschen an: zuerst die “Männer von Israel“, also die anwesenden Juden, dann aber auch jene, “die ihr Gott fürchtet“. Als “Gottesfürchtige“ bezeichnete man solche Menschen aus den Nationen (Luther übersetzt “Heiden“), die bereits an den Gott Israels glaubten, den vollen Übertritt zum Judentum jedoch noch nicht vollzogen/abgeschlossen hatten. Auch solche Menschen waren also anwesend. 

* “Der Gott dieses Volkes Israel erwählte unsere Väter und erhöhte das Volk in der Fremdlingschaft im Land Ägypten, und mit erhobenem Arm führte er sie von dort heraus; und eine Zeit von etwa vierzig Jahren pflegte er sie in der Wüste. Und nachdem er sieben Nationen im Land Kanaan vertilgt hatte, ließ er sie deren Land erben –etwa vierhundertfünfzig Jahre. Und danach gab er ihnen Richter bis auf Samuel, den Propheten. Und von da an begehrten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kis, einen Mann aus dem Stamm Benjamin, vierzig Jahre lang. Und nachdem er ihn weggetan hatte, erweckte er ihnen David zum König, dem er auch Zeugnis gab und sprach: „Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen, der meinen ganzen Willen tun wird.““Apostelgeschichte 13, 17 – 22 – Zu Beginn seiner Predigt gibt Paulus einen kurzen Überblick über Gottes Geschichte mit Seinem Volk Israel und zwar von Abraham bis David (vgl. Apostelgeschichte 7, 2 – 50; Matthäus 1, 2 – 17). Dabei zeigt er auf, wie Gott durch diese ganze Geschichte hindurch Sein Volk auf das Kommen des Messias-Erlösers vorbereitete. Verschiedene Ausleger weisen darauf hin, dass Paulus im Rahmen dieses historischen Rückblicks fünf Tatsachen herausstellte, die für das jüdische Volk von besonderer Bedeutung waren:

  1. Der Gott, von dem er sprach, war der Gott Israels und
  2. dieser Gott hatte “die Väter“, d.h. die Patriarchen, erwählt  (Apostelgeschichte 13, 17).
  3. Derselbe  Gott hatte die jüdische Nation erschaffen, Sein Volk aus Ägypten befreit und auf dem ganzen Weg durch die Wüste bis in das verheißene Land begleitet (Apostelgeschichte 13, 17 – 18).
  4. Gott gab Seinem Volk das Land Kanaan zum Erbbesitz (Apostelgeschichte 13, 19). Wenn hier die Rede von “etwa 450″ Jahren ist,  dann sind damit die 400 Jahre der Sklaverei in Ägypten, die 40 Jahre der Wüstenwanderung und die ca. 10 Jahre, die die Einnahme und Besiedelung des verheißenen Landes in Anspruch nahm, gemeint.
  5. Nach den Richtern und dem von Israel selbst erwählten König Saul, gab Gott dem Volk in David einen treuen und gottesfürchtigen König (Apostelgeschichte 13, 20 – 22). Obwohl David weder fehler- noch sündlos war, hatte er ein Herz, das auf Gott ausgerichtet und dessen Wunsch es war, Gottes Willen zu tun. Paulus betont in diesem Zusammenhang, dass sich auch der Herr Jesus Christus, der Nachkomme aus dem Geschlecht Davids, durch ein Herz auszeichnete, dass ganz dem Willen Gottes ergeben war (vgl. Lukas 22, 42).

* “Aus dessen Geschlecht hat Gott nach Verheißung dem Israel als Erretter Jesus gebracht, (…)“Apostelgeschichte 13, 23 – Nach dieser Einleitung wird Paulus ganz konkret und erklärt den Anwesenden, dass in der Person Jesus Christus der verheißene Messias-Erlöser gekommen und damit die Weissagung Jesajas (vgl. Jesaja 11, 1 – 16) erfüllt worden ist.

* “(…) nachdem Johannes, angesichts seines Eintritts, zuvor die Taufe der Buße dem ganzen Volk Israel verkündigt hatte. Als aber Johannes seinen Lauf erfüllte, sprach er: Wer meint ihr, dass ich sei? Ich bin es nicht, doch siehe, es kommt einer nach mir, dessen ich nicht würdig bin, ihm die Sandale an den Füßen zu lösen.“Apostelgeschichte 13, 24 – 25 – Johannes der Täufer war im jüdischen Volk sehr bekannt gewesen. Einige hatten wohl in ihm schon den kommenden Messias gesehen. Doch Johannes erklärte eindeutig, dass er selbst nicht der Messias war, sondern diesen nur als Herold ankündigte (vgl. Lukas 3, 15 – 18). In dieser Weise nahmen dann auch immer wieder frühe christliche Verkündiger auf Johannes den Täufer Bezug (vgl. Markus 1, 2 – 8; Apostelgeschichte 19, 3 – 5).

* “Brüder, Söhne des Geschlechts Abrahams, und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gesandt worden.“Apostelgeschichte 13, 26 – Bevor er mit seinen Ausführungen über den Messias fortfährt, sprach Paulus erneut beide Gruppen seiner Zuhörer an – die anwesenden Juden und die anwesenden gottesfürchtigen Menschen aus den Nationen. Er tut dies, um ganz deutlich zu machen, dass die Botschaft des Evangeliums, die Sendung des Messias-Erlösers, allen Menschen ohne Ausnahme gilt. 

* “Denn weil die, die in Jerusalem wohnen, und ihre Obersten diesen nicht erkannten, haben sie auch die Stimmen der Propheten erfüllt, die jeden Sabbat gelesen werden, indem sie ihn verurteilten. Und obschon sie keine Todesschuld fanden, baten sie Pilatus, dass er umgebracht würde. Als sie aber alles vollendet hatten, was über ihn geschrieben steht, nahmen sie ihn vom Holz herab und legten ihn in eine Gruft. Gott aber hat ihn aus den Toten auferweckt, und er ist mehrere Tage hindurch denen erschienen, die mit ihm von Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren, die jetzt seine Zeugen an das Volk sind.“Apostelgeschichte 13, 27 – 31 – In den hier folgenden Versen fasst der Apostel in wenigen Sätzen die wichtigsten Ereignisse des Lebens und Dienstes Jesu Christi zusammen: die Ablehnung des Messias, Seine Kreuzigung und Seine Auferstehung.  Paulus weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es sich bei diesen Ereignissen des Lebens Jesu nicht um Zufälle gehandelt hat. Vielmehr stellen sie die Erfüllung all‘ dessen dar, was die Propheten Israels über den Messias-Erlöser geweissagten haben. Die meisten der in Jerusalem zum Zeitpunkt der Erfüllung dieser Prophetien Anwesenden haben dies jedoch nicht erkannt (Apostelgeschichte 13, 27 – 29). Paulus betont deutlich die Unschuld Jesu und die falschen Anschuldigungen, die gegen den Messias-Erlöser vorgebracht wurden (Apostelgeschichte 13, 28). Der Apostel weist dann ausdrücklich darauf hin, dass  Gott Seinen Sohn dadurch gerechtfertigt hat, dass Er Ihn von den Toten auferweckte (Apostelgeschichte 13, 30). Diese Auferstehung von den Toten ist, das bekräftigt Paulus durch sein eigenes Zeugnis, aber auch durch das Zeugnis der anderen Apostel (Apostelgeschichte 13, 31), keine “Halluzination schockierter Jünger“, sondern eine Tatsache die von mehr als fünfhundert lebender Menschen bezeugt werden kann (vgl. 1. Korinther 15, 1 – 8; Apostelgeschichte 2, 32; Apostelgeschichte 3, 15; Apostelgeschichte 5, 32; Apostelgeschichte 10, 39 – 41). Dies ist die fünfte Stelle im Buch der Apostelgeschichte, in der ausdrücklich erwähnt wird, dass die Apostel Augenzeugen des Auferstandenen waren (vgl. dazu Apostelgeschichte 2, 32; Apostelgeschichte 3, 15; Apostelgeschichte 5, 32; Apostelgeschichte 10, 39 – 41; Apostelgeschichte 13, 30 – 31). Gott rechtfertigte den Messias-Erlöser nicht nur durch die Auferstehung von den Toten, Er beglaubigte Ihn – den Nachkommen Davids – dadurch auch als den kommenden Herrscher über das Reich Gottes (Apostelgeschichte 13, 33)

* “Und wir verkündigen euch die gute Botschaft von der an die Väter ergangenen Verheißung, dass Gott diese uns, ihren Kindern, erfüllt hat, indem er Jesus erweckte, wie auch in dem zweiten Psalm geschrieben steht: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Dass er ihn aber aus den Toten auferweckt hat, damit er nicht mehr zur Verwesung zurückkehre, hat er so ausgesprochen: „Ich werde euch die zuverlässigen Gnaden Davids geben. Deshalb sagt er auch an einer anderen Stelle: „Du wirst nicht zugeben, dass dein Frommer die Verwesung sehe.“ Denn David freilich, als er zu seiner Zeit dem Willen Gottes gedient hatte, entschlief und wurde zu seinen Vätern beigesetzt und sah die Verwesung. Der aber, den Gott auferweckt hat, sah die Verwesung nicht.“Apostelgeschichte 13, 32 – 37 – Diese Aussage, dass Jesus Christus der verheißene Messias-Erlöser und damit auch der kommende Herrscher des Reiches Gottes ist, wird nach Paulus durch die Erfüllung einer Vielzahl alttestamentarischer Prophetien bestätigt (vgl. Apostelgeschichte 13, 33 mit Psalm 2, 7Apostelgeschichte 13, 34 mit Jesaja 55, 3 und Apostelgeschichte 13, 35 mit Psalm 16, 10).
Jesus Christus ist der Sohn Gottes von Ewigkeit her – Er wurde es nicht erst  (Johannes 1, 1 – 18; Hebräer 1, 1 – 8; Kolosser 1, 13 – 18; Philipper 2, 6 – 11). Doch das ist an dieser Stelle nicht der Fokus.  Vielmehr wird hier betont, dass Gott der Sohn trotz Seiner Menschwerdung immer Gott, der Sohn, blieb. Ihn hatte Gott als Messias aus seinem Volk Israel erweckt und nach Seiner Kreuzigung dann auch aus den Toten auferweckt. Beides ist für Paulus der eindeutige Beleg dafür, dass der Herr Jesus Christus als Nachkomme Davids auch der kommende Herrscher des Reiches Gottes ist. David konnte nicht dieser Herrscher sein, den Gott in Psalm 2, 7 verheißen hatte. Denn David war gestorben. Christus hingegen war gestorben und auferstanden und zwar “damit er nicht mehr zur Verwesung zurückkehre“, d.h. dass Er, im Gegensatz zu jenen Menschen, die der Herr während Seines Dienstes auf dieser Erde auferweckt hatte (z.B. Lazarus) niemals mehr sterben würde (Römer 6, 9).
Und weil der Herr Jesus Christus, der zukünftige Herrscher auf dem Thron Davids, von den Toten auferweckt wurde, kann Gott durch Ihn auch alle Segnungen schenken, von denen Er verheißen hatte, dass sie durch David kommen würden (“die zuverlässigen Gnaden Davids“),  vgl. Jesaja 55, 3 und Apostelgeschichte 2, 25 – 32. Diese “zuverlässigen Gnaden Davids“ sollten jedoch durch den Messias-Erlöser nicht allein dem jüdischen Volk geschenkt werden, sondern – gemäß Jesaja 55, 1!allen, die danach dürsten. Darum ist es auch kein Zufall, dass Paulus mehrfach die Juden, aber auch die Gottesfürchtigen aus den Nationen unter seinen Zuhörern anspricht. Denn allen Menschen gilt die Einladung Gottes, Seine Erlösung anzunehmen!
In Vers 35 zitiert Paulus dann Psalm 16, 10 und macht deutlich, dass David hier nicht von sich selbst, sondern prophetisch von dem Messias-Erlöser spricht. Denn David war gestorben und begraben worden. Doch allein der Herr Jesus Christus war gekreuzigt, gestorben, begraben und auferweckt worden!

* “So sei es euch nun kund, Brüder, dass durch diesen euch Vergebung der Sünden verkündigt wird; und von allem, wovon ihr durch das Gesetz Moses nicht gerechtfertigt werden konntet, wird durch diesen jeder Glaubende gerechtfertigt.“ Apostelgeschichte 13, 38 – 39 – Paulus beendet diesen Rückblick mit dem Hinweis darauf, dass – als Folge des Todes und der Auferstehung des Messias-Erlösers – nun allen Menschen die Vergebung der Sünden und die Rechtfertigung aus Glauben verkündigt, d.h. angeboten, wird. Während er bisher betonte, dass das Angebot des Evangeliums beiden – Juden wie gottesfürchtigen Menschen aus den Nationen – gilt, fasst er hier beide Gruppen zusammen und spricht sie als “Brüder“ an. Wenn es darum geht, die Einladung des Evangeliums anzunehmen, dann gibt es keine Unterschiede mehr. Durch Jesus Christus kann jeder Mensch Vergebung der Sünden (Apostelgeschichte 2, 38; Apostelgeschichte 10, 43) und die Rechtfertigung durch den Glauben empfangen. Warum werden die Vergebung der Sünden und die Rechtfertigung aus dem Glauben hier unterschieden? Die Vergebung bezieht sich auf die Sünden, die Rechtfertigung hingegen auf die Person des Sünders. Die Rechtfertigung des Sünders können wir mit einem juristischen Freispruch vergleichen. Indem Gott einen Menschen rechtfertigt, spricht Er diesen Menschen – aus Gnade! – von seiner Sünde frei. D.h., dass Gott diesen Menschen so ansieht, als habe er nie gesündigt. Weder die Vergebung der Sünden, noch die Rechtfertigung aus dem Glauben konnte durch das Halten des mosaischen Gesetzes erreicht werden. Nur weil der Sohn Gottes an unserer Stelle starb und unsere Strafe auf sich nahm, kann uns nun Seine Gerechtigkeit zugerechnet werden (1. Petrus 2, 24; Römer 4, 5). Wer auch immer zu Gott kommt, Ihm seine Sünde bekennt und das Opfer Jesu Christi im Glauben für sich in Anspruch nimmt, der wird von Gott ein für allemal gerechtfertigt. Und damit ist dieser Mensch – augenblicklich! – vom Tod zum Leben hindurch gedrungen (Johannes 5, 24). Welch‘ ein Triumph der Gnade Gottes!

* “Gebt nun Acht, dass nicht das über [euch] komme, was in den Propheten gesagt ist: „Seht, ihr Verächter, und verwundert euch und verschwindet; denn ich wirke ein Werk in euren Tagen, ein Werk, das ihr nicht glauben werdet, wenn es euch jemand erzählt.““Apostelgeschichte 13, 40 – 41 – Paulus zitiert hier Habakuk 1, 5:

“Seht unter den Nationen und schaut und erstaunt, staunt; denn ich wirke ein Werk in euren Tagen – ihr würdet es nicht glauben, wenn es erzählt würde.“

und bezieht diese Warnung auf alle, die das Evangelium Jesu Christi ablehnen. Während Habakuk diese Warnung an die Bewohner Judas richten und eine Invasion des Landes durch eine feindliche Nation ankündigen musste, wendet Paulus sie unter der Inspiration des Heiligen Geistes auf jene an, die das Geschenk der Erlösung, das Gott ihnen anbietet, nicht annehmen wollen. Sie stehen für Paulus unter einem ähnlich drohenden Gericht, wie die Bewohner Judas zur Zeit Habakuks.

Reaktionen auf die Predigt des Paulus

* “Als sie aber hinausgingen, baten sie, dass am folgenden Sabbat diese Worte zu ihnen geredet würden. Als aber die Synagoge aus war, folgten viele der Juden und der anbetenden Proselyten Paulus und Barnabas, die zu ihnen sprachen und ihnen zuredeten, in der Gnade Gottes zu verharren.“Apostelgeschichte 13, 42 – 43 – Die Predigt des Paulus traf bei vielen seiner Zuhörer auf offene Ohren und Herzen. Und so wurden die Apostel gebeten, am folgenden Sabbat noch einmal in dieser Synagoge zu sprechen. Doch Paulus und Barnabas warteten nicht bis zu nächsten Sabbat. Viele der Zuhörer schlossen sich ihnen auf dem Weg aus der Synagoge an. Paulus und Barnabas nutzen diese Gelegenheit, um diese Menschen weiter über das Evangelium zu belehren.

* “Am nächsten Sabbat aber versammelte sich fast die ganze Stadt, um das Wort Gottes zu hören. Als aber die Juden die Volksmengen sahen, wurden sie von Eifersucht erfüllt und widersprachen dem, was von Paulus geredet wurde, und lästerten.“Apostelgeschichte 13, 44 – 45 – Am darauf folgenden Sabbat versammelte sich erneut eine große Menge interessierter Menschen in der Synagoge von Antiochien, um Paulus und Barnabas zu hören. Dieses Interesse erzeugte bei den Vorstehern der Synagoge in Antiochien großen Neid und deshalb widersprachen sie der Verkündigung durch Paulus und lästerten darüber. Dass diese Menschen ernstzunehmende Argumente gegen das von Paulus oder Barnabas Gesagte vorbringen konnten, erwähnt Lukas nicht.

* “Und Paulus und Barnabas äußerten sich freimütig und sprachen: Zu euch musste notwendigerweise das Wort Gottes zuerst geredet werden; weil ihr es aber von euch stoßt und euch selbst des ewigen Lebens nicht für würdig erachtet, siehe, so wenden wir uns zu den Nationen.“Apostelgeschichte 13, 46 – Trotz dieses Widerstandes schwiegen die Apostel nicht, sondern äußerten sich – wie zuvor in Jerusalem (vgl. Apostelgeschichte 4, 29) – weiterhin freimütig. Denn wie in Jerusalem ist ihnen auch in Antiochien bewusst, dass sie das Evangelium trotz allen Widerstandes, auch im Angesicht der Verfolgung, verkündigen müssen. Da Menschen nur durch Jesus Christus erlöst werden können, und einzig und allein durch Ihn, den Sohn Gottes, Vergebung der Sünden und ewiges Leben empfangen können, muss das Evangelium Jesu Christi verkündet werden – auch wenn die Verkündiger desselben dafür mit dem Tod bedroht oder mit dem Tod bestraft werden. Es ist nicht starrsinniger Dogmatismus, der Gläubige zu dieser Radikalität antreibt, sondern die leidenschaftliche Liebe zu einer von Gott losgelösten Menschheit, die auf keinem anderen Weg Erlösung erleben kann:

Denn die Liebe des Christus drängt uns, (…) [Nämlich dass Gott in Christus war, die Welt mit sich selbst versöhnend, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnend, und er hat in uns das Wort der Versöhnung niedergelegt. So sind wir nun Gesandte für Christus, als ob Gott durch uns ermahnte; wir bitten an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.”

(2. Korinther 5, 14 – 21)

Auch aus zwei anderen Gründen konnten Paulus und Barnabas ihrem Dienst freimütig ausüben. Zum einen wussten sie sich vom Heiligen Geist, also von Gott selbst, zu dieser Aufgabe gesandt (vgl. Apostelgeschichte 13, 1), zum anderen hatten die Vorsteher der Synagoge sie selbst aufgefordert, zu ihnen zu sprechen (vgl. Apostelgeschichte 13, 15).
Nach Gottes Plan sollte das Evangelium zuerst den Juden und dann auch den Nationen verkündigt werden. Denn der Messias-Erlöser war dem jüdischen Volk verheißen worden (1. Mose 49, 10; Apostelgeschichte 3, 26; Römer 1, 16). Dementsprechend verkündigte Paulus auch an jedem Ort, den er besuchte, zuerst das Evangelium den Juden (vgl. Apostelgeschichte 13, 50 – 51; Apostelgeschichte 14, 2 – 6; Apostelgeschichte 17, 5 + 13 – 15; Apostelgeschichte 18, 6; Apostelgeschichte 19, 8 – 9; Apostelgeschichte 28, 23 – 28; Römer 1, 16). Erst wenn diese das Evangelium abgelehnt hatten, wandte er sich mit der Einladung Gottes den Menschen aus den Nationen zu. 

* “Denn so hat uns der Herr geboten: „Ich habe dich zum Licht der Nationen gesetzt, damit du zum Heil seiest bis an das Ende der Erde.““Apostelgeschichte 13, 47 – Anschließend zitiert Paulus die den Auftrag Gottes, mit dem Er Sein Volk Israel  berufen hatte (Jesaja 49, 6). Er tat dies, weil er sich mit diesen Worten noch immer primär an seine jüdischen Zuhörer wandte. Gott hatte Israel berufen, für die Nationen der Erde ein Licht zu sein, damit die Nationen durch das Zeugnis Israels zum Glauben an den allein wahren Gott finden konnten. Doch Israel hatte bzgl. dieses Auftrags versagt. In Jesus Christus, dem verheißenen Messias-Erlöser, war nun das wahre “Licht der Welt“ (Johannes 8, 12) erschienen (vgl. Lukas 2, 28 – 32). Doch hier bezieht Paulus diesen Auftrag auch auf die an Christus Gläubigen und greift damit auf, was der Herr Jesus Christus über die Gläubigen gesagt hatte (vgl. Matthäus 5, 14 – 16). So, wie Gott Sein irdisches Volk Israel berufen hatte, die Nationen mit der Erkenntnis des einzig wahren Gottes zu segnen (2. Mose 19, 5 – 6; Jesaja 49, 6), so hatte Gott nun alle Nachfolger Jesu beauftragt, das Evangelium allen Menschen zu verkünden (Matthäus 28, 19 – 20). Dieses Verständnis ihrer Berufung ist völlig nachvollziehbar, da der Herr Jesus Christus, das Licht der Welt (Johannes 8, 12) nun in den Gläubigen lebt (Kolosser 1, 27) tragen diese das Licht der Welt – naturgemäß – in diese Welt:

“Nicht wir sind der Mittelpunkt unserer Predigt, sondern Christus, der Herr! Wir sind nur eure Diener, aus Liebe zu Jesus.  Denn so wie Gott einmal befahl: „Licht soll aus der Dunkelheit hervorbrechen!“, so hat sein Licht auch unsere Herzen erhellt. Durch uns sollen nun alle Menschen Gottes Herrlichkeit erkennen, die in Jesus Christus aufstrahlt. Diesen kostbaren Schatz tragen wir in uns, obwohl wir nur zerbrechliche Gefäße sind. So wird jeder erkennen, dass die außerordentliche Kraft, die in uns wirkt, von Gott kommt und nicht von uns selbst.“

(2. Korinther 4, 5 – 7; HFA).

* ‚‚Als aber die aus den Nationen es hörten, freuten sie sich und verherrlichten das Wort des Herrn; und es glaubten, so viele zum ewigen Leben bestimmt waren. Das Wort des Herrn aber wurde durch die ganze Gegend verbreitet.“Apostelgeschichte 13, 48 – 49 – Noch einmal stellt Lukas heraus, welche Resultate die Verkündigung des Paulus zeitigte:

  1. Während einige der jüdischen Zuhörer das Evangelium ablehnten, freuten sich die Gottesfürchtigen aus den Nationen darüber und nahmen es dankbar an. Durch ihre von Herzen kommende Freude und Dankbarkeit wurde das Wort Gottes, das ihnen verkündigt worden war, verherrlicht, d.h. geehrt und gepriesen.
    Wenn hier die Rede von der Erwählung (Epheser 1, 4 + 11) ist, so dürfen wir diese nicht isoliert von der Verantwortung des Menschen betrachten, wie sie Paulus in den Versen zuvor dargelegt hat. Ja, Gott tut alles, damit ein Mensch ewiges Leben empfangen kann (Kolosser 1, 12), aber das enthebt ihn nicht der Verantwortung, das Gnadenangebot Gottes anzunehmen (Markus 16, 16 Apostelgeschichte 16, 31 u.a.m.) Viele Stellen des Neuen Testaments machen dies eindrücklich deutlich. Jeder Mensch, der das Evangelium gehört hat, ist aufgerufen, darauf zu reagieren, indem er seine Sünde bekennt, Buße tut und das Opfer Jesu Christi im Glauben für sich in Anspruch nimmt (Apostelgeschichte 2, 38).
  2. Durch diese Gottesfürchtigen aus den Nationen, die nun in Antiochien zum Glauben an den Herrn Jesus Christus gekommen waren, verbreitete sich die frohe Botschaft der Erlösung von dieser Stadt ausgehend in der ganzen Landschaft Pisidien. Auf diese Weise wurde auch der weitere Dienst der Apostel, von dem uns in Apostelgeschichte 1314 berichtet wird, vorbereitet.

* “Die Juden aber erregten die anbetenden vornehmen Frauen und die Ersten der Stadt und erweckten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas und vertrieben sie aus ihrem Gebiet.“Apostelgeschichte 13, 50 –  Wie in Jerusalem zuvor, werden die Verkündiger der frohen Botschaft auch in Antiochien verfolgt und vertrieben. (Unter welchen schweren Umständen dies geschah und was Paulus in diesem Zusammenhang erleiden musste, erfahren wir aus 2. Timotheus 3, 10 – 11). Zu diesem Zweck waren von den Gegnern des Evangeliums offensichtlich einige Personen gewonnen worden, die in Antiochien über großen politischen Einfluss verfügten. Doch weder konnten diese Mächtigen das in dieser Stadt begonnene Werk Gottes rückgängig machen, noch es an seiner Ausbreitung hindern (vgl. Apostelgeschichte 13, 52!). 


* “Sie aber schüttelten den Staub von ihren Füßen gegen sie ab und kamen nach Ikonium.“Apostelgeschichte 13, 51 – Indem ein Jude ganz demonstrativ den Staub von seinen Füßen schüttelte, machte er deutlich, dass er sich von den Ungläubigen distanzierte (vgl. Matthäus 10, 14; Lukas 9, 5; Lukas 10, 11). Die nächste Station, die Paulus und seine Begleiter nun ansteuerten, war Ikonium. Diese Stadt lag rd. 145 Kilometer südöstlich von Antiochien in der Landschaft Galatien.  Die bereits erwähnte römische Militärstraße, die Via Sebaste, führte auch dorthin und wir können annehmen, dass Paulus und Barnabas dieser Straße folgten.

* “Und die Jünger wurden mit Freude und Heiligem Geist erfüllt.“Apostelgeschichte 13, 52 – Da in Vers 51 die Rede von Paulus und Barnabas ist, muss es sich bei “den Jüngern“ in Vers 52 um die Menschen handeln, die in Antiochien kurz zuvor durch den Dienst der Apostel zum Glauben an den Herrn Jesus Christus gefunden hatten.  Diese Jünger wurden mit Freude und Heiligem Geist erfüllt. Die Freude wird in dem ganzen Abschnitt von Apostelgeschichte 13, 16 – 52 zweimal erwähnt und zwar in Vers 48 und in Vers 52. Damit steht sie einmal vor und einmal nach einer erwähnten Verfolgung der Gläubigen. Damit deutet Lukas – wie in Apostelgeschichte 16, 24 – 25 – an, dass die Bedrängnisse und Verfolgungen aufgrund des Glaubens an den Herrn Jesus Christus die Freude der Gläubigen nicht auszulöschen vermögen. Denn die Quelle dieser Freude war der Heilige Geist, der Tröster, den der Herr Jesus Christus gemäß Seiner Verheißung als Tröster gesandt hatte (1. Thessalonicher 1, 6; Römer 14, 17; Römer 15, 13; Johannes 16, 22). Die Mächtigen der Stadt Antiochien konnten zwar die Verkündiger des Evangeliums vertreiben, gegen den in den Herzen der Gläubigen lebenden Erlöser (Kolosser 1, 27) aber waren sie absolut machtlos.

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