Ermahnung und Ermutigung in der Pfingstpredigt des Petrus – Anmerkungen zu Apostelgeschichte 2, 37 – 41

PikiWiki Israel 19960 Shavuot

Shavuot (Pfingsten) in einem Moshav * Foto: אילנה שקולניק Ilana Shkolnik [CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)%5D, via Wikimedia Commons


Anmerkungen zu Apostelgeschichte 2, 37 – 41

Als zu betrachtender Bibeltext für den kommenden Sonntag wurde ein Vers aus dem 2. Kapitel der Apostelgeschichte gewählt. Wir betrachten diesen Vers in seinem Zusammenhang: 

“Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder? Petrus aber spricht zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele irgend der Herr, unser Gott, herzurufen wird.
Und mit vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie, indem er sagte: Lasst euch retten von diesem verkehrten Geschlecht! Die nun sein Wort aufnahmen, wurden getauft; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan.“

(Apostelgeschichte 2, 37 – 41 ; z. Vgl. LUTH’84)


Zum Hintergrund von Apostelgeschichte 2

50 Tage nach dem Passahfest, zu dessen Beginn der Herr  Jesus Christus gekreuzigt wurde, feierten die Juden, wie in jedem Jahr, das „Fest der Wochen“ (hebräisch שבועות für „Sieben“ im Sinne von sieben Tage, also „Woche“ oder in diesem Zusammenhang „7 Wochen“). Dieses Fest, dessen göttliche Anordnung sich an verschiedenen Stellen des Alten Testaments findet (vgl. 2. Mose 34, 22; 5. Mose 16, 10; 2. Mose 23, 16) und das mit dem “Tag der  Erstlingsfrüchte“ (vgl. 4. Mose 28, 26) im Zusammenhang steht, ist ein Fest der Ernte. Christen kennen es unter dem Namen „Pfingsten“. Diese Bezeichnung leitet sich  von dem griechischen Wort “πεντηκοστή“ (“pentēkostē“), dt.: “fünfzigster (Tag)“ ab.
Es war an diesem Tag, dass Gott durch die Sendung Seines Geistes ein neues Zeitalter im Heilsplan Gottes  begann. Lukas, der Autor der Apostelgeschichte, schildert uns im 2. Kapitel seines Buches ausführlich alle Geschehnisse dieses Tages, um uns auf diese Weise ein genaues Bild von der Veränderung zu geben, die in Gottes Handeln mit den Menschen ab diesem Zeitpunkt eintraten und die in der Geburt der “ἐκκλησίᾳ τοῦ Θεοῦ“, der Versammlung Gottes (1. Korinther 1, 2), ihren zentralen Ausdruck fanden.
In Apostelgeschichte 2, 1 – 4 schildert uns der Evangelist zuerst die Sendung des Heiligen Geistes und den Empfang desselben durch die Jünger und die mit Ihnen wartenden Gläubigen. So, wie Lukas in seinem Evangelium aufzeigt, dass der irdische Dienst des Herrn Jesus Christus mit dessen Taufe begann (vgl. Lukas 3, 21 – 22), so weist er mit Apostelgeschichte 2 darauf hin, dass auch der Dienst der Gläubigen mit einer (besonderen) Taufe beginnt: Derselbe Geist, der ihren Herrn während Seines Dienstes bevollmächtigte, wohnt nun seit Pfingsten auch in den Gläubigen und befähigt sie  zu dem Dienst, zu dem Gott sie berufen hat. Schon Johannes der Täufer hatte diese (andere) Taufe angekündigt (vgl. Matthäus 3, 11; Lukas 3, 16) und seine Ankündigung wurde einige Zeit später von dem Herrn Jesus Christus noch einmal bestätigt (vgl. Apostelgeschichte 1, 8). Nach Seiner Verheißung (Lukas 24, 49) sandte der Sohn Gottes den Heiligen Geist und in diesem wurden die Gläubigen getauft (vgl. 1. Korinther 12, 13).
Im Anschluss daran berichtet uns Lukas von der Reaktion der Juden, die dieses Ereignis als Zuschauer miterlebten (Lukas 2, 5 – 13). Ab Apostelgeschichte 2, 14 gibt der Evangelist dann die Predigt des Petrus wieder, die dieser vor den aus aller Welt in Jerusalem versammelten Juden hielt. Diese Predigt können wir in drei größere Abschnitte aufteilen: In den Versen 14 – 21 verteidigt der Apostel das Geschehen, dessen Zeugen die Festpilger gerade geworden waren. Dann (Verse 22 – 36) verkündigt er das Evangelium und macht auf diese Weise aus den Zuschauern Zuhörer. Und diesen Zuhörern gelten seine ermahnenden und ermutigenden Worte im dritten Teil der Predigt (Verse 37 – 41): Die Zuhörer sollen aus dem Gesehenen und dem Gesagten die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Ermahnung und Ermutigung in der Pfingstpredigt  des Petrus

* “Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder?“ – Apostelgeschichte 2, 37 – Die Verteidigungsrede des Petrus (Verse 14 – 21) hatte der Heilige Geist benutzt, um die Hörer derselben von ihrer Sünde zu überführen. Hier sehen wir die (erste) Erfüllung der von dem Herrn Jesus Christus angekündigten Tätigkeit des Heiligen Geistes (vgl. Johannes 16, 8 – 11). Aus der Situation ihrer Sündenerkenntnis heraus formulieren diese Menschen eine Frage: “Was sollen wir tun, Brüder?“ Wir sollten in dieser Frage nicht nur eine Frage um das persönliche Seelenheil dieser Menschen sehen. Diese Frage reicht viel weiter. Petrus hatte diesen jüdischen Pilgern und Bewohnern von Jerusalem doch gerade erklärt (Verse 14 – 21), dass der von ihnen erwartete Messias-Erlöser in der Person Jesu Christi erschienen, von ihnen abgelehnt und daher wieder in den Himmel zurückgekehrt war. Was würde jetzt mit ihnen als Nation geschehen? Gab es einen Ausweg aus dieser Situation? Gab es Hoffnung für sie als Nation? 

* “Petrus aber spricht zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“ – Apostelgeschichte 2, 38 – Petrus gibt den Fragenden eine Antwort. Er sagt ihnen, was sie tun müssen – sie müssen Buße tun. “Buße tun“ darf nicht als mittelalterliche Bußübung oder Zahlung einer (Geld-)Buße missverstanden werden. “Buße“ im neutestamentarischen Sinn ist die Änderung des Sinnes und des Herzens, aus der dann auch eine Veränderung des Verhaltens erwächst. Das griechische Wort “μετάνοια“ (“metanoia“) bedeutet “Veränderung des Sinnes“ bzw. “Veränderung der Denkweise“. Die zuhörenden Juden hatten zuvor verachtet und als den verheißenen Messias-Erlöser verworfen. Nun war es – im wahrsten Sinne des Wortes! –  notwendig Ihn anzuerkennen und Ihn als den anzunehmen, der Er war. Schon Johannes der Täufer und auch der Herr Jesus Christus selbst hatten zuvor zur Buße aufgerufen (Matthäus 3, 2; Matthäus 4, 17 u.a.m.) Die Betonung der Buße i.S.V.  Sinnesänderung im Zusammenhang mit der Verkündigung des Evangeliums war auch Zentrum der Verkündigung der Apostel. Davon legt die Apostelgeschichte an zahlreichen Stellen Zeugnis ab (vgl. Apostelgeschichte 3, 19; 5, 31; 8, 22; 10, 43; 11, 18; 13, 24; 17, 30; 19, 4; 20, 21; 26, 18 + 20). Wo also Menschen behaupten, sie würden das Evangelium verkünden, gleichzeitig jedoch niemals zur Buße aufrufen, da handelt es sich bestenfalls um eine unvollständiges Evangeliumsverständnis, im schlimmsten Fall aber haben wir es hier mit jenen falschen Propheten zu tun, vor denen unser Herr uns gewarnt hat (vgl. Matthäus 7, 21 – 23). Eine Evangeliumsverkündigung ohne Bußruf entspricht nicht der neutestamentarischen Evangeliumsverkündigung, wie sie uns von unserem Herrn und seinen Aposteln vorgelebt und gelehrt wurde.
Wir dürfen auch nicht den Fehler begehen und in der Buße, d.h. in der Veränderung unseres Denkens und der daraus erwachsenden Veränderung unseres Handelns, ein “gutes“ Werk sehen, dass wir zur unserer Erlösung zu erbringen hätten.  Denn zum einen widerspricht diese Sicht dem Gebrauch des Wortes “Buße“ im Neuen Testament (siehe oben!), zum anderen lehrt die Heilige Schrift eindeutig, dass “gute Werke“ – einschließlich der Abkehr von Sünde – so wünschenswert und gut und wichtig dies ist! – keinen Anteil an unserer Rechtfertigung haben. Diese geschieht allein aus der Gnade Gottes  (vgl. Epheser 2 8 – 9). Denn Gott erlöst uns nicht aufgrund dessen, was wir für Ihn tun, sondern auf der Grundlage dessen, was Er in Christus für uns bereits getan hat!¹
Buße kann (und darf!) auch nicht von dem wahren Glauben an Christus getrennt werden. Sie ist Teil jenes Prozesses, durch den ein Mensch “zum Glauben“ kommt. Wenn ein Mensch Jesus Christus vertraut, dann werden er oder sie alle falschen Einstellungen, Vorstellungen, Denkweisen über den Erlöser und Sein Werk verlassen und die Wahrheit der Heiligen Schrift  über den Erlöser annehmen. Die grundlegende Wahrheit, die uns die Heilige Schrift über Ihn mitteilt, ist, dass der Glaube an Jesus Christus Gottes einziger Werg zu  unserer ewigen Errettung ist. Wenn wir unser Vertrauen ganz in Ihn und Sein vollkommenes, vollgültiges, ein für allemal vollbrachtes Werk am Kreuz von Golgatha setzen, dann schenkt Gott uns ewiges Leben. Zu glauben bedeutet nicht, dass wir diesen Wahrheiten rein verstandesmäßig zustimmen. Ja, rettender Glaube tut auch das, aber mehr als das setzt er sein ganzes Vertrauen in Christus.
Obwohl die Frage der angesprochenen Juden eine Frage von nationaler Bedeutung war, spricht Petrus die Zuhörer persönlich an und fordert von einem jeden von ihnen individuell, dass er/sie Buße tun soll (“jeder von euch“, 2. Person Plural). Während im jüdischen Denken  der Gedanke der gemeinschaftlichen Verantwortung des erwählten Volkes im Vordergrund stand, verwies Petrus seine Zuhörer auf ihre ganz individuelle Verantwortung, Buße zu tun und an den Herrn Jesus Christus zu glauben.
Der Begriff der Taufe wird im Neuen Testament in verschiedenen Weisen gebraucht: Da war die “Taufe zur Buße“ von Johannes dem Täufer (Apostelgeschichte 13, 24), die christliche Taufe, von der hier in Apostelgeschichte 2, 38 (vgl. auch Römer 6, 1 ff.) die Rede ist, der Taufe mit bzw. in dem Heiligen Geist (Apostelgeschichte 1, 5; Apostelgeschichte 19, 5 – 6) und der Leidenstaufe (Markus 10, 38; Lukas 12, 50). Hier in Apostelgeschichte geht es um die christliche Taufe, in der die, die Buße getan hatten, mit Wasser getauft werden sollten.
Viele Sehen in der Wassertaufe das Mittel zur Erlösung. Doch dieser Gedanke ist nicht in Übereinstimmung mit der neutestamentarischen Lehre, dass allein der Glaube an Christus den Sünder rettet (vgl. Apostelgeschichte 16, 31; Apostelgeschichte 10, 43; Apostelgeschichte 13, 38 – 39; Apostelgeschichte 26, 18; Lukas 24, 47; Johannes 3, 16 +  36; Römer 4, 1 – 17; Römer 11, 6; Galater 3, 8 – 9; Epheser 2, 8 – 9). Dass Vergebung der Sünde nur auf der Grundlage des Glaubens an den Erlöser Jesus Christus erlangt wird, hat auch der Apostel Petrus eindeutig gelehrt (vgl. Apostelgeschichte 5, 31; Apostelgeschichte 10, 43; Apostelgeschichte 13, 38; Apostelgeschichte 26, 18).
So, wie Petrus in seiner Verkündigung die Vergebung der Sünden mit der Buße verbindet, so verbindet er auch dem Empfang der Gabe des Heiligen Geistes mit der Buße. Die “Gabe des Heiligen Geistes“ war bzw. ist die Taufe mit bzw. in dem Heiligen Geist. Wie gesagt, verknüpfte Petrus in seiner Predigt dem Empfang des Heiligen Geistes mit der Buße. Und genau diesen Zusammenhang sehen wir auch überall dort in der Apostelgeschichte, wo Menschen den Heiligen Geist empfingen. Er, der Geist Gottes, wurde unmittelbar von all jenen empfangen, die Buße getan hatten (vgl. 1. Thessalonicher 1, 5; Apostelgeschichte 10, 44; Apostelgeschichte 11, 15; Apostelgeschichte 15, 8). 

* “Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele irgend der Herr, unser Gott, herzurufen wird.“ – Apostelgeschichte 2, 39 –  Die Verheißung, von der Petrus hier spricht, ist die Gabe des Heiligen Geistes (vgl. Apostelgeschichte 1, 5 + 8; Apostelgeschichte 2, 33). Durch diese Gabe empfangen jene, die Buße getan und ihr Vertrauen auf Erlösung einzig in den Sohn Gottes und Sein vollbrachtes Werk gesetzt haben, neues, ewiges Leben (Kolosser 1, 27). Diese Verheißung hatte Gott Seinem Volk bereits viele Jahrhunderte zuvor durch Seine Propheten verkündigen lassen (vgl. Hesekiel 36, 1 ff. Hesekiel 37, 1 ff.; Joel 3, 1 ff. u.a.). Unter denen, die “in der Ferne“ sind, können wir zum einen die Juden verstehen, die sich zu dieser Zeit bereits in der Diaspora befanden, andererseits aber auch zukünftige Generationen von Juden und natürlich auch Menschen aus den Nationen, die ebenfalls zum Glauben an den Herrn Jesus Christus als ihren Erlöser kommen sollten. Dass auch Letztere zu den Angesprochenen  gehören würden, hatte Petrus bereits in Vers 21 zum Ausdruck gebracht. Dort legte der Apostel, den Propheten Joel zitierend, seine Überzeugung dar, dass nicht nur Juden, sondern jeder Mensch, der “den Namen des Herrn“ anrufen würde, errettet werden sollte (vgl. Apostelgeschichte 2, 21; Joel 2, 32). Diese Verheißung Gott schloss natürlich auch die Kinder derer ein, die Petrus während seiner Predigt zuhörten. Auch sie sollten – vorausgesetzt sie taten Buße und setzten ihr Vertrauen in Christus – Errettung erfahren. 

* “Und mit vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie, indem er sagte: Lasst euch retten von diesem verkehrten Geschlecht!“ – Apostelgeschichte 2, 40 – Das hier mit “Geschlecht“ wiedergegebene griechische Wort “γενεά“ (“genea“) kann sowohl “Generation“ als auch eine Menge von Menschen meinen, die zur selben zeit leben. An einigen Stellen im Neuen Testament hat es auch  metaphorische Bedeutung (vgl.  Matthäus  17, 17; Markus 9, 19; Markus 13, 30; Lukas 9, 41; Lukas 16, 8). Im Zusammenhang dieses Verses bezieht sich das Wort auf diejenigen Juden, die auch weiterhin den Sohn Gottes als Messias verwarfen. Mehrfach hatte der Messias während Seines irdischen Dienstes das Gericht Gottes für jene angekündigt, die Ihn verwerfen sollten und an diese Menschen appelliert, Ihm ihr Vertrauen zu schenken (Matthäus 21, 41 – 44; Matthäus 22, 7; Matthäus 23, 34 – Matthäus 24, 2). Wir dürfen annehmen, dass Petrus diese Gerichtsankündigungen im Sinn hatte, als nun auch er seine Zuhörer aufrief, Jesus Christus als den verheißenen Messias anzunehmen und damit auch dem kommenden Gericht zu entfliehen. In seiner Gnade gab Gott allen, die diese Predigt des Petrus an Pfingsten gehört hatten, noch 40 Jahre (d.h. die Dauer einer biblischen Generation)  Zeit zur Buße. Dann eroberten die Römer Jerusalem, zerstörten dem Tempel und die Stadt und führten hunderttausende von Juden in die Gefangenschaft und Sklaverei, so dass diese über die ganze damals bekannte Erde zerstreut wurden. In dieser zeit erfüllten sich nicht nur die Ankündigungen Jesu, sondern auch die des Propheten Mose aus 5. Mose 28, 15 – 64 bis ins letzte Detail.

* “Die nun sein Wort aufnahmen, wurden getauft; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan.“ – Apostelgeschichte 2, 41- Zahlreiche Menschen, deren Herzen durch den Heiligen Geist überführt worden waren, taten an diesem Tag Buße und wurden getauft. Dementsprechend empfingen Sie auch den Geist Gottes und wurden Glieder des Leibes Christi. Auf diese Weise erfüllte sich auch die Verheißung des Herrn Jesus Christus, wonach die Werke der Gläubigen nach seinem Weggang zum Vater ein größeres Ausmaß annehmen würden, als zur zeit Seines irdischen Dienstes (vgl. Johannes 14, 12).
Dieses Werk ist bis heute noch nicht abgeschlossen. Seit der Predigt des Petrus zu Pfingsten 33. n. Chr. ruft Gott durch die Verkündigung Seines Wortes jeden Menschen dazu auf, Buße zu tun. Jeder Mensch, der Seinen Ruf vernimmt, soll sein bisheriges gottloses Leben einschließlich seiner eigenen Gottesvorstellungen verlassen und sich dem Gott, der sich in Jesus Christus vollkommen geoffenbart hat, zuwenden, in eine Lebensbeziehung zu Ihm eintreten.
Auf diesen Ruf Gottes einzugehen, liegt in der Verantwortung eines jeden Menschen. Gott hat einen Tag festgesetzt hat, an dem Er alle Menschen richten wird (Apostelgeschichte 17, 30 – 31). Der Herr Jesus Christus, den Gott als Retter aller Menschen gesandt hat, wird ein zweites Mal auf diese Erde kommen. Doch dann wird Er nicht erneut zur Buße aufrufen, sondern als Richter erscheinen. Die Zeit, Buße tun zu können, ist also begrenzt. Die Zeit, in der Buße zu tun möglich war bzw. ist, reicht von der ersten Verkündigung am Pfingsttag (Apostelgeschichte 2, 38)² bis in die Zeit der großen Trübsal (Offenbarung 16, 11)³. Es wäre jedoch ein großer Trugschluss, wenn ein Mensch angesichts der großen Zeitspanne, in der Gott den Menschen Gelegenheit zur Buße schenkt, die eigene Entscheidung, Buße zu tun, “auf die lange Bank“ schieben würde. Niemand von uns weiß, wie lange sein Leben dauern wird. Ein Unfall oder ein Herzinfarkt – und schon gibt es keine Möglichkeit der Umkehr mehr. Denn in diesem Punkt ist Gottes Wort ganz eindeutig. Nach dem Tod ist weder Buße noch Erlösung möglich:

“Und ebenso wie es den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, (…)“

(Hebräer 9, 27)

Diese Endgültigkeit kommt bereits im Alten Testament zum Ausdruck (Prediger 11, 3b) und ist der Grund dafür, dass wir im Neuen Testament immer wieder aufgefordert werden, die gegenwärtige Zeit zu nutzen:

“Darum, wie der heilige Geist spricht: «Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstocket eure Herzen nicht (…)“

(Hebräer 3, 7; vgl. Hebräer 3, 15 und Hebräer 4, 7)

Auch die Lehre des Herrn Jesus Christus ist hier ganz eindeutig (Lukas 16, 26). Jeder Mensch, der das Evangelium gehört hat, steht also in der Verantwortung darauf zu reagieren und zwar sobald er es verstanden hat. Morgen schon könnte es zu spät sein, um Buße zu tun.

Lass Dich nicht bekehren!

Mit der Buße, dem Umdenken, beginnt, wie wir an den Predigten der Apostel (Apostelgeschichte 2, 38; Apostelgeschichte 3, 19; Apostelgeschichte 17, 30) ersehen können, die neue Lebensbeziehung zwischen Gott und dem Menschen. Sie wird in der apostolischen Verkündigung immer mit der Bekehrung verbunden4, z.B. in Apostelgeschichte 3, 19:

„So tut nun Buße und bekehrt euch, daß eure Sünden ausgetilgt werden (…)“

und Apostelgeschichte 26, 20:

„(…) sondern ich habe zuerst denen in Damaskus und in Jerusalem und dann im ganzen jüdischen Lande und den Heiden verkündigt, sie sollten Buße tun und sich zu Gott bekehren, indem sie Werke tun, die der Buße würdig sind.“

Während “Buße“ das innere Umdenken des Menschen meint, ist unter “Bekehrung“ die auch äußerlich sichtbare Umkehr des Menschen zu verstehen. Wo Menschen behaupten, Buße getan zu haben, in ihrem Leben jedoch keine auf Gott und Seinen Willen ausgerichtete Veränderung sichtbar ist, muss – nach biblischem Verständnis – diese Behauptung angezweifelt werden. Wahrer Buße werden immer auch Werke bzw. Früchte folgen, die dieser Buße würdig sind.

So, wie ein Mensch nur für sich selbst “umdenken“ kann, so kann sich ein Mensch auch nur selbst “bekehren“, d.h. die Richtung seines Lebens verändern. Darum ist die Warnung: “Lass Dich nicht bekehren!“ absolut angebracht. Ein Mensch, der, vielleicht um einem Freund zu gefallen, kundtut, Buße tun zu wollen und bestimmte Gebete spricht, der betrügt nicht nur andere, sondern auch sich selbst. Wo Buße und Bekehrung nicht einer eigenen tiefen Überzeugung entspringen, da sind sie nur fromme Show. Wenn aber ein Mensch sein bisheriges Leben ohne Gott wirklich bereut und seine Sünde ehrlich bekennt, dann antwortet Gott darauf mit Vergebung der Sünden und dem Geschenk des neuen, ewigen Lebens (Johannes 3, 1 – 6; Titus 3, 5; Johannes 1, 13, 1. Johannes 1, 5 – 10; 1. Johannes 5, 1).

Ein solcher Mensch kann auch dem Tag, an dem Gott den Erdkreis richten wird, voller Zuversicht entgegen sehen, da er weiß, dass er nicht mehr gerichtet werden wird:

“Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.“

(Johannes 3, 18)

Haben Sie diese Zuversicht schon?

 

 

Fußnoten:

¹= In diesem Zusammenhang seien die Ausführungen von Joseph C. Dillow zu biblischer und falscher Buße in seinem exzellenten Buch “The Reign of the Servant Kings“, Schoettle Publishing 1992,  Seiten 30 – 36 empfohlen.

²= Auch vor Pfingsten riefen Johannes der Täufer, der Herr Jesus Christus und seine Jünger zur Buße auf (vgl. Matthäus 3, 2; Matthäus 3, 8; Matthäus 3, 11; Matthäus 4, 17; Matthäus 9, 13; Matthäus 11, 21; Matthäus 12, 41Matthäus 21, 32; Markus 1, 4; Markus 1, 15; Markus 2, 17; Markus 6, 12; Lukas 3, 3; Lukas 3, 8; Lukas 5, 32; Lukas 10, 13; Lukas 11, 32; Lukas 15, 7; Lukas 15, 10; Lukas 16, 30; Lukas 24, 47), aber dieser Aufruf erging nur an das Volk Israel, seit Pfingsten ergeht der Ruf zur Buße an alle Menschen. Der Aufruf zur Buße findet sich in allen Evangelien, außer dem Johannesevangelium, also jenem Evangelium, dessen Zielgruppe die Versammlung (= Gemeinde/Kirche) ist (vgl. “Unterscheidung: Die vier Evangelien und ihre Zielgruppen“), ist, da die Gläubigen ja bereits Buße getan und sich bekehrt haben.

³= Hier wird das Wort “Buße“ zum letzten Mal im Neuen Testament erwähnt.

4= vgl. Apostelgeschichte 3, 19; Apostelgeschichte 5, 31; Apostelgeschichte 9, 35; Apostelgeschichte 11, 18 + 21; Apostelgeschichte 15, 3; Apostelgeschichte 20, 21; Apostelgeschichte 26, 20; Römer 2, 4; 2. Korinther 3, 16; 1. Thessalonicher 1, 9; 2. Timotheus 2, 25; 1. Petrus 2, 252. Petrus 3, 9.

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