Erkenntnis und Bekenntnis – Anmerkungen zu Johannes 6, 60 – 71

Synagoge in Kafarnaum * Foto: Berthold Werner via Wikimedia Commons

Synagoge in Kafarnaum * Foto: Berthold Werner via Wikimedia Commons

 

Der Wortverkündigung am morgigen Sonntag soll ein Vers aus dem Johannesevangelium (zum Hintergrund des Johannesevangeliums siehe: Klick!) zugrunde liegen, den wir nachfolgend in seinem Kontext betrachten werden:

„Viele nun von seinen Jüngern, die es gehört hatten, sprachen: Diese Rede ist hart; wer kann sie hören? Da aber Jesus bei sich selbst wusste, dass seine Jünger hierüber murrten, sprach er zu ihnen: Stoßt ihr euch daran? Wenn ihr nun den Sohn des Menschen dahin auffahren seht, wo er zuvor war? Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben; aber es sind einige unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wusste von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer es war, der ihn überliefern würde. Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt, dass niemand zu mir kommen kann, wenn es ihm nicht von dem Vater gegeben ist. Von da an gingen viele von seinen Jüngern zurück und wandelten nicht mehr mit ihm. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr etwa auch weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist. Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch, die Zwölf, auserwählt? Und von euch ist einer ein Teufel. Er sprach aber von Judas, Simons Sohn, dem Iskariot; denn dieser sollte ihn überliefern – einer von den Zwölfen.

(Johannes 6, 60 – 71 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

Zum Hintergrund von Johannes 6 

Bereits im Juni d. J. waren Verse aus dem 6. Kapitel Grundlage der Wortverkündigung. Wie damals empfehle ich auch jetzt, das ganze Kapitel  in seinem Zusammenhang zu lesen (Johannes 6, 1 – 71). Das große Thema dieses Kapitels ist die Lehre des Herrn Jesus Christus über  Seine Person als das Brot des Lebens und die Scheidung. die diese Belehrung unter denen, die Ihm nachfolgten, herbeiführte:
In Johannes 6, 1 – 15 lesen wir von der Speisung der 5.000. Im Anschluss daran berichtet uns der Evangelist von der Überfahrt der Jünger über den See und wie ihnen der Herr dort inmitten des Sturms begegnet (Johannes 6, 16 – 21).
Danach folgt in Johannes 6, 22 – 59 die Lehre des Herrn über Seine Person als das Brot des Lebens. Anschließend wird uns die Trennung, die die Lehre des Herrn unter denen, die Ihm zu diesem Zeitpunkt nachfolgten, verursachte, beschrieben: Johannes 6, 60 – 65. Doch während die Lehre Christi  bei den einen auf Ablehnung stößt, führt sie bei denen, die Ihm von ganzem Herzen nachfolgen, zu einem eindeutigen Bekenntnis: Johannes 6, 66 – 71.
Wie ich bereits in der vorhergehenden Betrachtung erläutert habe, demonstrierte der Herr Jesus Christus mit der Speisung der 5.000, dass Er der Versorger Seines Volkes ist. Mit Seinem Wandel über den See zeigte Er sich auch als der Beschützer derer, die Ihm glauben und vertrauen. In beiden Wundern offenbarte der Herr zudem Seine Gottheit, was sich u.a. in Seiner Vollmacht über die Natur ausdrückte. Der Apostel Johannes, der sich mit seinem Evangelium insbesondere an die christlichen Gläubigen wandte (zur Zielgruppe des Johannesevangeliums siehe: Klick!), hat diese Ereignisse ganz offensichtlich ebenfalls niedergeschrieben, um seinen  Lesern die Gottheit Jesu vor Augen zu stellen. Beide Wunder rücken die Gottheit des Herrn Jesus Christus deutlich in den Fokus, denn im Alten Testament wird Gott, der Vater, als der Gott beschrieben, der genau diese Dinge tut (vgl. 2. Mose 16, 15, Nehemia 9, 15; Psalm 78, 24 – 25; Hiob 38, 8 – 11; Psalm 107, 28 – 29). Der amerikanische Bibelkommentator Warren W. Wiersbe weist darauf hin¹, dass in diesem Zusammenhang von praktischem Wunder und anschließender Belehrung der Ihm folgenden Menschenmassen jene beiden Aspekte des Dienstes Jesu zum Ausdruck kommen, wie sie uns in Johannes 1, 17 genannt werden:

“Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.“

Die Gnade des Herrn, so Wiersbe, zeigte sich in dem Wunder der Brotvermehrung/Speisung des Volkes, die Wahrheit in der Lehre des Herrn die sich daran an schließt.
Heute nun liegt der Schwerpunkt unserer Betrachtung auf der Reaktion, die diese Lehre bei denen, die dem Sohn Gottes zuhörten, auslöste.

* „Viele nun von seinen Jüngern, die es gehört hatten, sprachen: Diese Rede ist hart; wer kann sie hören?–  Johannes 6, 60 –  Offensichtlich löste die Lehre des Herrn und der darin zum Ausdruck gebrachte Anspruch, die wahre und damit einzige Nahrung des Gläubigen zu sein, unter denen, die Ihm zugehört hatten, eine lebhafte Diskussion aus (vgl. Vers 52). Das von Johannes in diesem Zusammenhang gebrauchte und in den meisten deutschen Übersetzungen mit “hart“ wiedergegebene Wort ist “σκληρός“ (“skleros“). Es kann mit schwierig, anstößig, hart oder unerträglich übersetzt werden. So also wurde die Lehre des Herrn empfunden und zwar nicht nur von den Synagogenbesuchern (Vers 59!), sondern auch von “seinen Jüngern“. Wenn hier von “Jüngern“ die Rede ist, so sollten wir nicht den Fehler begehen und  “Jünger“ mit “Gläubigen“ gleichsetzen. Denn – wie aus Vers 64 zu ersehen ist –  gab es unter den “Jüngern“ auch solche, die “nicht glaubten“². Einige der Jünger Jesu waren gläubig, andere folgten Ihm nach, um von Ihm zu lernen und (später) zu entscheiden, ob Er der Messias-Erlöser wäre oder nicht. Im 6. Kapitel seines Evangeliums führt uns der Evangelist Johannes die verschiedensten Reaktionen solcher Menschen vor Augen: Da gab es jene, die nur an den materiellen Segnungen interessiert waren, von denen der Dienst Jesu begleitet wurde (Johannes 6, 14 – 15; Johannes 6, 26; Johannes 6, 30 – 31). Andere wiederum konnten Seinen  Anspruch, größer als Mose zu sein, nicht akzeptieren (Johannes 6, 32 – 33; Johannes 6, 58), denn ihr Blick ging nicht über seine menschliche Gestalt hinaus (Johannes 6, 41 – 46).  Und dann waren da jene, von denen uns berichtet wird, dass sie Seine Sprache/Lehre als anstößig empfanden (vgl. Johannes 6, 53 – 54).

* „Da aber Jesus bei sich selbst wusste, dass seine Jünger hierüber murrten, sprach er zu ihnen: Stoßt ihr euch daran? Wenn ihr nun den Sohn des Menschen dahin auffahren seht, wo er zuvor war? – Johannes 6, 61 – 62 – Da der Herr  über diese Dinge  im Rahmen eines Aufenthaltes in der Synagoge von Kapernaum sprach, können wir davon ausgehen, dass die Gruppe Seiner Zuhörer nicht nur Seine zwölf Jünger umfasste. Mit diesen Worten kündigte Er an, dass Er Ihnen in Zukunft Dinge offenbaren wollte, die noch weitaus schwerer zu verstehen sein sollten, als das, was sie gerade gehört hatten. Er hatte ihnen gesagt, dass Er “vom Himmel“ gekommen war (Vers 38) und über diese Aussage hatten sie gemurrt (Verse 41 – 42). Was würden sie erst denken, wenn Er Ihnen sagte, dass Er in den Himmel zurückkehren würde (vgl. Johannes 3, 12)?

* „Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben;“ – Johannes 6, 63 – Diese Worte zeigen den zentralen Grund auf, warum sich immer wieder Menschen von der Person und Lehre Jesu abwandten (und bis heute abwenden!): “(…) das Fleisch nützt nichts“ – Wer an der Erlösung, dem ewigen Leben und der zukünftigen Hoffnung, die Jesus Christus anbietet, teilhaben will, der muss alles Vertrauen auf eigene Werke/Leistungen aufgeben. In vielen Stellen des Neuen Testaments wird der Begriff “Fleisch“ synonym für das alte, geistlich nicht erneuerte Leben des Menschen gebraucht, das weder in der Lage ist, Gottes Gebote zu halten, noch Gott gemäße Werke hervor zu bringen. “Fleisch“ in diesem Sinn ist gleichbedeutend mit dem sündigen, von Gott losgelösten Menschen und seinen erfolglosen Versuchen, mittels eigener Werke oder religiöser Riten wieder in eine Beziehung zu Gott treten zu können. “(…) das Fleisch ist zu nichts nütze“ – diese Worte Jesu zeigen das ganze Ausmaß der Verdorbenheit des in Sünde gefallenen Menschen auf. An ihm ist nichts mehr, das Gott gefallen könnte: “Alle sind  abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tue, da ist auch nicht einer. “ (Römer 3, 12) Doch die gute Nachricht war und ist, dass Gott in der Lage und willens ist, die durch die Sünde des Menschen ausgelöste Trennung zu überwinden. Er tut dies nicht, indem Er das “Fleisch“ erneuert oder veredelt. Ganz im Gegenteil: das “Fleisch“, d.h. alles, wofür dieser Begriff steht, konnte nur noch von Gott gerichtet werden. Dieses Gericht vollzog Gott am Kreuz von Golgatha stellvertretend an Seinem Sohn:

“Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: Er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch, damit die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist.“

(Römer 8, 3 – 4; LUTH’84)

“Das Gesetz des Mose war dazu nicht imstande; es scheiterte am Widerstand der menschlichen Natur. Deshalb hat Gott als Antwort auf die Sünde seinen eigenen Sohn gesandt. Dieser war der sündigen Menschheit insofern gleich, als er ein Mensch von Fleisch und Blut war, und indem Gott an ihm das über die Sünde vollzog, vollzog er es an der menschlichen Natur. So kann sich nun in unserem Leben die Gerechtigkeit verwirklichen, die das Gesetz fordert, und zwar dadurch, dass wir uns vom Geist ´Gottes` bestimmen lassen und nicht mehr von unserer eigenen Natur.“

(Römer 8, 3 – 4; Neue Genfer Übersetzung)

Jedem, der diesem Gericht Gottes über sein altes Leben in Reue und Buße zustimmt, eröffnet Gott die Möglichkeit des Lebens in ewiger Gemeinschaft mit Ihm. Dieses neue Leben wird uns durch Seinen Geist zuteil, den Gott jedem, der an das Evangelium  glaubt und ihm gehorsam wird (Apostelgeschichte 5, 32) schenkt. An die Stelle des Fleisches, tritt das Leben aus dem Geist Gottes.  – Diese Erlösung war den Israeliten von Gott bereits durch die Propheten des Alten Testaments angekündigt und seit dem Beginn des Dienstes des Herrn Jesus Christus verkündigt worden (vgl. z. B. Hesekiel 37, 14; Johannes 3, 3 – 6). Die Zuhörenden waren also durchaus in der Lage zu verstehen, worum es in der Verkündigung Jesu ging. Indem sie Seine Lehre ablehnten, zeigten diese Menschen jedoch eindrücklich, dass sie an einer so weitreichenden Veränderung ihres Lebens und dem unvergleichlichen Geschenk Gottes kein Interesse hatten.

“(…) aber es sind einige unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wusste von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer es war, der ihn überliefern würde.“ – Johannes 6, 64 – Immer wieder finden wir im Johannesevangelium Hinweise darauf, dass der Sohn Gottes sehr genau um den Herzenszustand der Menschen wusste, denen Er gegenüber stand (vgl. Johannes 2, 24 – 25). Auch die Reaktion Seiner Zuhörer in Kapernaum überraschte Ihn daher nicht.

“Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt, dass niemand zu mir kommen kann, wenn es ihm nicht von dem Vater gegeben ist.“ – Johannes 6, 65 – Wie bereits an anderen Stellen in diesem Kapitel (Johannes 6, 37; Johannes 6, 44), macht der Herr mit diesen Worten deutlich, dass die Entscheidung des Menschen, an Ihn zu glauben, das Ziel der erwählenden Absicht Gottes ist. Diese entbindet den Menschen jedoch nicht von seiner Verantwortung. Die Entscheidung dem Sohn Gottes zu glauben, war damals wie heute eine Entscheidung zwischen ewigem Leben und ewigem Tod und genau aus diesem Grund drängte der Herr Seine Zuhörer an Ihn zu glauben.  

“Von da an gingen viele von seinen Jüngern zurück und wandelten nicht mehr mit ihm.“ – Johannes 6, 66 – Viele hatten über Seine “harte Rede“ (Vers 60) gemurrt und so wie all unser Denken unser Handeln bestimmt, führte diese innere Einstellung der Vielen dazu, dass sie sich von dem Herrn Jesus Christus abwandten. Die Worte, die in unseren Bibelübersetzungen mit “von da an“ übersetzt werden, “ἐκ τούτου“ (“ek toutou“), können auch mit “aus diesem Grund“  übersetzt werden. Beide Übersetzungsmöglichkeiten  –  “von da an“ oder “aus diesem Grund“ – sind hier zulässig und beschreiben zusammengenommen treffend, was sich hier abspielte: Viele wandten sich aufgrund der “harten Rede“ von dem Herrn ab und zwar umgehend.

“Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr etwa auch weggehen?“ – Johannes 6, 67 – Die griechische Satzkonstruktion lässt auf die Erwartung einer negativen Antwort dieser Frage schließen. Offensichtlich fragte der Herr seine Jünger nicht, weil Er an ihrem Glauben zweifelte (vgl. Vers 64), sondern weil es in dieser Situation für sie wichtig war, ihre Hingabe an ihn zu erneuern. das ist ein ganz normaler, aber von Vielen nicht verstandener Vorgang im Leben des Gläubigen: Je länger  wir dem Herrn nachfolgen und je mehr Er uns offenbaren kann, desto öfter werden wir uns vor die Frage gestellt sehen, ob wir Ihm auch weiterhin nachfolgen wollen.  Es wäre für die Jünger leicht gewesen, gemeinsam mit der Menge der Vielen den Herrn zu verlassen. Ihre weitere Nachfolge würde nicht leichter, sondern schwieriger werden und darum bedurfte es genau an diesem Punkt einer erneuten Entscheidung. 

“Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist.“ – Johannes 6, 68 – 69 – Petrus war der Erste, der zu einem erneuten Bekenntnis durchdrang und er machte sich dabei zum Sprecher jener Jünger, die den Herrn nicht verlassen wollten. Doch Petrus erneuert nicht nur seine/ihre Hingabe an den Sohn Gottes. Er legt ein Bekenntnis ab, durch das er zum Ausdruck brachte, dass Er in Jesus Christus den verheißenen Messias, ja Gott selbst, erkannt hatte: “(…) und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist“ (vgl. Jesaja 41, 14; Jesaja 43, 3; Jesaja 47, 4; Jesaja 48, 17; Markus 1, 24; Lukas 4, 34).  Der Ausdruck, den Petrus in diesem Zusammenhang  benutzt – “der Heilige Gottes“ – lässt keinen anderen Schluss zu. Die Belehrung des Herrn war in seinem Herzen nicht auf fruchtlosen Boden gefallen, sondern hatte genau das bewirkt, wo zu dieses Wort gesandt worden war, nämlich Erkenntnis der Wahrheit über den Sohn Gottes und diese Erkenntnis führte zu einem eindeutigen Bekenntnis.
Schon im Satz davor, machte Petrus  deutlich, dass er und seine Mitjünger in dem Herrn nicht ihre letzte Zuflucht, sondern die einzige Hoffnung erkannt hatten. Sie hatten den Worten Jesu vertraut, dass jeder, der an Ihn glauben würde, neues Leben aus Gott empfangen würde und indem sie Seinen Worten glaubten, hatten sie Ihm als den von Gott gesandten Messias-Erlöser erfahren.
Das Bekenntnis, das Petrus hier ablegt, ist ein anderes, als das, welches er später in Cäsarea Philippi ablegen sollte (Matthäus 16, 16; Markus 8, 29; Lukas 9, 20). Das Bekenntnis in Kapernaum unterscheidet sich von dem in Cäsarea Philippi nicht nur im Zeitpunkt, sondern auch im Kontext, in dem es ausgesprochen wird. Während das Bekenntnis in Kapernaum angesichts einer Menge jüdischer Zuhörer und Nachfolger, die den Herrn verlassen, abgelegt wird, spricht Petrus das Bekenntnis von Cäsarea im Angesicht einer schier überwältigenden heidnischen Umwelt aus. Dass Petrus seinem Bekenntnis von Kapernaum treu blieb, erkennen wir, wenn wir seine späteren Predigten untersuchen. Auch dort bekennt er sich eindeutig zu dem Herrn Jesus Christus als “dem Heiligen Gottes“ (vgl. Apostelgeschichte 2, 27; Apostelgeschichte 3, 14). 

 “Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch, die Zwölf, auserwählt? Und von euch ist einer ein Teufel.“ – Johannes 6, 70 – Erneut greift der Herr die Tatsache auf, dass die Entscheidung des Menschen, an Ihn zu glauben, das Ziel der erwählenden Absicht Gottes ist. Doch selbst unter denen, die Er erwählt hatte, gab es solche, die nicht glaubten, und sogar einen, den Er als einen “Teufel“ bezeichnen musste. Verschiedene Kommentatoren weisen darauf hin, dass in den zuverlässigsten Manuskripten des Johannesevangeliums vor dem Wort “Teufel“ (“διάβολος“; “diabolos“) der Artikel fehlt. Auf diese Weise wird angezeigt, dass die Betonung auf der Qualität des Nomens liegt. In unserem Vers bedeutet dies, dass einer der Zwölf einem Teufel ähnlich war (vgl. auch: Markus 8, 33). Während das griechische Wort “διάβολος“ / “diabolos“ “Durcheinanderwerfer“ bedeutet, hat das hebräische Wort  „שָׂטָן“ / “Satan“ die Bedeutung von “Gegner“, “Widersteher“, “Verleumder“, “Verkläger“.   In dieser Weise bezog es der Herr in diesem Zusammenhang wahrscheinlich auch auf den einen Jünger, der wie Satan handeln würde, weil er vom Satan dazu angeleitet wurde (vgl. Johannes 13, 27).

“Er sprach aber von Judas, Simons Sohn, dem Iskariot; denn dieser sollte ihn überliefern – einer von den Zwölfen.“ – Johannes 6, 71 – Der Evangelist Johannes fügt erklärend an, dass der Herr auf diese Weise Judas Iskariot als diesen  Menschen identifizierte. Sein teuflisches Wesen sollte in seinem Verrat an dem Sohn Gottes zum Ausdruck kommen. 

Fußnoten:

¹ = Warren W. Wiersbe: ”The Bible Expositon Commentary”, Scripture Press, Wheaton, 1989, Band I, Seite 310

² = vgl. in diesem Zusammenhang auch den ausgezeichneten  Artikel “Ist jeder Gläubige ein Jünger (und umgekehrt)?“ von Michael Schneider unter: http://freiegnade.blogspot.de/2013/11/ist-jeder-glaubige-ein-junger-und.html

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