Vorbereitung auf Neues – Anmerkungen zu 1. Könige 17, 1 – 24

The widow's son, empty-eyed, returns to life at the prayer o Wellcome V0034443

The widow’s son, empty-eyed, returns to life at the prayer of Elijah. Coloured mezzotint by V. Green, 1799, after B. West.; This file comes from Wellcome Images, a website operated by Wellcome Trust, a global charitable foundation based in the United Kingdom; Copyrighted work available under Creative Commons Attribution only licence CC BY 4.0 http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ Via Wikimedia Commons (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_widow%27s_son,_empty-eyed,_returns_to_life_at_the_prayer_o_Wellcome_V0034443.jpg)

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Anmerkungen zu 1. Könige 17, 1 – 24

Das Bibelwort für die Wortverkündigung am Mittwoch dieser Woche wurde dem 1. Buch der Könige entnommen. Wir lesen und betrachten den betreffenden Vers  in seinem Kontext:

“Und Elia, der Tisbiter, von den Beisassen Gileads, sprach zu Ahab: So wahr der HERR lebt, der Gott Israels, vor dessen Angesicht ich stehe, wenn es in diesen Jahren Tau und Regen geben wird, es sei denn auf mein Wort! Und das Wort des HERRN erging an ihn, indem er sprach: Geh fort von hier und wende dich nach Osten, und verbirg dich am Bach Krith, der vor dem Jordan ist. Und es soll geschehen: Aus dem Bach wirst du trinken, und ich habe den Raben geboten, dich dort zu versorgen. Und er ging hin und tat nach dem Wort des HERRN: Er ging hin und blieb am Bach Krith, der vor dem Jordan ist. Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen und Brot und Fleisch am Abend, und er trank aus dem Bach. Und es geschah nach Verlauf einer Zeit, da vertrocknete der Bach, denn es war kein Regen im Land. Da erging das Wort des HERRN an ihn, indem er sprach: Mach dich auf, geh nach Zarpat, das zu Sidon gehört, und bleib dort. Siehe, ich habe dort einer Witwe geboten, dich zu versorgen. Und er machte sich auf und ging nach Zarpat; und als er an den Eingang der Stadt kam, siehe, da war eine Witwe dort, die Holz auflas. Und er rief ihr zu und sprach: Hole mir doch ein wenig Wasser im Gefäß, dass ich trinke! Und als sie hinging, um es zu holen, rief er ihr zu und sprach: Hole mir doch einen Bissen Brot in deiner Hand! Und sie sprach: So wahr der HERR, dein Gott, lebt, wenn ich etwas Gebackenes habe, außer einer Hand voll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug! Und siehe, ich lese ein paar Holzstücke auf und will hineingehen und es mir und meinem Sohn zubereiten, dass wir es essen und dann sterben. Und Elia sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Geh hinein, tu nach deinem Wort; doch bereite mir zuerst einen kleinen Kuchen davon und bring ihn mir heraus; und dir und deinem Sohn bereite danach zu. Denn so spricht der HERR, der Gott Israels: Das Mehl im Topf soll nicht ausgehen, und das Öl im Krug nicht abnehmen bis auf den Tag, da der HERR Regen geben wird auf den Erdboden. Und sie ging hin und tat nach dem Wort Elias; und sie aß, er und sie und ihr Haus, viele Tage. Das Mehl im Topf ging nicht aus, und das Öl im Krug nahm nicht ab, nach dem Wort des HERRN, das er durch Elia geredet hatte. Und es geschah nach diesen Dingen, da wurde der Sohn der Frau, der Hauswirtin, krank; und seine Krankheit wurde sehr schwer, so dass kein Odem mehr in ihm blieb. Da sprach sie zu Elia: Was habe ich mit dir zu schaffen, Mann Gottes? Du bist zu mir gekommen, um meine Ungerechtigkeit ins Gedächtnis zu bringen und meinen Sohn zu töten! Und er sprach zu ihr: Gib mir deinen Sohn her. Und er nahm ihn von ihrem Schoß und brachte ihn hinauf in das Obergemach, wo er wohnte, und legte ihn auf sein Bett. Und er rief zu dem HERRN und sprach: HERR, mein Gott, hast du gar an der Witwe, bei der ich mich aufhalte, übel getan, ihren Sohn zu töten? Und er streckte sich dreimal über das Kind und rief zu dem HERRN und sprach: HERR, mein Gott, lass doch die Seele dieses Kindes wieder in sein Inneres zurückkehren! Und der HERR hörte auf die Stimme Elias, und die Seele des Kindes kehrte wieder in sein Inneres zurück, und es wurde lebendig. Da nahm Elia das Kind und brachte es vom Obergemach in das Haus hinab und gab es seiner Mutter; und Elia sprach: Siehe, dein Sohn lebt! Und die Frau sprach zu Elia: Jetzt erkenne ich, dass du ein Mann Gottes bist und dass das Wort des HERRN in deinem Mund Wahrheit ist.“

(1. Könige 17, 1 – 24 ELBEDHÜ; z. Vgl. Luther’84)

 

Zum Hintergrund von 1. Könige 17, 1 – 24

Die Geschehnisse in dem von uns zu betrachtenden 17. Kapitel des 1. Buches der Könige fallen in die Zeit der Herrschaft des bösen und götzendienerischen Königs Ahab (1. Könige 16, 291. Könige 22, 40). Ahab beherrschte das Nordreich Israel von dessen Hauptstadt Samaria aus und zwar für die Dauer von ungefähr 22 Jahren (ca. 874 bis 853 v. Chr.). Im Südreich Juda und Benjamin herrschte in den ersten Jahren der Regentschaft Ahabs der König Asa. Später teilte sich dieser für drei Jahre den Thron Judas mit dem König Joschafat. In den letzten Jahren der Regentschaft Ahabs über Israel regierte Joschafat allein in Juda.
In seiner Gottlosigkeit und Bosheit übertraf Ahab alle andere Könige Israels bei weitem. Von Omri, seinem Vorgänger, heißt es in 1. Könige 16, 25:

“Und Omri tat, was dem HERRN übel gefiel, und war ärger als alle, die vor ihm gewesen.“

Doch das Urteil, das die Heilige Schrift in 1. Könige 16, 30 – 33 über Ahab fällt, ist noch ungemein härter:

“Und Ahab, der Sohn Omris, tat, was dem HERRN übel gefiel, mehr als alle, die vor ihm gewesen waren. Denn das war noch das Geringste, daß er in den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, wandelte; er nahm sogar Isebel, die Tochter Et-Baals, des Königs der Zidonier, zum Weibe und ging hin und diente dem Baal und betete ihn an. Und er richtete dem Baal einen Altar auf im Hause Baals, welches er zu Samaria baute. Ahab machte auch eine Aschera, also daß Ahab mehr tat, was den HERRN, den Gott Israels, erzürnte, als alle Könige von Israel, die vor ihm gewesen waren.

Jerobeam, ein Vorgänger Ahabs, hatte bereits die wahre Anbetung, wie Gott sie wünschte und wie Er sie Mose und den Kindern Israel geboten hatte, nach seinen eigenen Vorstellungen “modifiziert“. Ahab jedoch ersetzte die Anbetung Gottes durch die Anbetung des kanaanitischen Götzen, den die Israeliten bei der Einnahme des verheißenen Landes nach Gottes Gebot zerstören sollten (1. Könige 18, 4). Während Jerobeam Gott “nur“ ungehorsam war, vollzog Ahab einen vollkommenen Abfall von dem allein wahren Gott. Das hatte vor ihm noch kein König getan.
In 1. Könige 16, 34 wird noch ein anderes Ereignis im Zusammenhang mit Ahab erwähnt:

“Zu derselben Zeit baute Hiel von Bethel Jericho wieder auf. Es kostete ihn seinen erstgeborenen Sohn Abiram, als er ihren Grund legte, und seinen jüngsten Sohn Segub, als er ihre Tore setzte, nach dem Worte des HERRN, welches er durch Josua, den Sohn Nuns, geredet hatte.“

Bei der Einnahme des verheißenen Landes hatte Gott nach der Eroberung Jerichos, einer Stadt, die nach dem kanaanitischen Mondgott benannt war, durch Josua verkünden lassen:

“Zu der Zeit schwur Josua und sprach: Verflucht sei der Mann vor dem HERRN, welcher sich aufmachen und diese Stadt Jericho bauen wird; wenn er ihren Grund legt, koste es ihn seinen erstgeborenen Sohn, und wenn er ihre Tore setzt, koste es ihn seinen jüngsten Sohn!“

(Josua 6, 26)

Als nun Hiel im Auftrag Ahabs – denn ohne dessen Einwilligung wäre dies nicht möglich gewesen – Jericho wieder aufbaute, erfüllten sich genau diese Worte Josuas an ihm. Ahab hätte dies als eine Warnung Gottes verstehen können, dass auch seine auf dem Abfall von dem lebendigen Gott und auf der Verehrung von Götzen aufgebaute Herrschaft über das Nordreich Israel unter dem Fluch Gottes stand. Doch wir lesen nirgendwo, dass Ahab auch nur ein kleines Anzeichen von innerer Umkehr zeigte.

Anmerkungen zu 1. Könige 17, 1 – 24

* “Und Elia, der Tisbiter, von den Beisassen Gileads, sprach zu Ahab: So wahr der HERR lebt, der Gott Israels, vor dessen Angesicht ich stehe, wenn es in diesen Jahren Tau und Regen geben wird, es sei denn auf mein Wort! Und das Wort des HERRN erging an ihn, indem er sprach: Geh fort von hier und wende dich nach Osten, und verbirg dich am Bach Krith, der vor dem Jordan ist. Und es soll geschehen: Aus dem Bach wirst du trinken, und ich habe den Raben geboten, dich dort zu versorgen. Und er ging hin und tat nach dem Wort des HERRN: Er ging hin und blieb am Bach Krith, der vor dem Jordan ist. Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen und Brot und Fleisch am Abend, und er trank aus dem Bach. Und es geschah nach Verlauf einer Zeit, da vertrocknete der Bach, denn es war kein Regen im Land.“1. Könige 17, 1 – 7 – Als Antwort auf die unbußfertige Haltung Ahabs, tut Gott, was Er immer getan hat, wenn Sein Volk in Götzendienst fiel: Er beruft einen Propheten, der das Volk bzw. den König zur Umkehr aufrufen soll. Gleichzeitig hat ein solcher Prophet die Aufgabe, das Gericht Gottes für den Fall anzukündigen, dass keine Umkehr stattfindet. Aus dem Neuen Testament wissen wir, dass Gott jedem Menschen zuerst einmal die Möglichkeit gibt, Selbstgericht zu üben und zu Ihm umzukehren (vgl. 1. Korinther 11, 31; 2. Petrus 3, 9 – 10). Nach Meinung einiger Kommentatoren fand das Auftreten des Propheten Elia erst im 14. Jahr der Regentschaft Ahabs statt. Dementsprechend hätte der König des Nordreiches ebenfalls ausreichend Zeit zum Selbstgericht und zur Umkehr gehabt, ehe Gott ihm Sein Gericht durch den Propheten ankündigen lies.
Als Elia dann auftritt und dem König das göttliche Gericht verkündet, ist diese Begegnung nichts weniger als das Aufeinanderprallen zweier geistlicher Machtblöcke. Elia, dessen Name “Jahwe ist mein Gott“ bedeutet, trifft auf Ahab. Ahab heißt “Bruder des Vaters“, hat also eine fast nichtssagende Bedeutung. Um seinem Leben etwas Glanz zu verleihen, hatte dieser “Bruder des Vaters“, dieser Mann  ohne Eigenschaften, dem kanaanitischen Götzen Baal zu einer “Erweckung“ verholfen. Doch nun kündigt Elia, der von sich sagen kann, dass er “vor dem Angesicht des Gottes Israels steht“, also eine Autoritätsposition von ungeheurem Ausmaß einnimmt, über genau diesen Fruchtbarkeits- und Wettergötzen das Gericht des allein wahren Gottes an: Eine schwere Dürre und damit einhergehend eine Hungersnot, werden über Israel hereinbrechen. Damit würde Gott zum einen Seine Gerichtsandrohung wahr machen, die Er Israel für den Fall eines solchen Abfalls von Ihm angekündigt hatte (vgl. 3. Mose 26, 18 – 19; 5. Mose 11, 16 – 17; 5. Mose 28, 23 – 24; 5. Mose 33, 28). Gleichzeitig aber demonstrierte Gott auf diese Weise, dass Er, der allein lebendige Gott (1. Könige 17, 1), völlige Kontrolle über die dem toten Götzen Baal zugeschriebenen Fähigkeiten (Regen, Donner, Gewitter, Fruchtbarkeit, Ernte) besaß.
Während sich nun das göttliche Gericht an Israel zu vollziehen beginnt, sendet Gott Seinen Propheten an den Bach von Krith. In unzähligen Predigten ist dieser Bericht nacherzählt und ausgeschmückt  worden. Was wurde da nicht alles erzählt von den Raben und der Fürsorge Gottes für Seinen Propheten. Doch wenn man den ganzen Bericht über das Leben und den Dienst Elias betrachtet (1. Könige 17, 1 ff.), dann stellt man fest, dass der Fokus hier weder auf der “wundersamen Versorgung durch die Raben“, noch auf der  Fürsorge Gottes für Seinen Propheten (Bewahrung vor Ahab, Versorgung mit Nahrung) liegt. Es geht hierbei vielmehr darum, dass selbst der Prophet noch einmal die Lektion lernt, dass Gott allein der Erhalter und Versorger Seines Volkes ist. Diese Lektion war notwendig, um den Propheten auf die Aufgaben vorzubereiten,  die nach Gottes Plan noch vor ihm lagen.

* “Da erging das Wort des HERRN an ihn, indem er sprach: Mach dich auf, geh nach Zarpat, das zu Sidon gehört, und bleib dort. Siehe, ich habe dort einer Witwe geboten, dich zu versorgen. Und er machte sich auf und ging nach Zarpat; und als er an den Eingang der Stadt kam, siehe, da war eine Witwe dort, die Holz auflas. Und er rief ihr zu und sprach: Hole mir doch ein wenig Wasser im Gefäß, dass ich trinke!
Und als sie hinging, um es zu holen, rief er ihr zu und sprach: Hole mir doch einen Bissen Brot in deiner Hand! Und sie sprach: So wahr der HERR, dein Gott, lebt, wenn ich etwas Gebackenes habe, außer einer Hand voll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug! Und siehe, ich lese ein paar Holzstücke auf und will hineingehen und es mir und meinem Sohn zubereiten, dass wir es essen und dann sterben. Und Elia sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Geh hinein, tu nach deinem Wort; doch bereite mir zuerst einen kleinen Kuchen davon und bring ihn mir heraus; und dir und deinem Sohn bereite danach zu. Denn so spricht der HERR, der Gott Israels: Das Mehl im Topf soll nicht ausgehen, und das Öl im Krug nicht abnehmen bis auf den Tag, da der HERR Regen geben wird auf den Erdboden. Und sie ging hin und tat nach dem Wort Elias; und sie aß, er und sie und ihr Haus, viele Tage. Das Mehl im Topf ging nicht aus, und das Öl im Krug nahm nicht ab, nach dem Wort des HERRN, das er durch Elia geredet hatte. Und es geschah nach diesen Dingen, da wurde der Sohn der Frau, der Hauswirtin, krank; und seine Krankheit wurde sehr schwer, so dass kein Odem mehr in ihm blieb. Da sprach sie zu Elia: Was habe ich mit dir zu schaffen, Mann Gottes? Du bist zu mir gekommen, um meine Ungerechtigkeit ins Gedächtnis zu bringen und meinen Sohn zu töten! Und er sprach zu ihr: Gib mir deinen Sohn her. Und er nahm ihn von ihrem Schoß und brachte ihn hinauf in das Obergemach, wo er wohnte, und legte ihn auf sein Bett. Und er rief zu dem HERRN und sprach: HERR, mein Gott, hast du gar an der Witwe, bei der ich mich aufhalte, übel getan, ihren Sohn zu töten? Und er streckte sich dreimal über das Kind und rief zu dem HERRN und sprach: HERR, mein Gott, lass doch die Seele dieses Kindes wieder in sein Inneres zurückkehren! Und der HERR hörte auf die Stimme Elias, und die Seele des Kindes kehrte wieder in sein Inneres zurück, und es wurde lebendig. Da nahm Elia das Kind und brachte es vom Obergemach in das Haus hinab und gab es seiner Mutter; und Elia sprach: Siehe, dein Sohn lebt! Und die Frau sprach zu Elia: Jetzt erkenne ich, dass du ein Mann Gottes bist und dass das Wort des HERRN in deinem Mund Wahrheit ist.“1. Könige 17, 8 – 24 – Nach dieser Vorbereitungszeit am Bach Krith beginnt Gott im Leben und Dienst Elias Seine Macht noch umfangreicher zu offenbaren. Was nun folgt müssen wir ebenfalls als noch zu dieser Vorbereitungszeit gehörend ansehen. Gottes Plan war es, dem Baalskult in Israel durch ein machtvolles Zeichen ein Ende zu bereiten. Das bedeutete jedoch gleichzeitig, dass der von Ihm berufene Prophet ganz allein einer großen Schar von falschen Propheten entgegentreten musste (vgl. 1. Könige 18, 16 – 40). Um ihn auf dieses Ereignis vorzubereiten, sendet Gott Seinen Propheten nun zuerst nach Zarpat bei Sidon (im heutigen Libanon). Aus 1. Könige 16, 31 – 32 wissen wir, dass es sich bei dieser Gegend um eine Hochburg des Baalskultes handelte. Isebel, die Frau Ahabs, stammt aus Sidon und ihr Vater trug einen Namen, der ihn als einen Geweihten dieses Götzen auszeichnete. Historische Quellen lassen außerdem vermuten, dass er auch ein Priester der Astarte war.
In Zarpat wird Elia der Gast einer Witwe. Witwen und Waisen waren die ärmsten Menschen im Nahen Osten zu dieser Zeit. Ihnen war es nicht möglich, Geld zu sparen oder Vorräte anzulegen, so dass sie bei einer Wetterkatastrophe und einer damit einhergehenden Hungersnot innerhalb kürzester Zeit ohne Nahrungsmittel da standen.
Bei seinem ersten Zusammentreffen mit dieser Witwe verlangt Elia nach Speise und Trank (vgl. 1. Mose 24, 10 – 21). Durch ihre Antwort “So wahr der HERR, dein Gott, lebt“  wird deutlich, dass es sich bei dieser Frau um eine Nichtjüdin handelte, die an den Gott Israels glaubte. Indem Elia diese Frau dann aufforderte, die Interessen des lebendigen Gottes, den er repräsentierte, vor ihre eigenen Bedürfnisse zu stellen, wird der Glaube dieser Frau geprüft und durch ihre Reaktion als wahrhaftig bestätigt. Dadurch, dass sie sie dem wahren Gott in der Person Elias die letzten Reste ihrer Nahrung übergibt, zeigt diese Frau, dass sie ihre Versorgung und den Erhalt ihres Lebens allein von Jahwe, dem lebendigen Gott, und nicht von Baal, dem kanaanitischen Wetter- und Fruchtbarkeitsgötzen, erwartet. Gott ehrt den Glauben dieser Frau, indem Er sie, ihren Sohn und den unerwarteten Gast auf wunderbare Weise versorgt. Inmitten einer Hochburg des Baalskultes offenbart der lebendige Gott  Seine einzigartige Macht, die an Ihn glaubenden Menschen mit allem zu versorgen, was sie brauchen (vgl. 2. Mose 10, 23), während der Fruchtbarkeits- und Wettergötze Baal “durch Abwesenheit  glänzt“. Auch im Zusammenhang mit diesem Ereignis liegt der Fokus nicht nur auf der wunderbaren Versorgung durch Gott, sondern primär auf der Vorbereitung des Propheten auf die noch vor ihm liegenden Aufgaben. Denn ganz offensichtlich wurde der Glaube des Propheten, aber auch der Glaube dieser Witwe, durch das Wunder Gottes gestärkt.
Doch um Elia auf die Konfrontation mit den Baalspriestern vorzubereiten, bedarf es noch einer weiteren Lektion. Kurze Zeit später stirbt der Sohn dieser Witwe. Dieses Ereignis erschüttert die Mutter so sehr, dass sie sich selbst die Schuld an dem Tod ihres Kindes gibt (“Da sprach sie zu Elia: Was habe ich mit dir zu schaffen, Mann Gottes? Du bist zu mir gekommen, um meine Ungerechtigkeit ins Gedächtnis zu bringen und meinen Sohn zu töten!„) Doch die Frau irrt. Durch ihren Glauben an den lebendigen Gott war sie – wie Abraham zuvor – bereits gerechtfertigt (vgl. Römer 4, 3). Wie das Wunder, dass der Herr Jesus Christus an dem Blindgeborenen tat (vgl. Johannes 9, 2 – 3), sollte auch das Wunder, das Elia in Kürze an ihrem Sohn vollziehen sollte, nur einem Zweck dienen: der Verherrlichung des wahren Gottes.
Elia war klar, dass es nur in Gottes Macht lag, den Jungen wieder zum Leben zu erwecken. Darum rief er zu Gott im Gebet. Wir finden in der Heiligen Schrift zahlreiche Berichte darüber, wie ein Mensch infolge der Handauflegung durch einen Diener Gottes geheilt wurde. Doch hier weiß Elia, dass es mehr als nur einer teilweisen Identifikation mit diesem Jungen in  seiner Situation bedarf. Darum setzt er buchstäblich “sein ganzes Gewicht“ ein (vgl. Apostelgeschichte 20, 10). Dann betet Elia mit großer Dreistigkeit zu seinem Gott. Diese Dreistigkeit des Glaubens ist, wie wir aus vielen anderen Stellen der Heiligen Schrift erfahren, eine grundlegende Voraussetzung für die Erhörung von Gebet in schwierigen Situationen (vgl.  Matthäus 7, 7 – 8; Lukas 11, 5 – 13, Lukas 18, 1 – 8). Gott stellte das Leben des Jungen wieder her und Elia lernte die Kraft Gottes und die Kraft des Gebets noch einmal auf eine ganz neue  Weise  kennen. Kurze Zeit später wird der Prophet das hier Gelernte in der Auseinandersetzung mit den Propheten Baals auf dem Karmel (1. Könige 18, 16 – 46) umsetzen und eine Manifestation der Allmacht Gottes erleben, die das Nordreich Israel erschüttern wird und deren geistliche Nachbeben auch in Sidon noch spürbar kein werden.
In den Worten der Witwe von Zarpat: “Jetzt erkenne ich, dass du ein Mann Gottes bist und dass das Wort des HERRN in deinem Mund Wahrheit ist.“ erhält Elia dann einen Vorgeschmack auf das, was Gott tun wollte. Wenn Gott auf das glaubensvolle Gebet hin, diesen Jungen von den Toten auferwecken konnte, dann war es Ihm auch möglich das geistlich tote Volk Israel zu neuem Leben zu erwecken.

Die neutestamentarische Anwendung

In 1. Korinther 10, 6 erklärt uns der Apostel Paulus:

“Diese Dinge aber sind als Vorbilder für uns geschehen, (…)“

Welche Hinweise können wir aus den Ereignissen in 1. Könige 17, 1 – 24 für uns als Christen entnehmen?

  • Zuerst einmal sollten wir festhalten, dass alles, was Elia an Zeichen und Gebetserhörungen erlebt, nicht in ihm, dem Menschen, auch nicht dem von Gott berufenen Menschen, begründet liegt. Alle Erfahrungen mit der Macht Gottes, das zeigen die Verse 17 – 24 sehr deutlich, fließen aus der Beziehung Elias zu seinem Gott. Auch wir können nichts aus uns allein tun, sondern allein aus der Verbindung mit unserem Herrn und Erlöser Jesus Christus (vgl. Johannes 15, 5).
  • Diese enge Lebensbeziehung findet ihren ersten und vornehmsten Ausdruck in einem beständigen, vertrauensvollen Gebetsleben. Ein Mensch mit einem solchen Gebetsleben, das die totale Abhängigkeit des Menschen von Gott anerkennt, kann zugleich voller Vertrauen, ja in großer Dreistigkeit, alles von Gott erbitten, was er benötigt (vgl. Daniel 11, 32).
  • Als Christen wird unser Leben nicht vom Zufall bestimmt, sondern von Gott. Dementsprechend sollten wir alles, was in unserem Leben geschieht als Training und Stärkung für unseren Glauben und für noch vor uns liegende Aufgaben verstehen. Auf diese Weise werden wir vorbereitet sein, wenn Gott uns neue Aufgaben schenken und uns für Sein Werk gebrauchen möchte. Wenn wir uns so bewusst von Gott vorbereiten lassen, dann wird Gott uns auch gebrauchen können, um eine “in Sünden tote“ (vgl. Epheser 2, 1 – 9) Welt zu neuem Leben zu erwecken.

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