[Repost] Gottes Nähe suchen, im Vertrauen zu Gott wachsen – Anmerkungen zu Psalm 84, 1 ff.

Modell des Jerusalemer Tempels / Foto: Juan R. Cuadra/Wikipedia

Modell des Jerusalemer Tempels / Foto: Juan R. Cuadra/Wikipedia

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Für die Wortverkündigung am Mittwoch dieser Woche wurde ein Vers aus dem 84. Psalm gewählt. Wie immer betrachten wir diesen Vers zum besseren Verständnis im Zusammenhang des gesamten Psalms:

“Dem Vorsänger, nach der Gittit. Von den Söhnen Korahs, ein Psalm. Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR der Heerscharen! Es sehnt sich, ja, es schmachtet meine Seele nach den Vorhöfen des HERRN; mein Herz und mein Fleisch rufen laut nach dem lebendigen Gott. Sogar der Sperling hat ein Haus gefunden, und die Schwalbe ein Nest für sich, wohin sie ihre Jungen legt – deine Altäre, HERR der Heerscharen, mein König und mein Gott! Glückselig, die in deinem Haus wohnen! Stets werden sie dich loben. – Sela. Glückselig der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in deren Herzen gebahnte Wege sind! Wenn sie durchs Tränental gehen, machen sie es zu einem Quellenort; ja, mit Segnungen bedeckt es der Frühregen. Sie gehen von Kraft zu Kraft; sie erscheinen vor Gott in Zion. HERR, Gott der Heerscharen, höre mein Gebet; nimm zu Ohren, du Gott Jakobs! – Sela. Du, unser Schild, sieh, o Gott; und schau an das Angesicht deines Gesalbten! Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend; ich will lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes, als wohnen in den Zelten der Gottlosen. Denn der HERR, Gott, ist Sonne und Schild; Gnade und Herrlichkeit wird der HERR geben, kein Gutes vorenthalten denen, die in Lauterkeit wandeln. HERR der Heerscharen, glückselig der Mensch, der auf dich vertraut!“

(Psalm 84, 1 – 13  ELBEDHÜ, z. Vgl. Luther’84)

 

Zum Hintergrund: Das 3. Buch des Psalters

Wie ich bereits in den Anmerkungen zu anderen Psalmen geschrieben habe, ist es auch an dieser Stelle nicht möglich, den Hintergrund des großen und umfangreichen biblischen Buches der Psalmen in seinen Einzelheiten  vorzustellen. Daher folgen auch hier nur einige grundlegende Informationen zum Buch der Psalmen, insbesondere zum 3. Buch des Psalters, in dem wir den heute zu betrachtenden Psalm finden:
Das Buch der Psalmen (תְּהִלִּים bzw. תהילים, “Tehillim“ = die Preisungen/Lobpreisungen) ist das erste Buch der “Ketuvim“, d.h. der “Schriften“, also des dritten und letzten Abschnitts der jüdischen Heiligen Schrift. Der Begriff “Preisungen“ bzw. “Lobpreisungen“ ist sehr treffend gewählt für dieses biblische Buch, da jeder der 150 Psalmen, mit Ausnahme von Psalm 88, Lobpreisungen Gottes enthält.
Unser deutsches Wort “Psalm“ ist die eingedeutschte Form des griechischen Wortes “ψαλμός“ (“psalmos“) bzw. der ψαλμοί“ (“psalmoi“), womit “Worte bzw. Lieder mit instrumentaler Begleitung“ bezeichnet wurden (vgl. Lukas 20, 42; Apostelgeschichte 1, 20).  Das gesamten Buches der Psalmen wurde in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments, der Septuaginta (LXX), als “ψαλτήριον“ (“psalterion“) bezeichnet. Darauf zurückgehend entwickelte sich unser Begriff “Psalter“, mit dem auch heute noch das ganze Buch bzw. die Gesamtheit der 150 Psalmen bezeichnet wird.

Traditionell wird das Buch der Psalmen in fünf große Abschnitte bzw. Bücher unterteilt:

Buch I (Psalm 1Psalm 41)

Buch II (Psalm 42Psalm 72)

Buch III (Psalm 73Psalm 89)

Buch IV (Psalm 90Psalm 106)

Buch V (Psalm 107 Psalm 150)

Auf wen diese Unterteilung zurückzuführen ist, ist genauso unbekannt wie die Kriterien, nach denen die einzelnen Psalmen dem jeweiligen Buch zugeordnet wurden. Manche Kommentatoren sehen in dieser Aufteilung eine Parallele zu den fünf Büchern Mose, d.h. der Torah.
Im 3. Buch des Psalters befindet sich jener Psalm, den wir heute betrachten wollen. Dieses 3. Buch enthält insgesamt 17 Psalmen (Psalm 73Psalm 89), von denen 11 (Psalm 73Psalm 83) von Asaph stammen. Drei Psalmen (Psalm 84, Psalm 85 und Psalm 87) bezeichnen pauschal die “Kinder Korah“ als ihre Autoren. Ein Psalm – Psalm 88 – stammt von Heman, der ebenfalls zu den “Kindern Korahs“ gehörte. Als Autor des 89. Psalms wird uns Etan genannt. Ein weiterer Psalm – Psalm 86 – nennt König David seinen Autor. Von den genannten Psalmdichtern – Asaph, Heman und Etan -, wissen wir, dass diese Sänger zum Stamm Levi gehörten und Zeitgenossen des König Davids waren.

Einige Hinweis zu Psalm 84, 1 ff.

Bei Psalm 84, 1 ff. handelt es sich um einen Wallfahrtspsalm. Solche Psalmen wurden von den Israeliten gesungen, wenn sie – z. B. anlässlich der biblischen Feste – nach Jerusalem reisten, um Gott in Seinem Tempel anzubeten (vgl. Psalm 120 –  Psalm 134). Dieser Psalm gehört zu jenen Psalmen, die “die Kinder Korahs“ ihre Dichter angeben. Bibelleser werden bei diesem Namen vielleicht an 4. Mose 26, 10 denken, wo von der “Rotte Korahs“ berichtet wird, die wegen ihres Aufruhrs  durch ein göttliches Gericht “von der Erde verschlungen wurde“. Dabei sollte man allerdings beachten, dass die “Kinder Korahs“ in dieses Gericht nicht einbezogen waren (vgl. 4. Mose 26, 11). Unter  David und Salomo (und auch später) dienten Nachkommen dieser Kinder Korahs als Torhüter und Verwalter von Tempelgeräten (vgl. 1. Chronik 9, 19 ff.; 1. Chronik 26, 1 + 19), aber auch als Sänger (2. Chronik 20, 19; Psalm 84, Psalm 85, Psalm 87 und Psalm 88) im Tempel Gottes. Einen Korahiter  und ebenfalls Verfasser eines Psalms (Psalm 88) – Heman – finden wir unter den Sängern, die in 1. Chronik 6, 31 ff. besonders genannt und auch als Ratgeber Davids bezeichnet werden.

Anmerkungen zu Psalm 84, 1 ff.

* “Dem Vorsänger, nach der Gittit. Von den Söhnen Korahs, ein Psalm. Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR der Heerscharen!“ Psalm 84, 1 – 2 –  Bereits in den Psalmen 42 und 43, die ebenfalls von den Kindern Korahs stammen, kommt diese Freude über den Tempel Gottes zum Ausdruck. Wenn hier von den “Wohnungen“ Gottes die Rede ist, dann sind damit nicht mehrere oder verschiedene Tempel gemeint, sondern der Tempel in Jerusalem samt seiner Vorhöfe. Während die Priester auch Zugang zu anderen Bereichen des Tempels hatten, war es dem Israeliten nur gestattet, in den Vorhöfen (entweder im Vorhof der Männer oder im Vorhof der Frauen, die beide im Vorhof der Juden lagen) anzubeten.

* “Es sehnt sich, ja, es schmachtet meine Seele nach den Vorhöfen des HERRN; mein Herz und mein Fleisch rufen laut nach dem lebendigen Gott. Sogar der Sperling hat ein Haus gefunden, und die Schwalbe ein Nest für sich, wohin sie ihre Jungen legt –deine Altäre, HERR der Heerscharen, mein König und mein Gott!“ Psalm 84, 3 – 4 –  Die Sehnsucht nach dem Tempel Gottes ist nicht eine Sehnsucht nach den entsprechenden Gebäuden, sondern eine Sehnsucht nach der Gegenwart Gottes selbst, von der Gott verheißen hatte, dass sie dort zu finden sei (vgl. 1. Könige 9, 3).  In diesem Sinne beneidet der Psalmist die Vögel, die ihre Nester auf dem Tempelareal bauen konnten. Auf diese Weise war es ihnen beständig möglich, in der Gegenwart Gottes zu leben und Ihn zu preisen.

* “Glückselig, die in deinem Haus wohnen! Stets werden sie dich loben. –Sela. Glückselig der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in deren Herzen gebahnte Wege sind! Wenn sie durchs Tränental gehen, machen sie es zu einem Quellenort; ja, mit Segnungen bedeckt es der Frühregen.“ Psalm 84, 5 – 7 – Hier preist der Psalmist jene “glückselig“, die “im Haus (Gottes)“, also dem Tempel, “wohnen“. Dabei denkt er an die Priester und Leviten, die, wenn das Los sie traf und sie zum Dienst im Tempel eingeteilt wurden,  während dieser Zeit in den Priesterwohnungen lebten.
Dann werden jene Menschen, die beständig Gottes Gegenwart suchen und erleben, als “glückselig“ bezeichnet. Diese Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihre Stärke nicht in sich selbst suchen. Sie wissen darum, dass Gott ihre Stärke ist. Aus der Gemeinschaft mit Ihm selbst beziehen sie ihre Kraft. Das ist aber nur möglich, weil in ihren Herzen “gebahnte Wege“ für Gott sind. Es sind betende Menschen, die sich ihrer Abhängigkeit von Gott bewusst sind.
Die durch die Erfahrung der Gegenwart Gottes empfangene Kraft geht weit über alle menschliche Kraft hinaus. Die von Gott geschenkte Kraft versetzt solche Gläubigen in die Lage, selbst aus einem “Tränental“ einen “Quellort“ zu machen. Denn ein solches “Tränental“ führt diese Gläubigen nicht nur dazu, Gottes Gegenwart noch mehr als sonst zu suchen, es führt sie auch dazu, Gottes Gegenwart noch tiefer als sonst zu erfahren. 

* “Sie gehen von Kraft zu Kraft; sie erscheinen vor Gott in Zion. HERR, Gott der Heerscharen, höre mein Gebet; nimm zu Ohren, du Gott Jakobs! – Sela.“Psalm 84, 8 – 9 – Weil ein solches “Tränental“ im Leben der Gläubigen, die “Gott zu ihrer Stärke“ gemacht haben, dazu führt, dass sie Gottes Gegenwart noch mehr suchen als zuvor und sie darum auch Gottes Gegenwart und Kraft noch tiefer als zuvor erfahren, kann der Psalmist solchen Gläubigen das Zeugnis ausstellen, dass sie “von Kraft zu Kraft“ gehen. Der Fokus des Psalmisten ist auf das gerichtet, was die Begegnung mit der Gegenwart Gottes im Leben eines Gläubigen zu bewirken vermag: beständig neue Kraft – bis sie endlich vor Gott in Zion erscheinen.

* “Du, unser Schild, sieh, o Gott; und schau an das Angesicht deines Gesalbten! Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend; ich will lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes, als wohnen in den Zelten der Gottlosen. Denn der HERR, Gott, ist Sonne und Schild; Gnade und Herrlichkeit wird der HERR geben, kein Gutes vorenthalten denen, die in Lauterkeit wandeln. HERR der Heerscharen, glückselig der Mensch, der auf dich vertraut!“Psalm 84, 10 – 13 – Der Psalmist preist die Bedeutung der Gegenwart Gottes. Ihm war es lieber, die “Schwelle im Haus seines Gottes zu hüten“, also einen vielleicht als niedrig angesehenen Dienst auszuüben, als ein angesehene Arbeit oder Stellung irgendwo anders zu besitzen. Denn dieser Dienst, so gering er auch scheinen mochte, schenkte ihm das Privileg der beständig erfahrbaren Gegenwart Gottes.
Dann vergleicht der Psalmist die Gegenwart Gottes mit der segensreichen Wirkung der Sonne. So, wie die Sonne Licht und Wärme denen schenkt, die sich ihr aussetzen, so beschenkt Gott die, die Seine Gegenwart suchen, mit Schutz, Gnade und Herrlichkeit: Der Begriff “Schutz“ ist für uns alle verständlich. “Gnade“ aber drückt nicht nur die Begnadigung durch Gott aus, sondern bezeichnet auch die Befähigung, die Gott uns schenkt, damit wir das tun können, was Er uns zu tun heißt. Und wenn hier die Rede davon ist, dass Gott uns “Herrlichkeit“ zuteil werden lässt, dann  ist damit die Ehre gemeint, die Gottes beständige Gegenwart unserem Leben verleiht.
Auch mit allem anderen, was ein solcher Mensch braucht, will Gott ihn versorgen, wenn er in Lauterkeit, also Reinheit bzw. Aufrichtigkeit, wandelt. Weil die Segnungen Gottes für die, die Ihm vertrauen und Seine Gegenwart suchen, so umfassend sind, preist der Psalmist diese Menschen “glückselig“.

 

Die neutestamentarische Anwendung

In 1. Korinther 10, 6 erklärt uns der Apostel Paulus:

“Diese Dinge aber sind als Vorbilder für uns geschehen, (…)“

In welcher Weise können wir die Aussagen des 84. Psalms auf uns anwenden?

Versammelt zu Seinem Namen hin

Noch in der Zeit Seines irdischen Dienstes gab der Herr Jesus Christus Seinen Jüngern eine wunderbare Verheißung, die an eine bestimmte Voraussetzung gekoppelt war:

“Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen (a. Ü.: zu meinem Namen hin), da bin ich in ihrer Mitte.“

(Matthäus 18, 20)

Christen müssen also nicht mehr nach Jerusalem (oder an irgendeinem anderen Ort) pilgern, um Gottes Gegenwart erfahren zu können. Wo immer sie sich “zum Namen des Herrn Jesus Christus“ hin versammeln, hat Er Seine Gegenwart verheißen.
In der  Apostelgeschichte finden wir zahlreiche Berichten darüber, wie die Kraft Gottes wirksam wurde, wenn die Jünger des Herrn zu Seinem Namen hin versammelt waren. Doch schon bald sehen wir eine traurige Entwicklung: Bereits in seinem ersten Brief an die Korinther muss der Apostel Paulus die Gläubigen dafür rügen, dass sie innerhalb der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) Gruppen gebildet und diese mit den Namen bestimmter Menschen belegt haben (1. Korinther 1, 12). Paulus verurteilt diese Entwicklung mit scharfen Worten und bezeichnet sie als ungeistlich. Doch je weiter die Kirchengeschichte voranschritt, desto mehr nahm diese ungeistliche Entwicklung zu.  Wenig später ist zu beobachten, wie Gebäude, in denen sich Gläubige trafen, nach den Namen angeblich besonderer “Heiliger“ (Sankt Sowieso) benannt wurden, obwohl uns die Heilige Schrift doch ausdrücklich sagt, dass “alle, die an allen Orten den Namen des Herrn Jesus Christus anrufen Heilige Gottes“ (1. Korinther 1, 2) sind. Noch später ging man dazu über, einzelne christliche Bewegungen nach dem Namen ihres kirchlichen Zentrums (Rom, Konstantinopel etc.), nach dem Namen ihrer führenden Persönlichkeiten (Luther, Calvin etc.) oder nach bestimmten Schwerpunkten ihrer Lehre (baptistisch, pfingstlich, apostolisch u. v. a. m.) zu benennen und sich unter diesem “Namen“ zu versammeln. Viele dieser Bewegungen konnten/können beeindruckende Mitgliederzahlen vorweisen, doch sind Mitgliederzahlen kein Zeichen geistlicher Kraft oder göttlichen Lebens. Bereits zu den Israeliten sagte der Herr:

“Nicht darum, weil ihr zahlreicher wäret als alle Völker, hat der HERR Lust zu euch gehabt und euch erwählt; denn ihr seid das geringste unter allen Völkern;  sondern weil der HERR euch liebte und weil er den Eid halten wollte, den er euren Vätern geschworen, darum hat der HERR euch mit mächtiger Hand ausgeführt und dich von dem Diensthause aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten, erlöst.“

(5. Mose 7, 7 – 8)

Gott hat Seine Gegenwart und die Wirksamkeit Seiner Kraft nicht mit menschlichen Namen oder menschlichen Bekenntnissen verbunden, sondern allein mit dem Namen Seines Sohnes Jesus Christus. Wo immer ein menschlicher Name im Mittelpunkt steht und Jesus Christus nur eine “Wichtigkeit“ des Glaubens ist, wird Gott dieses Werk auf Dauer nicht bestätigen. Es reicht nicht aus, zu Beginn eines Gottesdienstes mit den Worten “im Namen Jesu“ zu beten. Es reicht nicht aus, im Gottesdienst zu singen: “Wir sind hier versammelt in Jesu Namen …“, wenn wir uns doch gleichzeitig unter diesem oder jenem menschlichen Namen versammeln. Gott bezeugt sich dort mit Seiner Kraft, wo die Person Seines Sohnes der einzige Mittelpunkt der Anbetung und Verkündigung ist. Dort wird Er Selbst das Brot des Lebens austeilen, Er Selbst wird hungrige Seelen sättigen, Er Selbst wird zerbrochene Herzen heilen, Er Selbst wird Vergebung, Befreiung und Heilung schenken.

Nähe ist entscheidend

Doch wir würden einen Fehler machen, wenn wir die Erfahrung der Gegenwart Gottes nur auf das Zusammenkommen der Gläubigen, also auf einen oder wenige Tage in der  Woche, beschränken würden.

Psalm 84, 1 ff. lehrt uns, dass Kraft und Freude in der engen Gemeinschaft mit Gott, in der Erfahrung Seiner Gegenwart, gefunden werden. Zur Zeit des Alten Testaments konnten die Israeliten diese Erfahrung immer nur an dem Ort machen, an dem das Heiligtum stand. Während der Wüstenwanderung und in der Zeit danach bis zum Königtum Davids war dies die Stiftshütte, auch als Zelt der Zusammenkunft bekannt. Beginnend mit dem Tempelbau unter Salomo  bis zum Jahr 70 n. Chr. war dies der Tempel in Jerusalem. Heute erfahren Gläubige die Gegenwart Gottes zum einen dort, wo sie sich gemeinsam zu dem Namen des Herrn hin versammeln, zum anderen aber auch individuell, wann immer ein Gläubiger dem Willen Gottes vertraut und folgt, wie Er ihn uns in der Heiligen Schrift geoffenbart hat.
Dreimal bezeichnen die Kinder Korahs Menschen in Psalm 84, 1 ff. als “gesegnet“ bzw. “glückselig“:

“Glückselig, die in deinem Haus wohnen! Stets werden sie dich loben. – Sela.“

(Psalm 84, 5 ELBEDHÜ)

“Glückselig der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in deren Herzen gebahnte Wege sind!“

(Psalm 84, 6 ELBEDGÜ)

“HERR der Heerscharen, glückselig der Mensch, der auf dich vertraut!“

(Psalm 84, 13 ELEDHÜ)

Der Psalm zeichnet hier die Wallfahrt des Israeliten zum Tempel nach: Noch weit entfernt vom Ziel seiner Reise, hat der Gläubige Sehnsucht nach den “Wohnungen Gottes“. Je weiter der Gläubige auf seinem Weg voranschreitet, desto wichtiger wird ihm die Vorbereitung seines Herzens im Gebet. Völlig erfüllt wurde die Sehnsucht, die am Beginn dieser Wallfahrt stand, erst, wenn der Gläubige Gottes Gegenwart erfahren hatte. So zeigt der Psalm uns auch verschiedene Grade der Nähe zu Gott auf, in denen sich der Gläubige bewegte bzw. bewegen konnte.
Auch heute haben wir die Möglichkeit zu wählen, wie nahe wir Gott kommen und ob wir überhaupt Seine Gegenwart erfahren wollen. Einige Gläubige begnügen sich mit einem “wöchentlichen Abstecher in die Gegenwart Gottes“, meist sonntags in der Zeit zwischen 9.30 Uhr und 11.30 Uhr. Sie gehen “von Sonntag zu Sonntag“. Andere entscheiden sich, Seine Gegenwart täglich im Gebet zu suchen. Sie sind es, die “von Kraft zu Kraft“ gehen und im Vertrauen auf Gott mehr und mehr wachsen.

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