Die Gebete im Buch der Offenbarung (5)

Praying people crossing

Praying People Crossing * Schild an der Grundstücksmauer eines Hauses in Jever * Foto: By GregorHelms (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

 

Das fünfte Gebet im Buch der Offenbarung findet sich in Offenbarung 7,  9 – 11 (ELBEDHÜ):

“Nach diesem sah ich: Und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, und sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern, und Palmen waren in ihren Händen. Und sie rufen mit lauter Stimme und sagen: Das Heil sei unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm! Und alle Engel standen um den Thron her und um die Ältesten und die vier lebendigen Wesen, und sie fielen vor dem Thron auf ihre Angesichter und beteten Gott an.

In Offenbarung 7, 9 – 17 wird uns eine große Anzahl erretteter Menschen vorgestellt. Diese Menschen werden wie folgt beschrieben: Sie kommen aus jeder Nation, jedem Stamm, jedem Volk, und Sprache, die auf Erden vertreten ist. Es handelt sich also sowohl um Juden als auch um Menschen aus den Nationen (vgl. Offenbarung 5, 9; Offenbarung 11, 9; Offenbarung 13, 7; Offenbarung 14, 6; Offenbarung 17, 15). Diese Menschen sind bekleidet mit weißen Gewändern. Weißen Gewänder sind im Neuen Testament ein Zeichen für Gerechtigkeit und Reinheit, ein Zeichen dafür, dass diese Menschen Vergebung empfangen haben und von ihren Sünden gereinigt wurden: “Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind’s, die gekommen sind aus der großen Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider hell gemacht im Blut des Lammes. “ (Offenbarung 7, 14) Es ist auffallend, dass wir diese Bekleidung mit “weißen Gewändern“ (oder “Kleidern“) in der Offenbarung nur im Zusammenhang mit Gläubigen finden (vgl. Offenbarung 3, 4 – 5 + 18; Offenbarung 6, 11; Offenbarung 7, 9 + 13 f.; Offenbarung 19, 14). Die Gewänder, die Engel tragen, werden hingegen als “reines, glänzendes Leinen“ (Offenbarung 15, 6) beschrieben.
Vergleicht man Offenbarung 7, 14 mit Offenbarung 6, 11, so wird klar, dass es sich bei dieser großen Menschenmenge um jene Gläubigen handelt, die bereits zuvor in Offenbarung 6, 9 – 11 genannt wurden. Es sind Gläubige, die in der ersten Hälfte der Trübsalszeit gestorben sind. Nun stehen sie gemeinsam mit Engeln Gottes vor dem Thron Gottes. In ihren Händen halten sie Palmzweige, ein Zeichen  der Freude und des Sieges (vgl. Johannes 12, 13). Dort beten sie Gott und das Lamm an. Ihr Lobpreis besteht in einer einzigen, zentralen Aussage: “Das Heil (a.Ü.: “die Errettung“) sei unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm!“ In dem diese Gläubigen das proklamieren, sagen sie, dass das Heil, die Errettung, nur von Gott und dem Lamm kommen kann. Niemand anderes im ganzen Universum (und darüber hinaus) hat die Macht oder die Fähigkeit Heil, Errettung, Erlösung zu geben. Nur Gott und das Lamm sind  dazu in der Lage. Mit dem Begriff “Heil“, griech.: “σωτηρία“ (“soteria“) ist hier sowohl die Errettung aus allen möglichen irdischen Gefahren, als auch die Errettung/das Heil der Seele gemeint. Beides hat, ja kann seinen Grund einzig und allein in Gott und dem Lamm haben! Diese wunderbare Erkenntnis, die sich im anbetenden Bekenntnis der in Offenbarung 7, 9 – 11 gezeigten Gläubigen Ausdruck verleiht, ergreift den ganzen Himmel: “Und alle Engel standen um den Thron her und um die Ältesten und die vier lebendigen Wesen, und sie fielen vor dem Thron auf ihre Angesichte und beteten Gott an.“  (Offenbarung 7, 11).
Nur Menschen können Vergebung und Erlösung erleben. Engel hingegen können niemals ein Verständnis von der Gnade Gottes haben, wie es Erlöste besitzen (vgl. 1. Petrus 1, 12; Epheser 3, 10). Arno Gaebelein merkt in seinem Buch “Die Welt der Engel“ treffend an: “Welch wunderbare Erlösung, die den verlorenen Sündern kundgetan wurde! Mit ihr hat Gott mehr getan, als den Sünder zu reinigen, ihn aus ewiger Nacht zu retten und ihm Frieden für Zeit und Ewigkeit zu verleihen. Durch diese Erlösung ist der Mensch aus seinem natürlichen, gefallenen Zustand erhoben, ist ihm ein Platz in Christus und eine höhere und bessere Herrlichkeit als die der Engel zuteil geworden. Durch die Erlösung sind die Gläubigen über die Engel erhöht worden, denn obwohl die Engel ‚Söhne Gottes‘ genannt werden, kann keiner von ihnen Gott seinen ‚Vater‘ nennen, in keinem Engel wohnt der ‚Geist der Kindschaft‘, und darum ist auch keiner von ihnen ein ‚Erbe Gottes‘.“¹
Wann immer ein Mensch Heil/Erlösung seiner Seele oder ein Gläubiger Errettung aus irdischen Gefahren empfängt, dann liegt der Grund dafür einzig und allein in “Gott und dem Lamm“ (Offenbarung 7, 10)  Das Lamm, von dem hier die Rede ist, ist niemand anderes als der Erlöser Jesus Christus, der am Kreuz von Golgatha für die Sünden der Menschheit starb (Johannes 1, 29; Johannes 3, 16). Und wie die große Menschenmenge, die uns in Offenbarung 7, 9 f. gezeigt wird, sollte jeder, der Heil empfangen hat, allein “Gott und dem Lamm“ dafür Ehre und Anbetung geben!

Fußnoten:

¹= Arno C. Gaebelein: “Die Welt der Engel“, Christliche Verlagsgesellschaft  Dillenburg, 1986, Seite 48

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