Mitmachen und Freude gewinnen – Anmerkungen zu Lukas 10, 17 – 24

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Team * Foto: Martin Büdenbender / pixelio.de

Der Wortverkündigung am Sonntag  dieser Woche liegt  ein Vers aus dem 10. Kapitel des Lukasevangeliums (zum Hintergrund des Lukasevangeliums siehe: Klick! und Klick!) zugrunde. Wie immer betrachten wir diesen Vers in seinem Kontext:

“Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sprachen: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen. Er sprach aber zu ihnen: Ich schaute den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. Siehe, ich gebe euch die Gewalt, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und Gewalt über die ganze Kraft des Feindes, und nichts soll euch irgendwie schaden. Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind; freut euch vielmehr, dass eure Namen in den Himmeln angeschrieben sind. In derselben Stunde frohlockte er im Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir. Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater; und wer der Vater ist, als nur der Sohn und wem irgend der Sohn ihn offenbaren will. Und er wandte sich zu den Jüngern für sich allein und sprach: Glückselig die Augen, die sehen, was ihr seht! Denn ich sage euch, dass viele Propheten und Könige begehrt haben zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

(Lukas 10, 17 – 24 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

Einige grundlegende Hinweise zum Hintergrund von Lukas 1, 1 – 24

Unser heutiger Predigttext ist zum einen Teil jenes großen Abschnitts, der uns den Weg Jesu nach Jerusalem (Lukas 9, 51 – Lukas 19, 27) und damit zur Vollendung Seines Dienstes, beschreibt. Mit diesen großen Abschnitt verflochten, ist aber auch ein etwas kürzerer Abschnitt (Lukas 9, 1 – Lukas 10, 24), in dem unsere Aufmerksamkeit auf die Jünger des Herrn gerichtet wird: Die Jünger, die der Herr in Lukas 9, 1 ff. aussendet, erleben immer wieder, wie Er sich als der Sohn Gottes, ja Gott selbst, erweist (Lukas 9, 10 – 17). Sie werden von Ihm über die Nachfolge belehrt (Lukas 9, 23 – 27). Einige von ihnen erleben Seine Verherrlichung mit (Lukas 9, 28 – 36), andere werden wegen ihres Unglaubens von Ihm zurecht gewiesen (Lukas 9, 43). Obwohl die Jünger in der Gegenwart Jesu große Wunder erleben, kommt es zwischen ihnen immer wieder zu Problemen. So erörtern die Jünger z.B. die Frage, wer unter ihnen der Größte sei (Lukas 9, 46 – 48). An diesen Ereignissen wird deutlich, dass die Jünger zu diesem Zeitpunkt weder verstanden hatten, wer ihr Herr in Wirklichkeit war, noch waren sie sich über ihre Rolle als Seine Jünger im Klaren. Trotzdem hört der Herr nicht auf, die Jünger weiterhin geduldig zu belehren (Lukas 9, 49 – 50; Lukas 9, 57 – 62).
Ab Lukas 9, 51 wird unser Augenmerk dann weg von den Jüngern und hin zu der Verantwortung, die mit der Jüngerschaft verbunden ist, gelenkt.
In Lukas 9, 51 wird uns gesagt: “Es geschah aber, als sich die Tage seiner Aufnahme erfüllten, dass er sein Angesicht feststellte, nach Jerusalem zu gehen.“ Und wie immer, wenn der Er an einem Ausgangs- oder Wendepunkt Seines Dienstes stand (vgl. Lukas 4, 16 – 30), begegnete Ihm Widerstand. (Diese Erfahrung sollten alle wahren Jünger des Herrn später mit Ihm teilen; vgl. 2. Timotheus 3, 12; Apostelgeschichte 20, 3; Apostelgeschichte 21, 4 +  11 – 14.) Doch im Gegensatz zu Seinen Jüngern ließ Er sich dadurch nicht zum Zorn oder zur Rache verleiten und Er nutzt die Gelegenheit, Seine Jünger (und alle späteren Jünger!) dementsprechend zu belehren (Lukas 9, 51 – 56).
In den letzten Versen dieses Kapitels wird uns dann geschildert, wie der Herr drei Personen begegnet, die Seine Jünger werden wollen und die von Ihm über “den Ernst der Nachfolge“ belehrt werden. Mit diesen Versen verlagert sich der Fokus endgültig von den Jüngern weg und auf die mit der Nachfolge Jesu verbundene Verantwortung. Indem nun die mit der Nachfolge Jesu verbundenen Vorrechte und Pflichten thematisiert werden, wird auch der Unterschied zwischen jenen, die dem Herrn nachfolgen und jenen, die dies nicht tun, deutlicher.
Ein Hinweis ist in diesem Zusammenhang wichtig: Wo immer wir in den Evangelien den Begriff “Jünger“ (= Schüler, Lernender) finden, müssen wir uns bewusst sein, dass damit eine große Bandbreite von Personen beschrieben wird, die zu dem Herrn Jesus Christus kamen, um von Ihm zu lernen. Dabei handelte es sich nicht ausschließlich um Gläubige, sondern auch um Ungläubige (zur Unterscheidung von Glaube und Jüngerschaft siehe: Klick! und Klick!). Wir können jedoch beobachten, dass, je mehr sich der Dienst des Herrn seinem Ende zuneigt, Er sich mehr und mehr auf die Unterweisung Seiner gläubigen Jünger konzentriert.
Von Lukas 10, 1 bis Lukas 10, 16 berichtet uns Lukas dann von der Aussendung der 70¹. Bei diesen 70 Personen handelte es sich um Jünger, die – im Gegensatz zu den drei in Lukas 9, 57 – 62 genannten Personen – bereit waren, sich am Dienst für Gott zu beteiligen. Sie hörten den Worten des Herrn nicht nur zu, sie setzten auch um, was Er sie gelehrt hatte. Sie waren – um Jakobus 1, 23 zu zitieren – nicht mehr nur Hörer des Wortes, sondern auch Täter.  Diese Teilnahme an dem Dienst des Herrn führt, wie wir im Folgenden sehen werden auch zur Teilhabe an Seinen Segnungen und an Seiner Freude. 

Anmerkungen zu Lukas 10, 17 – 24   

* “Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sprachen: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen.“ – Lukas 10, 17 – der Evangelist betont die Freude, mit der die Siebzig, die sich am Dienst des Herrn beteiligten, zurückkehrten. An vielen Stellen seines Evangeliums verweist Lukas auf diese Freude, die durch den Herrn Jesus Christus in das Leben derer kam, die Ihn aufnahmen (vgl. Lukas 1, 14 +  46; Lukas 24, 52 u.a.m.) Nach allem, was wir in Lukas 10, 1 – 16 über die Vorbereitung dieser Siebzig  lesen konnten, hätte man annehmen können, dass diese Jünger nun froh waren, dass ihr Auftrag erledigt war und sie wieder zurückkehren konnten. Immerhin hatte Ihr Herr sie ausgesandt,  „wie Lämmer unter die Wölfe“. Ihren Dienst mussten sie also in einer äußerst feindlich gesonnenen, sie ablehnenden Umgebung versehen und wir würden es sicherlich verstehen, wenn sie anschließend froh gewesen wären, dass diese schwere Aufgabe nun erledigt war. Doch trotz der mit diesem Auftrag verbundenen Bedrängnisse, kehren die Ausgesandten voller Freude zurück. Wie wir aus den anderen Evangelien, aus der Apostelgeschichte und den neutestamentarischen Briefen er sehen könne, ist dies eine Erfahrung, die Christen immer wieder machten und machen: Die äußeren Bedrängnisse vermögen die Freude des Herrn im Herzen des Gläubigen nicht  auszulöschen (vgl. Philipper 1, 3 – 5).
Diese Jünger hatten zudem das machtvolle Wirken Gottes in ihren Leben und Dienst erfahren, weil sie ihrem Herrn vertrauten (vgl. Lukas 9, 1, Matthäus 10, 8) und dieses Vertrauen drückte sich in ihrer Teilnahme an Seinem Dienst aus. Dass die Erfahrung der aufsehenerregenden Macht Gottes bei ihnen zu großer Freude führte, wird uns sicherlich nicht überraschen. In allen Evangelien lesen wir davon, dass der Herr Jesus Christus Dämonen austrieb, allein durch die Autorität Seines göttlichen Wortes. Nun waren dieselben bösen Mächte den Jüngern untertan, nicht weil sie in sich selbst diese Vollmacht besassen, sondern aufgrund der ihnen von dem Sohn Gottes für ihren Dienst verliehenen Autorität.

* “Er sprach aber zu ihnen: Ich schaute den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.“ – Lukas 10, 18 – Der Herr Jesus Christus geht jedoch nicht auf die Freude der Jünger über die Erfahrung ihrer Vollmacht ein, sondern erläutert ihnen, was sie dort eigentlich erlebten: Die Tatsache, dass die Dämonen den Jüngern untertan sein mussten, war ein Anzeichen dafür, dass die Macht des Satans in Zukunft vollkommen gebrochen werden würde. Die Sprache, in der der Herr dieses Geschehen beschreibt, erinnert stark an Jesaja 14, 12. Das in Jesaja 14, 1 ff.  beschriebene Ereignis ist ein doppeltes: Zum einen wird der Sturz eines irdischen Königs beschrieben. Da jedoch viele Einzelheiten in dieser Beschreibung weit über ein irdisches Wesen hinausweisen, haben Kommentatoren seit Jahrhunderten darin auch eine Beschreibung des Falls Luzifers (vgl. Hesekiel 28, 1 – 19) gesehen. Eine ähnliche Verwerfung Satans wird dieser während der Trübsalszeit (Offenbarung 12, 7 -10 + 13), am Ende der Trübsalszeit (Offenbarung 20, 2) und final am Ende des Tausendjährigen Friedensreiches (Offenbarung 20, 10) erfahren. Doch in dem Dienst des Sohnes Gottes (Matthäus 12, 28; Lukas 11, 20) – wie auch im Dienst der von Ihm bevollmächtigten Jünger – wird dieser zukünftige, endgültige Sieg Jesu bereits vorgeschattet. Wenn das nicht ein Grund zur Freude ist!

* “Siehe, ich gebe euch die Gewalt, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und Gewalt über die ganze Kraft des Feindes, und nichts soll euch irgendwie schaden.“ – Lukas 10, 19 – Indem der Sohn Gottes Seinen Jüngern Vollmacht über “die ganze Kraft des Feindes“, also Satans, mit dem Bild von Schlangen und Skorpionen verband, verdeutlicht Er, dass nun der Zeitpunkt gekommen war, an dem Er dem Samen der Schlange – wie in  1. Mose 3, 14 – 15 verheißen – der Kopf zertreten würde, was dann ja auch kurze zeit später am Kreuz geschah (Kolosser 2, 13 – 15).  

* “Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind; freut euch vielmehr, dass eure Namen in den Himmeln angeschrieben sind.“ – Lukas 10, 20 –  Doch so groß der Grund zur Freude darüber war, dass die Teilnahme am Dienst ihres Meisters den Jüngern auch Teilhabe an Seiner Vollmacht und damit an Seinem Sieg gab, so groß der Grund zur Freude über Gottes machtvolles Eingreifen auch war, es gab etwas, das weit mehr Grund zur Freude gab: die Gewissheit, dass Gott jene nicht unbelohnt lässt, die ihr Leben in Seinen Dienst stellen. Der Hinweis des Herrn Jesus Christus, dass die Namen der Jünger “im Himmel angeschrieben“ sind, sollte ihnen (und uns!) helfen, die Segnungen, die im Dienst Gottes erfahren werden, richtig zu gewichten.
Die Heilige Schrift nennt uns vier Bücher, die Gott führt:

  • Das Buch des (irdischen) Lebens, d.h. jenes Buch, das die Namen aller gegenwärtig auf Erden Lebenden enthält (Psalm 69, 28; Jesaja 4, 3; 2. Mose 32, 32).
  • Das Buch, das die Namen der Verlorenen und ihrer Werke enthält (Offenbarung 20, 12).
  • Das Buch des (ewigen) Lebens, das die Namen jener enthält, die durch den Glauben an Jesus Christus ewiges Leben empfangen haben (Offenbarung 13, 8; Offenbarung 17, 8; Offenbarung 20, 15; Offenbarung 21, 27).
  • Das Buch, in dem Gott die Werke der treuen Gläubigen verzeichnet (Philipper 4, 3; Hebräer 12, 23; Offenbarung 3, 5). Bei Letzterem gibt es natürlich Überschneidungen mit dem Buch des (ewigen) Lebens.

Gott vergißt nicht. Das ist die klare Aussage, die hinter dem Reden der Heiligen Schrift über diese Bücher steht. Gott vergißt nicht – weder das Gute, noch das Böse. Das ist ein großer Trost für alle, die unter Ungerechtigkeit leiden, aber auch für jene, die ihr Leben im Dienst Gottes hingeben, ohne gegenwärtig Erfolg im menschlichen Sinn oder Dankbarkeit dafür zu erfahren.
Der wichtigste Grund zur Freude eines Gläubigen, ist also die Tatsache seiner ewigen Errettung. Daneben gibt es weitere Gründe zur Freude, z.B. wenn der Gläubige sehen darf, wie durch seine Teilnahme an der Verbreitung des Evangeliums andere zu wahrhaftigen Nachfolgern Christi werden und so der endgültige Sieg Jesu wieder ein Stück näher rückt (Matthäus 16, 18).  Diese Freude, die durch die Teilnahme am Dienst für Gott und die damit verbundene Teilhabe an Seiner Vollmacht und Seinen Segnungen entsteht, übertrifft die mit diesem Dienst verbundenen Härten und Bedrängnisse bei Weitem. Gläubige, die sich – aus welchem Grund auch immer – nicht an dem Dienst Gottes beteiligen, lernen diese Art der Freude leider nicht kennen.

* “In derselben Stunde frohlockte er im Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir.“ – Lukas 10, 21 – Das Thema der Freude führt Lukas fort, indem er uns davon berichtet, wie unser Herr  Seine Freude gegenüber Seinem himmlischen Vater darüber zum Ausdruck brachte, dass Seine Jünger Verständnis bzgl. des endgültigen Sieges Gottes über alle Macht des Bösen empfangen hatten. Dieses Verständnis stellt ein einzigartiges Privileg dar, dass nur durch eine Offenbarung Gottes empfangen werden kann (vgl. Matthäus 11, 25 – 26; Lukas 1, 48 – 55; Lukas 8, 10; 1. Korinther 1, 18 – 31).
Die “Weisen und Verständigen“, auf die der Herr Jesus Christus hier Bezug nimmt, sind die Pharisäer und Schriftgelehrten Seiner Zeit, die “Unmündigen“ hingegen sind die Jünger. Was der Sohn Gottes hier zum Ausdruck bringt, sollte der Apostel Paulus einige Jahrzehnte später so zusammenfassen:

“Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft. Denn es steht geschrieben: „Ich will die Weisheit der Weisen vernichten, und den Verstand der Verständigen will ich wegtun.“ Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der Schulstreiter dieses Zeitlaufs? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil ja in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, so gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu erretten; weil ja sowohl Juden Zeichen fordern als auch Griechen Weisheit suchen; wir aber predigen Christus als gekreuzigt, den Juden ein Anstoß und den Nationen eine Torheit; den Berufenen selbst aber, sowohl Juden als auch Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit; denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen.“

(1. Korinther 1, 18 – 25 ELBEDHÜ)

Indem die Jünger am Dienst für Gott teilnahmen, empfingen sie – neben der bereits erwähnten Vollmacht – also auch das Privileg dieser göttlichen Offenbarung. Dies wiederum erfreute den Sohn Gottes. 

 * “Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater; und wer der Vater ist, als nur der Sohn und wem irgend der Sohn ihn offenbaren will.“ – Lukas 10, 22 – Mit diesen Worten wendet sich der Herr wieder an Seine Jünger. Er konkretisiert ihnen gegenüber, wer die Quelle dieser besonderen Offenbarung ist: Er selbst. Zwar kommt die Offenbarung/das Verständnis dieser Dinge von Gott, doch allein durch die Vermittlung des Sohnes Gottes (vgl. Lukas 4, 32; 1. Timotheus 2, 5). Er – Jesus Christus – ist der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen. 

* “Und er wandte sich zu den Jüngern für sich allein und sprach: Glückselig die Augen, die sehen, was ihr seht!“ – Lukas 10, 23 – Dann bekräftigt der Herr gegenüber den Jüngern, welche herausragenden Segnungen sie empfangen haben. Diese Segnungen, die die unbekannten und wenig geachteten Jünger Jesu empfangen, stehen in einem auffälligem Kontrast zu dem Gericht Gottes, dass stolze und hochmütige Menschen erwartet, die die Gnade Gottes in Jesus Christus ablehnen (Lukas 1, 52 – 55; Lukas 6, 20 – 26; 1. Korinther 2, 9 – 10). Was “sahen“ die Jünger des Herrn? Sie sahen die Zeichen, die das Kommen des verheißenen Messias und den Anbruch Seines Reiches ankündigten (vgl. Lukas 10, 17 mit Matthäus 12, 28!) Gläubige, die heute am Dienst für Gott teilnehmen, werden in ähnlicher Weise Verständnis empfangen, indem sie die “Zeichen der Zeit“ beurteilen und die Nähe des Kommens Jesu für sie erkennen werden.

* “Denn ich sage euch, dass viele Propheten und Könige begehrt haben zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.“ – Lukas 10, 24 – Wie wir aus 1. Petrus 1, 10 – 12 wissen, hielten alle alttestamentarischen Propheten danach Ausschau, dass bzw. wie sich ihre Weissagungen erfüllten. Doch es war ihnen nicht vergönnt, die Erfüllung der von verheißenen Geschehnisse zu sehen. Von Königen wird uns ein ähnlicher Wunsch nicht berichtet, aber wir können annehmen, dass der Herr mit ihrer Erwähnung darauf hinweisen wollte, dass auch sie – die mächtigsten und einflussreichsten Menschen eines Landes – nicht in den Genuss dessen kamen, was die einfachen Jünger des Herrn erleben durften.  Sie sahen die Erfüllung der Jahrtausende alten Sehnsucht Israels – die Zeichen der Ankunft des  verheißenen Messias.  Sie hörten die Verkündigung der frohen Botschaft, dass das Reich Gottes nahe herbei gekommen war.

Zusammenfassend können wir festhalten, dass der Herr Jesus Christus in diesem Evangelien-Abschnitt Seine Jünger über die großen Vorrechte und Segnungen der Nachfolge belehrt. Oftmals werden in der Verkündigung die Verantwortung und die Härten der Nachfolge Christi in den Mittelpunkt gerückt. Wo jedoch diese Dinge einen Schwerpunkt der Lehre bzgl. der Nachfolge unseres Herrn werden, da zeichnen Verkündiger ein unausgewogenes, unschönes, manchmal sogar bedrohliches Bild. Dieses Hild entspricht auch in keiner Weise der Lehre des Herrn, wie wir sie in den heute Betrachteten Versen erkennen können. Ja, Nachfolge Christi bedeutet Verantwortung zu übernehmen und oftmals erfahren die Jünger des Herrn in dieser Welt Bedrängnisse, Härte, Ablehnung, ja sogar Feindschaft. Doch diese Dinge  sind nichts im Gegensatz zu den Segnungen, Vorrechten, Herrlichkeiten und Vollmachten, die mit dem Dienst Gottes einhergehen (vgl. Römer 8, 18; 2. Korinther 4, 17; 1. Petrus 1, 6; 1. Petrus 5, 10). Dementsprechend sollte unsere Verkündigung im Zusammenhang mit der Nachfolge Christi immer zur Teilnahme am Dienst für Gott und damit auch zur Teilhabe an den damit verbundenen Vollmachten und Segnungen ermutigen (Lukas 24, 44 – 49): Mitmachen und Freude gewinnen!

Fußnoten:
¹= Andere Übersetzungen geben die Zahl dieser Jünger mit 72 an, dies hat seinen Grund in unterschiedlichen Angaben in unterschiedlichen Angaben der neutestamentarischen Handschriften.

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