Gebet – das vertraute Gespräch mit Gott (Anmerkungen zu Matthäus 6, 5 – 13)

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Nepalesische Gebetsmühle * Foto: Uwe Drewes / pixelio.de

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Der Wortverkündigung am Mittwoch dieser Woche liegen Verse aus dem 6. Kapitel des Matthäusevangeliums (zum Hintergrund des Matthäusevangeliums siehe: Klick!) zugrunde. Wir betrachten diese Verse in ihrem Kontext:

“Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, um sich den Menschen zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn schon empfangen. Du aber, wenn du betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist, und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, um ihres vielen Redens willen erhört zu werden. Seid ihnen nun nicht gleich; denn euer Vater weiß, was ihr nötig habt, ehe ihr ihn bittet. Betet ihr nun so: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name;
dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf der Erde. Unser nötiges Brot gib uns heute; und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldigern vergeben; und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen.

(Matthäus 6, 5 – 13 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)


Einige grundlegende Anmerkungen zu Matthäus 6, 5 – 13

Wie wir aus vorausgegangenen biblischen Betrachtungen wissen, richtete Matthäus  sich mit seinem Evangelium insbesondere an jüdische Leser  (zur Zielgruppe des Matthäusevangeliums siehe: Klick!) Neben vielen Belegen für die Messianität Jesu Christi, berichtet dieser Evangelist daneben auch von einer Vielzahl von Gesprächen, die der Herr Jesus Christus mit unterschiedlichsten Gruppen des Judentums führte (vgl. dazu z. B. Matthäus 2223). Die Verse, die wir heute betrachten wollen, gehören zu einem sehr großen Textabschnitt, der ebenfalls ein solches Gespräch wiedergibt. Dieser Abschnitt beginnt bereits in Matthäus 5, 1. Dort heißt es:

“Als er aber die Volksmenge sah, stieg er auf den Berg; und als er sich setzte, traten seine Jünger zu ihm. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: (…)“

Beachten wir: Als der Herr Jesus Christus die Volksmenge sah, stieg er auf den Berg. Dort traten Seine Jünger zu Ihm und diese (nicht die Volksmenge) wurde von ihm belehrt. Bei diesen Jüngern handelte es sich ausschließlich um Nachfolger des Herrn aus dem Judentum. Diese Dinge sollten wir im Kopf behalten, wenn wir uns nun mit Matthäus 6, 5 – 13 beschäftigen.

Anmerkungen zu Matthäus 6, 5  – 13

* “Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, um sich den Menschen zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn schon empfangen.“Matthäus 6, 5 – “Und wenn ihr betet …“ Nachdem der Herr Jesus Christus Seine Jünger in den Versen 1 – 4 dieses Kapitels über das Almosengeben belehrt hat, geht Er nun dazu über, mit ihnen über das Gebet zu sprechen.
Was ist Gebet? Wenn wir uns über irgendein Thema in der Heiligen Schrift Gedanken machen, dann ist es gut, wenn wir es bis zu seinem Ursprung zurück verfolgen, d.h., dass wir bis dahin in der Heiligen Schrift zurück gehen, wo dieses Thema zum ersten Mal aufkommt. Was ist Gebet? Was geschieht, wenn ein Mensch “betet“? Die Antwort ist ganz einfach – er spricht zu Gott. Gebet ist das Gespräch mit Gott, das Reden zu Gott. Alles andere – Bittgebete, Fürbitten, Anbetung etc. –  baut darauf auf. Wo finden wir nun das erste Mal “Gebet“ als Gespräch mit Gott in der Heiligen Schrift? Ganz am Anfang. Nachdem uns in 1. Mose 12 von der Erschaffung der Welt und des Menschen berichtet wird, lesen wir in 1. Mose 3, 8:

“Und sie hörten die Stimme Gottes, des HERRN, der im Garten wandelte beim Wehen des Abendwindes; und der Mensch und sein Weib versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des HERRN hinter die Bäume des Gartens.“

Die Menschen vernehmen “die Stimme Gottes“. Gott suchte also das Gespräch mit dem Menschen. Indem Er Seine Stimme im Garten hören ließ, lud Er den Menschen ein, mit Ihm ins Gespräch zu kommen. Der Mensch hätte in völliger Harmonie gemeinsam mit Seinem Schöpfer in diesem Garten wandeln und mit Ihm alle Dinge besprechen können, die sein Herz erfüllten. Doch wie wir aus 1. Mose 3, 1 – 7 wissen, war zwischenzeitlich etwas zwischen den Menschen und Gott getreten: die Sünde. Die Sünde manifestierte sich nicht primär in der Übertretung des göttlichen Gebotes, sondern in dem Unglauben Gott gegenüber. Weil der Mensch der Schlange mehr glaube als Gott, übertrat er das Gebot. Diese Tatsache hat sich seit den Tagen Edens nie geändert. Menschen übertreten Gottes gute Gebote, weil sie Seiner Liebe misstrauen. Die Folge davon ist zuerst einmal Furcht i.S.v. Angst. Aus 1. Mose 3, 8 erfahren wir, dass „der Mensch und sein Weib (sich) versteckten vor dem Angesicht Gottes des HERRN hinter die Bäume des Gartens.“ Hatte der Mensch bisher die Gemeinschaft und das Gespräch mit Gott gesucht, so mied er beides nach dem Sündenfall. Als Grund dafür gibt er in 1. Mose 3, 10 an: “Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich; (…)“ Durch die Sünde hatte Angst von dem Herzen des Menschen Besitz ergriffen und diese Angst trieb einen Keil der Trennung zwischen den Menschen und Gott.
Jahrtausende später schrieb der Apostel Johannes in seinem 1. Brief folgende Worte:

“Geliebte, wenn unser Herz uns nicht verdammt, so haben wir Freimütigkeit zu Gott; (…)“

(1. Johannes 3, 21)

Doch genau das Gegenteil war bei dem Menschen nun der Fall. Sein Herz (nicht Gott!) verdammte ihn und er mied die Gemeinschaft und das Gespräch mit Gott.  Wir alle wissen um die Folgen des Sündenfalls: der Mensch musste Eden und damit auch die direkte Gemeinschaft mit Gott verlassen. In 1. Mose 4, 26 – also einige Zeit danach – lesen wir:

“Und auch dem Seth ward ein Sohn geboren, den hieß er Enosch. Damals fing man an, den Namen des HERRN anzurufen.

Zu diesem Zeitpunkt also versuchte der Mensch, die Kommunikation mit Gott wieder aufzunehmen. Aber das war natürlich nicht mehr in der vertrauten Art und Weise wie zuvor möglich. Durch die Sünde war eine Trennung eingetreten und wie deutlich wird sie durch die neue Art der Kommunikation mit Gott zum Ausdruck gebracht: “Damals fing man an, den Namen des Herrn anzurufen.“ Jemanden rufen, das muss man nur, wenn der Gerufene entfernt ist.
Nach der Zerstreuung der Menschen über den gesamten Erdkreis (1. Mose 11, 1 – 9; 1. Mose 10, 25) bildeten sich verschiedene Formen des Gebets aus. Jene, die auf die Initiative Gottes hin entstanden (vgl. 1. Mose 17, 1 – 22; 2. Mose 33, 11) entsprachen dem Willen Gottes. Andere Gebetsformen, die sich der Mensch selbst erdachte (vgl. Jesaja 44, 9 – 20)  entsprachen dem Willen Gottes nicht und als Folge davon ging Gott auf diese Art des “Gebets“ nicht ein. Untersuchen wir diesen Zusammenhang näher, dann stellen wir fest, dass Gebet immer dann Gottes Willen entspricht, wenn es sich auf die Beziehung zu Ihm gründet und sich auf nichts anderes konzentriert als auf Ihn allein.
Im Judentum war diese Tatsache seit Gottes Freundschaft mit Abraham bekannt (Jakobus 2, 23). Gott hatte mit Abraham und seinen Nachkommen, dem jüdischen Volk, einen Bund geschlossen  (vgl. 1. Mose 15, 18 – 21; 1. Mose 17, 1 – 26). Dies war der Zeitpunkt der Entstehung des Volkes Gottes. Gott trat wieder mit Menschen in Beziehung und zwar auf der Grundlage eines Bundes. Aus einem Volk wurde das “Volk Gottes“ und als solches verstanden sich die Israeliten – ganz zu Recht – fortan. Der Begriff “Volk Gottes“ drückt aus, dass dieses Volk Gott gehörte, zu Gott gehörte, dass dieses Volk über eine Beziehung zu Gott verfügte. Dadurch unterschied es sich von allen anderen Völkern. Die Israeliten hatten also die große Chance, entsprechend dem Willen Gottes wieder Gemeinschaft mit dem Schöpfer zu haben.
Doch nicht alle Israeliten gingen auf dieses große Geschenk Gottes ein. Ihnen lag mehr an einer äußerlichen Religiosität, für die sie von anderen Menschen  bewundert werden wollten, als an der vertrauten Gemeinschaft mit ihrem Schöpfer. Es sind diese Menschen, von denen der Herr Jesus in Matthäus 6, 5 spricht: “(…) die Heuchler; denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, um sich den Menschen zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn schon empfangen.“ Beachten wir: Der Herr Jesus Christus verurteilt nicht das öffentliche Gebet bzw. hörbar vernehmliches Gebet (vgl. dazu Matthäus 15, 36; 1. Timotheus 2, 8). Der Sohn Gottes verurteilt hier vielmehr das Gebet, das sich auf das Lob anderer Menschen und nicht auf die Beziehung zu Gott konzentriert. Das griechische Wort, das in unseren Bibeln mit “Heuchler“ übersetzt wird ist “ὑποκριτής“ (“hupokrites“). Es kann auch mit “Schauspieler“ oder “Simulant“ wiedergegeben werden. Alle diese Begriffe bringen eines zum Ausdruck: Das Verhalten eines Heuchlers ist nicht echt, er spielt anderen (Gott und Menschen) nur etwas vor. In Wahrheit sieht es im Inneren eines Heuchlers ganz anders aus, als er es äußerlich darstellt.
Solche Heuchler gab es also, wie wir aus Matthäus 6, 5 erfahren, unter den Juden zur Zeit Jesu. Aber es wäre Heuchelei, zu sagen, dass es solche Heuchler nicht auch unter Christen gäbe. Wieviele Menschen besuchen Gottesdienste, Andachten, ja Gebetzusammenkünfte und zwar nicht, weil es ihnen um ihre Beziehung zu Gott geht, sondern weil sie “gesehen werden möchten“. Es geht ihnen um’s „socializing“ und im Anschluss an den Gottesdienst kann man ja auch noch soviel Neues erfahren …. da ist das, was man aus Gottes Wort vernommen hat schnell wieder mit dem neusten Klatsch und Tratsch zugeschüttet und beunruhigt dann auch glücklicherweise das Gewissen nicht mehr …. So, wie es zur Zeit Jesu unter den Juden Heuchler gab, so gibt es sie unter den Christen bis heute – und “sie haben ihren Lohn dahin“.
Von solchen Menschen, das macht der Herr Jesus Christus in Matthäus 6, 5 deutlich, müssen sich alle unterscheiden, die in Wahrheit Seine Jünger sein wollen.  Wahre Jüngerschaft Jesu drückt sich also (auch) in Gebet aus, das sich auf die Gemeinschaft mit Gott konzentriert und nicht die Anerkennung der (frommen) Welt sucht.

* “Du aber, wenn du betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist, und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird es dir vergelten.“ Matthäus 6, 6 – Wie diese innige Gemeinschaft mit Gott aussehen kann, verdeutlicht der Herr Seinen Jüngern in diesem anschließenden Vers. Hier geht es nicht um ein Eremiten- oder Mönchsdasein, um eine “Trennung von der bösen Welt“ oder um einen “noch heiligeren Lebensstil“. Hier geht es um den Kern der Praxis des Glaubenslebens: Wie lebe ich meinen Glauben, wenn niemand (außer Gott) mir zuschaut?
Wer wirklich mit Gott Gemeinschaft pflegen will, der stellt sich dazu nicht auf den Marktplatz (oder in eine “Kirche“), damit alle ihn bewundern. Wem es um die Gemeinschaft mit Gott geht, der sucht diese Gemeinschaft auch dann, wenn niemand (außer Gott) ihm zuschaut.  Wem es wirklich um die Gemeinschaft mit Gott geht, der sucht sich einen Ort, wo er sich wirklich auf diese Gemeinschaft konzentrieren kann.
Die Gemeinschaft mit Gott im Gebet ist das Herzstück des christlichen Glaubens. Wie leben wir unseren Glauben, wenn wir allein (mit Gott) sind? Beten wir nur in Gemeinschaft mit anderen? Beten wir nur in den Zusammenkünften der Gläubigen? Oder pflegen wir die Gemeinschaft mit Gott auch und gerade dort, wo wir allein sind? Wenn dem nicht so ist, dann sind wir – nach dem Urteil des Herrn Jesus Christus – Heuchler und haben unseren Lohn “dahin“ …
Wer sich hingegen von einer äußerlichen Religiosität abwendet und wirklich Gemeinschaft mit Gott sucht, dem gilt die Verheißung des Herrn: “(…) und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird es dir vergelten.“ (Matthäus 6, 6) Lassen wir uns doch neu durch die Worte Jesu motivieren, die Gemeinschaft mit unserem himmlischen Vater auch und gerade “im Verborgenen“ zu suchen!

* “Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, um ihres vielen Redens willen erhört zu werden.“ Matthäus 6, 7 – Im Anschluss an Seine Belehrung über den Ort des Gebets (“im Verborgenen“), spricht der Herr die Art und Weise an, in der wahre Jünger Jesu beten sollten. Er weist auf die Menschen aus den Nationen, also allen anderen Völkern außerhalb von Israel, hin und sagt, dass diese Menschen  “meinen, dass sie um ihres vielen Redens willen“ von Gott erhört werden würden.
Erinnern wir uns noch daran, was wir zu Beginn dieser Betrachtung festgestellt haben? Dieses Evangelium richtet sich primär an Leser aus dem jüdischen Volk und diese Reden des Herrn Jesus richteten sich an Seine – aus dem jüdischen Volk stammenden – Jünger. Wir haben ferner gesehen, dass Gott mit diesem Volk einen Bund schloss und es dadurch zu Seinem, zu “Gottes Volk“ machte. Diesem Volk schenkte Er erneut die Möglichkeit, direkt mit Ihm zu kommunizieren. Diese Möglichkeit hatten andere Völker – die Nationen (oder “Heiden“, wie Luther übersetzt) – nicht!
Die anderen Nationen hatten keine direkte Beziehung zu Gott, sie beteten andere Götter an und bei Ihnen war die Überzeugung verbreitet: “Viel hilft viel!“ – Viele Worte, viele “Gebete“ bringen viel Wohlgefallen der Gottheit. Auch war die Überzeugung verbreitet, das es “Gebete“ oder “Formeln“ gab, die besonderen “Gebetserfolg“ versprachen. Man musste ein Gebet nur oft genug wiederholen, dann wäre die Erfüllung schon garantiert. Ein solches Denken schloss und schließt die direkte Beziehung zum Schöpfer völlig aus. Gebet ist dort nicht die vertrauensvolle Kommunikation mit dem Schöpfer, geschweigedenn mit dem himmlischen Vater, sondern unabhängig von Ihm ein “Mittel zum Zweck“, ein Mittel, um “die Gottheit“ zu besänftigen oder sie milde zu stimmen (siehe dazu auch die Praxis der bekannten  “Gebetsmühlen“).
Und nun sagte der Herr zu Seinen – jüdischen! – Jüngern: “Ihr sollt nicht plappern wie die aus den Nationen (…)“ Autsch! Das tat weh! Konnte man denn als Angehöriger des “Volkes Gottes“ – jenes Volkes also, das in einer besonderen Beziehung zu Gott stand – in eine “Gebetsart“ verfallen, die für die Nationen kennzeichnend war, die Gott gar nicht kannten?! Ja, man konnte und man kann das auch noch heute! Ja, man konnte äußerlich zum Volk Gottes gehören und innerlich doch ein Heide sein. Und genau das kann man auch heute noch. Wir wollen uns hier gar nicht bei den jüdischen Gebetsbräuchen zur Zeit Jesu aufhalten und “mit dem Finger auf andere zeigen“. Das ist überhaupt nicht angebracht! Auch als Angehörige des anderen “Volkes Gottes“ (1. Petrus 2, 10) kann man ein Gebetsleben pflegen, das mehr einer heidnischen Gebetsart ähnelt, als der Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater. Und wie immer gilt es zuerst den Balken aus unserem eigenen Auge zu ziehen, als auf den Splitter im Auge des (in diesem Falle jüdischen) Bruders zu verweisen (Matthäus 7, 3).
Wovon ist Ihr Gebetsleben geprägt? Von der innigen, vertrauensvollen Gemeinschaft mit Ihrem himmlischen Vater oder von vorgeschriebenen Gebeten? Worauf setzen Sie Ihr Vertrauen? Darauf, dass Gott Ihnen gibt, was Sie brauchen, weil Er sie liebt oder auf “besondere Gebete“, “oft wiederholte Gebete“, oder gar auf die “Fürsprache besonderer verstorbener Gläubiger“, so genannter “Heiliger“ – eine Praxis die die Bibel strikt ablehnt  (Hebräer 9, 27; 5. Mose 18, 10 – 12; 1. Timotheus 2, 5)?! Überprüfen Sie Ihr Gebetsleben anhand der Worte Jesu!

* “Seid ihnen nun nicht gleich; denn euer Vater weiß, was ihr nötig habt, ehe ihr ihn bittet.“ Matthäus 6, 8 – Wer so betet wie die Heuchler oder wie die Nationen, die Gott nicht kennen, der hat, das macht der Herr Jesus Christus mit den nun folgenden Worten klar, niemals verstanden, was Gebet wirklich bedeutet. Der allmächtige Gott lässt sich weder durch Riten und Zeremonien noch durch viele Worte beeindrucken, geschweigedenn dadurch zu irgendetwas bewegen! Der himmlische Vater liebt uns wie ein Vater Seine Kinder liebt und darum möchte Er uns alles geben, was wir brauchen (und darüber hinaus!, vgl. Epheser 3, 20 – 21). Wenn Gott also  weiß, was wir brauchen, ehe  wir beten, warum dann noch beten? Wer so fragt, könnte auch fragen: “Warum noch mit meinen Eltern sprechen, wenn sie doch sowieso wissen, was ich als Kind brauche?“ oder: “Warum mit meinem Ehepartner sprechen, wenn er/sie doch sowieso weiß, was ich brauche?“
Mit dem Hinweis: “(…) euer Vater weiß, was ihr nötig habt, ehe ihr ihn bittet“ zeigt der Herr Jesus Seinen Jüngern (und uns!), worum es beim Gebet eigentlich geht: um die vertrauensvolle Gemeinschaft mit Gott, um die vertrauensvolle Kommunikation. Warum sprechen Kinder mit ihren Eltern? Um das zu teilen, was in ihren Herzen ist, was sie erfreut oder belastet, um ihrer Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen oder einfach um zu sagen: “Ich hab dich lieb!“
Es ist diese vertrauensvolle Kommunikation, diese innige Gemeinschaft mit Gott, ihrem himmlischen Vater, die das Gebetsleben der Jünger Jesu kennzeichnen soll. Ist das auch das Kennzeichen Ihres Gebets?

* “Betet ihr nun so: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name;“ Matthäus 6, 9 –  Das Gebet, das der Herr Jesus Christus nun im Anschluss an diese grundlegende Belehrung sprach, ist in der Christenheit weithin als das sogenannte “Vaterunser“ oder “Unser Vater“ bekannt. In vielen Konfessionen und Denominationen nimmt dieses Gebet einen festen Platz in der “Liturgie des wöchentlichen Gottesdienstes“ ein. Doch überlegen und entscheiden Sie selbst, ob diese Praxis der vorausgehenden Belehrung Jesu über das Gebet entspricht? Findet sich irgendwo in der Heiligen Schrift – z. B. in der Lehre des Apostels Paulus über das Zusammenkommen der Gläubigen (vgl. 1. Korinther 14, 1 – 40) – oder an einer anderen Stelle des Neuen Testaments ein Hinweis oder gar ein Gebot, dass dies so sein soll? Führt nicht die ständige Wiederholung eines Gebets – selbst wenn es von unserem Herrn persönlich stammt – zu genau jenem Verhalten, dass der Herr Jesus Christus in Seiner Belehrung über das Gebet kritisiert? Prüfen Sie diese Fragen für sich selbst anhand des Wortes Gottes.  

* ‚‚Betet ihr nun so: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf der Erde. Unser nötiges Brot gib uns heute; und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldigern vergeben; und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.] „Matthäus 6, 9 – 13 –   Wenn der Herr Jesus Christus Seine Jünger (und damit auch uns!) dahingehend belehrt, dass Gebet nicht das Nachsprechen vorformulierter Worte anderer ist, wie sollten wir dann dieses Gebet Jesu verstehen? Ich glaube, wir verstehen dieses Gebet des Herrn am besten dahingehend, dass Er uns mit diesem Gebet auf ganz umfassende Weise aufzeigt, wie und für was wir beten können. Es ist hier nicht Raum und Zeit auf jeden einzelnen Punkt dieses Gebets einzugehen, das muss einem eventuell späteren Artikel vorbehalten bleiben. Ich möchte darum nur auf Folgendes hinweisen:
In den ersten vier Punkten dieses Gebets geht es um Gott, um Seine Person und um Seine “Anliegen“. In den dann folgenden vier Punkten geht es um die  grundlegenden physischen und seelischen Belange des Menschen. Die Prioritäten werden aufgezeigt: Zuerst muss es uns immer um Gott gehen. Dann erkennen wir, dass alles Lebenswichtige von diesem Gebet “abgedeckt“ wird. Auch wir dürfen in unseren Gebeten alles, was uns wichtig ist mit Gott besprechen und alles von Ihm erbitten, was wir brauchen.

Neue Kraft für unser persönliches Gebetsleben

Vielleicht haben Sie sich an der Belehrung des Herrn Jesus Christus über das Gebet geprüft und vielleicht sind Sie zu dem traurigen Schluss gekommen, dass Ihr persönliches Gebetsleben nicht Seinem Willen entspricht. Die Gründe dafür, dass unser Gebetsleben abstumpft, sich in Wiederholungen verliert oder nur noch Routine ist, werden so vielfältig sein, wie die Menschen, die diesen Blogartikel lesen. Es gibt nicht den einen Grund, den man nur herausfinden und korrigieren muss und alles wird gut. Und es ist auch nicht unbedingt notwendig, dass wir nach den Gründen für diese Entwicklung suchen und uns darauf konzentrieren. Viel wichtiger ist es, dass unser persönliches Gebetsleben neue Kraft, neuen “drive“ bekommt. Wie ist das möglich? Die Antwort gibt der Apostel Johannes in seinem 1. Brief:

“Geliebte, wenn unser Herz uns nicht verdammt, so haben wir Freimütigkeit zu Gott; (…)“

(1. Johannes 3, 21)

Wie können wir ein Herz bekommen, das uns nicht verdammt? Ganz einfach durch das Bekenntnis unserer Sünden:

Wenn wir aber in dem Licht wandeln, wie er in dem Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu [Christi], seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde. Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“

(1. Johannes 1, 7 – 9 ELBEDHÜ)

Wenn wir das tun, dürfen wir uns der Vergebung Gottes nach Seiner Zusage gewiss sein und unser Herz hat keinerlei Grund mehr, uns zu verdammen. Wir können mit neuer Zuversicht die Gemeinschaft Gottes suchen, pflegen und genießen. Nur auf eines sollten wir in Zukunft vermehrt achten, nämlich, dass wir Gott gegenüber ehrlich sind. Wenn wir offen und ehrlich unser Herz vor Ihm ausschütten, wird uns das vor Heuchelei, aber auch vor Routine und Abstumpfung in unserem Gebetsleben  bewahren.

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