Den (Tod des) Herrn verkündigen – Anmerkungen zu 1. Korinther 11, 17 – 26

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Abendmahl * Foto: Ralf Dietermann / pixelio.de

Als Grundlage für die Wortverkündigung am kommenden Sonntag soll ein Vers aus dem 11. Kapitel des 1. Korintherbriefes (zum Hintergrund des 1. Korintherbriefes siehe: Klick!) dienen, den wir in seinem Sinnzusammenhang betrachten werden:

“Indem ich aber dieses vorschreibe, lobe ich nicht, weil ihr nicht zum Besseren, sondern zum Schlechteren zusammenkommt. Denn zuerst einmal, wenn ihr als Versammlung zusammenkommt, höre ich, es seien Spaltungen unter euch, und zum Teil glaube ich es. Denn es müssen auch Parteiungen unter euch sein, damit die Bewährten unter euch offenbar werden.
Wenn ihr nun an einem Ort zusammenkommt, so ist das nicht des Herrn Mahl essen. Denn jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg, und der eine ist hungrig, der andere ist trunken. Habt ihr denn nicht Häuser, um zu essen und zu trinken? Oder verachtet ihr die Versammlung Gottes und beschämt die, die nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich nicht. Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe, dass der Herr Jesus in der Nacht, in der er überliefert wurde, Brot nahm, und als er gedankt hatte, es brach und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch ist; dies tut zu meinem Gedächtnis. Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; dies tut, sooft ihr trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“

(1. Korinther 11, 17 – 26 ELBEDHÜ; z. Vgl. LUTH’84)

Zur Situation der Christen in Korinth

Korinth zur Zeit des Apostels Paulus war, wie die Geschichtsforschung vielfach bestätigt, eine Stadt, in der ”alles möglich war”. Aufgrund ihrer zentralen maritimen Lage war die Stadt zu einem machtvollen Wirtschaftsknotenpunkt herangewachsen, der Menschen aus allen Teilen des römischen Reiches und von darüber hinaus anzog. So wurde die Stadt auch zu einem Schmelztiegel vieler Kulturen und Religionen. Zahllose Tempel der verschiedensten Götter prägten das Bild der Stadt. Außerdem konnte Korinth auf eine lange Geschichte als Wirkungsstätte verschiedener griechischer Philosophen, Dichter und Redner verweisen, durch die sie geprägt worden war. Eine Philosophie, die den Menschen zum Mittelpunkt aller Dinge machte, Götzendienst und sexuelle Unmoral kennzeichneten diese einflussreiche Handelsmetropole.
Von diesem Gedankengut hatten sich auch einige Christen in Korinth anstecken lassen. In ihrem Glauben und Handeln spiegelten sie mehr die heidnischen Vorstellungen ihres Wohnortes, als die Aussagen des Wortes Gottes wider. Unter anderem aus diesem Grund wendet sich der Apostel Paulus mit diesem Brief an die Gläubigen in Korinth. In ihm stellt er den Gläubigen die großen Unterschiede zwischen dem heidnischen Lebensstil und dem Willen Gottes gegenüber (1. Korinther 3, 18 – 23: Die beschränkte menschliche Weisheit im Gegensatz zur unendlichen Weisheit Gottes; 1. Korinther 5, 1 ff.: Sexuelle Unreinheit im Gegensatz zu Gottes gutem Plan der Ehe; 1. Korinther 6, 1 – 11: Gegenseitiges Verklagen vor heidnischen Gerichten im Gegensatz zur göttlichen Kraft der Versöhnung u.a.m.) Der Apostel zeigt den Christen in Korinth in diesem Brief noch einmal die Grundlagen des christlichen Lebens auf, um dann deutlich zu machen, dass der Christ auf diesen Grundlagen durch die Gnade Gottes ein heiliges, Gottes Willen entsprechendes und Christus verherrlichendes Leben führen kann.

Anmerkungen zu 1. Korinther 11, 17 – 26

* “Indem ich aber dieses vorschreibe, lobe ich nicht, weil ihr nicht zum Besseren, sondern zum Schlechteren zusammenkommt.” – 1. Korinther 11, 17 – Wie bereits ausgeführt gab es viele Dinge, in denen die Christen in Korinth nicht dem Willen Gottes entsprechend handelten. Neben ihrem falschen Umgang mit der menschlichen Weisheit, der Sexualität und mit zwischenmenschlichen Konflikten, musste der Apostel die Gläubigen auch im Zusammenhang mit ihrer Praxis des Mahles des Herrn zurechtweisen.
Das Zusammenkommen der Gläubigen zu dem Namen des Herrn (Matthäus 18, 20) soll nach Gottes Willen Seiner Anbetung und der Erbauung der Gläubigen dienen:

“Also auch ihr, da ihr um geistliche Gaben eifert, so suchet, daß ihr überströmend seid zur Erbauung der Versammlung.“

(1. Korinther 14, 12; ELBEDHÜ)

“Was ist es nun, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder [von euch] einen Psalm, hat eine Lehre, hat eine Offenbarung, hat eine Sprache, hat eine Auslegung; alles geschehe zur Erbauung.“

(1. Korinther 14, 26; ELBEDHÜ)

“Also lasst uns nun dem nachstreben, was zum Frieden und was zur gegenseitigen Erbauung dient.“

(Römer 14, 19; ELBEDHÜ)

“Und berauscht euch nicht mit Wein, in dem Ausschweifung ist, sondern werdet mit dem Geist erfüllt, redend zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern, singend und spielend dem Herrn in eurem Herzen, danksagend allezeit für alles dem Gott und Vater im Namen unseres Herrn Jesus Christus, einander untergeordnet in der Furcht Christi.“

(Epheser 5, 18 – 21; ELBEDHÜ)

“Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen, indem ihr in aller Weisheit euch gegenseitig lehrt und ermahnt mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern, Gott singend in euren Herzen in Gnade. Und alles, was immer ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, danksagend Gott, dem Vater, durch ihn.“

(Kolosser 3, 16 – 17; ELBEDHÜ)

“Johannes den sieben Versammlungen, die in Asien sind: Gnade euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, und von Jesus Christus, der der treue Zeuge ist, der Erstgeborene der Toten und der Fürst der Könige der Erde! Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden gewaschen hat in seinem Blut und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“

(Offenbarung 1, 4 – 6; ELBEDHÜ)

“(…) Ich will deinen Namen meinen Brüdern kundtun; inmitten der Versammlung will ich dir lobsingen.“

(Hebräer 2, 12; ELBEDHÜ)

“(…) werdet auch ihr selbst als lebendige Steine aufgebaut, ein geistliches Haus, zu einer heiligen Priesterschaft, um darzubringen geistliche Schlachtopfer, Gott wohlangenehm durch Jesus Christus. (…) Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch berufen hat aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; (…)“

(1. Petrus 2, 5 + 9; ELBEDHÜ)

Diesen Zielen – der Anbetung Gottes und der Erbauung der Gläubigen – dienten die Zusammenkünfte der Gläubigen in Korinth ganz offensichtlich nicht mehr: ”(…) weil ihr nicht zum Besseren, sondern zum Schlechteren zusammenkommt.“ (1. Korinther 11, 1) Hier war eine Korrektur dringend notwendig.

* “Denn zuerst einmal, wenn ihr als Versammlung zusammenkommt, höre ich, es seien Spaltungen unter euch, und zum Teil glaube ich es.“ – 1. Korinther 11, 18 – Das griechische Wort, das hier mit ”Spaltungen” übersetzt wird, ist ”σχίσμα” (”schisma”). Es kann mit ”Riss”, ”Spalt” oder ”Zwiespalt” wiedergegeben werden. Obwohl die Gläubigen in Korinth ”als Versammlung” und ”an einem Ort” zusammenkamen (1. Korinther 11, 20), ging doch ein Riss durch ihre Gemeinschaft. Es gab Trennendes, so dass die Gläubigen nicht mehr ”ein Herz und eine Seele” (Apostelgeschichte 4, 32) waren.

* “Denn es müssen auch Parteiungen unter euch sein, damit die Bewährten unter euch offenbar werden.“ – 1. Korinther 11, 19 – Doch nicht nur ”Spaltungen” musste der Apostel Paulus beklagen. Es gab sogar Parteiungen unter den Christen in Korinth! Eine Parteiung, griech ”αἵρεσις” (”hairesis”) ist eine Gruppenbildung, mit der sich eine Anzahl Gläubiger von anderen Gläubigen trennt. Die Gründe dafür können vielfältig sein, in der Regel stehen jedoch die Beachtung ”besonderer” Lehren oder die Verehrung ”besonderer” Menschen dahinter, wie uns z.B. 1. Korinther 1, 11 – 13 zeigt:

“Denn es ist mir über euch berichtet worden, meine Brüder, durch die Hausgenossen der Chloe, dass Streitigkeiten unter euch sind. Ich sage aber dies, dass jeder von euch sagt: Ich bin des Paulus, ich aber des Apollos, ich aber des Kephas, ich aber des Christus. Ist der Christus zerteilt? Ist etwa Paulus für euch gekreuzigt, oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden?“

Solche Parteiungen (an anderen Stellen auch mit ”Sekten” übersetzt) können sich zu Irrlehren entwickeln. Meist benennen sich solche Parteiungen dann auch nach dem Namen einer Person, die sie besonders verehren, nach einem Ort, der für sie besondere Bedeutung hat oder nach einer einzelnen biblischen Lehre, die sie besonders betonen. Der Herr Jesus Christus – das ist allen Parteiungen gemein – steht dort nicht im Mittelpunkt, auch wenn man das dort noch so sehr behaupten mag (”Ich bin des Christus!”). In Galater 5, 19 – 21 werden ”Parteiungen” bzw. ”Sekten” unter den Werken des Fleisches genannt:

“Offenbar aber sind die Werke des Fleisches, welche sind: Hurerei, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Sekten, Neid, [Totschlag,] Trunkenheit, Gelage und dergleichen, von denen ich euch vorhersage, wie ich [auch] vorhergesagt habe, dass die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden.”

Bewährte Gläubige wurden bzw. werden dadurch ”offenbar”, dass sie an solchen ”Parteiungen” / ”Sekten” keinen Anteil hatten bzw. haben.

* “Wenn ihr nun an einem Ort zusammenkommt, so ist das nicht des Herrn Mahl essen.“ – 1. Korinther 11, 20 – Wenn der Apostel Paulus nun sagt, dass das, was diese Gläubigen in Korinth tun, nicht ”des Herren Mahl essen” ist, dann sollten wir uns erst einmal vergegenwärtigen, was die Heilige Schrift über das Mahl des Herrn lehrt.
In 1. Korinther 10, 14 – 22 spricht der Apostel von dem “Tisch des Herrn“ und in 1. Korinther 11, 17 – 34 belehrt er uns über das “Mahl des Herrn“. In beiden Textabschnitten geht es um dieselbe Sache, jedoch von zwei verschiedenen Blickwinkeln aus betrachtet. Der Begriff “Tisch des Herrn“ spricht davon, um wessen Tisch es hier geht: Es ist der Tisch des Herrn. Er allein lädt ein und Er allein bestimmt, wer an Seinem Tisch Platz nehmen darf. Das Essen an diesem “Tisch“ schließt das Essen an anderen Tischen unbedingt aus:

“Darum, meine Geliebten, flieht den Götzendienst. Ich rede als zu Verständigen; beurteilt ihr, was ich sage. Der Kelch der Segnung, den wir segnen, ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes des Christus? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus?] Denn ein Brot, ein Leib sind wir, die Vielen, denn wir alle nehmen teil an dem einen Brot.] Seht auf Israel nach dem Fleisch. Sind nicht die, welche die Schlachtopfer essen, in Gemeinschaft mit dem Altar? Was sage ich nun? Dass ein Götzenopfer etwas sei, oder dass ein Götzenbild etwas sei? Sondern dass das, was [die Nationen] opfern, sie den Dämonen opfern und nicht Gott. Ich will aber nicht, dass ihr Gemeinschaft habt mit den Dämonen. Ihr könnt nicht des Herrn Kelch trinken und der Dämonen Kelch; ihr könnt nicht des Herrn Tisches teilhaftig sein und des Dämonen-Tisches. Oder reizen wir den Herrn zur Eifersucht? Sind wir etwa stärker als er?“

(1. Korinther 10, 14 – 22; ELBEDHÜ)

Die Voraussetzungen dazu, hat der Herr in Seinem Wort eindeutig festgelegt. Der Begriff “Mahl des Herrn“ hingegen, spricht von der Praxis dieses Mahles: Wie soll das “Mahl des Herrn“ gegessen werden? Auch diesbezüglich gibt uns der Herr in Seinem Wort eindeutige Hinweise. Als Er dieses Mahl einsetzte, sagte Er zu Seinen Jüngern:

“Und als die Stunde gekommen war, legte er sich zu Tisch, und die Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide. Denn ich sage euch, dass ich es [fortan] nicht [mehr] essen werde, bis es erfüllt ist im Reich Gottes. Und er nahm einen Kelch, dankte und sprach: Nehmt diesen und teilt ihn unter euch. Denn ich sage euch, dass ich von jetzt an nicht von dem Gewächs des Weinstocks trinken werde, bis das Reich Gottes kommt. Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird; dies tut zu meinem Gedächtnis! Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.“

(Lukas 22, 14 – 20; ELBEDHÜ)

Wir entsprechen also dem Wunsch des Herrn, wenn wir Sein Mahl zu Seinem Gedächtnis essen. Doch dabei geht es nicht nur um äußere Ordnungen, sondern insbesondere um die Einstellung unseres Herzens: Ist Seine Sehnsucht, dieses Mahl mit uns zu essen, d.h., mit uns Gemeinschaft zu haben, auch unsere Sehnsucht? Sind unsere Gedanken auf Ihn ausgerichtet (Lukas 22, 19; 1. Korinther 11, 24 – 25)? Sind wir uns bewusst, dass wir durch das Essen dieses Mahles unsere Gemeinschaft mit dem Blut des Christus und dem Leib des Christus (1. Korinther 10, 16) und mit dem Leib Christi (1. Korinther 10, 17) zum Ausdruck bringen, es sich also bei diesem Mahl nicht um ein ”gewöhnliches Essen” handelt? Haben wir uns von allen Verbindungen getrennt, die den Herrn verunehren (1. Korinther 10, 18 – 22) und uns bzgl. der Sünde in unserem Leben geprüft (1. Korinther 11, 27 – 32)?

* “Denn jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg, und der eine ist hungrig, der andere ist trunken.“ – 1. Korinther 11, 21 – In Korinth hatte sich der Brauch eingebürgert, dass die Gläubigen vor dem “Mahl des Herrn“ ein so genanntes “Agape-Mahl“, also Gemeinschaftsmahl, aßen. Doch dieses Gemeinschaftsmahl entwickelte sich mit der Zeit zu einem Essen, bei dem es ganz und gar nicht mehr um Gemeinschaft ging. Dieses Essen, das einmal dazu gedacht war, die Gemeinschaft miteinander zu pflegen bzw. die Gemeinschaft untereinander zu stärken (Apostelgeschichte 2, 44 – 46; Apostelgeschichte 4, 32 + 34 – 35), war zu einer Art “Party“ verkommen, bei der jeder nur noch an sich dachte. Anstatt dass die Gläubigen alle nach ihrem Vermögen zu diesem Essen beitrugen und die vermögenderen Christen das, was sie hatten, mit den ärmeren Christen, die wenig oder gar nichts zu diesem Essen beisteuern konnten, teilten, fing jeder nach seinem Gutdünken an zu essen und zu trinken. Das führte dazu, dass ärmere Gläubige, die später eintrafen, nichts mehr abbekamen und hungrig blieben, während andere Gläubige schon ”papp satt” und teilweise sogar betrunken waren! Ein solches Essen aber erinnerte mehr an die Festgelage in den heidischen Tempeln, als an ein Gemeinschaftsmahl, bei dem die Gläubigen das miteinander teilten, was Gott ihnen gegeben hatte. Ganz bestimmt waren diese “Essen“ kein Zeugnis christlicher Liebe und Einheit.

* “Habt ihr denn nicht Häuser, um zu essen und zu trinken? Oder verachtet ihr die Versammlung Gottes und beschämt die, die nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich nicht.“ – 1. Korinther 11, 22 – Für den Apostel Paulus war dieser Zustand unhaltbar. Wer nicht auf die anderen Gläubigen warten und mit ihnen teilen wollte, der sollte besser zu Hause und für sich allein essen. Wer in Gegenwart armer Mitgläubiger seinen egoistischen Essenswohlstand zelebrierte und sie so beschämte, der zeigte damit Seine Verachtung für die Versammlung (= Gemeinde) Gottes. Ein solcher Mensch hatte auch nie die Bedeutung der Einheit des Leibes Christi verstanden. Denn in Christus waren (und sind!) alle sozialen Unterschiede von arm und reich, von Herr und Sklave, von Mann und Frau längst aufgehoben:

“Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.“

(Galater 3, 28; ELBEDHÜ)

Diese geistliche Tatsache muss sich auch in unserem praktischen Umgang miteinander niederschlagen. Das war jedoch in Korinth nicht der Fall und darum konnte der Apostel an dem Verhalten der Christen in Korinth nichts Lobenswertes finden.

* “Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe, dass der Herr Jesus in der Nacht, in der er überliefert wurde, Brot nahm, (…)“ – 1. Korinther 11, 23 – Wo immer wir uns von dem geoffenbarten Willen Gottes entfernt haben, ist es notwendig, dass wir uns wieder zurück an den Ursprung, die Wurzel, begeben (1. Johannes 2, 24 – 25). Darum führt Paulus die Gläubigen in Korinth mit diesen Worten auch zu der ursprünglichen Offenbarung über dieses Mahl, d.h. seine Einsetzung durch den Herrn Jesus Christus selbst, zurück.
Obwohl diese Handlung von drei Evangelisten – Matthäus, Markus und Lukas – beschrieben wurde, hatte Paulus darüber von dem Herrn Jesus Christus eine persönliche Belehrung empfangen. Dies war notwendig, da Paulus jener Apostel war, durch den der Herr Seine Offenbarung über Seine Versammlung (= Gemeinde) vollenden wollte:

“Ihr Diener bin ich geworden nach der Verwaltung Gottes, die mir im Blick auf euch gegeben ist, um das Wort Gottes zu vollenden, das Geheimnis, das von den Weltzeiten und von den Geschlechtern her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen offenbart worden ist. Ihnen wollte Gott zu erkennen geben, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Nationen sei, und das ist: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“

(Kolosser 1, 25 – 27)

Paulus hatte den Gläubigen in Korinth die Offenbarung, der er von Seinem Herrn über das Mahl empfangen hatte, bereits zu einem früheren Zeitpunkt weitergegeben (“überliefert“, grch.: “παραδίδωμι“ / “paradidomi“ = übertragen, übergeben, anvertrauen).

Der Herr Jesus Christus hatte dieses Mahl eingesetzt “in der Nacht, als er überliefert (a.U.: verraten) wurde“. Es war die Nacht, in der die – durch den Verräter Judas unterstützten – Pläne der “Hohenpriester, Ältesten und Schriftgelehrten“ ihren Verlauf nahmen und durch die der Sohn Gottes zu Tode gebracht werden sollte (Matthäus 26, 3 – 5; Markus 15, 1; Apostelgeschichte 4, 27 – 28). Es war dieses Mahl, von dem der Herr sagte: ”Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passah mit euch zu essen, (…)” (Lukas 22, 15), in dessen Anschluss einer Seiner eigenen Jünger Ihn an Seine Feinde verrät (Matthäus 26, 21). Jemand hat sehr treffend darauf hingewiesen, dass es jene Füße waren, die der Herr Jesus kurz zuvor in einer Geste größter Demut gewaschen hatte, die Judas nun zu den Henkern seines Herrn eilen ließen! Während der Herr Jesus das Mahl mit Seinen Jüngern teilte und mit Ihnen über Sein bevorstehendes Leiden sprach, war der Verräter bereits unterwegs, um seinen Meister zu verraten (vgl. Johannes 13. 30 – 35).

“Die Nacht, in der er verraten wurde (…)” war jene Nacht, in der die größte Liebe, die diese Welt je sehen sollte, mit der größten Verachtung gestraft wurde. Und die Erinnerung an diese Nacht sollte uns jedes Mal dazu führen, dass wir unser eigenes Herz prüfen und uns fragen, wie ist es um unsere Liebe zu unserem Erlöser steht. Wie setzen wir das ein, was Er uns anvertraut hat? Gebrauchen wir unsere Kraft, unseren Besitz, unsere geistliche Erkenntnis zu Seiner Ehre? Harren wir auch dann bei Ihm aus, wenn Er mit uns über das Leiden spricht und uns evtl. sogar in ein solches führt? Oder eilen – symbolisch gesprochen- ”unsere Füße, Blut zu vergießen” (Sprüche 1, 16), indem wir ganz schnell auf die Seite der Feinde Christi wechseln (Philipper 3, 18)?

* “(…) und als er gedankt hatte, es brach und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch ist; dies tut zu meinem Gedächtnis.“ – 1. Korinther 11, 24 – Dieses Mahl war (und ist) nicht von irgendwelchen Riten oder Zeremonien begleitet. Der Herr danke und brach das Brot. Ganz schlicht, ganz einfach. Das erste, was der Herr tut, ist, zu danken und anschließend das Brot zu brechen. Im Angesicht des Verrats und Seines darauffolgenden Leiden und Sterben dankt Er und dieser Dank richtete sich an Gott, Seinen Vater. Auch bei uns sollte während dieses Mahles nichts anderes Raum haben als der Dank Gott gegenüber. Gebete, Fürbitten etc. haben ihre Berechtigung in den Zusammenkünften der Gläubigen, aber hier ist nicht ihr Platz. Wann immer wir das Brot brechen und so des Todes des Herrn gedenken, sollten unsere Gedanken und Herzen vom Dank gegenüber Gott erfüllt sein. Das Opfer Jesu Christi, das im Brechen dieses Brotes symbolisch zum Ausdruck kommt, ist die alleinige Grundlage unseres Friedens mit Gott, unserer Gemeinschaft mit Gott, der Vergebung, die wir empfangen durften und immer wieder empfangen dürfen, ja des ewigen Lebens, das wir nun besitzen dürfen. Niemals hätten wir den Reichtum Seiner Herrlichkeit (Kolosser 1, 27) und alles, was damit verbunden ist, empfangen können, wenn der Sohn Gottes nicht an unserer Stelle am Kreuz gestorben wäre. Je mehr wir uns darum mit der Bedeutung des Todes Christi beschäftigen, desto mehr Grund zum Danken werden wir finden, ja ”überströmend in Danksagung” werden (Kolosser 2, 6 – 7).

* “Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; dies tut, sooft ihr trinkt, zu meinem Gedächtnis.“ – 1. Korinther 11, 25 – In gleicher Weise wie Er mit dem Brot gehandelt hatte, handelte der Herr auch mit dem Kelch. Er danke Gott, dem Vater dafür und gab ihn dann den Jüngern (vgl. Matthäus. 26, 28; Markus 14, 24; Lukas 22, 20). Wenn wir heute des Todes des Herrn gedenken, dann empfangen wir den ”Kelch der Segnung” (1. Korinther 10, 16). Doch dies war nicht der Kelch, welchen der Herr Jesus aus der Hand Seines Vaters nehmen musste, nämlich den Kelch des Leidens:

“Und er riss sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf weit, und kniete nieder, betete und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und er rang mit dem Tode und betete heftiger. Und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen.“

(Lukas 22, 41 – 44)

Ist uns bewusst, dass wir nur deshalb den “Kelch der Segnung“ empfangen können, weil unser Herr und Erlöser an unserer Stelle den ”Kelch der Leiden” bis auf seinen tiefsten Grund leerte? Gibt uns dieser Gedanke nicht erneut Grund, Gott dem Vater, auf vielfältige Weise zu danken?
Es ist hier weder Raum noch Zeit, ausführlicher auf den Gedanken des Bundes einzugehen. Nur soviel sei gesagt, dass Gott mit uns, Seinen Kindern, keinen Bund geschlossen hat (siehe dazu ”Der neue Bund [Jeremia 31, 31 – 33] und wir”: Klick!) Aber obwohl wir nicht zu den Empfängern dieses Bundes gehören, dürfen wir heute schon Anteil an den Segnungen dieses Bundes haben, nämlich an den Segnungen, die wir durch den Mittler dieses Bundes, Jesus Christus, empfangen haben. Und diese Segnungen gehen weit über die Segnungen des ”neuen Bundes” hinaus. Während ”dem Haus Israel und dem Haus Juda” das Gesetz Gottes ”in Herz und Sinn geschrieben” wird (Hebräer 8, 10), hat Gott uns Seinen Sohn – Christus – ”ins Herz geschrieben” (2. Korinther 3, 3). Zusätzlich zu allen Segnungen, die mit dem Bund für Israel und Juda verbunden sind – der Vergebung der Sünden und dem erneuerten Herz (Hebräer 8, 10; Hebräer 10, 16) – empfangen wir himmlische Segnungen (Epheser 1, 3): den Heiligen Geist als Unterpfand für ein himmlisches Erbe (Epheser 1, 13; 1. Korinther 12, 13) und Zugang zum himmlischen Heiligtum (Hebräer 10, 19). Das macht Paulus deutlich, wenn er in 1. Korinther 10, 16 neben dem ”Kelch des neuen Bundes” vom ”Kelch der Segnung” spricht. Wann immer wir aus diesem Kelch trinken, dürfen wir uns dankbar daran erinnern, welche unaussprechlich großen Segnungen wir empfangen haben – und das alles nur, weil der Sohn Gottes für uns den ”Kelch des Leidens” trank.
Schauen wir in die Welt, so sehen wir dass die Menschen besonderen Persönlichkeiten dadurch gedenken, dass sie Feiern zu bestimmten Jahrestagen ausrichten oder den betreffenden Personen ”Denkmäler” errichten. Ganz anders ist das Gedächtnis, dass unser Herr Jesus Christus gestiftet hat. Es ist dies ein ganz einfaches, zugleich jedoch sehr tiefgründiges Gedächtnis: Indem wir das Brot essen und den Kelch trinken, erinnern wir uns nicht nur des Erlösungswerkes Christi, sondern auch der Tatsache, dass der Herr nun in uns lebt (Kolosser 1, 27) und dass alle, die an diesem Mahl teilhaben, Seinen Leib auf dieser Erde bilden (1. Korinther 10, 17).
Wir sollten außerdem beachten, dass ”gedenken” im biblischen Sinn weitaus mehr als ”sich erinnern” bedeutet. Wenn Gott uns auffordert, einer bestimmten Sache zu gedenken, dann geht es dabei nicht nur darum, dass wir uns an diese Sache erinnern, sondern dass wir sie uns durch unser Handeln vergegenwärtigen (vgl. 2. Mose 13, 3; 2. Mose 20, 8; 5. Mose 5, 15; 5. Mose 7, 18 u.a.m.) Dementsprechend ist das Mahl des Herrn nicht nur dazu da, dass wir es anschauen und dann an das denken, was damals in Jerusalem geschehen ist. Wir gedenken unseres Herrn und Erlösers nur dann, wenn wir aktiv an diesem Mahl teilnehmen, d.h. das Brot essen, den Kelch trinken und Gott danksagen.
Und dass wir auf diese Weise Seiner gedenken ist nicht nur ein Wunsch, sondern ein Gebot unseres Herrn. Beachten wir dieses Gebot?

* “Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“ – 1. Korinther 11, 26 – “Sooft ihr ….“ macht deutlich, dass es keine Regel gibt, wann und wie oft wir zu diesem Mahl zusammen kommen sollen. Das Neue Testament gibt uns diesbezüglich nur zwei Anhaltspunkte: Zeitweise kamen die Gläubigen täglich zusammen, um dieses Mahl zu feiern (Apostelgeschichte 2, 46), dann wiederum finden wir, dass die Gläubigen sonntäglich dazu zusammen kamen (Apostelgeschichte 20, 7 – 11). Beides ist also möglich.
Ich darf noch einmal wiederholen, was ich in Zusammenhang mit Vers 25 sagte: Wir sollten beachten, dass ”gedenken” im biblischen Sinn weitaus mehr als ”sich erinnern” bedeutet. Wenn Gott uns auffordert, einer bestimmten Sache zu gedenken, dann geht es dabei nicht nur darum, dass wir uns an diese Sache erinnern, sondern dass wir sie uns durch unser Handeln vergegenwärtigen. Dementsprechend ist das Mahl des Herrn nicht nur dazu da, das wir es anschauen und dann an das denken, was damals in Jerusalem geschehen ist. Zuschauen bzw. ”dabeisein” ist in diesem Zusammenhang eben gerade nicht ”alles”! Wir gedenken unseres Herrn und Erlösers nur dann, wenn wir aktiv an diesem Mahl teilnehmen, d.h. das Brot essen, den Kelch trinken und Gott danksagen. Auf diese Weise wird

“(…) jetzt den Fürstentümern und den Gewalten in den himmlischen Örtern durch die Versammlung kundgetan (werde) die mannigfaltige Weisheit Gottes, (…)“

(Epheser 3, 10; ELBEDHÜ)

Durch unsere aktive Teilnahme an diesem Mahl verkünden wir vor der sichtbaren und der unsichtbaren Welt ”den Tod des Herren”, d.h. Sein vollendetes Erlösungswerk. Dies sollen wir tun “bis er kommt“. Ist uns bewusst, was das bedeutet? Diesem Gebot des Herrn können wir nur entsprechen, solange wir auf dieser Erde sind. Nach unserem Tod bzw. unserer Entrückung wird es uns nicht mehr möglich sein, den Tod des Herrn zu verkündigen. Umso bewusster sollten wir diesem Wunsch des Herrn während unseres Lebens durch die aktive Teilnahme an Seinem Mahl entsprechen. Auch diesbezüglich gilt die Aufforderung des Apostels Paulus: ”Kaufet die Zeit aus!” (Epheser 5, 16).
Die Aufforderung, ”den Tod des Herrn (verkündigen), bis dass er kommt”, richtet unseren Blick in die Vergangenheit, zu dem Geschehen auf Golgatha, dann aber auch in die Zukunft, für die wir das Kommen Jesu erwarten. Was jedoch geschieht in der Gegenwart? Die Gegenwart wird zwar in diesem Satz nicht ausdrücklich genannt, ist aber dennoch ”gegenwärtig”. Denn natürlich setzt dieses Mahl und die Teilnahme daran voraus, dass die Gläubigen sich ”zu dem Namen des Herrn hin versammeln” und dementsprechend auch die Verheißung des Herrn erleben, der als der Auferstandene mitten unter ihnen ist (Matthäus 18, 20).
Die Erinnerung an Sein Erlösungswerk und die Erfahrung Seiner persönlichen Gegenwart werden uns dann aber auch zu wahrer Anbetung führen, also zu dem Ziel, dem dieses Zusammenkommen der Gläubigen dienen soll.¹

Fußnoten:

¹= Ein Bibelausleger des 19. Jahrhunderts hat die christliche Anbetung wie folgt beschrieben: ”Anbetung ist die staunende Bewunderung und liebevolle Verehrung Gottes, die Ihm auf Grund dessen dargebracht wird, was Er in sich selbst ist und was Er für die ist, die Ihm nahen. Sie ist die Beschäftigung des Himmels und ein gesegnetes und kostbares Vorrecht für uns auf der Erde. Sie wird gemeinsam mit anderen dargebracht. Ich will die Möglichkeit nicht ausschließen, daß ein einzelner Gläubiger, der weit entfernt von anderen Gläubigen lebt, anbeten kann, aber eigentlich ist Anbetung doch die Huldigung, die Gott von Engeln oder Menschen gemeinsam dargebracht wird. Diese Gemeinsamkeit gehört zum Wesen der Anbetung, weil unsere Segnungen gemeinsame Segnungen sind; und die Freude, die ich an der Segnung der anderen habe, ist ein Teil meiner eigenen Freude. Ihre Segnung bildet einen Teil der Gnade, für die mein Herz empfänglich ist; und die Liebe, die doch die Quelle von dem allen ist, wäre mangelhaft, wenn ich mich nicht an der Segnung der anderen erfreuen könnte. Wenn ich Gott dafür nicht preise, bin ich selbst nicht fähig anzubeten; denn Gott zu preisen, setzt voraus, daß ich Seine Liebe tief empfinde und daß ich Ihn wiederliebe. Anbetung ist das Überströmen von Herzen, die Gott, den Vater, kennengelernt haben als den großen Geber, die den Sohn kennen, in dem ihnen Gottes unaussprechliche Gabe zuteil geworden ist, und in denen der Heilige Geist die Quelle lebendigen Wassers ist, das ins ewige Leben quillt und so zu seiner Quelle zurückfließt im Loben und Danken der Kinder Gottes (Joh 4,10. 14. 23). Anbeter wissen, daß sie durch Gottes Willen errettet und geheiligt sind. Durch das Opfer Christi ist ihr Gewissen völlig gereinigt, und der Heilige Geist bezeugt ihnen: „Ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten werde ich nie mehr gedenken” (Heb 10,7-10. 12-17). (…) Diese Anbetung in Übereinstimmung mit der wahren Natur Gottes und in der Kraft der Gemeinschaft mit Gott, die der Heilige Geist uns verliehen hat, steht im Gegensatz zu all den äußeren Formen und Zeremonien, die dem religiösen Fleisch gefallen. Die Samariter beteten Gott weder in Geist noch in Wahrheit an. Wir haben den Geist der Sohnschaft empfangen, in welchem wir rufen: Abba, Vater! Der schwächste Christ ist durch seine Stellung in Christo fähig, anzubeten. „Unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohne Jesus Christus. Und dies schreiben wir euch, auf daß eure Freude völlig sei.” (1. Joh 1,3. 4). O wie kostbar, Gott in dem Bewußtsein Seiner Größe und Seiner Liebe anbeten zu können! Welch eine Quelle der Freude ist Er, den wir anbeten! Wie wunderbar gesegnet ist es, daß wir in Seiner Gegenwart weilen dürfen, daß keine Wolke zwischen Ihm und uns ist, kein Schatten von Furcht, weil jede Spur von Sünde durch das vollkommene Opfer Christi getilgt ist! Nachdem wir „Gottes Gerechtigkeit” in Christus (2. Kor 5,21) geworden sind, ist die Gegenwart Gottes für die neue Natur, die Er uns gegeben hat, eine unerschöpfliche Quelle des Glückes. Die neue Natur findet ihren ganzen Genuß in Ihm. (…) Welch ein Segen, Seinen eigenen Geist, den Geist der Freiheit und der Sohnschaft, als die Kraftquelle unserer Anbetung zu besitzen! Er inspiriert uns zu Preis, Vertrauen und Anbetung! Welch eine Freude, so in Einmütigkeit anzubeten, als Glieder derselben Familie, desselben einen Leibes, und dabei zu empfinden, daß diese Freude das gemeinsame Teil aller ist! Wie schön, zu wissen, daß die, die wir lieben, dem Herrn unendlich kostbar und wohlannehmlich sind, und daß ihrer aller Herzen erquickt werden, indem sie Ihn preisen, der würdig ist – Gott, der die Quelle unserer ganzen Glückseligkeit ist – den Herrn, der Sich selbst für uns hingegeben hat, um unser ewiges Teil zu sein! Erst im Himmel werden wir all das vollkommen erkennen. Und doch verwirklicht christliche Anbetung hier unten schon, was unser ewiges gesegnetes Teil ist. Wir haben jetzt das Vorrecht, uns für eine kurze Zeit von der Welt getrennt zu fühlen und jenen Zustand zu genießen, in dem Christus die Frucht der Mühsal Seiner Seele sehen und sich daran zutiefst erfreuen wird (Jes 53,11). Unwillkürlich lenken diese wunderbaren Dinge unsere Gedanken auf unser Zusammenkommen am Tage des Herrn, an Seinem Tische. So oft wir da mit glücklichen, dankbaren Herzen versammelt sind, empfangen wir einen Vorgeschmack von dem, was wir bald in der Herrlichkeit vollkommen genießen werden. Abgesondert von der Welt, geschart um das geschlachtete Lamm, das uns durch Sein Blut erkauft hat, Glieder des einen Leibes, durch einen Geist für ewig miteinander und mit dem Haupte des Leibes verbunden – so verkündigen wir Seinen Tod, bis Er kommt. Wie kostbar ist ein solches Zusammensein! Zweifellos wird die Anbetung in Schwachheit dargebracht, aber es geschieht in Wahrheit und durch den Geist, und deshalb auf der Grundlage der Einheit des ganzen Leibes. Es mögen vielleicht nur „zwei oder drei” anwesend sein; sind sie aber wirklich in dem Namen des Herrn Jesus versammelt, so ist Er, der den Mittelpunkt und das einigende Band aller Glieder bildet, wirklich in ihrer Mitte (Mt 18,20). (…) Ja, wie kostbar, daß wir uns „mit allen Heiligen” vereint finden dürfen, wo immer sie auch sein mögen, in der Einheit des Leibes Christi, gemäß all den Vorrechten, die dem Leib durch Seine Liebe gehören! Christus „nährt und pflegt” alle, die Ihm gehören, mit Seiner beständigen Liebe. In der Anbetung steht Seine Liebe am Kreuz, aber auch Seine immer frische und zärtliche gegenwärtige Liebe zu uns vor unseren Herzen. Er wünscht, daß wir Seiner gedenken. (…) Welch ein schönes Bild von der gemeinsamen Freude, wenn wir, mit dem Herrn Jesus in der Mitte, vor dem Angesicht Gottes versammelt sind, um unseres hochgelobten Herrn anbetend zu gedenken und uns von Ihm zu nähren! Christus findet Seine Freude in unserer Freude. Wie sollten doch alle Gläubigen ein solches Zusammensein schätzen!” (Auszugsweise aus ”Botschafter des Heils in Christo”, Jahrgang 1927, Seite 85 – 97)

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