Zum Heil bestimmt – Anmerkungen zu 1. Thessalonicher 5, 1 – 11

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Via Egnatia * By Eric Gaba (Sting – fr:Sting) [CC-BY-SA-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)%5D, via Wikimedia Commons

Das Bibelwort, das die Grundlage der Wortverkündigung am kommenden Sonntag bildet, wurde dem 5. Kapitel des 1. Thessalonicherbriefes (zum Hintergrund des 1. Thessalonicherbriefes siehe: Klick!) entnommen. Zum besseren Verständnis betrachten diesen Vers in seinem Gesamtzusammenhang:

“Was aber die Zeiten und die Zeitpunkte betrifft, Brüder, so habt ihr nicht nötig, dass euch geschrieben wird. Denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn so kommt wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie sagen: Frieden und Sicherheit!, dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, wie die Geburtswehen über die Schwangere; und sie werden nicht entfliehen. Ihr aber, Brüder, ihr seid nicht in Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb ergreife; denn ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages; wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. Also lasst uns nun nicht schlafen wie die Übrigen, sondern wachen und nüchtern sein. Denn die, die schlafen, schlafen bei Nacht, und die, die betrunken sind, sind bei Nacht betrunken. Wir aber, die von dem Tag sind, lasst uns nüchtern sein, angetan mit dem Brustharnisch des Glaubens und der Liebe und als Helm mit der Hoffnung der Errettung. Denn Gott hat uns nicht zum Zorn gesetzt, sondern zur Erlangung der Errettung durch unseren Herrn Jesus Christus, der für uns gestorben ist, damit wir, sei es, dass wir wachen oder schlafen, zusammen mit ihm leben. Deshalb ermuntert einander und erbaut einer den anderen, wie ihr auch tut.

(1. Thessalonicher 5, 1 – 11 ELBEDHÜ; z. Vgl. Luther’84)

Zur Einordnung von 1. Thessalonicher 5, 1 – 11

Dieser Text findet sich im zweiten großen Abschnitt des 1. Thessalonicherbriefes.  Im zweiten Teil dieses zweiten Abschnittes (1. Thessalonicher 4, 13 – 18) hat der Apostel die Gläubigen über das Kommen des Herrn für Seine Versammlung (= Gemeinde/Kirche) belehrt. Es geht dabei um jenes Geschehen, dass wir auch unter dem Begriff “Entrückung“ kennen und das wir von Seinem Kommen zum Gericht (vgl. z.B. Matthäus 24, 27 – 51) unterscheiden müssen. In einem engen Zusammenhang damit steht der darauf folgende dritte Teil (1. Thessalonicher 5, 1 – 11) des zweiten Abschnittes dieses Briefes, in dem Paulus die Gläubigen zur persönlichen geistlichen Wachsamkeit aufruft. Auf die Belehrung über die Glaubenserwartung des Christen folgen in diesem Brief also praktische Handlungsanweisungen. Anders ausgedrückt: Nachdem Paulus den Gläubigen in Thessalonich (und uns!) die lebendige Hoffnung (1. Petrus 1, 3; Kolosser 1, 5), das Ziel christlichen Glaubens vor Augen gestellt hat (“Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen;  danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit bei dem Herrn sein. So ermuntert nun einander mit diesen Worten.“ – 1. Thessalonicher 4, 16 – 18), erläutert er in 1. Thessalonicher 5, 1 – 11, wie Christen ihr Leben – auf eine  einsichtsvolle und wachsame Weise – bis zur Erfüllung dieser Hoffnung führen können.

Anmerkungen zu 1. Thessalonicher 5, 1 – 11

* “Was aber die Zeiten und die Zeitpunkte betrifft, Brüder, so habt ihr nicht nötig, dass euch geschrieben wird.“ – 1. Thessalonicher 5, 1 – Die “Zeiten und Zeitpunkte“ von denen Paulus hier spricht, betreffen die in Kapitel 4, 16 – 18 erläuterte Entrückung der Gläubigen und die damit zusammenhängenden Geschehnisse. Der Gläubige bedarf keiner näheren Erläuterung der “Zeiten und Zeitpunkte“ dieses Ereignisses, denn er erwartet Seinen Herrn und Erlöser an jedem Tag seines Lebens. Ein irischer Kommentator des 19. Jahrhunderts hat sehr treffend zu diesen Versen angemerkt:

“Die Wiederkunft des Herrn in diese Welt hat also für den Gläubigen einen ganz anderen Charakter als den eines unbestimmten Wartens auf eine Zeit der Herrlichkeit. Im 5. Kapitel spricht der Apostel von dieser Wiederkunft, aber zu dem Zweck, um den Unterschied zu zeigen zwischen der Stellung der Christen und derjenigen der sorglosen und ungläubigen Bewohner der Erde. Der lebendige und vom Herrn unterwiesene Christ erwartet immer seinen Herrn.“¹

Diese Erwartung des Kommens Christi ist für den Christen eine freudige Erwartung. Immer wieder treffe ich jedoch auf Gläubige, die sich vor diesem Tag fürchten. Der Grund für die Furcht liegt i.d.R. in zwei Missverständnissen begründet. Viele Gläubige sind fälschlicherweise der Meinung, dass ihre Werke bzw. ihr Verhalten ihre Teilnahme an der Entrückung entscheiden würden. Diese Gläubigen gründen also ihre (endgültige) Erlösung auf ihre eigenen Werke und Verdienste. Nun ja, wenn man das tut, dann muss man sich wirklich fürchten und ganz zu Recht! Denn niemals wird ein Mensch auf Erden Werke hervorbringen, die gut genug sind, um von Gott angenommen zu werden. Niemals wird ein Mensch auf Erden genügend “Verdienste“ vorweisen können, die Gott quasi “zwingen“, diesen Menschen anzunehmen. Wer in einem solchen Gedankenkonstrukt gefangen ist, der kann gar nicht anders, als sich vor der Begegnung mit Gott zu fürchten. Ein solcher Mensch ist auch kein Gläubiger, er ist ein Selbst-Gerechter im wahrsten Sinne des Wortes! Im biblischen Sinn Gläubige wissen, dass sie nie mit ihrer eigenen Gerechtigkeit vor Gott bestehen können (vgl. Römer 3, 10!). Im biblischen Sinn Gläubige, sind Menschen, die wissen, dass sie allein aus der Gnade mittels des Glaubens errettet wurden, errettet sind und errettet bleiben:

“Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“

(Epheser 2, 8 – 9; REVELB)

Im biblischen Sinn Gläubige, sind Menschen, die wissen, dass ihr Herr und Erlöser Jesus Christus sie durch SEIN Werk ein- für allemal geheiligt und darum vor Gott angenehm gemacht hat:

Denn mit einem Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht.

(Hebräer 10, 14)

Der im biblischen Sinn Gläubige kann darum voller Freude und Zuversicht dem Tag seiner Begegnung mit seinem Herrn und Erlöser entgegen sehen, denn er hat ja schon im “Hier und Jetzt“ Frieden mit Gott (Römer 5, 1) und wenn er in Sünde fällt, so weiß er, dass er einen Fürsprecher beim Vater hat, Jesus Christus den Gerechten (1. Johannes 2, 1). Sollten Sie dem Tag der Entrückung nicht voller Frieden und Freude entgegen sehen können, dann fallen Sie nicht auf die trügerische Verlockung herein, sie könnten durch “noch mehr gute Werke“ oder einen „noch heiligeren Lebenswandel“ Gott wohlgefällig werden. Wenden Sie sich im Gebet an Jesus Christus, den Sohn Gottes, und bitten Sie Ihn, dass Er Seine Erlösungsgnade in Ihrem Leben wirksam werden lässt und Ihnen Frieden mit Gott schenkt.

* “Denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn so kommt wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie sagen: Frieden und Sicherheit!, dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, wie die Geburtswehen über die Schwangere; und sie werden nicht entfliehen.“ – 1. Thessalonicher 5, 2 – 3 – Der Begriff “Tag des Herrn“ führt bei Gläubigen leider immer wieder zu Missverständnissen und so auch zu völlig unbegründeter Furcht. Aus diesem Grund habe ich bereits in der Vergangenheit Artikel veröffentlicht, in denen ich die Unterschiede zwischen dem “Tag des Herrn“ (Klick!), dem “Tag Christi“ (Klick!) und dem “Tag Gottes“ (Klick!) herausgearbeitet habe. Wer diese drei Begriffe anhand der biblischen Zusammenhänge, in denen sie vorkommen, untersucht, der stellt sehr schnell fest, dass Christen nicht den “Tag des Herrn“ – jene göttliche Gerichtsphase, die die gottlose Erde treffen wird -, sondern den “Tag Christi“  -, also  das Kommen des Erlösers für die Erlösten, erwarten.
Der ‚Tag des Herrn“ (Klick!) ist, wie gesagt, eine göttliche Gerichtsphase, die die gottlose Welt treffen wird. Im Gegensatz zu den Gläubigen, die ihren Herrn und Erlöser an jedem Tag erwarten, hegt diese gottlose Welt keinerlei Erwartung, weder in positiver noch in negativer Weise:

“Vor allem müsst ihr wissen, dass in den Tagen vor dem Ende Spötter auftreten werden, denen nichts heilig ist und die nur ihren eigenen Begierden folgen. »Wo bleibt denn die Erfüllung seiner Zusage?«, höhnen sie. »Er hat doch versprochen, dass er wiederkommt! Inzwischen sind unsere Väter gestorben, aber geändert hat sich nichts. Alles ist immer noch so, wie es seit der Erschaffung der Welt war.«“

(2. Petrus 3, 3 – 4, NGÜ)

Es wird sich nie etwas ändern, alles geht irgendwie schon weiter! Das ist das Mantra der Gottlosen und aus diesem Grund glauben sie auch nicht daran, dass sie für ihre gottlosen Taten jemals von Gott gerichtet werden. Genau deshalb werden sie auch von dem “Tag des Herrn“ überrascht, wie ein Hausbesitzer von einem Einbrecher oder Dieb. Genau deshalb werden sie sich auch in “Frieden und Sicherheit“ wähnen und von dem Verderben dieses Tages plötzlich überrascht werden, wie eine Schwangere von unerwartet einsetzenden Wehen. Und wie eine Schwangere, die der Geburt des Kindes nicht ausweichen kann, so werden diese Menschen sich dem Gott stellen müssen, von dem sie ihr ganzes Leben lang sagten, es gäbe Ihn nicht.
Dies sind harte Worte, es sind Worte des Gerichts. Wir sollten sie nicht mit dem Gedanken “Wie gut, dass das uns nicht trifft!“ beiseite schieben. Jeder Gläubige wird nur aus einem einzigen Grund vor diesem Gericht sicher sein und das ist die Gnade Gottes, die in seinem Leben wirksam wurde. Es ist für den Gläubigen völlig unangebracht, sich jetzt mit dem Gedanken “Wir sind nicht besser, aber besser dran!“ zurückzulehnen. Im Gegenteil – der Gott, der unser Retter-Gott (Titus 3, 4) wurde, möchte in uns Seine Retter-Liebe entzünden (Römer 5, 5) und unserem Glauben im wahrsten Sinne des Wortes “Beine machen“ (Epheser 6, 15). Können wir wirklich ehrlich behaupten, wir erwarteten täglich das Kommen unseres Erlösers ohne gleichzeitig (bei jeder sich bietenden Gelegenheit) jenen, die die Erlösung noch nicht erfahren haben, die Einladung des Evangeliums zu überbringen? Der Apostel Paulus empfand sich selbst als Schuldner:

“Ich bin ein Schuldner sowohl den Griechen als auch den Barbaren, sowohl den Weisen als auch den Unverständigen; darum bin ich bereit, soviel an mir liegt, auch euch in Rom das Evangelium zu verkündigen.“

(Römer 1, 14 – 15)

Wer selbst durch das Evangelium Jesu Christi Erlösung empfangen hat, der schuldet diese froh- und freimachende Botschaft seinen Mitmenschen. Aus dieser Verantwortung entlässt uns der Retter-Gott nicht, denn Er will, dass “alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und errettet werden“ (1. Timotheus 2, 4). Und die Frage, ob wir dieser Verantwortung nachgekommen sind, wird einmal vor dem Richterstuhl des Christus zur Sprache kommen:

Denn wir alle müssen einmal vor dem Richterstuhl von Christus erscheinen, wo alles offengelegt wird, und dann wird jeder den Lohn für das erhalten, was er während seines Lebens in diesem Körper getan hat, ob es nun gut war oder böse. Wir wissen also, wie wichtig es ist, in Ehrfurcht vor dem Herrn zu leben, vor dem wir einmal Rechenschaft ablegen müssen. Deshalb bemühen wir uns, Menschen von seiner Botschaft zu überzeugen. Vor Gott liegt unser Leben offen da, und wenn ihr euer Gewissen befragt, werdet ihr – so hoffe ich – zu der Überzeugung kommen, dass wir auch euch gegenüber nichts verbergen.

(2. Korinther 5, 10 – 11)

* “Ihr aber, Brüder, ihr seid nicht in Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb ergreife; denn ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages; wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. Also lasst uns nun nicht schlafen wie die Übrigen, sondern wachen und nüchtern sein.“ – 1. Thessalonicher 5, 4 – 6 – Die Christen in Thessalonich waren nicht unwissend (“Denn ihr selbst wisst genau (…)“ – 1. Thessalonicher 5, 3), denn sie hatten dem, was ihnen offenbart worden war (“Wir wollen aber nicht, Brüder, dass ihr, was die Entschlafenen betrifft, unwissend seid, damit ihr nicht betrübt seid wie auch die Übrigen, die keine Hoffnung haben.“ – 1. Thessalonicher 4, 13) geglaubt. Sie waren “Söhne des Lichts“, denn sie hatten sich von dem “Licht der Welt“ erleuchten lassen (Johannes 8, 12; 2. Korinther 4, 6) und waren von Gott selbst “gerettet und aus der Gewalt der Finsternis in das Reich des Sohnes seiner Liebe versetzt“ worden (Kolosser 1, 13). Im Altertum war der Begriff der “Finsternis“ ein oft benutztes Symbol für Böses. Im Alten und im Neuen Testament wird der Begriff der Finsternis oder der Dunkelheit im Zusammenhang mit jenen gebraucht, die Gott und Seiner Gnade spottend und ablehnend gegenüber stehen (vgl.  Psalm 82, 5; Sprüche 4, 19; Jesaja 60, 1 – 3; Römer 13, 12; 1. Korinther 4, 5; 2. Korinther 4, 4 – 6; 2. Korinther 6, 14; Kolosser 1, 13; 1. Petrus 2, 9).  Weil die Gläubigen “Söhne des Tages“ sind, sollen sie sich von den Dingen der Finsternis nicht wieder „einschläfern“ lassen, sondern im Gegenteil wachsam und nüchtern sein.

* “Denn die, die schlafen, schlafen bei Nacht, und die, die betrunken sind, sind bei Nacht betrunken. Wir aber, die von dem Tag sind, lasst uns nüchtern sein, angetan mit dem Brustharnisch des Glaubens und der Liebe und als Helm mit der Hoffnung der Errettung.“ – 1. Thessalonicher 5, 7 – 8 – Der äußere Wandel eines Menschen wird immer seine inneren Natur widerspiegeln. Als Menschen, die eine neue Schöpfung in Christus (2. Korinther 5, 17) geworden waren, war es nun die Aufgabe der gläubigen Thessalonicher, entsprechen dieser neuen Natur zu leben. Ein solches Leben erforderte auch eine wachsame, weise Vorbereitung auf die Zukunft. Außerdem  mussten sie  verstehen, dass sie sich in einem geistlichen Kampf befanden (vgl. Epheser 6, 10 – 18). In dieser geistlichen Auseinandersetzung war der Schutz lebenswichtiger “Organe“ von höchster Relevanz (vgl.  Römer 13, 12; 2. Korinther 6, 7; Epheser 6, 14 – 18). Zudem sollten die Gläubigen ihr Denken in der sicheren Hoffnung auf das Kommen Christi zu ihrer Entrückung bewahren “(…) Helm mit der Hoffnung der Errettung“ (1. Thessalonicher 5, 8)

* “Denn Gott hat uns nicht zum Zorn gesetzt, sondern zur Erlangung der Errettung durch unseren Herrn Jesus Christus, der für uns gestorben ist, damit wir, sei es, dass wir wachen oder schlafen, zusammen mit ihm leben.“ – 1. Thessalonicher 5, 9 – 10 – Wie schon als Anmerkung zu 1. Thessalonicher 5, 1  gezeigt, ist die Errettung des Gläubigen vor dem Gericht Gottes am “Tag des Herrn“ sicher. Der einmal von dem Erlöser aus der macht der Sünde und des Todes errettete Mensch, muss fortan nie mehr fürchten, dass er – noch einmal – verloren gehen könnte. Nach dem Zeugnis des Neuen Testaments besitzt der Christ nicht nur Heilsgewissheit, sondern auch Heilssicherheit (Johannes 5, 24; Johannes 6, 39 – 40; Johannes 10, 27 – 29). Das galt für die Christen in Thessalonich damals und das gilt für uns als Christen heute. Und wie ihnen damals, gilt auch uns heute die Zusage Gottes durch Paulus, dass Er Seine Kinder nicht zum Zorn(gericht) bestimmt hat. Wie wir aus 1. Thessalonicher 1, 9 – 10 wissen, standen die Christen in Thessalonich fest in dieser Gewissheit.
Die in dieser Zusage ausgedrückte Sicherheit gilt für alle Bereiche und für jeden Moment unseres Lebens: “(…) ob wir wachen oder schlafen …“. Da Jesus Christus selbst durch den Glauben in jedem Gläubigen lebt (Kolosser 1, 27) ist es gar nicht mehr möglich, dass der Gläubige “ohne“ Ihn leben könnte.
Zwei Gedanken sind im Zusammenhang mit dem Heil bzw. dem Zorngericht noch von Bedeutung. Erstens: Christen besitzen die Erlösung schon im “Hier und Jetzt“ (1. Johannes 5, 13; Epheser 1, 7; Johannes 14, 17). Diese Erlösung ist auch unverlierbar (Römer 8, 1). Aber wir erwarten noch die Erlösung/Errettung unseres Leibes (Römer 8, 23). Diese Erlösung unseres Leibes wird mit dem Kommen des Herrn für die Seinen einhergehen (“… wir werden aber alle verwandelt werden.“ – 1. Korinther 15, 51).
Zweitens: Gott erzieht seine Kinder und die Wege dieser Erziehung mögen uns manchmal sehr schwer erscheinen (Hebräer 12, 1 ff.) Aber wir dürfen diese Erziehung Gottes nie mit dem kommenden Zorngericht verwechseln und von den Widrigkeiten dieses Lebens darauf schließen, dass Gott uns verworfen habe. Gott gibt nicht zuerst Seinen einzigen Sohn für uns in den Tod, um uns anschließend doch zu verdammen (Römer 8, 1)! Eine solche Lehre widerspricht der Liebe und Gnade Gottes.  In unserem Textwort wird dies ganz eindeutig ausgedrückt: Der Gläubige ist zum Heil bestimmt, nicht zum zuerst Heil und dann vielleicht doch zum Zorngericht. Es gibt hier kein “entweder oder“, geschweigedenn ein “entweder oder oder“. Es gibt hier nur die eindeutige Aussage Gottes, dass Seine Kinder zum Heil bestimmt sind.  Weil Jesus Christus unsere Sünde getragen hat, weil Gott Sein Gericht, das uns hätte treffen müssen, an Ihm vollzogen hat, darum dürfen wir unseres jetzigen und unseres kommenden Heils ganz gewiss sein – wenn wir das Opfer des Sohnes Gottes für uns persönlich in Anspruch genommen haben.

* “Deshalb ermuntert einander und erbaut einer den anderen, wie ihr auch tut.“ – 1. Thessalonicher 5, 11 – Diese Sicherheit des Gläubigen ist die tragfähige Grundlage für jede Art der Ermutigung und Auferbauung. Während Paulus mit Bezug auf die Entrückung in 1. Thessalonicher 4, 18 sagt, dass wir einander mit dieser Hoffnung angesichts des Todes ermutigen sollen, so ist die Sicherheit des Gläubigen durch das Opfer Jesu Christi nicht nur eine Ermutigung angesichts des Todes, sondern in allen Umständen des Lebens.

Fußnote:

¹= vgl. J.N. Darby: ”Betrachtungen über das Wort Gottes”, Band 6 (”Galater – Philemon”), Ernst-Paulus-Verlag Neustadt/Weinstraße, o. J., Seite 297.

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