Anmerkungen zu Offenbarung 1, 4

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Patmos02

Insel Patros: Blick auf den Ort Skala, gesehen vom Kloster des Agios Ioannis Theologos aus *Foto: By KF aus der Englischen Wikipedia. Nachbearbeitet von Frente..Frente at de.wikipedia [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)%5D, from Wikimedia Commons

 

Der Bibeltext, der am morgigen Mittwoch betrachtet werden soll, ist dem 1. Kapitel der Offenbarung entnommen (zum Hintergrund des Buches der Offenbarung: Klick!):

„Johannes den sieben Versammlungen, die in Asien sind: Gnade euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, (…)“

(Offenbarung 1,4 ELBEDHÜ, (z. Vgl. Offenbarung 1, 4; LUTH’84)

* “Johannes (…)“: Zur Person und zum Dienst des Apostels Johannes siehe: Klick! (Abschnitt 2)

* “(…) den sieben Versammlungen, die in Asien sind (…)“: In sieben Metropolen der römischen Provinz Asia (auch als Kleinasien bekannt; einen Großteil der heutigen Türkei umfassend) bestanden zu dieser Zeit Versammlungen (= Gemeinden) und zwar in Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und  Laodizea. Diese waren die ersten Empfänger der Offenbarung. Sie werden darum auch in den Kapiteln 2 und 3  in besonderen Sendschreiben angesprochen. Da der Herr Jesus Christus jedoch in diesem Buch (gemäß Offenbarung 1, 19) Seinen Knechten die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft kundtut, richtet Er sich damit an die Gläubigen zu allen Zeiten und an allen Orten. Dies deutet auch die Siebenzahl der angesprochenen Versammlungen (= Gemeinden) an. Die Zahl 7 steht in der Heiligen Schrift immer für Vollkommenheit oder für Vollendung: Gottes Schöpfung wurde mit dem Ruhetag am siebten Tag abgeschlossen/vollendet (1. Mose 2, 1 – 3); dem Volk Israel gab Gott sieben Feste, die in prophetischer Weise Seinen Heilsplan mit dieser Welt vollkommen darstellen (3. Mose 23, 4 – 44);  das Blut des Opfers musste siebenmal vor Gott gesprengt werden, damit es vollkommene Sühnung bewirken konnte (3. Mose 4, 6 + 17; 3. Mose 8, 11). Auch aus dem Neuen Testament ist uns diese Bedeutung der Zahl 7 bekannt. So gebrauchte der Herr Jesus Christus diese Zahl, als Er Seine Jünger über die Vergebung belehrte, um damit deutlich zu machen, dass unsere Vergebungsbereitschaft ohne Begrenzung und damit genauso vollkommen sein sollte, wie die Vergebung, die wir von Gott empfangen haben (Matthäus 18, 22). Es ließen sich noch viele weitere Beispiele anführen, in diesem Zusammenhang soll diese kurze Übersicht jedoch genügen.

* “(…) Gnade euch und Friede (…)„: Es ist hier nicht genug Raum, um auf die Bedeutung der Gnade im Leben des Christen umfassend einzugehen. Ausführlichere Gedanken zu diesem Thema habe ich in dem Artikel “Der Reichtum Seiner Gnade – Jesus Christus unser Fürsprecher“ (Klick!) dargelegt. Im Zusammenhang mit Offenbarung 1, 4 sollten wir beachten, dass die Gnade hier an erster Stelle genannt wird, erst danach der Friede. Diese Reihenfolge ist sehr nachvollziehbar. Die Gnade ist grundlegend für eine christliche Existenz. Ohne Gnade Gottes kann es kein Christsein geben. Das unterscheidet den christlichen Glauben von den Religionen. Während man in den Religionen dafür arbeiten muss, um die “Gottheit“ gnädig zu stimmen und um auf diesem Weg die Erlösung zu erlangen, wird uns im Evangelium Jesu Christi die Gnade Gottes und damit das ewige Heil als Geschenk Gottes angeboten.  Wir brauchen nur zuzugreifen. Dann gehört dieses Geschenk uns und zwar für alle Zeit (vgl. Johannes 10, 18 – 30!)    Während die Religionen Wert auf die sorgsame Beachtung ihrer Regeln legen und sich auf diesem Weg den Segen der jeweiligen “Gottheit“ zu sichern suchen, liegt der Fokus des christlichen Glaubens auf der Lebensbeziehung zu Gott durch seinen Sohn Jesus Christus (Kolosser 1, 27). Diese Lebensbeziehung kommt nur dann zustande, wenn ein Mensch dem Auferstandenen, Jesus Christus, persönlich begegnet und von Ihm die Gnade Gottes empfängt.  Wer diese Erfahrung im Gebet macht, der empfängt auch Frieden:

Da wir nun durch den Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unsren Herrn Jesus Christus, durch welchen wir auch im Glauben Zutritt erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. (…) Gott aber beweist seine Liebe gegen uns damit, daß Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Wieviel mehr werden wir nun, nachdem wir durch sein Blut gerechtfertigt worden sind, durch ihn vor dem Zorngericht errettet werden! Denn, wenn wir, als wir noch Feinde waren, mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, wieviel mehr werden wir als Versöhnte gerettet werden durch sein Leben! Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unsren Herrn Jesus Christus, durch welchen wir nun die Versöhnung empfangen haben.“

(Römer 5, 1- 3; 8 – 11; SCHL’51)

Auf was setzen Sie Ihr Vertrauen? Auf “gute Werke“? Gottesdienstbesuche? Bloß nichts falsch machen? Das Einhalten von Geboten und Regeln? Oder setzten Sie Ihr Vertrauen auf den Erlöser Jesus Christus und sein vollkommenes Opfer?

„Denn mit einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet die geheiligt werden.“

(Hebräer 10, 14)

Das eine, vollkommene Opfer Jesu Christi vollendet jeden Gläubigen in Ewigkeit. In dieser Gewissheit kann der Gläubige ruhen. Er darf sein Vertrauen – wie der Apostel Petrus sagt – ganz auf die Gnade setzen (1. Petrus 1, 13) und in der Folge davon auch den Frieden Gottes genießen.

* “(…) und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind (…)“: Diese Aussage erscheint auf den ersten Blick schwer verständlich. Einige Kommentatoren haben vorgeschlagen, in den „sieben Geistern“ Engel zu sehen. Sie verweisen bei dieser Auslegung zum einen auf Hebräer 7, 14, wo Engel als „dienstbare Geister“ bezeichnet werden, dann auf Offenbarung 8, 2, wo von den sieben Engeln mit sieben Posaunen die Rede ist. Außerdem wird häufig auf eine jüdische Tradition verwiesen, nach der man davon ausging, dass sieben Engel um den Thron Gottes stünden. Ich halte die Gleichsetzung der „sieben Geister Gottes“ mit Engeln für nicht überzeugend. Wenige Sätze zuvor ist die Rede von einem Engel, durch den Johannes die Offenbarung überbracht wird. Warum sollte dann hier ohne eine zwingende Notwendigkeit ein anderer Begriff für Engel benutzt werden? Ich glaube, dass die Antwort in Jesaja 11, 2 liegt, wo uns der Heilige Geist in seiner siebenfachen Vollkommenheit vorgestellt wird: als Geist des Herrn, der Weisheit, des Verständnisses, des Rates, der Stärke, der Erkenntnis und der Furcht des Herrn. Wir können hier einen Vergleich zur „Frucht des Geistes“ ziehen, wie sie uns in Galater 5, 22 vorgestellt wird. Dort werden uns neun Facetten dieser einen Frucht gezeigt: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit. Diese Eigenschaften werden oft als „Früchte“ des Geistes bezeichnet. Aber der Begriff „Früchte“ ist falsch und entspringt einem oberflächlichen Umgang mit dem biblischen Text. Alle neun genannten Eigenschaften bilden die eine „Frucht des Geistes“. Zum besseren Verständnis ist von einigen Kommentatoren das Bild einer Orange gebraucht worden: Die Orangenfrucht besteht aus einer Anzahl Spalten, ist jedoch trotzdem nur eine Frucht. So gibt es auch nur eine Frucht des Geistes, diese hat jedoch neun Facetten. Es gibt nur einen Geist Gottes (Epheser 4, 4; vgl. 1. Korinther 12, 4), dessen siebenfache Vollkommenheit Jesaja 11, 2 beschreibt (vgl. auch: Offenbarung 3, 1; Offenbarung 4, 5; Offenbarung 5, 6) und auf die hier in Offenbarung 1, 4 Bezug genommen wird. Es ist der Geist Gottes in Seiner Vollkommenheit, der dem Gläubigen die Gewissheit seiner Erlösung und Annahme bei Gott schenkt:

“Dieser Geist gibt Zeugnis unsrem Geist, daß wir Gottes Kinder sind.“

(Römer 8, 16; SCHL’51)

Haben Sie die Gnade Gottes empfangen? Haben Sie Frieden mit Gott? Bezeugt der Geist Gottes Ihrem Geist, dass Sie ein Kind Gottes sind und in Ewigkeit nicht mehr verloren gehen? Haben Sie Heilsgewissheit und Heilssicherheit? Wenn Sie diese Fragen mit einem ‚Ja‘ beantworten können, dann dürfen Sie auch sicher sein, dass Sie der ewigen Gemeinschaft mit Gott entgegen gehen. Wenn Sie diese Fragen momentan noch mit einem ‚Nein‘ beantworten müssen, dann können Sie sich jetzt vertrauensvoll im Gebet an den Erlöser Jesus Christus wenden und Ihn um den Reichtum Seiner Gnade bitten, den Er denen verheißen hat, die Ihn darum bitten. Er wird Ihr Gebet nicht unbeantwortet lassen.

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