Gedächtnis der Liebe – Anmerkungen zu Lukas 22, 19 – 20

 

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Abendmahl * Foto: Ralf Dietermann / pixelio.de

 

Die Bibelworte für die Wortverkündigung am kommenden Sonntag stammen aus dem Lukasevangelium (zum Hintergrund des Lukasevangeliums siehe hier und hier) und zwar aus Lukas 22, 19 – 20:

“Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!“

(Lukas 22, 19 – 20; LUTH’84)


Zum Kontext von Lukas 22, 19 – 20

* Der Kontext von Lukas 22, 19 – 20: In den Kapiteln 2224 des Lukasevangeliums schildert der Evangelist das Leiden, die Kreuzigung und die Auferstehung Jesu Christi, sowie die damit zusammenhängenden Ereignisse: In Lukas 22, 1 – 6 lesen wir, wie die geistlichen Führer Israels die Verhaftung Jesu planen und wie Judas sich ihnen zur Verfügung stellt, um seinen Herrn zu verraten. In Lukas 22, 7 – 13 werden uns dann die Vorbereitungen der Jünger für das Passahfest geschildert. In Lukas 22, 14 – 38 berichtet der Evangelist von den Geschehnissen, die sich rund um das letzte Passahfest des Herrn und Seiner Jünger im Obersaal zugetragen haben: die bewegenden Worte des Herrn zu Beginn der Feier (Lukas 22, 15 – 16), Seine Worte über den Kelch (Lukas 22, 27 – 28) und die Einsetzung des Herrenmahles (Lukas 22, 19 – 20), die Ankündigung Jesu, dass Er verraten werde (Lukas 22, 21 – 23). Aus diesem Zusammenhang stammen auch die Bibelworte für den morgigen Sonntag. 

Anmerkungen zu Lukas 22, 19 – 20

* “Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.“ Lukas 22, 19 – Im Neuen Testament wird uns die Einsetzung des Herrenmahls durch vier Berichte überliefert: Matthäus 26, 26 – 29; Markus 14, 22 – 25; 1. Korintherbrief 11, 23 – 26 und in Lukas 22, 19 – 20, also in den von uns zu betrachtenden Versen. Jeder dieser Berichte hat einen unterschiedlichen Schwerpunkt.  Auf diese Weise ergänzen alle Berichte einander und ergeben für uns ein vollständiges Bild. Im Bericht des Evangelisten Lukas finden wir zwei wichtige Aussagen, auf die er seine Leser fokussieren möchte:

* * “Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.“ – Mein Leib …. zu meinem Gedächtnis. Der Herr Jesus Christus versah  Elemente des Passahmahls – Brot und Wein – mit einer neuen Bedeutung: In Zukunft würden sie Seinen Leib und Sein Blut versinnbildlichen. Die getrennte Nennung von Brot und Wein und ihre getrennte Austeilung an die Jünger hat eine tiefe Bedeutung: Nur auf diese Weise symbolisieren sie die den Opfertod Jesu am Kreuz, bei dem Er Sein Blut für uns vergoss. Indem der Gläubige beide Elemente in sich aufnimmt, wird die in geistlicher Weise bereits bestehende Lebensgemeinschaft mit dem Erlöser verdeutlicht.
Gleich mit diesem ersten Satz macht der Herr klar, dass Er der Mittelpunkt dieser Feier sein muss: “Mein Leib …. zu meinem Gedächtnis.“ Unser Augenmerk soll sich primär auf dem Herrn und Sein Opfer konzentrieren und erst dann auf die Segnungen, die uns dadurch zuteil werden. “ … zum meinem Gedächtnis“ ist ein Gebot unseres Herrn, nicht eine Möglichkeit unter vielen. Dies bestätigt auch der Apostel Paulus, wenn er schreibt:

“Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“

(1. Korinther 11, 23 – 26; LUTH’84)

Dass die dankbare und anbetende Erinnerung an den Herrn Jesus Christus selbst und an Sein stellvertretendes Sühnopfer im Mittelpunkt dieser Feier stehen müssen, sollte jedem Gläubigen verständlich sein: Nur durch Sein in unendlicher Liebe gebrachtes Opfer können uns all jene Segnungen zuteil werden, die wir in unserem Glaubensleben empfangen. Er ist die Quelle, der einzige Ausgangspunkt unserer Erlösung. Wo Gläubige sich in erster Linie auf die Segnungen Gottes konzentrieren, da gleichen sie Kindern unter dem Weihnachtsbaum, die angesichts der Geschenke die Liebe ihrer Eltern vergessen. Wahre Dankbarkeit entsteht aber erst dann, wenn wir uns auf die Quelle unserer Segnungen besinnen. Wenn wir uns bei diesem Mahl Zeit nehmen, um über die Person unseres Erlösers und Sein Werk nachzudenken, dann kann das nur dazu führen, dass Er in unseren Herzen immer größer wird und wir im Anschauen Seiner Person in Sein Bild verwandelt werden (2. Korinther 3, 18; Römer 8, 29).

* * “Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.“ – “… für euch gegeben …“ – Während die Berichte der Evangelisten Matthäus und Markus die grundsätzliche Bedeutung des Opfers Jesu betonen (“für viele“ im Sinne von “alle, die an Jesus Christus glauben“, vgl. Matthäus 26, 28; Markus 14, 24; Johannes 3, 16) betont der Evangelist Lukas (und auch der Apostel Paulus) den individuellen Aspekt: “… für euch gegeben …“ Ich habe bereits im Zusammenhang mit der Berufung der Jünger Jesu darauf hingewiesen, wie sie uns in Markus 1, 16 – 18 berichtet wird:

“Als er aber am Galiläischen Meer entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, wie sie ihre Netze ins Meer warfen; denn sie waren Fischer. Und Jesus sprach zu ihnen: Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen! Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach.“

Es ist hier sehr bemerkenswert, dass Markus betont, dass der Herr diese Jünger ”sah”. Wenn die Heilige Schrift uns sagt, dass Gott etwas sieht oder sah, macht sie damit die besondere Aufmerksamkeit, die Gott dem betrachteten Gegenstand widmet, deutlich (vgl. 1. Mose 1, 4). Auf jeden, den der Herr Jesus Christus in Seine Nachfolge ruft, hat Er zuerst Seine Augen gerichtet. Das galt bei diesen Jüngern zu Beginn Seines Dienstes und das gilt auch heute noch. Genauso gilt auch heute jedem Menschen, der zum Glauben an den Herrn Jesus Christus findet und in Seine Nachfolge tritt, Seine Zusage, dass Er Sein Leben – Seinen Leib und Sein Blut – für ihn bzw. sie gegeben hat. Wir dürfen dieses “… für euch gegeben …“ darum auch ganz bewusst dankbar auf uns persönlich anwenden. 

* Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!“ – Lukas 22, 20 – Wie ich bereits an anderer Stelle aufgezeigt habe (Klick!) gilt der neue Bund Gottes Seinem Volk Israel. Als Christen sind wir keine “Bundesgenossen“, sondern Kinder Gottes und als solche dürfen wir an den Segnungen dieses Bundes heute schon teilhaben, auch wenn dieser nicht mit uns geschlossen wurde. Wenn wir nun hier die Worte des Herrn lesen : “Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut ….“, dann sollten wir daran denken, zu wem der Herr hier sprach. Es waren Seine ersten 12 Jünger und sie alle stammten aus dem Volk  Israel. Auf diese Weise bildeten sie nicht nur die Keimzelle der Gläubigen des Gnadenzeitalters, also der Versammlung (= Gemeinde/Kirche), sondern auch gleichzeitig die Keimzelle jenes “Überrestes aus Israel“, der zum Glauben an Jesus Christus als den von Gott gesandten Messias findet und mit dem dieser Bund geschlossen wird.

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