Glückselig die Trauernden – Anmerkungen zu Matthäus 5, 4

Berg der Seligpreisungen BW 16

Blick vom berg der Seligpreisungen zum See Genezareth * Foto: By Berthold Werner (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Auch für die Wortverkündigung am kommenden Sonntag ist ein Vers aus dem 5. Kapitel des Matthäusevangelium (zum Hintergrund des Matthäusevangeliums siehe: Klick!) zur Betrachtung vorgesehen:

Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.“

(Matthäus 5, 4; LUTH’84)


Zum Hintergrund der so genannten “Seligpreisungen“ etc.

In meinen Ausführungen zu Matthäus 5, 3 (“Glückselig die geistlich Armen – Anmerkungen zu Matthäus 5, 3″) habe ich auf wichtige Hintergründe und Zusammenhänge verwiesen, die wir bei der Beschäftigung mit den Seligpreisungen unbedingt beachten sollten (Zum Hintergrund der so genannten Seligpreisungen; Zum Begriff „Himmelreich“; Unterscheidung: Das Reich Gottes und die Versammlung (= Gemeinde / Kirche); Einige Hinweise zu den “Seligpreisungen“). Ich möchte diese Ausführungen hier nicht noch einmal wiederholen, bitte jedoch die Leser, denen diese Hintergründe und Zusammenhänge nicht (mehr) bekannt sind, dort noch einmal nachzulesen: Klick!

Matthäus 5, 4 – Glückselig die geistlich Armen

* Leidende oder Trauernde? – Im Gegensatz zur Lutherübersetzung von 1984 wird Matthäus 5, 4 in genaueren Bibelübersetzungen (Revidierte Elberfelder Übersetzung, Schlachter-Übersetzung 2000 u.a.) so wiedergegeben:

“Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.“

Das im griechischen Text gebrauchte Wort “πενθέω“ (“pentheo“) bezeichnet das Gefühl oder den Akt des Trauerns. In diesem Sinn wird dieses Wort an sechs weiteren Stellen im Neuen Testament gebraucht (Markus 16, 10; 1. Korinther 5, 2; 2. Korinther 12, 21;  Jakobus 4, 9; Offenbarung 18, 11;  Offenbarung 18, 15; Offenbarung 18, 19).  Es geht also nicht um eine allgemeine Art des Leidens, sondern um eine ganz spezifische.

* Wie ich bereits in meinen Ausführungen zu Matthäus 5, 3 (s.o.) sagte, müssen wir die in den ”Seligpreisungen” charakterisierten Personen nicht als ”Anwärter” auf das Reich Gottes verstehen, sondern als solche, die bereits die Gnade Gottes und damit auch die Teilhabe am Reich Gottes empfangen haben. Die Trauer, die diese Menschen tragen, steht darum auch in Verbindung mit dem Reich Gottes. Aus dem Zusammenhang geht hervor, dass diese Menschen trauern, weil sie sich ihres geistlichen Zustandes bewusst sind. Bereits im Alten Testament wird geistliche Armut als Folge von Sünde betrachtet (Esra 10, 6; Psalm 51, 4; Psalm 119, 136; Hesekiel 9, 4; Daniel 9, 19 – 20). Dies hatten jene Juden erkannt, die auf die Verkündigung Johannes des Täufer reagierten, ihre Sünden bekannten und sich von ihm taufen ließen:

“Und es ging zu ihm hinaus das ganze jüdische Land und alle Bewohner von Jerusalem, und sie wurden im Jordan von ihm getauft, wenn sie ihre Sünden bekannten. „

(Markus 1, 5)

“Und alles Volk, das ihn hörte, und die Zöllner gaben Gott recht, indem sie sich taufen ließen mit der Taufe des Johannes; die Pharisäer aber und die Schriftgelehrten verwarfen den Rat Gottes, sich selbst zum Schaden, und ließen sich nicht von ihm taufen.“

(Lukas 7, 29 – 30)

Es ist die persönliche Trauer über die Sünde, auf die der Herr Jesus in dieser Seligpreisung Bezug nimmt. Indem der Herr den so Trauernden verheißt, dass sie getröstet werden sollen, greift Er die alttestamentarische Verheißung auf, die den Messias als Tröster Seines Volkes ankündigt (vgl. Jesaja 40, 1; Jesaja 66, 1 – 3 +  13). Jegliche Trauer über persönliche oder nationale Sünde wird ein Ende haben, wenn Gott Sein Reich aufrichten und die Menschen, die ihre Sünde bereut haben, in dieses Reich eingehen werden.

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