„Bereitet dem Herrn den Weg“ – Anmerkungen zu Jesaja 40, 3


Waisenhausapotheke Adler

Schmuck der Waisenhausapotheke in Halle (Saale): Zwei Adler, die den Bibelvers Jesaja 40,31 „Aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden“ illustrieren. Foto by Concord (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

Anmerkungen zu Jesaja 40, 3

Am morgigen Sonntag soll ein Bibelwort betrachtet werden, das aus dem 40. Kapitel des Buches Jesaja (zum Hintergrund des Propheten Jesaja: Klick!) stammt:

Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott!“

(Jesaja 40, 3; LUTH’84)

Einige Gedanken zum Hintergrund von Jesaja 40

Mit dem 40. Kapitel beginnt der zweite, große Teil des Buches Jesaja. Der Schwerpunkt des ersten Teils dieses Buches (Kapitel 139) liegt auf dem Gericht Gottes. Ab dem 40. Kapitel dominieren dann die beiden Themen Befreiung und Wiederherstellung Israels das Buch. Jesaja schrieb diese Prophetien ca. 150 Jahre vor dem babylonischen Exil des Volkes Israel nieder. Als das Geweissagte dann  eintraf, hätten die Israeliten zwei Schlussfolgerungen ziehen können: 1) Ihre (teilweise sehr schweren) Lebensumstände waren Gott nicht unbekannt, Er wusste lange zuvor darum und 2)  Gottes Herz schlug so sehr für Sein Volk, dass Er schon lange zuvor damit begonnen hatte, sie mit den festen Zusagen ihrer Rückkehr in das Land und ihrer Wiederherstellung als Sein Volk zu ermutigen.
In den Kapitel 4048 geht Gott außerdem auf zwei Fragen ein, die Sein Volk in der Situation des Exils besonders beschäftigen mussten: 1) War Gott in der Lage, Sein Volk aus dem Exil zu befreien und 2) wollte Gott Sein Volk überhaupt aus dem Exil in Babylon befreien? Die Antworten, die Gott Seinem Volk durch den Propheten auf diese Fragen gibt, sind eindeutig: Gott würde Sein Volk befreien, weil Er allmächtig ist und weil dieses Volk in einer besonderen Beziehung zu Ihm stand (Kapitel 40). Er versprach ferner, dass er Israel inmitten der heidnischen Nationen bewahren würde (Kapitel 41). Obwohl sich das Volk seiner göttlichen Berufung als unwürdig erwiesen hatte und in Sünde gefallen war (Kapitel 42), versprach Gott, dass Er sich ihrer erbarmen würde. Aus diesem Grund gab Er  ihnen die Verheißung, dass Er sie in ihr Land zurückbringen würde (Jesaja 4344). Angesichts der Tatsache, dass Er der einzig wahre Gott ist (Jesaja 44, 645, 25), sollten die Israeliten keinen Zweifel daran haben, dass es in Seiner Macht stand, auch die Weltmacht Babylon in die Knie zu zwingen und Sein Volk in die Freiheit zu führen (Jesaja 4647). In Erwartung der Erfüllung dieser Verheißungen werden die Israeliten ermahnt, ein Leben in der Furcht Gottes zu führen und, wenn der Zeitpunkt Gottes gekommen wäre, aus Babylon zu fliehen (Jesaja 48).

Vergebung der Sünde und neue Verheißung

Sünde ist die größte Barriere, die sich immer wieder zwischen den Menschen und Gott stellt. Sie belastet nicht nur die Beziehung zu Gott, sondern verhindert oft auch, dass wir dem Wort Gottes Glauben schenken können. Israel war sich seiner Sünde und des Abfalls von dem lebendigen Gott bewusst. Das Volk wusste, dass das Exil in Babylon die gerechte Strafe Gottes dafür war. Darum zweifelten die Israeliten daran, dass Gott sie wirklich in ihr Land zurückbringen wollte. Für ein solches Eingreifen Gottes hatten sie einfach zuviel gesündigt! – Gott tritt diesem Denken in den ersten Versen des 40. Kapitels im Buch Jesaja entgegen:

“Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat doppelte Strafe empfangen von der Hand des HERRN für alle ihre Sünden.“

(Jesaja 40, 1 – 2; LUTH’84)

Gott hatte das bußfertige Herz des Volkes gesehen und verkündigte ihm nun die Vergebung. Mehr noch, Er fordert Seine Knechte auf, Sein Volk zu trösten. Die zweimalige Aufforderung zeigt, wie sehr sich das Herz Gottes danach sehnt, dass dies auch wirklich geschieht. Gott will Sein Volk in der schwierigen Situation, in der es ist, trösten, ermutigen, auferbauen, stärken. Angesichts der gegenwärtigen Schwierigkeiten in Babylon und angesichts der beiden schwierigen Schritte, die vor den Israeliten lagen (der Rückkehr nach Israel und dem Wiederaufbau des Landes), wollte Gott Seinem Volk deutlich machen, dass es Sein Plan für sie war, dass sie den Tod und die Sklaverei hinter sich lassen würden, um Leben und Freiheit zu empfangen.  Nach diesen Worten der Vergebung und des Trostes, waren die Israeliten dann auch wieder fähig, Gottes neuer Verheißung zu vertrauen:

“Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat’s geredet. Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk! Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich. Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht!  Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott; siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her. Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen.“

(Jesaja 40, 3 – 11; LUTH’84)

Eine doppelte Verheißung …

Mit Vers 3 beginnt Gott Seinem Volk zu erklären, warum Er einem in Sünde gefallenen Volk Trost und Hoffnung zusprechen konnte: Er selbst würde in die Geschichte Seines Volkes eingreifen.
Viele Kommentatoren verweisen darauf, dass es im Altertum Sitte war, bei besonderen Anlässen neue Straßen zu bauen, auf denen dann Könige oder Herrscher in einer Prozession in eine Stadt oder zu einem besonderen Platz geleitet wurden. Die Wüste, von der Jesaja hier spricht, ist das Babylonische Exil, in dem die Israeliten mit allen damit verbundenen Entbehrungen und Schwierigkeiten leben mussten. Indem Gott diesen Zustand als “Wüste“ bezeichnet, erinnert Er Sein Volk an die Zeit der Wüstenwanderung. Auch damals war das Volk zahlreichen Entbehrungen und Schwierigkeiten ausgesetzt, aber genau in dieser Situation erlebte es Gottes besonderes Eingreifen. Indem Gott die Israeliten auffordert, sich für Sein Eingreifen bereit  zu machen 
(“In der Wüste bereitet dem Herrn einen Weg!“), zeigt Er, wie ernst es Ihm mit Seiner Ankündigung ist.
Aus Vers 5 (“(…) denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat’s geredet“) wird deutlich, dass wir es hier mit einer Prophetie zu tun haben, die weit über die Verheißung der Befreiung und der Rückführung des jüdischen Volkes hinaus geht. Denn hier kündigt Gott die Sendung des Messias, des Erlösers, an. Sein Kommen würde die Befreiung des Menschen aus der Knechtschaft der Sünde möglich machen. In genau dieser Weise verstanden die Evangelisten den Dienst Johannes des Täufers, der sich selbst als eine “Stimme, die da ruft in der Wüste“ bezeichnete (Johannes 1, 23), und das Kommen Jesu Christi (vgl. Matthäus 3, 3; Markus 1, 3; Lukas 3, 4; Johannes 3, 30).

… und ihre Erfüllung

Mit dem Jahr 539 v. Chr. läutete Gott das Ende der babylonischen Gefangenschaft Seines Volkes ein. Der medo-persische König Kyros II., auch als Kyros der Große bekannt, eroberte Babylon und setzte damit der Herrschaft der Naboniden ein Ende. In der Folge dieses Machtwechsels gab Kyros der Große den von Nebukadnezar deportierten Völkern die Möglichkeit, in ihr Heimatland zurück zu kehren. Auf dem so genannten ”Kyros-Zylinder” lässt der medo-persische Herrscher mitteilen:

”Die (jenseits des Tigris) wohnenden Götter brachte ich zurück. Alle ihre Leute versammelte ich und brachte sie zurück zu ihren Wohnorten.”²

Die Juden, die im babylonischen Exil lebten, durften ebenfalls nach Israel zurückkehren (siehe: Esra 1, 1 – 8; Esra 3, 7; Esra 4, 3 – 5; Esra 5, 13 – 17, Esra 6, 13 + 14; vgl.: Jesaja 44, 28; Jesaja 45, 1 + 13; Daniel 1, 21; Daniel 6, 28; Daniel 10, 1). Auch der Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem wurde von Kyros dem Großen gestattet. So stand der Wiederaufnahme des Gottesdienstes und damit auch der gelebten Berufung Israels nichts mehr im Wege.

Genau so, wie Gott die Verheißung bzgl. Rückkehr und Wiederherstellung Israels erfüllte, erfüllte Er mit dem ersten Kommen Jesu auch die Verheißung, dass Er einen Erlöser für alle Menschen senden würde. In Matthäus 3, 3 wird die Verheißung aus Jesaja 40, 3 direkt auf Johannes den Täufer und seinen Dienst angewendet:

“Denn dieser ist’s, von dem der Prophet Jesaja gesprochen und gesagt hat (Jesaja 40,3): »Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg und macht eben seine Steige!«“

Wir haben es hier mit dem “Gesetz der doppelten Erfüllung“¹ zu tun, das uns im Zusammenhang mit prophetischen Verheißungen immer wieder begegnet: Eine prophetische Verheißung beschäftigt sich mit zwei, zeitlich weit auseinander  liegenden Ereignissen. Während in Jesaja 40, 3 das Volk Israel aufgefordert wird, sich auf die Befreiung aus der Gefangenschaft durch Gott vorzubereiten, enthält diese Prophetie auch die Aufforderung an das Volk Israel, sich auf das Kommen des Messias, des Erlösers, vorzubereiten.
Die Israeliten, die in der babylonischen Gefangenschaft auf die prophetische Botschaft Jesajas hörten und das Eingreifen Gottes glaubend erwarteten, konnten dieses dann auch erleben, als die Zeit dazu gekommen war. Ebenso war (und ist) es mit den Menschen, die sich mit einem bußfertigen Herzen an den Erlöser wenden – sie empfangen – wie von Ihm verheißen – Vergebung und ewiges Leben (Apostelgeschichte 2, 38; Apostelgeschichte 3, 19; 1. Johannesbrief 1, 7 – 9; Apostelgeschichte 17, 30 – 31; Epheser 1, 7; Epheser 2, 7; Hebräer 10, 14 u.a.m). 

Eine dritte Verheißung und ihre Erfüllung

Wie D. J. Pentecost erläutert, benutzt Gott die Verbindung von zwei zeitlich weit auseinanderliegenden Prophetien in einer prophetischen Aussage, um auf diese Weise “einen Blick in  die nahe und ferne Zukunft zu ermöglichen, (und) um mit dem Eintritt des ersten Ereignisses die Gewähr für die Erfüllung des zweiten zu geben“¹.
Viele Kommentatoren vertreten die Meinung, dass uns in Jesaja 40, 1 – 11 nicht nur das erste Kommen, sondern – insbesondere in den Versen 9 – 10 – auch das zweite Kommen des Messias und seine tausendjährige Friedensherrschaft auf dieser Erde angekündigt wird.
Als Christen wissen wir, dass sich dieses zweite Kommen Christi in zwei zeitlich voneinander zu unterscheidenden Phasen ereignen wird und zwar 1) in dem Kommen des Herrn Jesus Christus zur Entrückung Seiner Versammlung (= Gemeinde/Kirche, vgl. Johannes 14, 1 – 3; 1. Thessalonicher 4, 16 – 18; Offenbarung 3, 1; 1. Thessalonicher 1, 10 u.a.m) am “Tag Christi“  und  2) der Wiederkunft Christi zum Gericht über die Völker und zur Aufrichtung Seines Friedensreiches (Matthäus 2425; 1. Thessalonicher 5, 1 – 5 u.a.m). Diese zweite Phase des zweiten Kommens Christi wird in der Heiligen Schrift immer im Zusammenhang mit dem “Tag des Herrn“ genannt.
Während uns die Heilige Schrift im Zusammenhang mit dem Kommen Christi zum Gericht über die Nationen und zur Aufrichtung Seines Reiches eine Vielzahl von prophetischen Zeichen gibt (insbesondere in Matthäus 24, 1 – 31; Lukas 17, 20 – 37; Lukas 21, 7 – 31), werden uns im Zusammenhang mit dem Kommen Christi zur Entrückung der  Gläubigen keine Zeichen genannt. Das bedeutet, dass wir dieses Ereignis jederzeit erwarten dürfen. Allerdings können wir aus Offenbarung 19, 6 – 9 entnehmen, dass die an Jesus Christus Gläubigen sich – wie die Israeliten in Babylon – auf dieses Ereignis vorbereiten sollen: “Seine Braut hat sich bereit gemacht (…)“. Über die Art und Weise der Vorbereitung existieren viele Theorien, von denen etliche keinen wirklichen Rückhalt in der Heiligen Schrift haben. Für die Entrückung der Gläubigen finden wir in der Person des Henoch ein prophetisches Vorbild. Von ihm sagt uns der Hebräerbrief:

Durch Glauben ward Henoch entrückt, damit er den Tod nicht sehen sollte, und er wurde nicht gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor der Entrückung hat er das Zeugnis gehabt, daß er Gott wohlgefallen habe.“

(Hebräer 11, 5; ELB’05)

“Durch Glauben“. Glaube war die grundlegende und entscheidende Voraussetzung für Henochs Entrückung. Glaube an Gottes Wort und Verheißung – das war die grundlegende und entscheidende Voraussetzung für die Israeliten, während sie ihre Befreiung aus Babylon erwarteten. Glaube – an Gottes Verheißung, dass der Messias gekommen ist und Vollmacht hat, Sünden zu vergeben – das ist seit dem ersten Kommen Jesu die grundlegende und entscheidende Voraussetzung für jeden Menschen, der in eine Beziehung zu Gott treten möchte. Glaube an Gottes Wort und Verheißung – das ist auch die grundlegende und entscheidende Voraussetzung für jeden Gläubigen, der das Kommen Christi für Seine Versammlung (= Gemeinde/Kirche) erwartet.
Dass diese Art des Glaubens nach der Lehre des Neuen Testaments immer mit Buße einhergeht und – aus der Kraft des neuen, von Gott empfangenen Lebens – Werke des Glaubens hervorbringen wird, muss hier nicht besonders erwähnt werden.
Wer sich in dieser Weise auf das Kommen Seines Herrn vorbereitet und bei Seiner Ankunft noch am Leben ist, der darf sicher sein, dass er – wie Henoch – nicht verworfen, sondern “den Tod nicht sehen wird“.
Dass die Erwartung dieser kommenden Ereignisse für Christen kein “Warten auf den Sankt Nimmerleinstag“ und darum auch unser Glaube nicht vergeblich sein wird, wird deutlich, wenn wir uns die überwältigende Anzahl der bereits erfüllten, biblischen Prophetien anschauen. So, wie Gott diese Verheißungen erfüllt hat, so wird Er auch die von Ihm angekündigten und noch ausstehenden Ereignisse Realität werden lassen. Darauf dürfen wir völlig vertrauen,

“Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm (Jesus Christus, JNj.) das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe.“

(2. Korinther 1, 20; SCHL’51)

“So sollten wir durch zwei  Zusagen, die nicht wanken – denn es ist unmöglich, dass Gott lügt -, einen starken Trost haben, die wir unsre Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung.“

(Hebräer 6, 18; SCHL’51)

Fußnoten:

¹= vgl. dazu: Dr.  D. J. Pentecost in “Bibel und Zukunft“, CV Dillenburg 1993, Kapitel 4, Seite 70: „Das Gesetz des doppelten Bezugs – Es gibt bei der Auslegung der prophetischen Schriften nur wenige Gesetze, die wichtiger sind als das Gesetz des doppelten Bezugs. Diese Regel besagt, dass zwei Ereignisse in einer Prophezeiung  erwähnt werden können, obwohl sie, was die Zeit ihrer Erfüllung anbelangt, weit auseinander liegen. Diese zweifache Bedeutung findet sich dann, wenn der Prophet eine Botschaft sowohl für die damalige als auch für eine zukünftige Zeit verkündete. Indem er zwei weit auseinanderliegende Ereignisse in einer Prophezeiung erwähnte, konnte er zwei unterschiedliche Empfängergruppen mit einer Prophezeiung erreichen. Dazu Horne: ‚Prophezeiungen haben oft eine doppelte Bedeutung und beziehen sich auf verschiedene Ereignisse, von denen z.B. das eine in der nahen und das andere in der fernen Zukunft liegt bzw. das eine weltlich und das andere geistlich oder ewig ist. Die Propheten haben somit unterschiedliche Ereignisse vor Augen, wobei ihre Formulierungen teilweise auf das eine und zum Teil auf das andere anwendbar sind. Oft ist es nicht leicht, hier richtig zu unterscheiden. Was nicht durch das erste Ereignis erfüllt wurde, muß auf das zweite bezogen werden. Was bereits in Erfüllung gegangen ist, kann man als kennzeichnend für das ansehen, was noch nicht geschehen ist.‘ (Thomas Hartwell Horne, Introduction to the Critical Study and Knowledge of the Holy Scriptures, New York: Robert Carter and Brothers, 1859, Vol. I, S. 390) Es war die Absicht Gottes, einen Blick in  die nahe und ferne Zukunft zu ermöglichen, um mit dem Eintritt des ersten Ereignisses die Gewähr für die Erfüllung des zweiten zu geben.  Dies hebt Girdlestone hervor, wenn er sagt ‚Und doch wurde noch eine weitere Vorkehrung getroffen, um die Menschen in ihrem Glauben an die Aussprüche, die sich auf die ferne Zukunft bezogen, zu bestärken.  Oft war es so, daß ein Prophet, der über solche künftigen Dinge zu weissagen hatte, zugleich den Auftrag bekam, Ereignisse vorherzusagen, die in Kürze geschehen würden. Das Eintreten dieser Vorhersagen erlaubte es dann den Menschen, auch an die Aussprüche zu glauben, die sich auf die ferne Zukunft bezogen. Die erste Prophezeiung war praktisch ein “Zeichen“ für die zweite; wenn sich die eine bewahrheitete, war auch die andere vertrauenswürdig. So half die Geburt Isaaks, die aufgrund der Umstände äußerst unwahrscheinlich war, Abraham zu glauben, daß in seinem Namen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden sollen.‘ (R. B. Girdlestone, The Grammar of Prophecy, London: Eyre and Spottiswoode, 1901, Seite 21).“ – Zur Diskussion der doppelten Erfüllung bzw. des doppelten Bezugs biblischer Prophetien siehe auch:  Dr. David Jeremiah: “The Principle of double fulfillment in interpreting prophecy“ in: Grace Jounal, Grace Theological Seminary, Winona Lake, IN, Spring 1972, Seite 13 – 29

 ²= zitiert nach:  http://de.wikipedia.org/wiki/Kyros-Zylinder#Der_Erlass 

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