Gottes Einladung annehmen – Anmerkungen zu Matthäus 22, 2 – 3

Gottes Einladung annehmen – Anmerkungen zu Matthäus 22, 2 – 3

Die Bibelverse, das der Wortverkündigung am Mittwoch bzw. Donnerstag dieser Woche zugrunde liegen sollen, stammen aus einem der bekanntesten Gleichnisse im Matthäusevangelium (zum Hintergrund des Matthäusevangeliums siehe: Klick!). Zum richtigen Verständnis ist es wichtig, dass wir das gesamte Gleichnis betrachten:

Und Jesus fing an und redete abermals in Gleichnissen zu ihnen und sprach: Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. Und er sandte seine Knechte aus, die Gäste zur Hochzeit zu laden; doch sie wollten nicht kommen. Abermals sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit! Aber sie verachteten das und gingen weg, einer auf seinen Acker, der andere an sein Geschäft. Einige aber ergriffen seine Knechte, verhöhnten und töteten sie. Da wurde der König zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren’s nicht wert. Darum geht hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein, wen ihr findet. Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, sich die Gäste anzusehen, und sah da einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Gewand an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm die Hände und Füße und werft ihn in die Finsternis hinaus! Da wird Heulen und Zähneklappern sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.

(Matthäus 22, 1 – 14)

 

Zu den Besonderheiten bei Gleichnissen

Die Auslegung der Gleichnisse stellt den Verkündiger vor besondere Herausforderungen. Es ist hier nicht Zeit und Raum, um die Auslegung  von Gleichnissen ausführlich zu besprechen. Einige grundlegende Hinweise sollen jedoch zum Verständnis, was ein Gleichnis überhaupt ist und welche Besonderheiten bei der Auslegung von Gleichnissen zu beachten sind, beitragen:

Kurzgefasst können wir sagen, dass in einem Gleichnis ein natürlicher, irdischer Vorgang beschrieben und dann mit einer geistlichen Wahrheit verglichen wird. Denken wir zum Beispiel an das Gleichnis vom “vierfachen Ackerfeld“ (Markus 4, 1 – 20). Darin beschreibt der Herr Jesus Christus einen Sämann, der guten Samen sät. Dieser Same fällt auf vier unterschiedliche Arten von Ackerboden. Anschließend erläutert der Herr Seinen Jüngern dieses Gleichnis: Er Selbst ist der Säman, der den guten Samen, das Wort Gottes, aussät. Bei einigen Menschen fällt der Same des Wortes Gottes auf “guten Boden“, sie nehmen das Wort Gottes glaubend an und werden errettet. Auch andere Menschen sind in gewisser Weise am Wort Gottes interessiert. Aber sie lassen ihr Leben dann doch von anderen Dingen bestimmen. Der Glaube an Gott und Sein Wort hat in ihrem Leben keine Priorität und so kommt es, dass ihr Interesse bald schwindet. Als Folge davon kann der gute Same des Wortes Gottes in ihrem Leben keine Wurzeln schlagen, geschweigedenn sich entfalten oder gar zu einer starken Pflanze ausreifen.
Alle Dinge, die der Herr in diesem Gleichnis erwähnt – der Säman, der gute Same, die vier verschiedenen Arten des Ackerfeldes – waren Seinen Zuhörern aus ihrem täglichen Leben bekannt. Darum konnten sie auch die geistliche Wahrheit, mit der der Herr dieses Geschehen verglich, nachvollziehen. Während Märchen und/oder Fabeln ausgedachte Geschichten benutzen, um den Zuhörern oder Lesern eine moralische Belehrung zu erteilen und zur Illustration derselben auch unnatürliche Verhaltensweisen oder Geschehnisse einsetzen, bezieht sich ein Gleichnis immer auf einen realen, irdischen Vorgang, durch den eine ebenso reale, geistliche Wahrheit zum Ausdruck gebracht wird. Aus diesem Grund sind Kenntnisse über die Lebenwelt der Menschen in der Zeit des Neuen Testaments, d.h. der ersten Adressaten dieser Gleichnisse, eine gute Hilfe bei ihrem Verständnis¹.

Bei der Auslegung eines Gleichnisses gelten dieselben Grundsätze, die auch bei der Auslegung anderer Stellen der Heiligen Schrift zu beachten sind:

Niemals dürfen wir eine einzelne Lehre ausschließlich auf ein Gleichnis allein gründen. Alle Lehren, die wir – ausgehend von einem Gleichnis – weitergeben, müssen sich auch durch andere Stellen der Heiligen Schrift belegen lassen. Der in Matthäus 18, 16 und 2. Korinther 13, 1 verankerte Grundsatz gilt auch hier.

Ferner ist zu beachten, dass jedes Gleichnis eine Grundaussage vermittelt. Diese gilt es zu erkennen. Nicht die menschliche Phantasie, die gern in jedem Detail eines Gleichnisses eine Bedeutung sehen möchte, ist der Maßstab der  Auslegung, sondern das Wort Gottes. Nur aus der Heilige Schrift selbst dürfen wir die in den Gleichnissen benutzen Symbole erklären. Beachten wir diesen Grundsatz nicht, dann öffnen wir damit allen möglichen falschen Lehren die Tür. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die ist die Aussage, dass uns das “Gleichnis  vom Sauerteig“ lehren würde, dass Christen mit dem Evangelium die ganze Welt “durchsäuern“ sollten. Hier haben wir es eindeutig mit einer “Auslegung“ zu tun, die auf rein menschlichen Gedankenschlüssen und nicht auf den Aussagen des ganzen Wortes Gottes beruht. Denn das Neue Testament lehrt in allen Stellen, in denen es Sauerteig erwähnt, eindeutig, dass Sauerteig ein Symbol des Bösen ist, von dem wir uns fern zu halten haben. Dementsprechend kann Sauerteig in dem erwähnten Gleichnis keinen positiven Charakter haben (vgl. den Artikel “Guter Sauerteig?“: Klick!) Andere haben das Gleichnis von den zehn Jungfrauen dahin gehend gedeutet, dass es sich bei allen Jungfrauen um Christen handeln würde. Von denen, die nicht “bereit“ waren, wurde gesagt, dass sie nicht über genügend “gute Werke“ verfügt hätten. Es mag sein, dass alle 10 Jungfrauen Christus durch ihr “Hinausgehen zu Ihm“ bekannten. Aber, abgesehen von der klaren Aussage der Heiligen Schrift, dass “gute Werke“ nicht über unsere Erlösung entscheiden (Römer 3, 20 – 24; Epheser 2, 8 u.v.a.m.), macht die Tatsache, dass bei fünf der Jungfrauen das Öl, welches den Heiligen Geist symbolisiert (vgl. 1. Johannes 2, 20 – 27; 2. Korinther 1, 21 – 22; Apostelgeschichte 10, 38), fehlt, deutlich, dass diese Jungfrauen gar keine wahren Gläubigen darstellen können. Denn gemäß Römer 8, 9 kann kein Mensch ohne den Besitz des Heiligen Geistes zu Christus gehören, also Christ sein. Die Kernaussage des Gleichnisses ist, dass es Torheit ist, dem wiederkommenden Herrn begegnen und von Ihm angenommen werden zu wollen, ohne von neuem geboren (Johannes 3, 1 – 6) und dadurch im Besitz Seines Geistes zu sein. Diese wenigen Beispiele sollen genügen, um uns neu dafür zu sensibilisieren, dass wir bei der Auslegung von Gleichnissen mit großer Sorgfalt vorgehen sollten.


Zur Bedeutung des Begriffs “Himmelreich“

Es ist wichtig, dass wir den Begriff “Reich der Himmel“ nicht falsch verstehen. Luthers Übersetzung der griechischen Bezeichnung (“της βασιλειας των ουρανων“ / “tes basileias ton ouranon“) hat leider der falschen Vorstellung Vorschub geleistet, dieses Reich würde sich “im Himmel“ bzw. “in den Himmeln“ befinden. Doch der Begriff besagt nicht, dass es sich dabei um ein “Reich im Himmel/in den Himmeln“ handelt, sondern, dass dieses Reich vom Himmel aus regiert wird. Wir finden diesen Begriff bereits im Alten Testament: In Daniel 7 lesen wir von dem Kommen des Sohnes des Menschen und dem weltweiten Reich, das Er empfangen wird (Daniel 7, 13 – 14). Doch bereits in Daniel 2, 44 ist die Rede davon, dass “der Gott des Himmels“ diese Reich regieren wird. In Daniel 4, 26 wird sogar explizit gesagt, dass “die Himmel herrschen“, womit natürlich nichts anderes gemeint ist, als das die Herrschaft über dieses Reich von Gott im Himmel ausgehen wird. Das Reich selbst aber wird auf der (dann erneuerten) Erde aufgerichtet werden (vgl. Daniel 2, 34 – 35 & 44 – 45 [man beachte, dass der “Stein“ aus dem Himmel herabkommt und zwar “ohne Zutun von Menschenhänden“ {!}]; Offenbarung 20, 1 – 6).
Als Matthäus sein Evangelium schrieb, hatte er dabei insbesondere Juden als Leserschaft im Blick (zur Zielgruppe des Matthäusevangeliums siehe: Klick!). Diese vermieden es, den Namen Gottes  auszusprechen, weil sie nicht gegen das 3. Gebot (das sich gegen den Missbrauch des Namens Gottes richtet) verstoßen wollten. Aus diesem Grund benutzt Matthäus ebenfalls weder den Namen Gottes noch den Begriff “Gott“, sondern das im Judentum (insbesondere dem Buch des Propheten Daniel) bekannte Synonym “Himmel“. So meinen also die Evangelisten, wenn sie vom “Reich Gottes“ (Markus, Lukas, Johannes) bzw. dem “Himmelreich“ / “Reich der Himmel“ (Matthäus) sprechen, ein und dasselbe Reich.
Desweiteren ist es wichtig, dass wir das “Reich der Himmel“ bzw. “Reich Gottes“ nicht mit der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) gleichsetzen. Diese beiden Bereiche des Handelns Gottes gilt es zu unterscheiden, weil die Heilige Schrift sie deutlich voneinander abgrenzt. Die zehn auffälligsten Unterscheidungsmerkmale seien hier noch einmal genannt:

1) Die Gläubigen, die zur Versammlung (= Gemeinde/Kirche) gehören, wurden in Christus vor Grundlegung der Welt auserwählt (vgl. Epheser 1, 4), wohingegen das Reich von (oder: seit) Grundlegung der Welt an bereitet wurde (vgl. Matthäus 25, 34).

2) Die Versammlung (= Gemeinde/Kirche) entstand am Tag der Pfingsten mit dem Kommen des Heiligen Geistes (vgl. Apostelgeschichte 2, 1 – 47). Das Reich Gottes nahm seinen Anfang schon davor mit seiner Verkündigung durch den König dieses Reiches, den Herrn Jesus Christus und zwar mit dem Beginn seines öffentlichen Dienstes (vgl. Matthäus 4, 17; Markus 1, 15).

3) Die Versammlung (= Gemeinde/Kirche) wird erst im Neuen Testament erwähnt und thematisiert (Matthäus 16, 13 – 19). Sie ist im Alten Testament unbekannt (so wird sie z.B. nicht unter den prophetisch vorhergesagten Dingen in 1. Petrus 1, 9 – 12 genannt). Vom Reich Gottes hingegen sprechen bereits die alttestamentarischen Propheten (vgl. Jesaja 9; 11; 60; 61; 62; 63; 64; 65; 66; Daniel 2; Daniel 7; Micha 5; Psalm 45; Psalm 72 u. a. m.)

4) Nach den alttestamentarischen Prophezeiungen wird das Reich Gottes auf dieser Erde errichtet werden und ein Ort irdischen, materiellen Segens sein (vgl. die unter Punkt 3 angegebenen alttestamentarischen Verheißungen, insbesondere bei Jesaja). Im Gegensatz dazu sind den Gläubigen der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) vorrangig geistliche Segnungen verheißen und verliehen worden (vgl. Epheser 1, 3; Römer 8, 16 – 17; Hebräer 3, 1), ihr Glaubensziel ist nicht die Erde, sondern die ewige Gemeinschaft mit Gott im Haus des Vaters (Johannes 14, 1 – 3).

5) Zur Versammlung (= Gemeinde/Kirche) gehören all jene, die das Evangelium geglaubt, Buße getan, Jesus Christus als ihren Herrn und Erlöser angenommen (Apostelgeschichte 16, 31; Johannes 1, 12 – 13) und den Heiligen Geist empfangen haben (Epheser 1, 13; 1. Korinther 12, 13). Im Reich Gottes dagegen befinden sich auch solche, die nur äußerlich und mit dem Mund die Herrschaft Christi bekennen (vgl. Matthäus 13, 24 – 30), d.h. sich Christ nennen ohne in einer Glaubens- und Lebensbeziehung zu Jesus Christus zu stehen.

6) All‘ jene, die durch Glauben und Wiedergeburt aus dem Heiligen Geist (Apostelgeschichte 16, 31; Johannes 1, 12 – 13; Epheser 1, 13; 1. Korinther 12, 13) zur Versammlung (= Gemeinde/Kirche) gehören, haben auch Anteil am Reich Gottes (vgl. Kolosser 1, 13; Johannes 3, 1 – 6; 1. Thessalonicher 2, 12). Von jenen, die – rein äußerlich zum Reich Gottes gehören – wird nirgendwo in der Heiligen Schrift gesagt, dass sie auch Teil der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) seien.

7) Die Versammlung (= Gemeinde/Kirche) wird als eine „neue Masse“ gesehen (1. Korinther 5, 7). Das Reich Gottes wird jedoch als „von Sauerteig durchsäuert“ beschrieben, d.h. in ihm sind Gutes (= reiner Teig) und Böses (= Sauerteig) miteinander vermischt (vgl. Matthäus 13, 33; Lukas 13, 20 – 21). „Sauerteig“ bezeichnet in der Heiligen Schrift nie etwas Gutes, sondern durchgängig etwas Böses (vgl. dazu meinen Artikel „Guter Sauerteig?“: Klick!)

8 ) Während im Reich Gottes bzw. im Reich der Himmel „Unkraut und Weizen“ bis zur Ernte nebeneinander wachsen sollen und es den Knechten des Herrn untersagt wird, das Unkraut vorher zu entfernen (vgl. Matthäus 13, 24 – 30), gibt der Apostel Paulus im Gegensatz dazu in 1. Korinther 5, 9 – 13 eine klare Anweisung zur Trennung von solchen, die sich „Brüder“, also „Gläubige“, nennen, aber durch ihren Wandel deutlich zeigen, dass sie Christus nicht wirklich angehören (vgl. zu „falschen Brüdern“ auch Galater 2, 4 und 2. Korinther 11, 26). Auch der Herr Jesus Selbst hat in Matthäus 18, 15 – 17 ähnliche Anweisungen gegeben.

9) Die Zeit der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) auf dieser Erde dauert von ihrer Entstehung am Tag der Pfingsten (Apostelgeschichte 2, 1 – 47) bis zum Zeitpunkt der Entrückung (1. Thessalonicher 4, 17 – 18). Das Reich Gottes begann mit der öffentlichen Verkündigung desselben durch den Herrn Jesus Christus während Seines irdischen Dienstes (vgl. Matthäus 4, 17; Markus 1, 15). Es wird seinen vollen Ausdruck im Tausendjährigen Friedensreich, dem Millennium, finden und mit dem Gericht vor dem großen weißen Thron enden (vgl. 1. Korinther 15, 25 – 26; Offenbarung 20, 11 – 15).

10) Der Herr Jesus Christus ist der König des Reiches Gottes (vgl. Johannes 1, 49; Matthäus 18, 23 – 35; Matthäus 21, 5 i.V.m. Sacharja 9, 9; Matthäus 22, 2 – 14; Matthäus 25, 34 u. a. m.) Im Zusammenhang mit der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) wird der Herr Jesus Christus nie als „König“ bezeichnet, sondern als „Herr“ oder „Haupt“ (vgl. „Herr“: Römer 1, 4 + 7; Römer 5, 1 + 11 + 21; 1. Korinther 1, 2 – 3 + 7 – 10; Epheser 4, 5; „Haupt“: Epheser 1, 10; + 22; Epheser 4, 15; Kolosser 1, 18; Kolosser 2, 19 u. a. m.).

Die Einladung des Königs annehmen

Im Gleichnis von dem König, der für seinen Sohn das Hochzeitsfest ausrichtet (Matthäus 22, 1 – 14), das wir eingangs gelesen haben, liegt der erste Schwerpunkt auf der Verherrlichung des Sohnes Gottes. Für Ihn richtet Gott, der Vater (1. Timotheus 1, 17) die Hochzeit aus. Und bei diesem Fest möchte Gott Seinen Sohn in der Mitte vielen Menschen verherrlichen, die durch das Opfer Jesu erlöst und dadurch würdig für die Gemeinschaft mit Gott wurden.
Diese Hochzeit ist nicht gleichbedeutend mit dem Reich Gottes, sondern läutet sozusagen den Beginn des Reiches Gottes auf Erden ein (vgl. Offenbarung 19, 9). Alle die an diesem Hochzeitsmahl teilhaben werden, werden auch an dem dann aufgerichteten Reich Gottes teilhaben.
Seit dem Beginn seines irdischen Dienstes, rief der Herr Jesus Christus – und damit auch Gott der Vater (vgl. 2. Korinther 5, 19) – die Menschen zur Umkehr (Buße). Umkehr zu Gott, Buße, ist die Voraussetzung dafür, dass durch die Sünde von Gott getrennte Menschen, wieder mit Gott in Beziehung treten und an Seinen Segnungen teilhaben können. Sie ist auch die Voraussetzung für die Teilnahme an der  Hochzeit, die der König für Seinen Sohn ausrichten und die den Beginn des Reiches Gottes auf Erden markieren würde.
Während des irdischen Dienstes des Herrn Jesus Christus erging diese Einladung an das Volk Israel durch Ihn Selbst und Seine Jünger (“seine Knechte“). Doch, wie uns Matthäus 22, 3 sagt, wollten die Geladenen nicht zur Hochzeit kommen. Sie verwarfen die königliche Einladung. Zwar glaubten auch aus dem Volk Israel Menschen an den Herrn, doch die Mehrheit des Volkes lehnte den verheißenen Messias ab und ließ sich schlußendlich darauf ein, Ihn den römischen Heiden zur Kreuzigung zu überantworten (vgl. Apostelgeschichte 3, 14 – 15).
Nach dem Tod, der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu, ließ Gott am Tag der Pfingsten erneut Seinem Volk Israel durch Seine Knechte diese Einladung verkünden. Der Apostel Petrus rief die Juden in Jerusalem an diesem Tag auf: “So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung kommen vom Angesicht des Herrn“ (Apostelgeschichte 3, 19 – 20). Wie wir aus Apostelgeschichte 2 wissen, kamen an diesem Tag ungefähr 3000 Menschen zum Glauben an den Herrn Jesus Christus und wurden anschließend getauft.
Doch auch diese zweite Einladung wurde, wie uns Matthäus 22, 5 – 6 zeigt, von der Mehrheit der Eingeladenen nicht angenommen. Die Mehrheit wandte sich wieder ihren Alltagsgeschäften, ihren Äckern und ihren Handelsgeschäften, zu. Andere begannen nach dieser zweiten Einladung sogar, die Knechte des Königs, also die Verkündiger des Evangeliums, zu verfolgen (Matthäus 22, 6). Wie diese prophetische Ankündigung des Herrn Jesus Christus Wahrheit wurde, davon berichtet uns die gesamte Apostelgeschichte. An den meisten Orten, an denen die Nachfolger Jesu das Evangelium verkündeten, schlug ihnen nicht nur Sympathie, sondern oft auch offene Ablehnung entgegen. Aus Letzterer entwickelten sich zeitweise lebensbedrohliche Verfolgungen, die nicht selten in der Ermordung von Gläubigen endeten (vgl. Stephanus in Apostelgeschichte 7, 1 – 60 und Jakobus in Apostelgeschichte 12, 1 – 2).  Durch diese mehrfache Ablehnung der Gnade Gottes zogen die Geladenen das Gericht Gottes auf sich, wie der Herr es in Matthäus 22, 7 (vgl. auch 2. Chronika 36, 19; Nahum 3, 14 – 15) angekündigt hatte. Im Jahr 70 n. Chr. nahmen die Römer ganz Israel ein und zerstörten Jerusalem mitsamt des Tempels. Die überlebenden Israeliten wurden gefangenen genommen, Unzählige wurden als Sklaven verkauft. So wurde das Volk unter die Nationen der Erde zerstreut. Wie sehr den Sohn Gottes die Ablehnung durch die Geladenen und das Schicksal, dass sie damit auf sich zogen, bewegte, sehen wir in Lukas 19, 41 – 44:

“Als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie und sagte: Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt. Jetzt aber bleibt es vor deinen Augen verborgen. Es wird eine Zeit für dich kommen, in der deine Feinde rings um dich einen Wall aufwerfen, dich einschließen und von allen Seiten bedrängen. Sie werden dich und deine Kinder zerschmettern und keinen Stein auf dem andern lassen; denn du hast die Zeit der Gnade nicht erkannt.“

Nachdem Gott zuerst Seinem irdischen Volk das Evangelium – und damit die Einladung zur Hochzeit Seines Sohnes – hatte verkünden lassen, wandte Er sich nach der zweifachen Ablehnung Israels mit dieser Einladung nun an die Menschen aus den Nationen (vgl. Matthäus 22, 8 – 10; Römer 1, 16; Epheser 2, 12).
Diese Einladung ergeht an alle Menschen – unabhängig von Geschlecht, Rasse, Hautfarbe, sozialem Status oder Religion –  und zwar so lange, wie die gegenwärtige Gnadenzeit noch andauert. Auch wir, die wir heute leben, sind eingeladen und aufgefordert, der Einladung Gottes Folge zu leisten.
Das Gleichnis zeigt uns – und die Kirchengeschichte bestätigt dies -, dass unter den Menschen in Nationen diese Einladung zur Zeit wesentlich mehr Zuspruch findet, als unter dem Volk Israel. Sehr viele Menschen lassen sich einladen und so wird “der Hochzeitssaal voll mit Gästen“ (Matthäus 22, 10). Dies wird sich ändern, wenn sich Gott erneut dem Volk Israel zuwenden und es den Sohn Gottes als seinen Messias erkennen wird (vgl.
Römer 11, 25 – 27).
Doch die Einladung des Königs anzunehmen, ist nur “die eine Seite der Medaille“. Die andere Seite ist die konkrete Vorbereitung auf das Hochzeitsfest: Um an einem solchen Hochzeitfest teilnehmen zu können, musste man
in dem Kleid erscheinen, das der einladende König jedem Gast mit der Einladung selbst zugehen ließ. Nur in diesem – vom König selbst ausgewählten Kleid – durfte man auf der Feier erscheinen. Es war sozusagen die “Einlasskarte“.
Die Heilige Schrift macht sehr deutlich, was es mit diesem “Kleid“ auf sich hat. Unsere eigene Gerechtigkeit, so bezeugt es der Prophet Jesaja, ist vor Gott wie ein “beflecktes Kleid“:

“Nun sind wir alle wie die Unreinen und alle unsere Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid.”

(Jesaja 64, 5)

So kann niemand vor Gott erscheinen! Wir brauchen ein neues Kleid, ein reines Kleid, dass nur Gott selbst uns geben kann. Und dies will Er gern tun.
Welches “Kleid“ stellte und stellt Gott, der “König der Zeitalter“ (1. Timotheus 1, 17), Seinen Gästen zu Verfügung?  Es ist die “Gerechtigkeit, die aus dem Glauben an Christus“ kommt (Römer 3, 22). Wer Buße tut, sich zu Gott bekehrt und das Opfer Jesu Christi im Glauben für sich in Anspruch nimmt, dem wird die Gerechtigkeit Christi zugerechnet. Er wird vor Gott gerecht gesprochen und ist damit passend gemacht für die ewige Gemeinschaft mit Gott:

“Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung“

(1. Korinther 1, 30)

Wer im Kleid seiner eigenen Gerechtigkeit, seiner eigenen Frömmigkeit oder seiner “guten“ Werke zu Gott kommen möchte, der wird erleben, wie er nach dem richtigen, dem hochzeitlichen Kleid gefragt werden wird und anschließend die Festgemeinschaft verlassen muss. Wer hingegen weiß, dass er selbst nichts bringen kann, das ihn vor Gott angenehm macht und dies vor Gott bekennt, dem verleiht Gott dieses hochzeitliche Kleid als Geschenk.
Ein Mann, der diese biblische Wahrheit in ihrer Tiefe erkannt hatte, war Nikolaus  Ludwig Graf von Zinzendorf. Sein Lied “Christi Blut und Gerechtigkeit“  bezeugt dies:

Christi Blut und Gerechtigkeit,
das ist mein Schmuck und Ehrenkleid;
damit will ich vor Gott bestehn,
wenn ich zum Himmel werd eingehn.

Ich glaub an Jesum, welcher spricht:
Wer glaubt, der kommt nicht ins Gericht.
Gottlob, ich bin schon frei gemacht,
und meine Schuld ist weggebracht.

Drum soll auch dieses Blut allein,
mein Trost und meine Hoffnung sein;
ich bau im Leben und im Tod
allein auf Jesu Wunden rot.

Solang ich noch hienieden bin,
so ist und bleibet das mein Sinn:
ich will die Gnad in Jesu Blut
bezeugen mit getrostem Mut.

(Text- und Audioversion: Klick!)

Fußnoten:
¹= vgl. z.B.: https://mt1820today.wordpress.com/2009/05/04/5-bucher-zum-neuen-testament/


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Eine Antwort zu Gottes Einladung annehmen – Anmerkungen zu Matthäus 22, 2 – 3

  1. Ruth schreibt:

    Diese Geschichte hatten wir gerade in unserem Frauen-Bibelstündchen, und da stellten wir auch fest, dass „gut oder böse“ (V10) kein Kriterium war, ob man willkommen war, wohl aber das Anlegen des angebotenen Kleides!

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