Ein großes Volk in >>dieser<< Stadt (Apostelgeschichte 18, 9 – 10)

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Anmerkungen zu Apostelgeschichte 18, 9 – 10

Zum Hintergrund: Paulus in Korinth

In Apostelgeschichte 18 finden wir den Apostel Paulus in Korinth. Er hatte Athen, verlassen und war allein nach Korinth gereist. In Athen war er mit Silas und Timotheus zusammen gewesen (1. Thessalonicher 3, 1). Vor seiner Weiterreise  sandte er Silas nach Mazedonien (vgl. Apostelgeschichte 18, 5) und Timotheus nach Thessalonich (1. Thessalonicher 3, 2).
Als Paulus nach Korinth kam, lernte er dort Priscilla und Aquila kennen und konnte bei ihnen Wohnung nehmen (Apostelgeschichte 18, 1 – 4). Dieses an Jesus Christus gläubige, jüdische Ehepaar hatte seine Heimatstadt Rom verlassen müssen, da durch einen Erlass des Kaisers Claudius die Juden im Jahr 49/50 n. Chr. der Stadt verwiesen worden waren.
In Korinth verdiente der Apostel seinen Lebensunterhalt als Zeltmacher (vgl. auch Apostelgeschichte 20, 34; 1. Korinther  4, 12). Dieses Handwerk wurde auch von Aquila und Priscilla ausgeübt  (Apostelgeschichte 18, 3). Parallel dazu lehrte er an den Sabbaten in der Synagoge und führte Gespräche mit Juden und Griechen (Apostelgeschichte 18, 4).
Einige Zeit später stießen Silas und Timotheus, aus Mazedonien kommend, zu den drei Gläubigen in Korinth hinzu. Die Verstärkung durch diese beiden Mitarbeiter ermöglichte es dem Apostel, sich ganz der Verkündigung des Evangeliums zu widmen (Apostelgeschichte 18, 5). Es ist auch anzunehmen, dass Silas und Timotheus von den Versammlungen (= Gemeinden), die sie besucht hatten, eine finanzielle Gabe für Paulus mitgegeben worden war (vgl. Philipper 4, 14 – 16; 2. Korinther 11, 9). So personell und finanziell unterstützt, war Paulus frei für einen verstärkten Verkündigungsdienst. Dabei galt sein besonderes Augenmerk der jüdischen Bevölkerung von Korinth, der er den Herrn Jesus Christus als den von Gott gesandten Erlöser bezeugte. Aus Römer 9, 1 – 3 wissen wir, wie sehr Paulus die Errettung seiner “Verwandten nach dem Fleisch“, d.h. der Juden, herbei sehnte. Doch in Korinth musste er (wieder einmal) erleben, wie die Menschen, die ihm in besonderer Weise am Herzen lagen, die Botschaft des Evangeliums ablehnten. Er erntet Anfeindungen und Beschimpfungen. Als seine Zuhörer damit begannen, blasphemische Lästerungen auszusprechen, wandte er sich mit seiner Verkündigung den Menschen aus den Nationen zu (Apostelgeschichte 18, 6). Auf diese Weise hatte der Apostel schon bei früheren Gelegenheiten reagiert (vgl. Apostelgeschichte 13, 7 – 11 + 46; Apostelgeschichte  14, 2 – 6; Apostelgeschichte 17, 5). In seinem Handeln spiegelt sich die göttliche Aufforderung an den Propheten Hesekiel wider (Hesekiel 33, 1 – 9).
Apostelgeschichte 18, 7 lässt vermuten, dass Paulus seine Verkündigungstätigkeit, die er bis dahin im Rahmen der Synagoge hatte ausüben können, im Haus eines Mannes mit Namen Justus fortsetzte. Dieses Haus befand sich in unmittelbarer Nähe zur Synagoge, wodurch für jene Juden, die doch Interesse an der Botschaft des Evangeliums hatten, weiterhin die Möglichkeit gegeben war, Paulus zu hören. Ganz offensichtlich war dieser Verkündigungsdienst nicht umsonst. Denn in Apostelgeschichte 18, 8 berichtet uns der Evangelist Lukas:

“Krispus aber, der Synagogenvorsteher, wurde an den Herrn gläubig samt seinem ganzen Haus; auch viele Korinther, die zuhörten, wurden gläubig und ließen sich taufen.“

Was für eine positive Entwicklung! Die ausdauernde Arbeit des Apostels trägt Furcht! Doch genau in dieser Situation, von der man meinen könnte, es sei doch “alles in Butter“ und die Gemeindeaufbauarbeit würde sicher noch lange so gut weiter gehen, hat Paulus ein zweischneidiges Erlebnis:

“Aber der Herr sprach in der Nacht durch ein Gesicht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht!  Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.“

(Apostelgeschichte 18, 9 – 10)

Zweischneidig ist dieses Erlebnis, weil das Reden Gottes zu Paulus beides beinhaltet: Die Ermutigung wie auch die warnende Ankündigung von Widerstand. Des Aufrufes, sich nicht zu fürchten und der Versicherung, niemand würde dem Apostel schaden, hätte es nicht bedurft, wenn nicht entsprechende Gefahren am Horizont erkennbar gewesen wären. Die kurz darauf einsetzende Entwicklung zeigt, wie notwendig die Warnung und der Zuspruch des Herrn in dieser Situation waren.
Wenn Lukas uns in Apostelgeschichte 18, 11 mitteilt, dass Paulus 18 Monate in Korinth blieb, so ist damit die gesamte Dauer seines Aufenthaltes in dieser Stadt gemeint. Konservative Ausleger gehen davon aus, dass der Apostel die Stadt im Herbst des Jahres 50 n. Chr. erreichte und dort bis zum Sommer des Jahres 52 n. Chr. blieb. Durch eine Inschrift, die in Delphi gefunden wurde, wissen wir, dass es am 1. Juli 51 n. Chr. zu einem Wechsel im Prokonsulat der römischen Provinz Achaea (oder: Achaja) kam. Lucius Iunius Gallio Annaeanus, in der Apostelgeschichte kurz Gallio genannt, wurde Prokonsul mit Sitz in Korinth. Einige Juden nutzen den Wechsel an der Spitze der Provinz, um gegen Paulus Anklagen bei dem neuen Prokonsul zu erheben (Apostelgeschichte 18, 12). Von besonderer Schwere war dabei der Vorwurf, der Proselytenmacherei (“Dieser Mensch überredet Leute Gott zu dienen, dem Gesetz zu wider“), denn unter Kaiser Claudius war die “Abwerbung“ von Gläubigen aus einer Religion zu einer anderen, streng verboten. Mit diesem Vorwurf hatten die Juden bereits in Philippi und in Thessalonich versucht, Paulus zu diskreditieren (vgl. Apostelgeschichte 16, 21; Apostelgeschichte 17, 6 – 7 + 13). Da der Ausdruck “dem Gesetz zu wider“ sowohl auf das jüdische Gesetz als auch auf das römische Gesetz bezogen werden kann, konnte Gallio in Paulus entweder einen Rebellen gegen jüdische Vorschriften oder einen jüdischen Aufrührer gegen die Herrschaft Roms sehen. Letzteres wäre Hochverrat gewesen und hätte unweigerlich zu einer schweren Gefängnisstrafe, wenn nicht gar zu einer Verurteilung zum Tode geführt. Die Verhandlung vor Gallio ist die erste uns überlieferte Gerichtsverhandlung eines Apostels vor einem römischen Prokonsul. Ein Urteil vor einem solchen Gericht hätte aufgrund dieses Präzedenzfalles weitreichende Folgen für die Christen im restlichen römischen Reich haben können. Doch Gallio durchschaute die Taktik der Ankläger. Noch bevor Paulus in irgendeiner Weise Stellung nehmen kann, erklärt er die Anklage für abgelehnt. Gallio begründet seine Entscheidung damit, dass es sich bei den vorgebrachten Anklagen um Streitigkeiten innerhalb einer Religionsgemeinschaft handelt, für die er nicht zuständig ist (Apostelgeschichte 18, 14 – 15). Dieser Entscheidung lag kein Missverständnis zugrunde. Bei Lucius Iunius Gallio Annaeanus handelte es sich nicht um einen „Mr. Nobody“. Er entstammte einer Familie, deren Einfluss bis in den kaiserlichen Haushalt reichte. Sein Bruder, der  bekannte Politikers und Philosoph Seneca war Lehrer des nachmaligen Kaisers Nero. Gallio selbst hatte als Politiker eine bemerkenswerte Karriere vorzuweisen. Von Zeitzeugen wird er als freundlich und weise beschrieben. Die Gläubigen, die seine Entscheidung über die Anklagen der Juden gegen Paulus und die anderen Christen miterlebten, haben die Tatsache, dass dieser Mann genau zu diesem Zeitpunkt in Korinth Prokonsul war, sicherlich nicht dem Zufall zugeschrieben.  Paulus selbst wusste, dass sich in diesem Geschehen der erste Teil der Zusage Gottes an ihn erfüllt hatte: “Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden (…)“ (Apostelgeschichte 18, 10a). Darum konnte er auch sicher sein, dass Gott den zweiten Teil Seiner Verheißung erfüllen würde: “(…) denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.“ (Apostelgeschichte 18, 10 b).

Der Focus Gottes: Ein großes Volk in dieser Stadt

Wie eingangs erwähnt, kam Paulus allein nach Korinth. Diese Stadt war damals eine der größten, wenn nicht die größte Stadt Griechenlands. Schätzungsweise zwanzigmal so groß wie Athen, beherbergte sie bis zu ca. 200.000 Bewohner. Darunter waren hauptsächlich immigrierten Römer, Juden und dort geborenen Griechen (Apostelgeschichte 18, 4). Aber auch auf Menschen aus anderen Nationen übte der Ort eine große Anziehungskraft aus. Aufgrund ihrer strategisch guten Lage auf der Peloponnes entwickelte sich die Stadt schnell zu einem bedeutenden Handelszentrum. Durch die Nähe zum Isthmus, jener Landenge, die die Peloponnes mit dem griechischen Festland verbindet, entstanden Handelsbeziehungen nach Nord- und Südgriechenland. Die gleichzeitige Lage am Golf von Korinth mit dem Hafen Lechaion und am Saronischen Golf mit dem Hafen Kenchreai eröffnete alle Möglichkeiten des Seehandels. Ähnlich den Vereinigten Staaten kurz nach ihrer Entdeckung, wurde das neue Korinth ein anziehender Schmelztiegel für Menschen aus allen ethnischen, sozialen und religiösen Hintergründen, die hier ”ihr Glück” zu machen suchten.
Die Stadt war jedoch nicht nur ein Umschlagplatz für Handelsgüter, sondern auch Zentrum diverser religiöser Kulte. Poseidon, der Gott des Meeres, wurde dort verehrt, aber auch Aphrodite, in deren Tempel bis zu 1.000 Prostituierte ihren Dienst versahen. Beeinflusst durch derartige Kulte, war die Stadt von Unmoral geprägt und für diese Unmoral weithin bekannt. Bereits der griechische Dichter Aristophanes (450 v. Chr. bis 380 v. Chr.) soll das Sprichwort geprägt haben: ”Er verhält sich wie ein Korinther”, d.h., jemand verhält sich wie ein unmoralischer Mensch. Wollte man eine Frau als Hure bezeichnen, so nannte man sie kurzerhand ein “korinthisches Mädchen“. Das 44 n. Chr. neuerbaute Korinth stand dem alten Korinth in dieser Hinsicht in nichts nach. Der Apostel Paulus erinnert sich später in seinem ersten Brief an die Gläubigen in Korinth:

“So bin auch ich, meine Brüder, als ich zu euch kam, nicht gekommen, um euch in hervorragender Rede oder Weisheit das Zeugnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen, als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten. Und ich war in Schwachheit und mit viel Furcht und Zittern unter euch.  Und meine Rede und meine Predigt bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Beweisung des Geistes und der Kraft, auf daß euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gotteskraft. 

(1. Korinther 2, 1 – 5)

Der Wechsel von einer vergleichsweise kleinen, von Philosophen und Wissenschaftlern geprägten Stadt wie Athen, in eine Metropole wie Korinth, mag auf den Apostel ähnlich gewirkt haben, wie wenn wir heute aus einer provinziellen Universitätsstadt wie Göttingen plötzlich im Bahnhofsviertel von Frankfurter am Main landeten. Es ist nachvollziehbar, dass der Apostel dieser neuen Umgebung mit einiger Sorge begegnete. Vielleicht hätte er lieber einen “weiten Bogen“ um diese Stadt geschlagen. Doch Gott hatte ihn genau in  diese Stadt berufen, denn Er wusste, dass in genau dieser Stadt eine große Anzahl von Menschen nach dem Wort des Lebens hungerten. Lange bevor Paulus auch nur die Stadtgrenze von Korinth erreichte, wusste Er schon um die vielen Menschen, die sich nach Erlösung und einem wirklichen Lebenssinn sehnten und es war Sein Wunsch, dass diese Menschen endlich Sein Evangelium hören und all das Gute erfahren konnten, dass Er ihnen schenken wollte. Wie wir gesehen haben, trug der Verkündigungsdienst reiche Frucht. Später erinnert sich Paulus in 1. Korinther 6, 9 – 11 an die Ursprünge der christlichen Versammlung (= Gemeinde) in Korinth:

“Wißt ihr denn nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht: Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Weichlinge, noch Knabenschänder, weder Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben. Und solche sind etliche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und in dem Geist unseres Gottes!“

Unzüchtige, Götzendiener, Ehebrecher, Weichlinge, Päderasten, Diebe, Habsüchtige, Alkoholiker, Verleumder, Betrüger, Ausbeuter – das war der soziale Hintergrund, dem die Gläubigen in Korinth entstammten! Aus diesen Menschen hatte die Kraft Gottes “neue Schöpfungen“ gemacht. Es verwundert nicht, dass Paulus gerade an die Korinther folgenden Satz schreibt:

“Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!“

(2. Korinther 5, 17)

Wer hätte das besser nachvollziehen können, als die Gläubigen in Korinth?

Das Wissen um diese geistlichen Tatsachen ist gleichzeitig die große Anfrage Gottes  an uns selbst. Wir müssen uns fragen lassen, ob wir in “solchen Menschen“  das potentielle große Volk Gottes sehen können oder ob es uns nur zu den Angesehenen unserer Gesellschaft, den Gebildeten, den Prominenten, zieht. Wie würden wir und verhalten, wenn “solche Menschen“ in “unsere“ Gottesdienste kämen? Würden wir “solche Menschen“ überhaupt einladen? Können wir in “solchen Menschen“ das potentiell “große Volk“ Gottes in unserer Stadt erkennen? Würden wir das Gespräch mit “solchen Menschen“ suchen oder ziehen wir uns in unsere kleine, fromme isolierte Biedermeierwelt zurück? Der Apostel Paulus konnte es, unser Herr Jesus Christus ebenso:

„Und als die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum ißt euer Meister mit den Zöllnern und Sündern?  Er aber, als er es hörte, sprach zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin und lernet, was das sei: «Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer.» Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder.

(Matthäus9, 11 – 13)

Eine Kirche, die sich nur den gesellschaftlich angesehenen Menschen zuwendet und nicht auch jenen, die am Rand der Gesellschaft stehen, kann nicht von sich behaupten, die Kirche Jesu Christi zu sein. Es ist eine Kirche der Heuchler und Pharisäer. Eine solche Kirche wird auch nicht die großen Wunder erleben, die Gott gerade an diesen Menschen zu tun vermag.

Als ich 1989 in Hamburg lebte, lernte ich Andrea B. kennen. Sie “hing an der Nadel“ und hatte diverse männliche Bekanntschaften. Obwohl sie es nicht sagte, war klar, dass sie mit vielen dieser Männer nur verkehrte, um an das Geld für den nächsten “Schuß“, die nächsten Tabletten, zu kommen. Irgendwie kamen wir ins Gespräch. Es folgten Wochen regelmäßiger Telefonate. “Ups“ and „downs“ wechselten sich mit großer Regelmäßigkeit ab. Lange Zeit sah es so aus, dass sich in ihrem Leben nichts zum Besseren wenden würde. Oftmals zweifelte ich an ihrer Ernsthaftigkeit, sich dem Evangelium wirklich zuwenden zu wollen. Es gab Zeiten, in denen war Gebet die einzige Möglichkeit war, ihr zu helfen. Und dann verschwand Andrea B. plötzlich völlig von der Bildfläche. Ich fragte mich oft, ob sie wohl irgendwie “unter die Räder gekommen sei“, ob sie überhaupt noch lebte. Ca. 24 Monate nach unserem letzten Kontakt besuchte ich eine größere christliche Veranstaltung. Als ich mich, von einem Bücherstand kommend, in den Saal begeben wollte, in dem die Veranstaltung stattfinden sollte, sah ich eine Gruppe junger Menschen. Eine mir fremde, gut gekleidete junge Frau löste sich aus dieser Gruppe und kam auf mich zu. Sie strahlte mich an und fragte, ob ich sie nicht erkennen würde. Als ich verneinte nannte sie ihren Namen: “Ich bin ’s, Andrea!“ Nein, das konnte nicht sein. Andrea B. war ein abgemagerter, verhärmter, blasskranker Junkie. Doch es war wirklich Andrea B. Sie erzählte mir, wie sie sich “in einem hellen Augenblick“ an die christliche Therapieeinrichtung, die ich ihr empfohlen hatte, erinnerte. Sie fasste den Entschluss, dorthin zu gehen und mit Gottes Hilfe endlich clean zu werden. Vor mir stand eine gesunde junge Frau, die mit Gottes Hilfe von den Drogen frei geworden war, Verantwortung für ihr Leben übernommen und gerade eine Ausbildung begonnen hatte.
Als ich noch den blasskranken, verhärmten Junkie ohne Zukunft sah, sah Gott eine Tochter, die Er liebte, ein potentielles Zeugnis Seiner Kraft und Gnade. Unser Gott hat große Freude daran, aus dem, was nichts ist vor der Welt, aus den Menschen, die verachtet und abgelehnt werden, Beweise Seiner alles überragenden Barmherzigkeit und Liebe zu machen:

“Seht euch doch einmal in euren eigenen Reihen um, Geschwister: Was für Leute hat Gott sich ausgesucht, als er euch berief? Es sind nicht viele Kluge und Gebildete darunter, wenn man nach menschlichen Maßstäben urteilt, nicht viele Mächtige, nicht viele von vornehmer Herkunft. Im Gegenteil: Was nach dem Urteil der Welt  ungebildet ist, das hat Gott erwählt, um die Klugheit der Klugen zunichte zu machen, und was nach dem Urteil der Welt schwach ist, das hat Gott erwählt, um die Stärke der Starken zunichte zu machen. Was in dieser Welt unbedeutend und verachtet ist und was ´bei den Menschen` nichts gilt, das hat Gott erwählt, damit ans Licht kommt, wie nichtig das ist, was ´bei ihnen` etwas gilt. Denn niemand soll gegenüber Gott ´mit vermeintlichen Vorzügen` prahlen können. Ist es bei euch nicht genauso? Dass ihr mit Jesus Christus verbunden seid, verdankt ihr nicht euch selbst, sondern Gott. Er hat in Christus seine Weisheit sichtbar werden lassen, eine Weisheit, die uns zugute kommt. Denn Christus ist unsere Gerechtigkeit, durch Christus gehören wir zu Gottes heiligem Volk, und durch Christus sind wir erlöst. »Wenn also« – um es mit den Worten der Schrift zu sagen – »jemand auf etwas stolz sein will, soll er auf den Herrn stolz sein.«“

(1. Korinther 1, 26 – 31, NGÜ)

Jeder von uns entscheidet selbst, ob er an diesem Werk Gottes teilhaben will oder ob er lieber um das “Korinth“ seines Lebens einen Bogen macht.

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