Glaube an den Namen Christi (Apostelgeschichte 3, 16)


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Kurze Anmerkungen zu Apostelgeschichte 3, 16

In Apostelgeschichte 3, 1 – 11 wird uns von der Heilung eines Gelähmten berichtet. Von diesem Gelähmten heißt es in Apostelgeschichte 3, 2  – 3, dass er an der “schönen Pforte“ des Tempels saß und jene, die in dem Tempel gingen, dort um Almosen bat. Viele Kommentatoren¹ gehen davon aus, dass es sich bei dieser “schönen Pforte“ um das “Nikanor-Tor“ an der Ostseite des Tempels gehandelt hat. Dieses Tor war nach den Angaben, die wir bei dem jüdischen Historiker Josephus Flavius² finden, nicht nur das größte Tor des Tempels, es war auch das am reichsten geschmückte Tor. Nach den historischen Quellen soll es ganz aus korinthischer Bronze bestanden und im Schein der Sonne wie Gold geglänzt haben. Aus Apostelgeschichte 4, 22 erfahren wir, dass der Gelähmte über vierzig Jahre alt war. In Verbindung mit Apostelgeschichte 3, 2 – 3 können wir folgern, dass er schon viele Jahre an diesem herrlichen Tor des Tempels gesessen haben muss, um sich dort seinen täglichen Lebensunterhalt von den Vorbeigehenden zu erbitten. Wir können davon ausgehen, dass er so auch Gelegenheit hatte, den Herrn Jesus Christus während Seiner Besuche im Tempel zu sehen und von Seiner Lehre zu hören. Bisher aber war dieser Mann nicht geheilt worden. Als er nun die Apostel Petrus und Johannes erblickte, die nach ihrer Gewohnheit in den Tempel gingen, erbat er auch von  ihnen ein Almosen. Der Evangelist Lukas berichtet uns, was dann geschah:

“Petrus aber samt Johannes blickte ihn an und sprach: Sieh uns an!  Er aber achtete auf sie in der Erwartung, etwas von ihnen zu empfangen. Da sprach Petrus: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth, stehe auf und wandle!  Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Und alsbald wurden seine Füße und seine Knöchel fest, und er sprang auf und konnte stehen, ging umher und trat mit ihnen in den Tempel, wandelte und sprang und lobte Gott.“

(Apostelgeschichte 3, 4 – 7)

Der Geheilte tut das einzig Richtige: er geht mit den Aposteln in den Tempel und lobt Gott. Wir können uns vorstellen, wie glücklich und befreit er sich gefühlt haben muss. Nach Jahrzehnten der Krankheit, immer abhängig davon, ob andere sich seiner erbarmten und ihn zur “schönen Pforte“ brachten, erniedrigt als Bettler,  dessen ganzes Leben von den Almosen anderer abhängig war, kommt es in einem Augenblick zu der großen Wende in seinem Leben.
Der Apostel Petrus erläutert kurze Zeit später einer großen Volksmenge, die aufgrund dieses Wunders in der Säulenhalle Salomos zusammengekommen war, wie der Gelähmte Heilung empfangen hatte:

“Als aber Petrus es sah, antwortete er dem Volke: Männer von Israel, was verwundert ihr euch hierüber, oder was sehet ihr unverwandt auf uns, als hätten wir aus eigener Kraft oder Frömmigkeit ihn wandeln gemacht?  Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr überliefert und angesichts des Pilatus verleugnet habt, als dieser geurteilt hatte, ihn loszugeben.  Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und gebeten, daß euch ein Mann, der ein Mörder war, geschenkt würde; den Urheber  des Lebens aber habt ihr getötet, welchen Gott aus den Toten auferweckt hat, wovon wir Zeugen sind. Und durch Glauben an seinen Namen hat sein Name diesen, den ihr sehet und kennet, stark gemacht; und der Glaube, der durch ihn ist, hat ihm diese vollkommene Gesundheit gegeben vor euch allen.

(Apostelgeschichte 3, 12 -16)

Petrus macht deutlich, dass nicht er oder Johannes den Kranken geheilt hat. Wenn man die Aussage des Petrus in Apostelgeschichte 3, 6 liest (“… was ich aber habe, das gebe ich dir …“), könnte man den Eindruck bekommen, dass Petrus hier einfach Heilung “austeilt“, als habe er sie in seiner Manteltasche. Doch diesem falschen Eindruck begegnet der Apostel mit deutlichen Worten. Nicht er oder Johannes haben dies “aus eigener Kraft oder Frömmigkeit“ getan, sondern Gott, der Seinen Sohn Jesus Christus durch dieses Wunder verherrlichen wollte, hat an dem Kranken gehandelt. Und Gott tat dies, weil der Gelähmte “an seinen Namen“ glaubte. Petrus weist mit seinen Worten die Volksmenge, die auf ihn und Johannes schaut (Apostelgeschichte 3, 12), auf Gott und den Herrn Jesus Christus hin. Es ist nicht die Kraft der Apostel, die die Heilung herbeiführte, sondern die Kraft Gottes, die in Verbindung mit dem Glauben an Seinen Sohn wirksam wurde.

An den Namen Jesu Christi glauben

Wenn im Neuen Testament von dem Namen Jesu Christi die Rede ist, dann  ist damit immer die ganze Person des Herrn und Heilands gemeint. Der Name steht für alles, was von der Person des Herrn geoffenbart wurde. Sehr oft spricht das  Neue Testament von dem der Namen des Herrn Jesus, wenn die Zentralität Seiner Person  betont werden soll. Niemals dürfen wir der irrigen Vorstellung verfallen, wir könnten Seinen Namen wie eine besondere religiöse Formel benutzen, indem wir ihn  an unsere Gebet “anhängen“, als würden wir damit unserem Gebet  “Kraft“ verleihen. Einen göttlichen Namen wie eine magische Formel zu gebrauchen, dass ist eine heindische Vorstellung. Auf diese Weise würden wir uns des Missbrauchs Seines Namens schuldig machen. Bedenken wir, dass der Herr ganzer Mensch und ganzer Gott ist (Philipper 2, 8; Johannes 1, 1 – 4; Johannes 20, 28). Wenn wir Seinen Namen missbrauchen, verstoßen wir gegen das 3. Gebot (2. Mose 20, 7). Gebet “im Namen Jesu“ (Johannes 14, 13) ist nicht ein Gebet, an das wir die Worte “im Namen Jesu“ o. ä. anhängen. Es ist immer ein Gebet, dass ganz auf die Person des Herrn Jesus und Seinen Willen ausgerichtet ist. Es ist ein Gebet in dem Bewusstsein, dass wir in allem ganz von dem Sohn Gottes abhängig sind. Betrachten wir im Folgenden einige Stellen, die uns die genannten  Zusammenhänge noch mehr verdeutlichen:

Heil/Erlösung in dem Namen Jesu Christi

Als Petrus sich kurze Zeit später wegen der Heilung des Gelähmten vor den jüdischen Religionsbehörden rechtfertigen muss, da bezeugt er nicht nur, dass der Kranke durch den Herrn Jesus geheilt wurde, sondern er sagt:

“Wenn wir heute über die Wohltat an einem kranken Menschen verhört und gefragt werden, wodurch dieser geheilt worden ist, so sei euch allen und dem ganzen Volke Israel kund, daß in dem Namen Jesu Christi, des Nazaräers, welchen ihr gekreuzigt habt, den Gott auferweckt hat aus den Toten, daß durch ihn dieser gesund vor euch steht. Dieser ist der Stein, der von euch, den Bauleuten, für nichts geachtet, der zum Eckstein geworden ist. Und es ist in keinem anderen das Heil, denn auch kein anderer Name ist unter dem Himmel, der unter den Menschen gegeben ist, in welchem wir errettet werden müssen.„‚

(Apostelgeschichte 4, 9 – 12)

Errettung, Erlösung ist nur durch Jesus Christus möglich. Mit dieser Aussage bezieht sich der Apostel auf das, was der Herr von Seiner Person gesagt hatte:

“Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, als nur durch mich.

(Johannes 14, 6)

Der Herr Jesus Christus ist der einzige Weg zu Gott dem Vater. Er ist auch der einzige Mittler zwischen dem erlösungsbedürftigen Menschen und dem allmächtigen Gott (1. Timotheus 2, 5). Da, wo Menschen an Ihn glauben, werden sie zu Kindern Gottes:

“Er kam in das Seinige, und die Seinigen  nahmen ihn nicht an;  so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, welche nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.“

(Johannes 1, 11 – 13)

So, wie damals an der “schönen Pforte“ die Kraft Gottes wirksam wurde, weil der Gelähmte “an den Namen Jesu“, d.h. an die Person des Sohnes Gottes, glaubte, so wird die Kraft Gottes zur Neugeburt und damit auch zur Erlösung, nur dort wirksam, wo Menschen an den Namen Jesu, d.h. an den von Gott gesandten Erlöser, glauben. Heute sind viele Stimmen in unserem Land zu vernehmen, die den Rückgang des christlichen Glaubens beklagen. Mit vielfältigen Methoden und Events wird versucht, Menschen wieder für den christlichen Glauben zu interessieren. Die Ergebnisse sind jedoch “mehr als mager“. Das wird sich auch nicht ändern, wenn nicht das Wurzelproblem angegangen wird. Dort, wo man an die Stelle des Herrn Jesus Christus eine “allein selig machende Kirchenorganisation“ gestellt hat, kann keine Kraft zur Neugeburt und zur Erlösung wirksam werden. Gott bekennt sich nicht zum Namen einer menschlichen Organisation. Er bekennt sich nur zu dem Namen Seines Sohnes und nur dort lässt Er Seine Kraft wirksam werden. Dort, wo man anstelle des Wortes Gottes politische Meinungen verkündet hat, wird Gottes Kraft zur Neugeburt und Erlösung nicht wirksam. Auch dort nicht, wo man meint, das Heil komme aus religiösen Zeremonien oder so genannten Sakramenten. Denn nur die Verkündigung Seines Wortes, ist das göttliche Mittel, durch das Menschen Glauben, Glauben an den Namen Jesu und damit  Glauben zur Errettung, empfangen:

“Demnach kommt der Glaube aus der Predigt, die Predigt aber durch Gottes Wort.“

(Römer 10, 17)

“Das allein will ich von euch lernen: Habt ihr den Geist durch Gesetzeswerke empfangen oder durch die Predigt vom Glauben?“

(Galater 3, 2)

Wo immer andere Dinge/Lehren/Menschen anstelle des Herrn Jesus Christus in den Mittelpunkt gerückt werden, wird geistliche Kraftlosigkeit, ja mehr und mehr Unglaube, die Folge sein. 

Versammelt zu Seinem Namen hin

Noch in der Zeit Seines irdischen Dienstes gab der Herr Jesus Christus Seinen Jüngern eine wunderbare Verheißung, die an eine bestimmte Voraussetzung gekoppelt war:

“Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen (a. Ü.: zu meinem Namen hin), da bin ich in ihrer Mitte.“

(Matthäus 18, 20)

Die Apostelgeschichte ist voll von Berichten darüber, wie die Kraft Gottes wirksam wurde, wenn die Jünger des Herrn zu Seinem Namen hin versammelt waren. Doch schon bald sehen wir eine traurige Entwicklung: Bereits in seinem ersten Brief an die Korinther muss der Apostel Paulus die Gläubigen dafür rügen, dass sie innerhalb der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) Gruppen gebildet und diese mit den Namen bestimmter Menschen belegt haben (1. Korinther 1, 12). Paulus verurteilt diese Entwicklung mit scharfen Worten und bezeichnet sie als ungeistlich. Doch je weiter die Kirchengeschichte voran schritt, desto mehr nahm diese ungeistliche Entwicklung zu. Bald sehen wir, wie Gebäude, in denen sich Gläubige trafen, nach den Namen angeblich besonderer “Heiliger“ (Sankt Sowieso) benannt wurden, obwohl uns die Heilige Schrift doch ausdrücklich sagt, dass “alle, die an allen Orten den Namen des Herrn Jesus Christus anrufen Heilige Gottes“ (1. Korinther 1, 2) sind. Später ging man dazu über, einzelne christliche Bewegungen nach dem Namen ihres kirchlichen Zetrums (Rom, Konstantinopel etc.), nach dem Namen ihrer führenden Persönlichkeiten (Luther, Calvin etc.) oder nach bestimmten Schwerpunkten ihrer Lehre (baptistisch, pfingstlich, apostolisch u. v. a. m.) zu benennen und sich unter diesem “Namen“ zu versammeln. Viele dieser Bewegungen konnten/können beeindruckende Mitgliederzahlen vorweisen, doch sind Mitgliederzahlen kein Zeichen geistlicher Kraft oder göttlichen Lebens. Gott hat die Wirksamkeit Seiner Kraft nicht mit menschlichen Namen oder menschlichen Bekenntnissen verbunden, sondern allein mit dem Namen Seines Sohnes Jesus Christus. Wo immer ein menschlicher Name im Mittelpunkt steht und Jesus Christus nur eine “Wichtigkeit“ des Glaubens ist, wird Gott dieses Werk auf Dauer nicht bestätigen. Es reicht nicht aus, zu Beginn eines Gottesdienstes mit den Worten “im Namen Jesu“ zu beten. Es reicht nicht aus, im Gottesdienst zu singen: “Wir sind hier versammelt in Jesu Namen …“, wenn wir uns doch gleichzeitig unter diesem oder jenem menschlichen Namen versammeln. Gott bezeugt sich dort mit Seiner Kraft, wo die Person Seines Sohnes der einzige Mittelpunkt der Anbetung und Verkündigung ist. Dort wird Er Selbst das Brot des Lebens austeilen, Er Selbst wird hungrige Seelen sättigen, Er Selbst wird zerbrochene Herzen heilen, Er Selbst wird Vergebung, Befreiung und Heilung schenken.

Name über jeden Namen – in alle Ewigkeit

Es ist unsere Entscheidung, wie wir mit dem Heilsangebot, das Gott uns in der Person Seines Sohnes Jesus Christus macht, umgehen. Wir können es annehmen oder ablehnen. Aber auch wenn wir dieses wunderbare Heil angenommen haben, müssen wir uns entscheiden. Wird Jesus Christus allein das Zentrum unseres Glaubens und unserer Anbetung sein? Wohl dem, der heute eine klare Entscheidung trifft. Denn weil Jesus Christus den Willen Seines Vaters in allem vollkommen erfüllte

“(…) hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm einen Namen gegeben, der über jeden Namen ist (..)“

Diese Verherrlichung Jesu wird eines Tages vor aller Welt sichtbar werden. Dann wird sich

“ (…)  in dem Namen Jesu (…) beugen (…) aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen (werden) bekennen (…), dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“

(Philipper 2, 8 – 10)

Es ist unsere Entscheidung, ob wir an der Verherrlichung dieses wunderbaren Erlösers heute schon und in Zukunft teilhaben.

Fußnoten:

¹= Andere Ausleger lokalisieren das Geschehen an anderen Plätzen des Tempelareals, z.B. am südwestlichen Tor. Dieses war der Hauptzugang zum Tempel für das Volk.

²= Josephus Flavius: “Geschichte des Jüdischen Krieges“, übersetzt und mit Einleitung und Anmerkungn versehen von Dr. Heinrich Clementz, Fourier Verlag Wiesbaden, 8. Auflage 1988, Buch V, Kapitel 5, Abschnitt 3 (Seite 496/497)

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Eine Antwort zu Glaube an den Namen Christi (Apostelgeschichte 3, 16)

  1. AS schreibt:

    Super, hat mir sehr geholfen! Konnte einen segensreichen Gottesdienst halten. Wer ist der Verfasser? Da dieser Artikel so passend für mich kam, habe ich eine Ahnung. Danke dafür!!!

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