Stehen und oder sitzen?


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In verschiedenen Bibelstellen wird davon gesprochen, dass der Herr Jesus Christus nach Seiner Himmelfahrt steht bzw. sitzt.

So heißt es z.B. in Apostelgeschichte 7, 55:

“Er (Stephanus, JNj.) aber, voll heiligen Geistes, blickte zum Himmel empor und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen.“

Hingegen wird in Hebräer 10, 12 gesagt:

“(…) dieser aber hat sich, nachdem er ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht hat, für immer zur Rechten Gottes gesetzt (…)“

Ist dies ein Widerspruch? Ich glaube, dass die Lösung im jeweiligen Kontext der Beschreibung gefunden werden kann:

Wenn man Hebräer 10 einmal ganz liest, dann erkennt man, dass uns hier Jesus Christus in Seiner Funktion als der Hohepriester Seines Volkes, also der Gläubigen, vorgestellt wird. Ein Priester durften im jüdischen Tempel nie sitzen, denn das Opfern für die Sünden des Volkes war ein fortwährender Vorgang (vgl. Hebräer 10, 11). Aus diesem Grund hatten u. a. auch die Schalen, in denen das Opferblut zum Besprengen des Altars an den Altar getragen wurde, eine spezielle Form. Der so genannte Mizrak, in dem das Blut zum Altar gebracht wurde, hatte keine Abstellfläche, sondern eine Art Knauf (siehe Bild hier: Klick!) Hätte man das Gefäß auf diesem Knauf abgestellt, wäre es umgefallen und das Opferblut wäre ausgeschüttet worden. Das durfte natürlich nicht sein. So waren die Priester dauernd „unterwegs“ zwischen dem Opfer und dem Altar. Sie kamen während ihres Dienstes nie zur Ruhe, das Werk des Opferns musste immer weitergehen. Der große Unterschied zwischen dem Priesterdienst des Alten Testaments und dem Hohepriesterdienst des Herrn Jesus Christus besteht ja gerade darin, dass Er „mit einem Opfer“ ein für allemal die vollendet hat, die geheiligt werden (Hebräer 10, 14), d.h., alle, die an Ihn glauben. Sein Werk ist vollendet. Seinem Werk ist nichts mehr hinzuzufügen. Darum wird Er uns im Hebräerbrief, der ja die großen Unterschiede zwischen dem alttestamentarischen Priestertum und dem Hohepriestertum Jesu herausarbeitet, als sitzend gezeigt.

Wo immer der Herr Jesus uns in der Heiligen Schrift als der Sachwalter, d.h. als der Beistand Seiner Gläubigen gezeigt wird, wie z.B. bei der Steinigung des Stephanus, da sehen wir Ihn „in Aktion“, tätig, stehend, bereit etwas zu tun (z.B. Stephanus „in Empfang“ zu nehmen).

Das Werk der Erlösung ist für immer vollendet. Der Herr wird in dieser Weise nie wieder Seinen Hohepriesterdienst aufnehmen. Er muss nie wieder so tätig werden, kein zweites Opfer bringen, Sein Opfer war vollkommen und vollgültig.

Aber solange Seine Kinder Seiner Hilfe bedürfen, gönnt Er sich keine Ruhe, steht für sie auf und steht für sie ein.

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