Keine Panik! (2. Thessalonicher 2, 15)


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"Keine Panik!"  * Foto: Rolf van Melis_pixelio.de

„Keine Panik!“ – Foto: Rolf van Melis/pixelio.de

Alle Jahre wieder ….

Erinnern Sie sich noch an Harold Camping? Dieser selbsternannte amerikanische Prediger sagte im vergangenen Jahr den Weltuntergang für den 21. Mai 2011 vorher. Dabei handelte es sich nicht um seine erste falsche Prophezeiung. Seit 1988 hat er in regelmäßigen Abständen neue Daten für das “Ende der Welt“ bekannt gegeben und zwar immer mit demselben Ergebnis: das angekündigte Ereignis blieb aus. Auch der 21. Mai 2011 kam und ging ohne dass sich Harold Campings Vorhersage erfüllte. Sie konnte sich auch gar nicht erfüllen, denn die Heilige Schrift macht an vielen Stellen deutlich, dass kein Mensch eine solche Kenntnis besitzen kann. Der Herr Jesus Christus selbst sagt in Markus 13, 32:

“Von jenem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater.“

Und diese Aussage wird uns auch an weiteren Stellen im Neuen Testament bestätigt:

“Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, sondern allein mein Vater.“

(Matthäus 24, 36)

“Er sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Stunden zu kennen, welche der Vater in seiner eigenen Macht festgesetzt hat (…)“

(Apostelgeschichte 1, 7)

Trotz dieser klaren und eindeutigen Warnungen hat es in den vergangenen zweitausend Jahren immer wieder Menschen gegeben, die entsprechende Voraussagen gemacht und damit viele Menschen verführt haben.  Das sollte uns nicht verwundern, denn auch das Auftreten derartiger falscher Propheten hat der Herr Jesus Christus mehrfach angekündigt (Markus 13, 22; Matthäus 7, 15; Matthäus 24, 11 + 24).

Panik statt Hoffnung

Schon zur Zeit der ersten christlichen Versammlungen (= Gemeinden)  versuchten solche falschen Propheten unter den Gläubigen Einfluss zu gewinnen. Besondere aktiv waren sie in Thessaloniki. Um ihre irreführenden Lehren unter den Gläubigen zu verbreiten, schreckten diese falschen Propheten auch nicht davor zurück, ihre Schriften als Briefe des Apostels Paulus auszugeben. Ja, sie standen sogar in den Zusammenkünften auf und verkündeten ihre falschen Lehren in Form einer Weissagung, um ihnen so den Anschein zu verleihen, es handele sich dabei um ein direktes Wort von Gott. Die Kernaussage ihrer falschen Lehre unterschied sich jedoch diametral von dem, was der Herr Jesus Christus selbst und auch seine Apostel den Gläubigen verkündigt hatten. Anstatt die Gläubigen zu ermutigen und in der christlichen Hoffnung zu bestärken, streuten diese Irrlehrer eine Saat voller Resignation und Pessimismus in die Herzen ihrer Zuhörer. Wie nicht anders zu erwarten, waren Angst und geistliche Lähmung die Folge.
Der Apostel Paulus hatte von diesen und anderen Geschehnissen in der Gemeinde in Thessalonich gehört (2. Thessalonicher 3, 11). Um den Gläubigen in dieser Situation zu helfen, schreibt er den Brief, der uns als 2. Brief an die Thessalonicher bekannt ist.  Im zweiten Kapitel dieses Briefes geht er auf die genannten falschen Lehren ein und widerlegt sie. In diesem Zusammenhang  findet sich auch unser heutiges Textwort:

“Was nun das Kommen unseres Herrn Jesus Christus angeht und unsre Vereinigung mit ihm, so bitten wir euch, liebe Brüder, dass ihr euch in eurem Sinn nicht so schnell wankend machen noch erschrecken lasst – weder durch eine Weissagung noch durch ein Wort oder einen Brief, die von uns sein sollen -, als sei der Tag des Herrn schon da.  Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott. Erinnert ihr euch nicht daran, dass ich euch dies sagte, als ich noch bei euch war? Und ihr wisst, was ihn noch aufhält, bis er offenbart wird zu seiner Zeit. Denn es regt sich schon das Geheimnis der Bosheit; nur muss der, der es jetzt noch aufhält, weggetan werden, und dann wird der Böse offenbart werden. Ihn wird der Herr Jesus umbringen mit dem Hauch seines Mundes und wird ihm ein Ende machen durch seine Erscheinung, wenn er kommt. Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern und mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, dass sie gerettet würden. Darum sendet ihnen Gott die Macht der Verführung, sodass sie der Lüge glauben, damit gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Lust hatten an der Ungerechtigkeit. Wir aber müssen Gott allezeit für euch danken, vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch als Erste zur Seligkeit erwählt hat in der Heiligung durch den Geist und im Glauben an die Wahrheit, wozu er euch auch berufen hat durch unser Evangelium, damit ihr die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus erlangt. So steht nun fest, liebe Brüder, und haltet euch an die Lehre, in der ihr durch uns unterwiesen worden seid, es sei durch Wort oder Brief von uns. Er aber, unser Herr Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat und eine gute Hoffnung durch Gnade, der tröste eure Herzen und stärke euch in allem guten Werk und Wort.“

(2. Thessalonicher 2, 1 – 17)

Hoffnung statt Panik

Zu Beginn des Kapitels geht Paulus auf die Aktivitäten der falschen Propheten ein (falsche Weissagung, angebliche Worte oder Briefe von Paulus oder anderen Dienern des Herrn, Verse 1 + 2). Dann spricht er den Kern der falschen Lehre an: “als ob der Tag des Herrn schon gekommen sei“.  Schon zu der Zeit, als Paulus den ersten Brief an die Thessalonicher schrieb, litten diese unter einer Verfolgungswelle, die immer noch anhielt  (1. Thessalonicher 1, 6; 2, 14; 3, 3 – 4; 2. Thessalonicher 1, 4).  Die falschen Propheten lehrten nun, dass diese Verfolgungen ein Zeichen dafür wären, dass der “Tag des Herrn“ Bereits angebrochen sei. Wie ich an anderer Stelle detailliert erläutert habe (Klick!), ist der Begriff “Tag des Herrn“ ein Oberbegriff für eine Gerichtsperiode, die Israel, die es umgebenden Nationen und die Welt betreffen wird. Christen, auch das habe ich detailliert aufgezeigt (Klick!), erwarten nicht den “Tag des Herrn“, sondern den „Tag Christi“, also jenen Tag, an dem der Herr Jesus Christus Seine Versammlung (= Gemeinde) zu sich nehmen wird. Über dieses wunderbare, zukünftige Ereignis hatte Paulus die Thessalonicher in seinem ersten Brief ausführlich informiert. Darauf hatte er ihren Blick richten wollen, damit sie “nicht traurig sein mussten, wie jene, die keine Hoffnung haben“:

“Wir wollen euch aber, liebe Brüder, nicht im Ungewissen lassen über die, die entschlafen sind, damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die entschlafen sind, durch Jesus mit ihm einherführen. Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind. Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch mit diesen Worten untereinander.

(1. Thessalonicher 4, 13 – 18)

Doch dieser hoffnungsvolle Blick auf die Zukunft war den Gläubigen in Thessalonich durch die falschen Lehrer verdunkelt worden. Sie glaubten nun, sie befänden sich schon in der Gerichtsperiode des „Tag des Herrn“, der auf die Entrückung der Gläubigen folgen soll. Das aber musste zweifellos auch bedeuten, dass sie die Entrückung, die Vereinigung mit dem Herrn Jesus Christus, verpasst hatten. Paulus macht nun in 2. Thessalonicher 2, 1 – 17 deutlich, dass die Befürchtung völlig unbegründet ist. Er erinnert die Thessalonicher an das, was er sie zuvor schon gelehrt hat (Vers 5), nämlich, dass dem Gericht des “Tages des Herrn“ bestimmte Ereignisse vorausgehen müssten, insbesondere der Abfall vom christlichen Glauben und das Auftreten des Antichrists (Verse 7 – 12). Da diese Ereignisse noch nicht eingetreten waren und da die Entrückung der Gläubigen dem “Tag des Herrn“ vorausgehen würde, gab es weder Grund zur Panik noch zur Resignation. Es gab – und gibt! – nur Grund zur Hoffnung und zur Freude!

Fest stehen!

Nachdem Paulus den Blick der Thessalonicher wieder neu auf die christliche Hoffnung ausgerichtet hat, ermahnt er sie in 2. Thessalonicher 2, 15, dass sie nun auch in dieser Belehrung fest zu stehen, nicht wieder davon abzuweichen. Dabei ist es ganz egal, ob jemand mit einem angeblichen Brief von Paulus zu ihnen kommt oder ob jemand in ihrer Mitte aufsteht und seine falsche Lehre als “Weissagung““, d.h. als ein direktes Wort von Gott, ausgibt. Alles, was sie hören oder lesen, sollen sie an dem messen, prüfen, was sie von dem Herrn Jesus Christus und Seinen Aposteln empfangen haben. Warum ist das so wichtig? Kurz vor der Himmelfahrt Jesu, fragten die Jünger den Herrn, wann Er das Reich Gottes aufrichten würde. der Herr antwortete darauf (Apostelgeschichte 1, 7 – 8):

“Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“

Spekulationen über den Zeitpunkt des Kommens des Herrn können, wie wir eingangs gesehen haben, immer nur in die Irre führen. Sie sind nicht nur Zeitverschwendung, sondern ganz eindeutig gegen Gottes Willen. Unsere Aufgabe ist es, den Auftrag Gottes zu erfüllen, zu der wir berufen sind: Seine Zeugen zu sein, Seine frohe Botschaft, das Evangelium, in Wort und Tat zu verkündigen. Wenn wir einen klaren Blick auf die christliche Hoffnung, das Kommen des Herrn und unsere Vereinigung mit Ihm, haben, wird uns diese Hoffnung ermutigen, motivieren, anspornen. Wenn wir unseren Blick jedoch mehr auf die “Zeichen der Zeit“ und all‘ das Negative, das mit ihnen einhergeht, richten, dann kann es leicht geschehen, dass wir pessimistisch werden, dass wir uns fragen, ob unser Dienst für Gott und am Menschen überhaupt noch einen Sinn macht. Pessimismus, Resignation, u.U. Panik, führen immer zur Lähmung, in diesem Fall zu einer Lähmung unserer geistlichen Kräfte. Dazu dürfen wir uns nicht verführen lassen. Nicht die “Zeichen der Zeit“ motivieren den Christen, sondern das Wort Gottes. Wir müssen fest stehen, in der christlichen Hoffnung, über die uns die Heilige Schrift belehrt. Nur so werden wir das Gebot unseres Herrn erfüllen können, der uns auffordert:

“Handelt damit, bis ich wiederkomme!“

(Lukas 19, 13 b)

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