Das Leben wählen

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Kurz bevor die Israeliten das verheißene Land in Besitz nehmen dürfen, belehrt  Mose das Volk erneut über die Gesetze Gottes. Diese Wiederholung des göttlichen Gesetzes finden wir im 5. Buch Mose, das deshalb auch die lateinische Bezeichnung “Deuteronomium“, also “zweites Gesetz“ trägt. Sie war notwendig, da von den Israeliten, die aus Ägypten ausgezogen und zu diesem Zeitpunkt älter als zwanzig Jahre waren, nur noch Mose, Josua und Kaleb lebten (4. Mose 14, 29 – 30).¹ Diese neue Generation würde das Land einnehmen und darum war es nötig, dass sie eine Belehrung darüber empfing, was der  Gott, der ihnen dieses neue Land geben wollte, von ihnen erwartete. In 5. Mose 30, 19 – 20 fasst Mose die Botschaft Gottes wie folgt zusammen:

‚Ich nehme heute den Himmel und die Erde als Zeugen gegen euch:
Das Leben und den Tod habe ich euch vorgelegt, den Segen und den Fluch!
So wähle das Leben, damit du lebest, du und deine Nachkommenschaft,
indem du den HERRN, deinen Gott, liebst
und seiner Stimme gehorchst und ihm anhängst;
denn das ist dein Leben und die Länge deiner Tage,
dass du in dem Land wohnst, das der HERR deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, ihnen zu geben.“

Mose belehrt die Israeliten darüber, worauf es in einer Beziehung zu Gott ankommt:  Liebe, Vertrauen und daraus resultierend Treue/Gehorsam. In den Versen zuvor hat Mose bereits erklärt, wie ein Mensch Gott lieben und folgen kann: Gott ist kein Mysterium, Er hat sich geoffenbart. Jeder Mensch kann Ihn erkennen, Zugang zu Ihm bekommen. In 5. Mose 30, 11 heißt es ausdrücklich:

‚Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, ist nicht zu wunderbar für dich und ist nicht fern.“

Gottes Wort ist „nicht zu wunderbar“, d.h., es ist nicht schwierig zu verstehen. Es ist ganz einfach. Manche Menschen reagieren auf die Botschaft Gottes mit der Aussage: „Das ist mir zu schwierig!“ Aber das ist eine Ausrede. Ehrliche Fragen sind bei Gott immer willkommen, ja erwünscht. Niemand muss seinen – von Gott gegebenen! – Verstand „an der Garderobe“ abgeben. Aber das, was Gott uns sagen und lehren will, das, was Er von uns erwartet, ist immer einfach zu verstehen:

‚Das Leben und den Tod habe ich euch vorgelegt, den Segen und den Fluch!
So wähle das Leben, damit du lebest (…)“

Was ist daran unverständlich? Was ist daran kompliziert? Natürlich verstehen wir nicht alles sofort, aber die entscheidende Botschaft verstehen wir immer, denn sie ist immer einfach. Denken wir nur an die klare Aussage des Evangeliums:

Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“

(Johannes 3, 16)

Benötigt man zum Verständnis dieser Worte einen Universitätsabschluss? Nein, ein Kind kann diese Botschaft verstehen (Matthäus 19, 14). In 5. Mose 30, 14 – 16 weist Mose darauf hin, dass es auch keiner besonderen Anstrengungen bedarf, mit Gottes Wort, ja mit Gott selbst, in Kontakt zu kommen:

“Und es ist nicht jenseits des Meeres, dass du sagen könntest: Wer wird für uns jenseits des Meeres hinüberfahren und es uns holen und es uns hören lassen, dass wir es tun? Sondern sehr nahe ist dir das Wort, in deinem Mund und in deinem Herzen, damit du es tust.“

Die Sagen des Altertums berichten uns von Helden, die weite und gefahrenvolle Reisen in entfernte, unbekannte Länder unternehmen, um in den Besitz der Wahrheit oder in Kontakt mit Gott zu kommen. Mose macht deutlich: Im Unterschied zu den heidnischen Götzen ist der wahre Gott nicht schwer zu finden. Wir müssen keine Expedition unternehmen, sind nicht davon abhängig, dass ein Held uns seine Botschaft überbringt. Nein, Gott ist da, Er hat sich geoffenbart und dem Menschen zugewandt.

Der Apostel Paulus greift diese Aussage auf, wenn er im Brief an die Römer, schreibt:

“Die Gerechtigkeit aus Glauben aber spricht so: Sage nicht in deinem Herzen: Wer wird in den Himmel hinaufsteigen?, das ist, um Christus herabzuführen; oder: Wer wird in den Abgrund hinabsteigen?, das ist, um Christus aus den Toten heraufzuführen; doch was sagt sie? Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen; das ist das Wort des Glaubens, das wir predigen (…)“

(Römer 10, 6)

Das, was für die Israeliten galt, gilt auch für uns: Jesus Christus ist in diese Welt gekommen und hat Gott bekannt gemacht (Johannes 17, 6). Er selbst ist die vollkommene Offenbarung Gottes (Johannes 12, 45; 14, 9 – 10; Kolosser 1, 15 – 20; 2, 9). Nicht wir suchen Gott, Gott sucht und findet uns (vgl. die drei Gleichnisse in Lukas 15, 1 – 24!). Gott kommt uns in Seinem Sohn nahe, damit wir Ihn erkennen können:

“Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und uns ein Verständnis gegeben hat, auf daß wir den Wahrhaftigen kennen (…)

(1. Johannes 5, 20)

Gottes Wort an die Israeliten war weder geheim, noch schwer verständlich. Er hatte es ihnen durch Mose in ihrer Sprache verkündigen lassen. Gottes Gebote waren klar und einfach verständlich. Genauso ist es mit dem Evangelium. Paulus sagt diesbezüglich in Römer 10, 8 ff.:

“(…) doch was sagt sie? Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen; das ist das Wort des Glaubens, das wir predigen, dass, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst.“

Was ist an diesen einfachen Worten nicht zu verstehen? „Wenn du in deinem Herzen glaubst ….“ das ist Gottes Botschaft an uns und sie ist ganz einfach zu verstehen. Biblische Evangeliumsverkündigung vertreibt die geistliche Dunkelheit. Sie ist ein Licht in der Finsternis (2. Korinther 4, 4). Das bedeutet nicht, dass man alles gleich versteht, aber die rettende Botschaft des Evangeliums kann jeder Mensch beim ersten Hören auch verstehen. Das Evangelium ist klar und einfach. Darum hat auch niemand, der das Evangelium gehört hat, eine Entschuldigung. Niemand kann sagen, er habe es nicht verstanden (vgl. Römer 1, 20). Trotzdem lehnen immer wieder Menschen das Evangelium ab. Warum? Entweder kommen sie mit intellektuellen Vorbehalten oder sie sagen, das Evangelium sei zu kompliziert. In der Regel sind solche Aussagen nichts anderes als verbale „Nebelmaschinen“, die vom eigentlichen Problem ablenken. Denn das Evangelium ist einfach und es ist für jedermann verständlich. Man kann es ablehnen, aber man kann nicht sagen, man habe es nicht verstanden. Gott hat sich nicht auf eine Art und Weise zu erkennen gegeben, die nur von überaus intelligenten Menschen nachvollzogen werden kann. Nein. Sie können es verstehen, ich kann es verstehen und wir werden uns, wenn wir eines Tages vor Gott Rechenschaft ablegen müssen, nicht damit herausreden können, dass Sein Wort an uns unverständlich gewesen sei (Römer 14, 12).

Was fangen wir mit Gottes Wort an? In 5. Mose 30, 15 sagt Mose: 

“Siehe, ich habe dir heute das Leben und das Glück, und den Tod und das Unglück vorgelegt (…)“

Es gibt zwei Möglichkeiten, zwei Wege, die der Mensch, der das Wort Gottes gehört hat, betreten kann. Den Weg des Lebens oder den Weg des Verderbens. Auch diese mosaische Aussage ist ein  Vorbild der Botschaft,  die im Neuen Testament zu uns kommt. Das Wort Gottes, das zu uns kam lautet:

“Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“

(Johannes 3, 16)

“Diese aber sind geschrieben, auf daß ihr glaubt, daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und auf daß ihr glaubend Leben habt in seinem Namen.“

(Johannes 20, 31)

Es ist eine einfache Botschaft: Es gibt zwei Wege, die man beschreiten kann. Den Weg des Lebens oder den Weg des Verderbens. Mancher wird dies als eine Schwarz-Weiß-Botschaft bezeichnen und sagen, so einfach könne man es sich doch nicht machen. Nun, Gott macht es sich „so einfach“ und  bei Ihm gibt es kein grau. Bei Menschen mag „alles relativ“ sein, Gott sieht das nicht so. Entweder hat man Frieden mit Gott oder man hat ihn nicht. Entweder erwählt man den Weg des Lebens, d.h., den Weg mit Gott, der allein ewiges Leben geben kann (1. Timotheus 6, 16)  oder man bleibt auf dem Weg des Todes. Entweder wandelt man im Licht Gottes oder man bleibt in der Finsternis (1. Johannes 1, 7 – 9).

In der Einfachheit Seiner Botschaft an uns, kommt Gottes Liebe zu allen Menschen zum Ausdruck. Gott liebt alle Menschen und Er möchte eine Beziehung zu jedem von uns haben. Darum spricht Er auf eine Art und Weise, die jeder Mensch verstehen kann. Gott hat nicht nur ein Herz für Menschen, die sich Bildung leisten können, über Begabung verfügen, sondern auch für Analphabeten. Seine Botschaft ist einfach und klar, schwarz und weiß. Das mag manchen ärgern. Das mag mancher als einen Affront gegen seinen Intellekt verstehen. Wer so denkt, übersieht die Liebe Gottes für alle Menschen, die in der Einfachheit  Seiner Botschaft zum Ausdruck kommt.

In 5. Mose 30, 16 heißt es:

“ (…) da ich dir heute gebiete, den HERRN, deinen Gott, zu lieben, auf seinen Wegen zu wandeln und seine Gebote und seine Satzungen und seine Rechte zu halten, damit du lebest und dich mehrest und der HERR, dein Gott, dich segne in dem Land, wohin du kommst, um es in Besitz zu nehmen.“

Gott wünscht keinen “Kadavergehorsam“, sondern Gehorsam aus Liebe. Wie kann ein Mensch Gott lieben? Wenn der Mensch erkennt, wie sehr Gott ihn geliebt hat und was Er für den Menschen getan hat, dann kann er Gott vertrauen, dann kann er auch treu sein und Ihm folgen.

Die Israeliten sahen die Wunder, die Gott für sie tat, sie konnten Gottes Liebe erkennen und entsprechend handeln. Wir aber kennen Gottes Liebe auf eine noch viel umfassendere Weise: wir kennen das Kreuz Christi.

“Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab …“

“Er gab seinen eingeborenen Sohn“ – diese Aussage bezieht sich auf das Kreuz von Golgatha, an dem der Sohn Gottes an Ihrer und an meiner Stelle Sein Leben lies und das Gericht Gottes für uns auf sich nahm. Gott liebte Sie so sehr, dass Er seinen Sohn für Sie dahin gab. Darum können auch Sie  Gott lieben. Sie können Ihn lieben, weil sie am Kreuz die Liebe erkennen, die Er zu Ihnen hat. Und wenn sie Ihn lieben, Ihm vertrauen und Ihm nachfolgen, dann empfangen sie Leben aus Gott, von dem sie bis jetzt nichts gewusst haben (Epheser 4, 18). Dieses Leben ist ewiges Leben, aber es beginnt im Hier und Jetzt. Schon während ihres Lebens wird Gott sie segnen und dieser Segen wird in Ewigkeit nicht aufhören.

Aber angenommen, sie verstehen das Wort Gottes und sie entscheiden sich, ihm nicht zu folgen, was für Konsequenzen wird das haben? Was es für die Israeliten bedeutete, sagt 5. Mose 30, 17 -18:

“Wenn aber dein Herz sich abwendet und du nicht gehorchst und du dich verleiten lässt und dich vor anderen Göttern niederbeugst und ihnen dienst, so künde ich euch heute an, dass ihr gewiss umkommen werdet; ihr werdet eure Tage nicht verlängern in dem Land, wohin zu kommen du über den Jordan gehst, um es in Besitz zu nehmen.“

Auch für uns gibt keinen neutralen Boden. Sie werden eine Entscheidung treffen – für oder gegen Gottes Einladung. Entweder lieben Sie Ihn oder sie lieben Ihn nicht, entweder folgen Sie Ihm oder Sie folgen Ihm nicht. Eine „Schweiz des Glaubens“ gibt es nicht. Wenn Sie Gottes Liebe ablehnen, dann werden  Sie seine Segnungen nicht genießen können.

Auch hier ist das, was Gott den Israeliten sagt, eine Vorschattung auf das, was für uns heute gilt: Wenn wir Gottes Liebe ablehnen, dann wird das eine ewige Existenz außerhalb der Gegenwart Gottes zur Folge haben.

Zwei Wege, eine Entscheidung. Wenn Sie Gottes Wort hören, dann müssen Sie eine Entscheidung treffen und sie werden Sie treffen. Wenn Sie nach dem “Amen“ bzw. nach dem letzten Lied dieses Haus verlassen, dann werden Sie den einen oder den anderen Weg einschlagen.

Gott lädt Sie ein, das Leben zu wählen. Er hat am Kreuz von Golgatha schon alles getan, damit Sie in den Genuss der Vergebung der Sünden, des ewigen Lebens und göttlicher Segnungen gelangen können. Er will Ihnen eine lebendige Hoffnung geben. Diese vielfältigen Segnungen sollen nicht nur in Ihrem Leben Wirklichkeit werden, sondern für Ihre ganze Familie.

Gott sagt nicht nur: Wähle!“ Er sagt Ihnen: „Wähle das Leben!“ Die Entscheidung ist einfach. Entscheiden Sie sich heute  und entscheiden Sie sich für das Leben.

“Darum beherzigt, was der Heilige Geist sagt: „Wenn ihr heute die Stimme Gottes hört, verschließt euch seinem Reden nicht, wie es das Volk in der Wüste an dem Tag tat, als es gegen ihn rebellierte.“

(Hebräer 3, 7 – 8 NeÜ)

Fußnoten:

¹ = vgl.  Arend Remmers: „Die Bibel im Überblick“, CSV Hückeswagen 2011, Seite 115

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