Das Reich Gottes (3)


Translation here.

Nachdem wir bisher den Unterschied zwischen dem Reich Gottes und der Versammlung (= Gemeinde/Kirche) und seine Verheißung im Alten Testament betrachtet haben, wenden wir uns nun dem Kommen des Reiches Gottes zu:

C. Das Reich Gottes kommt nahe in der Person Jesu Christi (1)

Die Erwartung des verheißenen Reiches Gottes war auch noch zur Zeit Johannes des Täufers in Israel lebendig. Er war dann der Erste, der die Erfüllung dieser Verheißung verkündete:

„Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen“

(Matthäus 3, 2)

Aber die Erwartungshaltung des Volkes Israel hatte sich unter der Fremdherrschaft  durch verschiedene Völker und letztlich unter der Besatzung durch  die Römer von der Erwartung eines Erlösers, der sein Volk von den Sünden befreien (Matthäus 1, 21; Lukas 1, 76 – 77) und in eine neue Beziehung zu Gott führen würde, zu  der Erwartung eines politischen Befreiers hin verschoben (Lukas 24, 13 – 21¹). Von einem solchen politischen Befreier erwartete man, dass er der Besatzung ein Ende bereiten würde.  Ein siegreicher König, am besten einer wie David, sollte das Land befreien und ihm Wohlstand verschaffen. Das Verständnis dafür, dass Gott ein Reich unter Seiner Herrschaft aufrichten wollte, in dem Seine – geistlichen – Gesetze galten, war Israel abhanden gekommen. Genauso abhanden gekommen war ihnen das Verständnis dafür, dass sie so, wie sie waren – abgewichen von Gottes Geboten und in Sünden – für ein solches Reich Gottes nicht „kompatibel“, nicht passend waren. Immer schon hatten die Propheten des Alten Testaments daher das Volk als Ganzes zur Buße, zur Umkehr zu Gott, aufgerufen. Aber diese Aufrufe waren mehr oder weniger immer verhallt. Das Volk hatte sich immer wieder  von Gottes Geboten ab- und dem Götzendienst zugewandt. In der Folge davon ließ Gott sie 597 v. Chr. in die Babylonische Gefangenschaft  gehen. Doch auch danach kam es zu keiner  nationalen Buße, obwohl Gott dies durch Seine Propheten immer wieder verkünden und fordern ließ. Dass eine innere Veränderung des Volkes der äußeren Veränderung der Umstände (Ende der Besatzungen durch fremde politische Mächte, Wohlstand, direkte Regierung Gottes) vorausgehen musste, hatten auch die Propheten immer wieder betont (siehe z.B. Hesekiel 36, Hesekiel 37). So war es dann auch ganz folgerichtig, dass Johannes der Täufer als letzter Prophet des Alten Bundes (Matthäus 3, 2), der Herr Jesus selbst (Matthäus 4, 17 + 23) und auch seine  Jünger (Matthäus 10, 1 – 7)  dem Volk Buße und Umkehr zu Gott predigen. Der Aufruf zur Umkehr (Buße) und die Verkündigung des kommenden Reiches Gottes wird im Neuen Testament als das „Evangelium des Reiches“ bezeichnet (vgl. Markus 1, 14)².

Fußnoten:

¹= Beachten Sie, dass es in Vers 21 heißt: „Wir aber hofften, er sei der, welcher Israel erlösen sollte.“ – Ihr Gedanke war, der Messias würde >Israel<, also das Land, von der Besatzung erlösen, nicht aber die Bewohner von ihren Sünden. Siehe dazu auch Apostelgeschichte 1, 6: „Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, gibst du in dieser Zeit >Israel< die Königsherrschaft wieder?“
²= Diese Verkündigung muss unterschieden werden von dem „Evangelium der Gnade und Herrlichkeit Gottes“ (Apostelgeschichte 20, 24; 1. Timotheus 1, 11), welches allen Menschen heute die Erlösung in Jesus Christus verkündet. Sie muss auch unterschieden werden von dem „ewigen Evangelium“, d.h., der Botschaft, die seit Anbeginn der Welt durch die Schöpfung verkündigt wird (vgl. Römer 1, 18 ff.; Psalm 19, 1 – 6; Offenbarung 14, 6 – 7). Das „ewige Evangelium“ offenbart Gott als Schöpfer, das „Evangelium des Reiches“ offenbart Gott als den König Israels, ja der ganzen Erde und das „Evangelium der Gnade und Herrlichkeit Gottes“ offenbart Ihn als den Erlöser der Menschheit.

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