Ich glaube … an die Auferstehung des Fleisches.


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Regelmäßig wiederkehrende Ereignisse, auch Feiertage, bergen die Gefahr in sich, dass sie uns  innerlich abstumpfen lassen.  Wenn wir  dreißig oder vierzig Mal oder noch öfter einen solchen Tag begangen haben, dann kann es leicht dazu kommen, dass wir meinen, wir wüssten „doch nun allmählich alles, was damit zu tun hat“. Aber ist das wirklich so? Betrachten Sie einmal folgende Verse:

„Als es nun Abend war an jenem Tag, dem ersten der Woche, und die Türen da, wo die Jünger waren, aus Furcht vor den Juden verschlossen waren, kam Jesus und stand in der Mitte und spricht zu ihnen: Friede euch! Und als er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.“

(Johannes 20, 19 – 20)

Haben Sie sich beim Lesen dieser Verse schon einmal gefragt, warum uns der Apostel hier die Tatsache überliefert, dass der Herr Jesus Seinen Jüngern Seine Hände und Seine Seite zeigte? Nun ja, das könnte eine Art „Erkennungszeichen“ gewesen sein, wie manche meinen. Aber betrachten Sie einmal folgende Verse:

„Thomas aber, einer von den Zwölfen, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Da sagten ihm die andern Jünger: Wir haben den Herrn gesehen! Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht an seinen Händen das Nägelmal sehe und lege meinen Finger in das Nägelmal und lege meine Hand in seine Seite, so glaube ich es nicht! Und nach acht Tagen waren seine Jünger wiederum dort und Thomas bei ihnen. Da kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“

(Johannes 20, 24 – 27)

„Während sie aber dieses redeten, stand er selbst in ihrer Mitte und spricht zu ihnen: Friede euch! Sie aber erschraken und wurden von Furcht erfüllt und meinten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen:
Was seid ihr bestürzt, und warum steigen Gedanken auf in euren Herzen? Sehet meine Hände und meine Füße,
daß ich es selbst bin; betastet mich und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein,
wie ihr sehet, daß ich habe. Und als er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Füße.
Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen:
Habt ihr hier etwas zu essen? Sie aber reichten ihm ein Stück gebratenen Fisch
[und von einer Honigscheibe]; und er nahm und aß vor ihnen.“

(Lukas 24, 36 – 44)

„Was von Anfang war, was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen,
was wir angeschaut und unsere Hände betastet haben, betreffend das Wort des Lebens;
(und das Leben ist geoffenbart worden, und wir haben gesehen und bezeugen und
verkündigen euch das ewige Leben, welches bei dem Vater war und uns
geoffenbart worden ist;) was wir gesehen und gehört haben, verkündigen wir euch,
auf daß auch ihr mit uns Gemeinschaft habet; und zwar ist unsere Gemeinschaft
mit dem Vater und mit seinem Sohne Jesus Christus.
Und dies schreiben wir euch, auf daß eure Freude völlig sei.“

(1. Johannes 1, 1 – 4)

Ist Ihnen etwas aufgefallen? Ja, in allen diesen Zeugnissen geht es um einen Auferstandenen zum Anfassen!  Einen Geist kann man nicht anfassen, ein Geist ist nicht in der Lage ein Stück Fisch und Honig zu essen. Der Apostel Johannes sagt es ganz klar: „… was wir angeschaut und unsere Hände betastet haben ….“  Dieses apostolische Zeugnis  entspricht so gar nicht dem, was man uns heute gern vermitteln möchte. Allgemein und sogar auf den Kanzeln christlicher Kirchen wird behauptet, wir müssten zwischen dem „historischen Jesus“ und dem „Christus des Glaubens“ unterscheiden. Der „historische Jesus“, so sagt man uns, sei historisch belegt, aber besonders viel wüssten wir nicht von ihm. Der „Christus des Glaubens“, das sei jene Person, die die Jünger nach der Kreuzigung  des „historischen Jesus“ aus ihm „gemacht“ hätten. Die Jünger, die den entsetzlichen Tod ihres Meisters  miterleben mussten, hätten dieses Trauma nicht verschmerzt und sich so sehr in ihren Schmerz hineingesteigert, bis sie Erscheinungen, eine Art Halluzinationen, gehabt hätten. Aufgrund dieser Halluzinationen hätten die Jünger dann behauptet, der Herr sei auferstanden. Aber aufgeklärte Menschen könnten – insbesondere im Zeitalter technischer Errungenschaften – nicht mehr daran glauben. Wer solches verkündet, der offenbart damit seine Unkenntnis, insbesondere der jüdischen Kultur und Religion zur Zeit Jesu. Der Historiker und Papyriologe Carsten Peter Thiede führt dazu aus:

„Aber am Interessantesten für den Historiker ist die Tatsache, dass nichtchristliche Autoren, selbst offen antichristliche wie Celsus, nicht versuchen, die Evangelien zu widerlegen, obwohl es zu jener Zeit kein Risiko bedeutete, Christen anzugreifen. Dass niemand  die Christen beschuldigte, ihre Quellen verfälscht zu haben, ist ziemlich bemerkenswert. Tatsächlich findet sich im Matthäus-Evangelium das früheste bekannte Beispiel einer antichristlichen „Wiedergabe“ eines Ereignisses (Matthäus 28, 11 – 15), ohne dass die zentrale Tatsache, nämlich das leere Grab am Ostermorgen, in Frage gestellt wurde. Niemand konnte die offensichtlichen, greifbaren Beweise leugnen. Was also konnten die Gegner tun? Behaupten, Jesus habe sein Verschwinden durch irgendeinen magischen Trick inszeniert, so wie Celsus später versuchte, die unstrittigen Wunder wegzuerklären? Die Gefolgschaft des Hohenpriesters ersann eine Strategie, die sogar noch weniger überzeugte: Sie gaben den römischen Soldaten am Grab einen ordentlichen Geldbetrag, damit sie jedem, der fragte, sagten, die Jünger hätten den Leichnam gestohlen, während die Wachen geschlafen hätten. Der Hohepriester vergewisserte sich sogar, dass der römische Präfekt sie nicht bestrafte – Bestechung war in jenen Tagen weit verbreitet, und Pilatus war nicht abgeneigt, hohepriesterliche Gelder zu entwenden (er und Kaiphas nahmen sogar Geld aus dem Tempelschatz für die persönliche Wasserversorgung des Präfekten). Wieder war die List eher verzweifelt denn genial, aber für Menschen, die nicht bereit waren, die Konsequenzen der leiblichen Auferstehung Jesu zu akzeptieren, war es einen Versuch wert. Man überließ es einigen modernen Theologen zu leugnen, dass das Grab überhaupt jemals leer gewesen sei, aber das konnten und können sie nur, indem sie den jüdischen Kontext des Ereignisses verneinen. Jeder Jude, der an die Auferstehung glaubte – und mit Ausnahme der Sadduzäer taten das alle -, erwartete, dass Gott dies seinem treuen Volk in den letzten Tagen gewähren würde. Den Büchern Hesekiel [Hesekiel 37, 1 – 14; JNj.] und Daniel  [Daniel 12, 13; JNj.] und einer der Qumranrollen zufolge gingen sie davon aus, dass es sich um eine leibliche Auferstehung handeln würde. Wenn Jesus also vor anderen gläubigen Juden eine Auferstehung „gewährt“ wurde, musste es eine leibliche Auferstehung sein, damit seine jüdischen Anhänger auch glaubten, dass sie wirklich stattgefunden hatte. Visionen und Halluzinationen sind im jüdischen Kontext ausgeschlossen. Und es bedeutet außerdem, dass die Jünger ebenso wie ihre Gegner sicher sein mussten, dass das Grab wirklich leer war. Anders ausgedrückt: Das leere Grab ist kein Beweis der Auferstehung, sondern eine Voraussetzung dafür und zwar in dem Maße, dass Paulus es in seiner Schilderung der Erscheinungen des Auferstandenen in seinem ersten Brief an die Korinther nicht einmal erwähnt. Es war einfach offensichtlich. Wäre das Grab nicht leer gewesen, wären nicht einmal Petrus Johannes oder Jakobus bereit gewesen, sich auf die Wirklichkeit der Auferstehung zu verlassen.“¹

Manche Lügen kommen in einem sehr frommen Gewand daher. Sie gebrauchen den Namen des Herrn Jesus oder sprechen von ihm als dem „Christus des Glaubens“, doch  hinter diesen Worten ist das Zischen jener Schlange deutlich vernehmbar, die da fragt: „Sollte Gott gesagt haben, dass sein Heiliger die Verwesung nicht sehe  (Apostelgeschichte 2, 27 – 31)?“ Wir tun daher gut daran, auf diese Stimmen nicht zu hören, denn sie haben weder das Zeugnis des Glaubens, noch die historischen Fakten auf ihrer Seite. Im Gegenteil, gemeinsam mit den Christen der vergangenen fast zwei Jahrtausende bekennen wir im Apostolischen Glaubensbekenntnis²: „Ich glaube …. an die Auferstehung des Fleisches“.  Denn die leibliche  Auferstehung Jesu ist mehr als nur ein „Erkennungszeichen“, sie ist das Siegel Gottes auf die von Ihm gegebenen Verheißungen (vgl. Jesaja 26, 19; Daniel 12, 13; Apostelgeschichte 24, 10 – 15; Hesekiel 37, 1 – 14; Jesaja 53, 10 – 11) und sie ist die Bestätigung dafür, dass Jesus von Nazareth der von Gott gesandte Messias Israels und Erlöser der Welt ist. Seine Auferstehung ist zugleich auch die Grundlage für die Auferstehung aller, die an Ihn glauben (vgl. 1. Korinther 15). Diese Zuversicht hatte schon Hiob, der sie mit folgenden Worten aussprach:

„Und ich, ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er auf der Erde stehen; und ist nach meiner Haut dieses da zerstört, so werde ich aus meinem Fleische Gott anschauen, welchen ich selbst mir anschauen, und den meine Augen sehen werden …“

(Hiob 19, 25 – 27)

Vielleicht haben Sie viele Jahre das so genannte „Auferstehungsfest“ gefeiert, ohne zu wissen, dass der auferstandene Herr Jesus Christus wirklich lebt, mehr noch: dass Er Ihr Erlöser sein und Ihnen eine Hoffnung über den Tod hinaus geben möchte. Wenn Sie dem Auferstandenen begegnen und Sein Geschenk der Erlösung annehmen wollen, dann kann das heute,  ja jetzt,  geschehen. Er ist immer nur ein Gebet weit von Ihnen entfernt.

Fußnoten:

¹= Carsten P. Thiede: „Der unbequeme Messias: Wer Jesus wirklich war“,  Brunnen-Verlag Basel, 3. Auflage 2008, Seite 22 – 24, Zusätze und Fettung von mir.

²= http://de.wikipedia.org/wiki/Apostolicum unter besonderer Beachtung von Punkt 2 des Abschnittes Kritik: „Die ökumenische Übersetzung ist auch als Ganzes in die Kritik geraten, da in dieser Textfassung zentrale Lehraussagen der Kirche, wie die Höllenfahrt Christi und die Auferstehung des Fleisches sprachlich vermieden werden und sie daher „nicht frei von sinnverändernden Übersetzungsfehlern“  sei.

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