Geduld! Please, hold the line! (2)


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Drei Dinge sind es, die uns helfen können, damit der Heilige Geist diesen Aspekt seiner Frucht – Geduld – in uns  heranwachsen lassen kann:

1. Das Vorbild

Im Anschluss an das 10. Kapitel des Hebräerbriefes beschäftigt sich der Autor unter der Leitung des Heiligen Geistes ein ganzes Kapitel lang  damit, den Lesern eine Vielzahl von Glaubensvorbildern vor Augen zu stellen  (Hebräerbrief 11). Von all‘ diesen Glaubensvorbildern können wir lernen, auch lernen geduldig zu sein bzw. zu werden und im Glauben auszuharren. Aber diese Belehrung gipfelt in der Aussage von Hebräer 12, 1 – 3:

„Deshalb nun, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, lasst auch uns, indem wir jede Bürde und die leicht umstrickende Sünde ablegen, mit Ausharren laufen den vor uns liegenden Wettlauf, hinschauend auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der, die Schande nicht achtend, für die vor ihm liegende Freude das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. Denn betrachtet den, der so großen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht ermüdet, indem ihr in euren Seelen ermattet.“

Menschliche Vorbilder – auch Glaubensvorbilder – können uns ermutigen, aber Kraft zur Veränderung kann uns nur der beständige Blick auf den Herrn Jesus Christus geben. Jemand sagte einmal: „Du wirst, was du anschaust“ und  meinte damit, dass das, was unseren beständigen Blick auf sich zieht, uns prägen wird. Der beständige Blick auf den Herrn Jesus Christus prägt nicht nur, ermutigt nicht nur, sondern er verleiht Kraft und er verändert:

„Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden verwandelt nach demselben Bilde von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, als durch den Herrn, den Geist.“

(2. Korinther 3, 18)

Während wir den Herrn Jesus Christus in Seinem Wort, der Heiligen Schrift, täglich betrachten und  Gemeinschaft mit Ihm durch das Gebet pflegen, tut der Heilige Geist ein zweifaches Werk. Erstens: Er verherrlicht den Herrn Jesus Christus, d.h. der Erlöser  wird uns immer größer und anbetungswürdiger (Johannes 16, 14; 2. Thessalonicher 1, 12). Zweitens: Der Heilige Geist verändert/verwandelt uns und das heißt auch,  dass dieser Aspekt der Frucht des Geistes – die Geduld  – in uns heranreifen wird. Wir schauen beständig auf den Herrn Jesus Christus, der voller Geduld und Langmut war, und dürfen Ihm auch hierin durch das Wirken des Heiligen Geistes in uns immer ähnlicher werden (Jakobus 5, 10 – 11).

2. Der Blick hinter die Kulissen

Insbesondere dann, wenn wir in Prozessen stehen, die wir als problematisch  oder bedrückend empfinden, ist unser menschlicher „Geduldsspeicher“ schnell erschöpft. Hier ist es wichtig, dass wir daran denken, nicht nur auf das Sichtbare zu blicken. Sie beten schon seit langer Zeit für das eine oder andere Anliegen? Sie haben sich vor Gott geprüft und es gibt keine egoistischen Motive, aus denen Sie für dieses Anliegen beten?  Trotzdem  scheint Gott nicht zu hören? Dann bedenken Sie, dass der Christ es in seinem Glaubensleben nicht nur mit Gott, sondern auch mit einem starken Widersacher zu tun hat. Gott  ist der „Erhörer des Gebets“ (Psalm 65, 2) und Er gibt gern ( Jakobus 1, 5).  Aber zwischen Ihn und uns versucht sich immer wieder  die geistliche Macht des Bösen zu stellen. Diese Tatsache wird uns durch die Erlebnisse des Propheten Daniel in Daniel 10,  1 – 21 deutlich vor Augen geführt. Wer nun meint, dieser geistliche Widerstand habe nur zur Zeit des Alten Testaments (vgl. auch  2. Könige 6, 8 – 23) bestanden, der übersieht, dass der Apostel Paulus uns darauf hinweist, dass diese Mächte noch immer wirksam sind:

„Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Fürstentümer, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Örtern.“

(Epheser 6, 12)

Wenn wir uns bewusst machen, dass wir es in unseren Glaubensleben immer auch mit einem  starken geistlichen  Widerstand zu tun haben, der nur durch anhaltendes Gebet (Kolosser 4, 2 – 4) überwunden werden kann, dann  kann uns dies helfen, dass wir geduldig ausharren bis der Herr uns die Erhörung unserer Gebete oder die Erfüllung Seiner Verheißungen schenkt.

3. Gottes Gnade erkennen

In 2. Petrus 3, 9 lesen wir:

„Der Herr verzögert seine Zusage nicht, wie manche das meinen. Im Gegenteil: Er hat Geduld mit euch, denn er will nicht, dass irgendjemand zugrunde geht, sondern dass alle Gelegenheit haben, zu ihm umzukehren.“

Der Grund dafür, dass die Erhörung unseres Gebets oder die Erfüllung einer göttlichen Verheißung  (noch) nicht eintrifft,  kann aber auch darin liegen, dass Gott anderen Menschen, die im  Zusammenhang mit dieser Gebetserhörung etc. stehen, Zeit zur Veränderung gibt. Er weiß am allerbesten, wie viel Zeit ein einzelner Mensch oder ganze Prozesse  in einer Gesellschaft benötigen und aus Seiner großen Gnade gibt er den Betreffenden diese Zeit. Er ist langmütig und gnädig. Wir sehen dies z.B. im Zusammenhang mit dem Auszug der Israeliten aus Ägypten. Die so genannten  Plagen kann man auch als immer neue Chance sehen, die Gott den Ägyptern gab. Er hörte nicht nach der 1. Plage/Chance auf, sondern gab den  Ägyptern noch neunmal Gelegenheit, auf Sein Gebot einzugehen. Einige Kommentatoren haben aus der Anweisung bzgl. Teilnahme von Fremden/Nicht-Israeliten am Passah-Fest  (vgl.  2.  Mose 12, 48) geschlossen, dass auch Ägypter durch das manifeste Handeln Gottes in den Plagen zum Glauben an den Gott Israels gekommen und mit dem Volk aus Ägypten aus´gezogen seien.  Es wäre also durchaus möglich, dass diese Ägypter die „Zeit der Gnade“, die Gott ihnen gab, genutzt haben.  Es ist menschlich sehr verständlich, dass wir uns nach der Erhörung unserer Gebete und nach dem Erfüllung der Verheißungen Gottes sehnen.  Aber wir sollten bedenken, dass die Zeit, in der wir geduldig ausharren müssen, für andere Menschen eine Zeit der göttlichen Gnade sein kann. Dafür, dass auch andere Menschen in den Genuss der Gnade Gottes kommen,  lohnt es sich, geduldig und glaubensvoll abzuwarten.

Wir dürfen Gott bitten, uns immer wieder neu zu zeigen, ob wir es in unserer Situation mit einem geistlichen Widerstand zu tun haben oder ob wir ausharren, weil Gott anderen Menschen eine  Zeit der Gnade schenkt.  Wenn wir beständig auf den Herrn Jesus Christus blicken (Hebräer 12, 1 – 3), werden wir in Sein Bild verändert (Römer 8, 29) und auch geduldig werden.

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