Segen – ein Beweis? (1)

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Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

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Der Segen Gottes ist eine wunderbare Sache, ein großes Geschenk, das Gott uns in vielfältiger Weise zukommen lässt.

Aber leider muss der Segen Gottes auch immer wieder als Beweis oder Bestätigung für vieles herhalten.  Immer wieder erlebe ich, wie Gläubige im Segen Gottes eine Art „Beweis“ für richtigen Glauben, richtige  Lehre etc. sehen. Wann immer ich z. B. mit Gläubigen über Lehrfragen spreche, da bekomme ich früher oder später Sätze wie die folgenden zu hören: „Aber DER  (gemeint ist dann irgendein bestimmter  Prediger/Pastor/Theologe XYZ) ist doch so gesegnet! Da kommen doch Menschen zum Glauben an das Evangelium, werden errettet! DER kann doch nicht falsch liegen!“ Segen – hier in Form von Menschen, die zum christlichen Glauben kommen – wird als Zeichen von Richtigkeit, z.B. in Fragen der Lehre, angesehen.

Man könnte das verkürzt auf den Punkt bringen: „Wenn sich bei dem und dem (Theologen/Prediger/Evangelisten/Pastor usw. usf.) so viele bekehren/die Gemeinde/Kirche um so viele Mitglieder wächst, dann muss seine Lehre doch o. k. sein. Sonst würde sich Gott doch nicht mit Seinem Segen dazu bekennen, oder?“

Aber nicht nur die Rechtsmäßigkeit/Richtigkeit in Fragen der Lehre wird vom „Segen“ abgeleitet. Auch als Bestätigung der persönlichen Führung wird der Segen Gottes herangezogen: „Gott hat mir doch diese oder jene Segnung geschenkt und mir damit ein klares Zeichen gegeben, dass ich diesen oder jenen Weg einschlagen soll!“

Wer so denkt bzw. glaubt, sollte sich einmal wieder die Aussagen des Herrn Jesus Christus zum Thema Segen vor Augen führen, wie wir sie in Matthäus 5, 44 finden:

„Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen; auf daß ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.

Gottes Segen – hier im Bild von Sonne und Regen, den Grundlagen für eine gute Ernte – erreicht alle Menschen – Gerechte wie Ungerechte, Menschen, die mit Gott in Beziehung stehen und Menschen, die  in keiner Beziehung zu Gott stehen. Ist das nicht ungerecht? Nein, das ist Gottes Liebe. Gottes Liebe gilt allen Menschen und darum schenkt Er auch allen Menschen grundlegende Segnungen. Es ist ein Zeichen Seiner Liebe und Seiner Gnade, Seiner unverdienten Güte. Wäre dem nicht so, so hätte kein  Mensch vor Gott eine Chance. Segen ist u.a. ein Mittel Gottes, den Menschen auf sich aufmerksam zu machen. Der Apostel Paulus sagt in Römer 1, 19 – 21, dass Gott für jeden Menschen in den Werken Seiner Schöpfung (die ein  großer Segen sind!) erkennbar ist und dass der Mensch Gott für diese Segnungen danken sollte. Leider ziehen viele Menschen aus den Segnungen, die sie erleben, die falschen Schlüsse. Anstatt Gott dafür zu danken und Ihm zu glauben, meinen sie, die Segnungen ihres Lebens seien das Ergebnis eigener Anstrengungen und eigener Überlegungen. Das ist ein Trugschluß. Aber genauso falsch ist es, aus den Segnungen Gottes „Beweise“ für die Richtigkeit einer Lehre, eines Dienstes oder eines Lebenswandels zu machen. Segen ist ein Beweis der Liebe und Gnade Gottes, kein Beweis unserer „Richtigkeit“.

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