Fragen erwünscht! (1)


Translation here.

Gott liebt Menschen, die nachfragen

Ein chinesisches Sprichwort sagt:

„Wer fragt, ist dumm für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt dumm für sein ganzes Leben!“

Viele Menschen meinen, dass man „in der Kirche den Verstand an der Garderobe abgeben müsse“. Sie denken, dass Glaube und Verstand zwei diametral entgegen gesetzte Dinge seien. Das kommt z. B. in dem beliebten Sprichwort zum Ausdruck: „Glauben heißt nicht Wissen!“ Darum brauche man Glaubensaussagen bzw. biblische Aussagen auch nicht hinterfragen, mit dem Verstand durchdenken oder verstandesmäßig zu ergründen suchen. Auch manche Christen denken so. Sie zitieren dann z.B. das Wort aus Sprüche 3, 5 – 6:

„Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand; erkenne ihn auf allen deinen Wegen, so wird er deine Pfade ebnen.“

oder sie verweisen auf die Worte Jesu aus Markus 5, 36:

„Glaube nur!“

Christen, die mit solchen oder ähnlichen Aussagen jeden Gebrauch des menschlichen Verstandes ablehnen, übersehen, dass sie a) diese Bibelverse aus ihrem Kontext/Zusammenhang reißen und dass b) Jesus Christus uns lehrt, Gott mit unserem Verstand (!) zu lieben:

„Und es trat zu ihm einer von den Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, während sie miteinander stritten. Und als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot? Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: ‚Höre Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft.’¹ Das zweite ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.’² Größer als diese ist kein anderes Gebot.“³

(Markus 12, 30)

Ein Christ, der Gott wirklich lieben will, der muss Ihn auch mit seinem Verstand, seinem ganzen Denkvermögen, lieben. Sonst erfüllt er nicht das Gebot, das Jesus Christus als „das größte Gebot“ bezeichnet. Den uns von Gott gegebenen Verstand einzusetzen, das bedeutet aber auch, Fragen zu stellen. Nur indem wir Fragen stellen, können wir einer Sache auf den Grund gehen. Nur wenn wir Fragen an einen biblischen Text stellen, können wir seinen Sinn, seinen Zusammenhang, seinen Hintergrund, seine Aussage verstehen.

Fußnoten:
¹= 5. Mose 6, 4 – 5
²= 3. Mose 19, 18
³= Fritz Rienecker merkt zu Markus 12, 30 an: „Das ganze Herz, die ganze Seele, das ganze Denkvermögen und die ganze Kraft sind die Gründe und Wurzeln, aus denen das Gott dargebrachte Lieben entstehen soll (…)“ (vgl. Rienecker, Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament, 20. Auflage 1997, Brunnen Verlag Gießen, S. 116)

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2 Antworten zu Fragen erwünscht! (1)

  1. berlinjc schreibt:

    Solche Plädoyers mag ich! 🙂
    Amen.

  2. JNj. schreibt:

    Das war Teil 1 der Einleitung zum „LzL“-Kreis. Es war mir sehr wichtig, dass die Kid’s ihre Fragen offen stellen und nicht meinen, sie würden damit etwas falsch machen.

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