Und USB-Sticks wurden aufgetan …..


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Die Nachricht wird wohl kaum jemandem entgangen sein: Am vergangenen Sonntagabend hat die Internetplattform „Wikileaks“ mehr als 251.000 als vertraulich/geheim eingestufte Dokumente des Foreign Office (Auswärtigen Amtes) der Vereinigten Staaten veröffentlicht. Dieser Vorgang wird mittlerweile mit dem Begriff „Cablegate“ bezeichnet.  Denn bei den veröffentlichten Dokumenten  handelt es sich um Depeschen (engl. „cables“), die von Mitarbeiter verschiedenster US-Botschaften an das Foreign Office in Washington gesandt wurden. In diesen Depeschen geht es hauptsächlich darum, wie die Botschaftsmitarbeiter die Regierungen und Politiker ihres jeweiligen Gastlandes einschätzen. Und diese Einschätzungen  waren – nach allem, was man in den Medien lesen kann – sehr offenherzig, direkt und für die betroffenen Politiker wenig schmeichelhaft. Die Botschaftsmitarbeiter gingen davon aus, dass ihre Einschätzungen mindestens 25 Jahre unter Verschluss bleiben würden. Entsprechend  deutlich äußerten sie sich: Da werden Politiker mit Begriffen aus dem Tierreich belegt, da wird erläutert, wen man wie bearbeiten bzw. manipulieren müsse, damit er oder sie sich positiv für die amerikanischen Interessen einsetzt, da wird mitgeteilt, dass der Angehörige einer Partei die Interna einer Koalitionsverhandlung einfach mal so an die amerikanische Botschaft weiterleitet, da finden sich Berichte darüber, wie  Politiker einer Regierungspartei über die Politiker  einer anderen Regierungspartei des Gastlandes herziehen und vieles mehr.

Weil  „Wikileaks“ eine Zusammenarbeit mir verschiedenen europäischen und amerikanischen Zeitungen und Wochenmagazinen eingegangen ist, kann nun jeder der bereit ist, einige Euros zu investieren bzw. jeder ,der über einen Internetanschluss verfügt, diese Dinge lesen. Jeder. Wirklich jeder. Hans Hoyng vom Spiegel fasst das Geschehen so zusammen: „Es wird keine wie üblich diplomatische Rücksicht genommen.  Diese Dokumente haben einen Hauch von Wahrheit, der einem sonst versperrt bleibt. (…) Amerikas Diplomaten stehen praktisch ohne Kleider auf dem Marktplatz dieser Welt.“ Spontan erinnert mich diese Begebenheit an ein Wort aus dem Lukasevangelium:

“Als sich unterdessen viele Tausende der Volksmenge versammelt hatten, so daß sie einander traten,
fing er an, zu seinen Jüngern zu sagen, zuerst:
Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, welcher Heuchelei ist.
Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden wird, noch geheim,
was nicht kundwerden und ans Licht kommen soll. Deswegen,
soviel ihr in der Finsternis gesprochen haben werdet, wird im Lichte gehört werden,
und was ihr ins Ohr gesprochen haben werdet in den Kammern,
wird auf den Dächern ausgerufen werden.

(Lukas 12, 1 – 3)

Wie peinlich muss es sein, wenn nun Politiker aufeinander treffen, die sich immer gegenseitig ihrer größten Freundschaft versichert haben und nun wissen, was sie wirklich voneinander halten? Heuchelei hat viele Opfer. Ihr erstes Opfer aber ist immer das gegenseitige Vertrauen. Wie lange wird es dauern, bis das Vertrauen, das nun zerstört ist, wieder aufgebaut sein wird? Wird dieses Vertrauen wohl jemals wieder hergestellt werden können?  Wird es zu schwerwiegenden Verwerfungen zwischen einzelnen Regierungen kommen – vielleicht mit unabsehbaren Konsequenzen? Oder wird „Cablegate“ positive Auswirkungen haben, vielleicht dergestalt, das die Regierenden dieser Welt sich darauf verständigen, in Zukunft wahrhaftiger miteinander umzugehen? Beides ist möglich, beide Wege sind offen.

Aber verlassen wir für einen Moment die „Großen dieser Welt“ und fragen wir uns: Was wäre wenn – meine  ganz persönlichen „Depeschen“ für jedermann käuflich am Kiosk an der Ecke zu erwerben und zu lesen wären? Könnten sich meine Gedanken, meine Meinungen – über andere – „sehen lassen“ oder stünde ich dann auch – wie die Amerikaner jetzt – „ohne Hosen auf dem Marktplatz der Welt“. Müsste ich mich „in Grund und Boden“ schämen?  Würde mir noch jemand vertrauen? Würde mir noch jemand Glauben schenken? Wie gut, dass ich nur ein kleines Rädchen bin. Wie gut, dass Wikileaks nicht an meinen „Depeschen“ interessiert ist. Da kann man sich ja wohl in Sicherheit wiegen – oder etwa nicht? Nein, Entwarnung ist nicht angesagt – ganz und gar nicht. Das, was hier auf einer weltlichen Ebene passiert und eine begrenzte Anzahl Menschen betrifft, das wird eines Tages in weltweitem Umfang geschehen und alle Menschen – jeden ohne Ausnahme – betreffem. Es wird keine menschliche Organisation sein, die dann diese Dinge „ans Licht“ bringt, sondern der allmächtige Gott selbst. Es wird der Tag sein, an dem Gott die Menschheit richtet. Schon im Alten Testament wird uns dieses Geschehen prophetisch angekündigt:

„Ein Strom von Feuer floß und ging von ihm aus; tausend mal Tausende dienten ihm, und zehntausend mal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht setzte sich, und Bücher wurden aufgetan.“

(Daniel 7, 10)

Und das Neue Testament bestätigt uns diese Voraussage:

„Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Throne stehen, und Bücher wurden aufgetan; und ein anderes Buch ward aufgetan, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken.“

(Offenbarung 20, 12)

Beide Propheten – Daniel im Alten und Johannes im Neuen Testament – sprechen davon, dass Bücher aufgetan wurden. Hätten sie aus heutiger Sicht gesprochen, so hätten sie vielleicht gesagt: „USB-Sticks wurden ausgelesen“. Das Medium ist egal, die Botschaft ist jedoch eindeutig: Kein einziges unserer Worte, keine einzige unserer Handlungen – ja kein einziger unserer Gedanken! – ist vor Gott verborgen (Apostelgeschichte 1, 24). Und wir werden alle – jeder ohne Ausnahme – darüber Rechenschaft ablegen müssen. Wenn eine Veröffentlichung von Klatsch und Tratsch, von abfälligen  Bemerkungen angeblicher Freunde über andere angebliche Freunde, heute schon so peinlich ist, wie peinlich wird es erst dann werden, wenn alles, wirklich alles, auch der geheimste Gedanke „auf den Tisch“ kommt, „ans Licht“ gebracht wird – für jeden sichtbar?
Die Depeschen der amerikanischen Diplomaten wurden nicht nur versandt, sie wurden empfangen und gespeichert. Von diesem Speicher wurden sie kopiert und jetzt veröffentlicht. Wieviele Schreiber dieser Depeschen wünschen sich wohl, dass ihre Aussagen und Kommentare früher gelöscht worden wären? Wie viele von uns, denen – vielleicht jetzt zum ersten Mal – bewußt geworden ist, dass Gott alles von uns kennt, wünschen sich, dass sie ihre Lebensfestplatte noch einmal löschen könnten und zwar nicht nur, weil es einmal sehr peinlich werden könnte, sondern weil sie erkannt haben, dass diese Dinge uns für immer von Gott trennen?  Für jeden, der seine falschen Taten, seine bösen Worte, seine scheinheilige Heuchelei, seine verbalen und nonverbalen Lügen ehrlich bereut, für den gibt es eine gute Nachricht, eine frohe Botschaft: Gott will Ihnen vergeben, all das Falsche ihrer „Lebensfestplatte“ löschen und sie mit einer ganz neu formatierten „Lebensfestplatte“ ausrüsten. Wer in das Licht Gottes tritt und seine Sünde bekennt und bereut, der empfängt Vergebung. Dessen Sünden werden buchstäblich ausgelöscht:

„Wer ist ein Gott wie du, der die Ungerechtigkeit vergibt, und die Übertretung des Überrestes seines Erbteils übersieht? Er behält seinen Zorn nicht auf immer, denn er hat Gefallen an Güte.  Er wird sich unser wieder erbarmen, wird unsere Ungerechtigkeiten niedertreten; und du wirst alle ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.“

(Micha 4, 18)

 

Wer seine Sünde Gott bekennt und Vergebung empfängt, der kann ganz neu anfangen und mit Gott Hilfe ein Leben in Wahrheit führen.

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