Besser spät als nie


Translation here.

In Lukas 13, 6 – 9 lehrt Jesus Christus seine Jünger durch ein Gleichnis. Wir kennen dieses Gleichnis unter dem Namen „Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum“:

„Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Weingärtner: Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Weingärtner erwiderte: Herr, laß ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann laß ihn umhauen.“

An dieses Gleichnis hat mich mein eigener Feigenbaum kürzlich erinnert. Dort, wo ich seit dem Frühjahr frische grüne Blätter erwartete, tat sich nichts. Gähnende Leere. An Früchte war schon gar nicht zu denken. Im letzten Jahr hatte mein Feigenbaum nicht nur  voll in frischem Grün gestanden, sondern auch 6 (!) Früchte (bisheriger Rekord) getragen.  Aber in diesem Jahr? Nichts! Als ich kürzlich meine Pflanzen „herbstfest“ machte, schnitt ich auch einige trockene Äste von diesem Feigenbaum und war schon fast dabei den ganzen Baum „umzulegen“.  Bei Freunden hatte ich schon  ein neues Exemplar für das nächste Jahr bestellt. Doch irgendetwas kam dazwischen, der Baumstamm blieb mit einigen Ästen stehen. Wie gut! Denn in den letzten Tagen kamen plötzlich doch noch grüne Triebe:

Natürlich wird in diesem Jahr nichts mehr aus einer vollen Baumkrone und auch auf Früchte zu warten wäre sicherlich illusionär. Dafür ist das Jahr zu weit fortgeschritten. Aber eines zeigen diese kleinen Triebe: Es ist noch Leben in diesem Stamm. Der Baum hat das Potential im nächsten Jahr neu zu treiben, Blätter und Früchte zu tragen. Ich werde ihn  also in einiger  Zeit „winterfest“ machen und bin gespannt, was sich da im kommenden Jahr entwickelt.   Aber eine „Frucht“ hat mein Feigenbaum  doch schon gebracht. Er hat mir Fragen gestellt, über die es sich nachzudenken lohnt: Bin ich zu schnell in meinem Urteil, wenn Dinge nicht so laufen, wie sie laufen sollten? Bin ich zu schnell bereit, etwas abzuschreiben? Bin ich zu ungeduldig? Gott ist ein guter Gärtner, er hat Geduld. Er schreibt keine Seiner Pflanzen  vor der Zeit ab. Er weiß, warum wir uns wann wie entwickeln können und was uns vielleicht an einer Entwicklung hindert. Er gibt  uns allen eine neue Chance. Dafür können wir Ihm täglich dankbar sein. Noch besser wäre allerdings, wenn wir  diesen Charakterzug in unserem eigenen Leben kultivieren und den Menschen, Beziehungen etc.  um uns herum die Zeit geben, die sie brauchen. In einer so schnelllebigen Zeit wie der unseren ist das nicht einfach. Aber mit Gottes Hilfe kann es gelingen.

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