Selbstmord (5b)

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„Selbstmord – eine christliche Betrachtung“
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„Selbstmörder kommen nicht in den Himmel“ ?!?

Wie ich bereits in Teil 5a ausgeführt habe, war die Annahme, das Selbstmörder kein ewiges Leben haben würden, lange Zeit eine verbreitete kirchliche Aussage. Aber war/ist sie deswegen auch biblisch?  Betrachten wir noch einmal kurz, was ich in dem vorhergehenden Artikel  über das schrieb, was  bei der Erlösung geschieht und was sie umfasst:

Biblische Erlösung ist ein Werk Gottes, das vom Menschen nicht rückgängig gemacht werden kann. Sie ist ein Geschenk Gottes, das der Mensch, wenn er es einmal erhalten hat, nie wieder verliert (vgl. Johannes 10, 27 – 29).Um in den Genuss der Erlösung zu gelangen, muss ein Mensch „von neuem geboren werden“. Der Apostel Johannes gibt darüber im ersten Kapitel seines Evangeliums Auskunft:

„Allen denen aber, die ihn aufnahmen, gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; welche nicht aus dem Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.“

(Johannes 1, 12 – 13)

Ein Mensch wird wiedergeboren, d.h. zu einem neuen Menschen, zu einem Kind Gottes, wenn er „an seinen Namen glaubt“. Aus dem Zusammenhang von Johannes 1 wird deutlich, wessen Name hier gemeint, der Name Jesus Christus, der Name des von Gott gesandten Heilands und Erlösers, des Sohnes Gottes selbst. Viele weitere Stellen im Neuen Testament belegen dies (vgl. Johannes 3, 18; 1. Johannes 3, 23; 1. Johannes 5, 13; 1. Johannes 5, 1; Römer 10, 13; Apostelgeschichte 2, 21; Apostelgeschichte 16, 31). Dabei beinhaltet das „an den Namen“ glauben hier den Glauben an die Person Jesu selbst. Mit dem Glauben an den Herrn Jesus Christus muss, so lehrt es das Neue Testament, die Buße bzw. Bekehrung einhergehen:

Buße zu tun bzw. sich bekehren ist gemäß Apostelgeschichte 2, 38 etwas, dass jeder einzelne Mensch nur selber für sich tun kann bzw. tun muss. Das griechische Wort, das im Neuen Testament für das Wort „Buße“ benutzt wird, ist „metanoia“ und bedeutet „umdenken“. Der Mensch muss also umdenken und zwar von einem bisher ohne Gott gelebten Leben hin zu einem Leben mit Gott. Daraus wird deutlich, dass „sich bekehren“ bzw. „Buße tun“ die Reaktion eines Menschen auf die Verkündigung des Evangeliums ist und von der Wiedergeburt unterschieden werden muss. Dies wird auch deutlich aus Apostelgeschichte 3, 19 und Apostelgeschichte 26, 20. Die Wiedergeburt ist die Reaktion Gottes auf die Bekehrung des Menschen, wenn diese mit aufrichtiger Reue und Buße über das gesamte bisherige gottlose Leben einhergeht.  Wer immer sich also in aufrichtiger Reue von seinem Leben ohne Gott abwendet, zu Gott umkehrt und die uns in Jesus Christus angebotene Erlösung annimmt (Johannes 14, 6 – 7; 1. Timotheus 2, 5; Apostelgeschichte 4, 12; 1. Korinther 15,3), wird von neuem geboren, erhält Vergebung der Sünden und ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott. Das bekannte Gleichnis vom verlorenen Sohn in Lukas 15, 3 – 24 macht dies auf unvergleichliche Weise deutlich.

Diese Erlösung ist einmalig und ewig. Nichts, auch keine Sünde (griech.: „harmatia“ = Zielverfehlung), auch keine Sünde  in Form eines Selbstmordes, kann sie rückgängig machen. Weil die Erlösung ein Gnadengeschenk Gottes ist und wir sie uns durch Werke nicht erarbeiten oder erkaufen können (vgl. Römer 3, 20 – 24), kann sie auch durch falsches menschliches Handeln (= Sünde) nicht ungeschehen gemacht werden! Sünde im Leben des Christen beeinträchtigt den Genuss der Gemeinschaft mit Gott, sie betrübt Gott (vgl.    1. Mose 6, 6; Epheser 4, 30), aber sie zerbricht die Gemeinschaft zwischen dem Gläubigen und Gott nicht (vgl. 1. Johannes 2, 1). Das gilt auch für die Sünde des Selbstmordes. Wenn ein Mensch  durch die neue Geburt Leben aus Gott empfangen hat (Johannes 3, 3 – 7) bleibt dieses neue, geistliche Leben ewig in ihm (vgl. 1. Petrus 1, 23). Der Apostel Paulus schreibt in Römer 8, 38 – 39:

„Denn ich bin überzeugt,
dass weder Tod noch Leben,
weder Engel noch Fürstentümer,
weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
noch Gewalten, weder Höhe noch Tiefe,
noch irgend ein anderes Geschöpf
uns zu scheiden vermögen wird
von der Liebe Gottes,
die in Christo Jesu ist,
unserem Herrn.“

Jemand hat sehr treffend zu diesen Versen angemerkt, dass  der Begriff „Tod“ hier keine Art des Todes ausschließt, also auch nicht den Selbstmord und dass der Begriff  „(noch irgend ein anderes) Geschöpf“ jeden Menschen einschließt, auch den Menschen, der sich selbst das Leben nimmt.

Wenn Sie, lieber Leser, sich mit dem Gedanken des Selbstmordes tragen, wenn Sie Ihre Situation als ausweglos oder Ihnen Ihr Leben als sinnlos erscheint, bedenken Sie bitte, dass mit Gottes Hilfe keine Situation ausweglos ist und dass Gott Ihnen ein erfülltes, sinnvolles Leben schenken möchte. Auch Ihnen ganz persönlich gilt die Zusage Jesu Christi aus Matthäus 11, 28 – 29:

„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und unter Lasten stöhnt!
Ich werde euch ausruhen lassen.
Nehmt mein Joch auf euch, und lernt von mir!
Dann findet euer Leben Erfüllung, denn ich quäle euch nicht
und habe ein demütiges Herz.“


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Eine Antwort zu Selbstmord (5b)

  1. dikosss schreibt:

    Gute Darstellung! Danke!

    Ich halte auch daran, dass Gottes Treue größer ist als unsere und uns niemand aus der Hand des Vaters reißen kann.

    Manchmal stolpere ich aber über Stellen wie Hebr 10,26 ff. – Wie verstehst Du diese Stelle?
    Oder die Verse, in denen Paulus über den Ausschluss des Reiches Gottes schreibt?

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